Vorgeschlagen wird ein Verfahren zur Umesterung von Triglyceriden mit einwertigen Alkoholen, wobei die Umsetzung durchgeführt wird in Gegenwart (a) eines basischen Aktivators und (b) eines Phasentransfer-Katalysators, der ausgewählt wird aus der Gruppe der Benzyltrialkylammoniumsalze und der Trisalkylmethylammoniumsalze der Formel (III) [NR5R6R7CH3]+[X]-, worin die Reste R5 bis R7 unabhängig voneinander Alkylreste mit 4 bis 18 C-Atomen und insbesondere 4 bis 12 C-Atomen sind, die geradkettig oder verzweigt, gesättigt oder ungesättigt sein können, und X ein Anion bedeutet; dabei gilt die Maßgabe, dass die Verbindungen (a) verschieden sind von den Verbindungen (b), und die weitere Maßgabe, dass die eingesetzten Triglyceride eine Säurezahl unterhalb von 4 aufweisen.
Beschreibung[de]
Gebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Fettsäurealkylestern
aus Triglyceriden, insbesondere Fetten und Ölen natürlichen Ursprungs,
durch Umesterung von Triglyceriden mit einwertigen Alkoholen in Gegenwart von basischen
Aktivatoren und speziellen Phasentransfer-Katalysatoren.
Stand der Technik
Umesterungsreaktionen sind eine kommerziell bedeutsame Klasse industrieller
organischer Reaktionen. Bei einer Umesterungsreaktion wird ein Ester durch Austausch
der Säuregruppen oder durch Austausch der alkoholischen Gruppen in einen anderen
Ester überführt. Erfolgt die Umesterung durch Austausch der alkoholischen
Gruppen, so spricht man auch von einer Alkoholyse. Bei der Alkoholyse wird der auszutauschende
Alkohol in der Regel im Überschuss zugesetzt, um eine hohe Ausbeute an gewünschtem
Ester zu erhalten. Die Umesterung ist eine Gleichgewichtsreaktion, die in der Regel
bereits durch Mischen der Reaktanden ausgelöst wird. Die Reaktion verläuft
jedoch so langsam, dass für kommerzielle Zwecke ein Katalysator zur Beschleunigung
der Reaktion erforderlich ist.
In neuerer Zeit hat die Herstellung von Fettsäurealkylestern,
insbesondere von Methyl- und Ethylestern, aus vegetabilen Ölen (z.B. Rapsöl,
Sojaöl) im Zusammenhang mit der Erzeugung von Dieselkraftstoff aus nachwachsenden
Rohstoffen erheblich an Aktualität gewonnen. Man spricht hier von „Biodiesel".
Die eingesetzten Fette und Öle biologischen Ursprungs bestehen überwiegend
aus Glyceriden (Mono-, Di- und Triglycerid), daher wird als Nebenprodukt der Alkoholyse
Glyzerin gewonnen.
In der Praxis wird häufig das Bradshaw-Verfahren zur Umesterung
von Fetten und Ölen mit Methanol (beschrieben in den US-Patenten 2,271,619
und 2,360,844) angewandt. Die Reaktion wird in einem offenen Behälter, der
aus gewöhnlichem Kohlenstoffstahl bestehen kann, durchgeführt. Hierbei
wird das Fett oder Öl bei der Siedetemperatur des Reaktionsgemisches mit einem
Überschuss an 99,7%-igem Methanol in Gegenwart von 0,1 bis 0,5% Natriumhydroxid
gerührt. Beim ruhigen Stehen scheidet sich das entstandene Glycerin praktisch
wasserfrei am Boden des Gefäßes ab. Erst nach einer Stunde ist in der
Regel ein Umsatz von 98% erreicht. Das Fett oder Öl sollte für dieses
Verfahren trocken (wasserfrei), sauber und im optimalen Fall neutral sein. Andernfalls
können aus den Fettsäuren Seifen gebildet werden.
Werden bei der Umesterung von Triglyceriden mit Methanol und Ethanol
Natrium- und Kaliumverbindungen als Katalysator verwendet, so treten verschiedene
Probleme auf. Nach der teilweise erfolgten Umesterungsreaktion beginnt das erzeugte
Glycerin, eine neue Phase zu bilden. Die Natrium- und Kaliumverbindungen als Katalysator
sind in der Glycerinphase sehr gut löslich und verarmen entsprechend im Reaktionsgemisch.
Deswegen und wegen der im Laufe der Reaktion gebildeten Emulsion schreitet die Reaktion
schließlich nur langsam voran. Aus diesem Grunde wird häufig nach etwa
einer halben Stunde die Reaktion unterbrochen und das gebildete Glycerin abgetrennt.
Danach wird neuer Katalysator zugesetzt und die Reaktion eine weitere halbe Stunde
fortgesetzt. Auf diese recht umständliche und zeitaufwändige Weise wird
ein Umsatz von etwa 98% erhalten. In der Esterphase verbleiben nach der Phasentrennung
noch sehr feine Glycerintröpfchen suspendiert. Das Glycerin und der in beiden
Phasen verteilte Katalysator müssen aus der Esterphase nach Abschluss der Reaktion
entfernt werden. Je nach der weiteren Verwendung des Glycerins ist es darüber
hinaus notwendig, den gelösten Katalysator auch aus der Glycerinphase zu entfernen.
Um die genannten Probleme zu vermeiden und gleichzeitig die Reaktionszeit abzukürzen,
sind im Stand der Technik verschiedene Vorschläge gemacht worden.
In der deutschen Offenlegungsschrift DE
3421217 A1 wird ein Verfahren zur Herstellung von Fettsäureestern
kurzkettiger, primärer und sekundärer Alkohole mit 1 bis 5 Kohlenstoffatomen
durch Umesterung von Glyceriden beschrieben. Dabei wird durch die flüssigen
Glyceride bei Temperaturen zwischen 230 und 270 °C ein Strom des gasförmigen
Alkohols hindurchgeleitet. Mit diesem Strom wird ein Produktionsgemisch aus Glycerin
und Fettsäurealkylester aus der Reaktionszone ausgetragen und anschließend
getrennt. Als Katalysator ist Alkali in den flüssigen Glyceriden des Reaktionsgefäßes
gelöst.
Gemäß dem in DE
198 03 053 C1 beschriebenen Verfahren werden Triglyceride in Gegenwart
von geeigneten Katalysatoren, wie beispielsweise Zinkseifen, vorzugsweise in Gleichstromkolonnen
bei Temperaturen von 200 bis 240 °C und bei Drucken bis zu 90 bar mit Alkohol
im mehrfach molaren Überschuss umgesetzt. Nach der Abtrennung des überschüssigen
Alkohols werden Alkylester-Glycerin-Gemische erhalten, die in einem Separator in
die leichtere organische Phase und in die Glycerinphase getrennt werden. An diese
Phasentrennung schließt sich eine weitere Aufarbeitung und Reinigung der Produkte
an. Die Esterphase wird mit Wasser gewaschen, um die im Produkt gelösten Glycerinreste
zu entfernen. Dabei werden auch etwa 40% der im Ester gelösten Zinkseifen in
Form von Zinkhydroxid ausgewaschen.
Ferner wurden schon früher Untersuchungen mit dem Ziel angestellt,
die katalytisch aktiven Natrium- und Kaliumverbindungen durch basische Ammoniumverbindungen
zu ersetzen. Untersucht wurde im Hinblick auf ihre Eignung als Katalysatoren für
die Alkoholyse von Fetten und Ölen die Aktivität zahlreicher Basen, z.
B. Amine. In diesem Zusammenhang wurden Guanidine als geeignete Katalysatoren beschrieben.
Ein Vorteil, den Guanidine bei der Umesterung von Fetten und Ölen als Katalysatoren
bieten, besteht in der Möglichkeit, sie auf organischen Polymeren zu binden.
Die Herstellung von heterogenen Katalysatoren durch Bindung von Guanidinen an verschiedenen
Polymeren und deren Eignung für die Katalyse der Umesterung von vegetabilischen
Fetten und Ölen sind beispielsweise in dem brasilianischen Patent
BR 8202429 (1984, Erfinder: U. Schuchardt
und O.G. Lopes) beschrieben.
WO 2004/031119 beschreibt die Verwendung von basischen Katalysatoren
ausgewählt aus Iminoverbindungen, Alkylguanidinen, Butylamin, quaternären
Aminen und tertiären Aminen, die eine zusätzliche OH-Gruppe oder NH2-Gruppe
tragen. In Beispiel 20 werden Rapsöl und Methanol in Gegenwart von Tetramethylammoniumhydroxid
umgesetzt.
DE 10 2004 044 660 A1 beschreibt
die Verwendung von Guanidinium-Carbonat als Katalysator zur Umesterung von Fetten
und Ölen biologischen Ursprungs mit einwertigen Alkoholen.
Gemäß WO 01/12581 wird vorgeschlagen, in einem ersten Schritt
eine Entsäuerung des pflanzlichen Öles oder Fettes durch Umsetzung der
freien Fettsäuren mit Methanol und Schwefelsäure als Katalysator vorzunehmen.
Nach der Neutralisation soll in einem zweiten Schritt die Umesterung unter Verwendung
von Alkali (NaOH, KOH) stattfinden. Bei dem zweiten Schritt wird dem Reaktionsgemisch
soviel an einem Co-Solvens zugemischt, dass das Reaktionsgemisch einphasig wird.
Dadurch wird die Reaktionsgeschwindigkeit erheblich erhöht.
DE 2110213 A1 beschreibt die Herstellung
von Diglyceriden, durch Umsetzung von Fettsäureglycidylestern – insbesondere
Glycidylstearat und Glycidylpalmitat – mit Fettsäuren in Gegenwart von
Oniumsalzen, etwa quaternären Ammoniumsalzen. EP
1,526,126 A1 beschreibt ein Verfahren zur Herstellung konjugierter, mehrfach
ungesättigter Fettsäureester in Gegenwart von Phasentransferkatalysatoren.
Hierbei handelt es sich jedoch nicht um Umesterungen sondern um die Isomerisierung.
Denn die Einsatzstoffe sind Fettsäuremethylester mit isolierten Doppelbindungen
und die Produkte sind Fettsäuremethylester mit konjugierten Doppelbindungen.
Es geht mithin in dieser Schrift nicht um die Herstellung von Biodiesel.
WO 03/066,567 A1 beschreibt ein Verfahren zur Herstellung von Fettsäurealkylestern
hoher Reinheit, wobei in einem ersten Schritt Fette und/oder Öle mit einem
niederen Alkohol in Gegenwart eines basischen Katalysators gemischt werden, wobei
eine einheitliche Phase entsteht. Diese Mischung wird in einem Schritt kontinuierlich
in einem tubulären Reaktor umgeestert, wobei die einheitliche Phase aufrechterhalten
wird. Kennzeichnend für die technische Lehre dieser Schrift ist mithin die
Einphasigkeit bei der Reaktionsführung. Für die notwendigen alkalischen
Katalysatoren wird eine Vielzahl von Beispielen genannt (vergl. den die Seiten 7/8
überbrückenden Absatz). Als singuläres Beispiel ist auch Tetrabutylammoniumhydroxid
als Katalysator aufgelistet. Dieser Katalysator kommt in Beispiel 7 zum Einsatz.
Von Phasentransfer-Katalysatoren ist im Übrigen nichts in dieser Schrift offenbart.
EP 1,444,191 B1 betrifft ein Verfahren
zur Umesterung von Fetten und Pflanzenölen in Gegenwart von aliphatischen Kohlenwasserstoffen
als Lösungsmittel. Auf Seite 2 dieser Schrift wird der Stand der Technik abgehandelt.
Hierzu wird ausgeführt, dass die Umesterung von Pflanzenölen mit Methanol
eine klassische Methode für die Herstellung von Biodiesel ist. Unter Bezug
auf einschlägige US-Patentschriften aus den 40-er Jahren wird festgestellt,
dass die Pflanzenöle mit Methanol in Gegenwart von Kaliumhydroxid als Katalysator
umgeestert werden und zwar üblicherweise für etwa 1 Stunde bei Temperaturen
in der Nähe des Siedepunktes von Methanol.
Weiterhin wird in der EP 1,444,191
B1 (vergl. Seite 2, Zeilen 33-35) ausgeführt, dass Methanol und Pflanzenöle
nur begrenzt ineinander mischbar sind mit der Konsequenz, dass man die zweiphasige
Reaktionsmischung intensiv rührt und/oder Phasentransfer-Katalysatoren eingesetzt
werden, um die Reaktion zu beschleunigen. Diese Textstelle scheint anzudeuten, dass
mit der Modifikation intensiven Rührens bzw. dem Einsatz von Phasentransfer-Katalysatoren
direkt an die unmittelbar zuvor abgehandelte klassische Methode in dem Sinne angeknüpft
wird, dass die genannten Modifikationen zusätzliche Maßnahmen sind. Allerdings
werden keine konkret geeigneten Phasentransfer-Katalysatoren, deren es eine ungeheure
Vielzahl gibt, genannt.
US 6,833,463 B2 beschreibt die Umesterung
von Triglyceriden mit Polyolen in Gegenwart eines basischen Initiators und eines
Phasentransfer-Katalysators. Dabei werden je nach Wahl der Reaktionsbedingungen
Diglyceride oder Monoglyceride der eingesetzten Polyole erhalten. Da hier ausdrücklich
Polyole zur Umesterung eingesetzt werden, offenbart diese Patentschrift nichts über
Fettsäureester von Monoalkoholen und somit nichts über die Herstellung
von Biodiesel.
Verkrade beschreibt in Prepr. Pap.-Am. Chem. Soc.,
Div. Fuel Chem., 2006, 51(1), 324 die Umesterung von Sojabohnenöl in Gegenwart
eines Katalysatorsystems aus einer Base (etwa Natriummethylat) und einer speziellen
Phosphoniumverbindung, die bei Raumtemperatur flüssig ist. Dabei handelt es
sich um eine Verbindung der Formel [R3R'P]+X–
(mit R = Hexyl, R' = Tetradecyl und X = Dicyanamid). Es werden jedoch äußerst
hohe Methanol-Überschüsse benötigt, um zu befriedigenden Umsetzungsgraden
zu gelangen (ca. 30-facher molarer Überschuß an Methanol bezogen auf das
Triglycerid).
Hashimoto und Watanabe (Wakayama Kogyo Koto Senmon Gakko Kenkyu Kiyo
(2003), 38, 29-32; ISSN: 0287-5381; zitiert nach CAPLUS 2003:991921) beschreiben
die Umesterung von gebrauchtem Speiseöl mit Methanol, 1-Propanol, 2-Propanol
und 1-Butanol in Gegenwart von Natriummethoxid und Tetra-(n-Butyl)-Ammoniumbromid.
Dabei wurden Umsetzungsgrade im Bereich von 62-86% erzielt. Diese Umsetzungsgrade
sind für die intendierte Verwendung der Fettsäurealkylester als Biodiesel
bei weitem zu gering. Das eingesetzte Katalysatorsystem ist daher als unbefriedigend
einzustufen.
Beschreibung der Erfindung
Aufgabe der vorliegenden Erfindung war es, ein Verfahren zur Umesterung
von Triglyceriden mit einwertigen Alkoholen bereitzustellen, das einfach auszuführen
ist und Fettsäurealkylester in hohen Ausbeuten zugänglich macht. Die so
hergestellten Fettsäurealkylester sollten sich insbesondere zur Verwendung
als Biodiesel eignen.
Gegenstand der Erfindung ist zunächst ein Verfahren zur Umesterung
von Triglyceriden mit einwertigen Alkoholen, dadurch gekennzeichnet, dass die Umsetzung
durchgeführt wird in Gegenwart (a) eines basischen Aktivators und (b) eines
Phasentransfer-Katalysators, der ausgewählt wird aus der Gruppe der Benzyltrialkylammoniumsalze
und der Trisalkylmethylammoniumsalze der Formel (III)
[NR5R6R7CH3]+ [X]–(III)
worin die Reste R5 bis R7 unabhängig voneinander Alkylreste
mit 4 bis 18 C-Atomen und insbesondere 4 bis 12 C-Atomen, sind, die geradkettig
oder verzweigt, gesättigt oder ungesättigt sein können und X ein
Anion bedeutet; dabei gilt die Maßgabe, dass die Verbindungen (a) verschieden
sind von den Verbindungen (b) und die weitere Maßgabe, dass die eingesetzten
Triglyceride eine Säurezahl unterhalb von 4 aufweisen.
Das erfindungsgemäße Verfahren zur Umesterung von Triglyceriden
mit einwertigen Alkoholen weist eine Reihe von Vorteilen auf:
• Geringer Katalysatoreinsatz,
• niedrigere Reaktionstemperaturen und daraus resultierende Energieersparnis
im Vergleich zu vielen Verfahren des Standes der Technik,
• geringe Mengen an alkalischen Co-Katalysatoren (Aktivatoren (a)) und
daraus resultierend geringere Salz- und Abwassermengen,
• Einsatz einfacher und kostengünstiger Aktivatoren (a),
• geringer molarer Überschuss an einwertigem Alkohol, was über
die Reduzierung des Alkohol/Triglycerid-Verhältnisses zu höheren Durchsätzen
an bestehenden Anlagen, bzw. geringeren spezifischen Investitionskosten für
Neuanlagen führt,
• kurze Reaktionszeiten,
• Wasseranteil in den Edukten stört die Reaktion nicht.
Die Triglyceride
Unter Triglyceriden werden im Rahmen der vorliegenden Erfindung Verbindungen
der allgemeinen Formel (I)
CH2(O2CR1)-CH(O2CR2)-CH2(O2CR3)(I)
verstanden, worin die Reste R1, R2 und R3 unabhängig
voneinander Alkylreste mit 5 bis 23 C-Atomen bedeuten, die gesättigt oder ungesättigt,
geradkettig oder verzweigt sein können. Die Triglyceride (I) können natürlichen
oder synthetischen Ursprungs sein. Diese Triglyceride (I) können als reine
Substanzen oder in Form von Mischungen eingesetzt werden.
Wie bereits ausgeführt, gilt die Maßgabe, dass die eingesetzten
Triglyceride eine Säurezahl unterhalb von 4 aufweisen. Die Säurezahl (SZ)
gibt bekanntlich die Menge an Kaliumhydroxid in mg an, die zur Neutralisation von
1 g der zu untersuchenden Probe erforderlich ist (Bestimmung gemäß der
dem Fachmann bekannten Methode DIN 53402). Vorzugsweise liegt die Säurezahl
unterhalb von 2 und insbesondere unterhalb von 1.
Triglyceride, die nicht die gewünschte Säurezahl aufweisen,
können nicht in dem erfindungsgemäßen Verfahren eingesetzt werden,
weil dann keine zufrieden stellenden Ergebnisse erzielt werden. Solche Triglyceride
können jedoch einer Vorbehandlung derart unterworfen werden, dass die gereinigten
Triglyceride nunmehr eine Säurezahl unterhalb von 4 aufweisen. In welcher Art
und Weise eine derartige Vorbehandlung geschieht, ist nicht entscheidend. Der Fachmann
kann hier an sich auf alle ihm einschlägig vertrauten Methoden zurückgreifen.
Beispiele für derartige Methoden sind unter anderem:
• Raffination des rohen natürlichen Öles;
• Vorveresterung des rohen natürlichen Öles unter Einsatz eines
sauren Katalysators;
• Vorbehandlung des rohen, natürlichen Öles mit Hilfe von enzymatischen
Verfahren.
Die Triglyceride werden vorzugsweise in entschleimter Form eingesetzt.
Dies kann auf unterschiedliche Weise geschehen, beispielsweise durch enzymatische
Katalyse.
Es sei festgestellt, dass die Entschleimung eines Öles und die
Reduzierung der Säurezahl (SZ) eines Öles zwei verschiedene Methoden sind,
die unterschiedlichen Zwecken dienen. Die Entschleimung sorgt für die Entfernung
von Schleimstoffen wie z.B. Phospholipiden, deren Anwesenheit für ein nachteiliges
Prozessverhalten sorgen kann. Die Reduzierung der SZ sorgt dagfür, dass physikalisch
(z.B. durch Wäsche) oder chemisch (z.B. durch Reaktion mit einem Alkohol) die
Menge der im Öl vorhanden freien Fettsäuren verringert wird.
Vorzugsweise werden Triglyceride natürlichen Ursprungs eingesetzt
und zwar die dem Fachmann bekannten tierischen Fette und/oder pflanzliche Öle.
Rapsöl, Sonnenblumenöl, Sojaöl, Kokosöl, Palmöl und Palmkernöl
sind als Triglyceride ganz besonders bevorzugt.
Beim oben genannten herkömmlichen Bradshaw-Verfahren zur Umesterung
von Fetten und Ölen mit Methanol und NaOH (beschrieben in den US-Patenten 2,271,619
und 2,360,844) wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Säurezahl
SZ unterhalb von 1,5 sein muss. Das erfindungsgemäße Verfahren ermöglicht
es demgegenüber ein breiteres Spektrum an Triglyceriden einzusetzen, da die
Säurezahl des Triglycerids lediglich unterhalb von 4 sein muss und vorzugsweise
2 oder weniger beträgt. Dies ist ein weiterer Vorteil des erfindungsgemäßen
Verfahrens.
Die einwertigen Alkohole
Die im Rahmen der vorliegenden Erfindung einzusetzenden einwertigen
Alkohole sind ihrer Natur nach an sich nicht beschränkt. Vorzugsweise setzt
man jedoch einwertige Alkohole der allgemeinen Formel (II) ein
R4-OH(II)
worin der Rest R4 einen Alkylrest mit 1 bis 24 C-Atomen bedeutet, der
gesättigt oder ungesättigt, geradkettig oder verzweigt sein kann. Gesättigte
Alkohole mit 1 bis 8 C-Atomen sind besonders bevorzugt. Beispiele für derartige
Alkohole sind Methanol, Ethanol, n-Propanol, i-Propanol, n-Butanol, n-Pentanol,
n-Hexanol, n-Heptanol, n-Octanol, 2-Ethyl-1-hexanol. Methanol, Ethanol, Propanol
und Isopropanol sind als einwertige Alkohole ganz besonders bevorzugt.
Die basischen Aktivatoren (a)
Als basische Aktivatoren werden im Rahmen der vorliegenden Erfindung
ganz allgemein solche basischen Verbindungen eingesetzt, die geeignet sind, die
Umesterung von Triglyceriden mit einwertigen Alkoholen zu Fettsäurealkylestern
zu beschleunigen. Beispiele geeigneter Verbindungen (a) sind anorganische und organische
Basen, etwa Metallhydroxide, -oxide, -carbonate oder -alkoxide. Dabei ist die grundsätzliche
Bedingung zu beachten, dass die Verbindungen (a) verschieden von den Verbindungen
(b) sein müssen.
In einer bevorzugten Ausführungsform wird der basische Aktivator
(a) ausgewählt aus der Gruppe der Hydroxide, Oxide, Carbonate oder Alkoxide
von Alkali- oder Erdalkalimetallen. Dabei sind Natriumhydroxid, Kaliumhydroxid,
Natriummethoxid, Kaliummethoxid, Natriumcarbonat und Kaliumcarbonat ganz besonders
bevorzugt. Diese Substanzen können in fester Form oder als wässrige oder
alkoholische Lösung eingesetzt werden.
Der Verbindungen (a) werden in katalytischen Mengen eingesetzt. Die
Menge hängt dabei von der Aktivität und Stabilität des Katalysators
bei den gewählten Reaktionsbedingungen ab und ist der jeweiligen Reaktion anzupassen.
Die Menge der Verbindungen (a) kann dabei zwischen 0,001 und 10 Mol-% – bezogen
auf das eingesetzte Triglycerid – variieren und liegt besonders bevorzugt
im Bereich von 0,01 bis 5 Mol-%.
Die Phasentransferkatalysatoren (b)
Als Phasentransferkatalysatoren (b) werden im Rahmen der vorliegenden
Erfindung solche eingesetzt, die ausgewählt werden aus der Gruppe der Benzyltrialkylammoniumsalze
und der Trisalkylmethylammoniumsalze der Formel (III)
[NR5R6R7CH3]+ [X]–(III)
worin die Reste R5 bis R7 unabhängig voneinander Alkylreste
mit 4 bis 18 C-Atomen und insbesondere 4 bis 12 C-Atomen, sind, die geradkettig
oder verzweigt, gesättigt oder ungesättigt sein können und X ein
Anion bedeutet. Diese Verbindungen können einzeln oder im Gemisch untereinander
eingesetzt werden. Ebenso können zur einfacheren Dosierung Lösungen der
Katalysatoren eingesetzt werden. Als Lösemittel kommen hier insbesondere Wasser
oder Alkohole, Öl oder aromatische Kohlenwasserstoffverbindungen wie z.B. Xylol
zum Einsatz
Hinsichtlich der Natur der Anionen ist die vorliegende Erfindung an
sich nicht beschränkt. So können etwa Halogenide (Cl, Br, I), Halogenostannate,
Halogenoaluminate, Hexafluorophosphate, Tetrafluoroborate, Tetrahydridoborate,
Sulfate, Alkylsulfate, Hydrogensulfate, Carbonate als Anionen zur Anwendung kommen.
Vorzugsweise setzt man jedoch als Anionen Halogenide (Chlorid, Bromid, Iodid), Sulfate,
Hydrogensulfate oder Alkylsulfate ein.
Vorzugsweise setzt man im Rahmen des erfindungsgemäßen Verfahrens
Trisalkylmethylammoniumsalze der Formel (III-a) als Verbindungen (b) ein
[NR5R6R7CH3]+ [Y]–(III-a)
worin die Reste R5 bis R7 unabhängig voneinander Alkylreste
mit 4 bis 18 C-Atomen und insbesondere 4 bis 12 C-Atomen, sind, die geradkettig
oder verzweigt, gesättigt oder ungesättigt sein können und Y ein
Halogenid-Anion oder ein Sulfat-Anion oder ein Hydrogensulfat-Anion oder ein Alkylsulfat-Anion
der Formel [R8SO4]– ist, worin R8
ein Alkylrest mit 1 bis 12 C-Atomen ist. In einer Ausführungsform ist X dabei
ein Chlorid-Anion. In einer anderen Ausführungsform ist Y ein Anion ausgewählt
aus der Gruppe 2-Ethylhexylsulfat, Octylsulfat und Decylsulfat.
Ganz besonders bevorzugt als Phasentransferkatalysator ist Tri(octyl/decyl)methylammoniumchlorid,
das kommerziell unter der Bezeichnung Aliquat 336 bzw. Aliquat 134 erhältlich
ist (Hersteller: Fa. Cognis). Ein weiterer bevorzugter Phasentransferkatalysator
ist Tributylmethylammoniumchlorid, das unter der Bezeichnung Aliquat 175 (Hersteller:
Fa. Cognis) erhältlich ist.
Die Phasentransferkatalysatoren (b) werden in katalytischen Mengen
eingesetzt. Die Menge hängt dabei von der Aktivität und Stabilität
des Katalysators bei den gewählten Reaktionsbedingungen ab und ist der jeweiligen
Reaktion anzupassen. Die Menge der Phasentransferkatalysatoren (b) kann dabei zwischen
0,001 und 10 Mol-% – bezogen das eingesetzte Triglycerid – variieren
und liegt besonders bevorzugt im Bereich von 0,01 bis 5 Mol-%.
Durchführung des Verfahrens
Bei der Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens
wird die Reaktionsmischung vorzugsweise gerührt. Die bevorzugte intensive Durchmischung
der Reaktionsmischung kann aber auch durch andere dem Fachmann geläufige Methoden
erreicht werden.
Die Reaktionszeit wird vorzugsweise im Bereich von 1 bis 60 Minuten
gewählt. Dabei werden Umsetzungsgrade von mindestens 98%, vorzugsweise mindestens
99% erreicht. Der Umsetzungsgrad der Reaktion bezieht sich auf den nach dem Ende
oder dem Abbruch der Reaktion noch vorhanden Anteil an Glyceriden (= Summe von Tri-,
Di- und Monoglyceriden) bezogen auf den Anfangsgehalt dieser Komponenten im eingesetzten
Öl oder Fett. Der Umsatzgrad lässt sich in einfacher Weise gaschromatographisch
bestimmen und errechnet sich aus den GC-Flächen der Methylester geteilt durch
die Summe der GC-Flächen von Methylestern plus Glyceriden.
In dem erfindungsgemäßen Verfahren reichen in der Regel
bereits sehr kurze Reaktionszeiten von wenigen Minuten, um Umsetzungsgrade oberhalb
98% zu erreichen. Im Beispielteil wird belegt, dass typischerweise bereits nach
5 Minuten Umsetzungsgrade größer 99,9% erreicht werden, zumindest wenn
die Säurezahl des Rohstoffes 2 oder weniger beträgt.
Die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren erhältlichen
Fettsäurealkylester können als Biodiesel verwendet werden. Laut Spezifikation
in DIN EN 14214 darf Biodiesel maximal 0,2% Triglyzeride nach Prüfverfahren
PR EN 14105 enthalten. Es ist in diesem Zusammenhang besonders wichtig, sehr hohe
Umsätze von >99,8% innerhalb kurzer Zeit zu erreichen.
Bei herkömmlichen Umesterungsverfahren, die äquimolare Mengen
NaOH, jedoch keine Phasentransferkatalysatoren einsetzen, werden Umsetzungsgrade
der Größenordnung > 99,8% erst nach mehr als 20 Minuten erzielt. Eine
Erhöhung der NaOH-Konzentration zur Steigerung der Reaktionsgeschwindigkeit
bei diesen herkömmlichen Umesterungsverfahren ist nicht wünschenswert,
da NaOH in Triglyzeriden mit einem Gehalt an freien Fettsäuren dazu neigt,
Seifen zu bilden, die einerseits Produktverluste bewirken und auch emulgierend wirken.
Eine Phasentrennung nach beendeter Reaktion zur Trennung der Methylesterphase und
Glyzerinphase wird dadurch erschwert bzw. verhindert. Eine Aufarbeitung des Produktes
ist dann nur schwer möglich.
Im Gegensatz zu den herkömmlichen Umesterungsverfahren lassen
sich die für den Einsatz als Biodiesel wünschenswerten hohen Umsätze
(> 99,8%) durch das erfindungsgemäße Verfahren bereits nach weniger
als 5 Minuten erreichen.
Eine Steigerung der Reaktionsgeschwindigkeit kann bei herkömmlichen
Umesterungsverfahren von Triglyceriden durch eine Erhöhung des Methanolüberschusses
erreicht werden. Überschüssiges Methanol muss aber aus dem Produkt abdestilliert
werden. Der Grenzwert für Methanol nach DIN EN 14214 beträgt für
Methanol 0,2% (m/m). Da Methanol eine sehr hohe Verdampfungsenthalpie aufweist,
führt dieses zu sehr hohen Herstellkosten.
Im Gegensatz dazu werden beim erfindungsgemäßen Verfahren
nur moderate Mengen an einwertigen Alkoholen, z.B. Methanol, benötigt.
Es ist bekannt, dass bei Verwendung von Ethanol anstelle von Methanol
bei klassischen Umesterungsverfahren von Triglyceriden (wie etwa nach Bradshaw)
deutlich niedrigere Reaktionsgeschwindigkeiten beobachtet werden.
Im Gegensatz dazu kann beim erfindungsgemäßen Verfahren
ohne weiteres Ethanol eingesetzt werden, ohne dass eine merkliche Verlangsamung
der Reaktionsgeschwindigkeit eintritt. Mit anderen Worten: Auch mit Ethanol werden
beim erfindungsgemäßen Verfahren sehr hohen Umsätzen erreicht.
Das erfindungsgemäße Verfahren kann batchweise oder kontinuierlich
(z.B. in einem Rohrreaktor, Rührkessel, Rührkesselkaskade, oder andere
dem Fachmann bekannten Verfahren) durchgeführt werden.
Die Temperatur, bei der die Umesterung durchgeführt wird, ist
an sich nicht kritisch. Die Reaktion wird so durchgeführt, dass das Reaktionsgemisch
aus Triglycerid, einwertigem Alkohol, Aktivator (a) und Phasentransferkatalysator
(b) in flüssiger Form vorliegt. Sofern möglich arbeitet man vorzugsweise
bei Temperaturen im Bereich von 30 bis 150 °C, insbesondere bei 50-80 °C,
und ganz besonders bei 60 bis 70 °C. Vorzugsweise wählt man die Temperatur
so niedrig wie möglich, wodurch erreicht wird, dass die Farbqualität der
Zielprodukte (also der Fettsäurealkylester) erhöht wird. Wenn die Farbe
des Produktes nicht kritisch ist, wählt man die Reaktionstemperatur so, dass
eine möglichst hohe Reaktionsgeschwindigkeit erreicht wird. Bei relativ hohen
Temperaturen (im Bereich des Siedepunktes des Alkohols) ist es zweckmäßig,
verdampfenden Alkohol zu kondensieren und ins Reaktionsgemisch zurückzuführen
oder entsprechend der Temperatur den Druck so zu wählen, dass keine signifikante
Verdampfung des Alkohols beobachtet wird.
Die Reaktion kann gewünschtenfalls durch eine geeignete Temperaturführung
deutlich verlangsamt und auch durch Einstellen einer Temperatur unterhalb von 30°C
unterbrochen werden. Nach Erhöhung der Temperatur auf einen Wert oberhalb dieser
Grenze kann die Reaktion danach wieder aufgenommen werden.
Vorzugsweise stellt man bei dem erfindungsgemäßen Verfahren
ein molares Verhältnis (einwertiger Alkohol : Triglycerid) im Bereich von 3:1
bis 20:1 ein. Ein Verhältnis von 4:1 bis 8:1 ist dabei ganz besonders bevorzugt.
Der Druck ist an sich nicht kritisch, besonders bevorzugt ist es jedoch,
die Reaktion im Druckbereich zwischen Umgebungsdruck und einem Druck von 2 bar (gemeint
ist ein Druck von 2 bar absolut und nicht ein Druck von 2 bar über Umgebungsdruck)
durchzuführen.
Bei dem geschilderten erfindungsgemäßen Verfahren entstehen
als Zielprodukte der Umesterung die Ester der aus den Triglyceriden stammenden Carbonsäuren
mit den einwertigen Alkoholen. Diese Ester werden nachfolgend der Einfachheit halber
als Fettsäurealkylester bezeichnet.
Die Reaktionsmischung kann auf unterschiedliche Weise aufgearbeitet
werden. Nachdem man die Umesterung bis zum gewünschten Umsetzungsgrad, vorzugsweise
bis 98% oder höher durchgeführt hat, bilden sich in der Regel je eine
Fettsäurealkylester- und eine Glycerin-Phase, die vom Fachmann durch bekannte
Verfahrensschritte wie beispielsweise Dekantieren leicht getrennt werden können.
Je nach den gewählten Eigenschaften des Phasentransferkatalysators findet sich
dieser in der Fettsäurealkylester- oder Glycerin-Phase wieder und kann aus
dieser Phase abgetrennt werden. Diese Katalysatorabtrennung kann durch dem Fachmann
bekannte Verfahren (z.B. Destillation, Extraktion, Absorption, Adsorption, Kristallisation,
Membranverfahren, Einschluss des Katalysators in Micellen nebst anschließender
Abtrennung usw.) erzielt werden, und bietet den Vorteil, dass auf diese Weise der
Katalysator zurück gewonnen und erneut eingesetzt werden kann. Dieser Umstand
trägt zur erhöhten Wirtschaftlichkeit des erfindungsgemäßen
Verfahrens bei und stellt einen Vorteil gegenüber bereits bekannten Verfahren
dar. Je nach Verwendungszweck der gewonnenen Produkte kann auf die Aufarbeitung
der Methylester- und Glycerin-Phase auch verzichtet werden.
In einer Ausführungsform belässt man den eingesetzten Katalysator
im Fettsäurealkylester. In einer anderen Ausführungsform entfernt man
den Katalysator aus dem Fettsäurealkylester, beispielsweise durch Adsorption
mittels Bleicherde oder durch Destillation.
In einer Ausführungsform des Verfahrens wird der eingesetzte
Phasentransfer-Katalysator anschließend zurückgeführt. Dazu wird
die Methylesterphase nach Phasentrennung destilliert und der Rückstand vollständig
oder teilweise in den Prozess zurückgeführt.
Wird die Methylesterphase oder Glyzerinphase adsorptiv vom Katalysator
befreit, kann der Katalysator vom Adsorber eluiert und in den Prozess zurückgeführt
werden. Als Eluenten nimmt man dabei besonders bevorzugt den Alkohol, das Öl
oder Fett oder einen entsprechenden Ester. Der Adsorber könnte auch ohne Elution
mit verminderter Aktivität des Katalysators in den Prozess zurückgeführt
werden.
Je nach intendierter Aufarbeitung der Reaktionsmischung kann es gewünscht
sein, eher hydrophile oder lipophile Phasentransfer-Katalysatoren bei der Umesterung
einzusetzen. Die Wahl des konkret geeigneten Phasentransfer-Katalysators kann von
verschiedenen Faktoren abhängen, u.a. vom Verwendungszweck der Zielprodukte
(also der Fettsäurealkylester).
Setzt man beispielsweise zur Umesterung von Triglyceriden mit Methanol
die vom Anmelder kommerziell angebotenen Phasentransfer-Katalysatoren Aliquat 336
bzw. Aliquat 134 ein, so verbleiben diese Katalysatoren nach der Phasentrennung
überwiegend in der Methylester-reichen Phase. Man erhält so eine nahezu
PTC-freie Glyzerin-Phase. Setzt man Aliquat 175 (Cognis) ein, verbleibt dieser Katalysator
nach der Phasentrennung überwiegend in der Glyzerin-reichen Phase und die Methylesterphase
ist nahezu PTC frei.
Ein weiterer Erfindungsgegenstand ist die Verwendung der nach dem
Verfahren erhältlichen Fettsäurealkylester als Biodiesel (z.B. nach Spezifikation
DIN EN 14214).
Beispiele
Die vorliegende Erfindung wird durch die nachfolgenden Vergleichsbeispiele
und Beispiele illustriert:
1. VergleichsbeispieleVergleichsbeispiel 1Umesterung von Rapsöl (SZ = 0,3) ohne Aktivator (NaOH) und ohne Phasentransfer-Katalysator
(PTC)
In einen Reaktionskolben mit Rückflusskühler wurden 265,9g
raffiniertes Rapsöl (SZ = 0,3) und 56,5g Methanol (Merck) bei 65°C eingefüllt.
Die Zugabe des Methanols wurde als t0 definiert. Nach 5, 20, 40, und
60 min wurde eine Probe genommen und diese sehr schnell mit Eis abgekühlt.
Die Reaktion kam durch diese Maßnahme praktisch zum Erliegen. Danach wurde
der Umsatz jeder Probe mittels GC-Analytik bestimmt. Nach Reaktionsende wurde die
zweiphasige Reaktionslösung nach raschem Abkühlen in einen Scheidetrichter
überführt. Es bildeten sich zwei flüssige Phasen aus, wobei die obere
Phase Methanolreich war und die untere Phase nahezu vollständig aus Triglyzeriden
bestand. Es war keine Umesterungsreaktion zu beobachten. Auch nach 1 Stunde war
kein Methylester nachweisbar.
Ergebnis:
Vergleichsbeispiel 2Umesterung von Rapsöl (SZ = 0,3) mit Aktivator (NaOH), jedoch ohne
PTC
In einen Reaktionskolben mit Rückflusskühler wurden 265,9g
raffiniertes Rapsöl (SZ = 0,3), 56,5g Methanol (Merck) und 1,8g festes NaOH
(Merck) bei 65°C eingefüllt. Die Zugabe des Methanols wurde als t0
definiert. Nach 5, 20, 40, und 60 min wurde eine Probe genommen und sehr schnell
mit Eis abgekühlt. Die Reaktion kam dann praktisch zum Erliegen. Danach wurde
der Umsatz jeder Probe mittels GC-Analytik bestimmt. Nach Reaktionsende wurde die
zweiphasige Reaktionslösung nach raschem Abkühlen in einen Scheidetrichter
überführt. Es bildeten sich zwei flüssige Phasen aus, wobei die obere
Phase Methylesterreich und die untere Phase Glyzerinreich reich war. Es entstand
rasch Methylester, nach 10 min war jedoch noch ein signifikanter Anteil Triglyzerid
in der Reaktionslösung zu finden.
Ergebnis:
Vergleichsbeispiel 3Umesterung von Rapsöl (SZ = 0,3) ohne Aktivator (NaOH), jedoch mit
PTC (Aliquat 336)
In einen Reaktionskolben mit Rückflusskühler wurden 265,9g
raffiniertes Rapsöl (SZ = 0,3), 3,9g Aliquat 336 (Cognis) und 56,5g Methanol
(Merck) bei 65°C eingefüllt. Die Zugabe des Methanols wurde als t0
definiert. Nach 5, 20, 40, und 60 min wurde eine Probe genommen und sehr schnell
mit Eis abgekühlt. Die Reaktion kam dann praktisch zum Erliegen. Danach wurde
der Umsatz jeder Probe mittels GC-Analytik bestimmt. Nach Reaktionsende wurde die
zweiphasige Reaktionslösung nach raschem Abkühlen in einen Scheidetrichter
überführt. Es bildeten sich zwei flüssige Phasen
aus, wobei die obere Phase Methanolreich und die untere Phase reich an Triglyzeriden
war. Der PTC verblieb dabei überwiegend in der Methylesterphase. Es entstand
dabei kein Methylester.
Ergebnis:
Vergleichsbeispiel 4Umesterung von Rapsöl (SZ = 1) mit NaOH und mit PTC (Aliquat 100)
In einen Reaktionskolben mit Rückflusskühler wurden 265,9g
raffiniertes Rapsöl mit einer SZ von 0,3, dessen SZ durch Zugabe von Canola-Spaltfettsäure
auf einen Wert von 1,0 eingestellt worden war, 1,8g festes NaOH (Merck), 3,8g Aliquat
100 (Tetrabutylammoniumbromid, 50% in Wasser; Cognis) und 56,5g Methanol (Merck)
bei 65°C eingefüllt. Die Zugabe des Methanols wurde als t0
definiert. Nach 5, 20, 40, und 60 min wurde eine Probe genommen und sehr schnell
mit Eis abgekühlt. Die Reaktion kam dann praktisch zum Erliegen. Danach wurde
der Umsatz jeder Probe mittels GC-Analytik bestimmt. Nach Reaktionsende wurde die
zweiphasige Reaktionslösung nach raschem Abkühlen in einen Scheidetrichter
überführt. Es bildeten sich zwei flüssige Phasen aus, wobei die obere
Phase Methylesterreich und die untere Phase Glyzerinreich reich war. Der PTC verblieb
dabei überwiegend in der Methylesterphase.
Ergebnis:
Auch nach 60 min Reaktionszeit waren noch 2,33% Triglyzerid in der
Reaktionslösung nachweisbar. Die mit Aliquat 100 erzielten Ergebnisse sind
mithin deutlich schlechter als diejenigen, die mit den erfindungsgemäß
einzusetzenden Phasentransfer-Katalysatoren erzielt werden.
2. erfindungsgemäße BeispieleBeispiel 1Umesterung von Rapsöl (SZ = 0,3) mit NaOH und mit PTC (Aliquat 336)
In einen Reaktionskolben mit Rückflusskühler wurden 265,9g
raffiniertes Rapsöl (SZ = 0,3), 1,8g festes NaOH (Merck), 3,9g Aliquat 336
(Cognis) und 56,5g Methanol (Merck) bei 65°C eingefüllt. Die Zugabe des
Methanols wurde als t0 definiert. Nach 5, 20, 40, und 60 min wurde eine
Probe genommen und sehr schnell mit Eis abgekühlt. Die Reaktion kam dann praktisch
zum Erliegen. Danach wird der Umsatz jeder Probe mittels GC-Analytik bestimmt. Nach
Reaktionsende wurde die zweiphasige Reaktionslösung nach raschem Abkühlen
in einen Scheidetrichter überführt. Es bildeten sich zwei flüssige
Phasen aus, wobei die obere Phase Methylesterreich und die untere Phase Glyzerinreich
reich war. Der PTC verblieb dabei überwiegend in der Methylesterphase. Bereits
in der nach 5 min entnommenen Probe ließ sich kein Triglyzerid mehr nachweisen.
Ergebnis:
Beispiel 2Umesterung von Rapsöl (SZ = 0,3) mit NaOH und mit PTC (Aliquat 336)
In einen Reaktionskolben mit Rückflusskühler wurden 265,9g
raffiniertes Rapsöl (SZ = 0,3), 1,8g festes NaOH (Merck), 3,9g Aliquat 336
(Cognis) und 56,5g Methanol (Merck) bei 65°C eingefüllt. Die Zugabe des
Methanols wurde als t0 definiert. Nach 5, 20, 40, und 60 min wurde eine
Probe genommen und sehr schnell mit Eis abgekühlt. Die Reaktion kam dann praktisch
zum Erliegen. Danach wurde der Umsatz jeder Probe mittels GC-Analytik bestimmt.
Nach Reaktionsende wurde die zweiphasige Reaktionslösung nach raschem Abkühlen
in einen Scheidetrichter überführt. Es bildeten sich zwei flüssige
Phasen aus, wobei die obere Phase Methylesterreich und die untere Phase Glyzerinreich
reich war. Der PTC verblieb dabei überwiegend in der Methylesterphase.
Ergebnis:
Beispiel 2a (Variation SZ)Umesterung von Rapsöl (SZ = 1,0) mit NaOH und mit PTC (Aliquat 336)
Beispiel 2 wurde wiederholt, dabei wurde jedoch die Säurezahl
des eingesetzten Rapsöls gezielt durch Zugabe von Canola-Spaltfettsäure
auf einen Wert von 1,0 erhöht. Der Umsatz war im vorliegenden Beispiel 2a praktisch
identisch mit dem gemäß dem oben ausgeführten Beispiel 2.
Beispiel 2b (Variation SZ)Umesterung von Rapsöl (SZ = 2,0) mit NaOH und mit PTC (Aliquat 336)
Beispiel 2 wurde wiederholt, dabei wurde jedoch die Säurezahl
des eingesetzten Rapsöls gezielt durch Zugabe von Canola-Spaltfettsäure
auf einen Wert von 2,0 erhöht. Der Umsatz war im vorliegenden Beispiel 2b praktisch
identisch mit dem gemäß dem oben ausgeführten Beispiel 2.
Beispiel 2c (Variation SZ)Umesterung von Rapsöl (SZ = 4,0) mit NaOH und mit PTC (Aliquat 336)
Beispiel 2 wurde wiederholt, dabei wurde jedoch die Säurezahl
des eingesetzten Rapsöls gezielt durch Zugabe von Canola-Spaltfettsäure
auf einen Wert von 4,0 erhöht. Der Umsatz war im vorliegenden Beispiel 2b praktisch
identisch mit dem gemäß dem oben ausgeführten Beispiel 2.
Ergebnis:
Bei einer SZ von waren nach 60 min Reaktionszeit noch 0,55% Triglyzerid
in der Reaktionslösung nachweisbar. Die Reaktionsgeschwindigkeit war also niedriger
als in den Beispielen 2, 2a und 2b.
Beispiel 3Umesterung von Rapsöl (SZ = 1,0) mit NaOH und mit PTC (Aliquat 175)
In einen Reaktionskolben mit Rückflusskühler wurden 265,9g
raffiniertes Rapsöl mit einer SZ von 0,3, dessen SZ durch Zugabe von Canola-Spaltfettsäure
auf einen Wert von 1,0 eingestellt worden war, 1,8g festes NaOH (Merck), 3,8g Aliquat
175 (Tributylmethylammoniumchlorid, 75% in Wasser; Cognis) und 56,5g Methanol (Merck)
bei 65°C eingefüllt. Die Zugabe des Methanols wurde als t0
definiert. Nach 5, 20, 40, und 60 min wurde eine Probe genommen und sehr schnell
mit Eis abgekühlt. Die Reaktion kam dann praktisch zum Erliegen. Danach wurde
der Umsatz jeder Probe mittels GC-Analytik bestimmt. Nach Reaktionsende wurde die
zweiphasige Reaktionslösung nach raschem Abkühlen in einen Scheidetrichter
überführt. Es bildeten sich zwei flüssige Phasen aus, wobei die obere
Phase Methylesterreich und die untere Phase Glyzerinreich reich war. Der PTC verblieb
dabei überwiegend in der Methylesterphase.
Ergebnis:
Beispiel 4Umesterung von Rapsöl (SZ = 0,3) mit NaOH und mit PTC (Aliquat 336)
In einen Reaktionskolben mit Rückflusskühler wurden 265,9g
raffiniertes Rapsöl (SZ = 0,3), 1,8g festes NaOH (Merck), 3,9g Aliquat 336
(Cognis) und 81,3g Ethanol (Merck) bei 65°C eingefüllt. Die Zugabe des
Ethanols wurde als t0 definiert. Nach 5, 20, 40, und 60 min wurde eine
Probe genommen und sehr schnell mit Eis abgekühlt.
Die Reaktion kam dann praktisch zum erliegen. Danach wurde der Umsatz
jeder Probe mittels GC-Analytik bestimmt. Nach Reaktionsende wurde die zweiphasige
Reaktionslösung nach raschem Abkühlen in einen Scheidetrichter überführt.
Es bildeten sich zwei flüssige Phasen aus, wobei die obere Phase Methylesterreich
und die untere Phase Glyzerinreich reich war. Der PTC verbliebt dabei überwiegend in
der Methylesterphase.
Ergebnis:
Anspruch[de]
Verfahren zur Umesterung von Triglyceriden mit einwertigen Alkoholen,
dadurch gekennzeichnet, dass die Umsetzung durchgeführt wird in Gegenwart (a)
eines basischen Aktivators und (b) eines Phasentransfer-Katalysators, der ausgewählt
wird aus der Gruppe der Benzyltrialkylammoniumsalze und der Trisalkylmethylammoniumsalze
der Formel (III)
[NR5R6R7CH3]+ [X]–(III)
worin die Reste R5 bis R7 unabhängig voneinander Alkylreste
mit 4 bis 18 C-Atomen und insbesondere 4 bis 12 C-Atomen, sind, die geradkettig
oder verzweigt, gesättigt oder ungesättigt sein können und X dabei
gilt die Maßgabe, dass die Verbindungen (a) verschieden sind von den Verbindungen
(b) und die weitere Maßgabe, dass die eingesetzten Triglyceride eine Säurezahl
unterhalb von 4 aufweisen.Verfahren nach Anspruch 1, wobei der basische Aktivator (a) ausgewählt
wird aus der Gruppe der Hydroxide, Oxide, Carbonate oder Alkoxide von Alkali- oder
Erdalkalimetallen.Verfahren nach Anspruch 2, wobei der basische Aktivator (a) ausgewählt
wird aus der Gruppe NaOH, KOH, NaHCO3, Na2CO3,
KHCO3, K2CO3, NaOCH3 und KOCH3.Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei der Phasentransferkatalysator
(b) ein Trisalkylmethylammoniumsalze der Formel (III-a) ist
[NR5R6R7CH3]+ [Y]–(III-a)
worin die Reste R5 bis R7 unabhängig voneinander Alkylreste
mit 4 bis 18 C-Atomen und insbesondere 4 bis 12 C-Atomen, sind, die geradkettig
oder verzweigt, gesättigt oder ungesättigt sein können und Y ein
Halogenid-Anion oder ein Sulfat-, Hydrogensulfat- oder Alkylsulfat-Anion der Formel
[R8SO4]– ist, worin R8 ein Alkylrest
mit 1 bis 12 C-Atomen ist.Verfahren nach Anspruch 4, wobei man als Phasentransferkatalysator (b)
Tri(octyl/decyl)methylammoniumchlorid oder Tributylmethylammoniumchlorid einsetzt.Verfahren nach Anspruch 5, wobei man den Phasentransferkatalysator (b)
als Lösung in Wasser, Alkohol oder einem anderen Lösemittel einsetzt.Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei man als einwertigen
Alkohol Methanol, Ethanol, Propanol und Isopropanol einsetzt.Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, wobei man als Triglycerid
Rapsöl, Sonnenblumenöl, Sojaöl, Kokosöl, Palmöl oder Palmkernöl
einsetzt.Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, wobei man einen Umsetzungsgrad
von mindestens 99,8% einstellt.Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, wobei man den Katalysator
und das Produkt durch Adsorption voneinander trennt und den Katalysator wieder in
die Umesterung zurückführt.Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, wobei man den Katalysator
und das Produkt durch Destillation voneinander trennt und der Katalysator wieder
in die Umesterung zurückführt.Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 11, wobei die eingesetzten
Triglyceride eine Säurezahl von 2 oder weniger aufweisen.Verfahren nach Anspruch 12, wobei die Reaktionszeit 5 Minuten oder weniger
beträgt.Verwendung der nach dem Verfahren gemäß einem der Ansprüche
1 bis 13 erhältlichen Fettsäurealkylester als Biodiesel.