Die Erfindung betrifft eine Turbopumpe, die nach dem Prinzip der Turbomaschinen
arbeitet, dabei jedoch trotz Bauteil- und Bauraumreduzierung einen besseren Wirkungsgrad
erzielt, als herkömmliche Turbopumpen.
Stand der Technik
Es ist bekannt, Flüssigkeiten nach dem Prinzip der Turbomaschinen
zunächst mittels eines Rotors zu beschleunigen und die auf diese Weise der
Flüssigkeit zugeführte kinetische Energie in einer dem Rotor nachgeschalteten
Verzögerungsgeometrie bzw. in einem Verzögerungsgitter teilweise in statischen
Druck zu verwandeln. Bei herkömmlichen Turbomaschinen kann mit einer Rotor-Stator-Kombination
jedoch nur ein verhältnismäßig geringer Druck erzielt werden, da
die Verweilzeit der Flüssigkeit im Rotor die zu verrichtende Beschleunigungsarbeit
an der Flüssigkeit stark limitiert. Bei herkömmlichen Turbopumpen ist
die zu verrichtende Arbeit an der Flüssigkeit durch die maximale Schaufelarbeit
limitiert. Die Schaufelarbeit ist durch die Kavitation begrenzt, weshalb größere
Drücke, z.B. 50 bar, nur mit mehreren in Serie geschalteten Rotor-Stator-Sätzen
erzielt werden können. Diese Bauweise führt zu einem großen Bauvolumen,
hoher Teilezahl, einer großen von der Flüssigkeit überstrichenen
Oberfläche und häufigen Strömungsumlenkungen innerhalb der Turbomaschine.
Aufgabe
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, eine gegenüber
herkömmlichen Turbomaschinen wesentliche Wirkungsgradsteigerung bei gleichzeitiger
Reduktion der Teilezahl und des Bauvolumens zu erzielen.
Lösung
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch eine Turbomaschine
mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen der
Erfindung sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
Erreichte Vorteile
Die zu befördernde Flüssigkeit kann im Vergleich zu bekannten
Turbopumpen aufgrund der wesentlichen Verbesserung der Rotoreffektivität mehr
Arbeit an der Flüssigkeit verrichten und diese somit auf eine deutlich größere
Umfangsgeschwindigkeit beschleunigen. Die über den Umfang des Rotors (1)
plazierten Schaufeln (2) ergeben im Zusammenhang mit der höchsten
Beschleunigung der Flüssigkeit am Rotormantel (3) eine deutliche Verbesserung
des Verhältnisses aus befördertem Volumenstrom und der Fläche, welche
die Energie auf die Flüssigkeit überträgt. Die Flüssigkeit wird
aufgrund der relativ langen Zeit, während der die Schaufeln (2) Arbeit
an der Flüssigkeit verrichten können und der senkrecht zur Förderrichtung
angebrachten Schaufeln (2) nahezu bis an die Umfangsgeschwindigkeit beschleunigt,
ohne Kavitation zu erzeugen.
Ebenso vorteilhaft erweist sich die relativ lange Verweilzeit der
Flüssigkeit im Rotor (1), da die über den Zuströmkanal (4)
in der Mitte des Rotors (1) zuströmende Flüssigkeit während
mehrerer Umdrehungen durch Schereffekte der Flüssigkeit und zusätzlicher
an den Stirnseiten des Rotors (1) angebrachten Förderrippen (16)
mit zunehmendem Radius kontinuierlich bis auf die geforderte Umfangsgeschwindigkeit
beschleunigt wird.
Ein weiterer Vorteil besteht in dem optimalen Flächenverhältnis
zwischen Rotor und Stator. Bei herkömmlichen Turbopumpen ist jedem Rotor ein
großflächiger Stator mit Verzögerungsgitter nachgeschaltet, innerhalb
dessen aufgrund großer überstrichener Fläche erhebliche Reibungs-
und somit Wirkungsgradverluste entstehen. Bei der erfindungsgemäßen Turbopumpe
ist die Verzögerungsgeometrie auf einen entsprechend des zu fördernden
Volumenstroms angepaßte Austragschleife (7) reduziert. Auf diese Weise
entfallen die gesamte Beschaufelung des konventionellen Verzögerungsgitters
und somit die Diffusor bedingten Strömungsverluste. Die Austragschleife (7)
ist strömungsgünstig gestaltet, so daß der einzige nennenswerte Strömungsverlust
in der Staufläche des Austragsquerschnitts (8) entsteht.
Beschreibung
Ein Ausführungsbeispiel ist in den 1
bis 3 dargestellt und wird im Folgenden näher beschrieben.
Es zeigen
1 einen Achsschnitt durch die Turbopumpe mit angeflanschtem
Elektromotor (10), Wälzlagern (11), Dichtungen (17)
und Anschlußstutzen (18).
2 einen Querschnitt durch die Turbopumpe auf der Höhe
der Austragschleife (7), bei dem die Schaufeln (2) des Rotors
(1), der Zuströmkanal (4), der Abströmkanal (5)
und die Kanalfinne (9) ersichtlich sind.
3 einen Querschnitt durch die Kanalfinne (9),
in dem die strömungsgünstige Gestalt und der Kanal der Austragschleife
(7) dargestellt sind.
Der Rotor (1) ist über Wälzlager oder sonstige
Drehlager auf der Statorachse (12) drehbar gelagert und wird über
den stirnseitigen Flansch (13), beispielsweise durch einen Elektromotor
(10) angetrieben. Über den Zuströmkanal (4) gelangt
die Flüssigkeit in den Rotor (1). Die Schaufeln (2) übertragen
die Drehbewegung auf die im Rotor (1) befindliche Flüssigkeit und
beschleunigen diese entsprechend der Unfangsgeschwindigkeit des Rotors (1).
Unmittelbar über den Enden der Schaufeln (2) ist senkrecht
zur Strömungsrichtung ein strömungsoptimierter Austragquerschnitt (8),
vorzugsweise mit scharfen Kanten, angeordnet, der einen Teil des umlaufenden Volumenstromes
in die Austragschleife (7) leitet. Innerhalb der Austragschleife (7)
wird der Drall des Fördervolumenstromes in statischen Druck verwandelt und
die Geschwindigkeit dieses Fördervolumenstromes entsprechend des geforderten
Volumenstromes bzw. Förderdruckes verzögert. Durch den Abströmkanal
(5) gelangt die Flüssigkeit aus der Pumpe.