Stand der Technik
Die Erfindung betrifft einen Filter zur Reinigung eines Partikel enthaltenden
Gasstromes, insbesondere eines rußhaltigen Abgasstromes einer Verbrennungskraftmaschine.
Die Erfindung betrifft weiterhin ein Verfahren zur Herstellung eines solchen Filters.
Filterelemente für Partikelfilter von Dieselbrennkraftmaschinen
und die Trägerstrukturen von Katalysatoren von Brennkraftmaschinen werden häufig
aus Magnesium-Aluminium-Silikaten, bevorzugt Cordierit, hergestellt. Reines Magnesium-Aluminium-Silikat,
bevorzugt Cordierit, hat einen sehr kleinen thermischen Ausdehnungskoeffizienten
und weist somit eine gute Beständigkeit gegen plötzliche Temperaturänderungen
(Thermoschocks) auf.
Bei der kontinuierlichen oder zyklischen Regeneration der Filterelemente
können Temperaturen von über 1000°C auftreten, da die Regeneration
von Ruß exotherm ist. Da die Rußverteilung innerhalb des Filterelementes
nicht homogen ist und außerdem die Möglichkeiten der Wärmeabfuhr
lokal unterschiedlich sind, entstehen bei der Regeneration lokale Temperaturunterschiede
im Filterelement.
Bislang wird die Lebensdauer von Partikelfiltern aus Magnesium-Aluminium-Silikaten
unter anderem dadurch begrenzt, dass das Magnesium-Aluminium-Silikat mit den im
Abgas enthaltenen Alkalien, insbesondere Natrium und Kalium, oder Erdalkalien, reagiert.
Bei dieser Reaktion entstehen zusätzliche Phasen, wie z.B. Nephelin, die einen
größeren Wärmeausdehnungskoeffizienten als Magnesium-Aluminium-Silikat
haben. Dadurch entstehen in Folge der lokalen Temperaturunterschiede im Filterelement
Wärmespannungen, die zu Rissen im Filterelement und damit zu dessen Zerstörung
führen können.
Offenbarung der Erfindung
Vorteile der Erfindung
Bei einem erfindungsgemäß ausgebildeten Filter zur Reinigung
eines Partikel enthaltenden Gasstromes, insbesondere eines rußhaltigen Abgasstromes
einer Verbrennungskraftmaschine, ist ein Filtersubstrat aus Keramik in einem Gehäuse
aufgenommen. Erfindungsgemäß sind alle freien Oberflächen des Filtersubstrates
mit einer Beschichtung versehen. Dadurch, dass alle freien Oberflächen des
Filtersubstrates mit der Beschichtung versehen sind, wird vermieden, dass Fremdionen,
beispielsweise Alkali- oder Erdalkaliionen in die Keramik eindringen können.
Hierdurch wird die mechanische und thermochemische Festigkeit des Filtermaterials
erhöht. Durch die Beschichtung aller freien Oberflächen, d.h. auch der
Oberflächen im Inneren der Poren des Filtersubstrats wird die chemische Resistenz
der Keramik gegenüber den Verfahren, bei denen lediglich die Außenflächen
beschichtet werden, weiter erhöht. Da alle Oberflächen des Filtersubstrates
beschichtet werden, ist es weiterhin ausreichend, dass die Beschichtung nur in sehr
dünnen Schichten erfolgt. Hierdurch treten keine oder nur geringe Einflüsse
auf das Innendruckverhalten des Filtersubstrates auf.
Das Filtersubstrat ist vorzugsweise ein Magnesium-Aluminium-Silikat,
insbesondere Cordierit.
Das Beschichtungsmaterial ist vorzugsweise ausgewählt aus einem
Metalloxid oder einem Mischmetalloxid eines Elementes der 4., 5., 6., 7. oder 8.
Nebengruppe, einem Alumosilikat, einem Borosilikat, einem Magnesiumsilikat, einem
Lithiumalumosilikat und einem Oxid des Lanthan oder eines Lanthanoiden.
Weiterhin ist es bevorzugt, dass das Beschichtungsmaterial ein Perowskit
der Struktur ABO3, A1-xA'xBO3, AB1-yB'yO3
oder A1-xA'xB1-yB'yO3 ist.
Der Wert für x und y liegt zwischen 0 und 1, wobei jeder beliebige Wert in
diesem Bereich angenommen werden kann.
A ist ausgewählt aus Sr2+, Ba2+ oder Ca2+
oder einem Ion eines Seltenerdmetalls, insbesondere La3+, Ce3+,
Pr3+, Nd3+, Sm3+, Eu3+, Gd3+,
Y3+, Ga3+ oder Nb3+.
B ist ausgewählt aus Ti2+, Ti4+, Cr4+,
Hf4+, Sn4+, Ce3+, Ce4+, Mn3+,
Mn4+, Fe3+, Co3+ und Al3+.
A' ist ausgewählt aus Ca2+, Sr2+, Ba2+,
La2+, Ce3+, Ce4+, Pr3+ und Nd3+,
insbesondere Sr2+, Ba2+ und Ca2+.
B' schließlich ist ausgewählt aus Zr4+, Al3+,
Sc3+, V4+, Cr3+, Mn3+, Mn4+,
Fe3+, Co2+, Co3+, Gd3+, Hf4+,
Al3+ oder Ni2+.
Weiterhin ist es bevorzugt, dass das Beschichtungsmaterial ein Spinell
der Struktur AB2O4 ist, wobei
A ausgewählt ist aus Mg2+, Cr2+, Mn2+, Fe2+,
Co2+, Ni2+, Cu2+, Zn2+, Sn2+,
Sn4+ oder V4+ und
B ausgewählt ist aus Al3+, In3+, Ti3+, Mn3+,
Fe2+, Fe3+, Co2+, Co3+, Mg2+
oder Zn4+.
Vorteil der Oxide der Lanthanoiden, der Perowskite und der Spinelle
ist, dass diese als Sauerstoffspeicher für katalytisch unterstützte Reaktionen
dienen können.
Weiterhin ist es bevorzugt, dass das Beschichtungsmaterial
ein Phosphat des Lanthan und/oder eines oder mehrerer Lanthanoiden ein Alkalizirkonphosphat,
ein Erdalkalizirkonphosphat oder eine Mischung daraus ist. Bevorzugte Phosphate
des Lanthan und/oder eines Lanthanoiden sind Lanthanphosphat, Cerphosphat, Neodymphosphat,
Samariumphosphat und Gadoliniumphosphat. Besonders bevorzugt sind Alkalizirkonphosphate
und Erdalkalizirkonphosphate sowie die in der Natur als Monazit vorkommenden Cerphosphate.
Diese verfügen über einen ähnlich niedrigen Wärmeausdehnungskoeffizienten
wie die Keramik des Filtersubstrates. Zudem werden die Alkalizirkonphosphate und
Erdalkalizirkonphosphate aufgrund der in diesen bereits enthaltenen Alkali- bzw.
Erdalkaliionen von diesen nicht weiter angegriffen.
Um die chemischen Eigenschaften der Beschichtungsmaterialien zu verbessern,
insbesondere des Alumosilikats, des Borosilikats oder des Magnesiumsilikats, können
diese mit einem oder mehreren Oxiden eines Elementes der 4. bis 6. Nebengruppe,
bevorzugt ZrO2, dotiert sein. Hierbei beträgt der Anteil des Oxides,
mit dem das Alumosilikat, Borosilikat oder Magnesiumsilikat dotiert ist, maximal
10 Gew.-%. Durch die Dotierung mit ZrO2 lassen sich z.B. die mechanischen
Festigkeitswerte erhöhen.
Damit durch die Beschichtung aller Oberflächen des Filtersubstrates
das Gegendruckverhalten des Filters nicht oder nur gering beeinflusst wird, beträgt
die Schichtdicke vorzugsweise maximal 1 &mgr;m, besonders bevorzugt maximal 0,5
&mgr;m.
Damit alle Oberflächen des Filtersubstrates beschichtet werden,
erfolgt die Beschichtung z.B. durch nasschemische Prozesse, Bildung von Aerosolen
und durch Imprägnierung mit Wasser und/oder alkohollöslichen Metallsalzen.
Hierdurch bildet sich eine homogene Beschichtung auf dem Filtersubstrat aus.
Bevorzugt wird das Beschichtungsmaterial in Form eines löslichen
Precursors in einem Lösungsmittel gelöst, anschließend das Filterbasismaterial
mit der Lösung getränkt, bei Bedarf mit Druckluft ausgeblasen und das
getränkte Filterbasismaterial abschließend einer Wärmebehandlung
oder einem Energieeintrag durch Erzeugung eines mikrowellengestützten Plasmas
unterzogen, bei der das Metallsalz in ein Metalloxid umgewandelt wird. Durch das
Lösen des Metallsalzes im Lösungsmittel liegt das Metallsalz in ionischer
Form und nicht in Form von Partikeln vor, so dass die Metallionen auch in die Poren
des Filtersubstrates eindringen können.
Die Wärmebehandlung, durch die das Metallsalz in ein Metalloxid
umgewandelt wird, ist z.B. Kalzinieren oder Sintern. Das Kalzinieren kann z.B. über
einen oder mehrere Temperaturschritte erfolgen, wobei eine oder mehrere für
die Beschichtung angepasste Kalzinierungstemperaturen gewählt werden. Die dabei
maximal mögliche Temperatur kann bis zu 1.460°C betragen. Diese Temperatur
liegt unterhalb des Schmelzpunktes des Cordierit-Filtermaterials. Während des
Kalzinierens ist es möglich Gase zuzuführen. Im Hinblick auf die gewählte
Beschichtung kann es sich hierbei um eine inerte Gaszufuhr, z.B. reinen Stickstoff,
aber auch Luft, getrocknete Luft oder reinen Sauerstoff handeln.
Auch ist es bevorzugt, die Wärmebehandlung in Gegenwart eines
Gasstromes mit einem Sauerstoffgehalt im Bereich von 19 bis 100 Vol.-% durchzuführen.
Vorzugsweise ist der Gasstrom Luft, die mit zusätzlichem Sauerstoff angereichert
sein kann.
Die löslichen Metallsalze, die in dem Lösungsmittel gelöst
sind, liegen vorzugsweise als Nitrat, Halogenid, Carbonat, Phosphat, Acetat oder
Carbonsäurederivat vor. Das Lösungsmittel mit den darin gelösten
Metallsalzen kann einen beliebigen pH-Wert aufweisen. So ist es möglich, dass
die Lösung sauer, neutral oder basisch vorliegt. Auch ist es möglich,
dass der pH-Wert während des Tauchens des Filtersubstrates in die Lösung,
z.B. von sauer nach basisch geändert wird, wodurch eine Fällung der entsprechenden
Hydroxide durch Zugabe von Basen oder der Carbonate durch Zugabe von Carbonatreagenzien
durchgeführt werden kann.
Die Dicke der Beschichtung, die auf das Filtersubstrat aufgebracht
wird, kann z.B. durch die Konzentration der Lösung und/oder durch wiederholtes
Tränken des Filters mit sich daran anschließender Wärmebehandlung
eingestellt werden.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen dargestellt
und in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert.
Es zeigen
1 eine schematische Darstellung einer Brennkraftmaschine
mit einer erfindungsgemäßen Abgasnachbehandlungseinrichtung,
2 ein erfindungsgemäßes Filterelement im
Längsschnitt,
3 eine vergrößerte Darstellung von Körnern
des Filtersubstrats mit einer Beschichtung.
Ausführungsformen der Erfindung
1 zeigt eine schematische Darstellung einer Verbrennungskraftmaschine
mit einer erfindungsgemäßen Abgasnachbehandlungseinrichtung.
Die Abgasnachbehandlungseinrichtung ist hier ein Filter, in welchem Rußpartikel
aus dem Abgasstrom entfernt werden.
Eine Verbrennungskraftmaschine 10 ist über ein Abgasrohr
12 verbunden, in dem eine Filtereinrichtung 14 angeordnet ist.
Mit der Filtereinrichtung 14 werden Rußpartikel aus dem im Abgasrohr
12 strömenden Abgas herausgefiltert. Dies ist insbesondere bei Dieselkraftmaschinen
erforderlich, um gesetzliche Bestimmungen einzuhalten.
Die Filtereinrichtung 14 umfasst ein zylindrisches Gehäuse
16, in dem ein im vorliegenden Ausführungsbeispiel rotationssymmetrisches,
insgesamt ebenfalls zylindrisches Filterelement 18 angeordnet ist.
2 zeigt ein erfindungsgemäßes Filterelement
im Längsschnitt.
Das Filterelement 18 ist z.B. als extrudierter Formkörper
aus einem keramischen Material, z.B. Magnesium-Aluminium-Silikat, bevorzugt Cordierit,
hergestellt. Das Filterelement 18wird in Richtung der Pfeile
20 von Abgas durchströmt. Das Abgas tritt über eine Eintrittsfläche
22 in das Filterelement 18 ein und verlässt dieses über
eine Austrittsfläche 24.
Parallel zu einer Längsachse 26 des Filterelementes
18 verlaufen mehrere Eintrittskanäle 28 im Wechsel mit Austrittskanälen
30. Die Eintrittskanäle 28 sind an der Austrittsfläche
24 verschlossen. In der hier dargestellten Ausführungsform sind hierzu
Verschlussstopfen 36 vorgesehen. Anstelle der Verschlussstopfen
36 ist es jedoch auch möglich, dass die Eintrittskanäle
28 sich zur Austrittsfläche 24 hin verjüngen, bis sich
die Wandung des Eintrittskanals 28 berühren und der Eintrittskanal
28 so verschlossen wird. In diesem Fall weist der Eintrittskanal
28 in Richtung parallel zur Längsachse 26 einen dreieckförmigen
Querschnitt auf.
Entsprechend sind die Austrittskanäle 30 an der Austrittsfläche
24 offen und im Bereich der Eintrittsfläche 22 verschlossen.
Der Strömungsweg des ungereinigten Abgases führt somit in
einen der Eintrittskanäle 28 und von dort durch eine Filterwand
38 in einen der Austrittskanäle 30. Exemplarisch ist dies
durch die Pfeile 32 dargestellt.
3 zeigt eine vergrößerte Darstellung von
Keramikkörnern, die mit einer Beschichtung versehen sind.
Die Filterwände 38 sind jeweils aus einem Filtersubstrat
aus Keramik gefertigt. Die Keramik besteht aus einzelnen Körnern
40, die erfindungsgemäß mit einer Beschichtung 42 versehen
sind. Wie 3 zu entnehmen ist, umschließt die Beschichtung
42 jeweils das gesamte Korn 40. Hierdurch wird die gesamte freie
Oberfläche des Filtersubstrates mit der Beschichtung 42 versehen.
Zwischen den einzelnen Körnern 40 sind Poren 44 ausgebildet,
die im Betrieb von dem zu reinigenden Abgas durchströmt werden. Im allgemeinen
werden durch eine Beschichtung der Körner 40 die Poren 44
zwischen den Körnern 40 verkleinert. Dies führt dazu, dass sich
der freie Strömungsquerschnitt im Filtersubstrat ebenfalls verkleinert. Der
verkleinerte freie Strömungsquerschnitt hat zur Folge, dass der Druckverlust
im Filter zunimmt. Es muss ein höherer Druck aufgebracht werden, damit das
Abgas den Filter durchströmt. Aufgrund der Beschichtung aller freien Oberflächen
des Filtersubstrates ist es jedoch möglich, nur eine sehr geringe Schichtdicke
auf die Körner 40 aufzubringen, so dass das Porenvolumen durch die
Beschichtung 42 nur in einem geringen Maße verkleinert wird, so dass
sich der Druckverlust im Filtersubstrat durch die Beschichtung 42 kaum
ändert.
Zur Herstellung des erfindungsgemäß ausgebildeten Filterelementes
18 werden in einem ersten Schritt die Grundstoffe des Magnesium-Aluminium-Silikats,
bevorzugt des Cordierits, insbesondere Al2O3, SiO2
und MgO, pulverförmig gemahlen und in der gewünschten Zusammensetzung
gemischt.
Aus dem im ersten Schritt gewonnenen Pulver wird in einem zweiten
Schritt ein Körper der gewünschten Form, beispielsweise durch Extrudieren
oder einen anderen Form gebenden Prozess hergestellt. Bei Bedarf kann dieser Körper
vorgetrocknet werden und anschließend in einem dritten Schritt gesintert werden.
Um alle freien Oberflächen des so hergestellten Körpers
aus Filtersubstrat mit einem Metalloxid, einem Perowskiten oder einem Spinell oder
einer Mischung daraus zu beschichten, wird der Körper daran anschließend
in eine Lösung getaucht, in der das Beschichtungsmaterial in Form eines oder
mehrerer löslicher Metallvorstufen in einem Lösungsmittel gelöst
ist. Durch das Tauchen wird das Filtersubstrat mit der Lösung getränkt.
Da die Lösung keine Partikel enthält, dringt diese auch in enge Poren
des Filtersubstrates ein.
Bevorzugte Lösemittel zum Lösen der Metallsalze sind Wasser,
Alkohol, z.B. Isopropanol, oder Mischungen aus Wasser und Alkohol.
In Abhängigkeit von der Porosität des Filtermaterials wird
das Filtersubstrat wenige Sekunden bis maximal 10 Minuten, vorzugsweise 30 Sekunden
bis 2 Minuten getränkt. Die Temperatur der Tränklösung kann hierbei
von 5°C bis 80°C, vorzugsweise 15°C bis 35°C betragen.
Abschließend wird in einem fünften Schritt das getränkte
Filterbasismaterial einer Wärmebehandlung unterzogen, bei der das Metallsalz,
welches sich auf dem Filtersubstrat abgeschieden hat, in ein Metalloxid umgewandelt
wird. Die Wärmebehandlung kann dabei entweder bei einer konstanten Temperatur
durchgeführt werden oder es erfolgen mehrere Stufen bei denen das getränkte
Filtersubstrat jeweils auf eine höhere oder niedrigere Temperatur gebracht
und anschließend eine vorgegebene Zeit auf dieser Temperatur gehalten wird.
Während der Wärmebehandlung ist es möglich, beliebige
Gase zuzuführen. Bevorzugt wird die Wärmebehandlung in Gegenwart von Luft,
deren Sauerstoffgehalt angereichert sein kann, durchgeführt. Der Sauerstoffgehalt
liegt vorzugsweise im Bereich zwischen 20 und 100 Vol-%.
Oftmals kann dem Kalzinierungsschritt ein Trockenschritt vorgeschaltet
sein. Dabei wird das getränkte Filterelement bei einer Temperatur im Bereich
zwischen 60°C und 150°C getrocknet. In Abhängigkeit des Beschichtungsmaterials
können sowohl die Dauer der Trocknung als auch die Dauer der Kalzinierung im
Bereich von wenigen Minuten bis zu mehreren Stunden liegen.
Abhängig von dem gewünschten Metalloxid, mit welchem die
Körner 40 beschichtet werden sollen, ist das lösliche Metallsalz
bevorzugt ein Nitrat, Halogenid, Carbonat, Phosphat, Acetat oder Carbonsäurederivat
eines oder mehrerer Metalle der 4., 5., 6., 7. oder 8. Nebengruppe, des Lanthans
oder eines Lanthanoiden. Bevorzugte Metallsalze sind die Nitrate von z.B. Ce3+,
La3+, Pr3+, Al3+, Ti4+ oder die Oxynitrate
von Zr4+.
Die Beschichtung kann z.B. durch eine Fällung der entsprechenden
Hydroxide, die entstehen, wenn der pH-Wert der Lösung des Metallsalzes durch
Zugabe von Basen von sauer nach basisch geändert wird, oder auch durch Fällung
von Carbonaten, bei Zugabe der entsprechenden Carbonatreagenzien bzw. durch Fällung
von Phosphaten, bei Zugabe entsprechender Phosphatreagenzien, verbessert werden.
Wenn das Filtersubstrat mit einem Silikat beschichtet wird, können
im allgemeinen zwei unterschiedliche Beschichtungsverfahren durchgeführt werden.
Dies sind zum einen die Nassimprägnierung und zum anderen das Aufbringen von
Feststoffpartikeln.
Bei der Nassimprägnierung werden wasserlösliche Silikate,
z.B. Lithiumsilikat mit dem entsprechenden Aluminium-, Bor- und/oder Magnesiumsalz
in dem entsprechenden stöchiometrischen Verhältnis gelöst. Darüber
hinaus ist auch die Verwendung von wasser- und/oder alkohollöslichen Silikonen
(organischen Siliziumverbindungen) als Siliziumquelle möglich. Bei der Beschichtung
durch Feststoffpartikel werden diese in einer Suspension aufgetragen. Die Partikelgröße
der Silikate beträgt dann zwischen 10 und 500 nm, vorzugsweise 20 bis 200 nm.
Eine vergleichbare Beschichtung durch Aufbringen von Feststoffpartikeln
erfolgt z.B. auch bei den Lanthanoidphosphaten, Alkali- und Erdalkalizirkonphosphaten.
Eine anschließende Wärmebehandlung bei einer Temperatur bis 1.460°C,
vorzugsweise zwischen 350°C und 1.300°C bewirkt ein Zusammensintern des
Beschichtungsmaterials.
Zur Beschichtung des Filterelementes mit Perowskiten oder Spinellen
wird dieses in eine Lösung getaucht, die die gewünschten stöchiometrischen
Mengen an gelösten Metallsalzen enthält. Eine nachfolgende Wärmebehandlung
überführt die Mischmetallsalze in die korrespondierenden Oxide, um anschließend
in die Perowskit- oder Spinellstruktur zu sintern.
Zur Einstellung der Dicke der Beschichtung 42 auf dem Korn
40 ist es möglich, das Filtersubstrat mehrfach in die Lösung
des entsprechenden löslichen Metallsalzes zu tauchen und der anschließenden
Wärmebehandlung zuzuführen.
Anstelle des Tauchens des Filtersubstrates in die Lösung des
löslichen Metallsalzes ist es auch möglich, das Filtersubstrat mit der
entsprechenden Lösung zu durchströmen.