Die Erfindung betrifft eine Schaltvorrichtung für Geschwindigkeits-Wechselgetriebe
in Kraftfahrzeugen gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruches 1.
Eine Schaltvorrichtung der gattungsgemäßen Art zeigt die
DE 103 42 389 A1, bei der mehrere
Schaltstangen eines automatisierten Schaltgetriebes mit einer einheitlichen Gangstelleinheit
mit je Schaltstange einem Stellkolben trieblich verbunden sind. In einer Ausführungsvariante
(10) sind die im Querschnitt rotationssymmetrisch ausgeführten
Schaltstangen in Aufnahmebohrungen der Stellkolben eingesteckt und mittels in Umfangsnuten
einfedernder Sicherungsringe gehalten.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine Schaltvorrichtung der gattungsgemäßen
Art vorzuschlagen, die eine fertigungstechnisch günstige Verbindung zwischen
der zumindest einen Schaltstange und der Gangstelleinheit ergibt und eine besonders
einfache Montage ermöglicht.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß mit den Merkmalen des
Patentanspruches 1 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind
den weiteren Patentansprüchen entnehmbar.
Erfindungsgemäß wird vorgeschlagen, dass die Schaltstange
in Nähe der bzw. unmittelbar benachbart zur Gangstelleinheit in einer Querwand
des Wechselgetriebes verschiebbar gelagert ist und dass die triebliche Verbindung
zwischen der Schaltstange und dem Stellkolben der im Getriebegehäuse befestigten
Gangstelleinheit durch eine nur in Verschieberichtung der Schaltstange formschlüssig
wirkende Steckverbindung hergestellt ist. Dies ermöglicht eine Verschiebung
der Schalttange mit fertigungstechnisch einfachen Mitteln am Stellkolben und an
der Schaltstange, weil die Verbindung an sich keine Führung der in der besagten
Querwand verschiebbar geführten Schaltstange bewirken muss und lediglich in
der Verschieberichtung formschlüssig auszulegen ist. Dementsprechend einfach
kann auch die Montage der Gangstelleinheit sein, die an die bereits im Getriebegehäuse
montierte Schaltstange unter Herstellung der Steckverbindung herangeschoben und
befestigt wird.
In baulich besonders einfacher Weise kann die Steckverbindung durch
eine ineinander greifende Haken-Ausnehmung-Verbindung gebildet sein.
Des weiteren kann die Steckverbindung so ausgebildet sein, dass die
Gangstelleinheit nach Montage der Schaltstange in einer definierten Montagerichtung
zur Herstellung der trieblichen Verbindung in das Getriebegehäuse einschiebbar
und befestigbar ist. Die Montagerichtung kann insbesondere – wenn das Getriebegehäuse
einen seitlichen oder unteren Deckel aufweist – von der Seite des Deckels
her quer zur Verschieberichtung der Schaltstange sein.
Herstellungstechnisch günstig kann an dem Stellkolben der Gangstelleinheit
ein hakenförmiges Verbindungsteil befestigt sein, welches mit einer korrespondierenden
Ausnehmung in der Schaltstange entsprechend zusammenwirkt.
Ferner kann die Schaftstange im Querschnitt bevorzugt rechteckförmig
ausgeführt sein und/oder kann die Schaltstange eine die Schmalseite der Schaltstange
durchdringende, ösenförmige Ausnehmung aufweisen, in die bei der Montage
der Gangstelleinheit das hakenförmige Verbindungsteil in einfacher Weise eingeschoben
wird. Die Konstruktion kann jedoch auch umgekehrt ausgeführt sein, mit einem
Haken an der Schaltstange und einer entsprechenden Ausnehmung am Stellkolben der
Gangstelleinheit.
In Weiterbildung der Erfindung kann das Wechselgetriebe mehrere entsprechend
angeordnete Schaltstangen zur Schaltung mehrerer Übersetzungsstufen aufweisen,
die jeweils mit einer Haken-Ausnehmung-Verbindung mit den Gangstelleinheiten verbunden
sind.
Dabei können in an sich bekannter Weise die Gangstelleinheiten
zu einer Baueinheit verbunden sein, wobei die Schaltstangen derart ausgerichtet
sind, dass sämtliche Stellkolben der Gangstelleinheit in einer einheitlichen
Montagerichtung mit den korrespondierenden Schaltstangen trieblich verbindbar sind.
Schließlich können zur Erzielung einer besonders schnellen
und einfachen Montage an den Stellkolben der Gangstelleinheiten hakenförmige
Verbindungsteile befestigt und an den mehreren Schaltstangen ösenförmige
Ausnehmungen vorgesehen sein, wobei die Verbindungsteile und die Ausnehmungen in
einer Montagestellung so ausgerichtet sind, dass die Baueinheit der Gangstelleinheiten
in einer definierten Montagerichtung unter Herstellung sämtlicher trieblicher
Verbindungen mit den Schaltstangen in das Getriebegehäuse einschiebbar und
anschließend befestigbar ist.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist im folgenden mit weiteren
Einzelheiten näher erläutert. Die schematische Zeichnung zeigt in:
1 eine schematische Ansicht eines Antriebsaggregates
für Kraftfahrzeuge mit automatisiertem Geschwindigkeits-Wechselgetriebe, mit
einer in Querwänden des Getriebegehäuses verschiebbar gelagerten
Schaltstange und einer Gangstelleinheit;
2 die triebliche Verbindung zwischen dem Stellkolben
der Gangstelleinheit und der Schaltstange gemäß 1
in vergrößerter Darstellung;
3 einen Schnitt gemäß Linie III-III der
2 durch den Stellkolben und die Schaltstange; und
4 grob schematisch eine Baueinheit mit Gangstelleinheiten,
die trieblich mit vier nur abschnittsweise dargestellten Schaltstangen des Wechselgetriebes
zusammenwirken.
Die 1 zeigt als Übersichtsskizze
ein Antriebsaggregat für Kraftfahrzeuge mit einer Brennkraftmaschine
10 und einem nachgeschalteten Geschwindigkeits-Wechselgetriebe
12. Die Aggregate 10, 12 können soweit nicht beschrieben
bekannter Bauart sein.
In dem als automatisiertes Schaltgetriebe ausgeführten Wechselgetriebe
12 sind in einem ersten Getrieberaum 14 nicht näher beschriebene
Kupplungseinrichtungen (z. B. eine hydraulisch betätigte Doppelkupplung) und
elektrohydraulische Steuerungseinrichtungen bzw. Gangstelleinheiten 16
angeordnet.
In dem zweiten Getrieberaum 18, der durch eine ölraumtrennende
Querwand 20 des Gehäuses 22 des Wechselgetriebes
12 abgeteilt ist, sind in nicht ersichtlicher Weise die Getriebewellen,
die zur Bildung der Übersetzungsstufen erforderlichen Zahnradsätze, Synchronkupplungen
etc. positioniert.
Ferner sind im Wechselgetriebe 12 Schaltstangen
24 (es ist nur eine Schaltstange 24 dargestellt) verschiebbar
gelagert, die in bekannter Weise Schaltgabeln 26 tragen und mit den Synchronkupplungen
des Wechselgetriebes 12 in bekannter Weise zur Schaltung von Übersetzungsstufen
zusammenwirken. Die Schaltstangen 24 sind innerhalb des Getrieberaumes
14 mit den Gangstelleinheiten 16 verbunden und können somit
aus einer Neutralstellung heraus in beide Verschieberichtungen verschoben werden.
Die Rastierung der Schaltstangen 24 zum Getriebegehäuse
22 in der Neutralstellung und in den beidseitigen Gangstellungen ist ebenfalls
nicht dargestellt.
Der Abtrieb zu den angetriebenen Rädern des Kraftfahrzeuges kann
über eine Ausgangswelle 28 des Wechselgetriebes 12 und/oder
über ein nicht dargestelltes, vorderes Differenzial erfolgen.
Die Schaltstangen 24 sind in Durchgangsbohrungen
20a der ölraumtrennenden Querwand 20 und anderenends in einer
(oder mehreren) Querwand 30 des Gehäuses 22 des Wechselgetriebes
12 axial verschiebbar gelagert.
In den Getrieberäumen 14, 18 kann unterschiedliches
Getriebe- oder Hydrauliköl eingefüllt sein, so dass an den durchgeführten
Getriebewellen und Schaltstangen 24 entsprechende Lagerungen und Abdichtungen
vorgesehen sind.
So ist die dargestellte Schaltstange 24 (vgl. 2
und 3) in Nähe der Gangstelleinheit
16 mit einer durch Umspritzen hergestellten Kunststoffbüchse
32 in der Durchgangsbohrung 20a bzw. einer in die Durchgangsbohrung
20a eingesetzten Lagerbüchse 38 verschiebbar gelagert und
mittels eines Dichtringes 36 abgedichtet.
Die triebliche Verbindung zwischen der im Getrieberaum 14
befestigten Gangstelleinheit 16 und der in diesen Getrieberaum
14 einragenden Schaltstange 24 erfolgt über eine nur in Verschieberichtung
der Schaltstange 24 wirksame Steckverbindung, die sich aus einem hakenförmigen
Verbindungsteil 46 und einer ösenförmigen Ausnehmung
48 zusammensetzt.
Das hakenförmige Verbindungsteil 46 ist an dem Stellkolben
16a der Gangstelleinheit 16 mittels Schrauben 45 befestigt
und ragt quer zur Verschieberichtung der Schaltstange 24 in die Ausnehmung
48 ein (vgl. insbesondere 3). Die Gangstelleinheit
16 kann somit in einer Montagerichtung gemäß dem Pfeil
43 quer zur Verschieberichtung der Schaltstange 24 in das Getriebegehäuse
22 bzw. in den Getrieberaum 14 unter Herstellung der trieblichen
Verbindung zur Schaltstange 24 eingeschoben und dann in nicht ersichtlicher
Weise mittels Schrauben befestigt werden.
Die ösenförmige Ausnehmung 48 durchdringt wie aus
2 ersichtlich die Schmalseite der im Querschnitt betrachtet
rechteckförmigen Schaltstange 24.
Zwischen der trieblichen Verbindung 46, 48 und der
Kunststoffbüchse 32 sind an der Schaltstange 24 noch über
ein Polblech 44 befestigte Positionsgeber 40, 42 (2)
einer nicht weiter dargestellten, elektrischen Gangerkennungsschaltung der Schaltvorrichtung
angeordnet.
Gemäß 4 sind vier Gangstelleinheiten
16 zu einer Baueinheit 50 zusammengefasst (vereinfacht dargestellt),
die wiederum in der besagten Montagerichtung 43 in den Getrieberaum
14 einschiebbar und mittels nicht dargestellter Schrauben befestigbar ist.
Die im Getriebegehäuse 22 bzw. im Getrieberaum
18 bereits montierten vier Schaltstangen (einheitlich
mit 24 bezeichnet) sind in deren Neutralstellung (vorgegeben durch die
an den Schaltstangen 24 vorgesehenen Rastierungen – nicht ersichtlich)
justiert. Ferner sind die Stellkolben 16a der Gangstelleinheiten
16 so voreingestellt, dass bei der Montage der Baueinheit 50 die
hakenförmigen Verbindungsteile 46 in der Montagerichtung
43 betrachtet in einer Flucht mit den jeweiligen, ösenförmigen
Ausnehmungen 48 liegen.
Durch Einschieben der Baueinheit 50 mit den Gangstelleinheiten
16 in den Getrieberaum 14 können somit die Verbindungsteile
46 der Stellkolben 16a in einer einheitlichen Montagerichtung
in die Ausnehmungen 48 einfahren und eine in Verschieberichtung der Schaltstangen
24 formschlüssig wirkende Verbindung herstellen. Die Baueinheit
50 wird anschließend im Getriebegehäuse 22 befestigt.
Anstelle durchgehender Ausnehmungen 48 können in die
Schaltstangen 24 auch einseitig angeordnete Vertiefungen eingearbeitet
sein, in die die hakenförmigen Verbindungsteile 46 einragen könnten.
In kinematischer Umkehr könnten entsprechende Ausnehmungen an den Stellkolben
40 und hakenförmige Anformungen an den Schaltstangen 24 vorgesehen
sein.
Gegebenenfalls kann auch eine andere Montagerichtung der Baueinheit
50 vorgesehen sein, wobei die Verbindungsteile 46 und die Ausnehmungen
48 entsprechend zueinander ausgerichtet sein müssen.