Die Erfindung betrifft eine Schaltvorrichtung für Geschwindigkeits-Wechselgetriebe
in Kraftfahrzeugen gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruches 1.
Eine derartige Schaltvorrichtung beschreibt z. B. die DE
103 08 216 A1 an einem automatisierten Schaltgetriebe, bei der die aus
einem Blechpressteil oder Stanzteil gebildete Schaltstange eine Rastierkontur trägt,
die mit einem gehäusefesten Rastierelement zusammenwirkt und die Schaltstange
in einer Neutralstellung rastiert. Die eine Schaltgabel tragende Schaltstange muss
aber auch in die beidseitigen Gangstellungen mit einem definiertem Verschiebeweg
geschaltet werden, was unter Berücksichtigung unvermeidlicher Toleranzen einen
entsprechenden Einstellaufwand erfordern kann.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine Schaltvorrichtung der gattungsgemäßen
Art vorzuschlagen, die unter Vermeidung von Einstellaufwand und mit fertigungstechnisch
geringem Aufwand sehr genau definierte Verschiebewege der Schaltstange in die Gangstellungen
sicherstellt.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß mit den kennzeichnenden
Merkmalen des Patentanspruches 1 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung
sind den weiteren Patentansprüchen entnehmbar.
Erfindungsgemäß wird vorgeschlagen, dass an der Rastierkontur
zumindest ein den Verschiebeweg der Schaltstange aus der Neutralstellung heraus
begrenzender und mit dem Getriebegehäuse mittelbar oder unmittelbar zusammenwirkender
Anschlag vorgesehen ist. Insbesondere können jedoch beiderseits der Rastierkontur
den Verschiebeweg der Schaltstange in beide Verschieberichtungen begrenzende Anschläge
vorgesehen sein. Damit gelingt es, unter Ausschaltung unvermeidlicher Toleranzen
der Getriebeelemente und mit geringem Mehraufwand, den Verschiebeweg der Schaltstange
genau zu definieren, da die Schaltstangenposition in den Gangstellungen unmittelbar
durch die Anschläge und das Getriebegehäuse definiert ist.
Die Rastierkontur kann ferner Vertiefungen zur Rastierung von Gangstellungen
der Schaltstange aufweisen, wobei die Vertiefungen unmittelbar in die entgegengesetzt
abragenden Anschläge übergehen. Dies stellt sicher, dass die Schaltstangen
bzw. deren angeformte Anschläge spielfrei an den gehäusefesten Gegenanschlägen
anliegen und zuverlässig in den Gangstellungen gehalten sind.
Baulich besonders günstig können die Anschläge an der
Rastierkontur der Schaltstange mit dem Gehäuse des Rastierelementes zusammenwirken,
welches in das Getriebegehäuse im Bereich der Rastierkontur eingesetzt ist.
Damit sind die Gegenanschläge im Getriebegehäuse praktisch ohne Mehraufwand
und besonders robust ausgebildet, zumal diese Gehäuse in der Regel aus Stahl
hergestellt sind.
In an sich bekannter Weise kann die Schaltstange durch ein schienenförmiges
Blechpressteil (oder Stanzteil) gebildet sein, an das fertigungstechnisch günstig
ein die Rastierkontur und die Anschläge aufweisender Blechabschnitt angeformt
ist.
Zudem können die Rastierkontur und die Anschläge oberflächenverfestigt,
insbesondere gehärtet, ausgeführt sein, um betriebsbedingten Verschleiß
weitgehendst auszuschließen.
Bevorzugt kann der die Rastierkontur und die Anschläge tragende
Blechabschnitt zwischen den in Querwänden des Getriebegehäuses vorgesehenen
Lagerstellen für die Schaltstange an die Schaltstange angeformt sein, also
innerhalb des die Schaltzahnräder aufnehmenden Getriebegehäuses liegen.
In Weiterbildung der Erfindung kann zumindest eine der Schaltzahnräder
tragenden Getriebewellen des Wechselgetriebes in einer Querwand des Getriebegehäuses
in axial und radial führenden Wälzlagern gelagert sein, wobei die Rastierkontur
und die Anschläge der über die Schaltgabel mit den Schaltzahnrädern
zusammenwirkenden Schaltstange möglichst nahe an dieser Querwand positioniert
sind. Unter Berücksichtigung verschiedener Ausdehnungskoeffizienten von Getriebewellen
und Schaltgabel (aus Stahl) einerseits und dem Getriebegehäuse aus Leichtmetall
andererseits stellt diese Maßnahme sicher, dass auch bei Erwärmung der
Getriebeelemente eine Temperatur unabhängige Positionierung Schaltgabel zu
Schaltzahnrädern bzw. Synchronkupplungen über die mit dem Getriebegehäuse
zusammenwirkenden Anschläge an der Schaltstange erhalten bleibt.
Bei einem automatisierten Schaltgetriebe als Wechselgetriebe mit mehreren
Vorwärtsgängen und einem Rückwärtsgang können bevorzugt
alle Schaltstangen mit einer Rastierkontur und angeformten Anschlägen versehen
und mittels elektrohydraulisch gesteuerten Gangstelleinheiten betätigt sein.
Dies ermöglicht eine vereinfachte Ausführung und Steuerung der Gangstelleinheiten,
da diese keine inneren Wegbegrenzungen ausweisen müssen. Es versteht sich,
dass auch bei manuell geschalteten Wechselgetrieben mit mehreren Schaltstangen diese
wie vorbeschrieben ausgeführt sein können.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist im folgenden mit weiteren
Einzelheiten näher erläutert. Die schematische Zeichnung
zeigt in:
1 eine schematische Ansicht eines Antriebsaggregates
für Kraftfahrzeuge mit automatisiertem Geschwindigkeits-Wechselgetriebe, mit
einer in Querwänden des Getriebegehäuses verschiebbar gelagerten Schaltstange
und einer Gangstelleinheit; und
2 eine Schaltstange des Wechselgetriebes gemäß
1 in raumbildlicher Darstellung, mit einer Rastierkontur
und daran angeformten Anschlägen.
Die 1 zeigt als Übersichtsskizze
ein Antriebsaggregat für Kraftfahrzeuge mit einer Brennkraftmaschine
10 und einem nachgeschalteten Geschwindigkeits-Wechselgetriebe
12. Die Aggregate 10, 12 können soweit nicht beschrieben
bekannter Bauart sein.
In dem als automatisiertes Schaltgetriebe ausgeführten Wechselgetriebe
12 sind in einem ersten Getrieberaum 14 nicht näher beschriebene
Kupplungseinrichtungen (z. B. eine hydraulisch betätigte Doppelkupplung) und
elektrohydraulische Steuerungseinrichtungen bzw. Gangstelleinheiten 16
angeordnet.
In dem zweiten Getrieberaum 18, der durch eine ölraumtrennende
Querwand 20 des Gehäuses 22 des Wechselgetriebes
12 abgeteilt ist, sind in nicht ersichtlicher Weise die Getriebewellen,
die zur Bildung der Übersetzungsstufen erforderlichen Zahnradsätze, Synchronkupplungen
etc. positioniert.
Ferner sind im Wechselgetriebe 12 Schaltstangen
24 (es ist nur eine Schaltstange 24 dargestellt) verschiebbar
gelagert, die in bekannter Weise Schaltgabeln 26 tragen und mit den Synchronkupplungen
des Wechselgetriebes 12 in bekannter Weise zur Schaltung von Übersetzungsstufen
zusammenwirken.
Die Schaltstangen 24 sind innerhalb des Getrieberaumes
14 mit den Gangstelleinheiten 16 verbunden und können somit
aus einer Neutralstellung heraus in beide Verschieberichtungen in entsprechende
Gangstellungen verschoben werden. Die Rastierung der Schaltstangen 24 zum
Getriebegehäuse 22 in der Neutralstellung und in den beidseitigen
Gangstellungen ist nachstehend anhand der 2 der Zeichnung
näher erläutert.
Der Abtrieb zu den angetriebenen Rädern des Kraftfahrzeuges kann
über eine Ausgangswelle 28 des Wechselgetriebes 12 und/oder
über ein nicht dargestelltes, vorderes Differenzial erfolgen.
Die Schaltstangen 24 sind in Durchgangsbohrungen
20a der ölraumtrennenden Querwand 20 und anderenends in einer
(oder mehreren) Querwand 30 des Gehäuses 22 des Wechselgetriebes
12 axial verschiebbar gelagert.
In den Getrieberäumen 14, 18 kann unterschiedliches
Getriebe- oder Hydrauliköl eingefüllt sein, so dass an den durchgeführten
Getriebewellen und Schaltstangen 24 entsprechende Lagerungen und Abdichtungen
vorgesehen sind.
In der 2 ist die Schaltstange
24 im Detail dargestellt, wobei der besseren Übersichtlichkeit wegen
das umgebende Getriebegehäuse 22 mit den Querwänden
20 und 30 nicht dargestellt ist.
Die Schaltstange 24 ist aus einem schienenförmigen Blechpressteil
oder Stanzteil aus Stahl hergestellt und einerseits über eine angespritzte
Kunststoffbüchse 32 und andererseits über eine Wälzlagerung
bzw. eine Kugelbüchse 34 in den besagten Querwänden
30, 20 des Getriebegehäuses 22 verschiebbar gelagert.
Die in Gleitbahnen (nicht ersichtlich) geführten Kugeln der Kugelbüchse
34 bilden in an sich bekannter Weise eine Verdrehsicherung der Schaltstange
24.
An der Schaltstange 24 ist die Schaltgabel 26 mittels
einer Schweißverbindung befestigt. Die im Querschnitt betrachtet U-förmige
Schaltgabel 26 greift in bekannter Weise in eine Umfangsnut einer Schaltmuffe
einer zwei Schaltzahnradsätze kuppelnden Synchronkupplung des Wechselgetriebes
12 ein.
Ferner trägt die Schaltgabel 24 innerhalb des Getrieberaumes
14 einen Positionsgeber 36 einer nicht dargestellten, elektrischen
Gangerkennungsschaltung und ist an ihrem dem Positionsgeber 36 benachbarten
Ende über ein hakenförmiges Verbindungsteil 38 und eine ösenförmige
Ausnehmung 40 mit dem nicht ersichtlichen Stellkolben der Gangstelleinheit
16 trieblich verbunden.
Zur Rastierung der Schaltstange 24 in einer mittleren Neutralstellung
und beidseitigen Gangstellungen ist an der Schaltgabel 24 ein ca. 90 Grad
nach oben abgebogener Blechabschnitt 24a angeformt, in den eine durch Vertiefungen
N, 1, 2 gebildete Rastierkontur eingearbeitet ist.
Beiderseits der Rastierkontur N, 1, 2 sind nach
oben abragende Anschläge 24b, 24c an den Blechabschnitt
24a angeformt.
Die Rastierkontur N, 1, 2 wirkt mit einem Rastierelement
42 zusammen, das sich in bekannter Weise aus einem hülsenförmigen
Gehäuse 42a, einem Gewindeabschnitt 42b und einer mittels
einer Schraubendruckfeder (nicht ersichtlich) federnd gegen die
Rastierkontur N, 1, 2 vorgespannten Rastierkugel 42c
zusammensetzt. Das hülsenförmige Gehäuse 42a aus Stahl ragt
dabei wie ersichtlich zwischen die Anschläge 24b, 24c des
Blechabschnittes 24a der Schaltstange 24 ein.
Das Rastierelement 42 ist in eine Gewindebohrung einer nicht
dargestellten Wand des Getriebegehäuses 22 fest eingeschraubt und
deren hülsenförmiges Gehäuse 42a wirkt mit den Anschlägen
24b, 24c derart zusammen, dass ein definierter Verschiebeweg der
Schaltstange 24 in die beiden Gangstellungen 1, 2 gegeben
ist.
Die Rastierkontur N, 1, 2 ist oberflächenverfestigt,
insbesondere gehärtet, und wirkt mit der ebenfalls gehärteten Rastierkugel
42c zusammen, wobei die Rastierkugel 42c die Schaltstange
24 in der Neutralstellung N und in den Gangstellungen 1,
2 mit einer definierten Haltekraft in Verschieberichtung hält. Auch
die Anschläge 24b, 24c sind zur Erhöhung deren Festigkeit
gehärtet.
Durch den ersichtlichen Übergang der Vertiefungen 1,
2 in die nach oben abragenden Anschläge 24b, 24c
ist sichergestellt, dass in den Gangstellungen 1, 2 die Schaltstange
24 zusätzlich gegen die Anschläge 24b, 24c
vorgespannt und somit in Axialrichtung spielfrei gehalten ist.
Wie der Zeichnung 2 zudem entnehmbar
ist, ist der die Rastierkontur N, 1, 2 und die Anschläge
24b, 24c tragende Blechabschnitt 24a zwischen den in
den Querwänden 20, 30 des Getriebegehäuses
22 vorgesehenen Lagerstellen 32, 34 an die Schaltstange
24 angeformt.
Wenn in nicht dargestellter Weise zumindest eine der Schaltzahnräder
tragenden Getriebewellen des Wechselgetriebes 12 in der Querwand
20 (oder 30) des Getriebegehäuses 22 in axial und
radial führenden Wälzlagern gelagert ist, sollte zur weitgehendst Temperatur
unabhängigen Positionierung der Schaltgabel 26 die Rastierkontur N,
1, 2 und die Anschläge 24b, 24c und damit
verbunden das Rastierelement 42 der über die Schaltgabel
26 mit den Schaltzahnrädern zusammenwirkenden Schaltstange
24 möglichst nahe an dieser Querwand 20 positioniert sein.
Dies hat den Vorteil, dass aufgrund der im wesentlichen gleichen Ausdehnungskoeffizienten
von Getriebewellen und Schaltstangen 24 aus Stahl gegenüber dem größeren
Ausdehnungskoeffizienten des Getriebegehäuses 22 aus einer Leichtmetalllegierung
keine temperaturbedingten axialen Verschiebungen der Schaltgabel 26 relativ
zur jeweiligen Schaltmuffe der Synchronkupplungen auftreten können.
Insbesondere bei dem dargestellten, automatisierten Schaltgetriebe
als Wechselgetriebe 12 mit mehreren Vorwärtsgängen und einem
Rückwärtsgang sollten alle Schaltstangen 24 mit einer Rastierkontur
N, 1, 2 und angeformten Anschlägen 24b,
24c und einem Rastierelement 42 versehen und mittels elektrohydraulisch
gesteuerten Gangstelleinheiten 16 betätigt sein, wodurch eine hohe
Schaltpräzision bei konstruktiv relativ einfach ausgeführten Gangstelleinheiten
16 geschaffen werden kann.