Eine Axialpumpe mit einem Laufrad für Betriebsbereiche bei theoretischen, spezifischen Drehzahlen größer als 500 ist dadurch gekennzeichnet, daß das Laufrad ein Schraubenpropellerlaufrad ist.
Beschreibung[de]
Die Erfindung betrifft eine Axialpumpe mit einem Laufrad für
Betriebsbereiche bei theoretischen, spezifischen Drehzahlen größer als
500.
Für die Auslegung und Berechnung von Kreiselpumpen-Laufrädern
bedient man sich im allgemeinen der sogenannten spezifischen Drehzahl nq.
Diese Drehzahl wird nach der Ähnlichkeitsmechanik abgeleitet und ist die Drehzahl
einer geometrisch ähnlichen, einstufigen, einflutigen Kreiselpumpe mit dem
Förderstrom Qq = 1 m3/h und der Förderhöhe
Hq = 1 m. Insbesondere ist
wobei n die Nenndrehzahl in 1/min ist; Qopt ist der Förderstrom
in m3/s und Hopt die Förderhöhe in m, beide bestimmt
im Punkt des größten Wirkungsgrades der Pumpe. Die spezifische Drehzahl
nq ist eine für eine bestimmte Pumpe charakteristische Größe
und legt im Regelfall hinsichtlich des besten Wirkungsgrades die optimale Form des
Laufrades fest.
Einer spezifischen Drehzahl nq lassen sich aber nicht nur
bestimmte Laufradgeometrien zuordnen, sondern auch verschiedene Betriebseigenschaften,
wie Kennlinienverlauf, Wirkungsgrad, Spaltverluste, Saugverhalten und hydraulische
Kräfte. Dabei steigen mit sinkender spezifischer Drehzahl nq vor
allem die inneren Verluste, nämlich Radreibungs- und Spaltverluste. Die besten
Wirkungsgrade erreicht man in Abhängigkeit vom Förderstrom Q in einem
Bereich zwischen nq von 40 bis 60 1/min.
Jenseits der Grenze von nq = 400-500 1/min mit dem Einsatz
von Propeller existiert derzeit keine geeignete hydraulische Laufradbauform. Es
müßten für diese extremen Förderbedingungen, nämlich großen
Förderströmen auf sehr geringen Förderhöhen, die im Regelfall
unterhalb von 2 m liegen, unwirtschaftlich große Propeller mit extrem geringer
Drehzahl eingesetzt werden. Bei Wahl einer technisch noch sinnvollen Nenndrehzahl
ergibt sich unmittelbar aus Formel (1), daß für den Betriebspunkt trotzdem
theoretische spezifische Drehahlen erreicht werden, die weit über den eben
angegebenen Werten liegen, so daß übliche Propellerbauarten weit im hydraulischen
Überlastbereich arbeiten müßte.
Daher ist es die Aufgabe der Erfindung, eine Axialpumpe so auszugestalten,
daß sie auch bei geringen Förderhöhen in Richtung auf hohe Förderströme
mit möglichst optimalem Wirkungsgrad ohne nachteilige Betriebseigenschaften
arbeitet.
Diese Aufgabe wird durch eine Axialpumpe mit den Merkmalen des Anspruchs
1 gelöst. Erfindungsgemäß ist vorgesehen, daß das Laufrad ein
Schraubenpropellerlaufrad ist. Damit wird eine Kreiselpumpencharakteristik mit einer
Verdrängerpumpencharakteristik kombiniert.
Vorteilhaft wird dabei das Schraubenpropellerlaufrad aus rein volumetrischen
Gesichtspunkten für einen theoretischen, maximalen Förderstrom Qmax,th
nach der Formel
Qmax,th = Vvol·n,(2)
wobei n die Nenndrehzahl und Vvol das geometrische Volumen des Schraubenpropellerlaufrades
ist, berechnet. Aufgrund dieser volumetrischen Auslegung kann somit unter Wahl einer
definierten Geometrie und Drehzahl prinzipiell jeder hydraulisch sinnvolle, maximale
Förderstrom erreicht werden.
Im folgenden soll die Erfindung anhand der beigefügten Zeichnung
näher erläutert werden. Es zeigt:
1 verschiedene Radformen für Laufräder optimiert
für die jeweilige spezifische Drehzahl nq;
2 eine qualitative Darstellung der Pumpenkennlinien
für Förderhöhe H, Leistung P und Wirkungsgrad &eegr; bei den Radformen
nach 1;
3 eine beispielhafte Darstellung der Kennlinien von
Förderhöhe H, der Leistung P bzw. des Wirkungsgrades &eegr; in Abhängigkeit
vom Förderstrom bei einer Axialpumpe mit Propeller bzw. einer Axialpumpe nach
der Erfindung;
4 Ansichten eines Schraubenpropellerlaufrades für
eine Axialpumpe der vorliegenden Erfindung; und
5 eine Schnittansicht einer Axialpumpe mit Schraubenpropellerlaufrad.
Kreiselpumpen werden nach ihrer spezifischen Drehzahl in Gruppen eingeteilt:
Beispiele für spezifische Drehzahlen aus den jeweiligen Bereichen
sind in 1 dargestellt. Für jeden Einsatzfall von
gewünschtem Förderstrom bzw. gewünschter Förderhöhe kann
man unter Wahl der Nenndrehzahl eine bestmögliche Hydraulik bezüglich
Bauform und Wirkungsgrad einsetzen, wobei die Formel (1) verwendet wird.
2 zeigt für die spezifischen Drehzahlen der
Laufrad-Bauformen aus 1 jeweils charakteristische Kennlinienverläufe,
wobei für jede Bauform Förderhöhe H, Leistung P und Wirkungsgrad
&eegr; in Abhängigkeit vom Förderstrom Q aufgetragen sind. Man erkennt,
daß sich entsprechend der spezifischen Drehzahl auch die Form der Pumpenkennlinie
ändert, der Verlauf beispielsweise der Q-H-Kurve ändert von flachen Kennlinien
für kleine spezifische Drehzahlen, also Radialräder, in sehr steile Verläufe
für große spezifische Drehzahlen, also Propeller.
Beispiel 1
Der Betriebspunkt einer Axialpumpe soll bei Q = 4000 m3/h
bei einer Förderhöhe H = 0.72 m liegen. Üblicherweise würde
nun, um eine physikalisch sinnvolle spezifische Drehzahl zu erhalten, die Nenndrehzahl
der Pumpe auf etwa n = 300 1/min begrenzt, was für den Betriebspunkt einer
spezifischen Drehzahl nq = 405 1/min entspricht. Nach dem Cordier-Diagramm
ergäbe sich damit optimalerweise eine Propellerpumpe der Baugröße
DN 800. Aus Kostengründen müssen allerdings oftmals kleine Baugrößen
bei größerer Drehzahl und den damit verbundenen Nachteilen eingesetzt
werden. Wenn die Nennweite auf DN 600 beschränkt und bei einer Drehzahl von
n = 740 1/min gearbeitet würde, entspräche dies hier einer theoretischen
spezifischen Drehzahl nq = 998 1/min. Ein Propeller üblicher Bauart
nq = 200-400 1/min würde somit weit im hydraulischen Überlastbereich
weitab vom Optimum mit stark ansteigenden NPSHA-Werten und hohen Strömungsgeschwindigkeiten
mit der Gefahr von Kavitation und Schwingungen arbeiten.
Beispiel 2
Anstelle des Propellers soll nunmehr gemäß der vorliegenden
Erfindung ein Schraubenpropellerlaufrad eingesetzt werden, wieder der Baugröße
DN 600 mit n = 520 1/min, was im Betriebspunkt einer theoretischen spezifischen
Drehzahl nq = 701 1/min entspricht. Dabei wird das Schraubenpropellerlaufrad
aus rein volumetrischen Gesichtspunkten für einen theoretischen maximalen Förderstrom
berechnet, der sich aus der Formel (2) ergibt.
Zur weiteren Auslegung eines solchen Schraubenpropellerlaufrades wird
die empirisch gefundene Beziehung
H0 = n0·ua2(3)
verwendet. Dabei ist H0 die Nullförderhöhe, also die maximal
erreichbare Förderhöhe bei Q = 0 m3/h, ua ist die
Umfangsgeschwindigkeit des Schraubenpropellerlaufrades am Außendurchmesser.
Der Nulldruckkoeffizient n0 bestimmt somit die Steilheit der Kennlinie
und damit die erreichbaren Förderhöhen bei Förderströmen Q <
Qmax und ist abhängig von der Bauform des Schraubenpropellerlaufrades
und des Pumpengehäuses und wird experimentell validiert.
Der volumetrische Wirkungsgrad &eegr;v wird experimentell
bestimmt. Er genügt der Formel
Qmax = Qmax,th·&eegr;v.(4)
Ersetzt man in der Formel (4) den Faktor Qmax,th durch
die Formel (2), erhält man einen Zusammenhang zwischen gewählter Geometrie
und gemessener Kennlinie des Schraubenpropellerlaufrades in verschiedenen Gehäusebauformen
mit unterschiedlichen Spaltweiten. Die Kenntnis über die Werte von n0
und &eegr;v bei gewählten Spaltweiten zwischen Schraubenpropellerlaufrad
und Gehäuse sowie gewählter geometrischer Form und Beschaufelung sind,
wie oben angesprochen, Gegenstand des Know-How der hier vorliegenden Erfindung.
3 zeigt beispielhaft Pumpenkennlinien für Axialpumpen
mit Propeller einerseits und Axialpumpen mit Schraubenpropellerlaufrad andererseits.
Man erkennt einen breiten Bereich optimaler Wirkungsgrade für Förderströme
von etwa Q = 1000 bis 2600 m3/h beim Schraubenpropellerlaufrad. Hingegen
ist beim Propeller ein ausgeprägter optimaler Förderstrom bei etwa Q =
2200 m3/h zu erkennen. Anhand der Kennlinie kann auch leicht festgestellt
werden, daß etwa ab einem Förderstrom von Q = 2800 m3/h und
darüber sowohl die Förderhöhe H als auch der Wirkungsgrad &eegr;
deutlich über den Werten für den Propeller liegen. Für Betriebspunkte
in diesem Einsatzbereich, was einer theoretischen spezifischen Drehzahl nq
> 500 1/min entspricht, stellt das Schraubenpropellerlaufrad somit eindeutig
die bessere Wahl dar. Der Propeller würde weit hinter seinem Optimum betrieben
werden.
Es zeigt sich, daß das Schraubenpropellerlaufrad unabhängig
von der Nennweite bei geringen Förderhöhen von weniger als 2 m einen besonders
ruhigen Lauf hat. Aufgrund des Förderverhaltens, das eher einer Verdrängerpumpe
ähnlich ist, zeigen sich auch durchaus akzeptable Wirkungsgrade in Richtung
großer Förderströme. Der bei Propellerpumpen übliche instabile
Kennlinienbereich wurde bei Schraubenpropellerlaufrädern nicht beobachtet.
4 zeigt eine Ansicht eines Schraubenpropellerlaufrades
10 mit drei Flügeln 12 von der Seite und von vorn. Das Schraubenpropellerlaufrad
10 schließt ein durch seine Bauform festgelegtes geometrisches Volumen
Vvol ein. Dieses bestimmt zusammen mit der Nenndrehzahl n den theoretischen
maximalen Förderstrom der Axialpumpe, der nach der Formel (2) berechnet wird.
5 zeigt ein Schnittbild einer Axialpumpe
100, die mit einem Schraubenpropellerlaufrad 10 gemäß
4 ausgestattet ist. Die Drehzahl der Axialpumpe
100 wird durch den Motor 20 bestimmt bzw. kann über eine
entsprechende Steuereinheit eingestellt werden. Die geometrischen Abmessungen und
Formgebungen des Schraubenpropellerlaufrads 10 können dem Bedarfsfall
angepaßt werden. Auch die Gehäusebauform kann auf den jeweiligen Einsatzfall
zugeschnitten werden.
Die in der vorstehenden Beschreibung, in der Zeichnung sowie in den
Ansprüchen offenbarten Merkmale der Erfindung können sowohl einzeln als
auch in beliebiger Kombination für die Verwirklichung der Erfindung wesentlich
sein.
Anspruch[de]
Axialpumpe mit einem Laufrad für Betriebsbereiche bei theoretischen,
spezifischen Drehzahlen größer als 500, dadurch gekennzeichnet,
daß das Laufrad ein Schraubenpropellerlaufrad ist.Axialpumpe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Schraubenpropellerlaufrad
für einen maximalen Förderstrom Qmax,th abgestellt ist, wobei
Qmax,th = Vvol·n,
wobei n die Nenndrehzahl und Vvol das geometrische Volumen des Schraubenpropellerlaufrades
ist.Axialpumpe nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß
der volumetrische Wirkungsgrad &eegr;v und der Nulldruckkoeffizient
n0 des Schraubenpropellerlaufrades experimentell validiert sind.Axialpumpe nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß aus volumetrischem Wirkungsgrad &eegr;v, volumetrischer Auslegung
und aus dem Nulldruckkoeffizient n0 die Kennlinie des Schraubenpropellerlaufrades
in verschiedenen Gehäusebauformen mit unterschiedlichen Spaltweiten festgelegt
ist.