Die Erfindung betrifft einen Gassack für eine Fahrzeuginsassen-Schutzvorrichtung,
mit einem oberen Mantelteil und einem unteren Mantelteil, die an ihren Rändern
mittels einer ersten Naht miteinander verbunden sind. Die Erfindung betrifft ferner
ein Verfahren zur Herstellung eines solchen Gassacks.
In Fahrzeuginsassen-Schutzvorrichtungen kommen abhängig von den
Anforderungen, den Innenraumabmessungen und -konturen unterschiedlich aufgebaute
Gassäcke zum Einsatz. Es wird prinzipiell unterschieden zwischen zweidimensionalen
und dreidimensionalen Gassäcken.
Zweidimensionale Gassäcke bestehen üblicherweise aus zwei
Mantelabschnitten, die flach ausgebreitet aufeinandergelegt und randseitig miteinander
vernäht werden, so daß sich im aufgeblasenen Zustand eine Kissenform ergibt.
Diese Art von Gassäcken ist kostengünstig herstellbar, insbesondere weil
sie aufgrund ihres einfachen Aufbaus maschinell vernäht werden können.
Zweidimensionale Gassäcke werden im Falle ebener Abstützflächen und
einfacher Konturen eingesetzt.
Dreidimensionale Gassäcke weisen Mantelabschnitte mit komplizierterer
Form auf und werden in der Regel nicht im ausgebreiteten Zustand miteinander vernäht.
Dadurch werden im aufgeblasenen Zustand definierte dreidimensionale Gassackformen
ermöglicht. Ein Beispiel hierfür ist die sog. L-Form, die in Beifahrer-Gassackmodulen
zum Einsatz kommt. Im aufgeblasenen Zustand erstreckt sich ein solcher Gassacks
zwischen der Oberseite Instrumententafel und der Windschutzscheibe und wölbt
sich dann nach unten über die Instrumententafel. Dreidimensionale Gassäcke
können zwar besser an geschwungene Oberflächen und kompliziertere Konturen
angepaßt werden; ihre Herstellung ist aber deutlich aufwendiger, da ein maschinelles
Vernähen aufgrund der komplizierten Nahtverläufe meist nicht möglich
ist.
Die Erfindung schafft einen dreidimensionalen Gassack, der sehr kostengünstig
herstellbar ist.
Gemäß der Erfindung ist bei einem Gassack der eingangs genannten
Art vorgesehen, daß der obere Mantelteil einen zwischen zwei gegenüberliegenden
Randabschnitten verlaufenden gefalteten Mantelabschnitt aufweist, und daß die
erste Naht über den gefalteten Mantelabschnitt verläuft. Der erfindungsgemäße
Gassack kann aufgrund des einfachen Nahtverlaufs wie ein zweidimensionaler Gassack
maschinell vernäht werden. Die eingenähte Falte sorgt aber dafür,
daß der Gassack im aufgeblasenen Zustand keine einfache Kissenform, sondern
eine definierte dreidimensionale Form einnimmt. Somit kombiniert die Erfindung die
einfache Herstellung eines zweidimensionalen Gassacks mit den Vorzügen eines
dreidimensionalen Gassacks.
Die Erfindung schafft auch ein Verfahren zur Herstellung eines erfindungsgemäßen
Gassacks mit folgenden Schritten:
- – Aufeinanderlegen des oberen und des unteren Mantelteils;
- – Falten des oberen Mantelteils so, daß sich der gefaltete Mantelabschnitt
zwischen zwei gegenüberliegenden Randabschnitten des oberen Mantelteils erstreckt,
und
- – Verbinden der beiden Mantelteile entlang ihrer Ränder mittels
einer ersten Naht, wobei die erste Naht über den gefalteten Mantelabschnitt
verläuft.
Vorteilhafte und zweckmäßige Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen
Gassacks sowie des erfindungsgemäßen Verfahrens ergeben sich aus den Unteransprüchen.
Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung und aus den beigefügten Zeichnungen, auf die Bezug genommen wird.
In den Zeichnungen zeigen:
1 die Mantelteile eines erfindungsgemäßen
Gassacks nach einer ersten Ausführungsform;
2 die Mantelteile aus 1
während der Herstellung des erfindungsgemäßen Gassacks;
3 verschiedene Varianten der Form des erfindungsgemäßen
Gassacks nach der ersten Ausführungsform;
4 den erfindungsgemäßen Gassacks nach der
ersten Ausführungsform im aufgeblasenen Zustand aus Sicht des Beifahrers;
5 den erfindungsgemäßen Gassacks nach der
ersten Ausführungsform im aufgeblasenen Zustand in Seitenansicht;
6, 7, 8
einen erfindungsgemäßen Gassacks nach einer zweiten Ausführungsform
in verschiedenen Herstellungsschritten; und
9 den erfindungsgemäßen Gassacks nach der
zweiten Ausführungsform im aufgeblasenen Zustand in Seitenansicht.
In 1 sind ein oberer Mantelteil
10 und ein unterer Mantelteil 12 dargestellt, aus denen ein erfindungsgemäßer
Gassack nach einer ersten Ausführungsform hergestellt werden kann. Beide Mantelteile
10, 12 haben im wesentlichen eine Glockenform mit einem Einblasabschnitt
14, einem Mittelabschnitt 16 mit parallel verlaufenden Seitenrändern
und einem schürzenförmigen, erweiterten Endabschnitt
18, der zwei abgeschrägte Enden 20 aufweist.
Im unteren Mantelteil 12 ist im Einblasabschnitt
14, der mit einer Verstärkung 22 mit Nahtschutz versehen
ist, ein Einblasmund 24 gebildet, der ebenfalls verstärkt ist. Im
oberen Mantelteil 10 sind im Übergangsbereich zwischen dem Einblasabschnitt
14 und dem Mittelabschnitt 16 zwei Abströmöffnungen
26 vorgesehen.
Die Außenkonturen der beiden Mantelteile 10
12 ist mit Ausnahme der Mittelabschnitte 16 nahezu identisch.
Der Mittelabschnitt 16 des oberen Mantelteils 10 ist gegenüber
dem Mittelabschnitt 16 des unteren Mantelteils 12 verlängert,
und der untere Mantelteil 12 weist zwei seitlich abstehende Verstärkungslappen
28 auf.
In 1 ist auch der Verlauf der Naht
30 gezeigt, mit der die beiden Mantelteile 10, 12 später
verbunden werden. Vor dem Vernähen wird aber zunächst der obere Mantelteil
10 entlang der beiden Faltkanten 32 gefaltet, wobei der dem Endabschnitt
18 zugewandte Teil des Mittelabschnitts 16 unter den Teil des
Mittelabschnitts 16 geschoben wird, der dem Einblasabschnitt
14 zugewandt ist (siehe 2). Der so gebildete
Faltabschnitt (gefalteter Mantelabschnitt) 34erstreckt sich zwischen den
gegenüberliegenden Randabschnitten des Mittelabschnitts 16 über
die gesamte Breite des oberen Mantelteils 10. Nach dem Falten hat der Mittelabschnitt
16 des oberen Mantelteils 10 in Draufsicht die gleichen Abmessungen
wie der Mittelabschnitt 16 des unteren Mantelteils 12, so daß
die beiden Mantelteile 10, 12 insgesamt deckungsgleich sind.
Die beiden Mantelabschnitte 10, 12 werden nun aufeinander
gelegt, und die beiden Verstärkungslappen 28 werden so umgeklappt,
daß sie auf dem gefalteten Mantelabschnitt 34 des oberen Mantelteils
10 zu liegen kommen. Anschließend werden die beiden Mantelteile
10, 12 miteinander vernäht. Die Naht 30 verläuft
bei dieser Ausführungsform umlaufend, d. h. ohne Unterbrechung, entlang der
Ränder der Mantelteile 10, 12. Die Naht 30 erfaßt
dabei auch die Verstärkungslappen 28 und den gefalteten Mantelabschnitt
34.
In 3 sind einige Varianten des fertig
vernähten Gassacks gezeigt, die sich hauptsächlich in der Form der Endabschnitte
18 unterscheiden. Es sind auch unsymmetrische Formen möglich.
Nach dem Vernähen wird der Gassack durch den Einblasmund
24 gestülpt und kann in ein Gassackmodul, bevorzugt in ein beifahrerseitiges
Modul, einer Fahrzeuginsassen-Schutzvorrichtung verbaut werden.
In den 4 und 5
ist der Gassack im aufgeblasenen Zustand gezeigt. Der Gassack entfaltet sich aus
einer Öffnung auf der Oberseite der Instrumententafel 36 und erstreckt
sich zwischen dieser und der Windschutzscheibe 38 auf den Beifahrer zu.
Aufgrund des eingenähten gefalteten Mantelabschnitts 34 wölbt
sich der Gassack über die Instrumententafel 36 des Fahrzeugs nach
unten. Aus Sicht des Beifahrers hat der Gassack die Form eines T mit zwei seitlichen
Flügeln 40. Die Abströmöffnungen 26 sind zu den
Seiten orientiert.
Eine zweite Ausführungsform des erfindungsgemäßen Gassacks
ist in den 6 bis 9 dargestellt.
Form und Gestaltung der Mantelteile 10, 12 stimmen im wesentlichen
mit der zuvor beschriebenen Ausführungsform überein, so daß die gleichen
Bezugszeichen verwendet werden.
Auch das Falten des Mittelabschnitts 16 des oberen Mantelteils
10 und das Umklappen der Verstärkungslappen 28 bei der Herstellung
des Gassacks sind gleich. Allerdings ist hier die Naht 30, mit der die
beiden Mantelabschnitte 10, 12 verbunden werden, an den Enden
20 unterbrochen, wie in 6 zu sehen ist.
Als weiterer Herstellungsschritt kommt bei dieser Ausführungsform
hinzu, daß die beiden offenen Enden 20 übereinander gelegt und
durch eine weitere Naht 42 miteinander verbunden werden, so daß der
Gassack die in 7 gezeigte Form erhält. Anschließend
wird der Gassack durch den Einblasmund 24 gestülpt (siehe
8).
9 zeigt den Gassack im aufgeblasenen Zustand. Auch
hier ist die Wölbung über die Instrumententafel 36 nach unten
vorhanden. Da die Enden eingenäht sind, weist der Gassack keine seitlichen
Flügel auf. Vielmehr bilden die eingenähten Enden 20 einen Einzug
44, der im Vergleich zur ersten Ausführungsform zu einer größeren
Höhe H des vorderen Gassackabschnitts 46 führt.