Die Erfindung betrifft einen Airbag, insbesondere einen Airbag für
den Kopf- und Schulterbereich, mit einem Verteilelement für Gas eines Gasgenerators
und mit zumindest einer aufblasbaren Kammer, die zumindest zwei Lagen aufweisend
in dem Airbag ausgebildet und mit dem Gas des Gasgenerators befüllbar ist.
Die Gaskammer steht in strömungstechnischer Verbindung mit Austrittsöffnungen
des Verteilelementes, das zumindest eine Aufnahmeeinrichtung für den Gasgenerator
aufweist und an dem Airbag angenäht ist. Diese Art Airbags werden insbesondere
im Dachbereich eines Kraftfahrzeuges angeordnet und dienen zum Schutz des Kopf-
und Schulterbereiches bei einem Seitenaufprall und werden auch „inflatable
curtains" genannt. Bei anderen Anwendungsfällen kann diese Art von Airbags
auch in der Fahrzeugtür angeordnet sein und sich nach oben entfalten.
Die Erfindung betrifft ebenfalls ein Verfahren zum Herstellen eines
Airbags, insbesondere eines Airbags für den Kopf- und Schulterbereich, mit
einem Verteilelement für Gas eines Gasgenerators und mit zumindest einem aufblasbaren,
mehrlagigen Kammer, die mit dem Gas des Gasgenerators befüllbar ist und in
strömungstechnischer Verbindung mit Ausströmöffnungen des Verteilelementes
steht, das zumindest eine Aufnahmeeinrichtung für den Gasgenerator aufweist
und an dem Airbag angenäht ist.
Aus der DE 199 39 618 A1
ist ein Schutzpolster für den Kopf eines Fahrzeuginsassen bekannt, das Gas
in Kammern gleichzeitig oder mit erwünschter Zeitverzögerung zwischen
den Kammern einführen kann. Das Polster umfasst eine innenseitige Lage und
eine karosserieseitige Lage, die übereinander angeordnet und zusammengenäht
sind, um so freie Kammern zwischen den Lagen zu bilden. Ein zylindrisches Element
ist zwischen den oberen Abschnitten der Lagen angeordnet. Gas, das durch ein rückwärtiges
Ende des zylindrischen Elementes geliefert wird, wird in die Kammern durch Ausströmöffnungen
geleitet. Das zylindrische Element sowie die beiden Lagen der Kammern werden mit
einer gemeinsamen Naht verschlossen.
Ein weiteres, gattungsgemäßes Airbagsystem ist aus der WO
2004/050424 A2 bekannt. Auch hier werden die Kammern durch Gewebestücke gebildet,
die durch eine Umfangsnaht zu einem Hohlkörper vernäht werden. Das Verteilelement
ist in dem Airbag vollständig eingenäht.
Nachteilig an den Airbags gemäß dem Stand der Technik ist
der Umstand, dass die Umfangsnaht der Kammern eine hohe Elastizität und damit
eine hohe Leckrate zur Folge hat. Des Weiteren erfordert die Verlagerung des mit
dem Gasgenerator zu verbindenden Einfüllstutzens von einer Außen- in eine
Mittellage auch eine Umstellung der oberen Verbindungsnaht sowie des oberen Abschnitts
der Lager des Airbags.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, die Nachteile des Standes
der Technik zu vermeiden und einen verbesserten Airbag und ein Verfahren zu dessen
Herstellung bereitzustellen, mit dem die Anforderungen an einen Airbag während
eines Unfalles besser erfüllt werden.
Der erfindungsgemäße Airbag sieht ein Verteilelement für
Gas eines Gasgenerators sowie zumindest eine aufblasbare, mehrlagige Kammer vor.
Die Kammern sind mit dem Gas des Gasgenerators befüllbar und stehen in strömungstechnischer
Verbindung mit Ausströmöffnungen, die in dem Verteilelement, vorzugsweise
in der Nähe der Kammern, vorgesehen sind. Das Verteilelement sieht ebenfalls
eine Aufnahmeeinrichtung für den Gasgenerator vor und ist an dem Airbag befestigt.
Die Befestigung kann dabei kraftschlüssig, stoffflüssig oder formschlüssig
erfolgen, insbesondere kann das Verteilelement angenäht, angeschweißt
oder angeklebt sein. Das Verteilelement wird somit nach der „cut and sewn"-Methode
hergestellt, bei der aus einem Rohling oder einem Zuschnitt, der aus einem Grundmaterial
hergestellt wurde, durch Verbinden ein Hohlkörper hergestellt wird, durch den
Gas aus einem Gasgenerator hindurchgeleitet wird. Das Verteilelement wird mit Lagen
der Kammern über zwei die Ausströmöffnungen zumindest teilweise umgebende
Verbindungsspuren zu einem Airbag verbunden, wobei die Lagen der Kammern über
die Verbindungsspuren an dem Verteilelement befestigt sind. Die Kammern können
nach der „one piece woven"-Methode hergestellt sein, was eine erhöhte
Haltbarkeit und Dichtigkeit der Kammern zur Folge hat, da die Gewebelagen nicht
mehr mittels einer Naht oder dergleichen verbunden werden, sondern die Verbindung
über die Webtechnik erzeugt wird. Durch die dichteren Säume der einstückig
gewobenen Kammern lassen sich längere Standzeiten des Airbags aufgrund der
erhöhten Dichtigkeit realisieren. Alternativ zu der Verwendung eines Gewebematerials
können auch Folien oder andere Materialien eingesetzt werden, um die Kammern
oder das Verteilelement herzustellen.
Eine Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass die Verbindungsspuren
parallel zueinander ausgerichtet sind und die Ausströmöffnungen zwischen
den Verbindungsspuren angeordnet sind. Dadurch kann eine gemeinsame Kontaktebene
zwischen den Kammern und dem Verteilelement ausgebildet werden, über die eine
stabile Zuordnung der Kammern zu dem Verteilelement möglich ist. Ebenfalls
können die Verbindungsspuren die Ausströmöffnungen vollständig
umgeben, beispielsweise wenn die Verbindungsspuren sich kreuzend
verlaufen oder dicht nebeneinander geführt sind und sich nur in der Nähe
der Ausströmöffnungen voneinander entfernen.
Eine Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass die Lagen der Kammern
formschlüssig, kraftschlüssig oder stoffschlüssig an dem Verteilelement
befestigt, insbesondere angenäht, angeklebt oder verschweißt sind.
Bevorzugt sind die Verbindungsspuren der Lagen der Kammern separat
mit jeweils einer Lage des Verteilelementes verbunden, wobei vorgesehen sein kann,
dass eine Verschlussspur die zwei Lagen des Verteilelementes miteinander verbindet
und die Verbindungsspuren von der Verschlussspur beabstandet sind.
In einer Weiterbildung der Erfindung ist es vorgesehen, dass das Verteilelement
zumindest eine Verschlussspur aufweist, die zwei Lagen des Verteilelementes verbindet.
Ebenfalls sind zumindest zwei Verbindungsspuren vorhanden, die von der Verschlussspur
beabstandet sind und die jeweiligen Lagen der Kammern separat mit jeweils einer
Lage des Verteilelementes verbinden. Anders als beim Stand der Technik ist somit
das Verteilelement nicht vollständig innerhalb der Kammern des Airbags aufgenommen.
Vielmehr wird die Verschlussspur, die die übereinander gelegten Lagen des Verteilelementes
miteinander verbindet, separat ausgeführt, so dass nur ein Teil des Verteilelementes,
sinnvollerweise der Teil mit den Ausströmöffnungen, innerhalb der Kammern
angeordnet ist bzw. von den Lagen des Kammermaterials abgedeckt ist. Dadurch kann
der Airbag leicht an unterschiedliche Entfaltungscharakteristiken angepasst werden,
die für jeden Fahrzeugtyp und gegebenenfalls in Abhängigkeit von dem Unfall
bzw. Seitenaufprall verschieden sein können. Weiterhin kann die Lage des Einfüllstutzens
beliebig gewählt werden, ohne die Verbindungsspur zu den Lagen der Kammern
zu beeinflussen.
Um eine möglichst schnelle und angepasste Entfaltung der Kammern
und Befüllung mit dem Gas des Gasgenerators zu erreichen, sind mehrere Kammern
an dem Verteilelement befestigt, vorzugsweise dort, wo eine Schutzwirkung aufgebaut
werden muss. Dabei kann es sinnvoll sein, dass Kammern separat voneinander an dem
Verteilelement befestigt sind, so dass beispielsweise bei der B-Säule kein
Kammervolumen zu befüllen ist, da dort keine Schutzfunktion benötigt wird.
Um bei separaten Kammern, die nur durch das Verteilelement miteinander gekoppelt
sind, eine ausreichende Stabilität des Airbags zu gewährleisten, ist zwischen
den Kammern ein Verbindungsgewebe angeordnet, so dass der Airbag einen mehr oder
weniger durchgehenden „Vorhang" ausbildet.
In einer Weiterbildung der Erfindung ist es vorgesehen, dass die Materialien,
aus denen das Verteilelement und die Kammern hergestellt sind, physikalisch verschiedene
Eigenschaften aufweisen, um den Airbag an die jeweils herrschenden Bedingungen optimal
anpassen zu können. Im Bereich des Gasgenerators werden relativ hohe Temperaturen
und hohe Drücke realisiert, die von dem Verteilelement aufgenommen werden müssen
bzw. denen das Verteilelement standhalten muss. Dementsprechend ist das Material
in diesem Bereich mit einer erhöhten Festigkeit und Temperaturbeständigkeit
ausgestattet, beispielsweise durch eine besondere Webart, durch besondere Garne
oder durch eine Beschichtung. In den entfernten Bereichen der Kammern wird weniger
heißes Gas mit relativ geringem Druck vorhanden sein, so dass dort Gewebe oder
Folien mit geringerer Festigkeit oder Faden- bzw. Materialstärke eingesetzt
werden können, so dass der Airbag insgesamt leichter und in dem gefalteten
Zustand kleiner ausgebildet werden kann.
Um eine verbesserte Anpassung des Airbags an die Einsatzbedingungen
zu gewährleisten, ist das Verteilelement mehrteilig ausgebildet, wobei auch
hier unterschiedliche Materialien in Abhängigkeit von den herrschenden Betriebsbedingungen
eingesetzt werden können. Ist beispielsweise der Gasgenerator zentral an dem
Verteilelement angeordnet, ist es sinnvoll, den Zentralbereich mit einem sehr festen,
temperaturbeständigen Material auszustatten, während die Randbereiche
des Verteilelementes, die das Gas zu den Kammern durch die Ausströmöffnungen
leiten, aus einem weniger stabilen, leichteren und preiswerteren Material gefertigt
werden können. Alternativ kann der Gasgenerator auch an einem Ende des Verteilelementes
angeschlossen und dieses einteilig ausgebildet sein.
Eine Ausgestaltungsform der Erfindung sieht vor, dass die Verbindungsspur,
mit der die Kammer an dem Verteilelement befestigt ist, sich über die gesamte
Länge der Kammer erstreckt, so dass die Kammer, die aus einem einstückigen
Gewebe besteht, das an einer Seite offen ist, um das Verteilelement aufzunehmen,
zusammen mit dem befestigten Verteilelement einen im wesentlichen geschlossenen
Hohlraum bildet, in den durch die Ausströmöffnungen des Verteilelementes
Gas eingeleitet werden kann.
Das Verteilelement kann im Bereich der Aufnahmeeinrichtung ein Material
höherer Temperaturbeständigkeit und/oder Reißfestigkeit als im Bereich
der Ausströmöffnungen aufweisen, um besser an die thermischen und mechanischen
Belastungen angepasst werden zu können.
Eine Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass das Verteilelement
nur mit einem unteren, die Ausströmöffnung aufweisenden Abschnitt von
der Kammer oder den Kammern überdeckt ist und ein oberer Bereich
des Verteilelementes aus den Kammern herausragt, so dass Gewebematerial oder Folienmaterial
der Kammern eingespart werden kann. An dem Verteilelement können Laschen zur
Befestigung des Airbags innerhalb des Fahrzeuges vorgesehen sein. Die Kammern und
der Hohlkörper bzw. das Verteilelement können aus unterschiedlichen Materialien
hergestellt sein, beispielsweise einem entsprechenden Gewebe oder einer Folie. Die
erfindungsgemäße Ausgestaltung ermöglicht ein gleichzeitiges Befüllen
der separaten Kammern nach dem Auslösen des Gasgenerators, so dass sehr schnell
eine Schutzwirkung für die Insassen erreicht werden kann. Die Ausströmöffnungen
können randverstärkt ausgebildet sein, beispielsweise mit einem Saum oder
einer zusätzlichen Materiallage. Die Verbindungsspuren sind bevorzugt gasdicht
ausgebildet, insbesondere mit Silikon abgedichtet.
Ebenfalls kann nur der untere Abschnitt des Verteilelementes und der
obere Abschnitt der Kammer oder der Kammern im Bereich der Ausströmöffnungen
aufeinander aufliegen bzw. aufeinanderstoßen, so dass eine gemeinsame, nahezu
ebene Kontaktfläche gebildet wird. Somit wird das Verteilelement nicht teilweise
in den Kammern aufgenommen, sondern die nur durch die Ausströmöffnungen
durchbrochene Wandungen des Verteilelementes und der Kammern werden aufeinandergenäht
und zueinander fixiert, so dass eine sichere Zuordnung der Ausströmöffnungen
zueinander erfolgt.
Der erfindungsgemäße Airbag kann sowohl als Seitenschutz-
als auch als Frontschutzairbag eingesetzt werden.
Das erfindungsgemäße Verfahren sieht vor, zum Herstellen
eines Airbags, insbesondere eines Airbags für den Kopf- und Schulterbereich,
mit einem Verteilelement für Gas eines Gasgenerators und zumindest einer aufblasbaren
mehrlagigen Kammer, die mit dem Gas des Gasgenerators befüllbar ist und in
strömungstechnischer Verbindung mit Ausströmöffnung des Verteilelementes
steht, das zumindest eine Aufnahmeeinrichtung für den Gasgenerator aufweist
und an dem Airbag befestigt ist, das ein Verteilelementzuschnitt und ein Kammerzuschnitt
außenseitig aufeinander gelegt und über die Ausströmöffnungen
umgebenden Verbindungsspuren der Kammerzuschnitt an dem Verteilelementzuschnitt
befestigt wird und anschließend der Verteilelementzuschnitt und der Kammerzuschnitt
über jeweils eine Verschlussspur zu je einem Hohlkörper verschlossen werden.
Dadurch ist es möglich, dass das Verteilelement aus einem oder mehreren Zuschnitten
hergestellt sein kann, die nachträglich miteinander verbunden werden. Auch
ist es möglich, dass nur eine Verschlussspur vorgesehen ist, die außerhalb
der Kammern angeordnet ist, um den einmal gefalteten Zuschnitt des Verteilelementes
zu einem Hohlkörper zu formen. Darüber hinaus kann vorgesehen sein, dass
der Hohlkörper über eine Verschlussspur verschlossen wird und die Verbindungsspuren
von der Verschlussspur beabstandet ausgeführt werden.
Ebenfalls ist es vorgesehen, dass nach der Bildung der Verschlussspur
die Kammer oder die Kammern mit einer Umfangsspur verschlossen werden.
Eine Weiterbildung des Verfahrens sieht vor, dass die Verschlussspur,
Verbindungsspur und/oder Umfangsspur genäht, geklebt oder geschweißt wird.
Nachfolgend wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand
der Figuren näher erläutert. Es zeigen:
1 – eine Draufsicht auf einen erfindungsgemäßen
Airbag;
2 – eine Schnittdarstellung gemäß
Linie II-II in 1;
3 – eine perspektivische Darstellung einer Variante;
4 – eine Schnittdarstellung der Variante gemäß
3; sowie
5 und 6 – Detaildarstellungen
der Erfindung.
1 zeigt einen Airbag 1 mit einem Verteilelement
2, das aus drei Teilelementen 2', 2'', 2'''
aufgebaut ist. Die dargestellte Ausführungsform weist eine Aufnahmeeinrichtung
5 in Gestalt einer Einführöffnung für einen nicht dargestellten
Gasgenerator, ungefähr in der Mitte des Verteilelementes 2, auf. An
das mittlere Teilelement 2' sind zwei Seitenelemente 2'',
2''' angenäht, die zusammen eine Verteillanze für das von dem
Gasgenerator produzierte Gas bilden. Die beiden entgegengesetzten Enden der Verteillanze
werden durch Nähte 37, 38 verschlossen. Im unteren Bereich
der Teilelemente 2'', 2'''' sind Ausströmöffnungen
22 ausgebildet, durch die Gas in Kammern 3, 4 einströmen
kann. In dem dargestellten Ausführungsbeispiel sind die Kammern 3,
4 separat in Gestalt von einstückig gewebten, zweilagigen Hohlkörpern
ausgebildet, die über Verbindungsnähte 31 an dem jeweiligen Teilelement
2'', 2''' angenäht sind. Statt der dargestellten Nähte
können alternative Befestigungsverfahren angewendet werden, beispielsweise
das Schweißen oder Kleben. Ebenfalls können sowohl das Verteilelement
als auch die Kammern statt aus einem Gewebe aus Folienmaterial oder dergleichen
hergestellt sein.
An dem oberen, den Kammern 3, 4 gegenüberliegenden
Ende des Verteilelementes 2 sind Anbindungspunkte 21 vorgesehen,
mit denen der Airbag 1 an einem Dachrahmen oder einem sonstigen Karosserieteil
eines Fahrzeuges befestigt werden kann. Für den Fall eines Seitenairbags, der
sich vor die Fenster eines Fahrzeuges legt, sind an den Kammern 3,
4 Spannbänder 30, 40 ausgebildet, um eine Anbindung
an Karosserieteile zu ermöglichen. Vorgesehen ist, dass die vordere Kammer
4 über das Spannband 40 an der A-Säule und die hintere
Kammer 3 über das Spannband 30 an der C-Säule befestigt
ist. Der nicht dargestellte Gasgenerator und damit auch die Aufnahmeeinrichtung
5 für den Gasgenerator sind im Bereich der B-Säule angeordnet.
Sofern der Gasgenerator nicht an der B-Säule eines Fahrzeuges angeordnet ist,
ist die Aufnahmeeinrichtung 5 an einem Endbereich des Verteilelementes
2 ausgebildet.
In dem dargestellten Ausführungsbeispiel sind die Kammern
3, 4 separat ausgebildet und durch ein Verbindungsgewebe
6, das einlagig und damit leicht und preiswert ist, verbunden. Durch das
Verbindungsgewebe 6, das ebenfalls im Bereich der B-Säule und damit
in einem nicht durch Kammern 3, 4 abzudeckenden Bereich angeordnet
ist, ist es möglich, eine durchgängige Fläche durch die Kammern
3, 4 und das Verbindungsgewebe 6 abzudecken, so dass
über die Spannbänder 30, 40 wirkungsvoll ein Ausklappen
der Kammern 3, 4 bei einer zerstörten Seitenscheibe oder
eine Eindringen von Gegenständen in Richtung auf den Insassen verhindert werden
kann.
Innerhalb der Kammern 3, 4 sind Nähte bzw.
Säume 34, 35, 44, 45, 46 ausgebildet,
die die Kammern 3, 4 in einzelne, aufblasbare Bereiche unterteilen.
Es ist möglich, dass die Nähte oder Säume 34,
35, 44, 45, 46 durchgängig ausgebildet
sind, so dass voneinander abgetrennte Kompartements in den Kammern 3,
4 ausgebildet werden. Die Ausströmöffnungen 22 sind
dabei so angeordnet, dass jede Kammer 3, 4 und gegebenenfalls
jedes Kompartement schnellstmöglich befüllt werden kann.
In der 1 ist angedeutet, dass die Gewebestruktur
des mittleren Teilelementes 2' mit der Aufnahmeeinrichtung 5 für
den Gasgenerator von der Gewebestruktur der seitlichen Teilelemente 2'',
2''' verschieden ist. Dies ist durch den unterschiedlichen Winkelverlauf
der Garne angedeutet, während in dem mittleren Teilelement 2' ein
45°-Verlauf der Garne gezeigt ist, ist ein rechtwinkliger Garnverlauf in den
seitlichen Teilelementen 2'', 2''' vorgesehen. Das mittlere Teilelement
2' und die seitlichen Teilelemente 2'', 2''' können
auch aus Geweben unterschiedlicher Garnstärke hergestellt sein.
In der 2 ist zu erkennen, dass die Kammer
3 aus einem einstückigen Gewebe ausgebildet ist, das an dem seitlichen
Teilelement 2''' über Verbindungsnähte 31,
32 angenäht ist. Das Gewebe des seitlichen Teilelementes
2''' ist aus einem Grundgewebe ausgeschnitten und über eine Verschlussnaht
20 zu einem Hohlkörper verschlossen. Die Verbindungsnähte
31, 32 sind von dem Verschlusselement 20 beabstandet
ausgeführt, so dass ein Teil des Verteilelementes 2 oberhalb der Kammern
3, 4 angeordnet ist. Lediglich der untere Abschnitt des Verteilelementes
2 mit den Ausströmöffnungen 22 ist von dem Gewebe der
Kammern 3, 4 überdeckt, so dass sich zwei im Wesentlichen
geschlossene Hohlkörper durch die Kammern 3, 4 sowie die
Seitenabschnitte 2'', 2''' des Verteilelementes 2 ausbilden.
Statt einer einstückigen Ausbildung des seitlichen Teilelementes
2''' ist es möglich, dieses aus zwei Zuschnitten mit zwei Verschlussnähten
zu bilden.
Eine Möglichkeit zur Herstellung eines erfindungsgemäßen
Airbags 1 sieht vor, dass zunächst die Verbindungsnähte
31, 32 ausgeführt werden. Anschließend wird eine erste
Verschlussnaht zum Verbinden zweier Lagen des Verteilelementes 2 bzw. des
seitlichen Teilelementes 2''' gebildet. Anschließend wird gegebenenfalls
die zweite Verschlussnaht des Verteilelementes 2 bzw. des seitlichen Teilelementes
2''' gebildet. Sofern die Kammer 3 ebenfalls nach dem cut-and-sewn-Verfahren
hergestellt wurde, wird die Kammer 3 durch eine Umfangsnaht unter Bildung
eines Hohlkörpers geschlossen. Sollte die Kammer 3 einstückig
gewebt ausgebildet sein, entfällt der letzte Arbeitsschritt.
Durch den erfindungsgemäßen Airbag ist es möglich,
dass die Kammern 3, 4 bei Verwendung eines einstückig gewebten
Gewebes eine verbesserte Standzeit aufgrund verbesserter Dichtigkeit aufweisen.
Aufgrund der geringeren Druckbelastung in den Kammern 3, 4 im
Verhältnis zu dem mittleren Teilelement 2' ist es möglich, unbeschichtetes
Material für die Kammern 3, 4 zu verwenden, so dass eine
leichtere und kostengünstigere Realisierung des Airbags 1 möglich
ist. Das mittlere Teilelement 2' des Verteilelementes 2 kann mit
einer Verstärkung versehen sein bzw. aus einem verstärkten Gewebe hergestellt
sein, um den hohen Druck aus dem Gasgenerator sowie den hohen Temperaturen beim
Entfalten des Airbags 1 standhalten zu können. Die seitlichen Teilelemente
2'', 2''' sind an dem mittleren Teilelement 2' angenäht
und vorzugsweise an den dem mittleren Teilelement 2' abgewandten Enden
verschlossen. Die seitlichen Teilelemente 2'', 2''' sammeln das
erzeugte Gas und verteilen es auf die jeweiligen Kammern 3, 4.
Durch die Größe der Ausströmöffnungen 22 sowie der
Abmessungen der seitlichen Teilelemente 2'', 2''' kann der Gasstrom
gesteuert und damit die Belastung auf die Nähte in den Kammern 3,
4 bzw. in den darin ausgebildeten Kompartements reduziert werden. Die Kammern
3, 4 selbst können auf die jeweils gewünschte Entfaltungscharakteristik
abgestimmt werden und können auch zu einem einstückigen
Materialstück gewoben sein. Die vorliegende Erfindung ermöglicht eine
Kombination von beschichteten und unbeschichteten Geweben, wobei eine Verstärkung
nur in denjenigen Bereichen aufgebracht werden muss, in denen sie benötigt
wird. Elastische Nähte können in den Bereichen hoher Belastung vorgesehen
sein, während gewebte Säume oder Nähte für Bereiche mit geringeren
Belastungen und verbessertem Standverhalten vorgesehen sein können. Der erfindungsgemäße
Airbag 1 kann auf den jeweiligen Einsatzzweck abgestimmt werden, wodurch
leichtere Textilien und dünnere Garne einsetzbar sind, was zu einer Reduzierung
des Gewichtes und der Packgröße führt. Solch ein Airbag kann auch
als Seitenairbag ausgebildet sein.
In der 3 ist eine alternative Ausgestaltungsform
der Erfindung in perspektivischer Darstellung gezeigt. Das Verteilelement
2 ist dabei ohne Aufnahmeeinrichtung für den Gasgenerator dargestellt.
Der Gasgenerator kann auch endseitig an dem Verteilelement 2 befestigt
sein. Anders als bei der 1 ist gemäß der
3 der Airbag mit zwei sich nach unten erstreckenden,
separaten Kammern 3, 4 ausgebildet, die an der Unterseite des
Verteilelementes 2 über Verbindungsspuren 31, 32
in Gestalt von Nähten, Schweißnähten oder Klebenähten im Bereich
der Ausströmöffnungen 22 verbunden. In dem vorliegenden Ausführungsbeispiel
sind die Verbindungsspuren 31, 32 geschlossen um die Ausströmöffnungen
22 herum ausgebildet und über eine Verbindung 312 gekoppelt,
so dass eine geschlossene Nahtführung in Gestalt einer „8" vorliegt.
Bei weiteren Ausströmöffnungen 22 können entsprechende,
sich kreuzende Nähte nacheinander angeordnet sein, so dass insgesamt eine geschlossene
Kette von umhüllenden Verbindungsspuren 31, 32 um die Ausströmöffnungen
22 ausgebildet wird. Alternativ zu einer sich kreuzenden Nahtführung
im Bereich der Verbindungen 312 können dort die Verbindungsspuren
31, 32 parallel zueinander oder übereinander verlaufen, so
dass kein oder kein nennenswerter Verbindungsraum zwischen den Verbindungsspuren
31, 32 im Bereich der Verbindung 312 vorliegt, so dass
in diesem Bereich eine einzelne Verbindungsspur vorliegt..
Zur Herstellung des Airbags 1 werden die entsprechenden Zuschnitte
der Kammern 3, 4 und des Verbindungselementes 2 außenseitig
aufeinander gelegt und im Bereich der Ausströmöffnungen 22 bzw.
Durchströmöffnungen miteinander durch die Verbindungsspuren
31, 32 verbunden. Dann werden die Zuschnitte gegensinnig umgeschlagen
und über Verschlussspuren 20, 20' oder Verschlussnähte
verschlossen. Dadurch werden die entsprechenden Hohlkörper gebildet, die durch
das ausströmende Gas des Gasgenerators befüllt werden.
In der 4 ist eine Schnittdarstellung
durch den Airbag gemäß 1 im Bereich der Ausströmöffnung
22 gezeigt. Die Verbindungsspuren 31, 32 umschließen
dabei die Ausströmöffnung 22 und bewirken eine exakte Fixierung
der Ausströmöffnungen 22 innerhalb des Verteilelementes
2 zu der Ausströmöffnung 22 in der Kammer
4. Die Verschlussnaht 20, 20' kann entweder, wie beim
Verteilelement 2 gezeigt, durch einfaches Aufeinanderlegen und Vernähen,
Verschweißen oder Verkleben erzeugt werden oder durch ein Umschlagen und anschließendes
Vernähen, Verkleben oder Verschweißen, wie es bei der Verschlussnaht
20' der Kammer 4 gezeigt ist. Die Anordnung der jeweiligen Verschlussart
ist dabei beliebig.
Die Ausströmöffnungen 22 an den jeweiligen Zuschnitten
können verstärkt sein, beispielsweise durch Materialaufdopplungen oder
durch eine Umsäumung.
In der 5 ist in Detaildarstellung eine
separate, die Ausströmöffnung 22 vollständig umgebende Nahtausführung
der Verbindungsspuren 31, 32 gezeigt. Eine Verbindung
312 liegt dabei nicht vor. Durch die Nahtführung der Verbindungsspuren
31, 32 werden einzelne Kontaktflächen im Bereich der Ausströmöffnungen
22erzeugt; die Gewebe oder Materialien des Verteilelementes 2
und der Kammern 3, 4 stoßen hier aufeinander und liegen aneinander
an, ansonsten sind die Kammer 23, 4 und das Verteilelement
2 separat ausgebildet, anders als in dem Ausführungsbeispiel der
2, bei dem das Verteilelement 2 einen Teil
der Kammer 3 mit ausbildet.
In der 6 sind die Verbindungsspuren als
parallele, die Ausströmöffnungen 22 zwischen sich aufnehmende,
im Wesentliche geradlinige Verbindungsspuren 31, 32 ausgebildet.
Die Ausströmöffnungen 22 können als Löcher oder Schlitze
ausgestaltet sein. Sämtliche Verbindungsspuren, soweit sie genäht sind,
sind bevorzugt gasdicht ausgeführt, beispielsweise indem Silikon auf die Naht
aufgebracht wird.
Auch bei diesem Ausführungsbeispiel können sämtliche
Verbindungen zwischen den einzelnen Lagen oder Schichten genäht, geschweißt
oder verklebt werden, bei einem Vernähen können die Nähte zusätzlich
abgedichtet sein, beispielsweise mittels einer Silikonschicht oder indem durch eine
Silikonspur hindurchgenäht wird. Neben dem Einsatz als Seitenschutzairbag gegen
einen Seitenaufprall oder Überschlag kann der erfindungsgemäße Airbag
auch als Sicherheitseinrichtung gegen einen Frontalaufprall oder einen Heckaufprall
als Frontschutzairbag eingesetzt werden.