Hintergrund der Erfindung
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Signalverarbeitungsschaltung
zur Demodulation von amplitudenmodulierten Signalen, wie sie beispielsweise bei
RFID-Systemen vorkommen.
Die Amplitudenumtastung (Amplitude Shift Keying = ASK) ist eine digitale
Modulationsart, die aufgrund ihrer aufwandsgünstigen Signalverarbeitung vielerlei
Einsatzgebiete gefunden hat. Beispielsweise wird sie bei RFID-Systemen (RFID = Radio
Frequency Identification) eingesetzt, die eine schnurlose Identifikation eines Transponders
und schnurlose Datenübertragungen ermöglicht. Weitere Einsatzgebiete der
Amplitudenumtastung sind beispielsweise im Bereich der Funkuhren zu finden, wo zur
Zeitsynchronisation ein Trägersignal aktuelle Zeit- und Datumsinformation übermittelt.
Ein weiteres Beispiel sind sogenannte Funkfeuer zur Ortsbestimmung. Hier wird ein
Trägersignal zur leichteren Identifikation mit einem Dauerton im Audiobereich
moduliert, der Audioton selbst wird wiederum entsprechend einem gewünschten
Morsecode moduliert (getastet), so dass über das angepeilte Gesamtsignal sowohl
die Richtungsbestimmung als auch die Identifikation des Senders selbst ermöglicht
wird. Als einfachste Variante der Amplitudenumtastung ist das sogenannte On-Off-Keying
(OOK) zu nennen. Bei diesem Verfahren wird ein Trägersignal an- bzw. ausgeschaltet,
um eine binäre „1" bzw. eine „0" zu übertragen.
Die US 2006/0028342 A1 beschreibt eine Schaltung zur Detektion einer
Einhüllenden, die zur Demodulation von hochmodulierten Signalen und hinsichtlich
einer geringen Leistungsaufnahme optimiert. ist. Die beschriebene Schaltung zur
Demodulation kann daher insbesondere in RFID-Systemen zum Einsatz kommen, in denen
eine möglichst minimale Leistungsaufnahme solcher Detektoren angestrebt wird.
Die DE 10 229 460 B3
offenbart einen Spannungsfolger, der auch bei sehr kleinen Eingangsspannungen folgen
kann. Es wird sichergestellt, dass die Ausgangsspannung mit der Eingangsspannung
zusammen gegen Masse abfallen kann, was für viele Anwendungen ausreichend ist.
Der offenbarte Spannungsfolger setzt sich aus mehreren Feldeffekttransistoren zusammen,
und kann entsprechend in ASK-Demodulatoren eingesetzt werden.
Die DE 199 227 320 A1
offenbart ein Verfahren zur drahtlosen elektromagnetischen Übertragung von
Daten als binäre Signale, welche als amplitudenmoduliertes Signal von einer
Sendeeinrichtung ausgesendet, von einer Empfangseinrichtung empfangen und über
eine einstellbare Komparatorschwelle in ein Rechtecksignal umgesetzt werden. Dabei
wird die Impulsbreite des demodulierten Signals durch Nachführen der Komparatorschwelle
auf einem wenigstens abschnittsweise bestimmten Sollwert gehalten.
Zusammenfassung der Erfindung
Gemäß einem Ausführungsbeispiel schafft die vorliegende
Erfindung eine Signalverarbeitungsschaltung mit einem Demodulator mit einem Eingang
für ein Empfangssignal, wobei das Empfangssignal abfallende und ansteigende
Signalflanken aufweist und der Demodulator einen Ausgang für ein demoduliertes
Empfangssignal aufweist, das bei Signalflanken des Empfangssignals einen Übergang
von einem ersten Pegel zu einem zweiten Pegel oder umgekehrt aufweist, wobei ein
Zeitpunkt des Übergangs von der Steilheit der Signalflanken abhängt. Die
Signalverarbeitungsschaltung umfasst weiterhin einen Signalgenerator, mit einem
Eingang für das demodulierte Empfangssignal, der mit dem Ausgang des Demodulators
gekoppelt ist und einem Ausgang für ein korrigiertes demoduliertes Empfangssignal,
das Übergänge aufweist, deren Zeitpunkte bezüglich Zeitpunkten der
Übergänge des demodulierten Empfangssignals auf der Grundlage eines Referenzsignals
eingestellt sind, um Einflüsse der Steilheiten der abfallenden und ansteigenden
Signalflanken in dem korrigierten demodulierten Empfangssignal gegenüber dem
demodulierten Empfangssignal zu reduzieren.
Gemäß einem anderen Ausführungsbeispiel schafft die
vorliegende Erfindung ein Verfahren zum Erzeugen eines korrigierten demodulierten
Empfangssignals, mit einem Schritt des Demodulierens eines Empfangssignals, das
abfallende und ansteigende Signalflanken aufweist, zum Erzeugen eines demodulierten
Empfangssignals, das bei Signalflanken des Empfangssignals einen Übergang von
einem ersten Pegel zu einem zweiten Pegel oder umgekehrt aufweist, wobei ein Zeitpunkt
des Übergangs von der Steilheit der Signalflanken abhängt. Das erfindungsgemäße
Verfahren umfasst weiterhin einen Schritt des Erzeugens des korrigierten demodulierten
Empfangssignals durch Einstellen von Zeitpunkten von Übergängen in dem
korrigierten demodulierten Empfangssignal bezüglich Zeitpunkten der Übergänge
in dem demodulierten Empfangssignal auf der Grundlage eines Referenzsignals, um
Einflüsse der Steilheiten der abfallenden und ansteigenden Signalflanken in
dem korrigierten demodulierten Empfangssignal gegenüber dem demodulierten Empfangssignal
zu reduzieren.
Kurzbeschreibung der Figuren
Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung werden nachfolgend
Bezug nehmend auf die beiliegenden Zeichnungen näher erläutert.
Es zeigen:
1 ein prinzipielles Blockschaltbild eines Ausführungsbeispiels
der vorliegenden Erfindung;
2 ein prinzipielles Blockschaltbild eines weiteren
Ausführungsbeispiels der vorliegenden Erfindung;
3 prinzipielle Signalverläufe zur Verdeutlichung
eines erfindungsgemäßen Ausführungsbeispiels;
4 prinzipielle Signalverläufe eines erfindungsgemäßen
Ausführungsbeispiels;
5 prinzipielle Signalverläufe zur Verdeutlichung
der Verzerrungen durch reale Signalflanken; und
6 prinzipielle Signalverläufe zur Verdeutlichung
der Verzerrungen durch reale Signalflanken.
Detaillierte Beschreibung der Erfindung
Die Einhüllende eines ASK-modulierten Signals ist in
5 oben dargestellt. 5
zeigt zwei Signalverläufe für die Spannungen UASK und UDEM.
Der obere Signalverlauf UASK zeigt die Einhüllende eines ASK-modulierten
Signals. Der untere Signalverlauf zeigt ein Signal UDEM, welches beim
Demodulieren aus dem Signal UASK extrahiert wird. Es wird dabei eine
Schwellwertentscheidung getroffen, dies bedeutet, dass das Signal UASK
gegen eine Schwelle UTHR verglichen wird. Der Schwellwert UTHR
ist ebenfalls im Signalverlauf von UASK in 5
oben dargestellt. Beim Demodulieren wird nun die Spannung UASK gegen
die Schwelle UTHR verglichen, und wenn das Signal UASK eine
Amplitude aufweist, die größer ist als UTHR so nimmt das demodulierte
Signal UDEM einen Signalpegel U1 an, ist die Amplitude von
UASK niedriger als der Schwellwert UTHR, so nimmt das Signal
UDEM den Signalpegel U2 an.
Der Signalverlauf von UDEM für einen beispielhaften
Schwellwert UTHR ist in 5 unten für
die beiden Signalpegel U1 und U2 dargestellt. Es ist zu erkennen,
dass die Zeitpunkte der Pegelwechsel im demodulierten Signal UDEM von
der Flankensteilheit der Einhüllenden des ASK-modulierten Signals UASK
abhängen. Je flacher beispielsweise eine abfallende Signalflanke im Signal
UASK verläuft, umso später wird die Schwelle UTHR
unterschritten, und umso später findet im demodulierten Signal UDEM
ein Pegelwechsel statt. 5 verdeutlicht diesen Zusammenhang
für einen relativ niedrig gewählten Schwellwert UTHR. Dies
hat zur Folge, dass der eingehende Pegelwechsel im demodulierten Signal UDEM
erst relativ spät stattfindet, wohingegen der ausgehende Pegelwechsel, der
zur ansteigenden Signalflanke des Einhüllendensignals UASK gehört,
relativ früh stattfindet. Nach Beginn der abfallenden Signalflanke im Einhüllendensignal
UASK, vergeht relativ viel Zeit, bevor ein Pegelwechsel im demodulierten
Signal UDEM stattfindet. Bei der darauffolgenden ansteigenden Signalflanke
im Einhüllendensignal UASK findet der Pegelwechsel im demodulierten
Signal UDEM relativ kurz nach Beginn der ansteigenden Flanke statt. Dies
hat zur Folge, dass der Zeitraum zwischen den beiden Pegelwechseln im demodulierten
Signal UDEM verkürzt wird. In 5 sind
die zeitlichen Abstände zwischen zwei Signalflanken im Einhüllendensignal
UASK durch gestrichelte Linien markiert.
Zwischen zwei Signalflanken liegt immer ein ganzzahliges Vielfaches
einer ETU (ETU = Equivalent Time Unit). Eine ETU entspricht einer Symboldauer eines
auf das Einhüllendensignal UASK aufmodulierten Symboles. In
5 sind im Vergleich dazu auch im demodulierten Signal
UDEM Symboldauern durch gestrichelte Linien eingetragen. Hieran ist leicht
zu erkennen, dass die Zeitdauer zwischen den beiden ersten Pegelwechseln im demodulierten
Signal UDEM durch die Lage des Schwellwertes UTHR verkürzt
wird. Dieser Effekt wird in 5 zusätzlich verdeutlicht
dadurch, dass Abtastwerte, repräsentiert durch schwarze Punkte, in den Signalverlauf
UDEM eingetragen sind. Ein Abtaster wird nach Detektion eines Pegelwechsels
im demodulierten Signal während einer Symboldauer, die einer ETU entspricht,
beispielsweise drei Abtastwerte bilden. Anhand dieser Abtastwerte kann nun ein Dekoder
das tatsächliche Symbol dekodieren. Üblicherweise findet an dieser Stelle
ein Mehrheitsentscheid statt. Im in 5 dargestellten
beispielhaften Signalverlauf würde der Dekoder für das vierte Symbol einmal
den Signalpegel U2 erhalten und zweimal den Signalpegelwert U1.
Dies würde dazu führen, dass per Mehrheitsentscheid auf den Signalpegel
U1 entschieden würde. Die beschriebene Vorgehensweise hat den Nachteil,
dass auf diese Art und Weise Fehler im detektierten Empfangssignal, also in den
empfangenen Daten auftauchen, die auf die endliche Steilheit der Signalflanken im
Einhüllendensignal UASK zurückzuführen sind.
6 verdeutlicht einen weiteren Nachteil der beschriebenen
Vorgehensweise. 6 zeigt den gleichen Signalverlauf
eines Einhüllendensignals UASK mit einem Schwellwert UTHR,
der im Vergleich zu dem in 5 dargestellten Verläufen
höher angeordnet ist. Dies hat zur Folge, dass nun der Pegelwechsel bei einer
abfallenden Signalflanke im Einhüllendensignal UASK im demodulierten
Signal UDEM relativ zeitnah erfolgt. Dies ist in 6
unten dargestellt. Bei einer aufsteigenden Signalflanke im Signalverlauf der Einhüllenden
UASK, treten nun erhebliche Verzögerungen bis zum Pegelwechsel im
demodulierten Signal UDEM auf. Da der Schwellwert UTHR
relativ hoch im Beispiel in 6 angenommen ist, dauert
es bei einer flachen ansteigenden Signalflanke entsprechend länger, bis der
Schwellwert UTHR überschritten wird. Die Verzögerung des Pegelwechsels
im demodulierten Signal UDEM ist in 6 deutlich
zu erkennen. In 6 sind ebenfalls Abtastwerte in Form
von schwarzen Punkten eingetragen, wobei auch hier angenommen ist, dass ein Pegelwechsel
im demodulierten Signal UDEM eine Folge von drei Abtastwerten pro Symboldauer
oder ETU nach sich zieht. In 6 ist zu erkennen, dass
im angenommenen Beispiel ein Dekoder nun fünf Symbole mit einem Signalpegel
U2 detektieren würde anstatt nur Vieren, da sich durch den beschriebenen
Effekt der Pegelwechsel nach dem letzten Symbol im demodulierten Signal UDEM
verzögert. Auch im in 6 dargestellten Beispiel
kommt es also zu einem Fehler, was ein großer Nachteil der beschriebenen Vorgehensweise
ist.
Ein prinzipielles Blockschaltbild eines Ausführungsbeispiels
der vorliegenden Erfindung ist in 1 dargestellt.
1 zeigt eine Signalverarbeitungsschaltung
100. Die Signalverarbeitungsschaltung 100 umfasst einen Demodulator
110, der einen Eingangsanschluss 112 und einen Ausgangsanschluss
114aufweist, und einen Signalgenerator 120, der einen Eingangsanschluss
122 und einen Ausgangsanschluss 124 aufweist.
Der Demodulator 110 verfügt über einen Eingang
112 für ein Empfangssignal, wobei das Empfangssignal abfallende und
aufsteigende Signalflanken aufweist und der Demodulator 110 einen Ausgang
114 für ein demoduliertes Empfangssignal aufweist, das bei Signalflanken
des Empfangssignals einen Übergang von einem ersten Pegel zu einem zweiten
Pegel oder umgekehrt aufweist, wobei ein Zeitpunkt des Übergangs von der Steilheit
der Signalflanken abhängt. Der Signalgenerator 120 verfügt über
einen Eingang 122 für das demodulierte Empfangssignal, der mit dem
Ausgang 114 des Demodulators 100 gekoppelt ist. Der Signalgenerator
120 verfügt ferner über einen Ausgang 124 für ein
korrigiertes demoduliertes Empfangssignal, das Übergänge aufweist, deren
Zeitpunkte bezüglich Zeitpunkten der Übergänge des demodulierten
Empfangssignals auf der Grundlage eines Referenzsignals eingestellt sind, um Einflüsse
der Steilheiten der abfallenden und ansteigenden Signalflanken in dem korrigierten
demodulierten Empfangssignal gegenüber dem demodulierten Empfangssignal zu
reduzieren.
Der Signalgenerator 120 ist aufgrund der Kenntnis eines Referenzsignals,
das beispielsweise einer bekannten Trainingssequenz entspricht, in der Lage, die
Einflüsse realer Signalflanken in dem Empfangssignal zu reduzieren. Da der
Zeitpunkt des Auftretens des Referenzsignals als auch das Referenzsignal selbst
bekannt sind, lernt der Signalgenerator 120 aus dem zugehörigen Verlauf
des demodulierten Empfangssignals, welche zeitliche Verschiebung Übergänge
in dem demodulierten Empfangssignal durch die verzerrten Signalflanken im Empfangssignal
erfahren haben. Basierend auf dieser Kenntnis, kann der Signalgenerator
120 sämtliche Übergänge in dem demodulierten Empfangssignal
entsprechend anpassen.
Somit weisen Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung
den Vorteil auf, dass durch zusätzliches Betrachten eines Referenzsignals,
also eines bekannten Signals, und durch Messen der Zeiträume zwischen den zwei
Pegelübergängen im demodulierten Empfangssignal, die Übergänge
im demodulierten Empfangssignal entsprechend der durch verschiedene Signalflanken
hervorgerufenen Verzögerungen korrigiert werden können. Die Korrektur
des demodulierten Empfangssignals ermöglicht eine Datenübertragung mit
reduzierter Bitfehlerrate, d.h. eine Datenübertragung wird zuverlässiger
und robuster. Die Reduktion der Bitfehlerrate hat unmittelbar zur Folge, dass Informationen
schneller und sicherer übertragen werden können.
Das Referenzsignal kann beispielsweise einer Startkennung entsprechen,
d.h. zu Beginn eines Empfangssignals, befindet sich ein bekannter Sendesignalverlauf,
der Aufschluss über die aufgetretenen Übergangsverzerrungen in einem demodulierten
Empfangssignal gibt. So lange diese Verzerrungen als statisch betrachtet werden,
kann der Signalgenerator 120 die Verzerrungen in nachfolgenden Pegelübergängen
in dem demodulierten Empfangssignal korrigieren. Prinzipiell kann das Referenzsignal
aus einem bekannten Sendesymbol oder auch aus einer Folge von bekannten Sendesymbolen
bestehen, die sich auch wiederholen können, bzw. nach einer bekannten Sequenz
in einem Sendesignal angeordnet sind.
In einem weiteren Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung
könnte anstatt einer Startkennung, die auch als Präambel bezeichnet wird,
eine Mitambel oder eine Postambel gesendet werden. Radiosignale der hier betrachteten
Kategorie werden oftmals in sogenannte Rahmen, die auch Frames oder Bursts genannt
werden, eingeteilt. Eine Mitambel entspricht einer Trainingssequenz, also einem
bekannten Referenzsignal, das in der Mitte eines solchen Rahmens gesendet wird.
Analog wird unter einer Postambel eine Trainingsfrequenz verstanden, die am Ende
eines solchen Rahmens oder Bursts gesendet wird. Es ist dabei erforderlich, dass
die Signale zwischengespeichert werden, da die Einflüsse realer Signalflanken
in dem Empfangssignal erst korrigiert werden können, wenn die entsprechende
Trainingssequenz empfangen und die Signale entsprechend ausgewertet wurden. In einem
Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung würde der Signalgenerator
also das demodulierte Empfangssignal zwischenspeichern, nach Auftreten der Trainingssequenz
die Verzerrungen der Übergänge in dem demodulierten Empfangssignal erlernen
und anschließend ein korrigiertes demoduliertes Empfangssignal ausgeben, in
dem die besagten Einflüsse reduziert sind.
In einem weiteren Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung
könnte das Referenzsignal bekannten Sendesymbolen entsprechen, die sich auch
während eines Rahmens wiederholen können. Der Signalgenerator ist dann
in der Lage, die aufgetretenen Verzerrungen neu zu erlernen, auf der Basis der wiederholten
bekannten Sendesymbole. In diesem Fall könnte der Signalgenerator veränderliche
Verzerrungen nachführen, auf der Basis des sich wiederholenden Referenzsignals.
In einem anderen Ausführungsbeispiel wird von einem Sender bei
einer Datenübertragung zunächst eine bekannte Symbolfolge gesendet. Diese
bekannte Symbolfolge entspricht dem Referenzsignal, so dass der Signalgenerator
beim Erhalt des demodulierten Empfangssignals Kenntnis darüber besitzt, welche
Zeit zwischen den ersten beiden Pegelübergängen im demodulierten Empfangssignal
liegen muss. Er bestimmt dann die tatsächliche Zeit, die zwischen den ersten
beiden Pegelübergängen im demodulierten Empfangssignal liegt und ermittelt
daraus eine zeitliche Verschiebung, mit der er in dem korrigierten demodulierten
Empfangssignal Pegelübergänge im Vergleich zum demodulierten Empfangssignal
anpasst. Dabei könnte der Signalgenerator beispielsweise nur Pegelübergänge,
die bei abfallenden Signalflanken im Empfangssignal auftreten, anpassen oder auch
nur diejenigen Pegelübergänge, die im demodulierten Empfangssignal bei
ansteigenden Signalflanken im Empfangssignal auftreten. Prinzipiell sind jedoch
beide Varianten und Kombinationen, d.h. Anpassungen der ansteigenden und der abfallenden
Signalflanken möglich.
Ein großer Vorteil der vorliegenden Erfindung entsteht nun beispielsweise
dadurch, dass im Falle von RFID-Anwendungen, die Transponder sicherer und schneller
identifiziert werden können, bzw. Daten schneller verfügbar gemacht werden.
Da gerade bei RFID-Systemen die Funkreichweite begrenzt ist, kommt es gerade im
Grenzbereich der Funkreichweite solcher Systeme zu Verzerrungen. Durch Ausführungsbeispiele
der vorliegenden Erfindung wird eine Erhöhung der Reichweite in RFID-Systemen
erreicht. Beispielsweise bei der Anwendung von Funkuhren kann ein Empfänger
das Empfangssignal, das sich in diesem Falle aus einer aktuellen Zeitinformation
und einer Datumsinformation zusammensetzt, schneller empfangen und anzeigen. Auch
hier erhöht sich die Reichweite des Systems. Im Bereich der Funkfeuer, d.h.
im Bereich der Ortung und Positionsbestimmung, kann durch die vorliegende Erfindung
zum einen die Bestimmung der Position selbst beschleunigt und in kürzerer Zeit
durchgeführt werden, ferner wird eine genauere Positionsbestimmung möglich.
Gerade im Bereich des Katastrophenschutzes, wie z.B. bei der Ortung und Bergung
von Verletzten, kann die hier vorgestellte Erfindung entscheidende Vorteile bedingen.
Ein weiterer Vorteil eines Ausführungsbeispiels der vorliegenden
Erfindung kommt im Einsatz von RFID-Systemen in Reisepässen zur kontaktlosen
Bestimmung der Personalien von Reisenden, bzw. deren biometrischer Daten zur Geltung.
Weil mit der vorliegenden Erfindung RFID-Chips schneller und störsicherer ausgelesen
werden können, ergibt sich ein unmittelbarer Vorteil bei der Abwicklung von
Reisenden, beispielsweise an Flughäfen, Bahnhöfen und in Zügen.
Ein weiteres Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung ist
in 2 dargestellt. 2 zeigt
eine Signalverarbeitungsschaltung 200, die neben den bereits in
1 gezeigten Komponenten zusätzlich über einen
Empfänger 130 verfügt. Der Empfänger weist einen Eingangsanschluss
132 und einen Ausgangsanschluss 134 auf, der mit dem Eingangsanschluss
112 des Demodulators gekoppelt ist. Der Empfänger 130 stellt
dem Demodulator 110 das Empfangssignal zur Verfügung. Das Empfangssignal
kann dabei beispielsweise die Einhüllende eines amplitudenmodulierten Signals
sein. In einem weiteren Ausführungsbeispiel wird ein ASK-Signal (ASK = Amplitude
Shift Keying) empfangen, und dessen Einhüllende dem Demodulator 110
weitergeleitet. In einem weiteren Ausführungsbeispiel genügt das ASK-Signal
der Norm ISO 14443, die RFID-Signalkomponenten beschreibt bzw. spezifiziert. In
einem weiteren Ausführungsbeispiel würde der Empfänger ein OOK-Signal
(OOK = On-Off-Keying) empfangen, und die Einhüllende des Signals dem Demodulator
110 zur Verfügung stellen.
Zur Veranschaulichung einer Realisierung eines Ausführungsbeispiels
sind in 3 zwei Signalverläufe 300 und
310 dargestellt. Der Signalverlauf 300 zeigt den Verlauf der Einhüllenden
eines amplitudenmodulierten Signals UASK. Analog zu 5
ist ein Schwellwert UTHR eingezeichnet, anhand dessen der Demodulator
Pegelübergänge in einem demodulierten Empfangssignal UDEM ermittelt.
Wie bereits in 5 beschrieben, entscheidet der Demodulator
beispielsweise auf einen Pegel U1, wenn die Signalamplitude des Einhüllendensignals
UASK unterhalb des Schwellwertes UTHR liegt, bzw. auf einen
Pegel der U2, wenn die Amplitude des Einhüllendensignals UASK
oberhalb des Schwellwertes UTHR liegt. Das zugehörige demodulierte
Empfangssignal UDEM ist in 3 im Signalverlauf
310 dargestellt.
Analog zu der 5 sind auch hier die zeitlichen
Verschiebungen der Pegelübergänge im demodulierten Empfangssignal UDEM
zu erkennen. Gemäß einem Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung
ermittelt der Signalgenerator 120 nun die Zeit tmeas_1 die der
Zeitdauer zwischen den ersten beiden Pegelübergängen in dem demodulierten
Empfangssignal UDEM entspricht. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel
wird davon ausgegangen, dass ein Sender zunächst eine Startkennung aussendet.
Diese Startkennung bildet das Referenzsignal, so dass der Signalgenerator
120 Kenntnis darüber besitzt, dass die Dauer zwischen den ersten beiden
Pegelübergängen im demodulierten Empfangssignal UDEM einer
Zeit tref entspricht. Basierend auf dieser bekannten Referenzzeit tref
und der bestimmten Zeitdauer zwischen den Pegelübergängen tmeas_1,
kann der Signalgenerator nun eine Zeit ermitteln, mit der der zweite Pegelübergang
in dem in 3 dargestellten Beispiel verzögert werden
muss. In 3 sind im Signalverlauf 310 ebenfalls
Abtastwerte als schwarze Punkte eingezeichnet. Würde der Signalgenerator
120 das demodulierte Empfangssignal UDEM nicht korrigieren,
so würde ein Abtaster während des letzten Symbols der Startkennung zwei
Abtastwerte mit dem Pegelwert U1 bilden, und so würde es zu einem
Fehler kommen. Der Signalgenerator 120 verzögert gemäß dem
Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung die Pegelübergänge
von U2 nach U1 um die Differenz zwischen tref und
tmeas_1 Dies ist beispielhaft im Signalverlauf 310 durch gepunktete
korrigierte Signalverläufe 320 angedeutet.
In 4 wird ein weiteres Ausführungsbeispiel
anhand der Signalverläufe mit einem anderen Schwellwert erläutert.
4 zeigt drei Signalverläufe 400,
410 und 430. Der Signalverlauf 400 zeigt erneut das Einhüllendensignal
UASK mit einem Schwellwert UTHR, der im Vergleich zu
3 nun höher angesetzt ist. Dies führt, wie
bereits an 6 erläutert, dazu, dass die Zeitdauer
zwischen den ersten beiden Pegelübergängen in dem demodulierten Empfangssignal
UDEM, welches im Signalverlauf 410 dargestellt ist, verlängert
wird.
Analog zu dem Ausführungsbeispiel in 3,
bestimmt der Signalgenerator 120 auch in diesem Ausführungsbeispiel
die Zeit zwischen den ersten beiden Pegelübergängen in dem demodulierten
Empfangssignal UDEM, die in 4 im Signalverlauf
410 als tmeas_2 dargestellt ist. Auch in diesem Beispiel wird
davon ausgegangen, dass ein Sender zunächst eine Startkennung sendet, die dem
Referenzsignal entspricht und deren Zeitdauer tref bekannt ist. Der Signalgenerator
120 kann nun aus der Differenz der gemessenen Zeit tmeas_2,
zwischen den beiden ersten Pegelübergängen im demodulierten Empfangssignal
UDEM, und der Referenzzeit tref die zeitliche Verschiebung
der Pegelübergänge bestimmen, und im Folgenden Pegelübergänge
in einem korrigierten demodulierten Empfangssignal entsprechend anpassen. Im in
4 betrachteten Beispiel könnte der Signalgenerator
beispielsweise Pegelübergänge vom Signalpegelwert U1 zum Signalpegelwert
U2 um eine entsprechende Differenz zwischen tmeas_2 und tref
verzögern. Die beispielsweise so korrigierten Signalverläufe sind in
4 als gepunktete Signalverläufe 420 dargestellt.
Dies hat zur Folge, dass die Zeiten zwischen Pegelübergängen in dem demodulierten
Empfangssignal angeglichen werden, und die bereits in der Beschreibung zu
6 erwähnten Fehler vermieden werden. Da sich auch
ein Abtaster nach den Pegelübergängen im demodulierten Empfangssignal
UDEM richtet, wird sich auch das Symbolraster entsprechend verschieben.
In 4 ist das Symbolraster des verzerrten Signals durch
gestrichelte Linien angedeutet. Entsprechend der zeitlichen Verzögerung zwischen
einem Pegelübergang U1 nach U2 und den korrigierten Signalverläufen
420, verschiebt sich ebenfalls das Symbolraster. Im Signalverlauf
430 ist das korrigierte demodulierte Empfangssignal UKDEM mit
dem verschobenen Symbolraster und den Abtastwerten dargestellt. Es ist zu erkennen,
dass der Signalgenerator 120 das demodulierte Empfangssignal UDEM
korrigiert, und somit Dekodierungsfehler vermeidet.
Die Signalverläufe in den 3 bis
6 zeigen, dass es zu verschiedenen Fehlern in den demodulierten
Empfangssignalen kommen kann. Signalverläufe in denen eine abfallende Signalflanke
des Einhüllendensignals UASK weiter verschoben wird als eine ansteigende
Signalflanke, sowie Signalverläufe, bei denen eine ansteigende Flanke des Einhüllendensignals
UASK weiter verschoben wird als eine abfallende Signalflanke, können
auftreten. Aufgrund verschiedener Signalflanken können auch unterschiedliche
zeitliche Verschiebungen der Pegelübergänge bei abfallenden und ansteigenden
Signalflanken auftreten. Beispielsweise kann es auch vorkommen, dass ein Pegelübergang
sich über eine halbe Symboldauer verschiebt. Aufgrund einer Mehrheitsentscheidung
eines Dekoders kann dann ein falsches Symbol dekodiert werden. Mit Hilfe der vorliegenden
Erfindung ist es möglich, die so auftretenden Fehler zu korrigieren, und somit
eine bessere und zuverlässigere Übertragungsqualität zu erreichen.
Durch die vorliegende Erfindung wird ein großer Vorteil hinsichtlich
der Stabilität der kontaktlosen Kommunikation, wie beispielsweise RFID-Anwendungen,
bei Funkuhren oder bei der Positionsbestimmung erreicht. Da durch die vorliegende
Erfindung die Stabilität und die Robustheit einer Übertragung gesteigert
werden, wird die Zuverlässigkeit solcher Anwendungen erhöht. Gerade die
Zuverlässigkeit bei der Positionsbestimmung kann z.B. im Hinblick auf Anwendungen
im Katastrophenschutz erhebliche Vorteile bewirken.
- 100
- Signalverarbeitungsschaltung
- 110
- Demodulator
- 112
- Eingangsanschluss Demodulator
- 114
- Ausgangsanschluss Demodulator
- 120
- Signalgenerator
- 122
- Eingangsanschluss Signalgenerator
- 124
- Ausgangsanschluss Signalgenerator
- 130
- Empfänger
- 132
- Eingangsanschluss Empfänger
- 134
- Ausgangsanschluss Empfänger
- 200
- Signalverarbeitungsschaltung
- 300
- Signalverlauf des einhüllenden Signals UASK
- 310
- Signalverlauf des demodulierten Empfangssignals UDEM
- 320
- Signalverlauf des korrigierten demodulierten Empfangssignals
- 400
- Signalverlauf des einhüllenden Signals UASK
- 410
- Signalverlauf des demodulierten Empfangssignals UDEM
- 420
- Signalverlauf der korrigierten Übergänge
- 430
- Signalverlauf des korrigierten demodulierten Empfangssignals UKDEM