Die Erfindung betrifft eine Armatur eines Leistungsschalters zum Verbinden
eines Festkontaktes eines Kontaktsystems des Leistungsschalters mit einer Stromschiene
einer Schaltanlage, welche Armatur ein Anschlussmittel aus einem ersten Material
mit hoher elektrischer Leitfähigkeit einzig zur Verbindung des Festkontaktes
mit der Stromschiene unter Ausbildung eines Strompfades und einen wärmeleitend
an dem Anschlussmittel angeordneten Kühlkörper aus einem zweiten Material
mit hoher Wärmeleitfähigkeit aufweist.
Eine derartige Armatur ist beispielsweise aus der DE
10 2004 050 786 B4 bekannt. Die Kupplungsvorrichtung als Armatur ist zum
Verbinden eines Festkontaktes eines Kontaktsystems eines Leistungsschalters mit
einer Stromschiene vorgesehen und umfasst ein Anschlussmittel aus einem Material
mit hoher elektrischer Leitfähigkeit zum Verbinden des Festkontaktes mit der
Stromschiene unter Ausbildung eines Strompfades sowie einen Kühlkörper
aus einem Material mit hoher Wärmeleitfähigkeit. Der Kühlkörper
ist dabei an dem Anschlussmittel wärmeleitend angeordnet.
Eine andere Armatur ist beispielsweise aus der EP
1 326 262 A1 bekannt. Die dort offenbarte Polarmatur umfasst einen Polkopf
als Armatur, welcher zum Verbinden eines Festkontaktes einer Unterbrechereinheit
als Kontaktsystem mit einer Stromschiene einer Schaltanlage ausgebildet ist. Der
Polkopf als Armatur ist einstückig aus Aluminium als Aluminiumgussteil ausgebildet
und weist die Funktionen Stromleitung zum Kontaktsystem und Kühlung des Strompfades
auf.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Armatur der eingangs
erwähnten Art weiterzubilden, welche bei einer kostengünstigen Konstruktion
über verbesserte Eigenschaften hinsichtlich der Stromtragfähigkeit und
der Wärmeleitfähigkeit verfügt.
Erfindungsgemäß gelöst wird diese Aufgabe bei einer
Armatur der eingangs erwähnten Art dadurch, dass die Armatur ein Anschlussmittel
aus einem ersten Material mit hoher elektrischer Leitungsfähigkeit einzig zur
Verbindung des Festkontaktes mit der Stromschiene unter Ausbildung eines Strompfades
und einen wärmeleitend an dem Anschlussmittel angeordneten Kühlkörper
aus einem zweiten Material mit hoher Wärmeleitfähigkeit aufweist, wobei
der Kühlkörper das Anschlussmittel formschlüssig umgibt.
Mit anderen Worten ist die Armatur des Leistungsschalters erfindungsgemäß
aus einem Anschlussmittel und einem formschlüssig das Anschlussmittel umgebenden
Kühlkörper aufgebaut, wodurch in vorteilhafterweise sowohl für das
Anschlussmittel wie auch für den Kühlkörper verschiedene Materialien
gewählt werden können, so dass in einfacher Weise die Stromtragfähigkeit
der Armatur und damit des Leistungsschalters verbessert werden kann, weil für
das Anschlussmittel ein Material mit hoher elektrischer Leitfähigkeit und damit
geringst möglichem Widerstand gewählt werden kann, wohingegen für
den Kühlkörper ein Material mit einer guten Wärmeleitfähigkeit,
welches gleichzeitig kostengünstig ist, verwendbar ist. Dadurch ist in vorteilhafter
Weise die Armatur in ihren Eigenschaften bezüglich der Stromtragfähigkeit
und der Wärmeleitung in einfacher Weise verbessert und weist gleichzeitig einen
kostengünstigen Aufbau auf.
In einer bevorzugten Ausführungsform weist der Kühlkörper
Befestigungsmittel zur Befestigung der Armatur am Leistungsschalter auf. Dadurch
ist in einfacher Weise eine Befestigung der Armatur am Leistungsschalter ermöglicht.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung weist das Anschlussmittel
einen ersten und einen zweiten Schenkel mit einer ersten und einer zweiten Anschlussfläche
zum Anschließen der Stromschiene und zum Anschließen des Festkontaktes
auf. Mit anderen Worten ist das Anschlussmittel mit einem ersten und einem zweiten
Schenkel etwa L-förmig ausgestaltet, wodurch in vorteilhafter Weise ein kompaktes
und kostengünstiges Anschlussmittel ausgebildet ist, weil durch die L-förmige
Ausgestaltung der Materialaufwand für das Anschlussmittel geringstmöglich
gehalten werden kann.
In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung verfügt das Anschlussmittel
über Ausnehmungen in derartiger Anordnung, dass der durch Gießen hergestellte
Kühlkörper im ausgehärteten Zustand das Anschlussmittel formschlüssig
umgreift. Mittels derartiger Ausnehmungen, beispielsweise in Form von Nuten und/oder
Stufen, ist in einfacher Weise eine formschlüssige Verbindung des Kühlkörpers
mit dem Anschlussmittel möglich, weil der nach dem Gießen ausgehärtete
Kühlkörper in die Ausnehmungen und Stufen des Anschlussmittels eingreift
und damit das Anschlussmittel umgreift, so dass eine innige Verbindung zwischen
dem Kühlkörper und dem Anschlussmittel ausgebildet ist.
In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform weist der Kühlkörper
innen- und außenliegende Kühlrippen auf. Durch innen- und außenliegende
Kühlrippen ist eine große Fläche zur Abstrahlung und Konvektion der
vom Kühlkörper aus dem Strompfad aufgenommenen Wärme ermöglicht.
Die Erfindung betrifft des Weiteren ein Verfahren zur Herstellung
einer Armatur eines Leistungsschalters zum Verbinden eines Festkontaktes
eines Kontaktsystems des Leistungsschalters mit einer Stromschiene einer Schaltanlage.
Ein derartiges Verfahren ist ebenfalls aus der EP
1 326 262 A1 bekannt. Das dort offenbarte Verfahren umfasst einen einzigen
Verfahrensschritt des Gießens des Polkopfes und des Polträgers als Polarmatur.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es weiterhin, ein Verfahren
der oben erwähnten Art anzugeben, mit welchem eine Armatur bei einer kostengünstigen
Konstruktion mit verbesserten Eigenschaften hinsichtlich der Stromtragfähigkeit
und der Wärmeleitfähigkeit in einfacher Weise herstellbar ist.
Erfindungsgemäß gelöst wird diese Aufgabe bei einem
Verfahren der oben erwähnten Art durch die Schritte
- – Ausbilden eines Anschlussmittels (14) mit aus einem ersten
Material mit einer hohen elektrischen Leitfähigkeit und
- – Umgießen des Anschlussmittels (14) mit einem zweiten
Material mit hoher Wärmeleitfähigkeit unter Ausgestaltung eines Kühlrippen
(27, 29, 30) aufweisenden Kühlkörpers (17).
Ein derartiges Verfahren ist besonders vorteilhaft zur Ausbildung
bzw. Herstellung einer Armatur, weil durch das separate Ausbilden eines Anschlussmittels
dieses hinsichtlich seiner Stromtragfähigkeit optimal ausgestaltet werden kann,
wobei der Materialbedarf möglichst gering gehalten werden kann. Durch das Umgießen
dieses Anschlussmittels mit dem zweiten Material unter Ausgestaltung eines Kühlkörpers
mit Kühlrippen kann für den Kühlkörper ein Material ausgewählt
werden, welches kostengünstig ist und eine ausreichende Wärmeleitfähigkeit
aufweist. Das Umgießen des Anschlussmittels mit dem zweiten Material führt
ferner zu einer formschlüssigen Umgebung des Anschlussmittels mit dem aus dem
zweiten Material ausgestalteten Kühlkörper, weil durch unterschiedliche
Materialausdehnungskoeffizienten des ersten und des zweiten Materials, besonders
bevorzugt Aluminium als zweitem Material des Kühlkörpers und Kupfer als
erstem Material des Anschlussmittels, die formschlüssige Umgebung unterstützt
wird, weil das in die Ausnehmungen während des Gießprozesses fließende
Aluminium mit einem geringeren Materialausdehnungskoeffizient sich bei Abkühlen
und Erstarren stärker zusammenzieht als das Kupfer, wodurch ein guter Formschluss
zwischen dem Kühlkörper und dem Anschlussmittel erzeugt wird. Eine derartige
formschlüssige Umgebung des Anschlussmittels führt somit in besonders
vorteilhafter Weise zu einer guten Wärmeleitfähigkeit zwischen dem Anschlussmittel
und dem Kühlkörper.
Besonders bevorzugt umfasst das erfindungsgemäße Verfahren
vor dem Umgießen das Erwärmen des Anschlussmittels auf eine Temperatur,
welche kleiner ist als die Schmelztemperatur des ersten und des zweiten Materials.
Durch das Erwärmen wird in einfacher Weise die Oberfläche von Ablagerungen
und Oxiden befreit, so dass eine saubere, zunderfreie Oberfläche entsteht,
die zu einem guten Wärmekontakt und damit zu einer guten Wärmeleitung
zwischen dem Anschlussmittel und dem Kühlkörper beiträgt.
Die Erfindung wird im Folgenden anhand der Zeichnung und eines Ausführungsbeispiels
mit Bezug auf die beiliegenden Figuren näher erläutert.
Es zeigen:
1 eine perspektivische Darstellung eines Leistungsschalters
mit erfindungsgemäßen Armaturen;
2 einen Schalterpol des Leistungsschalters der
1 in einer perspektivischen Ansicht;
3 eine Schnittansicht durch eine erfindungsgemäße
Armatur;
4 eine perspektivische Ansicht eines Kühlkörpers
der erfindungsgemäßen Armatur; und
5 eine perspektivische Ansicht eines Anschlussmittels
der erfindungsgemäßen Armatur.
1 zeigt einen Leistungsschalter 1 zur Verwendung
in einer figürlich nicht dargestellten Schaltanlage zum Schalten eines über
Stromschienen der Schaltanlage, den Leistungsschalter 1 und weitere Stromschienen
der Schaltanlage geführten Stromes, wobei der Leistungsschalter 1
Schalterpole 2, 3, 4 aufweist. Die Schalterpole
2, 3, 4 sind mit ihren Isolierstoffgehäusen
5, 6, 7 an einer Tragevorrichtung 8 des Leistungsschalters
1 gehalten. Die Schalterpole 2, 3, 4 sind mit
Armaturen 9, 10, 11 versehen, welche mit Bezug auf die
2 näher erläutert werden. Die Schalterpole
2, 3, 4 umfassen Kontaktsysteme mit einem Festkontakt
und einem Bewegkontakt, welche mittels einer in einem Antriebsraum 1a des
Leistungsschalters 1 angeordneten Antriebskinematik zum Schalten des über
den Leistungsschalter geführten Stromes ausgebildet sind.
2 zeigt eine perspektivische Darstellung des Schalterpols
2, wobei die Schalterpole 3 und 4 der 1
identisch aufgebaut sind. Der Schalterpol 2 mit seinem Isolierstoffgehäuse
5 umfasst einen Polkopf als Armatur 9 und einen Polträger
12, zwischen denen eine Vakuumschaltröhre 13 angeordnet ist.
Die Vakuumschaltröhre als Kontaktsystem 13 des Schalterpols
2 umfasst einen Bewegkontakt, welcher leitend mit dem
Polträger 12 verbunden ist, sowie einen Festkontakt, welcher leitend
mit der Armatur 9 verbunden ist. Der Polträger 12 umfasst
ein Anschlussteil zum Verbinden mit einer Stromschiene der Schaltanlage. Die Armatur
9 umfasst ein Anschlussmittel 14 mit einer ersten Anschlussfläche
15, an welchem Verbindungsmittel 16 in Form von Verschraubungsmitteln
ebenfalls zur Befestigung an einer weiteren Stromschiene der Schaltanlage vorgesehen
sind, so dass das Anschlussmittel 14 einzig zur Verbindung des Festkontaktes
des Kontaktsystems mit der Stromschiene der Schaltanlage unter Ausbildung eines
Strompfades vorgesehen ist. Die Armatur 9 weist des Weiteren einen Kühlkörper
17 auf, welcher das Anschlussmittel 14 formschlüssig umgibt
und mit dem Anschlussmittel 14 wärmeleitend verbunden ist; der Kühlkörper
17 trägt daher nicht bzw. nicht nennenswert zur Stromleitung bei.
3 zeigt eine Schnittansicht durch die erfindungsgemäße
Armatur 9 der 2. Das Anschlussmittel
14 umfasst einen ersten Schenkel 18 mit einer ersten Anschlussfläche
19 sowie einen zweiten Schenkel 20 mit einer zweiten Anschlussfläche
21, wobei die erste Anschlussfläche 19 und die zweite Anschlussfläche
21 senkrecht zueinander ausgerichtet sind. Diese im Wesentlichen L-förmige
Ausgestaltung des Anschlussmittels 14 ergibt einen materialsparenden Aufbau
des Anschlussmittels 14. An einem Ende 22 des ersten Schenkels
18 ist eine erste Ausnehmung 23 vorgesehen und an einem Ende
24 des zweiten Schenkels 20 sind eine Stufe 25 und eine
zweite Ausnehmung 26 ausgebildet. Der Kühlkörper 17
greift in die erste Ausnehmung 23 und die Stufe 25 sowie die zweite
Ausnehmung 26 ein und umgibt das Anschlussmittel 14 formschlüssig.
4 zeigt den Kühlkörper 17 in einer
perspektivischen Ansicht, wobei der Kühlkörper 17 über Befestigungsmittel
28 verfügt, mit welchen die Armatur 9 am Schalterpol
2 des Leistungsschalters 1 befestigbar ist. Der Kühlkörper
17 umfasst weiterhin eine Vielzahl von Kühlrippen, wobei eine Außenkontur
des Kühlkörpers 17 durch außenliegende Kühlrippen
29 gebildet ist, und der Kühlkörper auch innen liegende Kühlrippen
30 aufweist. Durch die außen liegenden Kühlrippen 29
und die innen liegenden Kühlrippen 30 ist somit insgesamt eine große
Fläche zum Wärmeaustausch und zum Abführen der im Strompfad des Anschlussmittels
14 entstehenden Wärme ausgebildet.
5 zeigt eine perspektivische Ansicht des Anschlussmittels
14 der erfindungsgemäßen Armatur 9.
Das Anschlussmittel 14 wird als Kupferteil in der Ausgestaltung
gemäß der 5 in einem ersten Herstellungsschritt,
beispielsweise durch Fräsen, ausgebildet. Das Anschlussmittel wird dann erwärmt,
so dass die Oberfläche zunderfrei und sauber ist, um in einem nächsten
Schritt in einer Form mit Aluminium umgossen zu werden, wobei die Form der Ausgestaltung
des Kühlkörpers 17 der 4 entspricht.
Durch das Umgießen wird somit eine formschlüssige Umgebung des Anschlussmittels
14 von dem Kühlkörper 17 erzeugt, wobei durch die unterschiedlichen
Materialausdehnungskoeffizienten von Aluminium als Material des Kühlkörpers
17 und Kupfer als Material des Anschlussmittels 14 die formschlüssige
Umgebung unterstützt wird, weil das in die erste Ausnehmung, die zweite Ausnehmung
und die Stufe während des Gießprozesses fließende Aluminium mit einem
geringeren Materialausdehnungskoeffizient sich bei Abkühlen und Erstarren stärker
zusammenzieht als das Kupfer, wodurch ein guter Formschluss zwischen dem Kühlkörper
17 und dem Anschlussmittel 14 erzeugt wird.
- 1
- Leistungsschalter
- 1a
- Antriebsraum
- 2, 3, 4
- Schalterpol
- 5, 6, 7
- Isolierstoffgehäuse
- 8
- Tragevorrichtung
- 9, 10, 11
- Armaturen
- 12
- Polträger
- 13
- Vakuumschaltröhre
- 14
- Anschlussmittel
- 15
- Anschlussfläche
- 16
- Befestigungsmittel
- 17
- Kühlkörper
- 18
- Erster Schenkel
- 19
- Erste Anschlussfläche
- 20
- Zweiter Schenkel
- 21
- Zweite Anschlussfläche
- 22
- Ende des ersten Schenkels
- 23
- Erste Ausnehmung
- 24
- Ende des zweiten Schenkels
- 25
- Stufe
- 26
- Zweite Ausnehmung
- 27
- Kühlrippen
- 28
- Befestigungsmittel
- 29
- Außenliegende Kühlrippen
- 30
- Innenliegende Kühlrippen