QUERVERWEIS ZU VERWANDTEN ANMELDUNGEN
Diese Anmeldung beansprucht die Rechte der U.S. Provisional Anmeldungen
mit den Aktenzeichen 60/814,967 und 60/815,205, eingereicht am 19.Juni 2006; 60/819,442,
eingereicht am 07.Juli 2006; und 60/831,034, eingereicht am 14.Juli 2006.
HINTERGRUND DER ERFINDUNG
Die vorliegende Erfindung betrifft Gaserzeugungssysteme und insbesondere
ein pyrotechnisches Gaserzeugungssystem, welches gespeichertes Gas zum Aufblasen
eines aufblasbaren Insassenschutzsystems in Kraftfahrzeugen enthält, wie zum
Beispiel eines Airbags.
Die Verwendung von Gaserzeugungssystemen, welche einen Gasgenerator
(oder Hybridgenerator) enthalten, der geeignet ist, ein aufblasbares Insassenschutzsystem,
wie zum Beispiel einen Airbag, aufzublähen, um einen Fahrzeuginsassen im Falle
eines Zusammenstosses zurückzuhalten und zu schützen, ist bekannt. Ein
Problem von Gaserzeugungssystemen zum Aufblasen von Airbags ist die Bereitstellung
von ausreichend viel Gas, um den Sack über eine längere Zeit aufgebläht
zu halten. In einigen bestehenden Gasgeneratorausführungen kann, nach einer
relativ zügigen initialen Gaserzeugung und Aufblähung des Airbags auf
ein gewünschtes Volumen und einen gewünschten Druck, Gas aus dem Sack
entweichen oder austreten, somit wird eine ausreichende Aufblähung des Sacks
nur für eine relativ kurze Zeitspanne aufrechterhalten. Allerdings erfordern
einige Anwendungen, dass der Airbag über eine relativ längere Zeitspanne
in einem ausreichend aufgeblähten Zustand gehalten wird.
Zusätzlich ist es wünschenswert, die Füllgase so effizient
wie möglich zu erzeugen und zu verteilen. Allerdings führen, in einigen
Ausführungen, die relativ niedrigen Temperaturen bei denen das Füllgas
gelagert und eingesetzt wird, zu einer beschränkten Ausdehnung des gelagerten
Gases und dadurch zu einer Verminderung der Effizienz des Gaserzeugungssystems.
Zusätzlich stehen in einigen Gaserzeugungssystemen, bei denen
sowohl die Verbrennung von Gaserzeugungsmittel, als auch die Freisetzung von gelagertem
Gas zum Einsatz kommen, um einem aufblasbaren Fahrzeuginsassenschutzsystem die Füllgase
bereitzustellen, das Gaserzeugungsmittel und das gelagerte Gas vor Zündung
des Gaserzeugungsmittels typischer Weise nicht in einer Fluidkommunikation. Folglich
ist das Gaserzeugungsmittel dem hohen Druck nicht ausgesetzt, der durch das gelagerte
Füllgas erzeugt wird. Der relativ geringe Druck bei dem das Gaserzeugungsmittel
gelagert wird, beschränkt die Auswahl an Gaserzeugungsmitteln auf Verbindungen,
die bei relativ niedrigen Drücken effizient verbrennen. Dies schließt
den Einsatz von alternativen (möglicherweise weniger teuren) Gaserzeugungsmitteln
aus, die bei höheren Drücken effizient verbrennen würden.
ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
Gemäß der vorliegenden Erfindung wird ein Gaserzeugungssystem
bereit gestellt, welches ein erstes Gehäuse, enthaltend ein Gas, umfasst und
ein zweites Gehäuse, das ein Gaserzeugungsmaterial beinhaltet. Das zweite Gehäuse
ist operativ mit dem ersten Gehäuse verbunden, so dass eine Fluidkommunikation
zwischen erstem Gehäuse und zweitem Gehäuse möglich ist. Nach Aktivierung
des Gaserzeugungssystems strömt das Gas aus dem ersten Gehäuse in das
zweite Gehäuse bevor es das System verlässt.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
In den Zeichnungen, die Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung
darstellen, zeigt:
1 die Seitenansicht eines Querschnitts eines Gaserzeugungssystems
gemäß einer ersten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung.
2 die Seitenansicht eines Querschnitts eines Gaserzeugungssystems
gemäß einer zweiten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung.
3 die Seitenansicht eines Querschnitts eines Gaserzeugungssystems
gemäß einer dritten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung.
4A eine Querschnittsansicht eines Teils des Gaserzeugungssystems
dargestellt in 3, wobei eine erste Gaserzeugungsmittelgehäuseverschlussmethode
gezeigt ist.
4B eine Querschnittsansicht eines Teils des Gaserzeugungssystems
dargestellt in 3, wobei eine zweite Gaserzeugungsmittelgehäuseverschlussmethode
gezeigt ist.
5 eine Querschnittsansicht eines Gaserzeugungssystems
gemäß einer vierten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung.
6 eine schematische Darstellung eines beispielhaften
Fahrzeuginsassenschutzsystems, welches eine Ausführungsform eines Gaserzeugungssystems
gemäß der vorliegenden Erfindung enthält.
DETAILLIERTE BESCHREIBUNG
1 zeigt ein Gaserzeugungssystem 10 gemäß
einer ersten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung. Das Gaserzeugungssystem
umfasst im Allgemeinen ein erstes Gehäuse enthaltend ein Gas und ein zweites
Gehäuse, welches ein Gaserzeugungsmaterial beinhaltet. In der Ausführungsform,
die in 1 gezeigt ist, ist das erste Gehäuse ein
Druckbehälter 12 und das zweite Gehäuse ist ein Gaserzeugungsmittelgehäuse
22 (weiter unten in größerem Detail beschrieben)zur Aufnahme
eines Gaserzeugungsmaterials darin. In der dargestellten Ausführungsform ist
der Behälter 12 ein länglicher, im Wesentlichen zylindrischer
metallischer Körper, wie er zum Beispiel aus dem Stand der Technik bekannt
ist. Es versteht sich hingegen, dass alternative Druckbehälterkörpertypen
und Ausführungen verwendet werden können, ohne vom Geltungsbereich der
vorliegenden Erfindung abzuweichen. Der Behälter 12 hat eine longitudinale
Zentralachse A, eine Öffnung 60 ausgebildet an einem ersten Ende
12a des Behälters 12 und eine Öffnung 62 ausgebildet
an einem zweiten Ende 12b des Behälters. Der Druckbehälter kann
zum Beispiel extrudiert sein oder anderweitig aus Metall geformt und kann aus unlegiertem
Stahl oder Edelstahl gefertigt sein. Der Behälter 12 ist mit einem
inerten Gas gefüllt.
Ein Zünder 18 ist derart an dem Druckbehälter angebracht,
dass eine Fluidkommunikation mit einem Innenraum des Gaserzeugungsmittelgehäuses
22 ermöglicht ist. In der gezeigten Ausführungsform ist der Zünder
18 in eine Zündkappenanordnung 16 inkorporiert, welche einen
Zünder 18 und eine Endkappe 20 enthält. Die Zündkappenanordnung
16 ist entlang der Zentralachse A angeordnet, um die Öffnung
60 zu verschließen, mit der der Druckbehälter 12 versehen
ist. Die Endkappe 20 enthält eine darin eingeformte Öffnung
20a, um die Fluidkommunikation zwischen Zünder 18 und dem
Inneren des Gehäuses 22 bei Betätigung des Gaserzeugungssystems
zu ermöglichen. Der Zünder 18 kann in im Stand der Technik bekannter
Weise ausgestaltet sein. Eine beispielhafte Zünderkonstruktion ist im U.S.
Patent Nr. 6,009,809 beschrieben, welches hiermit durch Bezugnahme inkorporiert
ist. Die Kappe 20 kann gestanzt, gepresst, gegossen, geformt oder anderweitig
aus unlegiertem Stahl, Edelstahl, einem Polymermaterial oder jedem anderen geeigneten
Material gebildet sein. Die Kappe 20 ist angeschweißt, eingespannt
oder anderweitig in geeigneter Weise an dem Druckbehälter 12 in einer
Weise befestigt, die einen gasdichten Abschluss zwischen der Kappe 20 und
dem Behälter 12 gewährleistet.
Ein zerbrechbarer, fluiddichter Verschluss, wie zum Beispiel eine
Berstscheibe 30, ist so angebracht, dass die Öffnung 20a
in der Endkappe 20 verschlossen wird. Die Scheibe 30 bildet eine
druckdichte Barriere zwischen dem Inneren der Endkappe 20 und dem Inneren
des Gehäuses 22. Verschiedene Scheiben, Folien, Filme, etc können
als Berstscheibe 30 verwendet werden. Zum Beispiel können Scheiben
verwendet werden, die hergestellt sind aus Materialien und/oder Strukturen aufweisen,
die relativ mehr oder weniger zerbrechlich sind.
Wieder Bezug nehmend auf 1, wird ein
Gaserzeugungsmittelgehäuse 22 bereit gestellt, für die Aufnahme
eines Gaserzeugungsmaterials 14 und, um ein longitudinales Fortschreiten
der Gaserzeugungsmittelverbrennung zu ermöglichen. Das Gehäuse
22 ist operativ derart mit dem Druckbehälter 12 verbunden,
dass eine Fluidkommunikation zwischen Gehäuse 22 und Druckbehälter
12 gewährleistet ist. Das Gehäuse 22 ist länglich
und im Wesentlichen zylindrisch und weist ein erstes Ende 22a, ein zweites
Ende 22b und einen Innenraum 22c zur Aufnahme von Gaserzeugungsmittel
14 auf. In der Ausführungsform dargestellt in 1,
ist das Gehäuse 22 definiert durch die Zündkappenanordnung
16, ein Rohr 22, welches sich im Wesentlichen über die ganze
Länge des Druckbehälters 12 erstreckt und einen Deckel
15 (unten beschrieben), der am zweiten Ende 22b des Gehäuses
angebracht ist, um ein offenes Ende des Rohres 23 zu bedecken. Jedoch kommen
auch alternative Formen und Strukturen des Gaserzeugungsmittelgehäuses in Betracht.
Das Rohr 23 kann hergestellt sein, zum Beispiel durch Extrudieren oder
durch Rollbiegung des Rohrs aus Metallblättern und anschließender Perforation
des Rohrs. In der in 1 gezeigten Ausführungsform
ist das Rohr 23 ein einheitliches Rohr. Jedoch kommt auch die Verwendung
eines Rohres in Betracht, das aus mehreren Teilen zusammen gesetzt ist.
Das Gehäuse 22 beinhaltet auch eine Öffnung
22d die daran längsseits ausgebildet ist, so dass eine Fluidkommunikation
zwischen dem Gehäuse und dem Inneren des Behälters 12, außerhalb
des Gehäuses 22, ermöglicht ist, wodurch der Durchtritt von im
Behälter 12 gelagerten Gas in das Gehäuse 22 ermöglicht
wird. In einer besonderen Ausführungsform ist die Öffnung 22d
eine Messeinrichtung, die so dimensioniert ist, dass bei Betätigung des Gaserzeugungssystems
eine vorbestimmte Flussrate von gelagertem Gas in das Gehäuse 22 erreicht
wird. In der in 1 dargestellten Ausführungsform,
ist die Öffnung 22d in das Rohr 23 eingeformt. Mindestens
eine Öffnung befindet sich auch entlang des Gehäuses, um eine Fluidkommunikation
zwischen dem Gehäuseinneren und einer Außenseite des Gaserzeugungssystems
zu ermöglichen. In der in 1 gezeigten Ausführungsform
ist diese Öffnung in der Form einer Öffnung 72 im Deckel
15 angebracht, über einer Öffnung 22e an einem Ende
des Rohrs 23.
Das Gehäuse 22 ist in dem Behälter 12
derart angebracht, dass es sich entlang der Zentralachse A des
Druckbehälters erstreckt. Das erste Ende 22a ist derart positioniert,
dass eine Fluidkommunikation zwischen dem Zünder 18 und dem Gehäuse
22 ermöglicht ist. Das zweite Ende des Gehäuses 22b
ist so an das zweite Ende des Druckbehälters 12b positioniert und
angebracht, dass eine Fluidkommunikation zwischen dem Gehäuse und einer Außenseite
des Gaserzeugungssystems, bei Versagen eines zerbrechbaren Bauteils 31
(unten im Detail beschrieben), ermöglicht wird, das so an die Öffnung
72 des Deckels 15 angebracht ist, dass es einen gasdichten Verschluss
bildet.
Wieder Bezug nehmend auf 1, ist das Gaserzeugungsmaterial
14 im Gaserzeugungsmittelgehäuse 22 platziert. In der in
1 gezeigten Ausführungsform, ist das Gaserzeugungsmittel
14 in Tabletten- oder Granulatform. Jedoch kommen auch andere Formen oder
Ausprägungen fester Gaserzeugungsmittel in Betracht. Es wurde gefunden, dass
die Gaserzeugungsausführungen, die hierin beschrieben sind, am meisten bevorzugt
mit einer Gaserzeugungsmittelkomposition arbeiten, die eine hohe Gasausbeute, geringe
Feststoffproduktion aufweisen, wie zum Beispiel eine „rauchfreie" Gaserzeugungsmittelzusammensetzung.
Solche Gaserzeugungsmittelzusammensetzungen sind beispielhaft durch die in den U.S.
Patenten Nr. 6,210,505 und 5,872,329 beschriebenen Zusammensetzungen und Verfahren
angegeben und durch Bezugnahme hierin inkorporiert, aber nicht auf diese beschränkt.
Wie hierin verwendet, soll der Begriff „rauchfrei" im allgemeinen verstanden
werden, dass er solche Treibmittel meint, welche in der Lage sind, bei Verbrennung
zu mindestens etwa 85% gasförmigem Produkt zu führen und bevorzugt zu
cirka 90% gasförmigem Produkt, bezogen auf die gesamte Produktmasse; und, als
logische Konsequenz, zu nicht mehr als etwa 15% festen Produkten und vorzugsweise
zu etwa 10% festen Produkten, bezogen auf die gesamte Produktmasse. Das U.S. Patent
Nr. 6,210,505 offenbart verschiedene hohe nicht-azid Stickstoffgaszusammensetzungen,
welche ein Nichtmetallsalz von Triazol – oder Tetrazol-Brennstoff enthalten,
phasenstabilisiertes Ammoniumnitrat (PSAN) als ein primäres Oxidationsmittel,
ein metallisches zweites Oxidationsmittel und eine inerte Komponente, wie zum Beispiel
Ton oder Glimmer. Das U.S. Patent Nr. 5,872,329 offenbart verschiedene hohe nicht-azide
Stickstoffgaszusammensetzungen, welche ein Aminsalz von Triazol- oder Tetrazol-Brennstoff
enthalten und phasenstabilisiertes Ammoniumnitrat (PSAN) als Oxidationsmittel.
Da das feste Gaserzeugungsmittel 14 im Druckbehälter
12 enthalten ist und in kontinuierlichem Fluidkontakt oder – kommunikation
(via Öffnung 22d) mit dem Hochdruckgas steht, welches in dem Druckbehälter
gelagert ist, sind sofort nach Auslösen des Gaserzeugungsmittels optimale Verbrennungsbedingungen
vorhanden. Unter diesen Bedingungen, ist es anzunehmen, dass feste Gaserzeugungsmittel,
die bei Umgebungsdruck effizient verbrennen, bei den relativ höheren Drücken
im Druckbehälter mit erhöhter Geschwindigkeit effizient verbrennen. Aus
diesem Grund können diese Gaserzeugungsmittel besonders nützlich sein,
um die schnellen Gaserzeugungsmittelverbrennungsraten zu erreichen, die in der vorliegenden
Erfindung gewünscht sind.
Es sollte zur Kenntnis genommen werden, dass die Verhältnisse
von Gaserzeugungsmittel zu gelagertem Gas im Gaserzeugungssystem variiert werden
können, um vorgegebene Design- und Leistungsansprüche zu erreichen. Zum
Beispiel kann das Aufblähen kleinerer Airbags oder eines Airbelts eine relativ
geringere Menge an Füllgas benötigen, als größere Airbags. In
diesem Fall kann die Masse an verwendetem Gaserzeugungsmittel entsprechend verringert
werden. In ähnlicher Weise kann dort, wo eine relativ größere Menge
an Füllgas erwünscht ist, die Masse an verwendetem Gaserzeugungsmittel
entsprechend erhöht werden. Alternativ können sowohl die Menge an gelagertem
Gas als auch die Menge an Gaserzeugungsmittel angepasst werden, um eine gewünschte
Menge an Füllgas zu produzieren.
Wieder Bezug nehmend auf 1, kann ein
Filter 29 in das Gaserzeugungssystem eingebaut werden, um Partikel aus
dem Gas zu filtern, welches bei der Verbrennung des Gaserzeugungsmittels
14 entsteht. Im allgemeinen ist der Filter 29 entlang des Fluidflussweges
positioniert, der sich zwischen dem Gaserzeugungsmittel 14 und der Gasaustrittsöffnung
72 erstreckt, welche im Gaserzeugungsmittelgehäuse 22 eingepasst
ist. Der Filter kann innerhalb des Gaserzeugungsmittelverbrennungsgehäuses
22 angebracht sein. In der Ausführungsform, beispielsweise dargestellt
in 1, ist der Filter im Gehäuse 22, benachbart
zum Gaserzeugungsmittel 14, positioniert. Der Filter kann aus irgendeinem
von verschiedenen Materialien (zum Beispiel ein Karbonfasernetz oder -folie) bestehen,
welche im Stand der Technik zur Filterung von Gaserzeugungsmittelverbrennungsprodukten
bekannt sind.
Bezug nehmend auf 1, ist der Deckel
15 am zweiten Gehäuseende 22b befestigt, so dass er ein offenes
Ende des Rohrs 23 bedeckt. Der Deckel 15 hat eine oder mehrere
Öffnungen 72 eingeformt, so dass eine Fluidkommunikation zwischen
dem Inneren des Gehäuses 22 und dem Äußeren des Gaserzeugungssystems
ermöglicht ist. Der Deckel 15 kann gestanzt, gegossen, geformt oder
in anderer Weise aus unlegiertem Stahl, Edelstahl, einem Polymer oder irgendeinem
anderen geeignetem Material hergestellt sein. Der Deckel 15 kann über
dem zweiten Gehäuseende 22b durch jede geeignete
Methode gesichert sein, zum Beispiel durch Anschweißen oder Anheften.
Um die Öffnung(en) 72 im Deckel 15 zu verschließen,
ist ein zerbrechbarer, fluiddichter Verschluss, wie zum Beispiel eine Berstscheibe
31, angebracht. Die Berstscheibe 31 bildet eine fluiddichte Barriere
zwischen dem Inneren des Gehäuses 22 und dem Äußeren des
Gaserzeugungssystems. Verschiedene Scheiben, Folien, Filme, etc. können verwendet
werden, um die Berstscheibe 31 zu bilden. Zum Beispiel können Scheiben
verwendet werden, die aus einem Material gemacht sind oder Strukturen aufweisen,
die relativ mehr oder weniger bereitwillig zerbrechen.
Der Druckbehälter 12 kann durch irgendeine von mehreren
im Stand der Technik bekannten Methoden unter Druck gesetzt und verschlossen werden.
Eine exemplarische Methode zum unter Druck setzen und Verschließen des Behälters
12, ist im U.S. Patent Nr. 6,488,310 beschrieben, welches hierin als Referenz
einbezogen wird. Bei dieser Methode wird der Druckbehälter 12 durch
ein kleines Loch beladen, welches in eine Nabe (nicht gezeigt) eingeformt ist, die
in ein Ende des Druckbehälters eingelassen ist. Das Loch ist dann mittels einem
Verschlussbolzen oder durch andere geeignete Mittel verschlossen.
Der Betrieb des Gaserzeugungssystems, wie in 1
dargestellt, wird nun besprochen. Nach dem Erhalt eines Signals von einem Unfallsensor,
wird ein elektrisches Aktivierungssignal zum Zünder 18 gesendet, welches
dadurch den Zünder auslöst. Die Verbrennungsprodukte des Zünders
zerbrechen die Berstscheibe 30 und zünden das Gaserzeugungsmittel
14. Das Gehäuse 22 bildet also eine Verbrennungskammer zur
Verbrennung des Gaserzeugungsmittels 14. Die Zündung des Gaserzeugungsmittels
14 führt zu einer relativ schnellen Erzeugung von Verbrennungsgasen
im Inneren des Gehäuses 22, die den inneren Druck im Gehäuse
22 erhöhen. Der erhöhte Druck zerbricht Berstscheibe
31 an der Gasaustrittsöffnung 72, so dass die Verbrennungsprodukte
durch den Filter 29 passieren und das Gaserzeugungssystem verlassen können,
um. das assoziierte aufblasbare Element aufzublähen (zum Beispiel, ein aufblasbares
Element eines Fahrzeuginsassenschutzsystems).
Wenn das Gaserzeugungsmittel verbraucht ist, sinkt der Druck in der
Verbrennungskammer, und erlaubt dadurch dem Gas, welches in Behälter
22 gelagert ist, durch die Öffnung 22d in das Gehäuse
22 zu gelangen. Das gelagerte Gas fließt durch die erhitzte Verbrennungskammer
22c und den Filter 29, nimmt dabei Hitze von der Verbrennungskammer
und dem Filter auf und dehnt sich aus auf seinem Weg durch die Gasaustrittsöffnung
72 in das aufblasbare Element des Fahrzeuginsassenschutzsystems.
Da sich das feste Gaserzeugungsmittel in dem Hochdruckgasdruckbehälter
befindet und in kontinuierlichem Fluidkontakt oder -kommunikation mit dem Hochdruckgas
steht, bestehen sofort bei Zündung beste Bedingungen für die Verbrennung
des Gaserzeugungsmittels. Daher wird sich eine relativ schnellere Verbrennungsrate
und Temperatur des Gaserzeugungsmittels 14 ergeben, als sonst für
gewöhnlich stattfinden würde. Die hohe Verbrennungsrate und Temperatur
des Gasverbrennungsmittels produzieren typischerweise eine Schockwelle und einen
schnellen Druckanstieg im gelagerten Gas, welche die Berstscheibe 31 zerbrechen.
Dementsprechend ist die Zeitspanne minimiert von der Aktivierung des Gaserzeugungssystems
10 bis zur Freisetzung und Verfügbarkeit von Gas für die Aufblähung
eines aufblasbaren Gerätes. Auch, da das Gaserzeugungsmittel innerhalb des
Druckbehälters positioniert und dem relativ hohen gelagerten Füllgasdruck
ausgesetzt ist, ist die Verwendung von Gaserzeugungsmitteln ermöglicht, die
bei höheren Drücken effizienter verbrennen. Zusätzlich macht die
vorliegende Erfindung den Bedarf an einer separaten, verschlossenen Verbrennungskammer
für das Gaserzeugungsmittel unnötig. Dies reduziert die Komplexität
der Herstellung und die Kosten des Gaserzeugungssystems. Auch, sorgt der Fluss des
gelagerten Gases durch die Dosieröffnung für einen Fluss des Gases in
das aufblasbare Gerät über einen relativ verlängerten Zeitraum, so
dass dadurch der Airbag über einen längeren Zeitraum aufgebläht bleibt.
Außerdem, da das gelagerte Gas durch die heiße Verbrennungskammer und
Filter fließt bevor es in das aufblasbare Gerät entweicht, wird das gelagerte
Gas durch Mischung mit den Verbrennungsgasen erhitzt und auch durch Konvektion durch
den Kontakt mit dem Gehäuse 22 und dem Filter 29. Die Ausdehnung
des gelagerten Gases ist daher verstärkt, so dass die Effizienz des Gaserzeugungssystems
erhöht wird. Auch ist die Erzeugung von ungewolltem Abfluss während der
Gaserzeugungsmittelverbrennung auf Grund der hohen Temperatur und Druck der Gaserzeugungsmittelzündung
und -verbrennung reduziert. Schließlich gibt es keinen Bedarf für einen
Verschluss oder eine Berstscheibe, die die Öffnung 22d auf dem Gaserzeugungsmittelgehäuse
22 abdeckt.
2 zeigt eine weitere Ausführungsform
310 eines Gaserzeugungssystems gemäß der vorliegenden Erfindung.
Die Ausführungsform in 2 ist strukturell und operational
ähnlich zu der Ausführungsform dargestellt in 1.
Das Gaserzeugungssystem 310 beinhaltet ein erstes Gehäuse in Form
eines Druckbehälters 312. In der gezeigten Ausführungsform, ist
der Behälter 312 ein länglicher, im Wesentlichen zylindrischer
metallischer Körper, so wie er im Stand der Technik bestens
bekannt ist. Es sollte allerdings zur Kenntnis genommen werden, dass alternative
Behälterkörpertypen und -ausführungen eingesetzt werden können,
ohne vom Geltungsbereich der vorliegenden Erfindung abzuweichen. Der Behälter
312 hat eine longitudinale Zentralachse A1, eine Öffnung
360 an einem ersten Ende 312a des Gehäuses 312 und
eine Öffnung 362 an einem zweiten Ende 312b des Gehäuses.
Der Druckbehälter kann extrudiert oder anderweitig aus Metall gebildet sein
und kann zum Beispiel aus unlegiertem Stahl oder Edelstahl hergestellt sein. Der
Behälter 312 ist mit einem oxidierenden Gas gefüllt, zum Beispiel
Stickstoffoxid.
Ein Zünder ist so an dem Druckbehälter befestigt, dass eine
Fluidkommunikation mit einem Inneren eines Gaserzeugungsmittelgehäuses
322 (unten beschrieben) ermöglicht ist. In der dargestellten Ausführungsform,
ist der Zünder 318 in eine Zündkappenanordnung 316 inkorporiert,
die einen Zünder 318 und eine Endkappe 320 beinhaltet. Die
Zündkappenanordnung 316 ist entlang der Zentralachse A1 positioniert,
um eine Öffnung 360 zu verschließen, welche sich im Druckbehälter
312 befindet. Die Endkappe 320 beinhaltet eine Öffnung
320a, die darin eingeformt ist, um bei Aktivierung des Gaserzeugungssystems
eine Fluidkommunikation zwischen Zünder 318 und dem Inneren des Gehäuses
322 zu ermöglichen. Der Zünder 318 kann in aus dem Stand
der Technik bekannter Weise hergestellt werden. Ein beispielhafter Zünder ist
im U.S. Patent Nr. 6,009,809 beschrieben, welches hierin als Referenz einbezogen
wird. Die Kappe 320 kann gestanzt, extrudiert, gegossen, geformt oder sonst
wie aus unlegiertem Stahl, Edelstahl, einem Polymermaterial oder irgendeinem anderen
geeignetem Material hergestellt sein. Die Kappe 320 ist angeschweißt,
angeklemmt oder sonst wie in geeigneter Weise an den Druckbehälter
312 angebracht in einer Weise, die geeignet ist einen gasdichten Verschluss
zwischen der Kappe 320 und dem Behälter 312 sicherzustellen.
Ein zerbrechbarer, fluiddichter Verschluss, so wie zum Beispiel eine
Berstscheibe 330, ist angebracht, um die Öffnung 320a in
der Kappe 320 zu verschließen. Die Scheibe 330 bildet eine
fluiddichte Barriere zwischen dem Inneren der Kappe 320 und dem Inneren
des Gehäuses 322. Verschiedene Scheiben, Folien, Filme, etc. können
als Berstscheibe 330 eingesetzt werden. Zum Beispiel können Scheiben
eingesetzt werden, die aus Material hergestellt sind oder Strukturen aufweisen,
die relativ mehr oder weniger schnell zerbrechen.
Wieder Bezug nehmend auf 2, wird ein
Gaserzeugungsmittelgehäuse 322 bereitgestellt, um ein Gaserzeugungsmaterial
314 zu enthalten und um eine longitudinales Fortschreiten der Gaserzeugungsmittelverbrennung
zu ermöglichen. Das Gehäuse 322 ist operativ so mit dem Druckbehälter
312 verbunden, dass eine Fluidkommunikation zwischen dem Gehäuse
322 und dem Druckbehälter 312 ermöglicht wird. Das Gehäuse
322 ist länglich und im Wesentlichen zylindrisch und weist ein erstes
Ende 322a auf, ein zweites Ende 322b und ein Inneres
322c, um darin Gaserzeugungsmaterial 314 aufzunehmen.
In der in 2 gezeigten Ausführungsform,
ist das Gehäuse 322 definiert durch die Zündkappenanordnung
316, ein Rohr 323, welches sich im Wesentlichen über die
gesamte Länge des Druckbehälters 312 erstreckt, und einen Deckel
315 (unten beschrieben), der am zweiten Ende 322b des Gehäuses
positioniert ist, um ein offenes Ende des Rohrs 323 zu bedecken. Jedoch
kommen auch alternative Formen und Strukturen des Gaserzeugungsmittelgehäuses
in Betracht. Das Rohr 323 kann hergestellt sein zum Beispiel durch Extrudieren
oder durch Rollbiegung von Metallblättern und anschließender Perforation
des Rohrs. In der in 2 gezeigten Ausführungsform
ist das Rohr 323 ein einheitliches Rohr. Jedoch kommt auch die Verwendung
eines Rohres in Betracht, das aus mehreren Teilen zusammengesetzt ist.
Das Gehäuse 322 beinhaltet auch eine Öffnung
322d die daran längsseits ausgebildet ist, so dass eine Fluidkommunikation
zwischen dem Gehäuse und dem Inneren des Behälters 312, außerhalb
des Gehäuses 322, ermöglicht ist, wodurch der Durchtritt von
im Behälter 312 gelagerten Gas in das Gehäuse 322 ermöglicht
wird. In einer besonderen Ausführungsform ist die Öffnung 322d
eine Messeinrichtung, die so dimensioniert ist, dass bei Betätigung des Gaserzeugungssystems
eine vorbestimmte Flussrate von gelagertem Gas in das Gehäuse 322
erreicht wird. In der in 2 dargestellten Ausführungsform,
ist die Öffnung 322d in das Rohr 23 eingeformt. Eine Öffnung
befindet sich auch entlang des Gehäuses, um eine Fluidkommunikation zwischen
dem Gehäuseinneren und einer Außenseite des Gaserzeugungssystems zu ermöglichen.
In der in 2 gezeigten Ausführungsform ist diese
Öffnung in der Form einer Öffnung 372 im Deckel 315
angebracht, über einer Öffnung 322e an einem Ende des Rohrs
323. Das Gehäuse 322 ist in dem Behälter 312
so angebracht, dass es sich entlang der Zentralachse A1 des Druckbehälters
erstreckt. Das erste Ende 322a ist so positioniert, dass eine Fluidkommunikation
zwischen dem Zünder 318 und dem Gehäuse 322 ermöglicht
ist. Das zweite Ende des Gehäuses 322b ist so an das zweite Ende des
Druckbehälters 312b positioniert und angebracht, dass bei Zerbrechen
eines zerbrechbaren Bauteils 331 (unten im Detail beschrieben), welches
an die Öffnung 372 des Deckels 315 angebracht ist, eine Fluidkommunikation
zwischen dem Gehäuse und einer Außenseite des Gaserzeugungssystems ermöglicht
wird.
Wieder Bezug nehmend auf 2, ist das Gaserzeugungsmaterial
314 im Gaserzeugungsmittelgehäuse 322 platziert. In der in
2 gezeigten Ausführungsform, ist das Gaserzeugungsmittel
314 in Tabletten- oder Granulatform. Jedoch kommen auch andere Formen oder
Ausprägungen fester Gaserzeugungsmittel in Betracht. Es wurde gefunden, dass
die Gaserzeugungsausführungen, die hierin beschrieben sind, am meisten bevorzugt
mit einer Gaserzeugungsmittelkomposition arbeiten, die eine hohe Gasausbeute, eine
geringe Feststoffproduktion aufweisen, wie zum Beispiel eine „rauchfreie"
Gaserzeugungsmittelzusammensetzung. Solche Gaserzeugungsmittelzusammensetzungen
sind beispielhaft durch die in den U.S. Patenten Nr. 6,210,505 und 5,872,329 beschriebenen
Zusammensetzungen und Verfahren angegeben und durch Bezugnahme hierin inkorporiert,
aber nicht auf diese beschränkt. Wie hierin verwendet, soll der Begriff „rauchfrei"
im allgemeinen so verstanden werden, dass er solche Treibmittel meint, welche in
der Lage sind, bei Verbrennung zu mindestens etwa 85% gasförmigem Produkt zu
führen und bevorzugt zu cirka 90% gasförmigem Produkt, bezogen auf die
gesamte Produktmasse; und, als logische Konsequenz, zu nicht mehr als etwa 15% festen
Produkten und vorzugsweise zu etwa 10% festen Produkten, bezogen auf die gesamte
Produktmasse. Das U.S. Patent Nr. 6,210,505 offenbart verschiedene hohe nicht-azide
Stickstoffgaszusammensetzungen, welche ein Nichtmetallsalz von Triazol- oder Tetrazol-Brennstoff
enthalten, phasenststabilisiertes Ammoniumnitrat (PSAN) als ein primäres Oxidationsmittel,
ein metallisches zweites Oxidationsmittel und eine inerte Komponente, wie zum Beispiel
Ton oder Glimmer. Das U.S. Patent Nr. 5,872,329 offenbart verschiedene hohe nicht-azide
Stickstoffgaszusammensetzungen, welche ein Aminsalz von Triazol- oder Tetrazol-Brennstoff
enthalten und phasenstabilisiertes Ammoniumnitrat (PSAN) als Oxidationsmittel.
Da das feste Gaserzeugungsmittel 314 im Druckbehälter
312 enthalten ist und in kontinuierlichem Fluidkontakt oder – kommunikation
mit dem Hochdruckgas steht, welches in dem Druckbehälter gelagert ist, sind
optimale Verbrennungsbedingungen sofort nach Zünden des Gaserzeugungsmittels
vorhanden. Unter diesen Bedingungen, ist es anzunehmen, dass feste Gaserzeugungsmittel,
die bei Umgebungsdruck effizient verbrennen, bei den relativ höheren Drücken
im Druckbehälter mit erhöhter Geschwindigkeit effizient verbrennen. Aus
diesem Grund können diese Gaserzeugungsmittel besonders nützlich sein,
um schnelle Gaserzeugungsmittelverbrennungsraten der vorliegenden Erfindung zu erreichen.
In der in 2 gezeigten Ausführungsform
befindet sich ein zweites Gaserzeugungsmaterial im Gaserzeugungsmittelgehäuse
322. In einer besonderen Ausführungsform besteht das zweite Gaserzeugungsmaterial
aus einem bekannten festen Brennstoffgranulat 390 (zum Beispiel eine Plastikzusammensetzung,
eine Polymerzusammensetzung oder andere feste Brennstoffgranulate), welcher in dem
Gehäuse 322 benachbart zu dem Gaserzeugungsmittel 314 positioniert
ist, entlang einem Fluidflussweg, der sich zwischen dem ersten Gaserzeugungsmittel
314 und der Öffnung 372, die in das Gehäuse
322 eingeformt ist, erstreckt. Das Granulat 390 hat eine ringförmige
Struktur, um Gasen aus der Verbrennung von Gaserzeugungsmittel 314 zu ermöglichen
hindurch zu strömen, zu einem Filter 329 (unten beschrieben) und aus
dem Gaserzeugungssystem heraus via der Öffnung 372, um einen aufblasbaren
Gegenstand aufzublähen. Zusätzlich erlaubt die ringförmige Struktur
des Granulats 390 eine im Wesentlichen gleichförmige Erwärmung
des Granulats durch die Verbrennungsgase.
Das Brennstoffgranulat 390 kann jeden Brennstoff umfassen,
der in bekannter Weise hergestellt ist. Geeignete Gaserzeugungsmittelzusammensetzungen
sind zum Beispiel in der ebenfalls anhängigen U.S. Patentanmeldung des Anmelders
mit der Seriennummer Nr. 09/664,130 offenbart, die hierin als Referenz einbezogen
ist. Ebenso, beinhalten andere geeignete Gaserzeugungsmittel, welche hierin durch
Referenz einbezogen werden sollen, solche, die in U.S. Patenten mit den Nummern
5,035,757, 6,210,505 und 5,872,329 offenbart sind, die hierin ebenfalls als Referenz
einbezogen sind, sind aber nicht auf solche beschränkt. Außerdem sind
andere geeignete Formen von Brennstoffzusammensetzungen in Betracht gezogen, zur
Einlagerung in das Gaserzeugungsmittelgehäuse 322, zusammen mit dem
Gaserzeugungsmaterial 314.
Es sollte zur Kenntnis genommen werden, dass die Verhältnisse
von Gaserzeugungsmittel zu gelagertem Gas im Gaserzeugungssystem variiert werden
können, um vorgegebene Design- und Leistungsansprüche zu erreichen. Zum
Beispiel kann das Aufblähen kleinerer Airbags oder eines Airbelts eine relativ
geringere Menge an Füllgas benötigen, als größere Airbags. In
diesem Fall kann die Masse an verwendetem Gaserzeugungsmittel entsprechend verringert
werden. In ähnlicher Weise kann dort, wo eine relativ größere Menge
an Füllgas erwünscht ist, die Masse an verwendetem Gaserzeugungsmittel
entsprechend erhöht werden. Alternativ können sowohl die Menge an gelagertem
Gas als auch die Menge an Gaserzeugungsmittel angepasst werden, um eine gewünschte
Menge an Füllgas zu produzieren.
Ein Filter 329 kann in das Gaserzeugungssystem eingebaut
werden, um Partikel aus dem Gas zu filtern, welches bei der Verbrennung des Gaserzeugungsmittels
314 entsteht. Im allgemeinen ist der Filter
329 im Gaserzeugungsmittelgehäuse entlang dem Fluidflussweg positioniert,
der sich zwischen dem Gaserzeugungsmaterial 314 und der Gasaustrittsöffnung
72 erstreckt, welche im Gaserzeugungsmittelgehäuse eingepasst ist.
Der Filter kann innerhalb des Gaserzeugungsmittelgehäuses 322 angebracht
sein. In der Ausführungsform dargestellt in 2
zum Beispiel, ist der Filter im Gehäuse 322 benachbart zum zweiten
Treibstoffmaterial 390 positioniert. Der Filter kann aus irgendeinem von
verschiedenen Materialien (zum Beispiel ein Karbonfasernetz oder -folie) bestehen,
welche im Stand der Technik bekannt sind zur Filterung von Gaserzeugungsmittelverbrennungsprodukten.
Bezug nehmend auf 2, ist der Deckel
315 am zweiten Gehäuseende 322b befestigt, so dass er ein
offenes Ende des Rohrs 323 abdeckt. Der Deckel hat eine oder mehrere Öffnungen
372 eingeformt, so dass eine Fluidkommunikation zwischen dem Inneren des
Gehäuses 322 und dem Äußeren des Gaserzeugungssystems ermöglicht
ist. Der Deckel 315 kann gestanzt, gegossen, geformt oder sonst wie ausgebildet
und aus unlegiertem Stahl, Edelstahl, einem Polymer oder irgendeinem anderen geeignetem
Material hergestellt sein. Der Deckel 315 kann über dem zweiten Gehäuseende
322b durch jede geeignete Methode gesichert sein, zum Beispiel durch Anschweißen
oder Anheften.
Um die Öffnung 372 im Deckel 315 zu verschließen,
ist ein zerbrechbarer, fluiddichter Verschluss, wie zum Beispiel eine Berstscheibe
331, angebracht. Die Berstscheibe 331 bildet eine fluiddichte
Barriere zwischen dem Inneren des Gehäuses 322 und dem Äußeren
des Gaserzeugungssystems. Verschiedene Scheiben, Folien, Filme, etc. können
verwendet werden, um die Berstscheibe 331 zu bilden. Zum Beispiel können
Scheiben verwendet werden, die aus einem Material gemacht sind oder Strukturen aufweisen,
die relativ mehr oder weniger bereitwillig zerbrechen.
Der Druckbehälter 312 kann durch irgendeine von mehreren
im Stand der Technik bekannten Methoden unter Druck gesetzt und verschlossen werden.
Eine exemplarische Methode zum unter Druck setzen und Verschließen des Behälters
312, ist im U.S. Patent Nr. 6,488,310 beschrieben, welches hierin als Referenz
einbezogen wird. Bei dieser Methode wird der Druckbehälter 312 durch
ein kleines Loch beladen, welches in eine Nabe (nicht gezeigt) eingeformt ist, die
in ein Ende des Druckbehälters eingelassen ist. Das Loch ist dann mittels einem
Verschlussbolzen oder durch andere geeignete Mittel verschlossen.
Der Betrieb des Gaserzeugungssystems wie in 2
dargestellt wird nun besprochen. Auf den Erhalt eines Signals von einem Unfallsensor
hin, wird ein elektrisches Aktivierungssignal zum Zünder 318 gesendet,
welches dadurch den Zünder auslöst. Verbrennungsprodukte des Zünders
zerbrechen die Berstscheibe 330 und zünden das Gaserzeugungsmittel
314. Das Gehäuse 322 bildet also eine Verbrennungskammer
zur Verbrennung des Gaserzeugungsmittels 314. Die Zündung des Gaserzeugungsmaterials
314 führt zu einer relativ schnellen Erzeugung von Verbrennungsgasen
im Inneren des Gehäuses 322, die den inneren Druck im Gehäuse
322 erhöht. Der erhöhte Druck zerbricht die Berstscheibe
331 an der Gasaustrittsöffnung 372, so dass die Verbrennungsprodukte
durch den Filter 329 passieren und das Gaserzeugungssystem verlassen können,
um das assoziierte aufblasbare Element, zum Beispiel eines Fahrzeuginsassenschutzsystems,
aufzublähen.
Ist das Gaserzeugungsmittel verbraucht, fällt der Druck in der
Verbrennungskammer, wobei es dem gelagerten Oxidierungsgas ermöglicht wird,
durch die Öffnung 322d in das Gehäuse 322 zu gelangen.
Die Wärme der Verbrennung des Gaserzeugungsmaterials 314 und die Strömung
des Oxidierungsgases bewirken eine Verbrennung des festen Brennstoffgranulats
390. Das gelagerte Gas strömt durch die erhitzte Verbrennungskammer
322c und den Filter 329, nimmt dabei Wärme der Verbrennungskammer
und des Filters auf und dehnt sich auf seinem Weg durch die Gasaustrittsöffnung
372 in das aufblasbare Element des Fahrzeuginsassenschutzsystems aus. Zusätzlich
zu den Verbrennungsprodukten des Gaserzeugungsmittels 314 und dem gelagerten
Oxidierungsgas, tragen auch die Verbrennungsprodukte des festen Brennstoffgranulats
390 dazu bei, den aufblasbaren Gegenstand aufzublähen. Die Verbrennung
des festen Brennstoffgranulats setzt sich fort, bis das Granulat verbraucht ist
oder bis die Versorgung mit Oxidierungsgas verbraucht ist.
Da das feste Gaserzeugungsmittel 314 sich in dem Hochdruckgasdruckbehälter
befindet und in kontinuierlichem Fluidkontakt oder -kommunikation mit dem Hochdruckgas
steht, bestehen sofort bei Zündung beste Bedingungen für die Verbrennung
des Gaserzeugungsmittels. Daher wird sich eine relativ schnellere Verbrennungsrate
und Temperatur des Gaserzeugungsmittels 314 ergeben, als sonst für
gewöhnlich stattfinden würde. Die hohe Verbrennungsrate und Temperatur
des Gaserzeugungsmaterials produzieren typischerweise eine Schockwelle und einen
schnellen Druckanstieg des gelagerten Gases, die die Berstscheibe 331 zerbrechen.
Dementsprechend ist die Zeitspanne minimiert von der Zündung/Aktivierung des
Gaserzeugungssystems 310 bis zur Freisetzung und Verfügbarkeit von
Gas für die Aufblähung eines aufblasbaren Gerätes. Auch, da das Gaserzeugungsmittel
innerhalb des Druckbehälters positioniert und dem relativ hohen Druck
des gelagerten Füllgases ausgesetzt ist, ist die Verwendung von Gaserzeugungsmitteln
ermöglicht, die bei höheren Drücken effizienter verbrennen. Zusätzlich
macht die vorliegende Erfindung den Bedarf an einer separaten, verschlossenen Verbrennungskammer
für das Gaserzeugungsmittel unnötig. Dies reduziert die Komplexität
der Herstellung und die Kosten des Gaserzeugungssystems. Auch, sorgt der Fluss des
gelagerten Gases durch die Dosieröffnung für einen Fluss des Gases in
das aufblasbare Gerät über einen relativ verlängerten Zeitraum, so
dass dadurch das aufblasbare Gerät über einen längeren Zeitraum aufgebläht
bleibt. Zusätzlich, da das gelagerte Gas durch die heiße Verbrennungskammer
und den Filter strömt, bevor es in das aufblasbare Gerät entweicht, wird
das gelagerte Gas erhitzt durch Mischung mit den Verbrennungsgasen und auch durch
Konvektion durch den Kontakt mit dem Gehäuse 322 und dem Filter
329. Die Ausdehnung des gelagerten Gases ist daher verstärkt, so dass
die Effizienz des Gaserzeugungssystems erhöht wird. Auch, ist die Erzeugung
von ungewolltem Abfluss während der Gaserzeugungsmittelverbrennung reduziert,
auf Grund der hohen Temperatur und Druck der Gaserzeugungsmittelzündung und
-verbrennung. Außerdem gibt es keinen Bedarf für einen Verschluß
oder eine Berstscheibe, der die Öffnung 322d an dem Gaserzeugungsmittelgehäuse
322 abdeckt. Schließlich, da das gelagerte Gas ein Oxidierungsgas
ist, welches der Verbrennung des festen Brennstoffgranulats dient, ist die Effizienz
des Gaserzeugungsprozesses insgesamt erhöht und steuert die Verbrennung des
festen Granulats zusätzliches Gas zur aufblasbaren Vorrichtung bei.
3, 4 und 4A
zeigen noch eine weitere Ausführungsform 410 eines Gaserzeugungssystems
gemäß der vorliegenden Erfindung. Die in 3,
4A und 4B dargestellte Ausführungsform
ist strukturell und operational ähnlich zu den Ausführungsformen, die
in 1 und 2 gezeigt sind.
Das Gaserzeugungssystem 410 enthält ein erstes Gehäuse in Form
eines Druckbehälters 412. In der dargestellten Ausführungsform
ist der Behälter 412 ein länglicher, im Wesentlichen zylindrischer
metallischer Körper, so wie er aus dem Stand der Technik bekannt ist. Es sollte
jedoch zur Kenntnis genommen werden, dass alternative Behälterkörpertypen
und -designs verwendet werden können, ohne vom Geltungsbereich der Erfindung
abzurücken. Der Behälter 412 hat eine longitudinale Zentralachse
A2 und eine Öffnung 460 an einem ersten Ende 412a des Behälters
412. Eine oder mehrere Gasaustrittsöffnungen 462 sind an
einem zweiten Ende 412b des Behälters ausgebildet, um eine Fluidkommunikation
zwischen einem Inneren des Behälters 412 und einem Äußeren
des Behälters zu ermöglichen. Die Öffnungen 462 können,
während der Herstellung des Behälters, integral mit dem Behälter
ausgeformt sein oder die Öffnungen können in ein separates Stück
eingearbeitet sein, welches an den Behälter 412 angebracht ist. Der
Druckbehälter kann extrudiert, rollgebogen oder anderweitig aus Metall geformt
sein und kann zum Beispiel aus unlegiertem Stahl oder Edelstahl bestehen. Die Löcher
462 können gebohrt, gestanzt oder anderweitig in den fertigen Behälter
eingeformt werden.
Ein Zünder 418 ist so am Druckbehälter befestigt,
dass eine Fluidkommunikation mit einem Inneren des Gaserzeugungsmittelgehäuses
422 (unten beschrieben) ermöglicht ist. In der dargestellten Ausführungsform
ist der Zünder 418 in eine Zündkappenanordnung 416 inkorporiert,
die einen Zünder 418 und eine Endkappe 420 beinhaltet. Die
Zündkappenanordnung 416 ist entlang der Zentralachse A2 angeordnet,
um die Öffnung 460 zu verschließen, mit der der Druckbehälter
412 versehen ist. Die Endkappe 420 enthält eine darin eingeformte
Öffnung 420a, um die Fluidkommunikation zwischen Zünder
418 und dem Inneren des Gehäuses 422 bei Betätigung
des Gaserzeugungssystems zu ermöglichen. Der Zünder 418 kann
in im Stand der Technik bekannter Weise ausgestaltet sein. Eine beispielhafte Zünderkonstruktion
ist im U.S. Patent Nr. 6,009,809 beschrieben, welches hiermit durch Bezugnahme inkorporiert
ist. Die Kappe 420 kann gestanzt, gepresst, gegossen, geformt oder anderweitig
aus unlegiertem Stahl, Edelstahl, einem Polymermaterial oder jedem anderen geeigneten
Material gebildet sein. Die Kappe 420 ist angeschweißt, eingespannt
oder anderweitig in geeigneter Weise an dem Druckbehälter 412 in einer
Weise befestigt, die einen gasdichten Abschluss zwischen der Kappe 420
und dem Behälter 412 gewährleistet.
Wieder Bezug nehmend auf 3, wird ein
Gaserzeugungsmittelgehäuse 422 bereitgestellt, um ein Gaserzeugungsmaterial
414 zu enthalten und um ein longitudinales Fortschreiten der Gaserzeugungsmittelverbrennung
zu ermöglichen. Das Gehäuse 422 ist operativ so mit dem Druckbehälter
412 verbunden, dass eine Fluidkommunikation zwischen dem Gehäuse
422 und dem Druckbehälter 412 ermöglicht wird. Das Gehäuse
422 ist länglich und im Wesentlichen zylindrisch und weist ein erstes
Ende 422a auf, ein zweites Ende 422b und ein Inneres
422c, um darin Gaserzeugungsmaterial 414 aufzunehmen.
In der Ausführungsform dargestellt in 3,
ist das Gehäuse 422 definiert durch die Zündkappenanordnung
416, ein Rohr 422, welches sich im Wesentlichen über die
ganze Länge des Druckbehälters 412 erstreckt und einen Deckel
415 (unten beschrieben), der am zweiten Ende 422b des Gehäuses
angebracht ist, um ein offenes Ende des Rohres 423 zu bedecken. Jedoch
kommen auch alternative Formen und Strukturen des Gaserzeugungsmittelgehäuses
in Betracht. Das Rohr 423 kann zum Beispiel durch Extrudieren
oder durch Rollbiegung des Rohrs aus Metallblättern und anschließender
Perforation des Rohrs hergestellt sein. In der in 3
gezeigten Ausführungsform ist das Rohr 423 ein einheitliches Rohr.
Jedoch kommt auch die Verwendung eines Rohres in Betracht, das aus mehreren Teilen
zusammengesetzt ist.
Das Gehäuse 422 beinhaltet auch eine Öffnung
422d die daran längsseits ausgebildet ist, so dass eine Fluidkommunikation
zwischen dem Gehäuse und dem Inneren des Behälters 412, außerhalb
des Gehäuses 422, ermöglicht ist, wodurch der Durchtritt von
im Behälter 412 gelagerten Gasen in das Gehäuse 422
ermöglicht wird. In einer besonderen Ausführungsform ist die Öffnung
422d eine Messeinrichtung, die so dimensioniert ist, dass bei Betätigung
des Gaserzeugungssystems eine vorbestimmte Flussrate von gelagertem Gas in das Gehäuse
422 erreicht wird. In der in 3 dargestellten
Ausführungsform ist die Öffnung 422d in das Rohr 423
eingeformt.
Das Gehäuse 422 ist in dem Behälter 412
derart angebracht, dass es sich entlang der Zentralachse A2 des Druckbehälters
erstreckt. Das erste Ende 422a ist so positioniert, dass eine Fluidkommunikation
zwischen dem Zünder 418 und dem Gehäuse 422 ermöglicht
ist. Das zweite Ende des Gehäuses 422b ist so an das zweite Ende des
Druckbehälters 412b positioniert und angebracht, dass, bei Aktivierung
des Gaserzeugungssystems, eine Fluidkommunikation zwischen dem Gehäuse und
der Gasaustrittsöffnung 462 ermöglicht wird, welche in den Behälter
412 eingeformt ist.
Wieder Bezug nehmend auf 3, ist das Gaserzeugungsmaterial
414 im Gaserzeugungsmittelgehäuse 422 platziert. In der in
3 gezeigten Ausführungsform, liegt das Gaserzeugungsmittel
414 in Tabletten- oder Granulatform vor. Jedoch kommen auch andere Formen
oder Ausprägungen fester Gaserzeugungsmittel in Betracht. Es wurde gefunden,
dass die Gaserzeugungsausführungen, die hierin beschrieben sind, am meisten
bevorzugt mit einer Gaserzeugungsmittelkomposition arbeiten, die eine hohe Gasausbeute,
eine geringe Feststoffproduktion aufweisen, wie zum Beispiel eine „rauchfreie"
Gaserzeugungsmittelzusammensetzung. Solche Gaserzeugungsmittelzusammensetzungen
sind beispielhaft durch die in den U.S. Patenten Nr. 6,210,505 und 5,872,329 beschriebenen
Zusammensetzungen und Verfahren angegeben und durch Bezugnahme hierin inkorporiert,
aber nicht auf diese beschränkt. Wie hierin verwendet, soll der Begriff „rauchfrei"
im allgemeinen so verstanden werden, dass er solche Treibmittel meint, welche in
der Lage sind, bei Verbrennung zu mindestens etwa 85% gasförmigem Produkt zu
führen und bevorzugt zu etwa 90% gasförmigem Produkt, bezogen auf die
gesamte Produktmasses; und, als logische Konsequenz, zu nicht mehr als etwa 15%
festen Produkten und vorzugsweise zu etwa 10% festen Produkten, bezogen auf die
gesamte Produktmasse. Das U.S. Patent Nr. 6,210,505 offenbart verschiedene hohe
nicht-azide Stickstoffgaszusammensetzungen, welche ein Nichtmetallsalz von Triazol-
oder Tetrazol-Brennstoff enthalten, phasenstabilisiertes Ammoniumnitrat (PSAN) als
ein primäres Oxidationsmittel, ein metallisches zweites Oxidationsmittel und
eine inerte Komponente, wie zum Beispiel Ton oder Glimmer. Das U.S. Patent Nr. 5,872,329
offenbart verschiedene hohe nicht-azide Stickstoffgaszusammensetzungen, welche ein
Aminsalz von Triazol- oder Tetrazol-Brennstoff enthalten und phasenstabilisiertes
Ammoniumnitrat (PSAN) als Oxidationsmittel.
Es sollte zur Kenntnis genommen werden, dass die Verhältnisse
von Gaserzeugungsmittel zu gelagertem Gas im Gaserzeugungssystem variiert werden
können, um vorgegebene Design- und Leistungsansprüche zu erreichen. Zum
Beispiel kann das Aufblähen kleinerer Airbags oder eines Airbelts eine relativ
geringere Menge an Füllgas benötigen, als größere Airbags. In
diesem Fall kann die Masse an verwendetem Gaserzeugungsmittel entsprechend verringert
werden. In ähnlicher Weise kann dort, wo eine relativ größere Menge
an Füllgas erwünscht ist, die Masse an verwendetem Gaserzeugungsmittel
entsprechend erhöht werden. Alternativ können sowohl die Menge an gelagertem
Gas als auch die Menge an Gaserzeugungsmittel angepasst werden, um eine gewünschte
Menge an Füllgas zu produzieren.
Ein Filter 429 kann in das Gaserzeugungssystem eingebaut
werden, um Partikel aus dem Gas zu filtern, welches bei der Verbrennung des Gaserzeugungsmittels
414 entsteht. Im allgemeinen ist der Filter 429 im zweiten Gehäuse,
entlang dem Fluidflussweg positioniert, der sich zwischen dem Gaserzeugungsmittel
und der Gasaustrittsöffnung 462 erstreckt, welche in den Druckbehälter
412 eingepasst ist. Der Filter kann innerhalb des Gaserzeugungsmittelverbrennungsgehäuses
422 angebracht sein. In der Ausführungsform dargestellt in
3 zum Beispiel, ist der Filter im Gehäuse
422 benachbart zum Gaserzeugungsmittel 414 positioniert. Der Filter
kann aus irgendeinem von verschiedenen Materialien (zum Beispiel ein Karbonfasernetz
oder -folie) bestehen, welche im Stand der Technik bekannt sind zur Filterung von
Gaserzeugungsmittelverbrennungsprodukten.
Um die Öffnung 422d im Gehäuse 422 zu
verschließen, ist ein fluiddichter Verschluss, wie zum Beispiel eine Berstscheibe
431, angebracht. Die Berstscheibe 431 bildet eine fluiddichte
Barriere zwischen dem Inneren des Gehäuses 422 und dem gelagerten
Gas im Druckbehälter 412. Verschiedene Scheiben,
Folien, Filme, etc. können verwendet werden, um die Berstscheibe
31 zu bilden. Zum Beispiel können zerbrechbare Scheiben verwendet
werden, die aus einem Material gemacht sind oder Strukturen aufweisen, die relativ
mehr oder weniger bereitwillig zerbrechen. Die Scheibe 431 kann alternativ
aus einem Polymermaterial hergestellt sein, welches schmelzbar ist, als Antwort
auf die Hitze, die durch Verbrennung von Gaserzeugungsmittel 414 erzeugt
wird. Wie hierin verwendet, meint der Begriff „schmelzbar", dazu im Stande
zu sein zu schmelzen oder zu zerfließen.
In einer ersten besonderen Ausführungsform (siehe 4A),
erweicht, während des Betriebs, die Hitze der Gaserzeugungsmittelverbrennung
die Scheibe 431 bis zu einem Punkt an dem der Gasdruck die Scheibe zum
Zerbrechen belastet, zum Beispiel während der Dekompression der Verbrennungskammer.
In einer weiteren besonderen Ausführungsform (siehe 4B), ist
eine Gaserzeugungsmittelpille 414a in der Öffnung 422d unter
der Scheibe 431, als Stützelement, angebracht, um die Scheibe gegen
einen Druck zu unterstützen, der von dem gelagerten Gas im ersten Gehäuse
ausgeübt wird. Während der Verbrennung des Gaserzeugungsmittels, verbrennt
die Pille 414a, entfernt damit die Unterstützung der Scheibe und ermöglicht
den Zusammenbruch der Scheibe. Das Stützelement oder die Pille kann alternativ
aus einem schmelzbaren Material hergestellt sein. Andere Arten des Zerbrechens der
Scheibe kommen ebenso in Betracht.
Der Druckbehälter 412 kann durch irgendeine von mehreren
im Stand der Technik bekannten Methoden unter Druck gesetzt und verschlossen werden.
Eine exemplarische Methode zum unter Druck setzen und Verschließen des Behälters
412, ist im U.S. Patent Nr. 6,488,310 beschrieben, welches hierin als Referenz
einbezogen wird. Bei dieser Methode wird der Druckbehälter 412 durch
ein kleines Loch beladen, welches in eine Nabe (nicht gezeigt) eingeformt ist, die
in ein Ende des Druckbehälters eingelassen ist. Das Loch ist dann mittels einem
Verschlussbolzen oder durch andere geeignete Mittel verschlossen.
Der Betrieb des Gaserzeugungssystems wie in 3,
4A und 4B dargestellt, wird nun besprochen.
Auf den Erhalt eines Signals von einem Unfallsensor hin, wird ein elektrisches Aktivierungssignal
zum Zünder 418 gesendet, welches dadurch den Zünder auslöst.
Verbrennungsprodukte des Zünders zünden das Gaserzeugungsmittel
414. Das Gehäuse 422 bildet somit eine Verbrennungskammer
zur Verbrennung des Gaserzeugungsmittels 414. Die Zündung des Gaserzeugungsmittels
414 führt zu einer relativ schnellen Erzeugung von Verbrennungsgasen
im Gehäuse 422, die den inneren Druck im Gehäuse 22
erhöhen und die Verbrennungsprodukte durch den Filter 29 zwingen und
das Gaserzeugungssystem verlassen lassen, um das assoziierte aufblasbare Element
aufzublähen, zum Beispiel, einen Airbag eines Fahrzeuginsassenschutzsystems.
Wie bereits bemerkt, weicht die Hitze der Gaserzeugungsmittelverbrennung
in einer ersten besonderen Ausführungsform (4A)
die Scheibe 431 bis zu einem Punkt auf, an dem der Gasdruck die Scheibe
zum Zusammenbruch belastet, zum Beispiel während der Dekompression der Verbrennungskammer.
In einer weiteren besonderen Ausführungsform (4B), verbrennt
die Verbrennung der Pille 414a die Pille, entfernt damit die Unterstützung
der Scheibe und ermöglicht den Zusammenbruch der Scheibe.
Sowie die Verbrennungsgase die Verbrennungskammer verlassen, fällt
der Druck in der Verbrennungskammer, was den Eintritt des gelagerten Gases durch
die Öffnung 422d, in die Verbrennungskammer, die durch das Gehäuse
422 gebildet wird, erlaubt. Das gelagerte Gas strömt dann durch die
erhitzte Verbrennungskammer und den Filter 429, nimmt Wärme von der
Verbrennungskammer und dem Filter auf und dehnt sich aus, auf seinem Weg durch die
Gasaustrittsöffnung 462 in das aufblasbare Element des Fahrzeuginsassenschutzsystems.
Da das gelagerte Gas dazu dient das aufblasbare Gerät über einen längeren
Zeitraum in einem aufgeblähten Zustand zu erhalten, kann die Berstscheibe
431 so entworfen werden, dass sie im Wesentlichen zu jedem Zeitpunkt vor
dem Abschluss der Gaserzeugungsmittelverbrennung zerbricht.
Der Fluss des gelagerten Gases durch die Öffnung 422d
sorgt für einen Gasstrom in das aufblasbare Gerät über einen relativ
verlängerten Zeitraum, dadurch wird es dem Airbag erlaubt über einen längeren
Zeitraum aufgebläht zu bleiben. Außerdem, da das gelagerte Gas durch die
heiße Verbrennungskammer und den Filter strömt, bevor es in den Airbag
entweicht, wird das gelagerte Gas erhitzt durch Mischung mit den Verbrennungsgasen
und auch durch Konvektion durch den Kontakt mit dem Gehäuse 22 und
dem Filter 29. Die Ausdehnung des gelagerten Gases ist somit verstärkt,
so dass die Effizienz des Gaserzeugungssystems erhöht wird.
5 zeigt noch eine weitere Ausführungsform eines
Gaserzeugungssystems 510 gemäß der vorliegenden Erfindung. Das
Gaserzeugungssystem 510 beinhaltet ein erstes Gehäuse in Form einer
Gasflasche oder -tank 511 in welcher ein unter Druck gesetztes Fluid (in
diesem Fall ein Füllgas) gelagert ist. Die Flasche 511 hat eine Wand
511a, die eine Öffnung 511b definiert, welche eine Fluidkommunikation
mit einem Äußeren der Flasche ermöglicht. Die Flasche 511
besteht aus einem Metall oder einer Metalllegierung und kann gegossen, gezogen oder
anderweitig aus Metall hergestellt sein. Die Flasche 511
kann in einer bekannten Weise mit dem unter Druck stehenden Fluid
befüllt und verschlossen werden.
Das Gaserzeugungssystem 510 beinhaltet weiterhin ein zweites
Gehäuse in Form eines im Wesentlichen zylindrischen Gehäuses
512, welches außerhalb des ersten Gehäuses 511 angebracht
ist und ein Paar gegenüberliegende Enden 512a, 512b und eine
Wand 512c aufweist, die sich zwischen den Enden erstreckt, um die Kavität
des Gehäuseinneren zu begrenzen. Das Gehäuse 512 besteht aus
einem Metall oder einer Metalllegierung und kann gegossen, gezogen, extrudiert oder
in sonstiger Weise aus Metall gebildet sein. Das Gehäuseende 512b
weist eine oder mehrere Öffnungen 512d auf, um eine Fluidkommunikation
zwischen einem Inneren des Gehäuses und der Flaschenöffnung
511b zu ermöglichen. Somit ist das Innere des Gehäuses
512 und dessen Inhalt dem unter Druck stehenden Gas, das in der Flasche
511 gelagert ist, ausgesetzt und unter dessen erhöhten Druck gesetzt.
Eine Kante der Flaschenwand, die die Öffnung 511b begrenzt, grenzt
an das zweite Ende des Gehäuses 512b an und ist so an dem Gehäuseende
512b angebracht, dass am Anschluss zwischen der Öffnung
511b und dem Gehäuse 512 ein im Wesentlichen fluiddichter
Verschluss bereitgestellt wird. Im Gehäuseende 512b sind eine oder
mehrere Öffnungen 512e gebildet, um eine Fluidkommunikation zwischen
dem Inneren des Gehäuses 512 und einem Äußeren des Gehäuses
zu ermöglichen, um dafür zu sorgen, dass Verbrennungsgase in ein Gehäuse
545a eingespeist werden können, welches durch einen Diffusor
545 (später in größerem Detail beschrieben) gebildet wird,
der den Anschluss zwischen der Flasche 511 und dem Gehäuse
512 umgibt.
Bezug nehmend auf 5, ist am Ende
512a des Gehäuses 512 ein Endverschluss 514 befestigt.
Das Ende 512a des Gehäuses 512 kann über Teile des Endverschlusses
514 gefalzt sein, um den Endverschluss in dem Gehäuse zu befestigen,
oder andere Methoden (zum Beispiel schweißen oder anheften) können verwendet
werden, um den Endverschluss 514 am Gehäuseende 512a zu befestigen.
Falls gewünscht, kann entlang des Endverschlusses 514 eine periphere
Kavität gebildet sein (nicht gezeigt), um einen O-Ring oder eine Dichtung (nicht
gezeigt) darin anzubringen, um die Verbindung zwischen Endverschluss 514
und Gehäusewand 512c zu verschließen. Der Endverschluss
514 kann gestanzt, gegossen, geformt oder anderweitig gebildet sein und
kann aus unlegiertem Stahl, Edelstahl, einem Polymermaterial oder jedem anderen
geeigneten Material bestehen.
Wieder Bezug nehmend auf 5, ist in dem
Endverschluss 514 eine Zündanordnung 544 positioniert und
befestigt, so dass eine Fluidkommunikation zwischen dem Gaserzeugungsmittel
530 (unten in größerem Detail beschrieben), welcher sich im Gehäuse
512 befindet, und einem Zünder 544a ermöglicht ist,
welcher in die Zündanordnung inkorporiert ist, um das Gaserzeugungsmittel bei
Aktivierung des Gaserzeugungssystems zu zünden. Die Zündanordnung
544 kann im Endverschluss 514 befestigt werden, durch Verwendung
einer von mehreren bekannten Methoden, zum Beispiel durch Schweißen, Falzen,
Aufpressen oder durch Anheften. Für die hierin beschriebene Verwendung geeignete
Zündanordnungen können von einer Reihe von bekannten Quellen erhalten
werden, zum Beispiel Primex Technologies, Inc. aus Redmond, Washington oder Aerospace
Propulsion Products bv, aus den Niederlanden. Der Zünder 544a kann
auf im Stand der Technik bekannte Weise ausgebildet sein. Beispielhafte Zündkonstruktionen
sind in den U.S. Patenten mit den Nummern 6,009,809 und 5,934,705 beschrieben, die
hierin als Referenz einbezogen sind. Der Zünder 544a kann in der Zündanordnung
544 durch eine von vielen Methoden befestigt sein, zum Beispiel durch Verwenden
von Schweißnähten, Haftmitteln, durch Falzen oder durch integrales Formen
des Zünders in einen Teil der Zündanordnung.
Falls gewünscht, kann eine Menge an Zündverbindung (nicht
gezeigt) benachbart zum Zünder 544a und dem Gaserzeugungsmittel
530 angebracht sein. Die Zündverbindung kann eine bekannte oder geeignete
Zünd- oder Boosterverbindung sein, deren Verbrennung die Gaserzeugungsmittelladung
530 zündet. Eine oder mehrere Autozündtabletten (nicht gezeigt)
können ebenfalls benachbart zum Zünder und dem Gaserzeugungsmittel platziert
werden, um die Zündung der Zündverbindung und/oder des Gaserzeugungsmittels
530, auf eine externe Erwärmung des Gasgenerators hin, zu ermöglichen,
in einer im Stand der Technik wohlbekannten Art und Weise.
Bezug nehmend auf 5, ist die Gaserzeugungsmittelzusammensetzung
530 im Inneren der Kavität des Gehäuses 512 platziert.
In der gezeigten Ausführungsform, ist das Gaserzeugungsmittel 530
in einer granulären Form. Jedoch, wird zur Kenntnis genommen, dass andere,
alternative Vorbereitungen der Gaserzeugungsmittelzusammensetzung verwendet werden
können. Zum Beispiel, kann ein Teil des Gehäuseinneren teilweise oder
ganz mit einem Gaserzeugungsmittel in Scheiben- oder in Tablettenform gefüllt
sein. Das Gaserzeugungsmittel 530 steht ebenfalls in Fluidkommunikation
mit dem unter Druck gesetzten Gas, das in der Flasche 511 gelagert ist.
Weil das feste Gaserzeugungsmittel 530 in kontinuierlichem
Fluidkontakt oder -kommunikation mit dem Hochdruckgas steht, welches im Druckbehälter
gelagert ist, sind sofort bei Zündung des Gaserzeugungsmittels beste Verbrennungsbedingungen
vorhanden. Unter diesen Umständen, ist es anzunehmen, dass
feste Gaserzeugungsmittel, die bei Umgebungsdruck effizient verbrennen, bei den
relativ höheren Drücken im Druckbehälter mit erhöhter Geschwindigkeit
effizient verbrennen. Aus diesem Grund können diese Gaserzeugungsmittel besonders
nützlich sein, um schnelle Gaserzeugungsmittelverbrennungsraten der vorliegenden
Erfindung zu erreichen. Geeignete Gaserzeugungsmittelzusammensetzungen sind zum
Beispiel in der ebenfalls anhängigen U.S. Patentanmeldung des Anmelders mit
der Seriennummer Nr. 09/664,130 offenbart, die hierin als Referenz einbezogen ist.
Ebenso, beinhalten andere geeignete Gaserzeugungsmittel, welche hierin durch Referenz
einbezogen werden sollen, solche, die in U.S. Patenten mit den Nummern 5,035,757,
6,210,505 und 5,872,329 offenbart sind, die hierin ebenfalls als Referenz einbezogen
sind, sind aber nicht auf solche beschränkt.
Bezug nehmend auf 5, ist im Gasgeneratordesign
ein Filter 536 enthalten, um Partikel aus den Gasen herauszufiltern, die
durch die Verbrennung des Gaserzeugungsmittels 530 entstehen. Im Allgemeinen,
ist der Filter 536 im Gehäuse 512 platziert, zwischen dem
Gaserzeugungsmittel 530 und den Öffnungen 512e, die entlang
des zweiten Gehäuseendes 512b ausgeformt sind, so dass jegliche Verbrennungsprodukte,
die Richtung der Öffnungen 512eströmen, dazu gezwungen werden,
den Filter zu passieren. Der Filter ist ebenfalls entlang eines Fluidflusswegs angebracht,
der sich zwischen der Flaschenöffnung 511b und den Öffnungen
512e erstreckt. Der Filter kann aus irgendeinem einer Vielzahl von Materialien
gebildet sein (zum Beispiel einem Metall- oder Karbonfasernetz oder -folie, oder
einer anderen ähnlich porösen Filterstruktur), welche im Stand der Technik
bekannt sind zur Filterung von Gaserzeugungsmittelverbrennungsprodukten.
Ein Diffusor 545 bildet ein drittes Gehäuse, das den
Anschluss zwischen der Flasche 511 und dem Gehäuse 512 umgibt.
Der Diffusor 545 kann gestanzt oder sonst wie aus Stahl oder anderen geeigneten
Materialien gebildet werden und dann angeschweißt oder anderweitig an der Flasche
511 und an dem zweiten Gehäuseende 512b befestigt werden,
so dass ein im Wesentlichen gasdichter Verschluss zwischen dem Diffusor und der
Flasche 511 und zwischen dem Diffusor und dem Gehäuse 512
gebildet wird. Der Diffusor 545 hat eine oder mehrere Öffnungen
545b daran entlang ausgebildet, um eine Fluidkommunikation zwischen dem
Gehäuse 545a und einem Äußeren des Gaserzeugungssystems
zu gewährleisten. Der Diffusor 545 wirkt dadurch, dass Gas, welches
von dem Gehäuse 545a durch die Öffnungen 545b strömt,
zu einem Airbag oder anderen aufblasbaren Vorrichtungen verteilt wird.
Zerbrechbare, fluiddichte Verschlüsse, wie zum Beispiel Berstscheiben
531, können so angebracht sein, dass sie die Öffnungen
545b im Diffusor 545 verschließen. Die Scheibe
531 bildet eine fluiddichte Barriere zwischen dem Inneren des Diffusors
und dem Äußeren des Gaserzeugungssystems. Verschiedene Scheiben, Folien,
Filme, etc. können als Berstscheibe 531 eingesetzt werden. Die Materialien
und Strukturen der Membranen werden von der gewünschten Leistungscharakteristik
des Gaserzeugungssystems 510 abhängen. Zum Beispiel können Scheiben
eingesetzt werden, die aus Materialien hergestellt sind und/oder Strukturen aufweisen,
die relativ mehr oder weniger schnell zerbrechen.
Nun wird der Betrieb des Gaserzeugungssystems 510 besprochen.
Auf ein Unfallereignis hin, erhält der Zünder
544a ein Signal zum Beispiel von einem Unfallsensor oder einem Beschleunigungsmesser
(nicht gezeigt) und zündet dann das Gaserzeugungsmittel 530. Somit
dient das Gehäuse 512 als Verbrennungskammer für das Gaserzeugungsmittel
530. Die von der Zündung des Gaserzeugungsmittels 530 produzierte
Wärme und Verbrennungsgase, bewegen sich durch den Filter 536, um
die Berstscheibe 531 zu zerbrechen. Die Gase bewegen sich dann weiter durch
die Öffnungen 512e und in das Gehäuse 545. Die Gase
strömen dann aus den Diffusoröffnungen 545b aus.
Sowie die von der Verbrennung des Gaserzeugungsmittels 530
erzeugten Gase aus dem Gehäuse 512 strömen, beginnt der Druck
im Gehäuse, als Ergebnis der Verbrennung des Gaserzeugungsmittels
530, zu fallen. Sowie der gehäuseinterne Druck fällt, strömt
das unter Druck gesetzte, in der Flasche 511 gelagerte Gas durch die Flaschenöffnung
511b, in die Öffnung des zweiten Gehäuseendes 512d,
durch den Filter 536 und aus dem Gehäuse 512 heraus und,
durch die Öffnungen 512e, in das Gehäuse 545 hinein.
Das vorher gelagerte Gas strömt dann aus dem Gasgenerator durch die Diffusoröffnungen
545b.
Da das feste Gaserzeugungsmittel sich in dem Hochdruckgasdruckbehälter
befindet und in kontinuierlichem Fluidkontakt oder -kommunikation mit dem Hochdruckgas
steht, bestehen sofort bei Zündung beste Bedingungen für die Verbrennung
des Gaserzeugungsmittels. Daher wird sich eine relativ schnellere Verbrennungsrate
und Temperatur des Gaserzeugungsmittels 530 ergeben, als sonst für
gewöhnlich stattfinden würde. Das unter Druck setzen des Gaserzeugungsmaterials
mit dem kalten, gelagerten Füllgas verstärkt auch die Stabilität
des Gaserzeugungsmaterials und hilft eine konsistentere ballistische Leistung des
Gaserzeugungssystems sicher zu stellen.
Die hohe Verbrennungsrate und Temperatur des Treibgases produzieren
typischerweise eine Schockwelle und einen schnellen Druckanstieg
im gelagerten Gas, welche die Berstscheibe 531 zerbrechen. Dementsprechend
ist die Zeitspanne minimiert von der Aktivierung des Gaserzeugungssystems
510 bis zur Freisetzung und Verfügbarkeit von Gas für die Aufblähung
eines aufblasbaren Gerätes. Somit stellt das hierin beschriebene Design eine
schnelle initiale Aufblähung des aufblasbaren Geräts bereit. Ebenso, sorgt
der Fluss des gelagerten Gases durch die Dosieröffnung für einen Strom
des Gases in das aufblasbare Gerät über einen relativ verlängerten
Zeitraum, so dass dadurch der Airbag über einen längeren Zeitraum aufgebläht
bleibt, und somit zu einer verbesserten Leistung des Fahrzeuginsassenschutzsystems
führt.
Da das Gaserzeugungsmittel dem relativ hohen gelagerten Füllgasdruck
ausgesetzt ist, ist auch die Verwendung von Gaserzeugungsmitteln ermöglicht,
die bei höheren Drücken effizienter verbrennen. Außerdem macht die
vorliegende Erfindung den Bedarf an einer separaten, verschlossenen Verbrennungskammer
für das Gaserzeugungsmittel unnötig. Dies reduziert die Komplexität
der Herstellung und die Kosten des Gaserzeugungssystems.
Zusätzlich, da das gelagerte Gas durch das heiße Gehäuse
und den Filter fließt, bevor es in den Airbag entweicht, wird das gelagerte
Gas erhitzt durch Mischung mit den Verbrennungsgasen und auch durch Konvektion durch
den Kontakt mit dem Gehäuse 512 und dem Filter 536. Die Ausdehnung
des gelagerten Gases ist daher verstärkt, so dass die Effizienz des Gaserzeugungssystems
für eine vorgegebene Größe des Systems erhöht wird. Dies ermöglicht
es, die Gesamtkosten, die Masse und Größe des Gaserzeugungssystems zu
reduzieren. Auch, ist die Erzeugung von ungewolltem Abfluss während der Gaserzeugungsmittelverbrennung
reduziert, auf Grund der hohen Temperatur und Druck der Gaserzeugungsmittelzündung
und -verbrennung. Schließlich, gibt es keinen Bedarf für einen Verschluss
oder eine Berstscheibe, die die Öffnung 511b zwischen der Flasche
511 und dem Gehäuse 512 abdeckt.
Nun Bezug nehmend auf 6, in einer möglichen
Anwendung von jeder der Ausführungsformen 10, 310,
410, 510 des hierin beschriebenen Gaserzeugungssystems, ist das
Gaserzeugungssystem in ein Airbagsystem 200 eingebaut. Das Airbagsystem
200 beinhaltet mindestens einen Airbag 202 und ein Gaserzeugungssystem
10, 310, 410, 510, wie hierin beschrieben und
mit dem Airbag so verbunden, dass, auf die Aktivierung des Gaserzeugungssystems
hin, eine Fluidkommunikation mit einem Inneren des Airbags ermöglicht ist.
Das Airbagsystem 200 kann einen Unfallereignissensor 210 enthalten
(oder in operativer Verbindung damit stehen), der in operativer Verbindung steht
mit einem Unfallsensoralgorithmus (nicht gezeigt), welcher die Aktivierung des Airbagsystems
200 signalisiert, mittels, zum Beispiel, Aktivierung eines Zünders
(in 6 nicht gezeigt) im Falle eines Zusammenstosses.
Wieder Bezug nehmend auf 6, kann eine
Ausführungsform des Gaserzeugungssystems oder ein Airbagsystem enthaltend eine
Ausführungsform des Gaserzeugungssystems auch in ein weiteres, umfangreicheres
Fahrzeuginsassenschutzsystem 180 eingebaut sein, welches zusätzliche
Elemente enthält, wie zum Beispiel eine Sicherheitsgurtanordnung
150. Die Sicherheitsgurtanordnung 150 beinhaltet ein Sicherheitsgurtgehäuse
152 und einen Sicherheitsgurt 160, der vom Gehäuse
152 ausgeht. Ein Sicherheitsgurtaufrollmechanismus 154 (zum Beispiel
ein Feder-getriebener Mechanismus) kann mit einem Endstück des Gurtes verbunden
sein. Außerdem kann ein Sicherheitsgurtvorstraffer 156 mit dem Gurtaufrollmechanismus
154 verbunden sein, um den Aufrollmechanismus im Falle eines Zusammenstosses
auszulösen. Typische Sitzgurtaufrollmechanismen, die in Verbindung mit dem
Sicherheitsgurt 160 verwendet werden können sind in den U.S. Patenten
mit den Nummern 5,743,480, 5,553,803, 5,667,161,.5,451,008, 4,558,832 und 4,597,546
beschrieben, die hierin als Referenz einbezogen werden. Illustrative Beispiele für
typische Vorstraffer, mit denen der Sicherheitsgurt 160 kombiniert werden
kann, sind in den U.S. Patenten 6,505,790 und 6,419,177 beschrieben, die hierin
als Referenz einbezogen werden.
Die Sicherheitsgurtanordnung 150 kann einen Unfallereignissensor
158 enthalten (oder mit einem solchen in operativer Verbindung stehen),
der in operativer Verbindung steht mit einem Unfallsensoralgorithmus (nicht gezeigt),
der das Auslösen des Gurtvorstraffers 156 signalisiert mittels, zum
Beispiel, der Aktivierung eines pyrotechnischen Zünders (nicht gezeigt), der
in den Vorstraffer eingebaut ist. Die U.S. Patente mit den Nummern 6,505,790 und
6,419,177, bereits vorher hierin als Referenz einbezogen, liefern illustrative Beispiele
für Vorspanner, die in solcher Weise ausgelöst werden.
Es versteht sich, dass die vorangegangenen Beschreibungen von Ausführungsformen
der vorliegenden Erfindung nur veranschaulichenden Zwecken dienen. Als solche sind
die verschiedenen strukturellen und operativen Merkmale, die hierin beschrieben
sind, einer Reihe von Veränderungen zugänglich, entsprechend der Fähigkeiten
eines Fachmanns, wobei keine davon vom Geltungsbereich der vorliegenden Erfindung
abweicht, wie sie in den angehängten Ansprüchen definiert ist.