Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum reversiblen Aufstellen
einer Fahrzeugtür, insbesondere einer Kfz-Fronthaube, in einer Unfall-Situation,
insbesondere bei Feststellung einer Fußgänger-Unfall-Situation, umfassend
ein Aktorelement mit einem Energiespeicher, insbesondere einem Federelement, der
in Folge eines Entladevorganges eine Aufstellung der Fahrzeugtür bewirkt, sowie
gesonderte Spannmittel zur Aufladung des Energiespeichers durch eine Schließbewegung
der aufgestellten Fahrzeugtür.
Eine derartige Vorrichtung ist aus der DE
103 54 159 A1 der Anmelderin bekannt. Aus dieser nachveröffentlichten
Patentanmeldung geht eine Vorrichtung hervor, bei der die Spannmittel ein in einem
Bereich der Schwenkachse der Kfz-Fronthaube angeordnetes Betätigungselement
aufweisen, welches sich den langen Hebelarm der Kfz-Fronthaube zunutze macht und
die Kräfte zum Spannen der Spannmittel und damit zum Aufladen des Energiespeichers
über Seilzüge weiterleitet.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die aus dieser Druckschrift
bekannte Vorrichtung derart weiterzuentwickeln, dass eine kompakte Bauweise möglich
wird.
Die Erfindung löst diese Aufgabe mit den Merkmalen des Anspruches
1.
Das Prinzip der Erfindung besteht zunächst im wesentlichen darin,
das Betätigungselement, welches zum Spannen der Spannmittel und damit zum Aufladen
des Energiespeichers vorgesehen ist, nicht im Bereich der Schwenkachse der Kfz-Fronthaube,
sondern im Bereich des Aktors anzuordnen, so dass eine kompakte Bauweise möglich
wird.
Die Anordnung des Betätigungselementes nahe des Aktorelementes
bedeutet, dass das Betätigungselement in unmittelbarer Nachbarschaft des Aktorelementes
befindlich ist, und dem Aktorelement somit räumlich zugeordnet ist. Auf Seilzüge
od. dgl. vorgesehene Kraftleitungselemente kann daher verzichtet werden. Die erfindungsgemäße
Vorrichtung kann zugleich auch einfacher montiert werden und bedingt keine besonderen
Abstimmungen mit anderen, im Motorraum angeordneten Bauelementen, wie dies Seilzüge,
die sich längs des gesamten Motorraumes erstrecken, erfordern.
Weiterhin ist im Sinne der Erfindung eine Betätigungselement
vorgesehen, welches in Folge einer Schließbewegung der aufgestellten Fahrzeug-Tür,
also zur Durchführung eines Aufladevorgangs des Energiespeichers, eine Bewegung
durchläuft, die nicht geradlinig ist, sondern die entlang zweier unterschiedlicher
Richtungen oder zweier unterschiedlicher Richtungskomponenten verläuft. Es
handelt sich dabei um eine Verschiebebewegung, also um eine translatorische Bewegung.
Vorteilhafterweise ist das Betätigungselement mittels zweier Anbindungsachsen
doppelgelenkartig aufgehängt, so dass es eine Verschwenkung um eine oder mehrere
außerhalb des Betätigungselementes selbst liegende Schwenkachsen durchführen
kann.
Auf diese Weise kann einerseits erreicht werden, dass das Betätigungselement
Bestandteil einer 4-Gelenk-Getriebeanordnung ist und beispielsweise eine Kreisverschiebung
erfährt. Dies ermöglicht ein besonders vorteilhaftes Abgreifen von Kräften
und die Erzielung besonders geringer Bedienkräfte, so dass ein hoher Handhabungskomfort
erreicht wird.
Andererseits wird mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung
eine Anordnung möglich, bei der das Betätigungselement während der
Schließbewegung der aufgestellten Fahrzeug-Tür über einen längeren
Bewegungszeitraum, insbesondere während der gesamten Schließbewegung der
aufgestellten Fahrzeug-Tür, mit einer fahrzeugtürseitigen Gegenkontaktfläche
in Kontakt bleibt. Auf diese Weise können Reibungsverluste im Kontaktbereich
zwischen dem Betätigungselement und der Fahrzeug-Tür verringert beziehungsweise
vollständig vermieden werden.
Zur Vermeidung derartiger Reibungsverluste muss allerdings eine Anordnung
getroffen werden, die dafür sorgt, dass sowohl die betätigungselementseitige
Kontaktfläche als auch die fahrzeugtürseitige Gegenkontaktfläche
eine gleichartige Bewegung während der Schließbewegung der Fahrzeug-Tür
durchlaufen.
Als Aufstellbewegung einer Fahrzeug-Tür wird diejenige Bewegung
verstanden, die im Falle einer Fußgänger-Unfall-Situation ein Anheben
beispielsweise einer Kfz-Fronthaube verursacht, um einen Verformungsweg beim Aufprall
eines Fußgängers zu ermöglichen. Eine Aufstellbewegung unterscheidet
sich in diesem Sinne von einer herkömmlichen Öffnungsbewegung der Fronthaube,
die einem Benutzer Zugang zu dem Motorraum ermöglicht. Als Aufstellen der Fahrzeug-Tür
wird dabei eine Verlagerung, beispielsweise eine Schwenkverlagerung, der Fahrzeug-Tür
um einen geringen Verstellweg von einigen Zentimetern bezeichnet.
Hinsichtlich der grundsätzlichen Funktion der erfindungsgemäßen
Vorrichtung zum reversiblen Aufstellen einer Fahrzeug-Tür wird auf die Eingangs
erwähnte nachveröffentlichte Patentanmeldung der Anmelderin verwiesen,
deren Inhalt hiermit in den Inhalt der vorliegenden Patentanmeldung mit eingeschlossen
wird. Es sei lediglich der Vollständigkeit halber angemerkt, dass eine Kombination
sämtlicher, in der nachveröffentlichten Patentanmeldung
beschriebenen Merkmale mit der in der vorliegenden Patentanmeldung beschriebenen
Vorrichtung erfolgen kann.
Eine Bewegung des Betätigungselementes entlang wenigstens zweier
unterschiedlicher Richtungskomponenten stellt eine Bewegung dar, die insbesondere
im wesentlichen entlang einer Ebene erfolgt und als translatorische Bewegung ausgebildet
ist. Die Bewegungsbahn des Betätigungselementes entspricht dabei vorteilhafterweise
einer entlang einer Ebene verlaufenden Kurve, die von einer Geraden abweicht.
Aus der DE 101 11 146 A1,
insbesondere aus deren 7 und 8,
ist eine Vorrichtung zum reversiblen Aufstellen einer schwenkbaren Fahrzeug-Tür
bekannt, die ein Aktorelement in Form eines teleskopartig verlängerbaren Lenkers
mit einem Energiespeicher in Form einer den Lenker umgebenden Druckfeder aufweist.
Der Energiespeicher bewirkt infolge eines Entladevorganges eine Aufstellung der
Fahrzeug-Tür. Das Aktorelement ist bei dieser als Scharnier ausgebildeten Vorrichtung
nahe der Schwenkachse der Fahrzeug-Tür angeordnet. Gesonderte Spannmittel zur
Aufladung des Energiespeichers, also Spannmittel, die gesondert von dem Aktorelement
vorgesehen sind, zeigt die Druckschrift nicht.
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung wirkt
das Betätigungselement unmittelbar mit der Fahrzeug-Tür zusammen. Hierbei
kann auf zwischen dem Betätigungselement und der Fahrzeug-Tür angeordnete
Hilfsmittel, wie zusätzliche Hebel od. dgl. verzichtet werden, so dass eine
besonders einfache Bauweise möglich wird.
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist
das Betätigungselement mit der aufgestellten Fahrzeug-Tür kontaktierbar.
Diese Ausgestaltung der Erfindung ermöglicht eine besonders einfache Bauweise.
Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung
erfolgt die Bewegung des Betätigungselementes im wesentlichen entlang einer
Ebene. Dies ermöglicht eine besonders kompakte Bauweise der Vorrichtung, da
auf eine Bewegung entlang einer Richtung im wesentlichen senkrecht zu dieser Ebene,
also z. B. quer zur Fahrtrichtung, verzichtet werden kann und der dafür ansonsten
erforderliche Ausweichraum entbehrlich ist. Gemäß einer weiteren vorteilhaften
Ausgestaltung der Erfindung entspricht der Normalenvektor der Ebene E, also der
zu der Ebene senkrechte Vektor, der Fahrzeugquerrichtung.
Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung
ist die Bewegung des Betätigungselementes als translatorische Bewegung ausgebildet.
Dies ermöglicht eine besonders einfache Ausbildung einer mit dem Betätigungselement
zusammenwirkenden Reversiermechanik.
Als translatorische Bewegung wird dabei im Sinne der Erfindung eine
Bewegung verstanden, bei der das Betätigungselement selbst eine Verlagerung
erfährt, wobei die Verlagerung entlang einer Bewegungsbahn erfolgt, die von
einer Geraden abweicht. Das Betätigungselement weist einen Ausgangsort auf,
der sich von einem Endort nach Durchlaufen der Bewegung unterscheidet.
Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung
ist die Bewegung des Betätigungselementes eine Kreisverschiebung. Dies ermöglicht
die Anordnung des Betätigungselementes in einem 4-Gelenk-Getriebe, welches
die Reversiermechanik bereitstellt.
Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung
ist der Hubhebel Bestandteil eines 4-Gelenk-Getriebes. Dies ermöglicht eine
besonders einfache, stabile Bauweise der Vorrichtung mit einer hohen Lebensdauer.
Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung
ist das 4-Gelenk-Getriebe als Parallel-Kurbelgetriebe ausgebildet. Diese Ausgestaltung
der Erfindung ermöglicht eine besonders vorteilhafte Einstellung der Betätigungskräfte.
Weitere Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den nicht zitierten
Unteransprüchen sowie anhand der nun folgenden Beschreibung eines in den Figuren
dargestellten Ausführungsbeispieles. Darin zeigen:
1 in schematischer, teilgeschnittener Ansicht ein Ausführungsbeispiel
der erfindungsgemäßen Vorrichtung in Seitenansicht mit in Schließstellung
befindlicher Haube und einem nicht aktivierten Aktorelement,
2 die Vorrichtung gemäß 1
mit aktiviertem Aktor und geöffneter Haube sowie mit einem Hubhebel einer Reversiermechanik,
welcher der Öffnungsbewegung der Haube folgt, der seine oberste Stellung jedoch
noch nicht erreicht hat,
3 die Vorrichtung gemäß 2
mit einer komplett aufgestellten Reversiermechanik und einem in maximal ausgefahrener
Position befindlichen Hubhebel,
4 die Vorrichtung in einem Zwischenzustand während
des Reversiervorganges,
5 die Vorrichtung gemäß 4
mit einem vollständig reversierten Aktor,
6 einen Ausschnitt der Vorrichtung gemäß
1 in vergrößerter Darstellung mit einem zusätzlich
dargestellten Sperrelement für die Reversiermechanik und einer Sperrklinke
für die in 6 nicht dargestellte Drehfalle,
7 die Vorrichtung gemäß 6
mit aufgestellter Fahrzeug-Tür, und
8 die Vorrichtung gemäß 7
mit in Öffnungsstellung befindlicher Sperrklinke für die Drehfalle und
in Öffnungsposition befindlichem Sperrelement für die Reversiermechanik.
Die in ihrer Gesamtheit in den Figuren mit 10 bezeichnete
Vorrichtung dient zum Aufstellen einer Fronthaube 11 eines in Fahrtrichtung
X fahrbaren Kraftfahrzeuges. 1 zeigt den in Fahrtrichtung
X vorderen Bereich des Randes 46 der schematisch angedeuteten Fronthaube
11, die beispielsweise um eine bezüglich der 1
weit rechts liegende, nicht dargestellte Schwenkachse schwenkbar ist. Die Schwenkachse
befindet sich beispielsweise im Bereich des unteren Randes einer Kfz-Frontscheibe
und verläuft in Fahrzeugquerrichtung.
Um im Falle eines Fußgängerunfalles eine Aufstellung der
Fronthaube 11 in Aufstellrichtung Y um einen gewissen Verstellweg von einigen
Zentimetern zu erreichen, ist ein Aktorelement 12 im Bereich des vorderen
Randes des Kraftfahrzeuges angeordnet, welches ein Schloß oder Schloßgehäuse
14 verlagern kann. An der Fronthaube 11 ist ein Schließelement,
insbesondere eine Schließbügel 16, befestigt, der von einem in
dem Schloßgehäuse 14 untergebrachten Schließteil bei geschlossener
Fronthaube 11 gefangen wird. Hierzu ist eine Drehfalle 15vorgesehen,
die den Schließbügel 11 auf herkömmliche Weise umgreifen
kann. Die Drehfalle 15 wird mittels einer in den 6
bis 8 angedeuteten Sperrklinke 41 in ihrer
Geschlossen-Stellung arretiert, was ebenfalls auf herkömmliche Weise geschieht.
Für den Fall, daß ein nicht dargestelltes Detektionssystem,
insbesondere ein Sensor, einen Fußgängerunfall feststellt, wird das Aktorelement
12 ausgelöst, so daß sich die Feder 13 zumindest teilweise
entspannt und das Schloßgehäuse 14 oder zumindest Bestandteile
des Schlosses 15, 41 in Aufstellrichtung Y um den Haubenaufstellweg
verlagert. Zur Vermeidung von Wiederholungen wird auf die eingangs erwähnte
nachveröffentlichte deutsche Patentanmeldung der Anmelderin hingewiesen, die
die herkömmliche Funktionsweise des Aktorelementes und die Haubenöffnung
ausführlich beschreibt.
An dem Schloßgehäuse 14 ist ein Bolzen
20 fest angeordnet. Dieser ist gemeinsam mit dem Schloßgehäuse
14 im wesentlichen linear entlang der Richtung des Pfeiles Y verlagerbar.
Um eine fahrzeugfeste Schwenkachse 18 schwenkbar ist ein
Rückstellhebel 17 vorgesehen, der ein lediglich in 2
erkennbares Langloch 19 aufweist. Das Langloch 19 bildet einen
Kulissenschlitz für den Bolzen 20. Der Rückstellhebel
17 ist mit dem von dem Aktorelement 12 verfahrbaren Schloßgehäuse
14 immer getrieblich gekoppelt, so daß eine Axialverlagerung des Schloßgehäuses
14 in Richtung y oder -y immer mit einer Verschwenkung des Rückstellhebels
17 einhergeht. Eine Aktivierung des Aktorelementes 12 hat eine
Verschwenkung des Rückstellhebels 17 entgegen dem Uhrzeigersinn um
die Schwenkachse 18 zur Folge und eine Bewegung des Schloßgehäuses
14 in Richtung -Y zum Aufladen und Spannen des Aktorelementes
12 hat eine Schwenkbewegung des Rückstellhebels 17 im Uhrzeigersinn
zur Folge.
Ergänzend sei an dieser Stelle angemerkt, daß an dem Rückstellhebel
17 ein Mitnahmebolzen 21 fest angeordnet ist, der mit einem Steuerhebel
22 zusammenwirkt.
Die Vorrichtung 10 weist eine Reversiermechanik
47 auf, die insgesamt das Spannmittel zum reversiblen Aufladen des Aktorelementes
12 bereitstellt. Die Reversiermechanik 47 umfaßt einen ersten,
oberen Antriebshebel 24, der um eine fahrzeugseitig feste Schwenkachse
25 schwenkbar ist und einen zweiten, unteren Antriebshebel 26,
der um eine Schwenkachse 27, die ebenfalls fahrzeugseitig fest ist; schwenkbar
ist. An dem oberen Antriebshebel 24 ist um eine Schwenkachse
23 schwenkbar der Steuerhebel 22 angeordnet und wird gemeinsam
mit dem oberen Antriebshebel 24 verschwenkt.
Das bezüglich der 2 linke Ende des
oberen Antriebshebels 24 ist gelenkig über eine Anbindungsachse
29 an einem Betätigungselement 31 angebunden. Das bezüglich
1 linke Ende des unteren Antriebshebels 26
ist um eine Anbindungsachse 30 schwenkbar mit dem bezüglich
1 unteren Ende des langgestreckten Betätigungselementes
31 verbunden.
Ein Federelement 28 ist mit seinem ersten bezüglich
1 oberen Ende mit der fahrzeugfesten Schwenkachse
25 des oberen Antriebshebels 24 und mit seinem zweiten Ende mit
einem Befestigungspunkt 48 an dem unteren Antriebshebel 26 verbunden:
Das Federelement 28 sorgt für eine ständige Vorspannung des unteren
Antriebshebels 26 im Uhrzeigersinn um die Schwenkachse 27.
Das Betätigungselement 31 weist an seinem bezüglich
1 oberen Ende eine Kontaktfläche 32
auf, die mit einer fahrzeughaubenseitigen Gegenkontaktfläche
33 zusammenwirkt. 1 zeigt, daß bei in
Ruheposition befindlichem, also nicht aktiviertem Aktorelement und in geschlossener
Stellung befindlicher Kfz-Fronthaube eine Vorspannung des unteren Antriebshebels
26 zu einer Kontaktierung der Kontaktfläche 32 und der Gegenkontaktfläche
33 führt.
Der Steuerhebel 22 weist eine Steuerkurve 34 auf,
die auf noch zu erläuternde Weise mit dem Mitnahmebolzen 21 des Rückstellhebels
17 kooperiert. Die Steuerkurve 34 weist dabei insbesondere einen
Mitnahmesitz 35 für den Mitnahmebolzen 21 auf.
Der Steuerhebel 22 befindet sich gemäß
1 in einer Position, in der die Steuerfläche
34 von dem Mitnahmebolzen 21 beabstandet ist. Für den Fall,
daß das Aktorelement 12 ausgelöst wird und eine Entspannung des
Federelementes 13 eintritt, wird das Schloßgehäuse
14 in Aufstellrichtung Y etwa in eine Position gemäß
2 verlagert. Hierbei erfolgt auf Grund der Kopplung
des Bolzens 20 mit dem Langloch 19 eine Verschwenkung des Rückstellhebels
17 entgegen dem Uhrzeigersinn um die Schwenkachse 18 in eine Position
gemäß 2. Während der Aufstellbewegung
der Fronthaube 11 kommt der Mitnahmebolzen 21 mit der Steuerkurve
34 des Steuerhebels 22 noch nicht in Kontakt.
Sofern nunmehr eine Aufstellbewegung des Betätigungselementes
31 möglich ist, auf deren weitere Erfordernisse später noch eingegangen
wird, kann das Federelement 28 nun für eine Verschwenkung des unteren
Antriebshebels 26 im Uhrzeigersinn um die Schwenkachse 27 sorgen.
Da der Abstand zwischen dem Anbindungsachsen 29 und 30 konstant
ist, wird auch das obere Antriebszielelement 24 im Uhrzeigersinn um die
Schwenkachse 25 verschwenkt, so daß das Betätigungselement
31 insgesamt eine Kreisverschwenkung erfährt, bis die betätigungselementseitige
Kontaktfläche 32 mit der haubenseitigen Gegenkontaktfläche
33 in Kontakt gerät.
Die Steuerkurve 34 ist dabei so ausgelegt, daß die Aufstellbewegung
des Betätigungselementes 31 zumindest derartig weit erfolgt, daß
der Mitnahmebolzen 21 in dem dafür vorgesehenen Mitnahmesitz
35 landet.
Für den Fall, daß nunmehr eine Schließbewegung der
Haube 11 erfolgen soll, diese also im wesentlichen in Richtung -Y verlagert
werden soll, kann das Betätigungselement 31 in der entgegengesetzten
Bewegungsrichtung verlagert werden und auf Grund der Kopplung von Mitnahmesitz
35 und Mitnahmenocken 21 für eine Verschwenkung des Rückstellhebels
17 im Uhrzeigersinn sorgen. Hierbei ist anzumerken, daß ausgehend
von einer Position gemäß 3 eine Verschwenkung
des Steuerhebels 22 im Uhrzeigersinn um die Schwenkachse 23 relativ
zu dem oberen Antriebshebel 24 möglich ist.
Bei fortwährender Bewegung des Betätigungselementes
31 im wesentlichen in Richtung -Y wird das Schloßgehäuse
14 in Gegenaufstellrichtung -Y verlagert und das Aktorelement
12 gespannt. Zugleich durchläuft das Betätigungselement
31 eine Kreisverschwenkung um die beiden fahrzeugfesten Schwenkachsen
25 und 27 herum, derart, daß die beiden Anbindungsachsen
29 und 30 des Betätigungselementes 31 jeweils in
einem konstanten Radius um die jeweilige Schwenkachse 25 bzw.
27 herum verlagert werden. Sobald das Federelement 13 ausreichend
komprimiert ist, sorgt ein einschnappender, nicht dargestellter Sperrriegel für
eine Arretierung des Aktorelementes 1
2 in der gespannten Position. Auf diese Weise kann die Ursprungssituation
der. 1 erreicht werden und das Aktorelement
12 bei Bedarf später erneut aktiviert werden.
4 zeigt eine Position der Reversiermechanik, in der
der Steuerhebel 22 an die Anschlagfläche 36, noch nicht angeschlagen
ist. In dieser Situation ist das Aktorelement 12 bereits arretiert. Bei
einer weiteren Haubenschließbewegung kann der Steuerhebel 22 an den
Anschlag 36 treffen und sich nun im, Uhrzeigersinn um die Schwenkachse
23 relativ zu dem oberen Antriebshebel 24 drehen und erreicht
seine in 5 dargestellte initiale Ruheposition.
5 zeigt den Steuerhebel 22 in einer teilweise
abgebrochenen Darstellung, um den Blick auf den Anschlag 36 freizugeben.
Eine in den 6 bis 8
dargestellte Halteklinke 39, die in den 1
bis 5 nicht dargestellt ist, kann für eine Arretierung
der Reversiermechanik 47 in deren Ruheposition sorgen. Die Halteklinke
39 ist nach Art einer Schnappfalle ausgebildet, die bei Erreichen einer
bestimmten, entgegen dem Uhrzeigersinn maximal verschwenkten Endposition des oberen
Arretierhebels 24 automatisch einfällt.
Die Vorrichtung ermöglicht eine besonders platzsparende Bauform,
die mit einem nur sehr geringen Einbauraum auskommt.
Dadurch, daß das Betätigungselement 31 eine Kreisverschwenkung
durchläuft, also eine translatorische Bewegung entlang einer Ebene mit ständig
wechselnden Richtungskomponenten, kann eine besonders vorteilhafte Drehmomentübertragung
erreicht werden, die in geringen Bedienkräften resultiert. Zugleich kann berücksichtigt
werden, daß die gegen Ende der Schließbewegung der Haube zunehmenden erforderlichen
Betätigungskräfte zum Spannen des Federelementes 13 auf Grund
einer Kniehebelanordnung zur Erzeugung eines geänderten Übertragungsverhältnisses
ohne weiteres aufgebracht werden können, so daß auch gegen Ende der Schließbewegung
der Haube mit relativ geringen Bedienkräften die Schließbewegung der Haube
vorgenommen werden kann.
Von besonderer Erwähnung ist, daß die Rückstellung
des Aktorelementes 12 vollständig abgeschlossen ist, der Energiespeicher
mithin vollständig geladen ist, bevor die Fronthaube 11 ihre Schließstellung
erreicht hat. Die Entkopplung zwischen der Reversiermechanik 47 und dem
Energiespeicher 13 des Aktorelementes 12 erfolgt vorliegend über
den gestellfesten, also fahrzeugfesten Anschlag 36. Alternativ ist die
Entkopplung auch über eine Kippfeder möglich, die in den Figuren nicht
dargestellt ist.
Der obere Antriebshebel 24 kann gemäß dem Ausführungsbeispiel
auf Grund seiner Anordnung mit einem von den vier Schwenkachsen 25,
27, 29, 30 gebildeten Vier-Gelenk-Getriebe eine sehr
große Winkelverschwenkung erfahren, die bei einem als Einhebelsystem ausgebildeten,
nicht dargestellten Getriebe nicht möglich ist.
Das Vier-Gelenk-Getriebe der Reversiermechanik 47 ist vorliegend
als Parallelkurbelgetriebe ausgebildet. Dies bedeutet, daß der Abstand der
Anbindungsachse 29 zu der Anbindungsachse 30 dem Abstand der Schwenkachse
25 zu der Schwenkachse 27 entspricht. Zugleich entspricht der
Abstand zwischen der Schwenkachse 25 und der Anbindungsachse
29 dem Abstand der Schwenkachse 27 von der Anbindungsachse
30. Die drei Hebelelemente 24, 26, 31 bilden
auf diese Weise mit der fahrzeugseitigen Befestigungsstelle im wesentlichen ein
Parallelogramm.
Eine Verschiebbewegung des Betätigungselementes 31 infolge
einer Schließbewegung der Fronthaube 11 verläuft im wesentlichen
entlang einer Ebene. Das Betätigungselement 31 durchläuft dabei
eine Kreisverschiebung, derart, daß die Bewegung des Betätigungselementes
31 eine Bewegungskomponente in Fahrtrichtung X des Kraftfahrzeuges und
eine Bewegungkomponente entgegen der Verstellrichtung Y, also in Richtung -Y besitzt.
Die Richtung der Verlagerungsbewegung ändert sich dabei ständig.
Die 6 bis 8
zeigen die Vorrichtung gemäß 1, wobei nunmehr
zusätzlich noch eine um eine Schwenkachse 40 schwenkbare Halteklinke
39 dargestellt ist, die von einem nicht dargestellten Federelement entgegen
dem Uhrzeigersinn in ihre Sperrstellung gemäß 6
hinein vorgespannt ist. Die Halteklinke 39 wirkt mit einer Anschlagfläche
38 einer Sperrscheibe 37 zusammen. Die Sperrscheibe
37 ist fest an dem oberen Antriebshebel 24 angeordnet.
Für den Fall, daß sich die Halteklinke 39 in ihrer
Sperrposition gemäß 6 befindet und die Anschlagfläche
38 kontaktiert, wird eine Verschwenkung des oberen Antriebshebels
24 im Uhrzeigersinn um die Schwenkachse 25 verhindert. Damit ist
die Reversiermechanik 47 blockiert. Eine Lösung der Halteklinke
39 kann durch eine Sperrklinke 31 erfolgen, deren Funktionsweise
zunächst wie folgt erklärt wird:
6 zeigt die um eine Schwenkachse 42 schwenkbare
Sperrklinke 41, die mit der in 1 angedeuteten,
in 6 jedoch nicht dargestellten Drehfalle
15 zusammenwirkt. Die Sperrklinke 41 besitzt die Funktion, die
in ihrer Schließstellung befindliche Drehfalle 15 auf herkömmliche
Weise zu arretieren.
In einem Bereich 43 der Sperrklinke 41 kann ein
in den Fig. nicht dargestellter Seilzug oder ein vergleichbares Hebelelement angreifen,
welches für eine herkömmliche Haubenöffnung eine Verschwenkung der
Sperrklinke 41 und damit eine Entriegelung der Drehfalle 15 vornehmen
kann. Hierzu wird die Sperrklinke 41 entgegen dem Uhrzeigersinn um die
Schwenkachse 42 verschwenkt, wobei die Drehfalle 15 freigegeben
wird, so daß in eine herkömmliche Haubenöffnung erfolgen kann, beispielsweise
um Zugang zu dem Motorraum zu gewinnen.
Die Sperrklinke 41 ist Bestandteil des Schlosses und fest
an dem Schloßgehäuse 14 angeordnet. Die Sperrklinke
41 wird bei einer Aktivierung des Aktors 12 mit dem Schloßgehäuse
14 verlagert. 7 zeigt die Position der Sperrklinke
41 bei aktiviertem Aktorelement 12. Es wird deutlich, daß
für den Fall, daß die Sperrklinke 41 nunmehr entgegen dem Uhrzeigersinn
um ihre Schwenkachse 42 verschwenkt wird, beispielsweise wenn ein Seilzug
in dem Bereich 43 des bezüglich 7unteren
freien Endes der Sperrklinke 41 angreift, eine Kontaktierung einer sperrklinkenseitigen
Betätigungsfläche 44 mit einer halteklinkenseitigen Gegenbetätigungsfläche
45 möglich wird. Kommt es zu dieser Kontaktierung, die in
8 dargestellt ist, so kann die Halteklinke
39 im Uhrzeigersinn um ihre Schwenkachse 40 verschwenkt werden,
so daß die Sperrscheibe 37 und damit der obere Antriebshebel
24 freigegeben werden.
Die 6 bis 8
verdeutlichen, daß eine Verschwenkung des oberen Antriebshebels 24
erst dann erfolgen kann, wenn sowohl das Aktorelement 12 aktiviert ist,
als auch die Sperrklinke 41 der Drehfalle 15 in ihre in
8 dargestellte Lösestellung verlagert worden ist.
Wird ausgehend von einer Position gemäß 6,
in der das Aktorelement nicht aktiviert ist, die Sperrklinke in ihre Lösestellung
gemäß 8 versetzt, so kann die Betätigungsfläche
44 die Gegenbetätigungsfläche 45 nicht treffen und die
Sperrklinke 41 dementsprechend mit der Halteklinke 39 nicht kooperieren.
Befindet sich andererseits das Aktorelement 12 in seinem
aktivierten Zustand gemäß 7, so ist zusätzlich
noch eine Betätigung der Sperrklinke 41 erforderlich, um die Halteklinke
39 zu betätigen.