Die vorliegende Erfindung betrifft einen Gaskocher mit einem Brenner
und einem zugeordneten Rost sowie einen Rost insbesondere für einen derartigen
Gaskocher oder sonstige Zwecke.
Die vorliegende Erfindung bezieht sich insbesondere auf einen Gasherd.
Dementsprechend ist der Begriff "Gaskocher" vorzugsweise entsprechend weit auszulegen
bzw. in diesem Sinne zu verstehen.
Bisherige Gasherde oder -kocher weisen üblicherweise einen Brenner
oberhalb einer metallischen Oberfläche auf, auf der sich ein Rost abstützt.
Meistens ist der Rost durch einen Ring oder Rahmen mit sich radial und/oder axial
erstreckenden fingerartigen Abstützelementen zum Abstützen des Rostes
und/oder Halten eines Topfes oder dergleichen versehen. Der Rost besteht üblicherweise
aus Metall und ist dunkel bzw. schwarz ausgeführt. Dies ist im Hinblick auf
das übliche Einbrennen von Speiseresten vorteilhaft.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Gaskocher
und Rost anzugeben, so das die Verschmutzung des Rosts und/oder von darunterliegenden
Komponenten, insbesondere des Brenners oder einer sonstigen Oberfläche, minimiert
wird, daß die Reinigung des Rosts und/oder Komponenten vereinfacht wird und/oder
das eine einfache, funktionssichere Handhabung ermöglicht wird.
Die obige Aufgabe wird durch einen Gaskocher gemäß Anspruch
1, 4 oder 5 oder durch einen Rost gemäß Anspruch 10 gelöst. Vorteilhafte
Weiterbildungen sind Gegenstand der Unteransprüche.
Der Rost ist vorzugsweise aus einem keramischen Verbundwerkstoff hergestellt,
der volloxidiert ist, als Faser- und/oder Matrix-Verbundwerkstoff ausgebildet ist,
matrixummantelte vollkeramische Fasern enthält oder daraus besteht, mindestens
bis 1200°C temperaturbeständig ist und/oder durch Erhitzen von Speiseresten
freibrennbar ist.
Besonders bevorzugt ist der Gaskocher oder Brenner derart ausgebildet,
daß der Brenner zwischen einem Normalbetrieb zum Kochen und einem Hochtemperaturbetrieb
zum Freibrennen des Rosts umschaltbar ist.
Der Rost weist vorzugsweise im wesentlichen schlitzförmige Durchbrechungen
auf, die konzentrisch angeordnet sind, sich jeweils über einen Umfangsabschnitt
von weniger als &pgr;/2 erstrecken, gegeneinander peripher versetzt sind und/oder
in ihrer radialen Breite und/oder ihrer Größe ausgehend vom effektiven
Brennerdurchmesser zum äußeren Rand des Rosts hin abnehmen.
Besonders bevorzugt beträgt die Durchbrechungsfläche des
Rosts weiniger als 50% seiner Gesamtfläche.
Besonders bevorzugt weist der Rost einen Vorsprung in einem umlaufenden
Randbereich radial innerhalb von Durchbrechungen auf.
Die vorschlagsgemäße Lösung gestattet eine sehr einfache
Reinigung des Rosts durch Freibrennen von Speiseresten, eine weitgehende Abdeckung
von Komponenten unter dem Rost zur Minimierung der Verschmutzung der Komponenten,
eine günstige Wärmeverteilung und ausreichende Wärmeabführung,
einen einfachen und ästhetisch ansprechenden Aufbau und/oder einen sicheren
Betrieb.
Der Gaskocher weist vorzugsweise eine Mulde auf, die aus Edelstahl
hergestellt ist oder besteht, deren Größe im wesentlichen der Größe
des Rosts entspricht, deren Seitenrand den Rost trägt, die zur Mitte hin eine
Erhöhung aufweist und/oder in deren Mitte der Brenner erhöht angeordnet
ist. Dies gestattet einen einfachen, leicht zu reinigenden Aufbau.
Weitere Aspekte, Merkmale, Eigenschaften und Vorteile der vorliegenden
Erfindung ergeben sich aus den Ansprüchen und der folgenden Beschreibung eines
bevorzugten Ausführungsbeispiels anhand der Zeichnung. Es zeigt:
1 einen schematischen Schnitt eines vorschlagsgemäßen
Gaskochers mit einem vorschlagsgemäßen Rost; und
2 eine Draufsicht des Rosts.
Ein vorschlagsgemäßer Gaskocher 1 – wie
beispielhaft schematisch im Schnitt gemäß 1
dargestellt – weist insbesondere einen Brenner 2 und einen zugeordneten
Rost 3 auf.
Der Rost 3 ist hergestellt oder besteht aus einem keramischen
Verbundwerkstoff, der volloxidiert ist, als Faser- und/oder Matrix-Verbundwerkstoff
ausgeführt ist, aus matrixummantelten vollkeramischen Fasern aufgebaut ist
und/oder durch Erhitzen von Speiseresten freibrennbar ist.
Bei den Verbundwerkstoff handelt es sich besonders bevorzugt um keramische
Fasern, die mit einem Schlicker (Suspension mit feinstkörnigen Partikeln einer
Matrix) getränkt werden. Die Fasern werden besonders gewickelt und/oder durchgekühlt.
Es werden insbesondere aluminiumsilikatische Matrizes und Aluminiumoxid- oder Aluminiumsilikatfasern
verwendet. Insbesondere sind die Fasern durch poröse Matrixgerüste miteinander
verbunden. So kann ein faserverstärkter, hochbelastbarer und/oder
quasi duktiler Verbundwerkstoff erreicht werden.
Besonders bevorzugt handelt es sich bei dem Verbundwerkstoff um das
unter der Marke WHIPOX des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt e.V.
erhältliche Keramikmaterial.
Der bei der vorliegenden Erfindung vorgesehene keramische Verbundwerkstoff
ist vorzugsweise mindestens bis 1200°C temperaturbeständig, insbesondere
bis 1300°C, besonders bevorzugt mindestens im wesentlichen bis 1400°C.
Die Zugfestigkeit beträgt vorzugsweise 55 bis 120 MPa bei dem
bevorzugten Verbundwerkstoff.
Die Biegefestigkeit beträgt vorzugsweise 80 bis 350 MPa bei dem
bevorzugten Verbundwerkstoff.
Das Elastizitätsmodul beträgt vorzugsweise 40 bis 200 GPa
bei dem bevorzugten Verbundwerkstoff.
Die interlaminare Scherfestigkeit beträgt vorzugsweise 5 bis
30 MPa bei dem bevorzugten Verbundwerkstoff.
Die Dichte beträgt vorzugsweise 1,5 bis 3,0 g/cm3
bei dem bevorzugten Verbundwerkstoff.
Die thermische Leitfähigkeit des bevorzugten Verbundwerkstoffs
ist insbesondere geringer als 1,5 W/mK.
Die thermische Dehnung des bevorzugten Verbundwerkstoffs beträgt
vorzugsweise weniger als 9·10–6/K.
Die Gesamtporositä des bevorzugten Verbundwerkstoffs beträgt
vorzugsweise mindestens 25%.
Der Gaskocher 1 bzw. Brenner 2 ist vorzugsweise
derart ausgebildet, daß der Brenner 2 zwischen einem Normalbetrieb
zum Kochen und einem Hochtemperaturbetrieb zum Freibrennen des Rosts 3
umschaltbar ist. Insbesondere wird beim Hochtemperaturbetrieb ein anderes Gas/Luft-Verhältnis
bzw. ein optimiertes Gas/Luft-Verhältnis und/oder ein größerer oder
maximaler Volumenstrom (Gasstrom) verwendet, um besonders hohe Temperaturen zum
Freibrennen des Rosts 3 zu erreichen.
Das Freibrennen des Rosts 3 erfolgt insbesondere innerhalb
von etwa 1 min. Beim Freibrennen des Rosts 3 wird vorzugsweise kein Topf
auf den Rost 3 gestellt.
Beim Freibrennen wird der Rost 3 vorzugsweise durchgängig
erwärmt. So kann trotz der möglichen und bevorzugten Porosität des
Verbundwerkstoffs überraschenderweise eine quasi vollständige Entfernung
von Speiseresten erreicht werden.
2 zeigt in einer Draufsicht eine besonders bevorzugte
Ausbildung des Rosts 3.
Der Rost 3 weist vorzugsweise im wesentlichen schlitzförmige
Durchbrechungen 4 auf, die bezüglich der Mitte bzw. Lage des Brenners
2 insbesondere konzentrisch angeordnet sind, sich jeweils über einen
Umfangabschnitt von weniger als &pgr;/2, im wesentlichen &pgr;/4 oder weniger,
erstrecken und/oder gegeneinander peripher versetzt sind. Versuche haben ergeben,
daß so eine gute Wärmeverteilung und ausreichende Wärmeabfuhr und
gleichzeitig eine gute Abdeckung des darunterliegenden Brenners 2 oder
sonstiger Komponenten erreichbar ist.
Vorzugsweise nimmt die radiale Breite und/oder die Größe
der Durchbrechungen 4 zum äußeren Rand des Rosts 3 hin
ab. Dies gilt insbesondere zumindest ausgehend von einem effektiven Brennerdurchmesser
D, der in 1 schematisch angedeutet ist und demjenigen
Radius bzw. Bereich entspricht, bei dem die Gasflamme bzw. der Brenner
2 die stärkste Wärmeentwicklung auf der Rostunterseite zeigt.
Besonders bevorzugt nimmt die radiale Breite bzw. die Größe der Durchbrechungen
4 von diesem Brennerdurchmesser D zum äußeren Rand des Rosts
3 hin ab und/oder nach innen zur Mitte hin zu. Dies führt zu einer
optimalen Wärmeverteilung, wie Versuche gezeigt haben. Besonders bevorzugt
beträgt die Durchbrechungsfläche des Rosts 3 weiniger als 50%
seiner Gesamtfläche. Dies ist dem Schutz des Brenners 2 und/oder sonstiger
darunterliegender Komponenten zuträglich. Gleichzeitig wird trotzdem eine gute
Wärmezufuhr ermöglicht, wie Versuche gezeigt haben.
Besonders bevorzugst weist der Rost 3 einen Vorsprung
5 in einem umlaufenden Randbereich radial innerhalb von Durchbrechungen
4 auf. Dieser Vorsprung 5 kann insbesondere peripher umlaufend
und/oder durch eine axiale Schulter bzw. einen entsprechenden Ringbereich bzw. eine
ringartige Verdickung gebildet sein. Jedoch sind auch andere konstruktive Lösungen
möglich. Insbesondere kann der Vorsprung 5 auch bereichsweise unterbrochen
sein.
Der Vorsprung 5 dient insbesondere dazu, einem Benutzer anzuzeigen,
daß ein nicht dargestellter Topf oder dergleichen möglichst nur innerhalb
des umlaufenden oder über den Umfang verteilt angeordneten Vorsprungs
5 auf dem Rost 3 abgestellt werden sollte. So kann eine immer
ausreichende Wärmeabfuhr durch die radial außerhalb des Vorsprungs
5 liegenden Durchbrechungen 4 sichergestellt werden.
Alternativ oder zusätzlich kann der Vorsprung 5 dazu
dienen, daß größere Töpfe auf dem Vorsprung 5 in einem
etwas angehobenen Zustand zu liegen kommen, so daß auch in diesem Fall eine
ausreichende Wärmeabfuhr über die radial außen liegenden Durchbrechungen
4 noch ermöglicht wird.
Der Vorsprung 5 ist vorzugsweise auf beiden Seiten des Rosts
3 gebildet.
Insbesondere ist der Rost 3 spiegelsymmetrisch bezüglich
seiner Hauptebene ausgebildet.
Der Rost 3 ist vorzugsweise zumindest im wesentlichen flach,
dünn, eben und/oder kreisrund ausgebildet. Jedoch sind auch andere Konfigurationen
möglich. Der Rost 3 weist vorzugsweise eine Dicke von weniger als
5 mm, insbesondere von im wesentlichen 4 mm oder weniger, auf. Die verhältnismäßig
geringe Dicke ermöglicht ein sehr schnelles und gleichmäßiges Durcherhitzen
des Rosts 3 und damit ein sehr effektives Freibrennen von Speiseresten
oder dergleichen. Der Begriff "Rost" ist vorzugsweise dementsprechend weit zu verstehen.
Generell ist anzumerken, daß der Rost 3 auch unabhängig
von dem beschriebenen Gaskocher 1 generell zum Kochen oder Tragen eines
heißen Kochgegenstands, wie eines nicht dargestellten Topfs oder dergleichen,
oder auch darüber hinaus für sonstige Zwecke verwendet werden kann.
Außerdem kann der vorgeschlagene Verbundwerkstoff auch für
sonstige Komponenten oder Teile zum Kochen, im Backofen oder in der Mikrowelle verwendet
werden. Insbesondere kann der Verbundwerkstoff als Material zur Herstellung von
Komponenten, Teilen oder Abdeckungen oder als Beschichtung, Verblendung oder dergleichen
eingesetzt werden. Insbesondere ist dementsprechend der Begriff "Rost" vorzugsweise
in einem sehr breiten Sinne zu verstehen, daß auch die vorgenannten Aspekte
abgedeckt werden.
Der vorschlagsgemäße Gaskocher 1 weist vorzugsweise
eine Mulde 6 auf, die insbesondere im wesentlichen nur konkav ausgebildet
ist, die aus Edelstahl hergestellt ist oder besteht, deren Größe im wesentlichen
der Größe des Rosts 3 entspricht, deren Seitenrand
7 den Rost 3 trägt, die zur Mitte hin eine Erhöhung
8 aufweist und/oder in deren Mitte der Brenner 2 erhöht angeordnet
ist. Dies gestattet einen einfachen und/oder leicht zu reinigenden Aufbau.
Der Brenner 2 weist vorzugsweise eine insbesondere konvexe
oder konische Abdeckung 9 auf, die insbesondere die Erhöhung
8 abdeckt. Besonders bevorzugt ist zwischen der Abdeckung 9 und
der Erhöhung 8 bzw. der Mulde 6 ein Ringspalt 10
für den Brenner 2 gebildet. Durch den Ringspalt 10 kann das
Gas/Luft-Gemisch in gewünschter Weise im wesentlichen radial und/oder axial
ausströmen und anschließend die Flamme bzw. Flammen um den Brenner
2 bzw. die Abdeckung 9 herum bilden.
Besonders bevorzugt ist der Ringspalt eine im Übergang des konkaven
Bereich der Mulde 6 bzw. Erhöhung 8 zu einem konischen oder
konkaven Bereich der Abdeckung 9 angeordnet bzw. gebildet.
Insbesondere sind in der Mulde 6 bzw. Erhöhung
8 entsprechende Zuführkanäle 11 zur Zuführung des
Gas/Luft-Gemischs sowie gegebenenfalls sonstige Komponenten, wie ein Temperaturfühler,
ein Magnetschalter oder dergleichen, angeordnet.
Das bereits beschriebene Freibrennen des Rosts 3 erfolgt
vorzugsweise durch entsprechend erhöhte Zufuhr eines Gas/Luft-Gemisches und
entsprechend starke Erhöhung der Wärmezufuhr, so daß der Rost
3 insbesondere durchgängig und/oder übermäßig erhitzt
wird, um Speisereste oder dergleichen zu verbrennen. Da der Rost 3 aus
dem besonders bevorzugt volloxidierten Faserverbundwerkstoff besteht, kann der Rost
3 auch nicht weiter oxidieren, sondern behält seine ursprüngliche
– insbesondere helle der weiße Farbe – auch nach sehr lang anhaltendem
Freibrennen.
Der Seitenrand 7 der Mulde 6 und der Rost
3 bilden vorzugsweise im wesentlichen eine durchgehende Fläche und/oder
enden in einer gemeinsamen horizontalen Ebene, wie in 1
angedeutet. Besonders bevorzugst weist der Seitenrand 7 hierzu eine Ringschulter
oder ringförmige Ausnehmung 12 zur randseitigen Aufnahme des Rosts
3 auf. Alternativ oder zusätzlich weist der Seitenrand 7
vorzugsweise einen sich radial an den Rost 3 anschließenden, flachen
Flansch- oder Ringabschnitt 13 auf, wie in 1
angedeutet.
Die Mulde 6 mit ihrem Seitenrand 7 ist vorzugsweise
einstückig ausgebildet. Jedoch sind auch andere konstruktive Lösungen
möglich.
Die Mulde 6 und/oder die Abdeckung 9 besteht bzw.
bestehen vorzugsweise aus Stahl, insbesondere Edelstahl.
Der Rost 3 kann mindestens eine seitenrandoffene Ausnehmung
14 aufweisen, wie in 2 angedeutet, insbesondere
zum Erleichtern des Herausnehmens des Rosts 3. Gegebenenfalls können
die radial außerhalb des Vorsprung 5 angeordneten Durchbrechungen
4 auch durch eine Ausnehmung 14 oder mehrere insbesondere über
den Umfang verteilte Ausnehmungen 14 gebildet oder ersetzt sein.