Die Erfindung betrifft ein Magnetventil, mit dem eine Fluidverbindung
geschaltet werden kann.
Solche Magnetventile sind in verschiedenen Ausgestaltungen bekannt.
Ein Beispiel findet sich in der DE 201 00471
U1. Es weist einen Stellantrieb mit zwei Spulen auf, die eine Schaltwippe
betätigen. Die Schaltwippe wirkt auf eine Membran ein, die wiederum mit zwei
Ventilsitzen zusammenwirken kann. Gleichzeitig bildet die Membran die Trennung zwischen
dem Stellantrieb und der Fluidseite des Ventils.
Allgemein wird versucht, solche Ventile immer kompakter auszuführen.
Allerdings wirken sich Fertigungstoleranzen um so gravierender aus, je kompakter
Ventile gebaut werden, da die durch den Stellantrieb des Ventils (vorzugsweise eine
Magnetspule) erreichbaren Betätigungskräfte mit dem geringer werdenden
Bauvolumen stark abnehmen. Gleichzeitig können die Fertigungstoleranzen der
Bauteile nur durch einen hohen Aufwand verringert werden. Erschwerend für die
Miniaturisierung ist weiterhin die Tatsache, daß der erforderliche Bauraum
für die fluidischen und elektrischen Anschlüsse nicht mehr wesentlich
vermindert werden kann.
Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, ein kompaktes Magnetventil
zu schaffen.
Zur Lösung dieser Aufgabe ist erfindungsgemäß ein Doppelventil
mit zwei Spulen geschaffen, die getrennt voneinander angesteuert werden können
und jeweils einen Kern aufweisen, sowie mit einem gemeinsamen Ventilgehäuse,
in welchem die Spulen angeordnet sind, einem Flanschgehäuse, das am Ventilgehäuse
angebracht ist und in dem zwei Ventilsitze angeordnet sind, und einer Membran, die
den beiden Ventilsitzen zugeordnet ist, wobei jede Spule einem Ventilsitz zugeordnet
ist. Das erfindungsgemäße Ventil beruht auf dem Grundgedanken, zwei getrennt
schaltbare Fluidanschlüsse vorzusehen, wobei die hierfür notwendigen elektromagnetischen
Stellantriebe in einem gemeinsamen Gehäuse zusammengefaßt sind. Dies führt
zu einer kompakten Bauform und verringert Fertigungstoleranzen.
Vorzugsweise ist vorgesehen, daß die Membran einstückig
ausgeführt ist. Dies unterstützt den kompakten Aufbau und vermeidet Toleranzen.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen,
daß die Membran im Bereich der Ventilsitze mit jeweils einem Stößel
versehen ist, der mit einem der Kerne gekoppelt ist. Auf diese Weise ist eine sehr
direkte Übertragung der von den Spulen erzeugten Antriebskräfte auf die
Membran möglich.
Vorzugsweise ist vorgesehen, daß die Kerne im Ventilgehäuse
verschiebbar geführt und mechanisch mit den Stößeln verbunden sind.
Dies führt zu geringen Reibungskräften im elektromagnetischen Stellantrieb,
da sämtliche Bauteile, die im Kraftfluß zwischen dem elektromagnetischen
Stellantrieb und der Membran liegen, im Ventilgehäuse geführt werden,
so daß etwaige Toleranzen bei der Montage des Flanschgehäuses am Ventilgehäuse
sich nicht störend auswirken, sondern von der Elastizität der Membran
kompensiert werden können.
Vorzugsweise ist vorgesehen, daß jeder Kern zweiteilig ausgeführt
ist und aus einem feststehenden Teil und einen verschiebbaren Teil besteht, zwischen
denen eine Feder angeordnet ist. Dies verringert die bewegten Massen im elektromagnetischen
Stellantrieb und ermöglicht ein schnelles Ansprechen des Ventils.
Gemäß der bevorzugten Ausführungsform der Erfindung
ist vorgesehen, daß die beiden Spulen einen gemeinsamen Eisenkreis aufweisen.
Auf diese Weise wird ein kompakter Aufbau erreicht.
Vorzugsweise ist vorgesehen, daß die Membran die Form eines Knochens
mit einem langgestreckten Mittelabschnitt und zwei verdickten Endabschnitten hat.
Eine solche Form der Membran ist optimal an die geometrischen Randbedingungen bei
zwei nebeneinanderliegenden Spulen angepaßt, so daß die Membran in einem
einzigen Stück bei minimalem Materialeinsatz ausgeführt werden kann.
Gemäß einer Ausführungsform ist vorgesehen, daß
die Membran zwischen dem Ventilgehäuse und dem Flanschgehäuse abdichtet.
Die Membran erfüllt also eine Doppelfunktion, indem sie zum einen zum Schalten
der Fluidverbindungen verwendet wird und zum anderen den elektromagnetischen Stellantrieb
von der fluiddurchströmten Seite des Ventils abdichtet.
Gemäß einer Ausführungsform ist vorgesehen, daß
das Flanschgehäuse zwei Paare von Fluidanschlüssen aufweist, so daß
zwei verschließbare Fluidverbindungen gebildet sind, die jeweils von einem
der Fluidanschlüsse eines Paares über einen Ventilsitz zum anderen Fluidanschluß
des Paares verlaufen. Das Doppelventil bildet also in kompakter Weise zwei 2/2-Wege-Ventile.
Zu diesem Zweck kann insbesondere vorgesehen sein, daß das Flanschgehäuse
mit mindestens einem Trennsteg zwischen den beiden Paaren von Fluidanschlüssen
versehen ist.
Gemäß einer alternativen Ausführungsform ist vorgesehen,
daß das Flanschgehäuse zwei den Ventilsitzen zugeordnete Fluidanschlüsse
und einen gemeinsamen Zentralanschluß aufweist, so daß von jedem
Fluidanschluß eine verschließbare Fluidverbindung über den Ventilsitz
zum Zentralanschluß gebildet ist. Das Doppelventil bildet somit in kompakter
Weise ein 3/3-Wege-Ventil, wobei als Besonderheit vorgesehen sein kann, die beiden
Ventilsitze zu öffnen, so daß das gesamte Ventil gespült werden kann.
Vorzugsweise ist für die beiden Spulen ein elektrischer Anschluß
vorgesehen, wobei insbesondere ein gemeinsamer Masseanschluß und für jede
Spule ein Plus-Anschluß vorgesehen ist. Das Doppelventil kann auf diese Weise
durch ein Kabel mit nur drei Leitern angesteuert werden.
Gemäß einer Ausführungsform sind am Ventilgehäuse
und am Flanschgehäuse mindestens zwei Befestigungsaugen vorgesehen, mittels
denen das Doppelventil mit einer Anschlußplatte verschraubt werden kann. Alternativ
kann das Ventilgehäuse mit mindestens zwei Rastaussparungen versehen sein,
in die zwei Rasthaken eines Montagerahmens eingreifen können. In beiden Fällen
kann das Doppelventil mit geringem Aufwand montiert werden.
Gemäß einem Aspekt der Erfindung ist eine Baugruppe gebildet
aus dem Ventilgehäuse mit elektromagnetischem Stellantrieb einerseits und zwei
unterschiedlichen Flanschgehäusen andererseits, nämlich zum einen einem
Flanschgehäuse mit zwei Paaren von Fluidanschlüssen, mit dem zwei 2/2-Wege-Ventile
ausgebildet werden, und zum anderen einem Flanschgehäuse mit zwei den Ventilsitzen
zugeordneten Fluidanschlüssen und einen gemeinsamen Zentralanschluß, mit
dem ein 3/3-Wege-Ventil ausgebildet wird. Auf diese Weise kann durch einen einfach
zu bewerkstelligenden Austausch der Flanschgehäuse mit demselben Ventilgehäuse
entweder das doppelte 2/2-Wege-Ventil oder das 3/3-Wege-Ventil realisiert werden.
Insbesondere wenn das Ventilgehäuse mittels einer Rastverbindung montiert wird,
ist ein schneller Austausch möglich.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels
beschrieben, das in den beigefügten Zeichnungen dargestellt ist. In diesen
zeigen:
1a einen Schnitt durch ein erfindungsgemäßes
Doppelventil, wobei ein Flanschgehäuse verwendet wird, mit dem zwei 2/2-Wege-Ventile
realisiert werden;
1b das Doppelventil von 1 in einer
perspektivischen Ansicht;
2 das beim Doppelventil von 1 verwendete
Flanschgehäuse in einer perspektivischen Ansicht;
3 ein alternativ zu verwendendes Flanschgehäuse,
mit dem ein 3/3-Wege-Ventil realisiert werden kann;
4 eine Explosionsansicht eines an einer Grundplatte
zu befestigenden Doppelventils; und
5 in einer perspektivischen Ansicht den beim Doppelventil
von 1 verwendeten elektromagnetischen Stellantrieb.
Beim erfindungsgemäßen Doppelventil werden sowohl die fluidischen
und elektrischen Anschlüsse als auch weitere Ventilinnenteile von 2 Ventilen
in einem Gehäuse zusammengefaßt. Dadurch ergibt sich ein sehr kompakter
Aufbau der Ventile und zusätzlich eine Kosteneinsparung durch die von beiden
Ventilen gemeinsam genutzten Komponenten Ventilgehäuse, Membran, Eisenkreis,
elektrischer Anschluß, Spulenumhüllung. Das Doppelventil ist sowohl von
den Außenabmessungen als auch den fluidischen und elektrischen Anschlüssen
kompatibel zu dem bereits bekanntem 3-Wege Ventil, so daß beide Ventiltypen
in Systemen einfach miteinander kombiniert werden können. In einer weiteren
Ausführungsform des Doppelventils sind zwar die beiden Antriebe des Ventils
voneinander unabhängig schaltbar; der Fluidteil der beiden Ventile ist aber
verbunden. Dadurch entsteht ein 3-Wege Ventil mit 3 möglichen Schaltstellungen:
Beide Ventilsitze geschlossen; jeweils ein Sitz geschlossen und ein Sitz geöffnet,
und beide Sitze offen. Diese Funktion erlaubt z.B. ein Spülen des Ventils bei
zwei geöffneten Sitzen.
Das Doppelventil 30 besteht aus zwei Spulen 1a,
1b mit einem gemeinsamen Eisenkreis 2, zwei Kernen 3,
einem gemeinsamen Flanschgehäuse 4, einem gemeinsamen Ventilgehäuse
5, einem gemeinsamen Deckel 7, einer gemeinsamen Membran
6 und einem gemeinsamen Dichtelement 16. In das Flanschgehäuse
4 sind die Ventilsitze 10a, 10b eingearbeitet.
Die Membran 6 trennt den mediumsberührten Teil des Ventils
11 vom Antriebsteil, gebildet von den Spulen 3. Die Membran wird
durch die beiden Kerne 3 betätigt. Die Kerne sind über die Koppelelemente
14 mit der Membran verbunden. In die Membran 6 sind metallische
Stößel 8 eingesetzt. In stromlosem Zustand drücken die durch
die beiden Druckfedern 12 belasteten Kerne 3a, 3b die
Membran auf die im Flanschgehäuse sich befindenden Ventilsitze 10a,
10b und verschließen die Sitze dadurch.
Beim Anlegen von Spannung an einer der Spulen 1a,
1b entsteht im Eisenkreis 2 ein magnetischer Fluß, der den
Kern 3a, 3b gegen die Druckfeder 12 in die Spule zieht;
dadurch wird die Membran von dem stromlos geschlossenen Ventilsitz 10a
abgehoben, und der Ventilsitz ist geöffnet.
Beim Aufbau des Doppelventils als 2-Wege Ventil sind die beiden Bereiche
um die beiden Ventilsitze 10a, 10b durch einen oder mehrere Stege
15a, 15b voneinander getrennt. Das Dichtelement 16 dichtet
das Ventil zur Platte 21 hin ab. Beim Aufbau als 3/3-Wege Ventil entfallen
die Stege 15a, 15b; die Bereiche 16a, 16b um
die beiden Ventilsitze 10a, 10b sind über den Kanal
11 miteinander verbunden.
Um das Ventil 30 auf einer Platte fluidisch zu befestigen,
wird in einer Ausführungsform zunächst ein Rahmen 20 auf der
Platte 21 befestigt. Das Ventil bzw. das Doppelventil wird dann auf den
Rahmen 20 aufgesetzt und durch eine lösbare Verbindung, vorzugsweise
eine Rastverbindung über Rasthaken 22a, 22b mit dem Rahmen
verbunden. Dabei greifen die Rasthaken 22a, 22b in eine Ausnehmung
am Ventil 30 ein. Dadurch ist das Ventil mit der Platte fest verbunden,
und die fluidischen Anschlüsse des Ventils sind mit denen in der Platte verbunden.
Alternativ kann das Ventil 30 auch über die Befestigungsaugen
25 mit der Platte 21 verschraubt werden, ohne daß der Befestigungsrahmen
20 verwendet wird. Der Befestigungsrahmen wird vorzugsweise mit Befestigungsschrauben
31a, 31b an der Platte 21 befestigt.