Stand der Technik
Die Erfindung geht aus von Linearverstellvorrichtung nach dem Oberbegriff
des Anspruchs 1.
Es sind bereits Linearverstellvorrichtungen mit einer Verstelleinheit,
die eine Gewindespindel und eine Gewindemutter, in die die Gewindespindel eingreift,
aufweist, und mit einer Motoreinheit, die dazu vorgesehen ist, die Verstelleinheit
anzutreiben, bekannt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Verstellvorrichtung
bereitzustellen, die eine hohe Flexibilität und eine hohe Verstellgeschwindigkeit
aufweist. Sie wird gemäß der Erfindung durch die Merkmale des Anspruchs
1 und des unabhängigen Nebenanspruchs gelöst. Weitere Ausgestaltungen
ergeben sich aus den Unteransprüchen.
Vorteile der Erfindung
Die Erfindung geht aus von einer Linearverstellvorrichtung mit einer
Verstelleinheit, die eine Gewindespindel und eine Gewindemutter, in die die Gewindespindel
eingreift, aufweist, und mit einer Motoreinheit, die dazu vorgesehen ist, die Verstelleinheit
anzutreiben.
Es wird vorgeschlagen, dass die Motoreinheit eine Motorwelle aufweist,
die drehfest mit der Gewindemutter verbunden ist. Dadurch kann eine Verstellvorrichtung
realisiert werden, die besonders einfach zu konstruieren ist und die eine hohe Verstellgeschwindigkeit
aufweist, da eine von der Motoreinheit angetriebene Masse klein und insbesondere
unabhängig von der Gewindespindel ist.
Vorteilhafterweise weist die Motoreinheit einen Elektromotor auf,
da ein Elektromotor besonders kostengünstig ist.
Dabei wird vorgeschlagen, dass der Elektromotor als ein Schrittmotor
ausgeführt ist. Dadurch kann mittels der Motoreinheit eine definierte Position
angefahren werden. Grundsätzlich können aber auch andere Ausführungen
von Elektromotoren verwendet werden.
Vorzugsweise ist die die Motorwelle als eine Hohlwelle ausgeführt,
die von der Gewindespindel durchsetzt ist. Dadurch kann die Gewindespindel eine
beliebige Länge aufweisen, wodurch die Motoreinheit sowohl für Linearverstellungen
mit einem kleinen Verstellweg, beispielsweise kleiner als 50 mm, als auch für
Linearverstellvorrichtungen mit größeren Verstellwegen eingesetzt werden
kann. Vorteilhafterweise durchsetzt die Gewindespindel die komplette Motoreinheit.
Ist die Gewindespindel drehfest zu der Motoreinheit angeordnet, kann
die Drehbewegung der Gewindemutter vorteilhaft in eine lineare Verschiebung umgesetzt
werden. Außerdem ist die Verstellvorrichtung dadurch unabhängig von Fertigungstoleranzen
der Gewindespindel insbesondere bei langen Gewindespindeln, wodurch Linearverstellvorrichtungen
mit einer Verstelllänge von mehr als 500 mm realisiert werden können.
Weiter wird vorgeschlagen, dass die Linearverstellvorrichtung ein
Verstellelement und eine Führungseinheit, die dazu vorgesehen ist, das Verstellelement
zu führen, aufweist, wobei unter einem „Verstellelement" insbesondere
ein Element verstanden werden soll, das verstellt wird. Dadurch kann einfach eine
vorteilhafte Anbindung und Führungen zu verschiebenden Elementen erreicht werden.
Vorteilhafterweise ist die Gewindespindel fest mit dem Verstellelement
verbunden, wobei unter fest verbunden insbesondere stoff-, kraft- und/oder formschlüssig
verbunden verstanden werden soll, wie beispielsweise durch eine Schraub- oder durch
eine Schweißverbindung. Dadurch kann einfach eine drehfeste Fixierung der Gewindespindel
erreicht werden.
Weist ferner die Führungseinheit zumindest eine Führungsstange
auf, die fest mit dem Verstellelement verbunden ist, kann das Verstellelement vorteilt
geführt werden. Vorzugsweise weist die Führungseinheit zwei Führungsstangen
auf, die fest mit dem Verstellelement verbunden sind, wobei vorteilhafterweise die
Führungsstangen durch eine Gleitlagerung verschiebbar gegen die Motoreinheit
gelagert sind.
Weiter wird eine Linearverstellvorrichtung mit einer Verstelleinheit,
die eine Gewindespindel und eine Gewindemutter, in die die Gewindespindel eingreift,
aufweist, und mit einer Motoreinheit, die dazu vorgesehen ist, die Verstelleinheit
anzutreiben, vorgeschlagen, bei der die Motoreinheit eine Motorsteuereinheit aufweist.
Unter einer „Motorsteuereinheit" soll insbesondere eine elektrische und/oder
elektronische Einheit, wie beispielsweise eine Recheneinheit, verstanden werden,
die dazu vorgesehen ist, die Motoreinheit und insbesondere den Elektromotor zu steuern.
Beispielsweise kann eine Motorsteuerung einen Anlaufbetrieb steuern. Durch eine
Motorsteuereinheit kann die Motoreinheit einfach angesteuert und bedient werden,
wodurch eine Flexibilität erhöht wird, da ein externes Steuerteil entfällt.
Ferner wird vorgeschlagen, dass die Motoreinheit ein Netzteil aufweist.
Dadurch entfällt ein externes Netzteil und die Linearverstellvorrichtung kann einfach
eingesetzt werden.
Weiter wird vorgeschlagen, dass die Motoreinheit eine Kommunikationseinheit
aufweist. Dadurch kann die Motoreinheit einfach von einer externen Steuereinheit
und/oder einem externen Steuerprogramm angesteuert werden.
Vorzugsweise weist die Kommunikationseinheit zumindest eine genormte
Schnittstelle auf, wobei unter einer „genormten Schnittstelle" insbesondere
eine nach einem nationalen oder internationalen Standard genormte Schnittstelle
verstanden werden soll, wie beispielsweise eine nach DIN, EN und/oder IEC genormte
Schnittstelle. Vorteilhafterweise weist das Businterface ein Profibus-Interface,
ein CAN-Bus-Interface und/oder besonders vorteilhaft ein RS485-Interface auf. Durch
eine genormte Schnittstelle kann eine besonders hohe Kompatibilität erreicht
werden. Grundsätzlich können auch ungenormte Schnittstellen verwendet
werden.
Außerdem wird vorgeschlagen, dass die Motoreinheit eine Sensoreinheit
aufweist, die dazu vorgesehen ist, einen Positioniervorgang zu überwachen.
Dadurch können Abweichungen eines Ist-Zustands von einem erwarteten Sollzustand,
wie sie beispielsweise durch Fehlfunktionen entstehen können, einfach erkannt
werden. Vorzugsweise ist die Sensoreinheit mit der Motorsteuereinheit verbunden,
wodurch die Motorsteuereinheit den Sollzustand auf den Ist-Zustand korrigieren kann.
Weitere Vorteile ergeben sich aus der folgenden Zeichnungsbeschreibung.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt. Die
Beschreibung und die Ansprüche enthalten zahlreiche Merkmale in Kombination.
Der Fachmann wird die Merkmale zweckmäßigerweise auch einzeln betrachten
und zu sinnvollen weiteren Kombinationen zusammenfassen.
Beschreibung des Ausführungsbeispiels
1 zeigt eine erfindungsgemäß ausgestaltete
Linearverstellvorrichtung. Die Linearverstellvorrichtung weist eine Verstelleinheit
10 mit einer Gewindespindel 12 und einer Gewindemutter
14 auf. Weiter weist die Linearverstellvorrichtung eine Motoreinheit
16 auf, über die die Verstelleinheit 10 angetrieben wird.
Die Motoreinheit 16 ist fest an einem Grundträger 40 der
Linearverstellvorrichtung angeordnet. Die Motoreinheit 16 weist einen Elektromotor
20 auf, der als ein Schrittmotor ausgebildet ist. Eine Motorwelle
18 der Motoreinheit 16 ist drehfest mit der Gewindemutter
14 verbunden, wodurch die Gewindemutter 14 fest aber drehbar zu
dem Grundträger 40 angeordnet ist. Die Motorwelle 18 ist
als eine Hohlwelle ausgeführt. Die Motorwelle 18 und die gesamte Motoreinheit
16 werden von der Getriebespindel 12 durchsetzt. An der Motoreinheit
16 ist auf einer der Gewindemutter 14 abgewandten Seite eine Abdeckvorrichtung
48 angebracht, die einen über die Motoreinheit 16 überstehenden
Teil der Gewindespindel 12 abdeckt. Die Gewindespindel 12 ist
dabei drehfest zu der Motoreinheit 16 angeordnet. Die Gewindespindel
12 greift in die Gewindemutter 14 ein. Durch eine Drehung der
Gewindemutter 14 wird die Gewindespindel 12 entlang einer Haupterstreckungsrichtung
42 der Gewindespindel 12 relativ zum Grundträger
40 und zur Motoreinheit 16 verschoben.
Die Gewindespindel 12 ist fest mit einem Verstellelement
22 verbunden, das über die Verstelleinheit 10 verstell wird.
Das Verstellelement 22 wird durch eine Führungseinheit 24
geführt. Die Führungseinheit 24 führt das Verstellelement
22 parallel zu der Haupterstreckungsrichtung 42 der Gewindespindel
12. Eine Verstelllänge ist dabei im Wesentlichen durch eine Steifigkeit
der Führungseinheit 24 bedingt.
Die Führungseinheit 24 weist zwei Führungsstangen
26, 28 auf, die ebenfalls fest mit dem Verstellelement
22 verbunden sind. Die Führungsstangen 26, 28 sind
in dem Grundträger 40 der Linearverstellvorrichtung axial verschiebbar
gelagert. Eine Lagerung 50, 52 der Führungsstangen
26, 28 ist durch eine Gleitlagerung realisiert. Alternativ ist
auch eine andere axiale Lagerung der Führungsstangen 26,
28 denkbar, wie beispielsweise eine Lagerung mit Kugelbüchsen. Die
Führungseinheit 24 lässt dabei nur eine Verschiebung des Verstellelements
22 entlang der Haupterstreckungsrichtung 42 der Gewindespindel
12 zu. Insbesondere eine Rotation des Verstellelements 22 wird
verhindert.
Die Motoreinheit 16 weist neben dem Elektromotor
20 eine Motorsteuereinheit 30 auf. Die Motorsteuereinheit
30 steuert den als Schrittmotor ausgeführten Elektromotor
20.
Weiter umfasst die Motoreinheit 16 ein Netzteil
32, über die die gesamte Motoreinheit 16 und insbesondere
der Elektromotor 20 mit Strom versorgt werden. Das Netzteil 32
wandelt eine Versorgungsspannung, die beispielsweise 220 V betragen kann, in eine
Betriebsspannung um.
Ferner weist die Motoreinheit 16 eine Kommunikationseinheit
34 auf, über die die Motoreinheit 16 von einer externen Steuereinheit
44 angesteuert werden kann. Die Kommunikationseinheit 34 umfasst
eine genormte Schnittstelle 36, die als eine RS485-Schnittestelle ausgeführt
ist. Alternativ oder zusätzlich kann die Kommunikationseinheit 34
auch noch weitere Schnittstellen aufweist, wie beispielsweise eine Profibus-Schnittstelle
oder eine CAN-Bus-Schnittstelle.
Außerdem weist die Motoreinheit 16 eine Sensoreinheit
38 auf, die einen Positioniervorgang der Verstelleinheit 10 überwacht.
Die Sensoreinheit 38 umfasst einen Drehbewegungssensor, der eine Drehbewegung
der Gewindemutter 14 bzw. der Motorwelle 18 überwacht. Eine
genaue Positionierung des Verstellelements 22 ist mittels des als Schrittmotor
ausgebildeten Elektromotors 20 realisierbar. Um jedoch Abweichungen von
einem Sollzustand, der durch die Ansteuerung des Elektromotors 20 definiert
ist, zu erkennen, wird die Drehbewegung der Gewindemutter 14 bzw. der Motorwelle
18 überwacht. Dadurch können Abweichungen erkannt und durch die
Verbindung der Sensoreinheit 38 mit der Motorsteuereinheit 30
korrigiert werden. Abweichungen können beispielsweise durch Fehlfunktionen
wie eine blockierte Verstelleinheit 10 entstehen.
Der Elektromotor 20, die Motorsteuereinheit 30,
das Netzteil 32, die Kommunikationseinheit 34 und die Sensoreinheit
38 sind in einem gemeinsamen Gehäuse 46 angeordnet, das mehrere
fest miteinander verbundene Gehäuseteile umfassen kann. Es ist jedoch auch
denkbar, die Einheiten nur teilweise in einem gemeinsamen Gehäuse
46 anzuordnen und beispielsweise die Kommunikationseinheit 34
mit einem eigenen separaten Gehäuse auszuführen.
- 10
- Verstelleinheit
- 12
- Gewindespindel
- 14
- Gewindemutter
- 16
- Motoreinheit
- 18
- Motorwelle
- 20
- Elektromotor
- 22
- Verstellelement
- 24
- Führungseinheit
- 26
- Führungsstange
- 28
- Führungsstange
- 30
- Motorsteuereinheit
- 32
- Netzteil
- 34
- Kommunikationseinheit
- 36
- Schnittstelle
- 38
- Sensoreinheit
- 40
- Grundträger
- 42
- Haupterstreckungsrichtung
- 44
- Steuereinheit
- 46
- Gehäuse
- 48
- Abdeckvorrichtung
- 50
- Lagerung
- 52
- Lagerung