Die Erfindung betrifft einen Kochherd gemäss Oberbegriff von
Anspruch 1.
Bei der Verwendung eines Kochherds mit einzelnen Kochstellen ist darauf
zu achten, dass die Wärmeenergie in möglichst effizienter Weise auf das
jeweilige Kochgefäss übertragen wird.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine hohe Effizienz des
Geräts zu erreichen.
Diese Aufgabe wird vom Kochherd gemäss Anspruch 1 erfüllt.
Der Erfindung liegt u.a. die Erkenntnis zugrunde, dass an ein nicht
gut auf der Kochstelle zentriertes Kochgefäss die Wärme nur ineffizient
übertragen werden kann. Zudem wurde erkannt, dass die Zentrierung des Kochgefässes
dadurch verbessert werden kann, indem ein Detektor zur Detektion einer azentrischen
Anordnung des Kochgefässes auf der Kochstelle eingesetzt wird. Auf diese Weise
wird es möglich, falsch platzierte Kochgefässe zu erkennen und nötigenfalls
Massnahmen zu ergreifen, z.B. indem dem Benutzer angezeigt wird, dass er das Gefäss
besser zentrieren soll.
Von besonderem Vorteil ist die Erfindung beim Einsatz in einem Induktionsherd,
bei welchem die Kochstellen induktive Heizungen aufweisen, wo eine Fehlzentrierung
des Kochgefässes nicht nur zu Effizienzverlusten, sondern auch zu unerwünschten
Streufeldern führt.
Weitere bevorzugte Ausführungen der Erfindung ergeben sich aus
den abhängigen Ansprüchen sowie aus der nun folgenden Beschreibung. Dabei
zeigen:
1 einen Kochherd mit vier Kochstellen von oben,
2 eine erste Ausführung der Kochstelle mit induktiver
Detektion,
3 eine zweite Ausführung der Kochstelle mit kapazitiver
Detektion und
4 eine dritte Ausführung der Kochstelle mit optischer
Detektion.
Der Kochherd nach 1 besitzt vier Kochstellen
1, welche z.B. rund oder länglich ausgestaltet sein können. Die
Zahl und Form der Kochstellen spielt im Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung
jedoch keine Rolle. Insbesondere eignet sie sich auch für Geräte mit einer,
zwei, drei oder mehr als vier Kochstellen.
Weiter eingezeichnet in 1 ist eine Bedieneinheit
2, welche in an sich konventioneller Weise aufgebaut sein kann, und z.B.
berührungssensitive Felder zum Anwählen der Kochstellen und zum Einstellen
der Heizleistung besitzt. Die Bedieneinheit 2 kann weiter mit Anzeigeelementen
versehen sein, wie z.B. Lichtquellen im Bereich der einzelnen berührungssensitiven
Felder oder Anzeigen zur Darstellung einer eingestellten Heizleistung. Teil der
Bedieneinheit 2 ist auch eine Azentrizitäts-Ausgabeeinheit
3, deren Aufgabe weiter unten beschrieben wird.
Wie eingangs erwähnt, ist jede Kochstelle mit einem Detektor
zur Detektion einer azentrischen Anordnung des Kochgefässes auf der Kochstelle
versehen. Unter „azentrische Anordnung" wird dabei eine Anordnung verstanden,
bei welcher das Kochgefäss nicht ordnungsgemäss mittig sondern horizontal
versetzt zur Mitte auf einer Kochstelle positioniert ist.
Im Folgenden werden verschiedene Ausführungen des Detektors beschrieben.
2 zeigt einen induktiven Detektor 5, welcher
drei elektrische Spulen 6 umfasst. Die Spulen 6 sind in
2 vereinfacht als Kreise dargestellt, in Wirklichkeit
bestehen sie aber aus einer oder mehreren, kreisförmig oder nicht-kreisförmig
verlaufenden Windungen. Sie sind horizontal zueinander versetzt. Vorzugsweise, insbesondere
wenn genau drei Spulen eingesetzt werden, sind sie symmetrisch um die Mitte der
Kochstelle angeordnet, wie dies in 2 dargestellt ist.
Die Induktivitäten der drei Spulen 6 sind bei korrekt positioniertem
Kochgefäss identisch. Wird das (metallische) Kochgefäss jedoch azentrisch
auf die Kochstelle 1 gesetzt, so sind die Induktivitäten der drei
Spulen 6 unterschiedlich. Diejenige Spule, die am stärksten mit dem
Kochgefäss überlappt, besitzt die grösste Induktivität, während
jene mit der kleinsten Überlappung die geringste Induktivität aufweist.
Bei Verwendung dreier, nicht konzentrischer Spulen lässt sich
die Richtung der Azentrizität des Kochgefässes winkelaufgelöst eindeutig
feststellen, soweit das Kochgefäss nicht zu klein oder zu gross ist, und soweit
die Spulen nicht kolinear angeordnet sind (d.h. soweit deren Mittelpunkte nicht
auf einer gemeinsamen Linie liegen). Falls eine höhere Messauflösung erwünscht
ist und/oder auch kleine Kochgefässe sicher festgestellt werden sollen, so
kann die Zahl der Spulen auch grösser gewählt werden. Zudem ist es auch
denkbar, nur zwei Spulen einzusetzen, falls (z.B. bei einem länglichen Kochfeld)
in erster Linie die Azentrizität in nur einer Dimension von Interesse ist.
In der Ausführung nach 2 erstreckt
sich jede Spule 6 ungefähr von der Mitte der Kochstelle zu einem
Randbereich derselben. Eine Erstreckung ungefähr bis zum Rand der Kochstelle
(oder über deren Rand hinaus) hat den Vorteil, dass die Azentrizität eines
grossen Kochgefässes (mit einem Durchmesser gleich jenem der Kochstelle) gut
gemessen werden kann. Die Erstreckung der Spulen 6 bis zur Mitte der Kochstelle
erlaubt es demgegenüber, auch kleine Kochgefässe zu erfassen.
Die Spulen können sich auch gegenseitig Überlappen, solange
sie versetzt und nicht konzentrisch angeordnet werden.
Die festgestellte Richtung der Azentrizität kann auf der Azentrizitäts-Ausgabeeinheit
3 angezeigt werden. Hierzu besitzt diese z.B. drei Pfeile, welche gegeneinander
um 120° gedreht sind und zu einer gemeinsamen Mitte hin weisen, und von denen
derjenige am stärksten beleuchtet wird, der in die Richtung zeigt, in welche
das Kochgefäss zur Korrektur der Azentrizität verschoben werden muss.
Beispielsweise ist es denkbar, jeden Pfeil einer der Spulen
6 zuzuordnen und umso stärker zu beleuchten, je grösser die Induktivität
der zugeordneten Spule ist, wobei der Pfeil, welcher der Spule mit kleinster Induktivität
zugeordnet ist, gar nicht beleuchtet wird.
Beim Feststellen einer Azentrizität kann die Azentrizitäts-Ausgabeeinheit
3 jedoch zusätzlich oder alternativ eine andere Art von benutzererkennbarem
Signal ausgeben, z.B. ein akustisches Signal.
Bei Verwendung eines Induktionsherdes können die Spulen
6 auch Teil der Spulenanordnung der induktiven Heizung der Kochstelle sein,
falls diese induktive Heizung mehrere, seitlich zueinander versetzte Spulen aufweist.
In diesem Fall kann durch die von einer azentrischen Position des Kochgefässes
herrührende asymmetrische Induktivitätsverteilung z.B. aufgrund des unterschiedlichen
Leistungsbezugs der einzelnen Spulen festgestellt werden.
Anstelle eines induktiven Detektors kann beispielsweise auch ein kapazitiver
Detektor verwendet werden, wie er in 3 dargestellt ist.
Hier sind bei der Kochstelle drei horizontal zueinander versetzte Elektroden
7 vorgesehen, deren gegenseitige elektrische Kapazität gemessen wird.
Ist das Kochgefäss mittig auf der Kochstelle zentriert, so sind die Kapazitäten
zwischen allen drei Elektroden 7 gleich. Bei einer azentrischen Anordnung
des (leitfähigen) Kochgefässes ist die Kapazität zwischen denjenigen
Elektroden am grössten, deren Spalt mit dem Kochgefäss die grösste
Überlappung hat.
Wiederum kann die Zahl der Elektroden auch grösser gewählt
werden, falls eine hohe Auflösung erwünscht ist, oder es kann nur ein
Elektrodenpaar vorgesehen sein, falls nur der Versatz in einer Dimension von Interesse
ist.
Die kapazitiv gemessene Azentrizität kann wiederum auf der Azentrizitäts-Ausgabeeinheit
3 angezeigt werden.
Vorzugsweise verlaufen die Spalten 9 zwischen benachbarten
Elektroden 7 radial zur Kochstelle, so dass jede Spalte 9 mit
den benachbarten Elektroden 7 einen Spaltkondensator bildet, dessen Kapazität
praktisch linear davon abhängt, an welchem Radius der Rand des Kochgefässes
endet. Um einen grossen Messbereich zu erzielen, verlaufen die Spalten
9 vorzugsweise ungefähr von der Mitte des Kochbereichs zu dessen Rand.
Ein Vorteil der kapazitiven Messung gegenüber die Induktiven
Messung liegt darin, dass die kapazitiv gemessenen Signale von der Leitfähigkeit,
nicht aber von der magnetischen Permeabilität des Kochgefässes abhängen.
Da die Leitfähigkeit (im Gegensatz zur magnetischen Permeabilität) eine
nur schwach temperaturabhängige Grösse ist, ist die kapazitive Messung
weniger anfällig auf allfällige Asymmetrien der Temperaturverteilung im
Kochgefäss.
4 zeigt eine weitere Variante des Detektors, welche
auf einer optischen Erfassung der Azentrizität des Kochgefässes basiert.
Der Detektor weist mehrere, insbesondere mindestens drei, horizontal versetzte optische
Sensoren 8 auf. Jeder Sensor 8 besitzt z.B. eine Lichtquelle und
einen Lichtempfänger, von denen beide unterhalb der Glaskeramik-Deckplatte
des Kochherds angeordnet sind. Das Licht der Lichtquelle tritt durch die Glaskeramik-Deckplatte
hindurch nach oben. Befindet sich dort der Boden eines Kochgefässes, so wird
ein Teil des Lichts zurückreflektiert und gelangt zum Lichtempfänger,
der ein entsprechendes Signal misst.
Durch die Verwendung einer Vielzahl von Lichtsensoren (mindestens
drei) entlang des Randes der Kochstelle, wie in 4 dargestellt,
kann so festgestellt werden, ob ein Kochgefäss zentrisch auf der Kochstelle
steht, soweit dieses einen Durchmesser ungefähr gleich jenem der Kochstelle
besitzt. Sollen auch kleinere Kochgefässe detektiert werden, so können
zusätzliche Sensoren näher zur Mitte der Kochstelle eingesetzt werden,
wie dies ebenfalls in 4 dargestellt ist.
Die Lichtquellen und Lichtempfänger können auch ausserhalb
der Kochstelle angeordnet sein, wo sie weniger hohen Temperaturen ausgesetzt sind,
und das Licht kann mittels Lichtleitern zu den Messpunkten und wieder zurück
geführt werden.
Besitzt der Kochherd eine Glaskeramik-Deckplatte über der Kochstelle,
so wird der Detektor (aller Ausführungen gemäss
2 bis 4) vorzugsweise an
dieser Deckplatte, insbesondere an ihrer Unterseite, angeordnet. Beispielsweise
können die Spulen 6 oder die Elektroden 7 gemäss
2 und 3 durch Leiterbahnen
gebildet werden, die entlang der Unterseite der Glaskeramik-Platte verlaufen, und
auch die erwähnten Lichtleiter für die optische Detektion gemäss
4 können an der Unterseite dieser Platte angeordnet
werden.