GEBIET DER ERFINDUNG
Die Erfindung betrifft elektrische und optische Bauelemente, die kristalline
Gruppe III-Nitride umfassen.
ERÖRTERUNG DES STANDES DER TECHNIK
Halbleiter aus kristallinem Gruppe III-Nitrid werden sowohl in elektrischen
als auch in optischen Bauelementen verwendet.
In Bezug auf elektrische Bauelemente, sind Gruppe III-Nitride verwendet
worden, um Feldemitter herzustellen. Ein Feldemitter ist eine leitfähige Struktur
mit einer scharfen Spitze. Die scharfe Spitze produziert ein hohes elektrisches
Feld als Antwort auf das Geladenwerden. Das hohe elektrische Feld führt zu
Elektronenemission aus der Spitze. Aus diesem Grund kann eine Anordnung von Feldemittern
einen Leuchtbildschirm betreiben.
Ein Verfahren des Standes der Technik fertigt Anordnungen von Feldemittern
aus Gruppe III-Nitriden. Gruppe III-Nitride weisen aufgrund der Stabilität
der Bindung zwischen dem Gruppe III-Atom und Stickstoff chemische und mechanische
Stabilität auf. Eine derartige Stabilität ist in Bauelementen, die eine
Anordnung von Feldemittern verwenden, sehr wünschenswert.
Das Verfahren des Standes der Technik wächst die Feldemitter
aus Gruppe III-Nitriden. Das Wachstumsverfahren umfasst das epitaxiale Wachsen einer
Galliumnitrid-(GaN)-schicht auf einem Saphirsubstrat, Bilden einer SiO2-Maske
auf der GaN-Schicht und epitaxiales Wachsen pyramidaler GaN-Feldemitter in kreisförmigen
Fenstern der Maske. Obwohl das Wachstumsverfahren Feldemitter von einheitlicher
Größe produziert, weisen die Feldemitter keine sehr scharfen Spitzen auf.
Schärfere Spitzen sind wünschenswert, um höhere Elektronenemissionsraten
und geringere Schaltspannungen zu produzieren.
Mit Bezug auf optische Bauelemente, weisen Gruppe III-Nitride hohe
Brechungsindizes auf. Materialien mit hohen Brechungsindizes sind bei der Herstellung
von photonischen Bandlückenstrukturen wünschenswert. Für eine feste
photonische Bandlücke ermöglichen derartige Materialien die Herstellung
einer photonischen Bandlückenstruktur mit größeren Merkmalsabmaßen
als sie möglich sein würden, wenn die Struktur aus einem Material mit
einem geringeren Brechungsindex hergestellt wäre.
Ein Verfahren zum Herstellen einer planaren photonischen Bandlückenstruktur
umfasst das Trockenätzen einer glatten Schicht eines Gruppe III-Nitrids. Die
chemische Stabilität der Gruppe III-Nitride führt leider dazu, dass Trockenätzmittel
eine geringe Selektivität für das Gruppe III-Nitrid gegenüber dem
Maskenmaterial aufweisen. Aus diesem Grund produziert ein Trockenätzen kein
tiefes Oberflächenrelief in einer Schicht eines Gruppe III-Nitrids. Das Trockenätzverfahren
produziert daher nur dünne planare photonische Bandlückenstrukturen aus
Gruppe III-Nitriden.
Licht kantenkoppelt leider nicht effizient mit dünnen planaren
Strukturen. Aus diesem Grund ist es wünschenswert, ein Verfahren zu haben,
das in der Lage ist, eine photonische Bandlückenstruktur mit einem höheren
Oberflächenrelief aus einem Gruppe III-Nitrid zu fertigen.
US-Patentschrift 5 915 164 ist auf ein Verfahren zum Herstellen von
Halbleiterbauelementen gerichtet, wobei p-leitendes GaN auf einem Substrat gebildet
wird, und halbisolierendes AlN auf dem p-leitenden GaN gebildet wird, wobei n-leitendes
GaN auf dem p-leitenden GaN und teilweise unterhalb des AlN gebildet wird. Hocheffiziente
Hochleistungs- und Hochspannungshalbleiterbauelemente werden durch dieses Verfahren
gebildet, die bessere oder ähnliche Eigenschaften wie Siliciumhalbleiter aufweisen.
KURZE ZUSAMMENFASSUNG
Hierin weist eine gemusterte Fläche eine Anordnung von Deformationen
darin auf, z.B. eine Anordnung von Löchern, Gräben oder physikalisch rauen
Bereichen.
Verschiedene Ausführungsformen stellen Verfahren zum Fertigen
von Schichten eines Gruppe III-Nitrids mit gemusterten Flächen bereit. Die
gemusterten Flächen stellen den resultierenden Strukturen Funktionalitäten
bereit. Die Fertigungsverfahren nutzen die Empfindlichkeit der stickstoffpolaren
(N-polaren) Gruppe III-Nitrid-Schichten für Angriff durch starke Basen aus.
Die Verfahren verwenden basische Lösungen, um eine Schicht eines Gruppe III-Nitrids
auf eine Art und Weise nass zu ätzen, die eine gemusterte Fläche produziert.
Beispielhafte gemusterte Flächen stellen photonische Bandlückenstrukturen
und Feldemitteranordnungen bereit.
Ein Verfahren und eine Vorrichtung gemäß der Erfindung sind
wie in den unabhängigen Ansprüchen dargelegt.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
1A ist eine Querschnittsansicht einer planaren Struktur
für eine Feldemitteranordnung eines Gruppe III-Nitrids;
1B ist eine Querschnittsansicht einer weiteren planaren
Struktur für eine Feldemitteranordnung von Gruppe III-Nitrid-Feldemittern;
1C zeigt einen Flachbildschirm, der die Feldemissionsanordnung
von 1A oder 1B umfasst;
2 ist eine Querschnittsansicht einer Struktur, die
eine Schicht eines Gruppe III-Nitrids umfasst, die periodisch mit Löchern oder
Gräben gemustert ist;
2A ist eine Draufsicht einer Ausführungsform eines
photonischen Bandlücken-Bauelements, das eine Struktur umfasst, die durch die
Struktur von 2 dargestellt ist;
2B ist eine Draufsicht einer weiteren Ausführungsform
eines photonischen Bandlücken-Bauelements, das eine Struktur umfasst, die durch
die Struktur von 2 dargestellt ist;
2C ist eine Draufsicht einer weiteren Ausführungsform
eines photonischen Bandlücken-Bauelements, das eine Struktur umfasst, die durch
die Struktur von 2 dargestellt ist;
3 ist ein Ablaufdiagramm, das ein Verfahren zum Fertigen von Strukturen
mit gemusterten Schichten eines Gruppe III-Nitrids, wie in den 1A–1B,
2, 2A und 2B
gezeigt, veranschaulicht;
4 ist eine schrägansichtige rasterelektronenmikroskopische
Aufnahme (SEM) einer Struktur, die durch eine Ausführungsform des Verfahrens
von 3 hergestellt wurde, wobei die Nassätzzeit kurz ist;
5 ist eine Draufsicht-SEM einer Struktur, die durch
eine Ausführungsform des Verfahrens von 3 hergestellt wurde,
wobei die Nassätzzeit von mittlerer Länge ist;
6 ist eine Draufsicht-SEM einer Struktur, die durch
eine Ausführungsform des Verfahrens von 3 hergestellt wurde,
wobei die Nassätzzeit lang ist;
7 ist ein Ablaufdiagramm für ein spezifisches
Verfahren zum Fertigen von GaN-Strukturen mit gemusterten Schichten, wie in den
1A–1B,
2, 2A und 2B
gezeigt.
In den Figuren und dem Text beziehen sich gleiche Bezugszahlen auf
ähnliche Elemente.
AUSFÜHRLICHE BESCHREIBUNG DER VERANSCHAULICHENDEN AUSFÜHRUNGSFORMEN
Die chemische Stabilität der Bindung zwischen Gruppe III-Metallen
und Stickstoff führt dazu, dass Gruppe III-Nitrid-Halbleiter gegenüber
vielen Ätzmitteln chemisch beständig sind. Wässrige Lösungen
starker Basen ätzen trotzdem eine stickstoffpolare Oberfläche einer Schicht
eines Gruppe III-Nitrids. Derartige Nassätzmittel sind in der Lage, eine Gruppe
III-Nitrid-Schicht, die bereits polaritätsgemustert worden ist, mit einem Muster
zu versehen. Beispielhafte gemusterte Flächen produzieren Feldemitteranordnungen,
wie in den 1A–1B
gezeigt, und Bandlückenstrukturen, wie in den 2,
2A und 2B gezeigt.
1A zeigt eine Feldemitteranordnung 10A. Die
Feldemitteranordnung 10A umfasst ein Substrat 12 und ein regelmäßiges
Muster von lateral zwischen einander verteilten säulenförmigen ersten
und zweiten Bereichen 14, 15. Die ersten und zweiten Bereiche
14, 15 bedecken eine planare Fläche 17 des Substrats
12. Das Substrat 12 ist ein kristallines Material, wie Siliciumcarbid
(SiC) oder (0 0 0 1)-Ebene-Saphir. Die ersten und zweiten Bereiche 15,
16 umfassen jeweils die (0 0 0 1)-Polaritäts- und
(0 0 0 1)-Polaritätsformen
eines Gruppe III-Nitrids. Das Gruppe III-Nitrid der Bereiche 14,
15 weist eine breite Gitterfehlanpassung mit der planaren Fläche
17 des Substrats 12 auf.
Hierin werden die
(0 0 0 1)-Polaritäts-
und (0 0 0 1)-Polaritätsformen eines Gruppe III-Nitrids als die N-polare und
metallpolare Form bezeichnet. Die N-polare und metallpolare Form weisen entgegengesetzte
Eigenpolarisationen auf. Die freien Oberflächen der flachen N-polaren und metallpolaren
Schichten terminieren jeweils mit einer Schicht aus Stickstoffatomen bzw. Gruppe
III-Metallatomen.
Die ersten und zweiten säulenförmigen Bereiche
14, 15 weisen physikalisch verschiedene Oberflächen auf und
bilden daher eine gemusterte Schicht des Gruppe III-Nitrids auf dem Substrat
12. Die ersten Bereiche 14 umfassen eine oder mehrere hexagonale
Pyramiden 16 des Gruppe III-Nitrids. Die ersten Bereiche 14 weisen
daher nicht flache bloßgelegte Oberflächen auf, die scharfe Spitzen
20 umfassen. Die zweiten Bereiche 15 umfassen glatte Schichten
des Gruppe III-Nitrids und sind frei von pyramidalen Strukturen. Die bloßgelegten
Flächen 22 der zweiten Bereiche 15 sind daher glatt und flach.
Die Flächen 22 der zweiten Bereiche 15 befinden sich auch
weiter oberhalb der planaren Fläche 17 des Substrats 12 als
die höchsten Spitzen 20 in den ersten Bereichen 14.
Die hexagonalen Pyramiden 16 der ersten Bereiche
14 weisen scharfe apikale Punkte 20 auf und können
daher als Feldemitter fungieren. Die apikalen Spitzen 20 weisen Durchmesser
von weniger als 100 Nanometer (nm) auf. In Ausführungsformen, wobei das Gruppe
III-Nitrid GaN ist, weisen die Pyramiden 16 Spitzen 20 mit Durchmessern
von weniger als etwa 20 nm–30 nm und Seitenflächen, die Winkel von etwa
56°–58° mit der planaren Fläche 17 bilden, auf. Die
Pyramiden 16 weisen sechs Seitenflächen auf, die
(1 0 11)-Facetten
sind.
Innerhalb eines einzelnen ersten Bereichs 14 ist die Verteilung
der hexagonalen Pyramiden 16 und apikalen Spitzen 20 willkürlich.
Verschiedene erste Bereiche 14 können verschiedene Anzahlen der hexagonalen
Pyramiden 16 aufweisen. Die Größen der ersten Bereiche
14 sind konstant, da die dazwischen verteilten zweiten Bereiche
15 die gleiche Größe und eine regelmäßige laterale
Verteilung aufweisen.
In den zweiten Bereichen 15 ruht die Schicht des ersten Gruppe
III-Nitrids auf einer viel dünneren Basisschicht 18, die aus einem
zweiten Gruppe III-Nitrid hergestellt ist. Das zweite Gruppe III-Nitrid weist eine
breite Gitterfehlanpassung mit der planaren Fläche 17 des Substrats
12 auf. Noch wichtiger ist es, dass das zweite Gruppe III-Nitrid mit Metallpolarität
auf der Fläche 17 des Substrats 12 wächst.
1B zeigt eine alternative Ausführungsform einer
Feldemitteranordnung 10B. Die Feldemitteranordnung 10B umfasst
ein Substrat 12 und ein regelmäßiges Muster zwischen einander
verteilter säulenförmiger erster und zweiter Bereiche 14,
15, wie bereits mit Bezug auf 1A beschrieben.
In der Feldemitteranordnung 10B umfassen die zweiten Bereiche
14 überlappende hexagonale Pyramiden 16 anstatt der isolierten
Pyramiden 16 wie in der Feldemitteranordnung 10A. Die Pyramiden
16 weisen zudem einen Bereich von Größen auf und ruhen auf einer
dicken Schicht 19 eines N-polaren Gruppe III-Nitrids anstatt direkt auf
der planaren Fläche 17 wie in der Feldemitteranordnung 10A
der 1A. In der Feldemitteranordnung 10B weisen
die hexagonalen Pyramiden 16 noch scharfe apikale Punkte 20 auf
und können daher noch effektiv als Feldemitter fungieren. Die apikalen Spitzen
20 sind noch niedriger als die bloßgelegten oberen Flächen
22 der zweiten Bereiche 15.
1C zeigt eine Ausführungsform eines Flachbildschirms
24. Der Bildschirm 24 umfasst eine Feldemitteranordnung
10, z.B. Anordnung 10A oder 10B der 1A
und 1B. Der Bildschirm 24 umfasst auch metallische
Elektroden 26 und einen Leuchtschirm 28. Die metallischen Elektroden
26 werden von der flachen oberen Fläche 22 der zweiten Bereiche
15 der Feldemitteranordnung getragen. Die oberen Flächen
22 tragen die metallischen Elektroden 26 entlang einer Ebene,
die dichter an dem Leuchtschirm 28 ist als die Spitzen 20 selbst.
Aus diesem Grund sind die metallischen Elektroden 26 in der Lage, die Emission
von Elektronen von der Feldemitteranordnung zu steuern. Die metallischen Elektroden
26 fungieren als Steuergatter für Feldemitter in angrenzenden ersten
Bereichen 14. Das Tragen der metallischen Elektroden 26 auf den
zweiten Bereichen 22 vermeidet günstigerweise eine Notwendigkeit,
die Elektroden an den einzelnen Spitzen 20 selbstauszurichten. Ein derartiger
Ausrichtungsprozess würde kompliziert sein, da die Positionen der Spitzen
20 in den einzelnen ersten Bereichen 14 willkürlich sind.
2 zeigt eine weitere Struktur 30, die eine
gemusterte Schicht 32 eines ersten Gruppe III-Nitrids aufweist. Die Schicht
32 befindet sich auf einer planaren Fläche 17 des kristallinen
Substrats 12, z.B. der (0 0 0 1)-Ebene eines Saphirsubstrats. Die Schicht
32 umfasst eine regelmäßige Anordnung identischer säulenförmiger
Löcher oder Gräben 34. Die Löcher oder Gräben
34 weisen im Wesentlichen rechteckige Querschnitte auf und durchlaufen
die gesamte Dicke der Schicht 32. Die Schicht 32 ruht auf einer
gemusterten Basisschicht 18. Die Basisschicht 18 ist ein zweites
kristallines Gruppe III-Nitrid mit einer verschiedenen Legierungszusammensetzung
als das erste Gruppe III-Nitrid. Die Basisschicht 18 richtet sich epitaxial
auf der planaren Fläche 17 aus, um gruppe-III-metallpolar zu sein.
Für das Schichtenpaar 18 und 32 sind beispielhafte
Paare zweiter und erster Gruppe III-Nitrid-Halbleiter: das Paar AlN und GaN oder
das Paar AlN und AlGaN.
Die Schicht 32 weist eine Dicke auf, die typischerweise 100–10.000
mal die Dicke der Basisschicht 18 ist. Eine beispielhafte GaN-Schicht
32 weist eine Dicke von 30 &mgr;m oder mehr auf und eine beispielhafte
AlN-Basisschicht 18 weist eine Dicke von nur etwa 20 nm–30 nm auf.
Die Basisschicht 18 muss nur dick genug sein, um die Polarisation einer
anderen Schicht, die sich auf der Basisschicht 18 befindet, auszurichten.
In optischen Bauelementen, fungiert die Schicht 32 gewöhnlich
als ein optischer Kern eines planaren Wellenleiters. Der Wellenleiter empfängt
Eingangslicht 36 über eine Kante 37 und sendet Ausgangslicht
38 über eine gegenüberliegende Kante 39 aus. Eine derartige
Kantenkopplung der Schicht 32 an Lichtleitfasern und andere optische Wellenleiter
ist effizienter für Ausführungsformen, wobei die Schicht 32 dicker
ist. Es ist daher vorteilhaft, dass die Schicht 32 verhältnismäßig
dick sein kann, d.h. 30 &mgr;m oder mehr, da eine derartige dickere Schicht
32 eine effiziente Endkopplung an Standardlichtleitfasern und -wellenleiter
ermöglicht.
Die gemusterte dicke Schicht 32 kann z.B. eine dicke photonische
Bandlückenstruktur sein. Dicke photonische Bandlückenstrukturen stellen
eine effizientere optische Kantenkopplung bereit als dünnere photonische Bandlückenstrukturen,
die durch Trockenätzen hergestellt werden können.
Die 2A und 2B
zeigen zwei beispielhafte planare photonische Bandlückenstrukturen
30A, 30B. Querschnittsansichten durch die Strukturen
30A und 30B sind in 2 getreu dargestellt.
Die Strukturen 30Aund 30B umfassen eine Schicht 32 eines
metallpolaren Gruppe III-Nitrids, d.h. (0 0 0 1)-Ebene-Gruppe III-Nitrids. Die Schicht
32 befindet sich auf der oberen Fläche des kristallinen Substrats
12, das in 2 gezeigt ist. Die Schicht
32 ist durch eine Anordnung von im Wesentlichen identischen säulenförmigen
Merkmalen 34A, 34B gemustert. Die säulenförmigen Merkmale
34A, 34B sind Löcher und Gräben in den Strukturen
30A bzw. 30B.
Die Löcher 34A und Gräben 34B bilden regelmäßige
Anordnungen, die ein bzw. zwei diskrete Gittersymmetrien aufweisen. Aus diesem Grund
produzieren die Löcher 34A und Gräben 34B entsprechende
2-dimensionale und 1-dimensionale periodische Modulationen des Brechungsindexes
der Schicht 32. Die Brechungsindexmodulationen produzieren eine photonische
Bandlückenstruktur für ausgewählte Gitterlängen in den Anordnungen.
Gitterlängen, die ungerade ganzzahlige Mehrfache von R-mal der effektiven
Wellenlänge des Eingangslichts in dem Medium sind, produzieren photonische
Bandlückenstrukturen.
2C zeigt eine photonische Bandlückenstruktur
30C, die der photonischen Bandlückenstruktur 30A von
2A ähnelt, mit der Ausnahme, dass die Löcher
und die Gruppe III-Nitrid-Materialschicht vertauscht sind. In der Struktur
30C ist die Schicht 32C des Gruppe III-Nitrids eine zweidimensionale
Anordnung isolierter Säulen. Zwischen den Gruppe III-Nitrid-Säulen ist
ein miteinander verbundenes zweidimensionales Muster der Gräben 34C.
Die Gräben 34C isolieren die Säulen von einander.
3 veranschaulicht ein Verfahren 40 zum Fertigen einer
Struktur mit einer gemusterten Schicht eines Gruppe III-Nitrids, z.B. wie in
1A–1B,
2, 2A oder 2B
gezeigt.
Das Verfahren 40 umfasst das Bilden einer ersten Metallpolaritätsschicht
eines ersten Gruppe III-Nitrids auf einer ausgewählten planaren Fläche
eines kristallinen Substrats (Schritt 42). Das Bilden der Schicht umfasst
das Ausführen eines epitaxialen Wachstums eines ersten Gruppe III-Nitrids und
lithographisches Mustern der Schicht. Die Zusammensetzung des ersten Gruppe III-Nitrids
wird ausgewählt, um zu gewährleisten, dass das epitaxiale Wachstum eine
Metallpolaritätsschicht produziert. Das Mustern produziert ein regelmäßiges
Muster identischer Löcher oder Gräben, die einen Teil des Substrats durch
die Schicht bloßlegen.
Als nächstes umfasst das Verfahren 40 das epitaxiale
Wachsen einer dickeren zweiten Schicht eines zweiten Gruppe III-Nitrids über
der ersten Schicht und dem bloßgelegten Teil des Substrats (Schritt
44). Über der ersten Schicht wächst die zweite Schicht mit Metallpolarität.
Über dem bloßgelegten Teil des Substrats wächst die zweite Schicht
mit N-Polarität. Das erste und das zweite Gruppe III-Nitrid weisen verschiedene
Legierungszusammensetzungen auf, z.B. AlN und GaN, und weisen eine breite Gitterfehlanpassung
mit dem Substrat auf.
Schließlich umfasst das Verfahren 40 auch das Aussetzen
der zweiten Schicht einer wässrigen Lösung einer starken Base, wie Kaliumhydroxid
(KOH) oder Natriumhydroxid (NaOH) (Schritt 46). Die wässrige Lösung
mustert die zweite Schicht durch selektives Ätzen N-polarer Oberflächen.
Wässrige Lösungen starker Basen ätzen metallpolare Oberflächen
von Gruppe III-Nitriden nicht bedeutsam. Die Form der Musterung hängt qualitativ
von der Ätzzeit und der Konzentration des Ätzmittels ab.
4 ist eine rasterelektronenmikroskopische Aufnahme
(SEM) einer polaritätsgestreiften GaN-Schicht 50, die mit einer 2
molaren wässrigen Lösung von KOH für 45 Minuten nassgeätzt wurde.
Die GaN-Schicht wurde bei einer Temperatur von etwa 90 °C während des
Nassätzens gehalten.
Die geätzte GaN-Schicht 50 weist N-polare GaN-Streifen
52 und Ga-polare GaN-Streifen 54 auf. Die verhältnismäßig
kurze Ätzzeit hat erhebliches Material von den N-polaren GaN-Streifen
52 entfernt, ohne erhebliches Material von den Ga-polaren GaN-Streifen
54 zu entfernen. In den N-polaren Streifen 52 produziert das Ätzen
eine Oberfläche, die aus dicht gepackten hexagonalen GaN-Pyramiden, z.B. wie
in 1B gezeigt, gebildet wird. Die Pyramiden weisen
verschiedene Größen und scharfe apikale Spitzen mit Durchmessern von etwa
20–30 nm oder weniger auf.
Messungen deuten darauf hin, dass die Pyramidendichte, &rgr;&Dgr;,
mit der Ätztemperatur, T, variiert, da:
[&rgr;&Dgr;]–1 = [&rgr;&Dgr;]–1exp(–Ea/kBT),
wobei kB die Boltzmann-Konstante ist. Für eine 2 molare Lösung
von KOH, eine Ätzung von 15 Minuten und Temperaturen zwischen 25 °C und
100 °C zeigen Messungen, dass die Aktivierungsenergie Ea gleich
etwa 0,587 eV ist.
Die Erfinder glauben, dass das nasse KOH-Ätzen eine Verteilung
von gepackten hexagonalen GaN-Pyramiden zum Teil aufgrund der Ga-polaren
GaN-Streifen 54, die nicht geätzt werden, produziert. Insbesondere
begrenzen die Ga-polaren Streifen die N-polaren Streifen 52 lateral, sodass
das Ätzmittel die obere Fläche der N-polaren Streifen 52 attackiert
anstatt deren Seitenflächen. Das KOH-Nassätzen produziert eine dichte
Packung scharfspitziger hexagonaler GaN-Pyramiden, wenn die N-polaren GaN-Streifen
52 Breiten von etwa 7 &mgr;m aufweisen. Man nimmt an, dass eine dichte
Packung hexagonaler Pyramiden auch aus einem nassen KOH-Ätzen von GaN-Flächen
resultiert, wobei N-polare GaN-Streifen eine Breite von etwa 100 &mgr;m oder weniger
aufweisen. Man nimmt jedoch nicht an, dass ein nasses KOH-Ätzen von nicht begrenztem
planarflächigen N-polaren GaN eine dichte Packung von scharfspitzigen, hexagonalen
GaN-Pyramiden produziert.
5 ist ein SEM-Bild, das eine polaritätsgestreifte
GaN-Schicht 50 zeigt, die mit einer 4 molaren wässrigen Lösung
von KOH für 60 Minuten nassgeätzt wurde. Die GaN-Schicht wurde wiederum
bei einer Temperatur von etwa 90 °C während des Nassätzens gehalten.
Das intensivere Ätzen hat das gesamte Material von den N-polaren
GaN-Streifen 52 entfernt, mit Ausnahme isolierter hexagonaler GaN-Pyramiden
56. Das Nassätzen stoppte auf dem unterliegenden kristallinen Saphirsubstrat.
Dieses Ätzen mittlerer Länge produzierte eine Musterung wie die von
1A, mindestens innerhalb einzelner N-polarer GaN-Streifen
52. Innerhalb dieser Bereiche weisen die hexagonalen GaN-Pyramiden
56 eine willkürliche Verteilung auf.
6 ist ein SEM-Bild einer polaritätsgestreiften
GaN-Schicht 50, die mit einer 4 molaren wässrigen Lösung von
KOH für mehr als 60 Minuten nassgeätzt wurde. Die GaN-Schicht wird wiederum
bei einer Temperatur von etwa 25 °C–125 °C und vorzugsweise etwa
90 °C während des Nassätzens gehalten.
Dieses längere Ätzen hat die ursprünglichen N-polaren
GaN-Streifen 52 vollständig entfernt. Als Ergebnis separieren im Wesentlichen
vertikale Gräben die nicht geätzten Ga-polaren Streifen 54. Die
Seitenwände der Ga-polaren Streifen 54 sind nicht völlig vertikal,
da das Nassätzmittel langsam die Seitenwände der Ga-polaren GaN-Schichten
attackiert. Wässrige Lösungen mit höheren Konzentrationen an KOH
als 4 molar neigen dazu, bloßgelegte Seiten- und Endflächen der Ga-polaren
Streifen 54 zu erodieren. Die resultierende Struktur weist eine gemusterte
Ga-polare Schicht eines Gruppe III-Nitrids wie Strukturen 30,
30A und 30B der 2, 2A
und 2B auf.
7 veranschaulicht ein Verfahren 60 zum Fertigen
von GaN-Strukturen, die mechanisch gemustert werden, wie in den 1A,
1B, 2, 2A
und 2B. Das Verfahren 60 umfasst das Herstellen
eines planaren Saphir-Wachstumssubstrats (Schritt 62), das Wachsen und
Mustern einer Ga-polaritätsausrichtenden Schicht auf dem Substrat (Schritt
64) und das epitaxiale Wachsen einer polaritätsgemusterten GaN-Schicht
über der ausrichtenden Schicht (Schritt 66). Das Verfahren
60 umfasst auch das Nassätzen der GaN-Schicht, um mechanische Musterung
durch selektives Entfernen von GaN in den N-Phase-Bereichen zu produzieren (Schritt
68).
In Schritt 62 umfasst das Herstellen des Saphir-Wachstumssubstrats
das Reinigen einer Fläche der (0 0 0 1)-Ebene eines kristallinen Saphirsubstrats.
Das Reinigen umfasst das Waschen der Fläche für 1 Minute in einer wässrigen
Reinigungslösung. Das Mischen einer ersten wässrigen Lösung mit etwa
96 Gew.-% H2SO4 mit einer zweiten wässrigen Lösung
mit etwa 30 Gew.-% H2O2 produziert die wässrige Reinigungslösung.
Während des Mischens werden etwa 10 Volumenteile der ersten Lösung mit
einem Volumenteil der zweiten Lösung vereinigt. Das Reinigen umfasst auch das
Abspülen der gewaschenen Fläche mit entionisiertem Wasser und dann Schleudertrocknen
des Saphir-Wachstumssubstrats.
In Schritt 62 umfasst das Herstellen des Wachstumssubstrats
auch das Entgasen des Saphirsubstrats in der Pufferkammer eines Molekularstrahlepitaxie-(MBE)-systems
bei etwa 200 °C. Das Entgasen dauert an, bis der Kammerdruck unterhalb etwa
6,7 × 10–7 Pa (5 × 10–9 Torr) liegt.
Nach dem Entgasen wird das Saphirsubstrat in die Wachstumskammer des plasmaunterstützten
MBE-Systems transferiert.
In Schritt 64 umfasst das Wachsen und Mustern einer Ga-polaritätsausrichtenden
Schicht das Durchführen eines MBE-Wachstums einer AlN-Schicht auf dem Saphirsubstrat.
(Unterschritt 64a). Um das MBE-Wachstum durchzuführen, wird die Temperatur
der Wachstumskammer bei einer Geschwindigkeit von etwa 8 °C pro Minute auf
eine Endtemperatur von etwa 720 °C erhöht. Das Saphirsubstrat wird bei
einer einheitlichen Temperatur mit Hilfe einer 300 nm dicken Schicht aus Titan,
die auf der Rückseitenfläche aufgebracht ist, gehalten.
Das MBE-System wächst die AlN-Schicht zu einer Dicke von etwa
20 nm bis 30 nm. Diese dünne AlN-Schicht ist ausreichend dick, um die gesamte
bloßgelegte Fläche des Saphirsubstrats zu bedecken. In dem Molekularstrahlepitaxiesystem
Modell 32P, hergestellt von der Firma Riber aus 133 Boulevard National, Boite Postale
231, 92503 Rueil Malmaison, Frankreich, sind die Wachstumsbedingungen:
Al-Effusionszellentemperatur von etwa 1050 °C, Stickstoff-Strömungsgeschwindigkeit
von etwa 2 sccm und einer HF-Leistung von etwa 500 Watt (W).
In Schritt 64 umfasst das Bilden der gemusterten AlN-Schicht
12 das Durchführen eines MBE-Wachstums von etwa 50 nm an schützendem
GaN auf der bereits gewachsenen AlN-Schicht (Unterschritt 64b). Die GaN-Schicht
schützt das unterliegende AlN vor Oxidation während der anschließenden
Entfernung des Substrats aus der MBE-Wachstumskammer. Die Wachstumsbedingungen für
die GaN-Schicht ähneln denen für das MBE-Wachstum der AlN-Schicht, mit
der Ausnahme, dass die Temperatur in der Ga-Effusionszelle anstatt in der Al-Effusionszelle
erhöht wird. Während dieses Wachstums weist die Ga-Effusionszelle eine
Temperatur von etwa 1000 °C bis etwa 1020 °C auf.
Nach dem Abkühlen des Saphirsubstrats auf etwa 200 °C wird
die GaN/AlN-Schicht mit einer regelmäßigen Anordnung von Fenstern, die
gewählte Teile des Saphirsubstrats bloßlegen, lithographisch gemustert
(Unterschritt 64c). Der Musterungsschritt umfasst das Bilden einer Photoresistmaske
auf der GaN-Schicht und dann Durchführen eines herkömmlichen chlorbasierenden
Plasmaätzens, um nicht maskierte Teile der GaN/AlN-Schicht zu entfernen. Beispielhafte
Bedingungen für das Plasmaätzen sind: Leistung der HF-Quelle von etwa
300–500 Watt, Vorspannung der Quelle von 100 Volt bis 200 Volt, Chlor-Argon-Strömungsgeschwindigkeit
von etwa 10–25 sccm (wobei 20 % bis 50 % der Strömung Argon ist) und
ein Gasdruck von etwa 0,13 Pa (1 Millitorr) bis etwa 1,3 Pa (10 Millitorr). Das
Plasmaätzen produziert ein vorgewähltes Muster von GaN-bedeckten AlN-Bereichen.
Nach dem Plasmaätzen wird das Saphirsubstrat mit einem Muster
von GaN-bedeckten AlN-Bereichen in einer wässrigen Lösung von HCl gereinigt,
in entionisiertem Wasser abgespült und mit Stickstoff trocken geblasen. Diese
wässrige Reinigungslösung umfasst zwischen etwa 36,5 Gew.-% HCl und etwa
48 Gew.-% HCl. Die oben beschriebenen Schritte werden dann wieder verwendet, um
das Saphirsubstrat erneut in das MBE-System einzuführen.
In Schritt 66 umfasst das epitaxiale Wachsen einer GaN-Schicht
das Durchführen eines plasmaverstärkten MBE-Wachstums einer GaN-Schicht
zu einer Dicke von etwa 2 &mgr;m oder mehr. Während des MBE-Wachstums sind
die Systembedingungen: Ga-Effusionszellentemperatur von etwa 1000 °C bis etwa
1020 °C, Stickstoff-Strömungsgeschwindigkeit von etwa 2 sccm und HF-Leistung
von etwa 500 Watt (W). Während dieses Wachstums initiieren die GaN-bedeckten
AlN-Bereiche das Wachstum des Ga-polaren GaN und die bloßgelegten Bereiche
des Saphirsubstrats 10 initiieren das Wachstum des N-polaren GaN.
In Schritt 68 umfasst das anisotrope Nassätzen das Eintauchen
der GaN-Schicht und des Substrats in eine wässrige Lösung von KOH. Beispielhafte
Nassätzungen verwenden 1 bis 4 molare wässrige Lösungen von KOH und
Ätzzeiträume von etwa 15 Minuten bis 60 Minuten bei Temperaturen von 100
°C. Die Konzentration von KOH und die Ätzzeit bestimmen die qualitative
Form der resultierenden mechanischen Musterung, wie in den 4–6
veranschaulicht. Die Nassätzung entfernt selektiv GaN mit N-Polarität.
Dennoch können Nassätzungen mit basischeren wässrigen Lösungen
als 4 molares KOH die Endflächen der Ga-polaren Bereiche der ursprünglichen
GaN-Schicht erodieren.