Die Erfindung betrifft eine Anordnung zum Erzeugen eines 3D-Videosignals,
das einen 3D-Effekt erzeugt, wenn es auf einem Bildschirm angezeigt wird, aus einem
Eingangs-Videosignal, das sich aus Vollbildern zusammensetzt. Jedes Vollbild weist
ein ungeradzahliges Halbbild und ein geradzahliges Halbbild auf. Um den 3D-Effekt
zu erzeugen und das 3D-Videosignal zu erzeugen werden abwechselnd ein geradzahliges
Halbbild n und ein ungeradzahliges Halbbild n – 1 angezeigt. Anschließend
werden die jeweils nächsten Halbbilder, d.h. ein geradzahliges Halbbild n +
1 und ein ungeradzahliges Halbbild n, abwechselnd angezeigt. Natürlich kann
dieses Anzeigen auch in umgekehrter Weise erfolgen, d.h. zum Beispiel ein geradzahliges
Halbbild n – 1 und ein ungeradzahliges Halbbild n können sich abwechseln.
Im Fall eines solchen abwechselnden Anzeigens von zwei Halbbildern
aus zwei aufeinanderfolgenden Vollbildern ist der 3D-Effekt relativ klar, da sich
bewegende Objekte, die sich relativ nah an der Kamera befinden, eine höhere
Winkelgeschwindigkeit aufweisen als Objekte, die weiter entfernt sind. Im Ergebnis
werden sich bewegende Objekte optisch hervorgehoben und ein 3D-Effekt wird erzeugt.
Das US-Patent 5682437 offenbart eine Anordnung, die Halbbilder aus
zwei verschiedenen Vollbildern nutzt, um solch einen 3D-Effekt zu erzeugen.
Das US-Patent 5717416 offenbart ein Anzeigesystem, das einen 3D-Effekt
aus einem 2D-Signal erzeugt, indem ein Videostrom (ungeradzahlige oder geradzahlige
Halbbilder) bezogen auf den anderen verzögert wird.
Das US-Patent 5396890 offenbart die Nutzung eines Scankonverters zum
Erzeugen eines 3D-Stroms aus einem 2D-Strom, jedoch in einer anderen Weise als vorstehend
beschrieben.
Der Nachteil der bekannten Anordnungen zum Erzeugen eines 3D-Effekts
in herkömmlichen 2D-Videosignalen ist, dass, um den 3D-Effekt zu erzeugen,
erhebliche zusätzliche Hardware eingesetzt werden muss, einschließlich
zumindest einiger Halbbildspeicher.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Anordnung der vorgenannten
Art zu spezifizieren, die es im Hinblick auf Fernsehgeräte, die Scankonverter
umfassen, ermöglicht, die Komplexität der Erzeugung des 3D-Videosignals
erheblich zu reduzieren.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale von
Patentanspruch 1 gelöst. Vorteilhafte Ausführungsformen sind in den abhängigen
Ansprüchen ausgeführt.
Scankonverter sind in vielen Fällen in Fernsehgeräten vorgesehen,
um die Halbbildfrequenz zu verdoppeln oder zu erhöhen. Zum Beispiel wird ein
Videosignal mit einer Halbbildfrequenz von 50 Hz in ein Videosignal mit einer Halbbildfrequenz
von 100 Hz umgewandelt. Ein solcher 100-Hz-Scankonverter weist für diesen Zweck
eine Anzahl von Halbbildspeichern und Recheneinheiten auf.
Der erfindungsgemäßen Anordnung liegt die Idee zugrunde,
einen solchen Scankonverter, der in zahlreichen Fernsehgeräten sowieso vorgesehen
ist, zusätzlich zu nutzen, um das 3D-Videosignal zu erzeugen oder um den 3D-Effekt
in dem Videosignal zu erzeugen, das durch den Scankonverter auf der Ausgangsseite
geliefert wird. Insbesondere können die Halbbildspeicher, die in Scankonvertern
sowieso vorgesehen sind, zusätzlich für die geeignete Zwischenspeicherung
der Halbbilder zum Erzeugen des 3D-Effekts genutzt werden.
Scankonverter, die im so genannten Split-Screen-Modus zwei Signale
anzeigen können, weisen aufgrund ihres Ausbaus alle Mittel auf, die notwendig
sind, um zwei Videosignale unabhängig voneinander zu verarbeiten. Sie weisen
so zwei Signalpfade zum Verarbeiten von zwei Videosignalen auf. Diese Eigenschaft
wird bei der erfindungsgemäßen Anordnung genutzt, um die vorgenannten
Halbbildsequenzen getrennt voneinander auf den zwei Pfaden zu verarbeiten.
So werden die ungeradzahligen Halbbilder der Vollbilder auf einem
Pfad verarbeitet, und die geradzahligen Halbbilder der Vollbilder werden auf dem
anderen Pfad verarbeitet, und diese werden dann abwechselnd auf der Ausgangsseite
in der vorstehend beschriebenen Weise angezeigt. Bei einem Scankonverter, der zwei
Signale im Split-Screen-Modus anzeigen kann, ist zumindest ein Speicher für
Spezialfunktionen vorgesehen, wie zum Beispiel für Bewegungsschätzung,
Zeitfehlerausgleich oder ähnliche Funktionen. Eine der zwei Halbbildsequenzen
wird Halbbild für Halbbild in diesen Speicher eingelesen. Diese Sequenz von
Halbbildern wird so um eine gewünschte Zeitdauer verzögert, üblicherweise
um die Dauer eines Vollbilds. Der andere Pfad des Scankonverters verarbeitet jeweils
die andere Halbbildsequenz und liest die Letztgenannte in einen Konvertierungsspeicher
ein. Die Halbbildsequenz, die in den Spezialfunktionsspeicher eingelesen wurde,
wird aus dem Speicher gelesen und ebenfalls in denselben Konvertierungsspeicher
geschrieben. Somit befinden sich die zwei Halbbildsequenzen dann in dem Konvertierungsspeicher,
wobei eine Halbbildsequenz bezogen auf die andere Halbbildsequenz um einen gewünschten
Wert verzögert ist.
Bei Scankonvertern, die vorgesehen sind, um zwei Signale im Split-Screen-Modus
anzuzeigen, ist der Konvertierungsspeicher so konfiguriert, dass die zwei Signale
in einer horizontal um den Faktor 2 verkleinerten, d.h. komprimierten, Form in den
Konvertierungsspeicher geschrieben werden. Bei der erfindungsgemäßen Anordnung
werden die zwei Halbbilder wieder aus dem Konvertierungsspeicher gelesen und in
horizontaler Richtung um den Faktor 2 vergrößert, so dass beide Halbbilder
wieder in der normalen Größe vorliegen. Die Halbbilder können dann
abwechselnd in der vorstehend beschriebenen Weise angezeigt werden, indem sie in
der geeigneten Reihenfolge aus dem Konvertierungsspeicher gelesen werden.
Die erfindungsgemäße Anordnung nutzt das gesamte Hardwarepotenzial
eines Scankonverters, der zwei Signale im Split-Screen-Modus anzeigen kann. Zum
Erzeugen des 3D-Videosignals sind keine zusätzlichen Hardwareelemente erforderlich.
Die Veränderungen, die an einem Scankonverter vorgenommen werden müssen,
um ein solches Signal zum Umsetzen der erfindungsgemäßen Anordnung zu
erzeugen, beschränken sich auf Softwareänderungen.
Gemäß zwei Weiterentwicklungen der Erfindung nach Anspruch
2 und 3 weist die erfindungsgemäße Anordnung auf der Eingangsseite zwei
digitale Multistandard-Decoder auf, von denen einer die ungeradzahligen Halbbilder
verarbeitet und einer die geradzahligen Halbbilder verarbeitet.
Solche Multistandard-Decoder weisen auch Möglichkeiten zum Verkleinern/Vergrößern
der durch sie verarbeiteten Bildsequenzen auf.
Wie in Anspruch 2 beansprucht, wird derjenige der zwei Multistandard-Decoder,
der die Halbbilder direkt an den Konvertierungsspeicher liefert, auch genutzt, um
eine solche horizontale Verkleinerung/Vergrößerung um den Faktor 2 vorzunehmen,
so dass die durch diesen Multistandard-Decoder gelieferten Halbbilder dem Konvertierungsspeicher
in einer bereits um den Faktor 2 verkleinerten Form zugewiesen werden. Der andere
Multistandard-Decoder, der die andere Halbbildsequenz verarbeitet, nimmt eine solche
Verkleinerung nicht vor. Diese erfolgt erst, wenn die Daten aus dem Spezialfunktionsspeicher
gelesen und dann in den Konvertierungsspeicher eingelesen werden. Dies ist zu diesem
Zeitpunkt einfach möglich, da Scankonverter genügend Rechenkapazität
aufweisen, um diese Verkleinerung vorzunehmen.
Eine andere vorteilhafte Möglichkeit ist die in Anspruch 3 beanspruchte,
gemäß der die zwei Multistandard-Decoder jeweils genutzt werden, um die
durch sie gelieferten Halbbilder um den Faktor Zwei zu verkleinern. In diesem Fall
werden die Halbbilder auch in den Spezialfunktionsspeicher bereits in verkleinerter
Form geschrieben und dann unverändert aus diesem Speicher in den Konvertierungsspeicher
übertragen.
Bei beiden Lösungen nach Anspruch 2 oder 3 besteht kein zusätzlicher
Hardwarebedarf, da Scankonverter, die zum Verarbeiten von zwei Videosignalen geeignet
sind, zwei solche digitalen Multistandard-Decoder aufweisen.
Neben der Erzeugung des Videosignals mit einem 3D-Effekt in der vorstehend
beschriebenen Weise kann die erfindungsgemäße Anordnung zusätzlich
genutzt werden, um das Eingangs-Videosignal mit einer Halbbildfrequenz von 50 Hertz
in ein 3D-Videosignal mit einer Halbbildfrequenz von 100 Hertz umzuwandeln. Die
vorgenannten Halbbildsequenzen werden bei dem Vorgang verdoppelt; zum Beispiel werden
ein Halbbild n, ein Halbbild n – 1, ein Halbbild n und ein Halbbild n –
1 in dieser Reihenfolge angezeigt. Die jeweils nächsten Halbbilder werden dann
ebenfalls zweimal abwechselnd angezeigt.
Die Erfindung wird unter Bezugnahme auf Beispiele von Ausführungsformen
näher beschrieben, die in der Zeichnung gezeigt sind, auf welche die Erfindung
jedoch nicht beschränkt ist.
Die einzige Figur zeigt in Form eines Blockschaltbilds eine erfindungsgemäße
Anordnung zum Erzeugen eines 3D-Videosignals aus einem herkömmlichen Eingangs-Videosignal.
Das in der Figur mit VE bezeichnete Eingangs-Videosignal
kann ein herkömmliches Videosignal mit einer Halbbildfrequenz von 50 Hertz,
zum Beispiel nach dem PAL-Standard, sein.
Bei der erfindungsgemäßen Anordnung wird dieses Signal in
ein 3D-Videosignal umgewandelt, das in der Figur mit V3D bezeichnet ist.
Zusätzlich verdoppelt die erfindungsgemäße Anordnung die Halbbildfrequenz,
so dass das 3D-Videosignal eine Halbbildfrequenz von 100 Hertz aufweist. Die Ausführungsformen
sind 100-Hz-Scankonverter. Scankonverter, die eine andere Halbbildfrequenz erzeugen,
zum Beispiel 75 Hz, können auf Wunsch ebenfalls eingesetzt werden.
Die erfindungsgemäße Anordnung weist auf der Eingangsseite
zwei digitale Multistandard-Farbdecoder 1 und 2 auf, die auf der
Ausgangsseite jeweils einen Halbbildstrom TB1 und TB2 liefern.
Einer der digitalen Multistandard-Farbdecoder liefert jeweils die
geradzahligen Halbbilder und einer die ungeradzahligen Halbbilder. Im nachfolgenden
Text wird angenommen, dass der erste digitale Multistandard-Farbdecoder in der Halbbildsequenz TB1
die jeweils ungeradzahligen Halbbilder des Eingangs-Videosignals VE liefert
und der zweite digitale Multistandard-Farbdecoder 2 in seiner Ausgangs-Halbbildsequenz
TB2 die jeweils geradzahligen Halbbilder des Eingangs-Videosignals VE
liefert.
Die Anordnung weist einen 100-Hz-Scankonverter auf, der aus Schaltkreisblöcken
3 und 5 besteht, die vorgesehen sind, um ein 100-Hertz-Signal
zu erzeugen. Dieser 100-Hz-Scankonverter kann für weitere Zwecke vorgesehen
sein, wie zum Beispiel Bewegungsschätzung und Bewegungskorrektur, Zoomen von
Bildern, Flimmerkorrektur oder dergleichen. 100-Hz-Scankonverter, die vorgesehen
sind, um zwei Bildsignale im Split-Screen-Modus anzuzeigen, bei dem zwei Signale
nebeneinander in horizontal versetzter Form angezeigt werden, weisen zwei Signalpfade
für die unabhängige Verarbeitung von zwei Signalen auf. Diese Eigenschaft
wird bei der erfindungsgemäßen Anordnung genutzt, um die zwei Halbbildströme
TB1 und TB2 zu verarbeiten.
Weiterhin werden die Speicher, die in dem 100-Hz-Scankonverter sowieso
vorgesehen sind, die in der Figur mit 4 und 6 bezeichnet sind,
ebenfalls genutzt, um den 3D-Effekt zu erzeugen.
Im ersten Schaltkreisblock 3 des 100-Hz-Scankonverters befindet
sich ein Speicher 4, der normalerweise für Spezialfunktionen vorgesehen
ist, die mittels des 100-Hz-Scankonverters erzeugt werden. Der zweite Halbbildstrom
TB2, der durch den zweiten digitalen Multistandard-Farbdecoder
2 geliefert wird, wird in diesen Spezialfunktionsspeicher 4 eingelesen.
Im Schaltkreisblock 5 des 100-Hz-Scankonverters befindet
sich ein Speicher 6, der als Konvertierungsspeicher genutzt wird und in
den zwei Halbbilder so eingelesen werden können, dass sie während des
normalen Betriebs des 100-Hz-Scankonverters im vorstehend beschriebenen Split-Screen-Modus
angezeigt werden können. Bei der erfindungsgemäßen Anordnung wird
dieser Konvertierungsspeicher 6 auch genutzt, um zwei Halbbilder zu speichern.
Der erste digitale Multistandard-Farbdecoder 1 liefert die
Halbbildsequenz TB1, bestehend aus den ungeradzahligen Halbbildern der
Vollbilder, in einer bereits horizontal um den Faktor 2 verkleinerten, d.h. komprimierten,
Form. Die Halbbilder werden in dieser verkleinerten Form in den Konvertierungsspeicher
6 geschrieben.
Die Halbbilder des zweiten Halbbildstroms TB2, die zunächst
unkomprimiert in dem Spezialfunktionsspeicher 4 gespeichert werden, werden
ebenfalls horizontal um den Faktor 2 verkleinert, d.h. komprimiert, nachdem sie
aus dem Speicher 4 gelesen wurden und bevor sie in den Konvertierungsspeicher
6 geschrieben werden. Danach sind jeweils zumindest zwei Halbbilder in
dem Konvertierungsspeicher 6 verfügbar. Da der Halbbildstrom TB2
bezogen auf den Halbbildstrom TB1 um die Dauer eines Vollbildes verzögert
ist, sind jeweils ein ungeradzahliges Halbbild eines Vollbilds n und ein geradzahliges
Halbbild eines Vollbilds n – 1 oder n + 1 in dem Konvertierungsspeicher
6 verfügbar. In jedem Fall befinden sich dann zwei Halbbilder in dem
Konvertierungsspeicher, wobei die zwei Halbbilder zu aufeinanderfolgenden Vollbildern
gehören, d.h. nicht zu demselben Vollbild. Aufgrund dieser Auswahl der Halbbilder
wird der vorstehend beschriebene 3D-Effekt verstärkt, da in dieser Weise Bewegungen,
die in der zwischen den Halbbildern verstrichenen Zeit aufgetreten sind, in einer
verstärkten Weise hervorgehoben werden.
Die Halbbilder befinden sich jetzt in dem Konvertierungsspeicher
6, jedoch noch in komprimierter Form, wie dies normalerweise für den
Split-Screen-Modus vorgesehen ist. Da jedoch die Halbbilder sequenziell in voller
Größe auf dem Bildschirm angezeigt werden sollen, werden die Halbbilder
wiederum den Faktor 2 in horizontaler Richtung vergrößert, wenn sie aus
dem Konvertierungsspeicher 6 gelesen werden. Dies kann mittels eines weiteren
Schaltkreisblocks 7 erfolgen, der normalerweise zum Beispiel für die
Anzeige im Split-Screen-Modus vorgesehen sein kann. Die in dieser Weise vergrößerten
Bilder werden in korrekter Konvergenz bezogen aufeinander, d.h. an derselben Position,
erzeugt. Das so verarbeitete Videosignal wird auf der Ausgangsseite als 3D-Signal
V3D geliefert. Gleichzeitig kann eine 100-Hz-Scankonvertierung vorgenommen
werden, so dass die in dem Konvertierungsspeicher 6 gespeicherten zwei
Halbbilder abwechselnd zweimal in dem 3D-Videosignal V3D erscheinen.
Die erfindungsgemäße Anordnung, wie in der Figur gezeigt,
kann auch so konfiguriert sein, dass nicht nur der erste digitale Multistandard-Farbdecoder
1, sondern auch der zweite digitale Multistandard-Farbdecoder
2 eine Verkleinerung des an ihn gelieferten Halbbildstroms TB2
vornimmt. In diesem Fall werden die in den Spezialfunktionsspeicher 4 eingelesenen
Halbbilder in diesen Speicher 4 ebenfalls in einer bereits horizontal um
den Faktor 2 verkleinerten Form eingelesen. Die Verkleinerung zwischen dem Vorgang
des Lesens aus dem Speicher 4 und dem Vorgang des Einlesens in den Konvertierungsspeicher
6 ist dann nicht notwendig.
Die erfindungsgemäße Anordnung nutzt so einen 100-Hz-Scankonverter,
um ein 3D-Signal zu erzeugen, wobei keine Hardwareveränderungen an dem 100-Hz-Scankonverter
notwendig sind. Die Veränderungen beschränken sich vielmehr auf eine geeignete
Softwareanpassung.