TECHNISCHES GEBIET
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Pumpe des rotationsdynamischen
Typs, die mindestens ein Laufrad aufweist, das in einem Pumpengehäuse angeordnet
ist, und die von einem Elektromotor angetrieben wird.
HINTERGRUND DER ERFINDUNG
Pumpen der vorstehend genannten Art lassen sich grob in zwei Klassen
einteilen: Zentrifugalpumpen und Axialpumpen.
Die Zentrifugalpumpe besitzt ein Laufrad bestehend aus einer Nabe
und mindestens einer Abdeckscheibe mit einer Anzahl von an der Nabe angeordneten
Schaufeln, wobei es sich hierbei um ein sogenanntes offenes Laufrad handelt. Ein
sogenanntes geschlossenes Laufrad ist mit zwei Abdeckscheiben und dazwischen angeordneten
Schaufeln ausgebildet. Die Flüssigkeit wird in beiden Fällen in Axialrichtung
im Zentrum des Laufrads angesaugt und verlässt das Laufrad an der Peripherie
in erster Linie in Tangentialrichtung.
Die Axialpumpe unterscheidet sich von der vorstehend genannten Zentrifugalpumpe
dadurch, dass die Flüssigkeit die Pumpe in erster Linie in Axialrichtung verlässt.
Diese Umlenkung erfolgt mit Hilfe einer Anzahl von Führungsschienen, die strömungsabwärts
in dem Pumpengehäuse angeordnet sind. Die Führungsschienen dienen normalerweise
auch als Abstützelemente in der Konstruktion des Pumpengehäuses.
Beim Pumpen von verunreinigten Flüssigkeiten, wie z.B. Abwasser,
Wasser in Minen, an Baustellen usw., wird der Pumpvorgang häufig durch die
Verschmutzungen beeinträchtigt. Dies kann ein Zusetzen der Pumpenlaufräder
und der Pumpengehäuse verursachen und häufig auch zu einem beträchtlichen
Verschleißproblem führen.
Beim Pumpen von Abwasser, das längliche Gegenstände, wie
z.B. Fetzen, enthalten kann, gibt es verschiedene Verfahren zum Lösen des Problems.
Ein offenes Pumpenlaufrad mit nur einer Abdeckscheibe ist dann bevorzugt, doch selbst
dann können noch Maßnahmen von außen erforderlich sein. Eine solche
Maßnahme kann darin bestehen, das Pumpenlaufrad in bestimmten Intervallen rückwärts
laufen zu lassen. Eine weitere besteht in der Anordnung von irgendeiner Art von
Schneideinrichtung vor dem Zugang. Die US 5 516 261
offenbart ein offenes Pumpenlaufrad zum Pumpen von Abwasser, bei dem der Boden des
Pumpengehäuses mit einer spiralig ausgebildeten Nut versehen ist, die Verunreinigungen
in Richtung auf die Peripherie nach außen führt, wo diese weniger Schaden
hervorrufen können.
Bei Pumpvorgängen, bei denen große Hubhöhen erforderlich
sind, wie z.B. ein Minen, werden geschlossene Pumpenlaufräder verwendet, d.h.
solche mit zwei Abdeckscheiben sowie mit einer oberen und einer unteren sowie zwischengeordneten
Schaufeln. Derartige Schaufeln weisen bei großen Druckhöhen allgemein
gesagt eine höhere Effizienz auf als offene Laufräder. Andererseits haben
geschlossene Laufräder eine geringere Durchführung, wobei dies ein höheres
Risiko für ein Zusetzen bedeutet.
Die Verunreinigungen, die bei Pumpvorgängen in Minen vorhanden
sind, beinhalten häufig Elemente aus Material mit hohen Abriebeigenschaften,
so dass das Material sowohl des Pumpenlaufrads als auch des Pumpengehäuses
hohen Belastungen ausgesetzt ist. Diese Probleme lassen sich zum Teil durch eine
spezielle Oberflächenbehandlung oder durch Härten der verschiedenen Komponenten
lösen, doch selbstverständlich ist es erwünscht, dass die Abrieb
verursachenden Partikel das Pumpengehäuse schnellstmöglich verlassen,
um unnötigen Verschleiß zu vermeiden. Weiterhin ist die Geometrie der
Teile, die für die Pumpfunktion wichtig sind, zum Reduzieren von Verschleiß
von zentraler Bedeutung.
KURZBESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht in der Schaffung einer
Lösung hinsichtlich des Verschleißproblems durch eine bestimmte Ausbildung
des Bodens des Pumpengehäuses.
Gemäß einem Hauptgesichtspunkt der Erfindung wird diese
Aufgabe durch eine Vorrichtung gelöst, wie sie im Anspruch 1 angegeben ist.
Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
Gemäß einem Hauptgesichtspunkt zeichnet sich die Erfindung
aus durch eine Zentrifugalpumpe zum Pumpen von Flüssigkeiten, die Verunreinigungen
in erster Linie in Form von festen Stoffen enthalten, wobei die Pumpe eine Antriebseinheit
und eine Hydraulikeinheit aufweist, wobei die Hydraulikeinheit ein Pumpengehäuse
und ein Pumpenlaufrad aufweist, das im Inneren des Gehäuses drehbar angeordnet
ist, wobei das Pumpenlaufrad eine obere und eine untere Abdeckscheibe und eine Anzahl
zwischengeordneter Schaufeln aufweist, wobei eine Bodenwand des Pumpengehäuses,
die eine zentrale Einlassöffnung aufweist, mit wenigstens einer vorzugsweise
spiralig verlaufenden, ein Zurückströmen unterbindenden Einrichtung auf
der der unteren Abdeckscheibe gegenüberliegenden Seite ausgebildet ist,
die sich in teilweisen oder in vollständigen Windungen um die Einlassöffnung
herum erstreckt.
Die ein Zurückströmen unterbindende Einrichtung kann in
Form von Nuten und/oder Rippen in bzw. auf der Bodenwand ausgebildet sein.
Ferner bildet ein in Richtung auf den Einlass weisender Wandbereich
der ein Zurückströmen unterbindenden Einrichtung mit der Ebene der Bodenwand
einen Winkel, der vorzugsweise im Bereich von 85 bis 95 Grad liegen sollte.
Die ein Zurückströmen unterbindende Einrichtung gemäß
der Erfindung bewirkt ein Unterbinden des Rückstroms, der Verunreinigungen
enthält, und ein Eintreten von diesem in den Raum zwischen dem Laufrad und
der Bodenwand, so dass ein Erreichen des Spalts durch die Verunreinigungen, wie
z.B. Abrieb verursachende Partikel, in großem Umfang verhindert ist oder die
Menge zumindest stark reduziert ist. Der größte Teil der Partikel tritt
in die Nuten oder den Raum zwischen den Rippen ein, und aufgrund der spiraligen
Formgebung werden die Partikel zu der Peripherie der Bodenplatte befördert
und durch den Auslass ausgeleitet.
Man hat festgestellt, dass die Distanz zwischen der oberen Oberfläche
der Rippen oder dem Plateau zwischen den Nuten sowie der unteren Abdeckscheibe in
dem angegebenen Bereich liegen sollte. Eine zu große Distanz führt nicht
zu der Entstehung der gewünschten Wirkung, und ein zu schmaler Spalt erhöht
die Geschwindigkeit des Rückstroms, wodurch die Wirkung beeinträchtigt
wird.
Ferner hat es sich gezeigt, dass eine ziemlich steile rückwärtige
Oberfläche eine gesteigerte Wirkung hat, indem möglicherweise eine größere
Störung in dem Rückstrom erzeugt wird.
Diese und weitere Gesichtspunkte und Vorteile der vorliegenden Erfindung
erschließen sich aus der nachfolgenden ausführlichen Beschreibung sowie
aus den Begleitzeichnungen.
AUSFÜHRLICHE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
In der nachfolgenden ausführlichen Beschreibung der Erfindung
wird auf die Begleitzeichnungen Bezug genommen; in diesen zeigen:
1 einen Axialschnitt durch eine erfindungsgemäße
Pumpe,
2 ein Detail des markierten Bereichs der
1,
3 eine Modifizierung des Details der 2,
und
4 eine Darstellung des Bodens des Pumpengehäuses,
gesehen von oben.
AUSFÜHRLICHE BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
Die in 1 dargestellte Pumpe weist eine
Antriebswelle 10 auf, die mit einem Elektromotor (nicht gezeigt) zum Betreiben
der Pumpe verbunden ist. An dem unteren Ende der Welle ist ein Pumpenlaufrad
12 angebracht, das eine obere 14 und eine untere Abdeckscheibe
16, Schaufeln 18 sowie rückwärtige Schaufeln
19 aufweist. Die vorstehend genannten Komponenten sind in einem Pumpengehäuse
20 angebracht, das eine Bodenwand 22, einen Einlass
24 und einen Auslass 26 aufweist. Das Pumpenlaufrad
12 ist in dem Pumpengehäuse 20 derart angebracht, dass ein
Spalt 28 zwischen der Umfangsfläche der unteren Abdeckscheibe
16 und einer inneren Seitenwand des Pumpengehäuses 20 vorhanden
ist, ein Raum 29 zwischen der unteren Scheibe und der Bodenwand vorhanden
ist sowie ein Spalt 30 zwischen einer unteren Oberfläche der unteren
Abdeckscheibe 16 und einer oberen Oberfläche der Bodenwand
22 vorhanden ist.
Entsprechend den Prinzipien einer Zentrifugalpumpe wird die Flüssigkeit
durch den Einlass 24 axial eingesaugt und sie verlässt die Pumpe durch
den Auslass 26 gemäß den Strömungspfeilen A, B und C. Da
der Druck am Auslass viel höher ist als am Einlass, kommt es stets dazu, dass
ein gewisser Strom D durch den Spalt 28 zurückströmt und in den
Raum 29 zwischen der unteren Abdeckscheibe 16 und dem Boden
22 des Pumpengehäuses strömt. Ein Teil dieses Stroms E strömt
durch den Spalt 30 zurück zu dem Einlass, während ein Teil des
Stroms F an der Unterseite der Abdeckscheibe 16 in Form einer sogenannten
Grenzflächenströmung wieder nach außen geleitet wird. Eine Grenzflächenströmung
ist auch entlang der Bodenwand vorhanden, ist jedoch nach innen gerichtet.
Der Rückstrom D erzeugt Verluste und führt auch dazu, dass
Verunreinigungen, Abrieb hervorrufende Partikel und dergleichen sich unter der Abdeckscheibe
ansammeln, da Partikel mit einer bestimmten Größe den Spalt
30 nicht passieren können. Dieses Ansammeln von Partikeln führt
dann zu Verschleiß gegenüber dem Pumpenlaufrad sowie gegenüber dem
Boden des Pumpengehäuses während des Betriebs der Pumpe. In den Spalt
30 eintretende Partikel wirken wie Schleifpartikel, die an den Oberflächen
des Spalts starken Verschleiß hervorrufen. Dies kann in kurzer Zeit zu einer
beträchtlichen Beeinträchtigung der Pumpenkapazität führen,
da der Spalt durch Verschleiß größer wird.
Damit gewährleistet werden kann, dass in den Raum 29
zwischen der unteren Abdeckscheibe und der Bodenwand eingetretene, Abrieb hervorrufende
Partikel nach außen in Richtung auf die Peripherie befördert werden, um
weiter in Richtung auf den Pumpenauslass transportiert zu werden, ist die Bodenwand
des Pumpengehäuses, die der unteren Oberfläche der unteren Abdeckscheibe
des Laufrads gegenüberliegt, mit einer oder mehreren angestellten, eine Strömung
unterbindenden Einrichtungen ausgebildet, die bei dem Ausführungsbeispiel in
Form von spiraligen Nuten 32 dargestellt sind, die durch Rippen getrennt
sind. Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel verlaufen die Nuten in mehreren
Windungen spiralig um die Einlassöffnung 24. Die eine Strömung
unterbindenden Einrichtungen sind derart angestellt, dass die radiale Distanz r
von dem Zentrum in Rotationsrichtung Rd des Laufrads größer
wird, wie dies in 4 zu sehen ist.
Die Nuten haben Einfluss auf die Hauptströmung D und die in der
Strömung enthaltenen Partikel, und zwar in einer derartigen Weise, dass das
in den Raum eintretende Wasservolumen aufgrund der Rotation des Laufrads in Tangentialrichtung
bewegt wird, wobei das Wasservolumen die angestellten, eine Strömung unterbindenden
Einrichtungen entlangbewegt wird. Dieser Vorgang führt dazu, dass die Partikel
in dem Wasser in den Nuten zwischen den Rippen in Rotationsrichtung bewegt werden
und die Verunreinigungen aufgrund der angestellten, vorzugweise spiraligen Formgebung
der Nuten die Nuten entlangbefördert werden und durch den Auslass nach außen
befördert werden oder zumindest an einem Ansammeln in dem Spalt gehindert werden.
Aufgrund der vorliegenden Erfindung wird die radiale Komponente der Grenzflächenströmung
entlang der Bodenwand unterbunden, so dass diese mehr in Tangentialrichtung gerichtet
ist und auf diese Weise auch eine Bewegung des Teils des Wasservolumens in dem Boden
der Nuten in Richtung der angestellten, ein Zurückströmen unterbindenden
Einrichtungen unterbunden ist.
Bei Versuchen gab es verschiedene Faktoren, die den Prozess in dem
Spalt scheinbar unterbinden, durch die auch das Ausmaß des Wasservolumens in
den Nuten unterbunden wird. Zum Beispiel hat scheinbar die Distanz d,
2, zwischen der unteren Oberfläche der unteren
Abdeckscheibe und den oberen Oberflächen der Rippen zwischen den Nuten scheinbar
einen Einfluss. Tests haben ein gutes Resultat bei dem Prozess gezeigt, wenn die
Distanz d in dem Bereich von 1/3 bis 2/3 der Distanz zwischen dem Boden der Nuten
und der unteren Oberfläche der unteren Abdeckscheibe liegt, wobei dies jedoch
nicht als die Erfindung einschränkend zu verstehen ist. Zum Beispiel könnte
die Distanz auch kleiner sein, wenn die Toleranzen des Laufrads und der Bodenwand
enger sind oder wenn die Bodenwand oder zumindest die Rippen aus einem federnd nachgiebigen
Material, wie z.B. Gummi, hergestellt sind, das im Gebrauch eine gewisse Berührung
zwischen den Teilen zulässt. Die Tiefe der Nuten und die Distanz zwischen den
Rippen und somit das Volumen in den Nuten müssen berücksichtigt werden,
damit der Prozess vorzugsweise auf das gesamte Wasservolumen Einfluss nimmt.
Der Anstellwinkel &agr; der spiraligen Rippen hat ebenfalls Einfluss
beim Unterbinden der Strömungsrichtung und beim Transport von Partikeln in
die Nuten. Es sollte im Prinzip möglich sein, gerade Kanten der eine Strömung
unterbindenden Einrichtung mit einem Winkel zu der Radialrichtung zu haben, obwohl
diese Ausbildung für den Transport von Partikeln in Richtung auf die Peripherie
des Laufrads nicht optimal ist.
Die rückwärtigen Oberflächen der Rippen haben ebenfalls
Einfluss auf den Prozess, und Tests haben gezeigt, dass ein Winkel &bgr; zwischen
der rückwärtigen Oberfläche und einer zu dem Boden des Pumpengehäuses
parallelen Ebene vorzugsweise im Bereich von 85 bis 95 Grad liegen sollte, s.
2. Für einige Arten von Laufrädern jedoch,
wie z.B. solchen mit konischer Formgebung und einer entsprechenden Formgebung der
Bodenwand, s. 3, lässt sich dieser Bereich nicht
erzielen, zumindest nicht mit einer Metallguss-Bodenwand. Tests haben jedoch ein
zufriedenstellendes Resultat bei einer Ausbildung gemäß 3
gezeigt. Wenn die Bodenwand gemäß 3 oder
zumindest die eine Strömung unterbindende Einrichtung aus einem federnd nachgiebigen
Material hergestellt ist, könnten die Rippen mit einem Winkel gemäß
dem vorstehend genannten Bereich gegossen werden.
Mit der richtigen Ausbildung der Rippen und der Nuten lässt sich
ein Trennungseffekt erzielen, der zu weniger und kleineren Partikeln im Vergleich
zu der restlichen Flüssigkeit führt, wobei dies wiederum weniger Verschleiß
bedeutet. In Anbetracht des Vorstehenden kann es sich bei der eine Strömung
unterbindenden Einrichtung entweder um Nuten, die in die Bodenplatte spanend eingebracht
oder durch Gießen gebildet sind, oder um Rippen handeln, die an der Bodenplatte
angebracht oder durch Gießen gebildet sind. Je nach Ausbildung der Bodenplatte
können die Rippen oder Nuten unterschiedlich ausgebildet sein. Die in der Zeichnung
dargestellte Bodenplatte ist mit einer integralen, ein Zurückströmen unterbindenden
Einrichtung ausgebildet, doch selbstverständlich könnte die ein Zurückströmen
unterbindende Einrichtung auch als separates Teil ausgebildet sein, das in einer
geeigneten Weise an der Bodenwand angebracht ist. Zum Steigern des Effekts kann
die untere Abdeckscheibe mit rückwärtigen Schaufeln ausgebildet sein,
die in Richtung auf die Bodenwand gedreht sind, die die Nuten/Rippen enthält.
Solche rückwärtigen Schaufeln stellen jedoch einen gewissen
Energieverlust dar und werden daher nur unter besonders schwierigen Bedingungen
eingesetzt.
Es versteht sich, dass das vorstehend beschriebene und in den Zeichnungen
dargestellte Ausführungsbeispiel als nicht einschränkendes Beispiel der
Erfindung zu betrachten ist und dass dieses im Umfang der Patentansprüche in
verschiedenartigster Weise modifiziert werden kann.