Die vorliegende Erfindung betrifft einen Sicherheitsgurtaufroller.
Allgemein umfasst ein Sicherheitsgurtaufroller eine Haspel oder Spule
mit einem kreisförmigen Querschnitt. Das Sicherheitsgurtband ist an der Spule
angebracht und um sie gewickelt und die Spule ist auf einer Spulenachse montiert,
so dass sie im Aufroller zum Aufrollen von Gurtband durch die Wirkung einer Aufrollerfeder
und zum Ausziehen von Gurtband unter dem Einfluss von relativ sanfter vorwärtsgerichteter
Bewegung eines Fahrzeuginsassen drehbar ist, um zum Beispiel mit dem Sitzen im Fahrzeug
assoziierte normale Bewegungen wie das Greifen nach vom zum Aktivieren eines Radios
oder Fensterhebers oder zum Erreichen eines Handschuhfachs oder einer Aufnahme in
einer Tür zuzulassen. Bei einer Kollision aktiviert die extremere Bewegungsenergie
des Fahrzeuginsassen einen Kollisionssensor, der die Spule gegen Drehung sperrt
und dadurch die Vorwärtsbewegung des Fahrzeuginsassen und Verletzung aufgrund
des Zusammenprallen des Fahrzeuginsassen mit dem Innenaufbau des Fahrzeugs verhindert.
Dieses plötzliche Blockieren der Sicherheitsgurtspule bei einer
Kollision an sich kann aber aufgrund des plötzlichen Aufprallen des Körpers
auf das Gurtband manchmal schon eine Verletzung des Fahrzeuginsassen verursachen.
Dies trifft besonders auf schwere Unfälle zu. In jüngerer Zeit wurde dieses
Problem erkannt und einige Lösungen wurden vorgeschlagen.
Bin bekanntes System ist das Bewirken von Kraftbegrenzung durch Zwischenlegen
eines plastisch oder elastisch verformbaren Elements in den Kraftweg. Zum Beispiel
kann ein Drehstab in die Spule eingebaut werden. Ein Drehstab ist aus Stahl hergestellt,
der sich verdreht, wenn ein hohes Drehmoment auf ihn ausgeübt wird, und sich
sieben oder acht Mal drehen kann, während er intakt bleibt. Er ist mit beiden
Enden einer geteilten Spule verbunden. Ein Ende der Spule wird von einem Sperr-Ring
gegen Drehung festgehalten, in den eine tragende Sperrklinke eingreift, wenn ein
Kollisionssensor Gefahr anzeigt. Das andere Ende der Spule wird durch seine Verbindung
mit dem Sperr-Ring über den Drehstab am Drehen gehindert, aber wenn die Kollisionkräfte
ein vorbestimmtes Niveau überschreiten, verdreht sich der Drehstab und erlaubt
ein begrenztes kontrolliertes weiteres Ausziehen von Gurtband, allgemein im Verhältnis
zur Bewegungsenergie des Fahrzeuginsassen in dem Augenblick, in dem ein Kollisionszustand
erfasst wird. Dieses Ausziehen verringert die ansonsten erheblichen Rückhaltekräfte
auf den Fahrzeuginsassen bei hoher Geschwindigkeit, besonders während der anfänglichen
Augenblicke einer Kollision.
Drehstäbe sind aber komplex und kostspielig herzustellen und
lassen sich nicht leicht an verschiedene Bedingungen anpassen, wie z.B. verschiedene
Fahrzeugeigenschaften oder verschieden große und schwere Fahrzeuginsassen.
Bin weiterer Sicherheitsgurtaufroller ist aus US
6216972 B1 bekannt, das alle Merkmale des Oberbegriffs von Anspruch 1 offenbart.
Dieser Sicherheitsgurtaufroller hat einen relativ komplizierten Aufbau.
Es besteht ein Bedarf an einem weniger kostspieligen und weniger komplexen
Lastbegrenzungssystem.
Der vorliegenden Erfindung gemäß ist ein Sicherheitsgurtaufroller
vorgesehen, der Folgendes umfasst: eine rotationsfähig im Aufroller montierte
Spule zum Aufrollen oder Ausziehen von Sicherheitsgurtband in Abhängigkeit
von der Drehrichtung der Spule; einen an einem Ende der Spule angebrachten Sperr-Ring;
ein Mittel zum Sperren des Sperr-Rings gegen Drehung, wenn ein Aufprall erfasst
wird; und ein Kraftbegrenzungsmittel, das weiteres Ausziehen des Sicherheitsgurtbandes
zulässt, nachdem der Sperr-Ring unter dem Einfluss der Vorwärtsbewegung
eines Fahrzeuginsassen blockiert hat, dadurch gekennzeichnet, dass das Kraftbegrenzungsmittel
ein Stück Draht umfasst, das an einem Ende von entweder der Spule oder dem
Sperr-Ring angebracht ist und in einer von dem genannten einen Ende beabstandeten
Entfernung auf einen Stift aufgewickelt ist, der jeweils umgekehrt an dem Sperr-Ring
bzw. der Spule befestigt ist, so dass der Draht unter dem Einfluss von Aufprallkräften
über einem vorbestimmten Wert um den Stift gezogen wird.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
1 ist eine isometrische Darstellung eines Teils eines
Sicherheitsgurtaufrollers gemäß dem Stand der Technik.
2 ist eine isometrische Darstellung, teilweise im Schnitt,
eines Teils des Sicherheitsgurtaufrollers von 1, der
eine erste Ausgestaltung eines Lastbegrenzungsmechanismus vor der Lastbegrenzung
beinhaltet.
3 ist eine isometrische Darstellung, teilweise im Schnitt,
eines Teils des Sicherheitsgurtaufrollers von 1, der
eine erste Ausgestaltung eines Lastbegrenzungsmechanismus nach der Lastbegrenzung
beinhaltet.
4 ist eine Draufsicht, die den Lastbegrenzungsmechanismus
von 2 und 3 vor der
Lastbegrenzung detaillierter darstellt.
5 ist eine Draufsicht, die den Lastbegrenzungsmechanismus
von 2 und 3 nach der Lastbegrenzung
detaillierter darstellt.
6 ist eine auseinandergezogene isometrische Darstellung
eines Sicherheitsgurtaufrollers gemäß einer zweiten Ausgestaltung der
Erfindung.
7 ist eine isometrische Darstellung, teilweise im Schnitt,
eines Teils des Sicherheitsgurtaufrollers von 6 vor
der Lastbegrenzung.
8 ist eine isometrische Darstellung, teilweise im Schnitt,
eines Teils des Sicherheitsgurtaufrollers von 6 nach
der Lastbegrenzung.
9 ist eine detailliertere Draufsicht des Lastbegrenzungsmechanismus
der 6 bis 8 vor der Lastbegrenzung.
10 ist eine detailliertere Draufsicht des Lastbegrenzungsmechanismus
der 6 bis 8 vor der Lastbegrenzung.
11 ist eine isometrische Darstellung, teilweise im
Schnitt, eines Teils des Sicherheitsgurtaufrollers gemäß einer dritten
Ausgestaltung der Erfindung nach der Lastbegrenzung.
12 ist eine Draufsicht des Lastbegrenzungsmechanismus
von 11 nach der Lastbegrenzung.
13 illustriert eine weitere alternative Wicklungsanordnung.
14 illustriert noch eine weitere alternative Wicklungsanordnung.
15 illustriert noch eine weitere alternative Wicklungsanordnung
vor der Lastbegrenzung.
16 illustriert noch eine weitere alternative Wicklungsanordnung
während der Lastbegrenzung.
17 ist ein Diagramm der Last im Verhältnis zur
Verschiebung für die Ausgestaltung der 15 und
16.
AUSFÜHRLICHE BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
Die Lastbegrenzungsanordnung der vorliegenden Erfindung kann in einem
traditionellen Sicherheitsgurtaufroller verwendet werden, der fachkundigen Personen
gut bekannt ist. Ein derartiger Sicherheitsgurtaufroller wird in 1
allgemein dargestellt und umfasst eine zylindrische Aufrollerspule 1, die
rotationsfähig in einem Rahmen 8 montiert ist zum Aufrollen oder Ausziehen
von Sicherheitsgurtband (nicht abgebildet).
Bei einer Kollision aktiviert ein Sensor einen Sperrmechanismus zum
Bewegen eines Sperrstücks 10, sodass es mit den Zähnen eines
an einem Ende der Spule 1 befestigten Sperr-Rings 3 in Eingriff
kommt, vorbehaltlich weiterer Bewegung aufgrund von Lastbegrenzungsanordnungen.
Dies verhindert die Drehung der Spule. Das andere Ende der Spule 1 ist
mit einem Aufrollfedermechanismus (nicht abgebildet) verbunden, der eine Schraubenfeder
vom Uhrfedertyp umfasst, die die Spule 1 auf einen Gurtaufrollzustand vorspannt.
Eine Lastbegrenzungsanordnung gemäß der vorliegenden Erfindung
umfasst einen Draht 4, der zwischen dem Sperr-Ring 3 und der Spule
1 eingesetzt ist, zum Beispiel zwischen dem Sperr-Ring 3 und einer
Spulenspindel 20. Dies kann eine beliebige aus einer Reihe von verschiedenen
Ausgestaltungen haben, wie die in den 2 bis
5 gezeigten oder die in den 6
bis 10 gezeigten oder die in 11
und 13 gezeigten mit den in einer beliebigen der
13 bis 16 gezeigten Modifikationen.
2 bis 5 illustrieren eine
erste Ausgestaltung der Erfindung, in der der Draht 4 durch Hindurchführen
durch ein Loch 21 in der Spulenspindel an der Spulenspindel 20
angebracht ist und um einen Stift 6, der an der Spulenseite des Sperr-Rings
3 befestigt ist, gewendelt ist. Die Spindel 20 ist an der Spule
1 befestigt und die Wendel des Drahts 4 sind so angeordnet, dass
sie spiralförmig am Stift 6 entlang gewickelt sind. Der Draht ist
in 4 in Draufsicht gezeigt. In den 3
und 5 wird die Anordnung des Drahts während der
Lastbegrenzung gezeigt, wenn der Draht 4 sich um die Spindel
20 wickelt.
Gemäß anderen Ausgestaltungen der Erfindung gibt es eine
Mehrzahl von Stiften und der Draht kann mit einer einzelnen Windung oder mehreren
Windungen oder einem Gemisch aus einzelnen und mehreren Windungen um jeden gewickelt
werden, um die Lastbegrenzungswirkung auf die erforderlichen Windungen abzustimmen,
um die Lastbegrenzungswirkung auf das gewünschte Niveau für die vorgesehene
Anwendung abzustimmen.
6 bis 10 illustrieren
eine zweite Ausgestaltung der Erfindung, die eine Mehrzahl von Stiften
6a, 6b, 6c umfasst, die alle am Sperr-Ring
3 angebracht sind. Der Draht 4 ist durch ein gebogenes Ende
30 des Drahts, das in ein Loch 31 in der Spindel passt, an der
Spulenspindel 20 angebracht. Der Draht ist dann um jeden Stift
6a, 6b und 6c gebogen. Dies ergibt einen
einstufigen Lastbegrenzer. Der Draht 4 ist um alle Stifte 6a,
6b, 6c herum gezogen und die Lastbegrenzungslast kann durch Erhöhen
der Stiftezahl vergrößert werden. 6 zeigt
die Ausgestaltung dessen in einer auseinandergezogenen Darstellung. 7
zeigt die Anordnung in zusammengebauter Darstellung vor der Lastbegrenzung, wobei
der Draht 4 gegenüber der in 6 gezeigten
Ausgangskonfiguration unverändert ist. 9 zeigt
diese in Draufsicht. 8 und 10
zeigen diese Ausgestaltung nach der Lastbegrenzung, wobei der Draht 4 um
den Zapfen 21 der Spulenspindel 20 gewickelt ist.
11 und 12 illustrieren
eine dritte Ausgestaltung der Erfindung, die drei am Sperr-Ring 3 befestigte
Stifte 6a, 6b und 6c umfasst. In dieser Ausgestaltung
ist der Draht am Spulenspindelzapfen 21 verankert und in mehrfachen Windungen
um zwei der Stifte 6a und 6c und teilweise um den dritten Stift
6b, der zwischen den ersten beiden Stiften angeordnet ist, gewickelt. Während
der Lastbegrenzung wickelt sich der Draht beim Drehen der Spule von den mehreren
Windungen um den Stift 6a, 6b und 6c ab und wird auf
den Spulenspindelzapfen 21 aufgewickelt. Diese Anordnung ergibt einen hohen
Grad an Lastbegrenzung. Selbstverständlich kann der Draht in der Ausgangskonfiguration
in jeder beliebigen Zahl von Windungen um jeden Stift 6a, 6b und
6c gelegt sein und es sind viele Möglichkeiten zum Abstimmen der Lastbegrenzungsreaktion
auf die jeweiligen erforderlichen Bedingungen vorgesehen. Die Anordnung kann so
sein, dass der Draht 4 anfänglich um die Stifte 6a,
6b und 6c gelegt ist, im Lauf der Lastbegrenzung aber vollständig
vom ersten Stift 6a und/oder dem zweiten Stift 6b heruntergezogen
werden kann. Dies ergibt effektiv eine zweistufige Lastbegrenzung, weil die Lastbegrenzung
anfänglich auf einem hohen Niveau erfolgt, wenn der Draht 4 um jeden
Stift gebogen ist, und auf einem niedrigeren Niveau, wenn der Draht vom ersten Stift
6a abgewickelt ist. Die Leistung der Lastbegrenzung kann durch Ändern
der Zahl der um jeden Stift gelegten Wendel, des Wicklungswinkels, des Drahtdurchmessers
und der Anzahl von Drähten abgestimmt werden.
13 illustriert eine vierte Ausgestaltung der Erfindung.
Der Draht kann so angeordnet sein, dass er radial oder spiralförmig entlang
der Achse des Stifts oder der Stifte gewickelt ist. Wenn eine axiale Wicklung verwendet
wird, nimmt das zum Wickeln des Drahts erforderliche Drehmoment bei zunehmendem
Winkel des Wendels ab, und diese Charakeristik kann weiter ausgenutzt werden, um
die Lastbegrenzungseigenschaften für die Anwendung passend abzustimmen. Ein
einzelner Stift 6 wird am Sperr-Ring befestigt gezeigt und der Draht
4 ist in nebeneinander liegenden Windungen, d.h. spiralförmig, mehrmals
um den Spindelzapfen 21 gewickelt. Alternativ kann der Draht
4 auf radiale Weise wie eine Uhrfeder auf die Spindel 21 gewendelt
sein, wie in 14 illustriert wird, wobei ein Führungselement
40 zum Stützen der Radialwendel von Draht 4 am Sperr-Ring
3 angebracht ist.
In 15 und 16
sind zwei Stifte 6d und 6e einander diametral entgegengesetzt
auf jeder Seite des Spindelzapfens 21 angeordnet. 15
illustriert diese Ausgestaltung vor der Lastbegrenzung, wobei der Draht am Spindelzapfen
21 angebracht und ein paarmal um jeden Stift 6d und
6e gewendelt ist. 16 illustriert diese Ausgestaltung
nach der Lastbegrenzung, wobei der Draht 4 von einem Stift 6e
abgewickelt und auf den Zapfen 21 gewendelt ist. Dies ergibt ebenfalls
effektiv eine zweistufige Lastbegrenzung, wie unten mit Bezug auf das in
17 gezeigte Diagramm erläutert wird.
17 ist ein Diagramm der Last im Verhältnis zur
Verschiebung und der Abschnitt A betrifft beide von einem Draht 4 in Eingriff
genommenen Stifte 6d und 6e, während Abschnitt B nur den
einen vom Draht 4 in Eingriff genommenen Stift 6d betrifft.
Vorzugsweise ist der Draht in mehreren Windungen um den Stift gewickelt.
Der Draht benötigt Energie, um sich um den Stift zu verformen (dies ist als
Windeneffekt bekannt), und dies erzeugt die Lastbegrenzungswirkung.
Das Ende des Drahts, das verankert ist, kann an einer Spindel angebracht
sein, vorzugsweise im Spulenkörper, und der Draht wickelt sich auch um die
Spindel, die daher als Kabelrolle wirkt, die den um den Stift gezogenen Draht aufnimmt
und zum Lastbegrenzungseffekt beiträgt.
Der Draht kann aus Stahl mit einem ersten geraden Abschnitt oder einer
geringen Krümmung gefolgt von einem oder mehreren Wendeln und gefolgt von einem
zweiten geraden Abschnitt vorgeformt sein. Der Stift kann dann durch die Wicklungen
gesteckt werden und am ersten geraden Abschnitt kann eine Blockierung oder ein Anschlag
angebracht werden, um zu verhindern, dass sich der Draht abwickelt.
Ein Vorteil der vorliegenden Erfindung ist, dass sie relativ kostengünstig
ausgeführt werden kann und der Lastbegrenzungseffekt durch Ändern des
Durchmessers des Drahts, des Materials des Drahts, der Anzahl von Windungen des
Drahts um den Stift, des Stiftdurchmessers oder der Anzahl von Drähten leicht
geändert werden kann.