Diese Erfindung betrifft ein Werkzeug zur Herstellung von Kugelschreiberspitzen,
sogenannten Rohspitzen, in deren Sitzbereich und vorzugsweise in ihrem Konusbereich.
Außerdem betrifft diese Erfindung die Herstellung solcher Werkzeuge und ihren
Einbau in schnelldrehende Präzisionsspindeln.
Gemäß dem Stand der Technik wurde die Bearbeitung dieser
Bereiche nacheinander in verschiedenen aufeinander folgenden Arbeitsschritten mittels
üblicher Automaten mit Drehzahlwechselscheiben ausgeführt, was zur Folge
hatte, dass sowohl die Rundlaufabweichung als auch die Bildung von Graten nicht
ausreichend gemeistert wurde. Dann wurden mehrteilige Werkzeuge entwickelt, die
so gehandhabt werden konnten, dass sie einzeln in einer allgemeinen Einspannvorrichtung
eingeführt und eingespannt werden konnten. Dadurch wurde sicherlich das Problem,
Grate zu beseitigen, gelöst, die Konzentrizität auf den Mikrometer genau
sowie die gewünschten Abmessungen der Schreibspitzen konnten jedoch nur unter
größten Schwierigkeiten erreicht werden, da man nicht über schnelldrehende
Präzisionsspindeln verfügte, deren Drehachse vom Stillstand bis zur maximalen
Drehgeschwindigkeit eine Abweichung von 0,5 Mikrometer nicht überschreiten
würde. In der Schrift DE 1 402 888A
ist ein bekanntes Werkzeug beschrieben.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Rohspitze mit einer
Präzision zu schaffen, wie sie bisher nie erreicht wurde.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnung genauer beschrieben.
Dabei zeigt:
1 eine Kugelschreiberspitze, wie sie beispielsweise
mittels des erfindungsgemäßen Werkzeugs hergestellt werden kann,
2 ein erfindungsgemäßes Werkzeug,
3 und 4 eine besonders
bevorzugte Variante eines erfindungsgemäßen Werkzeugs.
1 zeigt eine Kugelschreiberspitze nach vollendeter
spanabhebender Bearbeitung (Rohspitze) mit einer eingesetzten Kugel nur zum Zwecke
der Erläuterung. Derartige Kugelschreiberspitzen bestehen gewöhnlich aus
Messing oder Argentan, das leicht mit kurzen Spänen spanabhebend zu bearbeiten
ist.
Wie in 1 zu sehen ist, hat eine Kugelschreiberspitze
1 einen sehr komplexen Aufbau. Im Wesentlichen weist sie einen zentralen
Zuführungskanal 2 für die im Folgenden zur Vereinfachung Tinte
genannte Tinte der Schreiberkugel auf, welcher mittels einer Bohrung 2a
in einen Sitzbereich 3 für die Kugel 4 mündet. Dieser
Sitzbereich 3 besteht im Wesentlichen aus einer Pilotbohrung
3a in Verlängerung der Bohrung 2a, aus einer ringförmigen
Bodenfläche 3b und aus einer zylinderförmigen Bohrung
3c, die in einer Frontfläche 3d mündet.
Die Außenkontur, die sich in der Verlängerung der Frontfläche
3d befindet, besteht aus einem Konus 5a, der mit dem Sitzbereich
3 ein Teil bildet, das hier Lippe (Kante) 9 genannt wird. An den
Konus 5a schließt sich in dem dargestellten Ausführungsbeispiel
über einen Absatz 5c ein weiterer Konus 5b an, dessen Konfiguration
und Funktion später erläutert werden. Sodann schließen sich ein Absatz
6 und eine Stange 7 an.
Es wird in dieser Beschreibung nicht näher auf die verschiedenen
Übergänge, Senkungen, Zwischenabsätze u. a. eingegangen, da sie für
das Verständnis der Erfindung nicht von besonderer Bedeutung sind und da sie
dem Fachmann auf dem Gebiet der Herstellung von Kugelschreiberspitzen praktisch
wohlbekannt sind.
Ferner muss für ein besseres Verständnis der Probleme bei
der Herstellung einer derartigen Kugelschreiberspitze festgehalten werden, dass
bei Kugelschreiberspitzen wie denjenigen in dem dargestellten Ausführungsbeispiel
der maximale Durchmesser in dem Bereich des Absatzes 6 kaum 2 mm überschreitet
und der Sitzbereich 3 der Kugel 4 auf einen Mikrometer genau oder
noch präziser gefertigt werden muss. Diese Präzision muss bei maximalen
Taktgeschwindigkeiten (240 Stück/Min., was für die eigentliche spanabhebende
Bearbeitung eine Zeitdauer von 0,125 Sekunden übrig lässt) und so zuverlässig
wie möglich erreicht werden. Die Kosten für eine solche Kugelschreiberspitze,
die meist aus Messing hergestellt wird, liegen in der Größenordnung von
weniger als einem amerikanischen Cent.
Für die Qualität der fertigen Kugelschreiberspitze ist es
von höchster Wichtigkeit, dass die Pilotbohrung 3a präzise konzentrisch
zu dem Absatz 3b und zu der zylinderförmigen Bohrung 3c verläuft.
Zudem muss die Frontfläche 3d präzise drehzylindrisch zu der
Achse 3e des Sitzbereichs 3 konfiguriert sein. Auch der Konus
5a muss präzise konzentrisch zu der Achse 3e angeordnet sein.
In dieser Beschreibung versteht man unter „präzise" Toleranzen hinsichtlich
der Abmessungen, der Form und der Position innerhalb eines Bereichs vom 0,001-Fachen
des Nominaldurchmessers der Bohrung 3c.
Die Länge der Pilotbohrung 3a ist dabei neben der Konzentrizität
zwischen der Pilotbohrung und dem Absatz aus folgenden Gründen ebenfalls wichtig:
Nach der spanabhebenden Bearbeitung der Kugelschreiberspitze werden in dem Übergangsbereich
von der Pilotbohrung 3a zu dem Absatz 3b hin mittels eines Schmiedewerkzeugs
die Tintenkanäle geschaffen, und die Kugel wird in ihrem Sitz in axialer Richtung
zusammengedrückt. Dabei muss bei Auftreten von „Falten", die bei dieser
Bearbeitung infolge des Stauchens von Werkstoff zur Achse entstehen können,
darauf geachtet werden, dass der Tintenfluss ungehindert bis in die fertige Spitze
des Kugelschreibers erfolgen kann, was durch eine ausreichende Tiefe der Pilotbohrung
gewährleistet ist.
1 zeigt links die Form des kalt gepressten Rohlings
8, aus dem sodann durch spanabhebende Bearbeitung die Bohrungen
2 und 2a, der Sitzbereich 3 und der Konus 5a
hergestellt werden.
1 zeigt auch eine fiktiv eingesetzte Kugel
4, um das Hervorstehen der Kugel über die Frontfläche
3d darzustellen.
Sodann werden die Tintenkanäle in die ringförmige Frontfläche
3b gestanzt, die Kugel wird eingesetzt, in die Sitzfläche gedrückt,
und der Randbereich wird um die Kugel herum gespannt. Durch das Spannen, das beispielsweise
mittels eines Drehkopfs erfolgt, wird um die Kugel 4 herum und zu dem Sitz
hin ein schmaler, gebogener, ringförmiger Schlitz von mikroskopischer Präzision
gebildet. Die geometrische Präzision dieses Schlitzes ist die Voraussetzung
für einen Qualitäts-Kugelschreiber.
Beim Stand der Technik ist es zur Herstellung des Sitzbereichs
3 und des Konus 5 erforderlich, ein mehrteiliges Werkzeug zu verwenden,
dessen Teile in einer schnelldrehenden Präzisionsspindel (18000 bis 60000 U/Min)
angeordnet werden, wobei sie aber einzeln in einem Werkzeugkopf eingestellt und
festgezogen werden können.
Die Lager der Präzisionsspindel bestehen aus stark vorgespannten
Kugellagern mit einem Kontaktwinkel von 15° bis 30°, vorzugsweise Mischlagern
der höchsten Präzisionsklasse (ABEC 9) in einem Spindelgehäuse, das
hinsichtlich Masse, Zylindrizität, Konzentrizität, Parallelität die
Präzision IT 01 bis IT 1 aufweist. Die Oberflächen, die dazu bestimmt
sind, die gebrauchten Lager aufzunehmen, dürfen in ihrer Rauheit Ra 0,1 nicht
überschreiten. Durch diese Präzision kann die Vorspannung der Lager über
die üblichen Grenzen hinaus hergestellt werden, ohne dass dadurch eine nicht
zulässige Erwärmung der Spindel erfolgt. Als Schmiersystem der Lager ist
beispielsweise ein Ölnebel geeignet. Zudem ist eine Dichtung ohne Kontakt erforderlich,
beispielsweise eine Labyrinthdichtung, um die Reibungswärme zu begrenzen. Die
Konzentrizität kann ebenfalls mittels solcher Spindeln gemeistert werden.
Es bleibt noch das Problem der Einstellung der mehrteiligen Werkzeuge
mit der erforderlichen Präzision beim Ausbau wegen Nachbearbeitungen und beim
Wiedereinbau sowie beim Lösen, beim Einstellen und sonstigen Positionswechseln
der verschiedenen Werkzeugteile. Dies macht es erforderlich, die Spannflächen
des Werkzeugs und der Spannvorrichtung vollkommen sauber zu halten, da selbst die
geringsten Änderungen der Spannsituation, sei es durch winzige Partikel oder
Änderungen durch das Spannen des Werkzeugs o.a., die Korrelation vor und nach
der Korrektur unsicher machen.
Dadurch, dass die bekannten mehrteiligen Werkzeuge einzeln eingestellt
und befestigt werden können, können die gewünschten Abmessungen (auf
einen Mikrometer genau) und die gewünschte Geometrie (ebenfalls auf einen Mikrometer
genau) der Rohspitze nur sehr schwer erreicht werden.
Versuche, ein einstückiges (monolithisches) Werkzeug zu schaffen,
mit dem der Sitzbereich 3 und vorzugsweise auch der Konus 5a,
eventuell mit dem Absatz 5c, hergestellt werden können, sind daran
gescheitert, dass ein solches Werkzeug, das gewöhnlich aus feinkörnigem
Wolframkarbid mit beispielsweise 4% Co besteht, sehr schwierig richtig einzustellen
ist, insbesondere bei einem Kantenradius von 0,02 mm. Je nach Abnutzung des Profils
der Schleifscheibe muss sie häufig gerade gerichtet werden, mit all den Problemen,
die das mit sich bringt. Es ist daher von Vorteil, auf funkenerosives Abtragen zurückzugreifen.
Bei Verwendung eines moderneren Werkstoffs wie beispielsweise eines feinkörnigen
polykristallinen Diamanten (DPC) ist eine Bearbeitung nur durch Funkenerodieren
(EDM = electro discharge machining) möglich, und vorzugsweise durch Drahterodieren
(wire-EDM) mit einem Drahtdurchmesser von 15 bis 50 &mgr;m, um die erforderlichen
kleinen Übergangsradien herstellen zu können.
2 zeigt ein erfindungsgemäßes Werkzeug
10, mit dem dieser Zweck erreicht wird. Dieses Werkzeug ist aus einem zylindrischen
Stab mit einem Durchmesser von beispielsweise 4 mm gefertigt und weist eine Rundheit
und eine Zylindrizität mit einer Abweichung von weniger als 0,5 &mgr;m auf.
Diese Präzision kann durch spitzenloses Schleifen (centerless grinding) erreicht
werden.
Dieses monolithische Werkzeug 10, das sich bei der Bearbeitung
einer Kugelschreiberspitze in der Richtung des Pfeils D dreht, weist einen Basisbereich
10a auf, der die oben angesprochene Rundheit und Zylindrizität besitzt
und als Bezugsgröße dient. Dazu wird der Basisbereich 10a mit
seiner vollständigen Umfangslinie vorzugsweise in axialem Abstand zu dem Sitzbereichelement
(vorzugsweise in 1,5 mm Abstand von der Kante 10b) ausgebildet. Im „oberen"
Bereich ist das Basiselement in einer Stufe parallel zur Achse 16 in axialer
Richtung bis zu dem vollständigen Basisbereich entlang der Kante
10b versetzt, welche sich in geeignetem Abstand (von mindestens
51 % des Durchmessers der Bohrung 3c, sieh 1)
befindet. Die genannte Stufe lässt Raum für ein nicht dargestelltes Werkzeugteil,
das den Bereich des Konus 5a bildet. Das Sitzbereichelement 12,
das die Pilotbohrung 3a, die ringförmige Bodenfläche
3b, die zylinderförmige Bohrung 3c und die Frontfläche
3d bildet, ragt über die Basis hinaus.
Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel weist das Sitzbereichelement
12 eine Schneidekontur 14 auf, die mehrfach umgebogen ist und
sich aus folgenden Abschnitten zusammensetzt: der oberste Abschnitt bildet den Übergang
von der Bohrung 2a zur Pilotbohrung 3a, die nächsten Abschnitte
die Pilotbohrung 3a, die ringförmige Bodenfläche 3b,
die zylinderförmige Bohrung 3c und schließlich die Frontfläche
3d. Die Schneidekontur 14 befindet sich in einem Fassadenbereich
12a, der vorzugsweise 0,05 bis 0,1 mm über dem Mittelpunkt der Basis
10a liegt (angezeigt durch den Bohrpunkt der Achse 16 in der Fläche
12c). Dadurch können die freien Flächen 12b im rechten
Winkel zum Fassadenbereich 12a gebildet werden, so dass eine abnutzungsfeste,
mechanisch stabile Schneidgeometrie erreicht werden kann.
Eine Korrektur im Bereich des Durchmessers des Sitzbereichs kann von
der Spannvorrichtung aus durch Versetzen in Querrichtung gegenüber der Achse
16 erfolgen, ohne den einstückigen Werkzeugteil 10 abzunehmen,
der das Sitzbereichelement 12 enthält, da sich die verschiedenen Abstände
zwischen den Abschnitten des Sitzbereichs 3a, 3b, 3c
und 3d an dem Werkzeug zueinander nicht ändern können, da dieses
in einem einzigen Stück ausgeführt ist. Lediglich die Durchmesser werden
durch das Versetzen gleichzeitig um jeweils den gleichen Wert geändert. Wenn
die Durchmesser den gewünschten Wert erreichen, ist auch das präzise Hervorstehen
der Kugel über die Frontfläche 3d hinaus ohne weiteres Zutun
erreicht.
Dieses einstückige Werkzeug 10 für den Sitzbereich
wird, wie oben erwähnt, durch ein nicht dargestelltes Teil für den Konusbereich
5a und vorzugsweise den Absatz 5c ergänzt. Die oben angeführten
Probleme mit den mehrstückigen Werkzeugen spielen in diesem Fall eine Rolle,
die zu vernachlässigen ist, da das einstückige Werkzeug 10 nicht
abgesetzt werden muss und nur die Wandstärke der Kante 9 (1)
auf Grund möglicher Abweichungen beim Einsetzen des Konuselements in einen
Bügel um einige Mikrometer variieren kann, seine Konzentrizität ist jedoch
nicht beeinträchtigt. Durch dieses getrennte Konusteil wird es möglich,
durch sein Versetzen gegenüber den in einem Stück ausgeführten Teilen
10 entlang der Ebene, die sich parallel zur Achse 16 erstreckt
und von der Kante 10b begrenzt ist, die Stärke der Kante
9 unabhängig von den Durchmessern des Sitzbereichs 3 zu beeinflussen.
Die 3 und 4
zeigen ein erfindungsgemäßes Werkzeug, bei dem sowohl das Sitzbereichelement
12 wie auch ein Konuselement 13 in einem Stuck an einen ihnen
gemeinsamen Basisteil 10a konfiguriert sind. Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel
bildet das Konuselement 13 den Konus 5a und den Absatz
5c (1).
Das Konuselement 13 weist eine Fassadenfläche
13a auf, die vorzugsweise durch den Mittelpunkt der Basis 10a
(durch die Achse 16) verläuft und mit der Fassadenfläche
12a einen Winkel von mehr als 90°, vorzugsweise von ca. 120°,
bildet. So erhält man sowohl genügend Platz für das Abführen
der Späne von den beiden Schneidekonturen 14, 15, als auch
eine ausreichende mechanische Festigkeit der beiden Elemente 12,
13.
In den 3 und 4
zusammengenommen ist in axialer Richtung der tiefe Einschnitt vor der Fassadenfläche
13a und die Rille zwischen dem Sitzbereichelement 12 und dem Konuselement
13 zu sehen. Diese Zwischenräume können mittels des unten beschriebenen
Verfahrens geschaffen werden. Aus 3 geht ferner die
komplexe Konfiguration der kleinen Flächen des Sitzbereichelements
12 hervor, deren maßgenaue Fertigung ebenfalls mittels des unten beschriebenen
Verfahrens möglich wird.
Für die Ausführungsformen des einstückigen Werkzeugs
erfolgt die Positionierung des Werkzeugs 10 in mehreren Schritten: Zunächst
wird seine Achse 16 in Übereinstimmung mit der Drehachse der Präzisionsspindel
gebracht, und zwar durch Versetzen des Werkzeugs oder seiner Spannvorrichtung in
der Richtung X und/oder Y (die mit der Richtung Z zusammen ein rechtwinkliges Koordinatensystem
bilden, wobei die Richtung Z mit der Achse 16 zusammenfällt). Dies
erfolgt mittels der Drehbewegung der Spindel in vier vorbestimmten rechtwinkligen
Positionen (die im Verhältnis zu der Ebene der Fassade 12a stehen),
die passend markiert sind, mittels der Bestimmung des Abstandes zwischen der genauen
zylinderförmigen Fläche der Basis 10a und diesen Positionen im
Verhältnis zu einem Präzisions-Skalenanzeiger (Mikrokator), der während
des Positioniervorgangs feststehend angeordnet ist. Die so festgestellte Abweichung
in der Richtung X oder Y wird durch Versetzen des Werkzeugs korrigiert, bis die
Abweichung geringer ist als 0,5 &mgr;m.
Es werden sodann einige Probestücke gefertigt und ausgemessen.
Die dabei festgestellten Abweichungen der hergestellten Rohspitzen gegenüber
den gewünschten Abmessungen können folgendermaßen korrigiert werden:
Um die Durchmesser des Sitzbereichs 3 zu vergrößern, genügt
es, das Werkzeug 10 parallel zur Ebene der Frontfläche,
d. h. in der Richtung der Achse X zu versetzen. In dieser Richtung wurde die Ebene
der Frontfläche 12a beim Einsetzen des Werkzeugs 10 präzise
positioniert. Da der Winkel zwischen den Frontflächenebenen 12a und
13a größer als 90° ist, erreicht man dann eine Verringerung
des Durchmessers des Konus 5a und des Absatzes 5c. Dies kann durch
ein entsprechendes Versetzen zur Achse Y hin kompensiert werden. Indem man den Winkel
zwischen den Frontflächenebenen 12a und 13a kennt, lässt
sich numerisch oder graphisch sowohl in der Richtung X wie auch in der Richtung
Y leicht die Amplitude der Versetzung bestimmen, die den gewünschten Durchmesser
des Sitzbereichs 3 und die gewünschte Stärke der Kante
9 gewährleistet. Dabei muss allerdings noch darauf geachtet werden,
dass die Achse 16 des Werkzeugs 10 genau parallel zur Achse der
Präzisionsspindel verläuft.
Die Fertigung eines Werkzeugs gemäß der Erfindung erfolgt
durch Drahterodieren und ist möglich, indem die oben genannten zylindrischen
Hochpräzisions-Stäbe mit der Manteloberfläche in dem Basisteil
20a verwendet werden. Der Draht wird zunächst unter Anlegen einer
geringen Spannung (beispielsweise 10 V) an die zylindrische Manteloberfläche
des Stabs angenähert, bis ein Kontakt stattfindet, womit man infolge der präzisen
Konfiguration des Stabs eine exakt wieder herzustellende und präzise definierte
Position des Drahts, eigentlich seiner Manteloberfläche, zur Achse
16 des Stabs erreicht. Es ist also möglich, die verschiedenen Kanten,
Oberflächen und Rillen des Werkzeugs 10 trotz verschiedener Positionswechsel
oder Spannvorgänge des Werkzeugs 10 oder des Drahts mit der erforderlichen
Genauigkeit herzustellen.
Zur Herstellung von Absätzen o. a., die weder parallel noch im
rechten Winkel zu der Achse 16 ausgerichtet sein müssen, müssen
andere Bezugsgrößen vorgesehen sein, seien es Oberflächen oder Kanten.
Dazu ist es notwendig, den Abstand zwischen der Manteloberfläche
des Drahts und der zu bearbeitenden Oberfläche (Funkenerosionsschlitz) unter
den Bearbeitungsbedingungen (Spannung wesentlich höher als bei dem oben erwähnten
Messvorgang, verwendete Frequenz, Kapazität, Abmessung der Oberfläche
usw.) zu bestimmen und in Versuchen zu berücksichtigen. Als Material für
den Hochpräzisionsdraht kommen vorzugsweise Wolfram, Molybdän oder messingummantelter
Stahldraht in Betracht.
Es muss nochmals darauf hingewiesen werden, dass der Durchmesser des
Werkzeugs 10 in dessen zylindrischem Teil zur Positionsbestimmung nur mit
4 mm vorgesehen ist und dass die Position der Schneidekonturen 14,
15 mit einer Genauigkeit von weniger als einem Mikrometer hergestellt werden
muss. Die Oberflächen 12a, 12b, 12c der Schneidekontur
14 und die analogen Oberflächen der Schneidekontur 15 müssen
der vorbestimmten Geometrie auf einen Mikrometer genau entsprechen.
In dieser Beschreibung wird nicht näher auf Details wie beispielsweise
die Darstellung der Kante oder der Leiste 17 eingegangen, die als optisch
erkennbare Bezugsgröße für den Einbau des Werkzeugs 10 hinsichtlich
der genauen Ausrichtung zur Achse X sowohl bei seiner Fertigung wie auch bei seinem
Gebrauch verwendet wird. Es wird lediglich festgestellt, dass es nicht unbedingt
notwendig ist, bei der Fertigung wie auch beim Einbau des Werkzeugs 10
einen Bereich vorzusehen, der einen vollkommen kontinuierlichen zylinderförmigen
Außenmantel aufweist, wie es die 2 und
4 zeigen, sondern dass es genügt, wenn dort Bereiche
des zylinderförmigen Außenmantels von hoher Präzision vorhanden sind,
wo es zur Einstellung oder zum Regeln der durch Funkenerodieren zu bearbeitenden
Maschine und zum Einsetzen und Einstellen in der Spannvorrichtung der Präzisionsspindel
unbedingt erforderlich ist.
Die Erfindung ist nicht auf das dargestellte Ausführungsbeispiel
beschränkt, sondern kann auf verschiedene Weisen modifiziert werden. So ist
es zunächst möglich, die Form und Position der Schneidekonturen an die
erforderliche Form des Sitzbereichs 3 (konische Bodenfläche
3b usw.) oder des Konus 5a an die Kugelschreiberspitze anzupassen.
Es ist nicht erforderlich, dass sich ein anderer Konus 5b an den Konus
5a anschließt. Die axiale Länge des Basisteils 10a stellt
klassischerweise das Doppelte des Durchmessers dar, ohne aber darauf beschränkt
zu sein.