Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Kristallisierung eines Aluminophosphat-Molekularsiebs
innerhalb von Teilchen. Molekularsiebe sind eine wirtschaftlich wichtige kristalline
Stoffklasse. Sie haben ein bestimmtes Kristallgerüst mit geordneten Porenstruktur,
welche deutlich verschiedene Röntgenbeugungsmuster geben. Die Kristallstruktur
gibt die für die verschiedenen Typen charakteristischen Hohlräume und
Poren vor. Natürliche und synthetische kristalline Molekularsiebe können
gut als Katalysatoren und Adsorptionsmittel verwendet werden. Die Adsorptions- und
Katalyseeigenschaften der Molekularsiebe ergeben sich teilweise durch die Größe
der Poren und Hohlräume. Damit hängt die Brauchbarkeit des jeweiligen
Molekularsiebs in einer bestimmten Anwendung zumindest teilweise ab von der Kristallstruktur.
Molekularsiebe eignen sich wegen ihrer unvergleichlichen Sieb- und Katalyseeigenschaften
besonders für Anwendungen wie die Gastrocknung und -trennung sowie zur Kohlenwasserstoffumwandlung.
Der Begriff "Molekularsieb" betrifft ein erfindungsgemäß hergestelltes
Material mit einem festen offenen Netzwerkgerüst, das in der Regel kristallin
ist und das zur Trennung von Kohlenwasserstoffen oder anderen Gemischen eingesetzt
werden kann durch den gezielten Ausschluss von ein oder mehreren Bestandteilen.
Es kann aber auch als Katalysator in einem katalytischen Umwandlungsverfahren eingesetzt
werden.
Das erfindungsgemäß hergestellte Molekularsieb gehört
zur Familie der kristallinen Aluminophosphate, die [AlO2]- und [PO2]-Oxid-Einheiten
in tetraedrische Koordination enthalten und die physikalischen und chemischen Eigenschaften
von Molekularsiebe aufweisen. Neben den vorstehend beschriebenen [AlO2]-
und [PO2]-Oxid-Einheiten kann das aus dem erfindungsgemäßen
Verfahren hervorgehende Molekularsieb zudem ein oder mehrere wahlfreie Bestandteile
außer Aluminiumoxid und Phosphor enthalten, wobei die wahlfreien Bestandteile
im Aluminophosphat-Kristallgerüst jeweils ebenfalls Oxideinheiten bilden können.
Das erfindungsgemäße Verfahren betrifft auch ein Verfahren
zur Herstellung einer Klasse von Molekularsieben, die gemäß der Definition
von US-Patent 4 913 799 als nicht-zeolithische Molekularsiebe bekannt sind. Der
Begriff "nicht-zeolithisches Molekularsieb und seine Abkürzung "NZMS" werden
hier austauschbar verwendet.
Nicht-zeolithische Molekularsiebe werden gewöhnlich durch Kristallisation
aus flüssigen Lösungen hergestellt. Herkömmliche Verfahren zur Herstellung
von aluminophosphathaltigen Molekularsieben werden bspw. in den US-Patenten 4 310
440, 4 440 871, 4 567 029, 4 686 093, 4 913 799 und 4 973 785 gelehrt. Die Kristallisierung
eines nicht-zeolithischen Molekularsiebs aus einer solchen flüssigen Lösung
ergibt gewöhnlich feinteilige Kristalle, die aus der Flüssigkeit, in der
das Molekularsieb kristallisiert, abgetrennt werden müssen. Die abgetrennte
Flüssigkeit enthält dagegen beträchtliche Konzentrationen gelöster
Reaktanten. Sie muss zur Wiederverwendung behandelt werden oder ansonsten verworfen
werden, was die Umwelt potentiell belastet. Die gelösten Reaktanten verteuern
die Wiedergewinnung oder die Entsorgung zudem erheblich. Die Herstellung kommerziell
geeigneter katalytischer Materialien mit dem herkömmlich hergestellten Molekularsieb
erfordert zudem gewöhnlich zusätzliche Bindungs- und Formschritte. Das
herkömmlich hergestellte Molekularsiebpulver muss gewöhnlich mit einem
Bindermaterial gemischt werden und dann zu geformten Teilchen geformt werden, wobei
man Verfahren, wie Extrusion, verwendet. Diese Bindungs- und Formschritte erhöhen
die Komplexität der Herstellung des nicht-zeolithischen Molekularsiebs als
Katalysator erheblich. Die zusätzlichen Schritte können auch die katalytische
Leistung des so gebundenen und geformten Molekularsiebs verschlechtern.
Das erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung eines nicht-zeolithischen
Molekularsiebs behebt die Mängel des herkömmlichen mehrstufigen Herstellungsverfahrens
und stellt ein Verfahren zur Gewinnung der Molekularsiebkristalle innerhalb von
Teilchen bereit.
ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
Es wird somit ein Verfahren zur Herstellung eines nicht-zeolithischen
Molekularsiebs aus einem Reaktionsgemisch mit eigentragenden Teilchen bereitgestellt,
welche aktive Quellen für das Molekularsieb umfassen. Das erfindungsgemäße
Verfahren umfasst insbesondere die Herstellung von Teilchen, umfassend zumindest
eine aktive Quelle für Phosphor, zumindest eine aktive Quelle für Aluminiumoxid,
ein organisches Matrizenmittel, welches das Molekularsieb bilden kann, und so viel
Wasser, dass man die Teilchen erhält, aber nicht so viel, dass man ein fluides
Gemisch der aktiven Quellen des Molekularsiebs erhält, sowie das Halten der
Teilchen unter Kristallisationsbedingungen für eine so lange, dass ein kristallisiertes
Produkt erhalten wird, welches Kristalle des Molekularsiebs umfasst.
Bei einer weiteren erfindungsgemäßen Ausführungsform
wird ein Verfahren zur Herstellung eines nicht-zeolithischen Molekularsiebs bereitgestellt,
wobei das Verfahren das Herstellen eines dichten eigentragenden Gels umfasst, umfassend
zumindest eine aktive Quelle für Phosphor, zumindest eine aktive Quelle für
Aluminiumoxid, ein organisches Matrizenmittel, das das Molekularsieb bilden kann,
und Wasser, sowie das Halten des eigentragenden Gels unter Kristallisationsbedingungen
für eine so große Zeitspanne, dass ein kristallisiertes Produkt gebildet
wird, welches Kristalle des Molekularsiebs umfasst. Bei einer erfindungsgemäßen
Ausführungsform umfasst das eigentragende Gel so viel Wasser, dass das dichte
Gel zu Teilchen geformt wird. Bei einer gesonderten Ausführungsform ist der
Anteil an eigentragendem Gel vor der Kristallisation derart, dass sich das eigentragende
Gel in eine Form bringen lässt und diese Form beibehalten kann. Die Molzusammensetzung
an Oxiden des eigentragenden Gels liegt innerhalb der nachstehenden Bereiche:
wobei "R" ein organisches Matrizenmittel ist, und "M" mindestens ein Element außer
Aluminium und Phosphor ist, welches ein Oxid in tetraedrischer Koordination mit
[AlO2]- und [PO2]-Oxid-Struktureinheiten im Molekularsieb
bilden kann, und wobei das Gesamtwasser bspw. Wasser umfasst, das in hydratisierten
Quellen vorhanden ist, Wasser, das in zugegebenen wässrigen Lösungen zugegen
ist und flüssiges Wasser, das zur Vereinfachung des Mischens, Formens und/oder
des Kristallisierens zugegeben wird.
Das eigentragende Gel kann gegebenenfalls vor der Kristallisierung
zu Teilchen geformt werden. Bei dieser wahlfreien Ausführungsform wird das
nicht-zeolithische Molekularsieb hergestellt, indem ein eigentragendes Gel, umfassend
zumindest eine aktive Quelle für Phosphor, zumindest eine aktive Quelle für
Aluminiumoxid, ein organisches Matrizenmittel, das ein Molekularsieb bilden kann,
und Wasser, hergestellt wird, das eigentragende Gel zu Teilchen geformt wird und
die Teilchen so lange unter Kristallisierungsbedingungen gehalten werden, bis ein
kristallisertes Produkt entsteht, welches Molekularsiebkristalle umfasst.
Das nicht-zeolithische Molekularsieb ist ein Molekularsieb mit einer
dreidimensionalen Mikroporenkristallgerüststruktur, die [AlO2]-
und [PO2]-Oxideinheiten umfasst. Das nicht-zeolithische Molekularsieb
kann gegebenenfalls Silicium und/oder ein oder mehrere andere Metalle als Aluminium
enthalten, die an tetraedrischen Koordinaten Oxidbindungen mit dem Aluminium und
Phosphor in einem Kristallgerüst bilden.
Die Erfindung beruht u.a. auf der Entdeckung eines Verfahrens zum
Kristallisieren eines nicht-zeolithischen Molekularsiebs innerhalb von Teilchen,
die eine Menge Flüssigkeit enthalten, die zur Bildung der Teilchen ausreicht,
jedoch nicht zur Bildung eines flüssigen Gemisches der aktiven Quellen des
Molekularsiebs. Diese Menge Wasser ist jedoch erheblich kleiner als die Flüssigkeitsmenge,
die gewöhnlich bei herkömmlichen Verfahren eingesetzt wird.
Die Kristallisierung des Molekularsiebs innerhalb von Teilchen durch
das erfindungsgemäße Verfahren hat mehrere Vorteile, wie die einfachere
Wiedergewinnung der Kristalle nach der Kristallisation und die kleinere Zahl von
Schritten, die zur Bildung katalytisch geeigneter Materialien, welche das Molekularsieb
enthalten, notwendig ist. Die bei der Herstellung des Molekularsiebs hergestellten
Teilchen lassen sich einfach handhaben. Die Flüssigkeitsmenge, die nach der
Kristallisation des Molekularsiebs entfernt und wiederverwendet oder rezykliert
werden muss, wird eliminiert oder erheblich reduziert. Das Molekularsieb lässt
sich als eigenbindendes Teilchen herstellen, ohne dass beim erfindungsgemäßen
Verfahren Bindemittel hinzu gegeben werden muss. Die beim erfindungsgemäßen
Verfahren hergestellten Molekularsieb-Kristallite sind kleiner als diejenigen, die
gewöhnlich bei herkömmlichen Verfahren hergestellt werden. Zur Bildung
des Molekularsiebs muss beim erfindungsgemäßen Verfahren gewöhnlich
weniger Matrizenmittel als bei herkömmlichen Verfahren eingesetzt werden. Die
Ausbeuten an wiedergewinnbaren Molekularsiebkristallen, bezogen auf die Menge der
verwendeten Reagenzien, sind höher als bei herkömmlichen Verfahren. Zudem
ist das Rohmaterial billiger.
EINGEHENDE BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
Der Begriff "nicht-zeolithisches Molekularsieb" und seine Abkürzung
"NZMS" betreffen wie hier verwendet ein Molekularsieb, dessen dreidimensionale Mikroporenkristallgerüststruktur
[AlO2]- und [PO2]-Oxideinheiten umfasst. Beide Begriffe werden
als Synonyme angesehen und austauschbar eingesetzt. Das beim erfindungsgemäßen
Verfahren hergestellte nicht-zeolithische Molekularsieb kann gegebenenfalls Silicium
und/oder ein oder mehrere andere Metalle als Aluminium enthalten, die mit dem Aluminium
und dem Phosphor in einem Kristallgerüst Oxidbindungen an tetraedrischen Koordinaten
bilden.
Das beim erfindungsgemäßen Verfahren hergestellte nicht-zeolithische
Molekularsieb umfasst in der weitestgehenden Ausführungsform tetraedrisch koordinierte
[AlO2]- und [PO2]-Oxideinheiten. Beispiele umfassen Aluminophosphat-Molekularsiebe,
deren chemische Zusammensetzung, ausgedrückt als Molverhältnisse der Oxide,
Al2O3:1,0±0,2 P2O5 ist. Aluminophosphat-Molekularsiebe
dieses Typs sind bspw. in US-Patent 4 310 440 beschrieben.
Gegebenenfalls können ebenfalls Silicium und/oder andere Elemente
als Aluminium enthalten sein, die Oxide in tetraedrischer Koordination mit [AlO2]-
und [PO2]-Oxideinheiten bilden. Silicoaluminophosphat-Molekularsiebe,
die tetraedrisch koordinierte [AlO2]-, [PO2]- und [SiO2]-Struktureinheiten
umfassen, sind bspw. in den US-Patenten 4 440 871, 4 943 424 und 5 087 347 offenbart.
Bei einer weiteren Ausführungsform betrifft das erfindungsgemäße
Verfahren die Herstellung eines nicht-zeolithischen Molekularsiebs mit tetraedrisch
gebundenen [M1O2]-, [AlO2]- und [PO2]-Oxidstruktureinheiten,
wobei "M1" für mindestens ein Element steht, das in tetraedrischer
Koordination mit [AlO2]- und [PO2]-Einheiten Oxide bildet,
und ausgewählt ist aus Magnesium, Mangan, Zink und Kobalt. Diese nicht-zeolithischen
Molekularsiebe sind bspw. in US-Patent 4 567 029 offenbart.
Bei einer weiteren Ausführungsform betrifft das erfindungsgemäße
Verfahren die Herstellung eines nicht-zeolithischen Molekularsiebs mit tetraedrisch
gebundenen Struktureinheiten, welche [M2O2]-, [AlO2]-
und [PO2]-Oxideinheiten umfassen, wobei "M2" für mindestens
ein Element steht, das in tetraedrischer Koordination mit [AlO2]- und
[PO2]-Einheiten Oxide bildet, und ausgewählt ist aus Arsen, Beryllium,
Bor, Chrom, Kobalt, Gallium, Germanium, Eisen, Lithium, Magnesium, Mangan, Silicium,
Titan, Vanadium und Zink. Molekularsiebe dieses Typs sind bspw. offenbart in US-Patent
4 913 799.
Bei einer weiteren Ausführungsform betrifft das erfindungsgemäße
Verfahren die Herstellung eines nicht-zeolithischen Molekularsiebs mit tetraedrisch
gebundenen Struktureinheiten, welche [M3O2]-, [SiO2]-,
[AlO2]- und [PO2]-Oxideinheiten umfassen, wobei "M3"
für ein Element steht, das in tetraedrischer Koordination mit [AlO2]-
und [PO2]-Einheiten Oxide bildet, durch eine mittlere Entfernung M3--O
in tetraedrischen Oxidstrukturen zwischen etwa 1,51 Å und etwa 2,06 Å
gekennzeichnet ist, eine Kationen-Elektronegativität zwischen etwa 523 kJ/g-Atom
(125 kcal/g-Atom) und etwa 1298 kJ/g-Atom (310 kcal/g-Atom) aufweist, und in kristallinen
dreidimensionalen Oxidstrukturen stabile M3-O-P-, M3-O-Al-
oder M3-O-M3-Bindungen bildet, wobei die Dissoziationsenergie
der "M3O"-Bindung bei 289°C mehr als etwa 247 kJ/mol (59 kcal/mol)
beträgt. Diese Molekularsiebe sind bspw. in US-Patent 4 973 785 offenbart.
Beim erfindungsgemäßen Verfahren wird ein nicht-zeolithisches
Molekularsieb hergestellt, indem ein eigentragendes Gel hergestellt wird, das aktive
Quellen des Molekularsiebs, ein Matrizenmittel und so viel Wasser umfasst, dass
das eigentragende Gel zu Teilchen geformt wird. Das eigentragende Gel wird dann
in einem Kristallisationsschritt so lange unter Kristallisationsbedingungen gehalten,
dass ein kristallisiertes Produkt mit Molekularsiebkristallen erhalten wird. Vor
der Kristallisation kann das eigentragende Gel zu Teilchen geformt werden, wobei
mindestens etwa 50 Gewichtsprozent der Teilchen und vorzugsweise etwa 80 Gewichtsprozent
der Teilchen einen größeren Durchmesser als etwa 0,254 mm (0,01 Zoll)
und stärker bevorzugt zwischen etwa 0,40 mm (1/64 Zoll) und etwa 12,2 mm (1/2
Zoll) aufweisen. Die Teilchen, wie sie hier hergestellt werden, sind eigentragend,
d.h. sie behalten nach der Herstellung ihre Form. Die Teilchen behalten vorzugsweise
ihre Form im Verlauf des Kristallisationsschrittes. Die Form der Teilchen ist für
die Erfindung nicht entscheidend, jedoch können je nach der Anwendung, für
die das Molekularsieb eingesetzt wird, einige Formen anderen gegenüber bevorzugt
sein. Die Teilchen können bspw. die Form von Körnern aufweisen, die hergestellt
werden durch Mischen der aktiven Quelle des Molekularsiebs, des Matrizenmittels
und so viel Wasser, dass Körner entstehen. Die Teilchen können bspw. alternativ
die Form von Stäbchen, Zylindern, Extrudaten, Perlen, Kugeln, Pillen, Tabletten
und anderen ähnlichen Formen aufweisen, die sich bekanntlich zur Katalyse eignen.
Eine wichtige Eigenschaft dieser Erfindung ist, dass die Teilchen vor der Kristallisation
geformt werden, und dass das nicht-zeolithische Molekularsieb aus den Teilchen und
innerhalb dieser kristallisiert.
Die Molzusammensetzung an Oxiden des eigentragenden Gels fällt
in die nachstehenden Bereiche:
wobei "R" ein organisches Matrizenmittel ist, und "M" mindestens ein Element außer
Aluminium und Phosphor ist, welches ein Oxid in tetraedrischer Koordination mit
[AlO2]- und [PO2]-Oxid-Struktureinheiten im Molekularsieb
bilden kann, und wobei das Gesamtwasser bspw. Wasser umfasst, das in hydratisierten
Quellen vorhanden ist, Wasser, das in zugegebenen wässrigen Lösungen zugegen
ist und flüssiges Wasser, das zur Erleichterung des Mischens, Formens und/oder
des Kristallisierens zugegeben wird.
Ein organisches Matrizenmittel, ebenfalls bekannt als strukturbestimmendes
Mittel, wird zu dem dichten Gel gegeben, damit die Kristallisation des Molekularsiebs
erleichtert wird. Organische Matrizenmittel können aus solchen ausgewählt
werden, die sich bekanntlich zur Synthese von Molekularsieben und Zeolithen einsetzen
lassen. Die US-Patente 4 710 485, 4 440 871, 4 310 440, 4 567 029, 4 686 093 und
4 913 799 umfassen Beispiele geeigneter Matrizenmittel.
Die erfindungsgemäß geeigneten Matrizenmittel enthalten
Elemente der Gruppe VA des Periodensystems der Elemente, insbesondere Stickstoff,
Phosphor, Arsen und Antimon, vorzugsweise N oder P, und am stärksten bevorzugt
N. Die Matrizenmittel enthalten ebenfalls zumindest einen Alkyl- oder Arylrest mit
1 bis 8 Kohlenstoffatomen. Besonders bevorzugte stickstoffhaltige Verbindungen zur
Verwendung als Matrizenmittel sind Amine und quatäre Ammoniumverbindungen,
wobei letztere durch die Formel R4N+ dargestellt werden, worin
jedes R ein Alkyl- oder Arylrest mit 1 bis 8 Kohlenstoffatomen ist. Polymere quatäre
Ammoniumsalze, wie [(C14H32N2)(OH)2]x,
wobei "x" einen Wert von mindestens 2 annimmt, lassen sich ebenfalls geeignet einsetzen.
Sowohl Mono-, Di- als auch Triamine werden vorteilhafterweise eingesetzt, und zwar
entweder allein oder in Kombination mit einer quatären Ammoniumverbindung oder
einer anderen Matrizenverbindung. Gemische von zwei oder mehr Matrizenmitteln bringen
entweder Gemische der gewünschten nicht-zeolithischen Molekularsiebe hervor,
oder die stärker bestimmenden Matrizenarten können den Verlauf der Reaktion
mit den anderen Matrizenarten steuern, die vorwiegend der Einstellung von pH-Wert-Bedingungen
des Reaktionsgels dienen. Veranschaulichende Matrizenmittel umfassen Tetramethylammonium-,
Tetraethylammonium-, Tetrapropylammonium- oder Tetrabutylammonium-Ionen, Di-n-Propylamin,
Diisopropylamin, Tripropylamin, Triethylamin, Triethanolamin, Piperidin, Cyclohexylamin,
2-Methylethanolamin, Cholin, N1N-Dimethylbenzylamin, N1N-Dimethylethanolamin,
Cholin, N1N-Dimethylpiperazin, 1,4-Diazabicyclo(2.2.2)octan, N-Methyldiethanolamin,
N-Methylethanolamin, N-Methylpiperidin, 3-Methylpiperidin, N-Methylcyclohexylamin,
3-Methylpyridin, 4-Methylpyridin, Chinuclidin; N1N-Dimethyl-1,4-diazabicyclo(2.2.2)octan-Ion,
Di-n-Butylamin, Neopentylamin, Di-n-Pentylamin, Isopropylamin, tert.-Butylamin,
Ethylendiamin, Pyrrolidin und 2-Imidazolidon. Nicht jedes Matrizenmittel bestimmt
die Bildung jeder NZMS-Art, d.h. ein einzelnes Matrizenmittel kann bei richtiger
Handhabung der Reaktionsbedingungen die Bildung mehrerer NZMS-Zusammensetzungen
bestimmen, und eine vorgegebene NZMS-Zusammensetzung lässt sich durch Verwendung
mehrerer verschiedener Matrizenmittel erzeugen.
Nennenswerte aktive Aluminiumquellen für das nicht-zeolithische
erfindungsgemäße Molekularsieb umfassen Aluminiumhydroxid Al(OH)3,
Gibbsit, Boehmit AlO(OH) oder Pseudoboehmit, ein Aluminiumoxid, wie Gamma- und Beta-Aluminiumoxid,
ein Aluminiumsalz, wie Aluminiumfluorid, Aluminiumsulfat, Aluminiumphosphat oder
Natriumaluminat oder ein Aluminiumalkoxid, wie Aluminiumisopropoxid. Aluminiumalkoxid,
Aluminiumhydroxid und Pseudoboehmit sind besonders bevorzugt. Bei herkömmlichen
Herstellungsverfahren kann überschüssiges Aluminiumoxid, das zu einem
Reaktionsgemisch für die Herstellung des Molekularsiebs gegeben wird, die Kristallisation
unterbrechen und muss bei Beendigung der Kristallisation wiedergewonnen oder verworfen
werden. Ein Aluminiumoxidüberschuss, der über der Menge an Aluminiumoxid
liegt, die zu dem dichten Gel des erfindungsgemäßen Verfahrens in das
Molekularsieb-Kristallgitter eingebaut wird, dient dagegen als amorphes Bindemittel
für die Kristalle, wodurch physikalische Eigenschaften verliehen werden, die
vorteilhaft sind, wenn die Kristalle für katalytische Verfahren verwendet werden.
Die bevorzugte aktive Quelle für Phosphor ist Phosphorsäure.
Andere organische Phosphate, wie Triethylphosphat und kristalline Aluminophosphate,
wie die Al-PO4-Zusammensetzung des US-Patentes 4 310 440 sind ebenfalls
zufriedenstellend. Silicasol oder Quarzstaub sind bevorzugte aktive Quellen für
Silicium. Silicagel und Silica-Hydrogel, Silicate, Kieselsäure,
kolloidales Silica, Silica-Hydroxide, Silicium-Alkoxide und reaktives festes amorphes
gefälltes Silica eignen sich ebenfalls.
Andere Elemente als Phosphor oder Aluminium, die in tetraedrischer
Koordination mit [AlO2]- und [PO2]-Oxidstruktureinheiten in
einem Molekularsieb ein Oxid bilden können, lassen sich in jeder Form, vorzugsweise
als wasserlösliches Salz, zu dem dichten Gel geben, welche die Bildung des
gewünschten Molekularsiebs nicht beeinträchtigt. Andere Elemente außer
Phosphor oder Aluminium werden vorzugsweise ausgewählt aus Arsen, Beryllium,
Bor, Chrom, Kobalt, Gallium, Germanium, Eisen, Lithium, Magnesium, Mangan, Silicium,
Titan, Vanadium, und Zink, und stärker bevorzugt aus Silicium, Magnesium, Mangan,
Zink und Kobalt, und noch stärker bevorzugt aus Silicium. Übliche Anionen
umfassen Chlorid, Fluorid, Iodid, Nitrat, Sulfat, Oxalat und Acetat.
Metalle lassen sich weiterhin zu dem selbsttragenden Gel zugeben,
damit sie innerhalb der Poren des Molekularsiebes während der Kristallisation
absorbiert werden und nicht im Molekularsiebgitter chemisch gebunden werden. Der
Zweck dieser zusätzlichen Metalle ist bspw. die Bereitstellung katalytischer
Metalle innerhalb des Molekularsiebs. Ein Silicoaluminophosphat-Molekularsieb, das
absorbierte Gruppe-VIII-Metalle enthält, wird in US-Patent 4 710 485 gelehrt.
Die Metallverbindung lässt sich durch Zugabe dieser Verbindung
zu einem der bei der Herstellung des Gels verwendeten Reaktanten in das molekularsiebbildende
Gel einbringen. Die Metallverbindung kann alternativ durch Zugabe zu den geformten
Teilchen eingebracht werden. Es ist jedoch wesentlich, dass die Metallverbindung
im eigentragenden Gel vorliegt, bevor die Kristallisation des Molekularsiebs erfolgt,
damit die Kristalle des Molekularsiebs in Gegenwart der Metallverbindung wachsen
können.
Diese weiteren Metalle umfassen vorzugsweise Gruppe VIB- und Gruppe
VIII-Metalle oder Gemische davon. Molybdän und Wolfram sind bevorzugte Gruppe
VIB-Metalle. Nickel und Kobalt sind bevorzugte Gruppe VIII-Nicht-Platinmetalle.
Das bevorzugte Gruppe-VIII-Metall ist ein Metall der Platinreihe, bspw. Platin,
Palladium, Iridium, Rhodium, Ruthenium oder Osmium. Platin und Palladium sind in
dieser Gruppe bevorzugt. Diese weiteren Metalle dienen als Hydrierungs-Dehydierungs-Komponenten
im mit dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellten Katalysator. Die
Metallmenge reicht von etwa 0,01 Gewichtsprozent bis etwa 10 Gewichtsprozent des
Molekularsiebs, vorzugsweise von etwa 0,2 bis etwa 5 Gewichtsprozent des Molekularsiebes.
Bei der Herstellung des Molekularsiebs werden die aktiven Quellen
des Molekularsiebs und ein oder mehrere Matrizenmittel, die das Molekularsieb bilden
können, gemischt, so dass ein eigentragendes Gel erhalten wird. Dabei wird
das Verhältnis der Komponenten des eigentragenden Gels vor der Kristallisation
derart eingestellt, dass sich das eigentragende Gel in eine Form bringen lässt
und diese Form beibehalten kann. Zum Formen von Teilchen aus dem eigentragenden
Gel lassen sich Verfahren anwenden, die es im Stand der Technik der Katalysatorherstellung
gibt, wie Mischen und Kneten. Das eigentragende Gel ist ein gewöhnlich homogenes
festes Gemisch mit genügend Wasser, so dass relativ trockene, relativ rieselfähige
weiche Körner oder grobes Pulver beim Misch- und Knetschritt erhalten werden.
Alternativ liegt das eigentragende Gel in einer oder mehreren Formen vor, wie Zylindern,
Stäbchen, Extrudaten, Pellets, Perlen, Kugeln, Tabletten, Pillen und dergleichen,
wobei vor dem Kristallisieren fachbekannte Verfahren eingesetzt werden. Beim Mischen
und Kneten wird genug Wasser zu den aktiven Quellen hinzu gefügt, dass die
gewünschte Konsistenz erzielt wird.
Die im eigentragenden Gel enthaltenen aktiven Quellen liegen gewöhnlich
bspw. als Pulver, kleine hydratisierte Teilchen oder konzentrierte Lösungen
vor. Größere Teilchen müssen vor dem Gebrauch evtl. verkleinert werden.
Ein erfindungsgemäß geeignetes Verkleinerungsverfahren findet sich bspw.
in US-Patent 5 208 005. Nicht sämtliche aktiven Quellen müssen beim Mischen
in Wasser wegen der leichteren Verarbeitbarkeit oder aus anderen Gründen vorzugsweise
leicht löslich sein, da das zu den Quellen zugegebene Wasser zur Herstellung
eines fluidartigen Gemischs nicht ausreicht.
Das gegebenenfalls in Form von Teilchen vorliegende eigentragende
Gel umfasst während der Kristallisation weniger als etwa 60 Gewichtsprozent,
vorzugsweise etwa 20 bis etwa 60 Gewichtsprozent und am stärksten bevorzugt
etwa 20 bis etwa 50 Gewichtsprozent Wasser. Dies ist erheblich weniger Flüssigkeit
als man bei herkömmlichen Verfahren zur Herstellung von Molekularsieben braucht.
Die zugegebene Menge Wasser hängt von einigen Faktoren ab, wie den eingesetzten
aktiven Quellen, der Art des verwendeten Mischgerätes und der gewünschten
Form des Molekularsiebs. Der Fachmann kann ohne übermäßiges Experimentieren
die zur korrekten Mischung der aktiven Quellen für das Molekularsieb notwendige
Flüssigkeitsmenge leicht bestimmen. Hydratisierte Quellen für das Molekularsieb
brauchen bspw. relativ wenig Flüssigkeit, wohingegen trockene
Quellen relativ mehr benötigen.
Diese Wassermenge reicht gewöhnlich sowohl zur Bildung der Teilchen
als auch zur Kristallisierung des Molekularsiebs aus den Teilchen und innerhalb
derselben bei Kristallisierungsbedingungen aus. Wasser lässt sich hinzu geben
oder nötigenfalls durch Trocknen beseitigen, so dass die Teilchen vor der Kristallisation
gebildet werden, und kann wiederum nach der Teilchenbildung und vor der Kristallisation
eingestellt werden, so dass die erforderliche Wassermenge in den Teilchen erzielt
wird. Zum Trocknen der Teilchen lassen sich herkömmliche Trocknungsverfahren
für feuchte Katalysematerialien verwenden. Diese umfassen bspw. Trocknen in
Luft oder einem Inertgas, wie Stickstoff oder Helium, bei Temperaturen unter etwa
200°C und bei Drücken von Subatmosphärendruck bis zu etwa 5 Atmosphären
Druck.
Natürlich vorkommende Tone, bspw. Bentonit, Kaolin, Montmorillonit,
Sepiolit und Attapulgit sind nicht erforderlich, können jedoch vor der Kristallisation
in die Teilchen eingemischt werden, damit die Intrateilchendiffusion verbessert
wird und damit Teilchen mit guter Bruchfestigkeit bereit gestellt werden. Diese
Tone lassen sich im Rohzustand wie bei der ursprünglichen Förderung verwenden
oder sie können zu Beginn einer Kalzinierung, einer Säurebehandlung oder
einer chemischen Modifikation unterworfen werden. Hochalkalische Tone sollten nicht
verwendet werden, da sie die Kristallisation stören. Es hat sich herausgestellt,
dass organische Bindemittel, wie bspw. mikrokristalline Cellulose, die physikalischen
Eigenschaften der Teilchen ebenfalls verbessern. Ein Aluminiumoxidüberschuss,
der über der Menge an Aluminiumoxid liegt, die in das Molekularsieb-Kristallgitter
eingebaut wird, wird vor der Kristallisation zu dem dichten Gel hinzu gegeben, und
dient als Bindemittel für die Kristalle.
Die in dem eigentragenden Gel (das als geformte Teilchen vorliegen
kann) vorhandene Flüssigkeit kann eine Kombination aus wässrigen und organischen
Flüssigkeiten sein, so lange die angegebene Menge Wasser zugegen ist. Da die
Gesamtmenge an Flüssigkeit bspw. die physikalische Festigkeit der geformten
Teilchen beeinträchtigen kann, ist der Gesamtgehalt an flüchtigen Bestandteilen
in den Teilchen während der Kristallisation kleiner als 60 Gewichtsprozent,
vorzugsweise im Bereich zwischen etwa 20 und etwa 60 Gewichtsprozent, und stärker
bevorzugt zwischen etwa 30 und etwa 50 Gewichtsprozent, wobei sich der Gesamtgehalt
an flüchtigen Bestandteilen auf das Gesamt-Teilchengewicht, einschließlich
dem Flüssigkeitsgehalt der Teilchen, bezieht. Eine Eigenschaft des erfindungsgemäßen
Verfahrens ist, dass über die Menge Flüssigkeit, die zur Bildung der Teilchen
benötigt wird, hinaus, keine weitere Flüssigkeit zur Kristallisation des
Molekularsiebs hinzu gegeben werden muss. Der Gehalt an flüchtigen Bestandteilen
des Reaktionsgemisches lässt bestimmen, indem eine Probe des Gemischs bis zu
30 min oder mehr bei Umgebungsdruck und einer Temperatur bis zu etwa 1000°F
erhitzt wird.
Die Kristallisation des Molekularsiebs innerhalb des eigentragenden
Gels, das in Form von Teilchen vorliegen kann, erfolgt in Abwesenheit einer von
außen zugegeben flüssigen Phase, d.h. in Abwesenheit einer flüssigen
Phase, die sich von dem Gel mit physikalischen Fest-Flüssig-Routine-Trennungsverfahren
trennen lässt, wie Schwerkraftfiltration oder Dekantieren. Es schadet dem erfindungsgemäßen
Verfahren gewöhnlich nicht, wenn etwas flüssiges Wasser mit dem Gel oder
den geformten flüssigen Teilchen während der Kristallisation zusammen
kommt. Bei der Kristallisation befindet sich wahrscheinlich etwas Wasser auf der
Oberfläche des Gels, bspw. durch Benetzen der Geloberfläche. Es sollte
sich tatsächlich genügend Wasser in der Kristallisationskammer, in der
die Kristallisation erfolgt, befinden, damit das Gel in einer Wasserdampfatmosphäre
gehalten wird. Eine Aufgabe der Erfindung ist jedoch die Bereitstellung eines Verfahrens
zum Kristallisieren des nicht-zeolithischen Molekularsiebs, bei dem die Menge an
Wasser, die nach der Kristallisation behandelt und/oder entsorgt werden muss, verringert
wird. Zu diesem Zweck stellt das erfindungsgemäße Verfahren ein Syntheseverfahren
bereit, das über die Menge an Flüssigkeit, die zur Bildung von Teilchen
benötigt wird, hinaus, kein zusätzliches Wasser für die Kristallisation
benötigt. Bei der Kristallisation vorhandenes flüssiges Wasser kann tatsächlich
die Form der Teilchen verändern und bewirkt unter extremen Umständen,
dass die Teilchen ihren Zusammenhalt verlieren oder sich lösen. Die bei der
Kristallisation eingesetzte Flüssigkeitsmenge wird daher vorwiegend von den
Anforderungen an die Bildung der Teilchen aus den aktiven Quellen des nicht-zeolithischen
Molekularsiebs und an die Aufrechterhaltung der Formen der Teilchen bei der Kristallisation
bestimmt.
Die Kristallisation erfolgt bei erhöhter Temperatur und gewöhnlich
in einem Autoklaven, so dass das eigentragende Gel einem autogenen Druck unterliegt,
bis sich NZMS-Kristalle bilden. Die Temperaturen während des hydrothermischen
Kristallisationsschrittes werden gewöhnlich von etwa 80°C bis etwa 225°C,
vorzugsweise von etwa 90°C bis etwa 200°C, und stärker bevorzugt
von etwa 100°C bis etwa 180°C gehalten. Eine wichtige Eigenschaft des
erfindungsgemäßen Verfahrens ist, dass die Kristallisation des NZMS gegenüber
herkömmlichen Kristallisationsverfahren häufig schneller erfolgt. Die
zur Kristallbildung nötige Kristallisationsdauer reicht gewöhnlich
von etwa 1 Std. bis zu etwa 10 Tagen, und häufiger von etwa 3 Std. bis zu etwa
4 Tagen.
Das erhaltene Molekularsieb umfasst ein dreidimensionales Mikroporen-Kristallgerüst
mit tetraedrischen [PO2]- und [AlO2]-Einheiten, dessen empirische
Formel auf wasserfreier Basis
aR:(MxAlyPz)O2 ist,
wobei "R" ein organisches Matrizenmittel veranschaulicht; der Wert von "a" so groß
ist, dass eine effektive Konzentration von "R" bereit gestellt wird und von größer
Null (0) bis etwa 6, vorzugsweise von größer Null (0) bis etwa 3 reicht;
"M" mindestens ein Element außer Aluminium und Phosphor darstellt, welches
ein Oxid in tetraedrischer Koordination mit [AlO2]- und [PO2]-Oxidstruktureinheiten
im Molekularsieb bilden kann; "x" den Molenbruch von "M" darstellt und einen Wert
gleich oder größer Null annimmt; und "y" und "z" die Molenbrüche
von Aluminium bzw. Phosphor im (MxAlyPz)O2-Bestandteil
sind und "y" und "z" jeweils einen Wert von mindestens 0,01 annehmen.
Die Kristalle lassen sich direkt nach ihrer Entstehung mit Wasser
waschen. Das erfindungsgemäße NZMS sollte beim Einsatz entweder als Adsorptionsmitttel,
Ionenaustauscher oder als Katalysator in einem Umwandlungsverfahren für organische
Verbindungen – zumindest partiell – dehydratisiert werden. Dies erfolgt
durch Erhitzen auf eine Temperatur im Bereich von 200 bis 800°C.
Ein weiterer wichtiger Aspekt des erfindungsgemäßen Verfahrens
ist die hohe NZMS-Ausbeute bei Verwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens.
Herkömmliche Verfahren zur Herstellung von NZMS, die eine abtrennbare flüssige
Phase im Kristallisationsschritt umfassen, verlieren bei Beendigung des Kristallisationsschrittes
sehr viel Reagenzien in der flüssigen Phase. Beim erfindungsgemäßen
Verfahren beträgt die Ausbeute an NZMS dagegen am Ende des Kristallisationsschrittes
gewöhnlich mindestens etwa 50 Gewichtsprozent, wobei die Ausbeute an NZMS auf
wasserfreier Basis als Prozentsatz der theoretischen Maximalausbeute, bezogen auf
die Reaktionsstöchiometrie und die verwendeten Mengen der Reagenzien, bestimmt
wird. Durch sorgfältiges Mischen der Reagenzien in stöchiometrischen Verhältnissen
lassen sich NZMS-Ausbeuten von mindestens etwa 70% (Gew./Gew.), vorzugsweise mindestens
etwa 80% (Gew./Gew.) und stärker bevorzugt mindestens etwa 90% (Gew./Gew.)
erzielen.
Das zur Bestimmung der Röntgen-Kristallform des NZMS und daher
der NZMS-Ausbeute verwendete Verfahren ist ein Intensitäts-Vergleichsverfahren
ähnlich wie das für Y-Zeolith verwendete ASTM D 3906, "Standard Test Method
for Relative Zeolite Diffraction Intensities". Bei D 3906 entspricht die Peakhöhe
multipliziert mit der Peakbreite auf halber Höhe ungefähr der integrierten
Fläche unter jedem Peak. Das hier beschriebene verwendete Verfahren unterscheidet
sich von D 3906 dahingehend, dass die integrierte Fläche (Intensität)
für jeden Peak bestimmt wird, indem die Peakform an ein mathematisches Profil
(bspw. eine Pseudo-Voight-Funktion) angenähert wird. Die auf dem mathematischen
Profil basierenden integrierten Intensitäten werden addiert und dann mit der
gleichen Summe eines Standard-Materials verglichen.
Die Röntgen-Kristallographie-Charakterisierung und das herkömmliche
Verfahren zur Herstellung von SAPO-5, SAPO-11, SAPO-31 und SAPO-39 sind bspw. offenbart
in den US-Patenten 4 440 871, 4 943 424 und 5 087 347.
Vor der Kristallisation umfasst das eigentragende Gel, hergestellt
wie beschrieben, amorphe, nicht-kristalline Reagenzien. Kristallines Material (d.h.
"Impf"-Kristalle) können vor dem Kristallisationsschritt zugegeben werden.
Verfahren zur Steigerung der Kristallisation der Molekularsiebe durch Zugabe von
Impfkristallen sind bekannt. Die Zugabe von Impfkristallen ist jedoch für das
erfindungsgemäße Verfahren nicht zwingend. Es ist tatsächlich eine
wichtige Eigenschaft des erfindungsgemäßen Verfahrens, dass sich das NZMS
im Gel bei Abwesenheit von vor dem Kristallisationsschritt zugegebenen Kristallen
kristallisieren lässt.
Eine wichtige Eigenschaft des erfindungsgemäßen Verfahrens
ist die geringe Kristallitgröße der beim Verfahren erzeugten NZMS-Kristalle.
Da kleine Kristalle für bestimmte katalytische Anwendungen wünschenswert
sind, lassen sich die Kristallisationsbedingungen bspw. anpassen durch Verringern
der Kristalisationstemperatur, Verringern der Aufheizrate zu Beginn der Kristallisation,
Zugabe von Materialien, wie Siliciumdioxid zum Reaktionsgemisch zur Verzögerung
des Kristallwachstums und/oder durch Verringern des Wassergehaltes des Reaktionsgemisches
vor der Kristallisation, damit Kristalle erzeugt werden, deren Kristallitgröße
kleiner als 1,0 Mikron ist. Eine sorgfältige Einhaltung der Synthesebedingungen
kann Kristalle hervorbringen, deren Kristalitgröße kleiner als 0,7 Mikron
und sogar nur 0,5 Mikron oder weniger beträgt. Die Kristallgröße
lässt sich bspw. bestimmen durch Mahlen der geformten Teilchen, so dass die
einzelnen Kristalle getrennt werden. Anschließend werden Hochauflösungs-Rasterelektronenmikroskopieaufnahmen
der getrennten Kristalle angefertigt, wonach die durchschnittliche Größe
der einzelnen Zeolith-Kristalle durch Bezugnahme auf kalibrierte Längenstandards
bestimmt wird. Die durchschnittliche Kristallgröße wird dann auf verschiedene
bekannte Weisen berechnet, einschließlich:
wobei ni die Anzahl der Zeolithkristalle ist, deren Mindestlänge
im Interval Li liegt. Für die Zwecke dieser Offenbarung wird die
durchschnittliche Kristallgröße als Zahlenmittel definiert. Man beachte,
dass die Zeolithkristallgröße für erfindungsgemäße Zwecke
von der von einigen Herstellern bezeichneten "Teilchengröße" unterschieden
wird, wobei letztere die mittlere Größere sämtlicher Teilchen in
dem kristallisierten NZMS-Molekularsiebpulver ist, einschließlich einzelner
Kristalle und polykristalliner Agglomerate.
Das aus dem Kristallisationsschritt gewonnene NZMS lässt sich
wie synthetisiert verwenden, kann aber auch getrocknet oder thermisch behandelt
(kalziniert) werden. Übliche Kalzinierungsbedingungen umfassen das Erhitzen
in Luft oder einem Inertgas bei Temperaturen von etwa 200°C bis 820°C
für eine Zeitspanne von 1 bis 48 Std. oder mehr. Das NZMS lässt sich für
Anwendungen, bei der eine Hydrierungs-Dehydrierungsfunktion gewünscht ist,
in inniger Kombination mit Hydrierungskomponenten verwenden, wie Wolfram, Vanadium,
Molybdän, Rhenium, Nickel, Kobalt, Chrom, Mangan oder einem Edelmetall, wie
Palladium oder Platin. Gruppe-VII-Metalle, ausgewählt aus mindestens einem
Element aus Platin und Palladium sind bevorzugt. Die Metallmenge reicht von etwa
0,01 bis etwa 10 Gewichtsprozent, vorzugsweise von etwa 0,2 bis etwa 5 Gewichtsprozent
des Molekularsiebs.
Wasserstoff, Ammonium und die Metallkomponenten lassen sich in den
Zeolithen tauschen. Das Molekularsieb kann ebenfalls mit den Metallen imprägniert
werden, oder die Metalle können physikalisch mit dem Molekularsieb innig gemischt
werden, wobei fachbekannte Standardverfahren verwendet werden. Die Metalle können
alternativ in dem Kristallgitter absorbiert werden, indem die gewünschten Metalle
im Reaktionsgemisch, aus dem das Molekularsieb hergestellt wird, als Ionen vorliegen.
Die Verfahren zum Einbringen katalytisch aktiver Metalle in ein Molekularsieb
sind in der Literatur offenbart. Vorher existierende Metall-Einbringungsverfahren
und die Behandlung des Molekularsiebs unter Bildung eines aktiven Katalysators,
wie Ionenaustausch, Imprägnierung oder Absorption während der Siebherstellung
eignen sich für die Verwendung im erfindungsgemäßen Verfahren. Diese
Techniken sind in den US-Patenten 3 236 761, 3 226 339, 3 236 762, 3 620 960, 3
373 109, 4 202 996, 4 440 781 und 4 710 485 offenbart.
Der Begriff "Metall" oder "aktives Metall" wie hier verwendet bedeutet
ein oder mehrere Metalle im Elementarzustand oder in einer Form wie einem Sulfid,
Oxid oder Gemischen davon. Ungeachtet des Zustands, in dem die Metallkomponente
tatsächlich vorliegt, werden die Konzentrationen so berechnet, als läge
sie im Elementarzustand vor.
Nach der Zugabe der Metalle kann das Molekularsieb in Luft oder einem
Inertgas bei Temperaturen von etwa 200°C bis 820°C für Zeitspannen
von 1 bis 48 Std. oder mehr gebrannt werden, so dass ein katalytisch aktives Produkt
erzeugt wird, das sich besonders für Kohlenwasserstoff-Umwandlungsverfahren
eignet.
Das nicht-zeolithische Molekularsieb kann ohne zusätzliches Formen
als Katalysator verwendet werden, wenn die aus dem Kristallisationsschritt erhaltenen
Teilchen die für den fertigen Katalysator gewünschte Größe und
Form haben. Das Molekularsieb kann alternativ mit anderen Materialien gemischt werden,
die gegenüber den bei organischen Umwandlungsverfahren eingesetzten Temperaturen
und anderen Bedingungen, beständig sind, wobei Verfahren verwendet werden,
wie Sprühtrocknen, Extrusion und dergleichen. Diese Matrixmaterialien umfassen
aktive und inaktive Materialien und synthetische oder natürlich vorkommende
Zeolithe sowie anorganische Materialien, wie Aluminiumoxid, Tone, Siliciumdioxid,
und Metalloxide. Die letzteren können natürlich vorkommen oder als gelatineartige
Niederschläge, Sole oder Gele, einschließlich Gemischen aus Siliciumdioxid
und Metalloxiden, zugegen sein. Die Verwendung eines aktiven Materials zusammen
mit dem synthetischen Molekularsieb, d.h. damit kombiniert, verbessert die Umwandlung
und Selektivität des Katalysators bei bestimmten organischen Umwandlungsverfahren.
Inaktive Materialien dienen geeigneterweise als Verdünnungsmittel zur Steuerung
des Umwandlungsgrades in einem bestimmten Verfahren, so dass sich Produkte ohne
weitere Maßnahmen zur Steuerung der Reaktionsgeschwindigkeit ökonomisch
erhalten lassen. Molekularsiebmaterialien sind häufig in natürlich vorkommenden
Tonen, bspw. Bentonit und Kaolin, inkorporiert. Diese Materialien, d.h. Tone, Oxide
usw., dienen zum Teil als Bindemittel für den Katalysator. Wünschenswerterweise
wird ein bruchsicherer Katalysator bereit gestellt, da der Katalysator bei der Erdölraffination
oft grob behandelt wird. Dadurch wird der Katalysator pulverisiert und es kommt
zu Problemen bei der Verarbeitung.
Natürlich vorkommende Tone, die sich mit Molekularsiebkristallen
mischen lassen, umfassen die Montmorillonit- und Kaolin-Familien, welche Subbentonite
umfassen, sowie die Kaoline, die allgemein als Dixie-, McNamee-, Georgia- und Florida-Tone
bekannt sind, oder andere, in denen der Hauptmineralbestandteil Halloysit, Kaolinit,
Dickit, Nacrit oder Anauxit ist. Diese Tone lassen sich im Rohzustand, wie ursprünglich
gefördert, oder nach einer anfänglichen Kalzinierung, Säurebehandlung
oder einer chemischen Modifikation verwenden. Bindemittel, die sich zum Mischen
mit dem erfindungsgemäßen Kristall eignen, umfassen auch anorganische
Oxide, insbesondere Aluminiumoxid oder Siliciumdioxid.
Zusätzlich zu den vorstehenden Materialien kann das erzeugte
NZMS mit einem porösen Matrixmaterial gemischt werden, wie Aluminiumphosphat,
Siliciumdioxid-Aluminiumoxid, Siliciumdioxid-Magensiumoxid, Siliciumdioxid-Zirkondioxid,
Siliciumdioxid-Thoriumoxid, Siliciumdioxid-Berylliumoxid, Siliciumdioxid-Titandioxid,
sowie ternären Zusammensetzungen wie Siliciumdioxid-Aluminiumoxid-Thoriumoxid,
Siliciumdioxid-Aluminiumoxid-Zirkondioxid, Siliciumdioxid-Aluminiumoxid-Magnesiumoxid
und Siliciumdioxid-Magnesiumoxid-Zirkondioxid. Die relativen Verhältnisse des
feinteiligen NZMS-Materials und der Gelmatrix aus anorganischem Oxid variieren stark,
wobei der Kristallgehalt von 1 bis 90 Gewichtsprozent und häufiger –
wenn der Verbundstoff in Perlenform hergestellt wird – im Bereich von 2 bis
80 Gewichtsprozent des Verbundstoffes liegt.
Beim erfindungsgemäßen Verfahren hergestellte nicht-zeolithische
Molekularsiebe eignen sich für eine Anzahl organischer Verfahren z.B. zur Umwandlung
von Kohlenwasserstoff-Verbindungen. Kohlenwasserstoff-Umwandlungsreaktionen sind
chemische und katalytische Verfahren, bei denen kohlenstoffhaltige Verbindungen
in andere kohlenstoffhaltige Verbindungen umgewandelt werden. Beispiele für
Kohlenwasserstoff-Umwandlungsreaktionen umfassen katalytisches Cracken, Hydrocracken,
Entwachsen sowie Olefin- und Aromaten-Bildungsreaktionen, einschließlich der
Bildung von Oxygenaten. Die Katalysatoren eignen sich bei anderen Erdölraffinations-
und Kohlenwasserstoff-Umwandlungsreaktionen, wie der Isomerisierung und Hydroisomerisierung
von Paraffinen und Olefinen, der Polymerisierung und Oligomerisierung olefinischer
oder acetylenischer Verbindungen, wie Isobutylen und Penten-1, Reformierung, Alkylierung,
Isomerisierung polyalkylsubstituierter Aromaten (bspw. meta-Xylol) und der Disproportionierung
von Aromaten (bspw. Toluol), so dass ein Gemisch aus Benzol, Xylolen und höheren
Methylbenzolen erhalten wird.
BEISPIELEBeispiel 1 (SAPO-31)
8 g Silica (Hi-Sil 233, 92 Gewichtsprozent SiO2, 8 Gewichtsprozent
H2O) wurden mit 56 g Catapal-Aluminiumoxid (Pseudoboehmit, 73 Gewichtsprozent
Al2O3, 27 Gewichtsprozent H2O) gemischt. Anschließend
wurden 36 g Di-n-Propylamin langsam eingemischt und weitere 30 min gemischt.
80 g peptisiertes und (mit HNO3 bzw. NH4OH)
neutralisiertes Catapal-Aluminiumoxid, das 35 Gewichtsprozent Al2O3
und 65 Gewichtsprozent H2O enthielt, wurden hergestellt. Dieses Aluminiumoxid
wurde zum vorstehenden Gemisch gegeben und 30 min gemischt.
Anschließend wurden 92 g 86% H3PO4 langsam
unter Mischen dazu gegeben.
Das Gemisch wurde dann durch eine 1/16 Zoll-Düse auf einer Carver-Presse
extrudiert und daraufhin in einer Teflonflasche in einem Druckgefäß aus
nichtrostenden Stahl untergebracht und 2 Tage bei 190°C und autogenem Druck
erhitzt. Das Extrudat wurde mit Wasser gewaschen und über Nacht in einem Vakuumofen
bei 120°C getrocknet und anschließend 8 Std. bei 593°C in Luft kalziniert.
Der Röntgenbeugungsanalyse zufolge enthielt das Extrudat vorwiegend SAPO-31.
Beispiel 2 (SAPO-11)
92 g 86% H3PO4 wurden mit 19 g Catapal-Aluminiumoxid
gemischt. Anschließend wurden 8 g Siliciumdioxid (Cab-O-Sil M-5, 91 Gewichtsprozent
SiO2, 9 Gewichtsprozent H2O) zusammen mit weiteren 37 g Catapal-Aluminiumoxid
zugegeben und 15 min gemischt. 80 g peptisiertes und neutralisiertes Catapal-Aluminiumoxid
wurden dann unter Mischen für 15 min dazugegeben. Dann wurden 36 g Di-n-Propylamin
unter Mischen für weitere 15 min langsam dazu gegeben. Das Gemisch wurde 3
Std. im Abzug Absitzen gelassen und dann durch eine 1/16-Zoll-Düse
extrudiert. Der Gehalt an flüchtigen Bestandteilen des Extrudates betrug 52,4
Gewichtsprozent. Das Extrudat wurde in einer Teflonflasche in einem Druckgefäß
aus nichtrostendem Stahl untergebracht und 2 Tage bei 190°C und autogenem Druck
erhitzt. Das Extrudat wurde mit Wasser gewaschen und über Nacht in einem Vakuumofen
bei 120°C getrocknet, und anschließend für 8 Std. in Luft bei 593°C
kalziniert. Der Röntgenbeugung zufolge enthielt das Extrudat vorwiegend SAPO-11
und geringere Mengen SAPO-31 und SAPO-39.
Das Extrudat wurde mit 0,5 Gewichtsprozent Platin imprägniert,
wobei eine wässrige Pt(NH3)4(NO3)2-Lösung
verwendet wurde, über Nacht in einem Vakuumofen bei 110°C getrocknet und
in Luft 2 Std. bei 149°C, 2 Std. bei 204°C und 4 Std. bei 288°C kalziniert.
Die Beispiele 3 und 4 zeigen einige Ergebnisse für Schmiermittel-Entwachsung,
wobei der im erfindungsgemäßen Verfahren hergestellte Katalysator verwendet
wurde.
Beispiel 3
Der Katalysator von Beispiel 2 wurde zum Entwachsen eines wachshaltigen
hydrogecrackten mittleren neutralen Schmieröls (Tabelle I) bei 1,0 LHSV, 1950
psig Gesamtdruck und einem einmaligen Durchlauf von 8000 SCF/bbl H2 verwendet.
Den Ergebnissen in Tabelle II zufolge erzeugt der Katalysator ein Produkt mit niedrigem
Gießpunkt bei hoher Ausbeute und hohem Viskositätsindex.
Beispiel 4
Ein Katalysator wurde ähnlich wie in Beispiel 2 hergestellt und
zum Entwachsen des Schmieröls der Tabelle I bei 1,3 LHSV, 1950 psig Gesamtdruck
und 8000 SCF/bbl H2 verwendet. Die Ergebnisse sind in Tabelle II angegeben.
Beispiel 5 (SAPO 39)
92 g 86% H3PO4 wurden 10 min mit 19 g Catapal-Aluminiumoxid
gemischt. 80 g Cab-O-Sil Siliciumdioxid wurden zusammen mit 80 g peptisiertem und
neutralisiertem Catapal-Aluminiumoxid (35 Gewichtsprozent Al2O3,
65 Gewichtsprozent H2O) zugegeben und 3,5 Std. gemischt. Weitere 5 g
Catapal-Aluminiumoxid wurden unter Mischen hinzu gegeben, gefolgt von 45 g Di-n-Propyalamin.
Das Gemisch wurde dann durch eine 1/16-Zoll-Düse extrudiert. Der Gehalt an
flüchtigen Bestandteilen des Extrudates betrug 51,2 Gewichtsprozent. Das
Extrudat wurde in einer Teflonflasche in einem Druckgefäß aus nichtrostendem
Stahl untergebracht und 24 Std. bei 190°C und autogenem Druck erhitzt. Das
Extrudat wurde mit Wasser gewaschen, über Nacht in einem Vakuumofen bei 120°C
getrocknet und dann 7 Std. in Luft bei 600°C kalziniert. Der Röntgenbeugungsanalyse
zufolge bestand das Extrudat fast vollständig aus SAPO-39.
Bei Verwendung von lediglich Di-n-propylamin als Matrizenmittel wird
Beispiel 5 zufolge eine erhebliche Menge des kleinporigen SAPO-39 gebildet.
Beispiel 6 (SAPO-11)
Zu 100 g Al(OH)3 (Reheis F2000, 53 Gewichtsprozent Al2O3,
47 Gewichtsprozent H2O) wurden 10 g Wasser und 112 g 86% H3PO4
langsam unter Mischen hinzu gegeben. Das Mischen erfolgte weitere 30 min. 10 g Cab-O-Sil-Siliciumdioxid
und 20 g peptisiertes und neutralisiertes Catapal-Aluminiumoxid (35 Gewichtsprozent
Al2O3, 65 Gewichtsprozent H2O) wurden dazu gegeben
und 1,5 Std. gemischt. Dazu wurden 27 g Di-n-Propylamin und 9 g Diisopropylamin
langsam gegeben. Weitere 10 g Wasser wurden unter weiterem Mischen dazu gegeben.
Das Gemisch wurde durch eine 1/16-Zoll-Düse extrudiert. Der Gehalt an flüchtigen
Bestandteilen des Extrudats betrug 46,0 Gewichtsprozent. Das Extrudat wurde in einer
Teflonflasche in einem Druckgefäß aus nichtrostendem Stahl untergebracht
und 2 Tage bei 180°C und autogenem Druck erhitzt. Das Extrudat wurde mit Wasser
gewaschen über Nacht in einem Vakuumofen bei 120°C getrocknet, und dann
8 St. bei 593°C unter Luft gebrannt. Der Röntgenbeugungsanalyse zufolge
enthielt das Extrudat fast ausschließlich SAPO-11.
Durch Einstellen des Verhältnisses der Matrizenmittel Di-n-propylamin
und Diisopropylamin lässt sich Beispiel 6 zufolge ausschließlich SAPO-11
herstellen.
Beispiel 7 (SAPO-5/SAPO-11)
Zu 112 g 86% H3PO4 wurden 30 g Reheis-Al(OH)3
gegeben und 30 min gemischt. Weitere 50 g Reheis-Al(OH)3 wurden dann
zusammen mit 10 g Cab-O-Sil-Siliciumdioxid dazu gegeben und 30 min gemischt. Weitere
20 g Reheis Al(OH)3, gefolgt von 36 g Diisopropylamin, wurden dann langsam
unter Mischen dazu gegeben. 60 g Wasser wurden dann unter Mischen dazu gegeben,
und das Gemisch wurde durch eine 1/16-Zoll-Düse extrudiert. Der Gehalt an flüchtigen
Bestandteilen im Extrudat betrug 51,9 Gewichtsprozent. Das Extrudat wurde in einer
Teflonflasche in einem Druckgefäß aus nichtrostendem Stahl untergebracht
und 2 Tage bei 190°C und autogenem Druck erhitzt. Das Extrudat wurde dann mit
Wasser gewaschen, über Nacht in einem Vakuumofen bei 120°C getrocknet
und 8 Std. bei 593°C in Luft gebrannt. Der Röntgenbeugungsanalyse zufolge
enthielt das Extrudat SAPO-11 und SAPO-5 in einem Verhältnis von etwa 3/1.
Beispiel 7 zeigt, dass nur bei Verwendung von Diisopropylamin als Matrizenmittel
eine erhebliche Menge des großporigen SAPO-5 entsteht.
Anspruch[de]
Verfahren zur Herstellung eines nicht-zeolithischen Molekularsiebs,
umfassend
a. das Herstellen von Teilchen, beinhaltend:
i. mindestens eine aktive Quelle für Phosphor,
ii. mindestens eine aktive Quelle für Aluminiumoxid,
iii. ein organisches Matrizenmittel, das das Molekularsieb bilden kann, und
iv. so viel Wasser für die Herstellung der Teilchen, dass Teilchen erhalten
werden, aber nicht so viel, dass man ein fluides Gemisch der aktiven Quellen des
Molekularsiebes erhält; unddas Halten der Teilchen bei Kristallisationsbedingungen für eienn
solangen Zeitraum, dass ein kristallisiertes Produkt, welches Kristalle des Molekularsiebs
enthält, gebildet wird.Verfahren nach Anspruch 1, wobei die Teilchen vor der Kristallisation
in Bezug auf die Oxide Molkonzentrationen in den nachstehenden Bereichen aufweisen:
wobei "R" ein organisches Matrizenmittel ist, welches das nicht-zeolithische Molekularsieb
bilden kann, und "M" mindestens ein Element ist, nicht aber Aluminium
und Phosphor, das ein Oxid in tetraedrischer Koordination mit [AlO2]-
und [PO2]-Oxid-Struktureinheiten im Molekularsieb bilden kann.Verfahren nach Anspruch 2, wobei die Teilchen eine Molzusammensetzung
an Oxiden aufweisen, die innerhalb der nachstehenden Bereiche liegt:
Verfahren nach Anspruch 2, wobei das Element "M" ausgewählt ist
aus Arsen, Beryllium, Bor, Chrom, Kobalt, Gallium, Germanium, Eisen, Lithium, Magnesium,
Mangan, Silicium, Titan, Vanadium und Zink.Verfahren nach Anspruch 2, wobei das Element "M" Silicium ist.Verfahren nach Anspruch 1, wobei die Ausbeute an Molekularsieb mindestens
50 Gewichtsprozent beträgt.Verfahren nach Anspruch 1, wobei die Ausbeute an Molekularsieb mindestens
70 Gewichtsprozent beträgt.Verfahren nach Anspruch 1, wobei die Teilchen vor der Kristallisation
keine zugesetzten Impfkristalle enthalten.Verfahren nach Anspruch 1, wobei die Teilchen während der Kristallisation
einen Gesamtgehalt an flüchtigen Stoffen von weniger als 60 Gewichtsprozent
aufweisen.Verfahren nach Anspruch 1, wobei die Teilchen während der Kristallisation
einen Gesamtgehalt an flüchtigen Stoffen im Bereich von 20 bis 60 Gewichtsprozent
aufweisen.Verfahren nach Anspruch 1, wobei die aktive Quelle für Aluminiumoxid
Al(OH)3 Pseudoboehmit oder ein Gemisch damit ist.Verfahren nach Anspruch 1, wobei das organische Matrizenmittel Di-n-propylamin,
Diisopropylamin oder ein Gemisch davon ist.Verfahren nach Anspruch 1, wobei mindestens 50 Gewichtsprozent der Teilchen
größer als 0,254 mm (0,01 Zoll) im Durchmesser sind.Verfahren nach Anspruch 1, wobei mindestens 50 Gewichtsprozent der Teilchen
0,40 mm (1/64 Zoll) bis 12,2 mm (1/2 Zoll) Durchmesser aufweisen.Verfahren nach Anspruch 13, wobei die Teilchen ein oder mehrere Formen
haben mit Stäbchen, Zylindern, Extrudaten, Pellets, Perlen, Kugeln, Pillen,
Tabletten, Körnern oder Agglomeraten.Verfahren nach Anspruch 1, wobei das Molekularsieb SAPO-5 ist.Verfahren nach Anspruch 1, wobei das Molekularsieb SAPO-11 ist.Verfahren nach Anspruch 1, wobei das Molekularsieb SAPO-31 ist.Verfahren nach Anspruch 1, wobei das Molekularsieb SAPO-39 ist.Verfahren nach Anspruch 1, wobei das nicht-zeolithische Molekularsieb
auf wasserfreier Basis bezogen auf die Molverhältnisse der Elemente die nachstehende
empirische Formel besitzt:
aR:(MxAlyPz)O2,
worin "R" ein organisches Matrizenmittel darstellt; der Wert von "a" von größer
Null (0) bis 6 reicht und so groß ist, dass eine wirksame Konzentration von
"R" vorhanden ist; "M" mindestens ein Element außer Aluminium und Phosphor
darstellt, das ein Oxid in tetraedrischer Koordination mit [AlO2]- und
[PO2]-Struktureinheiten bilden kann; "x" den Molenbruch von "M" ist und
einen Wert gleich oder größer Null annimmt; und "y" und "z" die Molenbrüche
von Aluminium bzw. Phosphor im (MxAlyPz)O2-Bestandteil
sind und "y" und "z" jeweils einen Wert von mindestens 0,01 annehmen.Verfahren nach Anspruch 1, wobei in Schritt (a) ein eigentragendes Gel
erzeugt wird, das die Komponenten (i), (ii), (iii) und (iv) umfasst und anschließend
zu Teilchen geformt wird.Verfahren nach Anspruch 21, wobei das eigentragende Gel vor der Kristallisation
eine Molkonzentration an Oxiden aufweist, die in die nachstehenden Bereiche fällt:
wobei "R" ein organisches Matrizenmittel ist, das das nicht-zeolithische Molekularsieb
bilden kann, und "M" mindestens ein Element außer Aluminium und Phosphor ist,
das ein Oxid in tetraedrischer Koordination mit [AlO2]- und [PO2]-Oxid-Struktureinheiten
im Molekularsieb bilden kann.Verfahren nach Anspruch 22, wobei das eigentragende Gel eine Molzusammensetzung
der Oxide aufweist, die in die nachstehenden Bereiche fällt:
Verfahren nach Anspruch 22, wobei das Element "M" ausgewählt ist
aus Arsen, Beryllium, Bor, Chrom, Kobalt, Gallium, Germanium, Eisen, Lithium, Magnesium,
Mangan, Silicium, Titan, Vanadium und Zink.Verfahren nach Anspruch 22, wobei das Element "M" Silicium ist.Verfahren nach Anspruch 21, wobei die Ausbeute an Molekularsieb mindestens
50 Gewichtsprozent beträgt.Verfahren nach Anspruch 21, wobei die Ausbeute an Molekularsieb mindestens
70 Gewichtsprozent beträgt.Verfahren nach Anspruch 21, wobei das eigentragende Gel vor der Kristallisation
keine zugesetzten Impfkristalle enthält.Verfahren nach Anspruch 21, wobei das eigentragende Gel während
der Kristallisation einen Gesamtgehalt an flüchtigen Stoffen von weniger als
60 Gewichtsprozent aufweist.Verfahren nach Anspruch 21, wobei das eigentragende Gel während
der Kristallisation einen Gesamtgehalt an flüchtigen Stoffen im Bereich von
20 bis 60 Gewichtsprozent aufweist.Verfahren nach Anspruch 21, wobei die aktive Quelle für Aluminiumoxid
Al(OH)3 Pseudoboehmit oder ein Gemisch davon ist.Verfahren nach Anspruch 21, wobei das organische Matrizenmittel Di-n-propylamin,
Diisopropylamin oder ein Gemisch davon ist.Verfahren nach Anspruch 21, wobei das nicht-zeolithische Molekularsieb
auf wasserfreier Basis, ausgedrückt als Molverhältnisse der Elemente,
nachstehende empirische Formel besitzt:
aR:(MxAlyPz)O2,
wobei "R" ein organisches Matrizenmittel darstellt; der Wert von "a" so groß
ist, dass eine wirksame Konzentration von "R" bereitgestellt ist und von größer
Null (0) bis 6 reicht; "M" mindestens ein Element außer Aluminium und Phosphor
darstellt, welches ein Oxid in tetraedrischer Koordination mit [AlO2]-
und [PO2]-Struktureinheiten bilden kann; "x" den Molenbruch von "M" darstellt
und einen Wert gleich oder größer Null annimmt; und "y" und "z" die Molenbrüche
von Aluminium bzw. Phosphor im (MxAlyPz)O2-Bestandteil
sind und "y" und "z" jeweils einen Wert von mindestens 0,01 annehmen.Verfahren nach Anspruch 21, wobei das Molekularsieb SAPO-5 ist.Verfahren nach Anspruch 21, wobei das Molekularsieb SAPO-11 ist.Verfahren nach Anspruch 21, wobei das Molekularsieb SAPO-31 ist.Verfahren nach Anspruch 21, wobei das Molekularsieb SAPO-39 ist.Verfahren nach Anspruch 21, wobei mindestens 50 Gewichtsprozent der
Teilchen größer als 0,254 mm (0,01 Zoll) im Durchmesser sind.Verfahren nach Anspruch 21, wobei mindestens 50 Gewichtsprozent der
Teilchen 0,40 mm (1/64 Zoll) bis 12,2 mm (1/2 Zoll) Durchmesser aufweisen.Verfahren nach Anspruch 21, wobei die Teilchen ein oder mehrere Formen
haben mit Stäbchen, Zylindern, Extrudaten, Pellets, Perlen, Kugeln, Pillen,
Tabletten, Körnern oder Agglomeraten.Verfahren zur Herstellung eines nicht-zeolithischen Molekularsiebs,
umfassend:
a. das Herstellen eines eigentragenden Gels, umfassend: mindestens eine aktive Phosphorquelle,
ii. mindestens eine aktive Aluminiumoxidquelle,
iii. ein organisches Matrizenmittel, welches das Molekularsieb bilden kann, und
iv. Wasser
b. das Formen des eigentragenden Gels zu Teilchen; und
c. das Halten des eigentragenden Gels bei Kristallisationsbedingungen für eine
Zeitspanne, dass ein kristallisiertes Produkt, welches Kristalle des Molekularsiebs
enthält, gebildet wird,
wobei das Verhältnis der Komponenten des eigentragenden Gels vor der Kristallisation
derart ist, dass es in eine Form gebracht werden kann und diese Form beibehalten
kann.Verfahren nach Anspruch 41, wobei die während der Kristallisation
einen Gesamtgehalt an flüchtigen Stoffen von weniger als 60 Gewichtsprozent
aufweisen.Verfahren nach Anspruch 41, wobei die Teilchen bei der Kristallisation
einen Gesamtgehalt an flüchtigen Stoffen im Bereich von 20 bis 60 Gewichtsprozent
aufweisen.Verfahren nach Anspruch 41, wobei die aktive Quelle für Aluminiumoxid
Al(OH)3 Pseudoboehmit oder ein Gemisch davon ist.Verfahren nach Anspruch 41, wobei das organische Matrizenmittel Di-n-propylamin,
Diisopropylamin oder ein Gemisch davon ist.Verfahren nach Anspruch 41, wobei mindestens 50 Gewichtsprozent der
Teilchen größer als 0,254 mm (0,01 Zoll) im Durchmesser ist.Verfahren nach Anspruch 41, wobei mindestens 50 Gewichtsprozent der
Teilchen 0,40 mm (1/64 Zoll) bis 12,2 mm (1/2 Zoll) Durchmesser aufweisen.Verfahren nach Anspruch 41, wobei die Teilchen ein oder mehrere Formen
haben mit Stäbchen, Zylindern, Extrudaten, Pellets, Perlen, Kugeln, Pillen,
Tabletten, Körnern oder Agglomeraten.