Verfahren zur Regelung der Zufuhr von sauerstoffhaltigem Gas in einen Biofilter mit aufsteigender Strömung und Anlage zur Durchführung eines solchen Verfahrens
Die Erfindung betrifft den Bereich der Wasserbehandlung und insbesondere
ein Verfahren, mit dem sich die Zufuhr von sauerstoffhaltigem Gas in ein biologisches
Filter (Biofilter) regeln lässt.
Genauer gesagt betrifft die Erfindung ein Verfahren, das in ein Filter
eingesetzt werden kann, welches folgendes umfasst:
– Zufuhrmittel für zu filterndes Wasser im unteren Teil des Filters,
– ein Filterbett (im Allgemeinen aus mindestens einer Lage eines körnigen
Filtermaterials bestehend, dessen Dichte geringer oder höher als die Wasserdichte
ist, das jedoch auch aus einer festen strukturierten Packung gebildet sein kann),
das als Unterlage für eine Biomasse dient, die zum Zersetzen der kohlenstoff-
und/oder stickstoffhaltigen Verunreinigungen des zu filternden Wassers eingesetzt
wird,
– Verteilungsmittel eines sauerstoffhaltigen Gases (klassischerweise
Luft) in mindestens einem Teil des Filterbettes,
– ein oberhalb des Filterbettes vorgesehener Reservebereich, welcher
die Bildung einer Wasserschicht oberhalb des Filterbettes ermöglicht und,
– Mittel zum Ableiten des gefilterten Wassers, das aufwärts durch
das Filter gelaufen ist, welche im oberen Teil des Filters angebracht sind.
Filter dieser Art sind nach dem Stand der Technik gut bekannt und
werden insbesondere in der europäischen Patentschrift EP-265303 im Namen des
Anmelders dieses Patentes beschrieben. Sie bieten eine Vielzahl von Vorteilen unter
denen die Möglichkeit zum Behandeln verschiedener Arten von Verunreinigungen
(kohlenstoff- und/oder stickstoffhaltig) innerhalb eines geringen Behandlungsvolumens
und die hohe Behandlungskapazität erwähnenswert sind. Der in diesen Systemen
vorhandene Reservebereich lässt sich vorteilhaft zum effektiven Verteilen von
sauberem Wasser gegen die Behandlungsströmung einsetzen, was ein schnelles
Waschen des Filterbettes ermöglicht (nachträgliches Waschen).
Die Erfindung findet insbesondere Anwendung im Bereicht der biologischen
Abwasser-klärung.
Wie bereits oben erläutert, lassen sich biologische Filter der
oben beschriebenen Art und die in im Rahmen der Erfindung liegen, besonders zum
biologischen Abbau der kohlenstoff- und/oder stickstoffhaltigen Verunreinigungen
in den zu klärenden Abwässern einsetzen.
Bezüglich der Behandlung kohlenstoffhaltiger Verunreinigungen,
so ist die verwendete Biomasse eine zum größten Teil heterotrophe Biomasse,
welche in Gegenwart von Sauerstoff den überwiegenden Teil der kohlenstoffhaltigen
organischen Inhaltsstoffe abbaut. Es ist somit interessant, zu diesem Zweck das
sauerstoffhaltige Gas im größten Teil des Filterbettes zu verteilen.
Was die Behandlung stickstoffhaltiger Verunreinigungen betrifft, so
erfolgt der Einsatz dieser Art von Filtern indem das sauerstoffhaltige Gas nur in
einem Teil des Filterbettes verteilt wird, um dort einen oberen aeroben Bereich
und einen unteren anoxischen Bereich zu bilden, wobei eine Rezyklierung eines Teiles
des gefilterten Wassers vorgesehen wird. So werden in den ammoniakhaltigen Verunreinigungen,
welche sich in dem zu filternden Abwasser befinden, die Nitrate durch eine zum größten
Teil autotrophe Biomasse in dem aeroben Bereich abgebaut (Nitrierungsschritt), während
in diesen Nitraten der gasförmige Stickstoff durch eine zum größten
Teil heterotrophe Biomasse abgebaut wird, welche, in Abwesenheit von molekularem
Sauerstoff, den Sauerstoff der Nitrate in dem unteren anoxischen Bereich des Filters
verbraucht (Denitrierungsschritt).
Es ist ebenfalls möglich diese Art von Filter unter tertiären
Nitrierungsbedingungen einzusetzen, wobei eine zum größten Teil autotrophe
Biomasse verwendet und das sauerstoffhaltige Gas im gesamten Filterbett verteilt
wird.
Um die Filter dieser Art diesen verschiedenen Konfigurationen anzupassen,
ist eine Technik bereits bekannt, nach der man sie einerseits im unteren Teil mit
ersten Mitteln zum Verteilen eines sauerstoffhaltigen Gases ausrüstet, mit
denen sich das sauerstoffhaltige Gas im gesamten Filterbett verteilen lässt
und andererseits im mittleren Teil des Filters mit zweiten Mitteln zum Verteilen
eines sauerstoffhaltigen Gases ausrüstet, die das Verteilen dieses sauerstoffhaltigen
Gases nur im oberen Bereich des Filterbettes zulassen.
Unabhängig von der eingesetzten Konfiguration besteht eine Schwierigkeit
beim Einsatz dieser Art von biologischen Filtern in der Schwierigkeit beim Verteilen
des für den biologischen Prozess erforderlichen sauerstoffhaltigen Gases, wobei
der Kompromiss eingehalten wird, nach dem:
– eine ausreichende Verteilung dieses sauerstoffhaltigen Gases innerhalb
des Filterbettes sichergestellt wird, um das vollständige Erfüllen der
Funktionen der Biomasse sicher zu stellen,
– wobei das verteilte sauerstoffhaltige Gas sparsam genutzt wird.
Es ist nämlich bekannt, dass die Menge an verteiltem sauerstoffhaltigen
Gas einen hohen Anteil bei den Betriebskosten solcher Biofilter einnimmt. Es ist
demnach für den Fachmann ein wichtiges Anliegen, technische Lösungen zu
finden, die es ermöglichen, im Einklang mit dem oben genannten Kompromiss zu
sein.
Um dieses Ziel zu erreichen, bietet das empirische Modulieren der
Zufuhr an sauerstoffhaltigem Gas als Funktion der üblichen durchschnittlichen
Variationen der Belastung durch Verunreinigungen und des zu behandelnden Abwassers
eine bekannte Technik dar. Eine derartige Methode hat den Nachteil, dass sie nur
eine sehr grobe Anpassung der verteilten sauerstoffhaltigen Gasdurchsätze an
dem tatsächlichen Bedarf der Biomasse bewirkt, so dass sie die Gefahr sowohl
einer übermäßigen als auch einer zu geringen Gaszufuhr in sich birgt.
Ebenfalls bekannt ist die Schätzung der theoretischen Menge QO2
an Sauerstoff, die von der Biomasse benötigt wird und im Filter vorhanden ist,
durch Anwendung einer Formel des Typs:
QO2 = 4,57 Q'N-NH3 + &agr; Q'DCOs + &bgr; Q'DCOp
wobei Q'N-NH3 die Menge der eliminierten ammoniakhaltigen Verunreinigungen,
Q'DCOs die Menge der eliminierten löslichen kohlenstoffhaltigen
Verunreinigungen und QDCOp die Menge der eliminierten kohlenstoffhaltigen
angewandten Teilchenverunreinigungen ist (wobei QO2, Q'N-NH3,
Q'DCOs und QDCOp in Kilogramm ausgedrückt werden und
&agr; und &bgr; dem Fachmann bekannte Konstanten sind). Der Durchsatz an sauerstoffhaltigem
Gas wird dann als Funktion von QO2 angepasst.
Die Anwendung einer solchen Formel setzt jedoch den Einsatz komplexer
Apparate zum Messen der für die an Verunreinigungen, die in das Filter einlaufen
und aus dem Biofilter herauslaufen, repräsentativen Menge voraus. Der Hauptnachteil
dieser Apparate ihr sehr hoher Preis. Eine solche Methode kann ebenfalls nicht mit
ausreichender Häufigkeit eingesetzt werden, um eine kontinuierliche oder nahezu
kontinuierliche Anpassung des Luftdurchsatzes an den Bedarf der Biomasse sicherzustellen.
Darüber hinaus werden lange Reaktionszeiten impliziert.
Es sei andererseits darauf hingewiesen, dass das Messen der in dem
mittels einer biologischen Filtereinrichtung gefilterten Wasser gelösten Sauerstoffmenge
und das Anpassen der in dieser Filtereinrichtung verteilten Luftmenge eine bereits
gut bekannte Methode ist. Diese Technik bietet jedoch nur eine sehr angenäherte
Genauigkeit, da sie in keiner Weise die Übertragung von Sauerstoff aus der
Gasphase in die im Verlauf des Filterungsvorgangs entstehende wässrige Phase
berücksichtigt, so dass sie lediglich eine nicht perfekte Lösung für
den oben genannten Kompromiss bietet.
Das wichtigste Ziel dieser Erfindung ist das Bereitstellen einer technischen
Lösung, mit welcher der oben genannte Kompromiss befriedigt wird und bei der
darüber hinaus die Nachteile des Standes der Technik nicht auftreten.
Insbesondere ist es ein Ziel der Erfindung, ein Verfahren zu beschreiben,
welches die kontinuierliche oder halb kontinuierliche Anpassung des im Biofilter
verteilten sauerstoffhaltigen Gasdurchsatz genau dem Bedarf der Biomasse gewährleistet,
um einen sparsamen Verbrauch dieses Gases zu ermöglichen.
Diese verschiedenen Ziele erreicht man dank der Erfindung, die ein
Verfahren zum Regulieren der Zufuhr an sauerstoffhaltigem Gas in einem biologischen
Filter betrifft, das folgendes umfasst:
– Zufuhrmittel für zu filterndes Wasser im unteren Teil des Filters,
– ein Filterbett, das als Unterlage für eine Biomasse dient, die
zum Zersetzen der kohlenstoff- und/oder stickstoffhaltigen Verunreinigungen des
zu filternden Wassers eingesetzt wird,
– Verteilungsmittel eines sauerstoffhaltigen Gases in mindestens einem
Teil des Filterbettes,
– eine oberhalb des Filterbettes vorgesehene gefilterte Wasserschicht
und,
– Mittel zum Ableiten des gefilterten Wassers, das aufwärts durch
das Filter gelaufen ist, welche im oberen Teil des Filters angebracht sind,
dadurch gekennzeichnet, dass es darin besteht, die Leistung an Sauerstoffverbrauch
CT der Biomasse als Funktion von ausschließlich den Temperatur-
und Konzentrationsmessungen des in der gefilterten Wasserschicht
gelösten Sauerstoffs und im Steuern des Durchsatzes und/oder der Konzentration
des wasserstoffhaltigen Gases als Funktion der berechneten Leistung CT.
Die Erfindung schlägt somit die Regulierung der im Biofilter
verteilten Sauerstoffmenge unter Berücksichtigung der Leistung an Sauerstoffverbrauch
durch die Biomasse und nicht lediglich die Sauerstoffkonzentration in dem aus dem
Biofilter ablaufenden Wasser vor.
Dem Fachmann war bereits bekannt, dass die gesamte Menge des von den
Verteilungsmitteln für sauerstoffhaltiges Gas in ein Biofilter eingebrachten
Sauerstoffs nicht unmittelbar verfügbar ist und, dass es eine Übertragung
von Sauerstoff von der Gasphase zur Biomasse gibt. Es war jedoch bis dahin üblich
anzunehmen, dass diese Übertragungsleistung (oder „Leistung an Sauerstoffverbrauch
durch die Biomasse") gleichzeitig von den Betriebsbedingungen (Wasser- und Luftgeschwindigkeit)
und von den Eigenschaften des Filters (Belüftungssystem, Höhe des Filterbettes
usw.) abhängt. Die Anmelder haben jedoch festgestellt, dass das alleinige Messen
der am Ausgang des Filterbettes im Wasser gelösten Sauerstoffkonzentration
und der Temperatur des behandelten Wassers reicht, um die Leistung an Sauerstoffverbrauch
zu bestimmen.
Nach einer bevorzugten Variante der Erfindung umfasst das Verfahren
die folgenden Schritte:
– Messen der Konzentration an gelöstem Sauerstoff (O2)
des gefilterten Wassers in der Wasserschicht,
– Messen der Temperatur T des gefilterten Wassers,
– Berechnen der Leistung an Sauerstoffverbrauch CT der Biomasse
als Funktion der gemessenen Temperatur T und der Konzentration an gelöstem
Sauerstoff (O2),
– Steuern des Durchsatzes an sauerstoffhaltigem Gas, das von den Verteilungsmitteln
verteilt wird, in Abhängigkeit der berechneten Leistung an Sauerstoffverbrauch
CT.
Genauer gesagt umfasst das Verfahren somit die folgenden Schritte:
– Bestimmen eines Durchsatzes an sauerstoffhaltigem Gas QGas t
zu einem gegebenen Zeitpunkt t;
– Bestimmen einer Referenzleistung CTref für den Sauerstoffverbrauch
durch die Biomasse;
– Messen der Temperatur T des gefilterten Wassers zu einem Zeitpunkt
ti;
– Messen der Konzentration des zum besagten Zeitpunkt ti in
der gefilterten Wasserschicht gelösten Sauerstoff (O2);
– Berechnen der besagten Sauerstoffverbrauchsleistung CT durch
die Biomasse;
– Berechnen des zum Zeitpunkt ti benötigten Durchsatzes
an sauerstoffhaltigem Gas, QGas ti;
– Steuern des Durchsatzes und/oder der Konzentration dieses von den besagten
Verteilungsmitteln verteilten sauerstoffhaltigen Gases als Funktion der erzielten
Ergebnisse.
Im Rahmen des Verfahrens der Erfindung werden die Konzentration an
gelöstem Sauerstoff und die Temperatur gemessen, um die Verbrauchsleistung
regelmäßig zu bestimmen, wobei die Zufuhr an sauerstoffhaltigem Gas gesteuert
wird, um einen bevorzugten Betrieb bei der Referenzleistung zu erzielen.
In der Praxis ist es von Vorteil, die Konzentration an gelöstem
Sauerstoff bei einer Höhe H zu messen, die mindestens gleich der Höhe
Hmin sein soll, die ausreicht, um das Lösen des wesentlichen Teils
des in Form von Blasen aus dem besagten Filterbett austretenden gasförmigen
Gases zu ermöglichen. Bevorzugterweise soll diese Höhe H größer
als die Höhe Hmin sein und soll als Funktion der Filterstruktur
variieren können. Dank einer derartigen Variante soll es möglich sein
sicherzustellen, dass die höchste Konzentration an aufgelöstem Sauerstoff
gemessen wird. Hmin soll als Funktion einer Vielzahl von Parametern variieren
(Eingangdurchsatz des sauerstoffhaltigen Gases, Art des Filterbettes, Höhe
des besagten Filterbettes usw.).
Bevorzugterweise wird die Temperatur des behandelten Wassers ebenfalls
in der besagten Wasserschicht gemessen. Es ist jedoch denkbar, diese Temperatur
an einer anderen Stelle des Biofilters zu messen.
In ebenfalls bevorzugter Weise handelt es sich beim sauerstoffhaltigen
Gas um Luft, während die Leistung CT für den Sauerstoffverbrauch
durch die Biomasse mittels der Formel berechnet wird:
CT = [475 – O2(33,5 + T)]/[475 – 0,21 O2
× (33,5 + T)]
wobei T die Temperatur des gefilterten Wassers in °C ausgedrückt und O2
die Konzentration an im behandelten Wasser gelöstem Sauerstoff, in mg/l ist.
Der Fachmann kann jedoch andere Formeln für den Einsatz des Verfahrens der
Erfindung in Betracht ziehen, insbesondere dann, wenn es sich ausnahmsweise beim
sauerstoffhaltigen Gas nicht um Luft handelt, sondern beispielsweise um an Sauerstoff
angereicherte Luft oder um reinen Sauerstoff.
Ebenfalls nach einer Variante der Erfindung wird das Verfahren in
halb kontinuierlicher Form ausgeführt und besteht im Messen der zu verschiedenen
Zeitpunkten ti, ti+1, ti+2, ..., tn
gelösten Sauerstoffmengen, im Berechnen des Mittelwertes O2 moy
der gemessenen Mengen an gelöstem Sauerstoff, im Messen der Temperatur des
behandelten Wassers zu den verschiedenen Zeitpunkten ti, ti+1,
ti+2, ..., tn, im Berechnen des Mittelwertes Tmoy
der gemessenen Temperaturen und im Berechnen der Leistung CT an Sauerstoffverbrauch
der Biomasse, ausgehend von O2 moy Und von Tmoy.
Nach einer anderen Variante wird das Verfahren kontinuierlich angewandt.
Die Erfindung betrifft ebenfalls ein biologisches Filter für
die Wasserbehandlung von der oben beschriebenen Art, dadurch gekennzeichnet, dass
es über Mittel zum Messen der Konzentration an in der besagten Wasserschicht
gelöstem Sauerstoff verfügt und, dass es über Mittel zum Messen der
Temperatur des gefilterten Wassers verfügt.
Vorteilhafterweise bestehen die Mittel zum Messen aus mindestens einem
Fühler, der in der Wasserschicht untergebracht ist, in einer Höhe H von
der oberen Fläche des Filterbettes, wobei diese Höhe H größer
ist als die Höhe Hmin, die ausreicht, um das Lösen des aus
dem Filterbett kommenden gasförmigen Sauerstoffes in Form von Blasen bis zum
Erreichen des Gleichgewichtes zu gewährleisten.
Die Erfindung sowie ihre mannigfaltigen Vorteile werden verständlicher
dank der nachfolgenden Beschreibung einer nicht einschränkenden Ausführung
der Erfindung, unter Bezugnahme auf die beiliegenden Zeichnungen, wobei:
1 eine schematische Darstellung eines biologischen
Filters für den Einsatz des Verfahrens der Erfindung zeigt;
2 ein Organigramm darstellt, in dem die verschiedenen
Schritte einer bevorzugten Variante des Verfahrens der Erfindung gezeigt werden;
3 eine Grafik darstellt, in der die zeitliche Änderung
der Konzentration an gelöstem Sauerstoff am Filterausgang, bei konstantem Durchsatz
und als Funktion der verschiedenen Luftdurchsätze, gezeigt wird;
4 eine Grafik darstellt, in der die zeitliche Änderung
der Verbrauchsleistung CT als Funktion der Variationen der in das Biofilter
einlaufenden ammoniakhaltigen Verunreinigungslast und der das Biofilter verlassenden
ammoniakhaltigen Verunreinigungslast gezeigt wird und,
5 eine Grafik darstellt, in der die Steuerung der beobachteten
Luftdurchsätze bei Einsatz des Verfahrens der Erfindung gezeigt wird.
Das in 1 dargestellte biologische Filter
umfasst einen Reaktor 1, der ein Filterbett aus körnigem Material
2 zeigt, welches als Träger für eine Biomasse dient, ferner im
unteren Teil des Reaktors untergebrachte Mittel zum Einleiten 3 von zu
behandelndem Wasser und, im oberen Teil des Reaktors untergebrachte Mittel zum Ableiten
4 des behandelten Wassers, nachdem letzteres in aufsteigender Richtung
durch das Filterbett 2 gelaufen ist. In klassischer Weise sind eine Lüftungsrampe
5 im unteren Teil des Filters und eine Rampe 5a im mittleren Teil
des Filters vorgesehen, um in der Lage zu sein, notfalls einen oberen, belüfteten
Filterbereich und einen unteren, anoxischen Filterbereich zu definieren. In ebenfalls
klassischer Weise ist auch eine Rezirkulierungsschleife 6 für das
gefilterte Wasser vorgesehen. Der Reaktor weist an seinem oberen Teil einen oberhalb
des Filterbettes vorgesehenen Bereich 7 auf, der es ermöglicht, eine
Reserve an behandeltem Wasser zu bilden und der andererseits Mittel zum Ablassen
8 am unteren Teil des Filters aufweist.
In Übereinstimmung mit dieser Erfindung ist der Reaktor mit Mitteln
zum Messen des gelösten Sauerstoffs versehen, die einen in dem besagten Reservebereich
bei einer (im Rahmen der vorliegenden Ausführung 50 cm betragenden) Höhe
H von der oberen Fläche des Filterbettes 2 angebrachten Fühler
10 umfassen. Diese Höhe H ist größer als die (im Rahmen
dieser Ausführung ca. 40 cm betragenden) Höhe Hmin, die für
eine gute Auflösung des gasförmigen Sauerstoffs benötigt wird, der
sich in den aus dem Filter austretenden, sauerstoffarmen Luftblasen befindet.
Ebenfalls in Übereinstimmung mit der Erfindung weist der Reaktor
einen Fühler 11 für die Temperatur (T) des aus dem Filterbett
2 kommenden gefilterten Wassers auf, wobei dieser Fühler ebenfalls
in dem Reservebereich für sauberes Wasser 7 untergebracht ist.
Die Fühler 11 und 10 sind mit einer Berechnungs-
und Steuereinheit 12 verbunden, die das Einwirken auf die Versorgung der
Lüftungsrampen 5 und/oder 5a ermöglicht, um Luftdurchsätze
zu steuern, die als Funktion der von ihnen übertragenen Daten verteilt werden.
Beim Einsatz des Verfahrens der Erfindung werden die folgenden Referenzdaten
zum Zeitpunkt t in die Berechnungs- und Steuereinheit 12 eingeben:
– anfänglicher Luftdurchsatz Qt;
– Referenz-Nutzungsleistung CTref, gewählt als Funktion
der anfänglichen Verunreinigungsbelastung des zu filternden Wassers.
Im Laufe der Filtrierung werden die Konzentration an gelöstem
Sauerstoff (O2) in [mg/l]1
1
Im original steht [ml/g], was wohl ein Schreibfehler ist! (Bemerkung des Übersetzers)
und die Temperatur (T) in [°C] des im Reservebereich vorhandenen gefilterten
Wassers an regelmäßigen Zeitintervallen erfasst. Die Einheit
12 berechnet dann die Verbrauchsleistung CT des von der Biomasse
zugeführten Sauerstoffs mit Hilfe der Formel:
CT = [475 – O2(33,5 + T)]/[475 – 0,21 O2
× (33,5 + T)],
und danach den entsprechenden Luftdurchsatz Qt+1, der erforderlich ist,
um die effektive Verbrauchsleistung gleich oder nahe beim Wert der Referenzverbrauchsleistung
CTref zu halten, mit Hilfe der Formel:
Qt+1 = (Qt × CT)/CTref
Ist die berechnete Leistung CT gleich oder annähernd
gleich CTref, so wurde der von den Rampen 5 und/oder
5a zugeführte Luftdurchsatz nicht geändert. Ist sie verschieden,
so wirkt die Einheit 12 auf die Zufuhrmittel für diese Rampen, entweder
um die Durchsätze an verteilter Luft zu erhöhen oder zu verringern.
Die oben beschriebene Funktionsweise wird in dem in 2
dargestellten Organigramm zusammengefasst.
3 zeigt die Änderung der nach der Erfindung am
Ausgang des Filterbettes in dem Reservebereich 7 als Funktion der verschiedenen,
zwischen 900 Nm3/h und 2600 Nm3/h variierenden, der Biomasse
zugefügten Luftdurchsätze, gemessenen Menge an aufgelöstem Sauerstoff,
für einen konstanten Wasserdurchsatz von 650 m3/h, entsprechend
einer im Wesentlichen konstanten Verunreinigungscharge. Diese Grafik zeigt eindeutig,
dass, ab einem bestimmten Luftdurchsatz, die Konzentration an gelöstem Sauerstoff
im gefilterten Wasser immer stärker wird, was darauf hindeutet, dass ein zunehmender
Teil des in der zugeführten Luft verfügbaren Sauerstoffs durch die Biomasse
nicht verbraucht wird.
4 zeigt die zeitliche Veränderung der Verbrauchsleistung
CT als Funktion der Variationen der in das Biofilter eintretenden ammoniakhaltigen
Verunreinigungslast und der das Biofilter verlassenden ammoniakhaltigen Verunreinigungslast.
Dank dieser Grafik lässt sich feststellen, dass eine Verbrauchsleistung CT
der Biomasse von 0,30, die einer geringen Luftzufuhr entspricht, einen genauso guten
Abbau der Verunreinigung gewährleistet wie eine Leistung von 0,10, die ihrerseits
einer hohen Luftzufuhr entspricht. Diese Grafik ermöglicht ebenfalls die Feststellung,
dass der Bedarf der Biomasse (berechnet nach der oben genannten Formel QO2
= 4,57 Q'N-NH3 + &agr; Q'DCO + &bgr; QDCO)
in etwa den gemessenen Werten von CT entsprechen, was die Zuverlässigkeit
dieses Parameters bestätigt.
Die in diesem Ausführungsbeispiel erzielten Ergebnisse sind in
Tabelle 1 und in 5 zusammengefasst, wobei
5 die zeitliche Steuerung des im Filter verteilten
Luftdurchsatzes als Funktion des am Filtereingang für eine Referenzleistung
CTref von 0,2 beobachteten Wasserdurchsatzes zeigt. Die in dieser Figur
dargestellten Kurven zeigen eine Anpassung der verteilten Luftmenge als Funktion
des Wasserdurchsatzes auf. Es sei darauf hingewiesen, dass auf dieser Grafik die
acht zuerst durchgeführten Messungen die Startperiode des Filters nach einem
Waschvorgang betreffen, während dem der Wasserdurchsatz hoch und die Luftzufuhr
gering ist. Dies ist auf das allmähliche
Ablaufen des im Filter vorhandenen sauberen Waschwassers zurückzuführen,
was eine geringe Konzentration an Verunreinigungen und, als Folge daraus, einen
geringeren Sauerstoffbedarf der Biomasse impliziert. Tabelle 1
Die hier beschriebene Ausführung der Erfindung soll die Reichweite
der Erfindung nicht einschränken. Es können somit eine Vielzahl von Änderungen
eingebracht werden, ohne dabei den Rahmen der Erfindung zu verlassen.
Anspruch[de]
Verfahren zum Regulieren der Zufuhr an sauerstoffhaltigem Gas in einem
biologischen Filter, das folgendes umfasst:
– Zufuhrmittel (3) für zu filterndes Wasser im unteren Teil
des Filters,
– ein Filterbett (2), das als Unterlage für eine Biomasse dient,
die zum Zersetzen der kohlenstoff- und/oder stickstoffhaltigen Verunreinigungen
des zu filternden Wassers eingesetzt wird,
– Verteilungsmittel eines sauerstoffhaltigen Gases (5,
5a) in mindestens einem Teil des Filterbettes (2),
– eine oberhalb des Filterbettes (2) vorgesehene gefilterte Wasserschicht
(7) und,
– Mittel zum Ableiten (4) des gefilterten Wassers, das aufwärts
in das Innere des Filters gelaufen ist, welche im oberen Teil des Filters angebracht
sind,
dadurch gekennzeichnet, dass es darin besteht, die Leistung an Sauerstoffverbrauch
Ct der Biomasse als Funktion von ausschließlich
der Temperaturmessung in der gefilterten Wasserschicht (7) und der Konzentrationsmessungen
des darin gelösten Sauerstoffs zu berechnen und den Durchsatz und/oder die
Konzentration des sauerstoffhaltigen Gases als Funktion der berechneten Leistung
Ct zu regeln.Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass es die folgenden
Schritte umfasst:
– Messen der Konzentration an gelöstem Sauerstoff (O2) des
gefilterten Wassers in der Wasserschicht (7),
– Messen der Temperatur T des gefilterten Wassers,
– Berechnen der Leistung an Sauerstoffverbrauch Ct der Biomasse
als Funktion der gemessenen Temperatur T und der Konzentration an gelöstem
Sauerstoff (O2),
– Regeln des Durchsatzes an sauerstoffhaltigem Gas, das von den Verteilungsmitteln
verteilt wird, in Abhängigkeit der berechneten Leistung an Sauerstoffverbrauch
Ct.Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass es die folgenden
Schritte umfasst:
– Bestimmen eines Durchsatzes an sauerstoffhaltigem Gases Qgas
zu einem gegebenen Zeitpunkt t1,
– Bestimmen einer Referenzleistung CTref für den Sauerstoffverbrauch
durch die Biomasse;
– Messen der Temperatur T des gefilterten Wassers zu einem Zeitpunkt tn,
– Messen der Konzentration an gelöstem Sauerstoff (O2) in
der gefilterten Wasserschicht zu diesem Zeitpunkt tn,
– Berechnen dieser Leistung Ct für den Sauerstoffverbrauch
durch die Biomasse,
– Berechnen des zum Zeitpunkt tn benötigten Durchsatzes an
sauerstoffhaltigem Gas Qgas(tn),
– Regeln des Durchsatzes und/oder der Konzentration dieses von den Verteilungsmitteln
verteilten sauerstoffhaltigen Gases in Abhängigkeit des erzielten Ergebnisses.Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass es die folgenden
Schritte umfasst:
– Messen der Temperatur T des behandelten Wassers,
– Bestimmen einer Referenzkonzentration an gelöstem Sauerstoff, die
einer gemessenen Temperatur und einer Referenz-Verbrauchsleistung CTref
entspricht,
– Messen der Konzentration des im behandelten Wassers gelösten Sauerstoffs
(O2),
– Regeln des Durchsatzes und/oder der Konzentration des von den Verteilungsmitteln
verteilten sauerstoffhaltigen Gases, damit die gemessene Konzentration an gelöstem
Sauerstoff der Referenzkonzentration an gelöstem Sauerstoff entspricht.Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
dass die Konzentration an gelöstem Sauerstoff (O2) in der Wasserschicht
(7) mindestens in einer Höhe H der oberen Fläche des Filterbettes
gemessen wird, die ausreichend sein soll, um die Auflösung des aus dem Filterbett
austretenden gasförmigen Sauerstoffes bis zum Erreichen des Gleichgewichtes
zu ermöglichen.Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
dass die Temperatur des behandelten Wassers ebenfalls in der Wasserschicht (7)
gemessen wird.Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet,
dass es sich beim sauerstoffhaltigen Gas um Luft handelt und, dass die Leistung
Ct für den Sauerstoffverbrauch durch die Biomasse mittels der Formel
berechnet wird:
Ct = [475 – O2(33,5 + T)]/[475 – 0,21 O2
× (33,5 + T)]
wobei T die Temperatur des gefilterten Wassers in °C ausgedrückt und O2
die Konzentration an im behandelten Wasser gelöstem Sauerstoff, in mg/l ist.Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet,
dass es im Messen der zu verschiedenen Zeitpunkten ti, ti+1,
ti+2, ..., tn gelösten Sauerstoffmengen, im Berechnen
des Mittelwertes O2 moy der gemessenen Mengen an gelöstem Sauerstoff,
im Messen der Temperatur des behandelten Wassers zu den verschiedenen Zeitpunkten
ti, ti+1, ti+2, ..., tn, im Berechnen
des Mittelwertes Tmoy der gemessenen Temperaturen und im Berechnen der
Leistung Ct an Sauerstoffverbrauch der Biomasse, ausgehend von O2
moy und von Tmoy besteht.Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet,
dass es kontinuierlich angewandt wird.Biologisches Filter für die Wasserbehandlung, besonders ausgelegt
für die Anwendung des Verfahrens nach einem der Ansprüche
1 bis 9, das folgendes umfasst:
– Zufuhrmittel (5) für zu filterndes Wasser im unteren Teil
des Filters,
– ein Filterbett (2), das als Unterlage für eine Biomasse dient,
die zum Zersetzen der kohlenstoff- und/oder stickstoffhaltigen Verunreinigungen
des zu filternden Wassers eingesetzt wird,
– Verteilungsmittel eines sauerstoffhaltigen Gases (5,
5a) in mindestens einem Teil des Filterbettes (2),
– eine oberhalb des Filterbettes (2) vorgesehene gefilterte Wasserschicht
(7) und,
– Mittel zum Ableiten (4) des gefilterten Wassers, das aufwärts
in das Innere des Filters gelaufen ist, welche im oberen Teil des Filters angebracht
sind,
dadurch gekennzeichnet, dass es über Mittel zum Messen (10) der Konzentration
an in der Wasserschicht (7) gelöstem Sauerstoff und über Mittel
zum Messen der Temperatur des gefilterten Wassers (11) verfügt.Filter nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel zum
Messen der Konzentration des gelösten Sauerstoffs aus mindestens einem Sensor
(10) bestehen, der in der Wasserschicht (7) untergebracht ist,
in einer Höhe H von der oberen Fläche des Filterbettes, wobei diese Höhe
H größer ist als die Höhe Hmin, die ausreicht, um das
Lösen des aus dem Filterbett kommenden gasförmigen Sauerstoffes in Form
von Blasen bis zum Erreichen des Gleichgewichtes zu gewährleisten.