Die Erfindung betrifft ein Schaltgetriebe mit einem Rückwärtsgang,
insbesondere für Kraftfahrzeuge, gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruches
1.
Das Schaltgetriebe gemäß dem Obergriff beschreibt
ein übliches derzeitiges Schaltgetriebe, wie es z. B. in der
US 5830099
beschrieben ist, und wie es auch in Kraftfahrzeugen verwendet wird. Der
Rückwärtsgang ist bei der
US 5830099
mittels eines Umkehrgetriebes realisiert, wobei das Umkehrgetriebe einen
Kegelradsatz ähnlich dem eines Differentialgetriebes aufweist. Das Umkehrgetriebe
ist frei drehbar auf einer separaten, im Gehäuse gelagerten Achse angeordnet.
Das eingangsseitige Kegelrad ist mit der Eingangswelle des Schaltgetriebes nichtschaltbar
getrieblich verbunden. Das ausgangsseitige Kegelrad ist getrieblich über ein
auf der Eingangswelle angeordnetes Losrad fest mit einem Zahnrad auf der Ausgangswelle
verbunden. Ist der Rückwärtsgang nicht geschaltet, kann sich der Planetenradträger
mit den Ausgleichskegelrädern frei drehen und es wird kein Drehmoment zwischen
den beiden Kegelrädern übertragen. Zur Schaltung des Rückwärtsganges
weist der Planetenradträger ein Zackenrad auf, mittels dem er über eine
Klinkenrastvorrichtung am Gehäuse festgelegt wird. Dies hat zur Folge, das
zwischen eingangsseitigem und ausgangsseitigem Kegelrad eine Drehrichtungsumkehr
stattfindet, wobei das Eingangsdrehmoment durch die Festsetzung des Planetenradträgers
vollständig auf das ausgangsseitige Kegelrad übertragen wird.
Mittels dieser Anordnung des Umkehrgetriebes kann lediglich
der Rückwärtsgang geschaltet werden, wodurch der Platzbedarf recht groß
ist, da die Vorwärtsgänge separat geschaltet werden und deshalb zusätzliche
Zahnradsätze notwendig sind. Zudem ist eine Synchronisierung des Rückwärtsganges
nur schwierig zu realisieren.
Aufgabe der Erfindung ist es deshalb, ein Schaltgetriebe
zu schaffen, das eine platzsparende Anordnung des Rückwärtsganges erlaubt
und bei dem die Gesamtzahl der Zahnräder möglichst gering ist. Weiterhin
soll die Möglichkeit bestehen, den Rückwärtsgang voll zu synchronisieren.
Gelöst wird diese Aufgabe mit den Merkmalen des Patentanspruches
1.
Indem das Losrad mittels eines Umkehrgetriebes und zweier
Schaltvorrichtungen getrieblich mit der zweiten Welle verbindbar ist, wobei die
erste Schaltvorrichtung einen Vorwärtsgang und die zweite Schaltvorrichtung
einen Rückwärtsgang schaltet, kann ein sehr kompakter Aufbau des Schaltgetriebes
erreicht werden. Es entfällt mindestens ein Zahnradsatz und die dazugehörige
Welle bzw. Achse, die für die Drehrichtungsumkehr des Rückwärtsganges
erforderlich sind. Das Umkehrgetriebe selbst kann ein beliebiges geeignetes Umkehrgetriebe
sein, welches gegenüber üblichen Zahnradpaaren wesentlich einfacher gefertigt
sein kann.
Vorteilhaft weist das Umkehrgetriebe, welches koaxial zur
zweiten Welle angeordnet ist, ein erstes Ringzahnrad, das fest mit dem Losrad verbunden
ist, ein zweites Ringzahnrad, das fest mit der zweiten Welle verbunden ist, und
Planetenräder auf, wobei die Planetenräder auf einem frei auf der zweiten
Welle drehbaren Planetenradträger angeordnet sind. Dabei kann jedes Planetenrad
mit erstem und zweitem Ringzahnrad in getrieblicher Verbindung stehen, oder, wie
bei Planetenrad-Ausgleichsgetrieben, zwei Planetenräder kämmen selbst
miteinander und je eines mit einem Ringzahnrad. Damit wird ein sehr kompakter Aufbau
erreicht, da die Planetenräder aufgrund ihrer Anzahl sehr klein sein können.
Weiterhin weist diese Anordnung eine große Flexibilität hinsichtlich der
Anordnung der Schaltvorrichtungen auf: Für den Vorwärtsgang kann die erste
Schaltvorrichtung entweder Planetenradträger und zweite Welle, Planetenradträger
und Losrad, oder Losrad und zweite Welle drehfest verbinden. Für die Schaltung
des Rückwärtsganges kann der Planetenradträger über die zweite
Schaltvorrichtung mit dem Gehäuse drehfest verbunden werden.
Vorteilhaft ist zur Schaltung des Rückwärtsganges
der Planetenradträger über die zweite Schaltvorrichtung mit dem Gehäuse
des Schaltgetriebes verbindbar. Dabei kann eine übliche Schaltvorrichtung,
wie sie aus dem Stand der Technik für Schaltgetriebe bekannt ist, verwendet
werden. Vorteilhaft ist diese voll synchronisiert, es sind jedoch auch alle anderen
geeigneten Schaltvorrichtungen geeignet, die den Planetenradträger gegenüber
dem Gehäuse festsetzen.
Die Schaltung des Vorwärtsganges kann auf verschiedene
Weise erfolgen: Entweder das Losrad wird mittels der ersten Schaltvorrichtung mit
der zweiten Welle verbindbar. Dann wird unter Umgehung des Planetenradträgers
das Antriebsmoment direkt vom Losrad über die Schaltvorrichtung auf die zweite
Welle übertragen. Oder der Planetenradträger wird mittels der ersten Schaltvorrichtung
mit dem Losrad verbunden. Oder der Planetenradträger wird mittels der ersten
Schaltvorrichtung mit der zweiten Welle verbunden. Damit stehen drei grundlegende
konstruktive Varianten zur Verfügung, den Vorwärtsgang mit der zweiten
Welle zu schalten. Dies erhöht den Gestaltungsspielraum bei der Konstruktion
wesentlich.
Vorteilhaft ist das Umkehrgetriebe wie ein Kegelrad-Ausgleichsgetriebe
angeordnet, indem die Ringzahnräder und die Planetenräder Kegelräder
sind. Dies entspricht in der Anordnung einem üblichen Ausgleichsgetriebe bzw.
Differentialgetriebe in einem Kraftfahrzeug, wobei aber die Kraftübertragung
anders ist. Im Leerlauf, wenn weder Vorwärts- noch Rückwärtsgang
geschaltet sind, dreht sich der Planetenradträger mit der gemittelten Drehzahl
von Losrad und zweiter Welle. Im Vorwärtsgang sind Losrad, Planetenradträger
und zweite Welle gegeneinander festgelegt, alle drehen sich mit gleicher Drehzahl.
Im Rückwärtsgang steht der Planetenradträger vorzugsweise fest, während
die zweite Welle sich mit gleicher Drehzahl wie das Losrad, aber in entgegengesetzter
Richtung dreht.
In einer weiteren Ausführung weisen die Ringzahnräder
unterschiedliche Durchmesser auf und die Achsen der Planeten-Kegelräder stehen
schräg. Dies kann notwendig sein, wenn für Vorwärts- und Rückwärtsgang
unterschiedliche Übersetzungsverhältnisse realisiert werden müssen.
Der Vorwärtsgang hat dann die Drehzahl des Losrades, während der Rückwärtsgang
entsprechend der Richtung der Neigung der Achsen entweder zusätzlich untersetzt
oder übersetzt ist, und der Neigungsgrad das Über- bzw. Untersetzungsverhältnis
bestimmt.
Vorteilhaft weist der Planetenradträger einen Absatz
auf, auf dem das Losrad drehbar gelagert angeordnet ist. Dies ermöglicht die
Vormontage der gesamten Vorwärts- und Rückwärtsganganordnung auf
dem Planetenradträger, so daß zur Montage im Schaltgetriebe diese Anordnung
nur noch auf die zweite Welle geschoben werden muß.
Vorteilhaft ist eine Schaltvorrichtung mit dem Absatz des
Planetenradträgers verbunden, wobei das Losrad zwischen den Planetenrädern
und der Schaltvorrichtung auf dem Absatz angeordnet ist. Damit kann wahlweise die
Schaltvorrichtung den Vorwärtsgang oder den Rückwärtsgang schalten.
Für den Vorwärtsgang verbindet die Schaltvorrichtung den Planetenradträger
entweder mit dem Losrad oder mit der zweiten Welle. Für den Rückwärtsgang
verbindet die Schaltvorrichtung den Planetenradträger mit dem Schaltgetriebegehäuse.
Vorteilhaft sind erste und zweite Schaltvorrichtung durch
eine Doppelschaltvorrichtung gebildet, die auf dem Planetenradträger angeordnet
ist, wobei in der ersten Schaltrichtung das Losrad oder die zweite Welle mit dem
Planetenradträger verbindbar ist, und in der zweiten Schaltrichtung der Planetenradträger
mit dem Schaltgetriebegehäuse. Damit läßt sich ein sehr platzsparender
Aufbau erreichen, ähnlich wie bei den Doppelschaltvorrichtung in derzeitigen
Schaltbetrieben.
In einer weiteren Ausführung ist das Umkehrgetriebe
ein Planetenradsatz. Dies wäre der Extremfall des Umkehrgetriebes als Kegelrad-Ausgleichsgetriebe,
wenn die Achsen der Planetenräder parallel zur zweiten Welle verlaufen. Eine
solche Anordnung ist sinnvoll, wenn die vom Losrad übertragenen Vor- und Rückwärtsgänge
sehr unterschiedliche Übersetzungsverhältnisse aufweisen sollen.
In einer weiteren Ausführung kann das Umkehrgetriebe
ein Planetenrad-Ausgleichsgetriebe sein, wobei dann zwei Planetenräder selbst
miteinander kämmen und je ein Planetenrad davon kämmt mit je einem Ringzahnrad.
Dies erlaubt eine sehr kompakte Bauweise in axialer Richtung bei gleichen Übersetzungsverhältnissen
für Vor- und Rückwärtsgang.
Alle Umkehrgetriebe können auch innerhalb der Schaltvorrichtung
selbst angeordnet sein, insbesondere wenn diese als Doppelschaltvorrichtung ausgebildet
ist. Dann ist der axial - in Wellenrichtung gesehen - benötigte Bauraum minimal,
da nur das Losrad und die Schaltvorrichtung auf der zweiten Welle untergebracht
werden müssen.
Prinzipiell ist es bei dieser Erfindung auch möglich,
daß der Rückwärtsgang geschaltet wird, indem Losrad und zweite Welle
drehfest verbunden sind und der Vorwärtsgang geschaltet wird, indem der Planetenradträger
am Gehäuse festgelegt wird. In diesem Fall wird der Rückwärtsgang
direkt geschaltet, während die Drehrichtung beim Vorwärtsgang stattfindet.
Dies kann aus verschiedenen konstruktiven Gründen hilfreich oder erforderliche
sein und erhöht die Flexibilität beim Einsatz des erfindungsgemäßen
Schaltgetriebes.
Weitere Einzelheiten und Ausführungen sind der folgenden
Beschreibung und den dazugehörigen Figuren zu entnehmen. Es zeigen:
- Fig. 1
- einen Teilschnitt durch die Vor- und Rückwärtsganganordnung eines
erfindungsgemäßen Schaltgetriebes;
- Fig. 2
- eine schematische Darstellung mit einem Kegelrad-Ausgleichsgetriebe mit schrägstehenden
Achsen;
- Fig. 3
- eine schematische Darstellung mit einer Doppelschaltung für zwei Vorwärtsgänge
und separater Rückwärtsgangschaltung;
- Fig. 4
- eine weitere schematische Darstellung mit einer Doppelschaltung für zwei
Vorwärtsgänge und separater Rückwärtsgangschaltung;
- Fig. 5
- eine schematische Darstellung mit einem Kegelrad-Ausgleichsgetriebe, angeordnet
innerhalb einer Doppelschaltvorrichtung;
- Fig. 6
- eine schematische Darstellung mit einem Planetenradsatz als Umkehrgetriebe;
und
- Fig. 7
- eine schematische Darstellung mit einem Planetenrad-Ausgleichsgetriebe, angeordnet
innerhalb einer Doppelschaltvorrichtung.
In Figur 1 ist eine Teilansicht eines Schnittes durch ein
erfindungsgemäßes Schaltgetriebe 1 mit einer ersten Welle 2 und einer
zweiten Welle 3, die beide im Getriebegehäuse 4 mittels der Wälzlager
5 und 6 gelagert sind. Das Festrad 7 ist als Zahnrad auf der ersten Welle 2 ausgeformt
und dadurch fest mit dieser verbunden. Es befindet sich in getrieblichem Eingriff
mit dem Losrad 8, welches frei drehbar auf dem Absatz 9 des Planetenradträgers
10 angeordnet ist. Der Planetenradträger 10 selbst ist frei drehbar auf der
zweiten Welle 3 angeordnet. Für eine möglichst reibungsfreie Drehlagerung
sind Losrad 8 und Planetenradträger 10 bzw. Planetenradträger 10 und zweiter
Welle 3 mittels Nadeln 11 von Nadellagern gegeneinander gelagert.
Das Umkehrgetriebe 40 wird im wesentlichen gebildet durch
das Ringkegelrad 12, die Planetenkegelräder 13, das Ringkegelrad 15 und dem
Planetenradträger 10. Das erste Ringkegelrad 12 ist als Teil des Losrades 8,
und es kämmt mit mehreren Planetenkegelräder 13, die auf den am Planetenradträger
10 befestigten Achsen 14 drehbar gelagert angeordnet sind. Zusätzlich kämmen
die Planetenkegelräder 13 mit dem zweiten Ringkegelrad 15, welches fest mit
der zweiten Welle 3 verbunden ist.
Am Ende des Absatzes 9 des Planetenradträgers 10 ist
die Doppelschaltvorrichtung 16 angeordnet. Sie besteht im wesentlichen aus dem Schaltnabe
17, der Schaltmuffe 18, den Synchronringen 19 und 20 und den Schaltverzahnungen
21 und 22. Die Schaltmuffe 18 ist axial in Wellenrichtung verschiebbar, aber drehfest
auf der Schaltnabe 17, die fest mit dem Absatz 9 verbunden ist, angeordnet. Verschoben
wird die Schaltmuffe 18 mittels der Schaltgabel 23. Dabei markieren die Positionen
der symbolisch gezeigten Schaltgabeln 23a bzw. 23b die jeweilige maximale axiale
Verschiebung der Schaltgabel 23 und damit der Schaltmuffe 18. Die Schaltverzahnung
21 ist als Teil des Losrades 8 ausgeformt. Die Schaltverzahnung 22 ist am Schaltträger
24 befestigt, welcher wiederum fest mit dem Getriebegehäuse 4 verbunden ist.
Geschaltet werden Vor- bzw. Rückwärtsgang durch
die Schaltmuffe 18. In Neutralstellung, was der Position der Schaltgabel 23 entspricht,
kann sich der Planetenradträger 10 frei zwischen Losrad 8 und zweiter Welle
3 drehen. Aufgrund der getrieblichen Kopplung zwischen erstem Ringkegelrad 12, den
Planetenkegelrädern 13 und dem zweiten Ringkegelrad 15 stellt sich für
den Planetenradträger 10 eine gemittelte Drehzahl ein aus den Drehzahlen des
Losrades 8 und der zweiten Welle 3. Damit besteht keine kraftmäßige Kopplung
zwischen erster Welle 2 und zweiter Welle 3 über die Kombination Festrad 7
mit Losrad 8, sieht man von geringen Reibungs- und Schleppverlusten der Konstruktion
ab, und es können dadurch in Neutralstellung beliebig andere Übersetzungsverhältnisse
zwischen erster und zweiter Welle mittels hier nicht gezeigter Zahnradkombinationen
geschaltet werden.
Für die folgende Beschreibung des Schaltvorganges
von Vorwärtsgang und Rückwärtsgang wird angenommen, daß eine
nicht dargestellte Schaltkupplung auf der ersten Welle 2 angeordnet ist und die
erste Welle 2 während des Schaltvorganges durch die Schaltvorrichtung 16 entsprechend
beschleunigt bzw. abgebremst werden kann. Befände sich die Schaltkupplung auf
der zweiten Welle 3 und wäre diese entsprechend frei drehbar, würde sich
die Wirkungsweise entsprechend ändern. Dies bedeutet auch, daß es für
die Anwendung des Schaltgetriebes unerheblich ist, ob die erste oder die zweite
Welle die antreibende Welle und die jeweils andere die abtreibende Welle ist. Dies
erhöht die Flexibilität bezüglich des möglichen Einsatzes des
erfindungsgemäßen Schaltgetriebes.
Für den Vorwärtsgang wird die Schaltmuffe 18
in Richtung der Schaltgabel 23a verschoben. Dabei schleift der Synchronisierring
19 zwischen Losrad 8 und Planetenradträger 10, wodurch beide gegeneinander
abgebremst werden, d.h. die Differenzdrehzahl verringert sich. Aufgrund der getrieblichen
Kopplung von Losrad 8 und zweiter Welle 3 über die Ringkegelräder 12 und
15 und die Planetenkegelräder 13 nähert sich die Drehzahl von Losrad 8
und Planetenradträger 10 der Drehzahl der zweiten Welle 3 an. Das heißt
aber, absolut kann die Drehzahl sinken oder steigen. Über die getriebliche
Kopplung von Festrad 7 mit Losrad 8 wird die erste Welle 2 ebenfalls entsprechend
gebremst bzw. beschleunigt.
Sobald das Losrad 8. bzw. der Planetenradträger 10
die Drehzahl der zweiten Welle erreicht hat, greift die Schaltmuffe 18 in die Schaltverzahnung
21 des Losrades 8, so das Losrad 8 und Planetenradträger 10 drehfest verbunden
sind. Über die getriebliche Kopplung der Planetenkegelräder 13 ist damit
auch die zweite Welle 3 drehfest mit dem Losrad 8 verbunden. Damit sind die auch
erste Welle 2 und die zweite Welle 3 mittels des Übersetzungsverhältnisses
von der Kombination Festrad 7 und Losrad 8 getrieblich verbunden; der Vorwärtsgang
ist geschaltet.
Für den Rückwärtsgang wird die Schaltmuffe
18 in Richtung der Schaltgabel 23b verschoben. Dabei wirkt der Synchronisierring
20 auf den Schaltträger 24 und bremst den Planetenradträger 10 gegenüber
dem Getriebegehäuse 4 ab. Im Gegensatz zur Schaltung beim Vorwärtsgang
wird durch diesen Synchronisiervorgang das Losrad 8 nicht auf die Drehzahl der zweiten
Welle gebracht, sondern, sollte sich die zweite Welle 2 drehen, auf eine Drehzahl
entgegengesetzt der zweiten Welle 4, bedingt durch die getriebliche Kopplung über
die Planetenkegelräder 13. Entsprechend wird auch die erste Welle 2 genau entgegengesetzt
ihrer ursprünglichen Drehrichtung beschleunigt. Da der Rückwärtsgang
in der Regel im Stillstand bzw. bei sehr geringen Rollgeschwindigkeiten eingelegt
wird, stellt dies für die Synchronisierung keine übermäßige
Belastung dar.
Sobald der Planetenradträger gegenüber dem Getriebegehäuse
4 stillsteht, greift die Schaltmuffe in die Schaltverzahnung 22 auf dem Schaltträger
24 und der Planetenradträger 10 ist drehfest mit dem Getriebegehäuse 4
geschaltet. Die Drehung des Losrades 8 wird dann über das Ringkegelrad 12 und
den jetzt auf den feststehenden Achsen 14 angeordneten Planetenkegelrädern
13 in eine umgekehrte Drehung des Ringkegelrades 15 und damit der zweiten Welle
3 übertragen. Damit steht die erste Welle 2 mit der zweiten Welle 3 in umgekehrter
getrieblicher Verbindung; der Rückwärtsgang ist geschaltet.
Figur 2 zeigt eine ähnliche schematische Anordnung
wie in Figur 1. Allerdings sind hier die Achsen 25 des Planetenradträgers 10
geneigt. Die auf den geneigten Achsen 25 gelagerten Planetenkegelräder 26 wirken
jetzt mit zwei Ringkegelräder 27 und 28 zusammen, wobei das Ringkegelrad 27
mit dem Losrad 8 verbunden ist und einen geringeren Durchmesser aufweist als das
Ringkegelrad 28, welches mit der zweiten Welle 3 verbunden ist. Bei dieser Neigung
der Achsen 25 weist der Rückwärtsgang R eine kleinere Übersetzung
auf als der Vorwärtsgang V.
Wären die Achsen in die andere Richtung geneigt, so
daß das Ringkegelrad 28 einen geringeren Durchmesser aufweisen würde als
Ringkegelrad 27, wäre das Übersetzungsverhältnis vom Rückwärtsgang
R größer als das vom Vorwärtsgang V.
Figur 3 zeigt eine weitere schematische Darstellung eines
Schaltgetriebes, wobei der Rückwärtsgang über die Schaltverzahnung
R wie in Figur 1 über die Schaltvorrichtung 29 geschaltet wird. Der Vorwärtsgang
wird über die Schaltverzahnung V1 mit der Doppelschaltvorrichtung 30 geschaltet,
die auf der zweiten Welle 2 angeordnet ist. Die Schaltverzahnung V1 ist über
einen Ringflansch 31 fest dem Planentenradträger 10 verbunden. Die Doppelschaltvorrichtung
30 schaltet auch einen weiteren Vorwärtsgang über die Schaltverzahnung
V2, wobei das Festrad 32 auf der ersten Welle 2 festsitzt, während Losrad 33
frei drehbar auf der weiten Welle 3 angeordnet ist.
Das Schaltgetriebe in Figur 4 zeigt eine prinzipiell andere
Anordnung als in den vorhergehenden Figuren. Das Losrad 8 ist über die Schaltverzahnung
V1 mittels der Doppelschaltvorrichtung 30 direkt mit der zweiten Welle 3 schaltbar
verbunden. Über die Schaltverzahnung V2 ist ein zweiter Vorwärtsgang schaltbar,
wie in Figur 3 bereits gezeigt. Im Unterschied dazu wird der Rückwärtsgang
über die Schaltverzahnung R und die Schaltvorrichtung 34 geschaltet. Diese
ist direkt mit den Achsen 35, auf denen die Planetenkegelräder 13 gelagert
sind, verbunden, stellt damit quasi den Planetenradträger 10 dar. Das Ringkegelrad
36 ist auch hier als Teil des Losrades 8 ausgeformt, während das andere Ringkegelrad
37 fest auf der zweiten Welle 3 sitzt, allerdings jetzt direkt benachbart der Schaltverzahnung
R. Dies erlaubt ein vorteilhafte, platzsparend Unterbringung des Umkehrgetriebes
innerhalb der Schaltvorrichtung 34.
Eine weitere Variante von Figur 4 entsteht wie in Figur
5 gezeigt, wenn die Doppelschaltvorrichtung 16 auf dem Planetenradträger 10
angeordnet ist, und daß Umkehrgetriebe 40 innerhalb dieser Schaltvorrichtung
16 angeordnet ist. Der Planetenradträger 10 bildet so mit den Achsen 14 und
der Schaltvorrichtung 16 eine sehr kompakte Einheit. Erstes Ringzahnrad 36, das
als Teil des Losrades 8 ausgeformt ist, und zweites Ringzahnrad 37, das fest mit
der zweiten Welle 3 verbunden ist, weisen einen kleineren Durchmesser auf als der
Innendurchmesser der Schaltvorrichtung 16 und können so problemlos innerhalb
dieser angeordnet sein. Die Schaltvorrichtung wirkt wie in Figur 1 beschrieben zusammen
mit der Schaltverzahnung 21 am Losrad für den Vorwärtsgang und mit der
Schaltverzahnung 22 für den Rückwärtsgang.
Die Schaltverzahnung 22 ist hier an einem Schaltträger
38 ausgebildet, der frei drehbar auf der zweiten Welle 3 angeordnet ist. Die Drehfestlegung
des Schaltträgers 38 gegenüber dem Gehäuse 4 kann durch jede geeignete
konstruktive Maßnahme erfolgen. Dadurch ist es nicht erforderlich, die Schaltverzahnung
22 direkt benachbart des Gehäuses 4 selbst anzuordnen. Vielmehr kann sich der
Schaltträger 38 an beliebiger Stelle auf der zweiten Welle 3 befinden, solange
nur die Drehfestlegung gegenüber dem Gehäuse 4 erfolgt.
Figur 6 zeigt eine ähnliche Anordnung wie in Figur
1 und 2, allerdings ist das Umkehrgetriebe jetzt als Planetenradsatz 39 ausgeführt.
Dies ermöglicht einen sehr platzsparenden Aufbau der Anordnung. Allerdings
weisen Vor- und Rückwärtsgang jetzt sehr unterschiedliche Übersetzungsverhältnisse
auf. Dies kann genutzt werden, wenn z. B. Rückwärtsgang und 1. Gang nicht
mittels der Doppelschaltvorrichtung 16 geschaltet werden sollen, und/ oder wenn
der Rückwärtsgang direkt geschaltet werden soll, sondern die Drehrichtungsumkehr
beim Vorwärtsgang erfolgt.
In Figur 7 ist die Verwendung eines Planetenrad-Ausgleichsgetriebes
41 als Umkehrgetriebe dargestellt. Im Prinzip entspricht die Anordnung bezüglich
Wellen und Schaltung Figur 5, lediglich das Kegelrad-Ausgleichsgetriebe ist durch
ein Planetenrad-Ausgleichsgetriebe ersetzt. Die Ringzahnräder 36 und 37 sind
hier als Stirnzahnräder ausgeführt. Außerdem werden jetzt jeweils
zwei Planetenräder 42, 43 benötigt, die mit sich selber kämmen, und
wovon das erste Planetenrad 42 mit dem ersten Ringzahnrad 36 und das zweite Planetenrad
43 mit dem zweiten Ringzahnrad 37 kämmt. Beide Planetenräder 42 und 43
sind im Planetenradträger 10 gelagert, der frei drehbar gegenüber Losrad
8 und zweiter Welle 3 angeordnet ist. Je nach Anforderung sind am Umfang mehrerer
Sätze von Planetenrädern 42 und 43 vorhanden, die alle jeweils die gleiche
Anordnung aufweisen.
Selbstverständlich sind alle hier gezeigten und besprochenen
Merkmale beliebig miteinander kombinierbar, auch wenn hier im einzelnen nicht erwähnt.