Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Filtrieren
von Flüssigkeiten mit einem Behälter, mit Einrichtungen zum Einleiten
einer zu filtrierenden Flüssigkeit in den Behälter, mit wenigstens einem
Behälterauslaß für unfiltriert aus dem Behälter abzuleitende
Flüssigkeit und mit wenigstens einem um die Behälterachse rotierend antreibbaren
Rotor mit einer in einer Stirnwand gelagerten Hohlwelle und mit einer daran befestigten
Tragvorrichtung für mit radialem Abstand zur Behälterachse angeordnete
Filterelemente, deren Inneres über die Tragvorrichtung mit der Hohlwelle als
Ableitung für filtrierte Flüssigkeit in Strömungsverbindung steht.
Derartige bekannte Vorrichtungen (
EP 577 854 B1
) umfassen einen Rotor als Rührkörper, deren Rührelemente
von den Filterelementen gebildet werden. Damit wird das Hauptproblem bei der Membranfiltration
von Flüssigkeiten, nämlich die Bildung von Deckschichten auf der Membranoberfläche
und die dadurch verursachte Verkleinerung und Verblockung der Membranporen, verhindert
bzw. reduziert. Diese Deckschichten entstehen zumeist durch Agglomeration von an
den Membranporen abgetrennten Feststoffteilchen und deren Aufkonzentration im Bereich
der Membranoberfläche. Dieser Effekt läßt sich während eines
kontinuierlichen Filtrationsprozesses mit derartigen Vorrichtungen dadurch vermeiden,
daß durch die Rotation der Fi lterelemente im Behälter auf den Membranoberflächen
turbulente Querströmungen und somit Scherkräfte erzeugt werden, die eine
laufende mechanische Abreinigung der Filterelemente und eine laufende Durchwirbelung
der zu filtrierenden Flüssigkeiten bewirken.
Diese Vorrichtungen sind gut dafür geeignet hohe Scherraten
und Turbulenzen unter relativ geringem energetischen Aufwand zu erzielen. Das Kernstück
ist ein abgeschlossener Filterbehälter, in dem ein oder mehrere rotierende
Drehkränze von Motoren angetrieben werden. Die filtrierten Flüssigkeiten
werden ausgehend von Rohrförmigen, Scheibenförmigen od. dgl. Filterelementen
im Rotor gesammelt und über Rotorspeichen, Rotornabe und die Hohlwelle aus
dem Innenraum des Behälters abgeführt. Die Filtermodule sind auf dem Rotor
montiert und gegen im Behälter vorherrschende hohe Drücke abgedichtet.
Die Flüssigkeit im Behälter konzentriert sich
im Betrieb stetig auf, da das Filtrat/Permeat kontinuierlich durch die Filterelemente
abfließt und dem Druckabfall entsprechend neue Flüssigkeit zugeführt
wird. Im Betrieb kann diese Art der Aufkonzentrierung so lange fortgesetzt werden,
bis die Viskosität der Lösung durch Anstieg des Feststoffgehaltes einen
Maximalwert erreicht hat, bis zu dem die Durchflussmenge noch wirtschaftlich ist.
Das Suspensionskonzentrat wird dann über den Behälterauslaß entleert
oder während des Betriebes kontinuierlich abgelassen. Diese Vorgehensweise
hat allerdings den Nachteil, daß wenn ein besonders hohes aufkonzentrieren
der Flüssigkeit erforderlich ist diese Vorrichtungen nur unwirtschaftlich betrieben
werden können und dabei kein kontinuierlicher Betrieb der Vorrichtung möglich
ist, da auf Grund der Turbulenten Verhältnisse im Behälter im kontinuierlicher
Betrieb keine wünschenswert hohe Aufkonzentration möglich ist.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde eine Vorrichtung
der Eingangs geschilderten Art zu schaffen, welche die vorgenannten Nachteile vermeidet
und mit einfachen Mitteln ein höheres aufkonzentrieren der Flüssigkeit
und ein vorteilhaftes Ableiten der höher aufkonzentrierten Flüssigkeit
aus dem Behälter gestattet.
Die Erfindung löst diese Aufgabe dadurch, daß
sich die Innenwandung des Behälterumfangsmantels unter Ausbildung einer Leiteinrichtung
für die Flüssigkeit entlang der Behälterachse gegen den Behälterauslaß
hin erweitert.
Beobachtungen im Betrieb derartiger Vorrichtungen haben
gezeigt, dass sich schwerere Moleküle (schwere Phasen) durch die Rotation und
Zentrifugalwirkung trotz der im Betrieb im Behälter vorherrschenden hochturbulenten
Strömungen in den äußeren Bereichen, also im Bereich des Mantelumfanges,
des Behälters anreichern. Leichtere Moleküle konzentriert sich im Behälterzentrum
und es kommt trotz der intensiven Durchmischung in Folge der Rührwirkung zu
einer gewissen Separation der Teilchen im Behälter. Damit ist bei mit möglichst
großem Abstand zur Behälterachse am Behälterumfangsmantel angeordneten
Auslaßöffnungen, insbesondere im kontinuierlichen Betrieb der Vorrichtung,
eine wesentlich verbesserte Aufkonzentrationsrate durch Nutzung der Dichtedifferenzen
in der zu filtrierenden Flüssigkeit, in Folge der aus der Rotation der Filterelemente
im Behälter resultierenden Zentrifugalwirkung und somit Separationswirkung,
möglich. Ist eine gewünschte Aufkonzentrationsrate in den Bereichen der
Auslaßöffnungen erreicht, so kann die hoch aufkonzentrierte Flüssigkeit
kontinuierlich aus dem Behälter abgeführt werden. Gleichermaßen besteht
die Möglichkeit dem Behälter zu filtrierende Flüssigkeit zuzuleiten.
Gehören dem Behälterumfangsmantel zu der wenigstens
einen Auslaßöffnung hin weisende Leiteeinrichtungen für die Flüssigkeit
zu, die insbesondere an den Innenwänden des Behälterumfangsmantels angeordnet
sind, besteht die Möglichkeit die Flüssigkeit noch weiter aufzukonzentrieren
und besonders vorteilhaft aus dem Behälter abzuleiten. Die Leiteeinrichtungen
sind derart gestaltet, daß die schwereren Phasen bei einer Rotordrehung gezielt
zu den Auslaßöffnungen im Behälter geleitet werden.
Umfaßt der Behälterauslaß mehrere ringartig
um den Behältermantel angeordnete Auslaßöffnungen, die gegebenenfalls
an eine den Behälter umfassende Ringleitung angeschlossen sind, besteht die
Möglichkeit aufkonzentrierte Flüssigkeit über den Umfang gleichmäßig
langsam abzuführen, um so die ungewollte Abfuhr niederkonzentrierterer Phasen
durch erneute Verdünnung des Konzentrates in den Nahbereichen Behälterumfangsmantels
in Folge etwaiger Querströmungen zu vermeiden.
Bisher wurden Behälter mit zylindrischem Behälterumfangsmantel
verwendet, die stirnseitig durch flache Böden oder gewölbte Böden
abgeschlossen sind. Um derartige Behälter gemäß der Erfindung ausgestalten
zu können, besteht die Möglichkeit den Behälter im Nahbereich einer
bzw. beider Behälterstirnwände mit Auslaßöffnungen auszustatten
oder nachzurüsten. Bei Vorrichtungen mit zylindrischem Behälterumfangsmantel
findet die Ansammlung von Konzentrat in den vom Rotorzentrum am weitest entfernten
Bereichen des Behälters, also im Bereich des oberen und des unteren Endes der
zylindrischen Form, im Übergangsbereich zu den Behälterstirnwänden
hin, statt. Zur Unterstützung der Separationswirkung kann der zylindrische
Behälterumfangsmantel innenseitig zwischen den den einzelnen Behälterstirnwänden
zugeordneten Auslaßöffnungen mit einer entsprechenden Leiteinrichtungen
ausgestattet werden.
Besonders einfache Konstruktionsverhältnisse ergeben
sich, wenn der Behältermantel selbst teil der Leiteinrichtung ist oder diese
bildet und dazu wahlweise kegelstumpfförmig oder mit sich zwischen den Behälterstirnseiten
zum Behälterzentrum hin sich vergrößerndem oder verkleinerndem Mantelradius,
wie keil-, doppelkeil-, tonnen-, diaboloförmig u. dgl., ausgebildet ist.
Zwecks Verbesserung der Separationswirkung der einzelnen
Phasen bzw. zur Erhöhung der Filterreinigungswirkung können wenigstens
zwei um die Behälterachse gegensinnig oder mit verschiedenen Drehzahlen antreibbare
Rotoren vorgesehen sein. Die Ansteuerung erfolgt dann in üblicher Weise in
Abhängigkeit der jeweiligen Betriebsparameter. Zusätzlich können
auf einem Stator im Behälter montierte Filterelemente vorgesehen sein, die
von der vom Rotor generierten turbulenten Strömung umströmt werden.
Zum noch weiteren aufkonzentrieren der Flüssigkeit
kann der Behälterauslaß in einen Sedimentierbehälter ausmünden,
dessen Auslaß für abgeschiedene Flüssigkeit an eine wiederum ins
Behälterinnere führende Leitung angeschlossen ist. Die aus dem hochturbulenten
Milieu des Behälters mit rotierendem Filterelementen abgeleitete schwere Phase
kann in dem Sedimentierbehälter noch weiter aufkonzentriert und die leichtere
Phase daraus wieder über die Leitung in den Behälter zurückgeführt
werden.
In der Zeichnung ist die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispieles
schematisch dargestellt. Es zeigen:
- Fig. 1 Eine Erfindungsgemäße Vorrichtung im teilgeschnittenen Querschnitt,
- Fig. 2 und 3 Konstruktionsvarianten der Vorrichtung aus Fig. 1 im Querschnitt
und
- Fig. 4 die Vorrichtung aus Fig. 1 in Draufsicht.
Eine Vorrichtung 1 zum Filtrieren von Flüssigkeiten
umfaßt einen Behälter 2, nicht näher dargestellte Einrichtungen zum
Einleiten einer zu filtrierenden Flüssigkeit in den Behälter 2, die üblicherweise
im Bereich des Behälterbodens in den Behälter 2 eingeleitet wird, einen
Behälterauslaß 4 für unfiltriert aus dem Behälter 2 abzuleitende
Flüssigkeit und einen um die Behälterachse 5 rotierend antreibbaren Rotor
6 mit einer in der unteren Stirnwand 7 gelagerten Hohlwelle 8 und einer daran befestigten
Tragvorrichtung 9 für mit radialem Abstand zur Behälterachse 5 angeordnete
Filterelemente 10. Das innere der Filterelemente 10 mündet über die Tragvorrichtung
9 und die Hohlwelle 8 aus dem Behälter 2 als Ableitung für filtrierte
Flüssigkeit.
Gemäß der Erfindung umfaßt der Behälterauslaß
4 mehrere im Behälterumfangsmantel 11 mit möglichst großem Abstand
zur Behälterachse 5 angeordnete Ausla-ßöffnungen 12. Dem Behälterumfangsmantel
11 gehört behälterinnenseitig wenigstens eine zu den Auslaßöffnungen
12 hin weisende Leiteeinrichtung zu.
Der Behälterumfangsmantel ist entweder selbst Teil
der Leiteinrichtung (Fig. 1 u. 2) und dazu kegelstumpfförmig (Fig. 1) oder
mit sich zwischen den Behälterstirnseiten zum Behälterzentrum hin sich
vergrößerndem Mantelradius (Fig. 2, tonnenförmig) ausgebildet, oder
nimmt innenseitig eine Leiteinrichtung 13 (Fig. 3, diaboloförmig) auf.
Der Behälterauslaß 4 umfaßt mehrere ringartig
um den Behältermantel angeordnete Auslaßöffnungen 12, die an eine
den Behälter 2 umfassende Ringleitung 14 angeschlossen sind. Im Ausführungsbeispiel
nach Fig. 3 weist der Behälter 2 einen zylinderförmigen Behälterumfangsmantel
11 auf, dem mehrere Auslaßöffnungen 12 im Nachbereich beider Behälterstirnwände
zugeordnet sind.
Im Filtrationsbetrieb wird zunächst der Behälter
1 mit der zu filtrierenden Flüssigkeit über eine nicht dargestellte Zuführpumpe,
die einen druckabhängigen Leistungsverlauf aufweist, befüllt. Danach wird
der Rotor 6 zugeschaltet. Die Drehzahl des Rotors 6 wird nach je Bedarf gesteuert,
um die Rotorgeschwindigkeit an die Eigenschaften der Filterelemente 10 (Membranen)
und der Flüssigkeit anpassen zu können. Im Zusammenspiel von rotierenden
Filterelementen 10, Leiteinrichtungen, gegebenenfalls Strömungsbrechem an der
Behälterinnenwand, Pulsationsfrequenzen im Rotorantrieb u. dgl. entstehen im
Innenraum des Behälters 2 die gewünschten turbulenten Verhältnisse.
Damit wird selbst bei höherviskosen Flüssigkeiten ein Konzentrationsaustausch
in der Flüssigkeit und werden die für die Selbstreinigung der Filterelemente
notwendigen Scherkräfte auf den Filteroberflächen erreicht.
Die Flüssigkeit im Behälter 2 konzentriert sich
im Betrieb stetig auf, da das Filtrat/Permeat kontinuierlich durch die Filterelemente
10 abfließt und dem Druckabfall entsprechend neue Flüssigkeit zugeführt
wird. Im Betrieb wird diese Aufkonzentrierung so lange fortgesetzt, bis die Viskosität
der Lösung durch Anstieg des Feststoffgehaltes insbesondere im Bereich der
Auslaßöffnungen einen gewünschten Wert erreicht hat. Anschließend
wird auf kontinuierlichen Betrieb umgestellt, in dem ein Behälterauslaßventil
zur kontrollierten kontinuierlichen Ableitung geöffnet wird. Gleichermaßen
wird dem Behälter 2 zu filtrierende Flüssigkeit zugeleitet. Ein Ablassen
des Behälters erfolgt in üblicher Weise über eine nicht dargestellte
Ablaßöffnung.