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Dokumentenidentifikation EP1854620 27.12.2007
EP-Veröffentlichungsnummer 0001854620
Titel Verfahren zum Verfüllen von Hohlräumen mit Schaumstoffpartikeln
Anmelder BASF AG, 67063 Ludwigshafen, DE
Erfinder Schmidt, Marco, 67346, Speyer, DE;
Auenmüller, Jürgen von, 68794, Oberhausen-Rheinhausen, DE;
Centner, Alexander, 67127, Rödersheim-Gronau, DE
Vertragsstaaten AT, BE, BG, CH, CY, CZ, DE, DK, EE, ES, FI, FR, GB, GR, HU, IE, IS, IT, LI, LT, LU, LV, MC, MT, NL, PL, PT, RO, SE, SI, SK, TR
Sprache des Dokument DE
EP-Anmeldetag 03.05.2007
EP-Aktenzeichen 071074397
EP-Offenlegungsdatum 14.11.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 27.12.2007
IPC-Hauptklasse B29C 67/20(2006.01)A, F, I, 20071016, B, H, EP
IPC-Nebenklasse C04B 16/08(2006.01)A, L, I, 20071016, B, H, EP   C08J 9/35(2006.01)A, L, I, 20071016, B, H, EP   C08J 9/236(2006.01)A, L, I, 20071016, B, H, EP   E04C 1/41(2006.01)A, L, I, 20071016, B, H, EP   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Verfüllen von Hohlräumen mit Schaumstoffpartikeln sowie danach erhältliche Bauelemente.

Zur Wärmedämmung im Bauwesen werden häufig Schaumstoffplatten aus expandierbarem Polystyrol eingesetzt. Diese können sowohl auf der Innen- als auch Außenwand als Wärmedämm-Verbundsystem aufgebracht werden.

Für eine wirtschaftliche Bauweise werden auch spezielle Hohlblock-Bausteine eingesetzt, deren Kammern mit vorgeschäumten Schaumstoffpartikeln verfüllt und anschließend mit Dampf punktförmig verschweißt werden.

Die EP-A 1 634 911 beschreibt die Verwendung von Polymerschaumpartikeln und Polymerbindemitteln zur Herstellung von Bodenausgleichsschüttungen.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung war es, ein einfaches und kostengünstiges Verfahren zur Befüllung von Hohlräumen mit Schaumstoffpartikeln zu finden.

Dem gemäß wurde ein Verfahren zum Verfüllen von Hohlräumen mit Schaumstoffpartikeln gefunden, welches die Stufen

  1. a) Benetzen der Schaumstoffpartikel mit Wasser, einer wässrigen Lösung oder wässrigen Dispersion,
  2. b) Befüllen des Hohlraumes mit den benetzten Schaumstoffpartikeln,
  3. c) Koagulieren einer wässrigen Polymerdispersion mit einem Koagulationsmittel in dem mit Schaumstoffpartikeln befüllten Hohlraum,
umfasst.

Als Schaumstoffpartikel können Polymerschaumpartikel aus thermoplastischen Polymeren verwendet werden.

Bevorzugt werden als Polymerschaumpartikel vorgeschäumte, expandierbare Styrolpolymere (EPS) oder Polyolefinschaumpartikel, wie expandiertes Polypropylen (EPP) eingesetzt. Die Polymerschaumpartikel weisen in der Regel einen mittleren Partikeldurchmesser im Bereich von 2 bis 10 mm und eine Schüttdichte im Bereich von 5 bis 20 g/l, bevorzugt im Bereich von 8 bis 16 g/l auf.

Polymerschaumpartikel auf Basis von Styrolpolymeren können durch Vorschäumen von EPS mit Heißluft oder Wasserdampf in einem Vorschäumer auf die gewünschte Dichte erhalten werden. Durch ein- oder mehrmaliges Vorschäumen in einem Druck- oder kontinuierlichen Vorschäumer können hierbei Endschüttdichten unter 10 g/l erhalten werden.

Legt man Wert auf eine besonders gute Schalldämmung, so verwendet man möglichst Polymerschaumpartikel mit großem mittleren Partikeldurchmesser und möglichst enger Partikelgrößenverteilung. Für eine besonders hohe Wärmedämmung verwendet man zweckmäßig Polymerschaumpartikel mit höherer Dichte.

Aufgrund ihrer hohen Wärmedämmfähigkeit verwendet man besonders bevorzugt vorgeschäumte, expandierbare Styrolpolymerisate, die athermane Festkörper, wie Ruß, Aluminium oder Graphit, insbesondere Graphit einer mittleren Partikelgröße im Bereich von 1 bis 50 µm Partikeldurchmesser in Mengen von 0,1 bis 10 Gew.-%, insbesondere 2 bis 8 Gew.-%, bezogen auf EPS, enthalten und beispielsweise aus EP-B 981 574 und EP-B 981 575 bekannt sind.

Die Polymerschaumpartikel sind insbesondere mit Flammschutzmitteln ausgerüstet. Sie können hierzu beispielsweise 1 bis 6 Gew.-% einer organischen Bromverbindung, wie Hexabromcylcodecan (HBCD) und gegebenenfalls zusätzlich 0,1 bis 0,5 Gew.-% Dicumyl oder eines Peroxides enthalten.

Als wässrige Polymerdispersion eignen sich beispielsweise die in WO 03/106365 beschriebenen Polymerdispersionen. Bevorzugt werden Acrylat-Dispersionen, Styrol-Acrylat-Dispersion, Styrol-Butadien-Dispersionen und Vinylacetat-Dispersionen eingesetzt.

Des weiteren eignen sich Polyurethan-Dispersionen, wie sie beispielsweise in DE-A 19 708 451 beschrieben sind. Diese können durch Herstellung von Präpolymeren aus monomeren oder polymeren Diolen, beispielsweise Polyesterdiolen, Polycarbonatdiolen oder Polyetherdiolen wie Polytetrahydrofuran mit Isocyanaten, insbesondere Hexamethylendiisocyanat (HDI), Dicyclohexylmethandiisocyanat (HMDI), Isophorondiamin (IPDA) oder Isophorondiisocyanat (IPDI) erhalten werden. Anschließend kann die Dispersion nach Neutralisation, beispielsweise mit einem Amin oder Natriumhydroxid und anschließender Wasserzugabe hergestellt werden.

Als Koagulationsmittel eignen sich unter anderem Salze einwertiger oder mehrwertiger Kationen, wie Kalziumnitrat, Kalziumchlorid, Aluminiumsulfat, Magnesiumnitrat oder Zinknitrat, die bevorzugt eine gute Wasserlöslichkeit aufweisen, sowie Bronstedtsäuren, insbesondere starke Säuren wie Ameisensäure, Essigsäure, Zitronensäure oder Milchsäure. Auch Gemische solcher Koagulationsmittel kommen in Betracht. Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren werden bevorzugt auf 100 Gew.-Teile Schaumstoffpartikel 0,1 bis 10 Gew.-Teile, insbesondere 1 bis 5 Gew.-Teile der wässrigen Polymerdispersion, bezogen auf Festkörper, eingesetzt. Der Feststoffgehalt der wässrigen Polymerdispersion beträgt in der Regel 30 bis 80 Gew.-%, insbesondere 45 bis 75 Gew.-%.

Erfindungsgemäß werden die Schaumstoffpartikel in den Hohlraum gefüllt und mit der wässrigen Polymerdispersion verklebt. Durch die Zugabe des Koagulationsmittels erfolgt ein schnelles Abbinden nach dem Befüllen des Hohlraumes.

Zur Vereinfachung des Befüllens des Hohlraumes in Stufe b) werden die Schaumstoffpartikel in der Stufe a) zuvor mit Wasser, einer wässrigen Lösung oder wässrigen Dispersion benetzt. Hierfür kann, muss aber nicht die wässrige Polymerdispersion oder eine wässrige Lösung des Koagulationsmittels verwendet werden.

Erfindungsgemäß erfolgt die Koagulation der wässrigen Polymerdispersion mit einem Koagulationsmittel in dem mit Schaumpartikeln befüllten Hohlraum in Stufe c). Hierbei kann die wässrige Polymerdispersion und das Koagulationsmittel gleichzeitig in den mit den Schaumstoffpartikeln befüllten Hohlraum eingetragen werden. Dies hat den Vorteil, dass eine schnelle Filmbildung an der Oberseite des Hohlraumes, beispielsweise eines Hohlblocksteines, erfolgt und die Schüttung schnell verfestigt.

Alternativ ist es auch möglich, die wässrige Dispersion in Stufe a) unter gleichzeitiger Benetzung der Schaumstoffpartikel oder in Stufe c) zuzugeben, und anschließend die Koagulation, beispielsweise durch Aufsprühen einer wässrigen Lösung des Koagulationsmittels zu bewirken.

Das erfindungsgemäße Verfahren eignet sich insbesondere zum Befüllen von Kammern in Hohlblocksteinen mit Schaumpartikeln. Als Hohlblocksteine können beispielsweise solche aus Ton mit einer oder mehreren Hohlkammern eingesetzt werden. Des weiteren eignen sich Hohlblocksteine aus Leichtbeton, die zur Reduzierung der Dichte des Bauelementes beispielsweise aus einer wässrigen Zementmörtel-Mischung und einem Leichtzuschlagstoff, beispielsweise Bims, Hüttenbims, Perlit, Blähton, Blähglas oder Blähschiefer bestehen und wie in WO 03/106365 beschrieben, hergestellt werden können.


Anspruch[de]
Verfahren zum Verfüllen von Hohlräumen mit Schaumstoffpartikeln, umfassend die Stufen a) Benetzen der Schaumstoffpartikel mit Wasser, einer wässrigen Lösung oder wässrigen Dispersion, b) Befüllen des Hohlraumes mit den benetzten Schaumstoffpartikeln, c) Koagulieren einer wässrigen Polymerdispersion mit einem Koagulationsmittel in dem mit Schaumstoffpartikeln befüllten Hohlraum. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die wässrige Polymerdispersion in Stufe a) auf die Schaumstoffpartikel appliziert und das Koagulationsmittel in Stufe c) in den mit Schaumstoffpartikel befüllten Hohlraum gegeben wird. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Koagulationsmittel und zumindest ein Teil der wässrigen Polymerdispersion nach Stufe b) zugegeben wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Schaumstoffpartikel einen mittleren Partikeldurchmesser im Bereich von 2 bis 10 mm aufweisen. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass als Schaumstoffpartikel vorgeschäumtes, expandierbares Polystyrol (EPS) oder expandiertes Polypropylen (EPP) eingesetzt wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass als Polymerdispersion eine Polyurethan(PU)- oder Acrylatdispersion eingesetzt wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass als Koagulationsmittel eine wässrige Lösung von Ameisensäure, Essigsäure, Zitronensäure oder eines Erdalkali-, Aluminium oder Zinksalzes eingesetzt wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass auf 100 Gewichtsteile Schaumstoffpartikel 0,1 bis 10 Gewichtsteile, bezogen auf Festkörper, der wässrigen Polymerdispersion eingesetzt wird. Bauelemente, erhältlich durch Befüllen von Hohlräumen von Hohlblocksteinen mit Schaumstoffpartikeln nach einem der Ansprüche 1 bis 8.






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