| Dokumentenidentifikation |
EP1855366 27.12.2007 |
| EP-Veröffentlichungsnummer |
0001855366 |
| Titel |
Anordnung und Verfahren zur Kompensation eines Fehlerstromes bei einem Erdschluss |
| Anmelder |
H. Kleinknecht GmbH & Co. KG, 98693 Ilmenau, DE; E.ON edis AG, 15517 Fürstenwalde, DE; KEMA-IEV Ingenieurunternehmen für Energieversorgung GmbH, 01217 Dresden, DE |
| Erfinder |
Schäfer, Helge, 06295 Lutherstadt Eisleben, DE; Gorgas, Paul-Dieter, 14480 Potsdam, DE; Stade, Dietrich, 98693 Ilmenau-Oberpörlitz, DE; Dorendorf, Stefan, 14552 Michendorf, DE; Ventzke, Uwe, 15517 Fürstenwalde/Spree, DE; Pietzsch, Hermann, 01069 Dresden, DE; Prinz, Steffen, 01217 Dresden, DE; Ulrich, Peter, 98527 Suhl, DE |
| Vertragsstaaten |
AT, BE, BG, CH, CY, CZ, DE, DK, EE, ES, FI, FR, GB, GR, HU, IE, IS, IT, LI, LT, LU, LV, MC, MT, NL, PL, PT, RO, SE, SI, SK, TR |
| Sprache des Dokument |
DE |
| EP-Anmeldetag |
10.05.2007 |
| EP-Aktenzeichen |
070094313 |
| EP-Offenlegungsdatum |
14.11.2007 |
| Veröffentlichungstag im Patentblatt |
27.12.2007 |
| IPC-Hauptklasse |
H02H 9/08(2006.01)A, F, I, 20071016, B, H, EP
|
| Beschreibung[de] |
|
Die Erfindung betrifft eine Anordnung und ein Verfahren
zur Kompensation eines einpoligen Fehlerstromes bei einem Erdschluss in einem Drehstromnetz
beliebiger Frequenz.
Öffentliche und industrielle Drehstromnetze, insbesondere
dreiphasige Mittelspannungsnetze im Bereich von 1 kV bis 30 kV und Hochspannungsnetze
mit Nennspannungen kleiner/gleich 110 kV, die der regionalen Versorgung dienen,
werden überwiegend mit Resonanzsternpunkterdung betrieben. Das bedeutet, dass
der mittelspannungsseitige Sternpunkt eines Einspeisetransformators oder der Sternpunkt
eines Stempunktbildners über eine veränderliche Erdschlussdrossel mit
einem Erdpunkt verbunden ist. Hat ein so ausgebildetes Mittelspannungsnetz einen
Erdschluss in einem der drei Leiter, soll dieser Fehlerzustand im Hinblick auf die
Versorgungszuverlässigkeit nicht zur sofortigen Abschaltung der fehlerhaften
Leitung führen. Der bei einem Erdschluss fließende kapazitive Fehlerstrom
ist durch die Erdkapazitäten des Mittelspannungsnetzes bedingt. Kapazitäten
treten auch zwischen den Leitern untereinander auf, deren Beitrag zum Fehlerstrom
im Falle eines einpoligen Erdschlusses ist jedoch vernachlässigbar. Im Falle
eines Erdschlusses in einem Leiter wird die Erdkapazität dieses Leiters kurzgeschlossen,
während sich die Spannungen an den Erdkapazitäten der beiden anderen,
nicht vom Erdschluss betroffenen Leiter um den Faktor √3 erhöht und
der kapazitive Fehlerstrom in den beiden anderen Leitern zum Fließen kommt.
Die Erdschlussdrossel ist so abgestimmt, dass sie diesen kapazitiven Fehlerstrom
durch einen induktiven Strom an der Erdfehlerstelle kompensiert. Das gilt jedoch
nur bei Netzfrequenz, einer Grundfrequenz von meist 50 Hz, auf die die Erdschlussdrossel
abgestimmt ist. Der vermehrte Einsatz von stromrichtergespeisten Anlagen und Geräten
mit Schaltnetzteilen in Haushalten und Industrie führt zu Netzrückwirkungen,
die sich u. a. als harmonische Verzerrung der Netzspannung äußern. Insbesondere
treten dabei Frequenzkomponenten der fünften und der siebten Harmonischen der
Grundfrequenz (250 Hz und 350 Hz) auf. Diese harmonischen Frequenzkomponenten der
Netzspannung tragen zu einem erheblichen Teil zu den bei Erdschlüssen fließenden
Fehlerströmen bei, umso mehr da in den letzten Jahren Mittelspannungsnetze
zunehmend als Kabelnetze ausgebaut wurden und der Anteil an Freileitungen zurückgeht
und da die Erdkapazität eines Kabels bei gleicher Länge etwa zwanzig-
bis vierzigfach so groß ist, wie die einer Freileitung. Der Anteil dieser von
der Grundfrequenz verschiedenen Frequenzkomponenten am Fehlerstrom kann mit der
Erdschlussdrossel nicht kompensiert werden, da deren Resonanz so abgestimmt ist,
dass sie nur die 50 Hz Komponente kompensiert. Dieser Sachverhalt hat eine Vergrößerung
des verbleibenden Fehlerstromes an der Stelle des Erdschlusses zur Folge und es
können in der Umgebung des Erdfehlers Gefährdungsspannungen (Berührungs-
und Schrittspannungen) entstehen, die für Menschen oder Tiere lebens- oder
gesundheitsgefährdend sind. In der
DE 195 25 417 C2
ist ein Lösungsweg zur Kompensation ohmscher Anteile des Fehlerstromes
im Erdfehlerfall mittels eines gesteuerten, passiven Reaktanzelements angegeben.
Die von der Grundfrequenz abweichenden Frequenzkomponenten werden jedoch nicht berücksichtigt.
Aus
AT 11 35 89
,
US 1 983 085
und
GB 279 841
sind Anordnungen bekannt, bei denen Erdfehlerströme durch passive
Filter kompensiert werden, die in Reihe oder parallel zur Erdschlussdrossel geschaltet
sind. Dabei werden auch harmonische Anteile der Erdfehlerströme kompensiert.
In
DE 198 27 755 A1
ist eine Anordnung beschrieben, bei der ein Hybridfilter, das aus einem
passiven und einem aktiven Filter besteht, zwischen ein Wechselspannungsnetz und
Erde geschaltet ist, wobei höhere harmonische Komponenten durch das aktive
Filter unterdrückt werden. Aus der Publikation
WINTER, Klaus M.: Swedish Distribution Networks - a New Method for Earthfault
Protection in Cable - and Overhead Systems. In: Proceedings of the Fifth International
Conference on Developments in Power System Protection - DPSP '93 York/UK, IEE Conference
Publication No. 368, S. 268-270
und aus der Publikation
KRÄMER, Stephan; SCHMIDT, Rainer; WINTER, Klaus: Erdschluss-Vollschutzanlage
für das 110-kV-Bahnstromnetz. In: Elektrische Bahnen, H.8, 2003, S. 353-362
sind jeweils Anordnungen bekannt, bei denen ein Kompensationsstrom mit
einer Hilfswicklung in die Erdschlussdrossel eingespeist wird.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zu Grunde, eine Anordnung
und ein Verfahren zur automatischen Erkennung und Kompensation eines Fehlerstromes
bei einem Erdschluss anzugeben.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Anordnung
mit den Merkmalen des Anspruchs 1 und durch ein Verfahren mit den Merkmalen des
Anspruchs 14 oder 15 gelöst.
Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand
der Unteransprüche.
Die erfindungsgemäße Anordnung weist ein elektrisches
Drehstromnetz mit drei Leitern auf. Bei dem Drehstromnetz handelt es sich insbesondere
um ein Mittelspannungsnetz, dass aus einem Hochspannungsnetz mit einem Einspeisetransformator
mit einer Netzspannung versorgt wird. Der Einspeisetransformator weist eine Sekundärseite,
speziell eine Mittelspannungsseite mit einem Sternpunkt auf, der über eine
Erdschlussdrossel mit einem Erdpunkt verbunden ist. Alternativ kann die Erdschlussdrossel
auch über einen Sternpunktbildner angeschlossen sein. Der Erdpunkt ist im allgemeinen
eine Erdungsanlage. Die Erdschlussdrossel kann in ihrer Induktivität veränderbar
sein. Weiterhin ist eine Einrichtung zur zumindest partiellen Kompensation mindestens
einer von einer Grundfrequenz der Netzspannung abweichenden Frequenzkomponente eines
infolge eines einpoligen Erdschlusses auftretenden Fehlerstromes vorgesehen. Die
Einrichtung umfasst mindestens drei Schalter. Jeder der Leiter ist mit mindestens
einem der Schalter verbunden. Die Schalter sind mit einem Filterkreis verbunden
oder selbst Teil des Filterkreises, der wiederum mit einem Erdpunkt verbunden ist.
Die Einrichtung ist bevorzugt in der Nähe des Einspeisetransformators angeordnet.
Insbesondere bei Verwendung eines passiven Filterkreises sind die Leiter L1, L2
und L3 mit je einem Schalter verbunden. Die Schalter sind mit dem Filterkreis verbunden
und dieser mit dem Erdpunkt, so dass sich eine Serienschaltung von jedem Leiter
über den Schalter und den Filterkreis zum Erdpunkt ergibt. Auf diese Weise
wird für einen nur an einem beliebigen der drei Leiter L1, L2 oder L3 auftretenden
Erdschluss nur ein gemeinsamer Filterkreis benötigt, unabhängig davon,
welcher der Leiter L1, L2 oder L3 betroffen ist. Auf diese Weise lassen sich mit
der Verwendung nur eines Filterkreises, der wahlweise mit allen Leitern L1, L2 und
L3 verbunden werden kann, erheblich die Kosten für die Einrichtung reduzieren.
Hierzu kann insbesondere ein dreipoliger Leistungsschalter, der einpolig schaltbar
ist, zum Einsatz kommen, so dass sichergestellt ist, dass jeweils nur einer der
darin enthaltenen Schalterpole geschlossen ist. Ein solcher dreipoliger Leistungsschalter
enthält drei Schalter (auch Schalterpole genannt), die unabhängig voneinander
geschaltet werden können. Der Schalter kann manuell, insbesondere jedoch automatisch
bedient werden. Hierzu kommt insbesondere eine Erdschlusserfassungseinrichtung,
z.B. ein Erdschlussmelderelais, zum Einsatz, welches den vom Erdschluss betroffenen
Leiter L1, L2 oder L3 erkennt und infolgedessen den Schalter zwischen dem betroffenen
Leiter und dem Filterkreis schließt. Auf diese Weise kann erreicht werden,
dass an einer Erdschlussstelle, an der ein Leiter eine leitfähige Verbindung
zur Erde besitzt, der von der Grundfrequenz abweichende Anteil des Fehlerstroms
so verringert wird, dass ein gegebenenfalls auftretender Lichtbogen verlöscht,
der ohne die Kompensation der von der Grundfrequenz abweichenden Frequenzkomponente
aufrecht erhalten würde. Damit wird auch eine zu hohe, für Menschen und
Tiere lebens- und gesundheitsgefährdende, Berührungs- und Schrittspannung
in der Umgebung des Erdschlusses vermieden. Der Einsatz der beschriebenen Einrichtung
und des Verfahrens ist auch in Hoch- oder Niederspannungsnetzen möglich. Prinzipiell
kann das Drehstromnetz dabei auch statt mit Resonanzsternpunkterdung mit isoliertem
Sternpunkt betrieben werden. Die erfindungsgemäße Anordnung kann gegebenenfalls
auch die Aufgabe der Erdschlussdrossel unterstützen oder ganz übernehmen.
Wird beispielsweise ein mit einem Erdschluss behafteter Abschnitt des Drehstromnetzes
erkannt und abgeschaltet, ändert sich infolgedessen die Erdkapazität des
Drehstromnetzes so, dass die Erdschlussdrossel verstellt werden muss. Dieser Vorgang
kann sehr lange (mehrere Minuten) dauern. Tritt in diesem Zeitraum ein weiterer
Erdschluss im verbliebenen Drehstromnetz auf, entstehen an der Fehlerstelle sehr
hohe Fehlerströme bei der Grundfrequenz infolge der noch nicht auf die Erdkapazität
eingestellten Erdschlussdrossel. Die Kompensation kann stattdessen jedoch vom Filterkreis
übernommen oder unterstützt werden, insbesondere wenn er als ein Stromrichter
ausgebildet ist. Auch in den Fällen, bei denen beispielsweise im Erdschlussfall
infolge einer fehlerhaften Ortung irrtümlich ein fehlerfreier Abgang ausgeschaltet
wird, kann die nunmehr veränderte Kompensationsleistung, die nicht kurzfristig
durch die Erdschlussdrossel zur Verfügung gestellt werden kann oder wird, vom
Filterkreis übernommen werden.
Die zu kompensierende Frequenzkomponente ist vorzugsweise
eine Harmonische der Grundfrequenz, insbesondere die fünfte oder die siebte
Harmonische, da deren Anteil an dem Fehlerstrom besonders hoch ist. Beispielsweise
bei einer Grundfrequenz von 50 Hz, wie in Europa und weiten Teilen der Welt üblich,
entspricht die fünfte Harmonische 250 Hz und die siebte Harmonische 350 Hz.
Der Filterkreis ist vorzugsweise auf die dominante Harmonische im Fehlerstrom abgestimmt,
so dass diese im Filterkreis weitgehend nach Erde kurzgeschlossen und somit an der
Erdfehlerstelle weitgehend kompensiert wird. Der Filterkreis kann jedoch auch mehrfrequent
sein, so dass Frequenzkomponenten des Fehlerstromes in einem Frequenzband kompensiert
werden. Beispielsweise kann das Frequenzband durch den Aufbau des Filterkreises
so gestaltet sein, dass Frequenzkomponenten im Bereich von 220 Hz bis 380 Hz und
somit sowohl die fünfte als auch die siebte Harmonische kompensiert werden.
In einer bevorzugten Ausführungsform weist die Einrichtung
mindestens einen Stromrichter auf, der mit einer Steuereinheit verbunden ist, die
den Fehlerstrom erkennt. Die Steuereinheit übernimmt Steuer- und Regelungsaufgaben.
Der Stromrichter wird dabei so gesteuert und/oder geregelt,
dass er einen Strom erzeugt, dessen Frequenz und Phasenlage den Fehlerstrom bei
einem einpoligen Erdschluss wenigstens teilweise kompensiert. Hierzu werden zum
Beispiel die von der Grundfrequenz abweichenden Komponenten vom Stromrichter gegenphasig
zum Fehlerstrom erzeugt und eingespeist, wobei der gegenphasige Strom etwa die gleiche
Größe wie der Fehlerstrom hat.
Der Stromrichter kann hierzu in Serie zu der Erdschlussdrossel
geschaltet sein. Alternativ ist der Stromrichter parallel zu der Erdschlussdrossel
geschaltet.
Der Filterkreis kann ebenfalls als Stromrichter ausgebildet
sein. Die Schalter sind in diesem Fall Teil des Filterkreises. Der auf diese Weise
aktiv gestaltete Filterkreis ist prinzipiell flexibler an eine veränderte Topologie
des Drehstromnetzes anpassbar als ein passiver Filterkreis.
Insbesondere bei Verwendung eines Stromrichters als Filterkreis
sind die Schalter als steuerbare elektronische Schalter ausgebildet, beispielsweise
als Halbleiterbauelemente, wie IGBTs (Insulated Gate Bipolar Transistor). Sie bieten
den Vorteil schnellerer Schaltzeiten verglichen mit herkömmlichen Schaltern
oder Schalterpolen. Ein den Fehlerstrom an der Erdfehlerstelle zumindest partiell
kompensierender Stromfluss wird dann vorzugsweise durch gesteuertes, gepulstes Schalten
von Gleichspannungsquellen in den Strompfad des Filterkreises verursacht. Ein aktiver
Filterkreis reagiert schneller als eine veränderbare Drossel auf Änderungen
der Erdkapazität des Drehstromnetzes, die eine Erhöhung des Fehlerstroms
an der Erdfehlerstelle bewirken kann. Dies geschieht beispielsweise dann, wenn bei
einem detektierten Erdfehler in einem verzweigten Drehstromnetz der Erdfehler in
einem falschen Abzweig lokalisiert und dieser Abzweig daraufhin abgeschaltet wird,
während der vom Erdfehler betroffene Abzweig noch unter Spannung bleibt.
Vorzugsweise umfasst die Einrichtung einen in Serie zu
der Erdschlussdrossel geschalteten Parallelschwingkreis. Auf diese Weise ergibt
sich ein mehrfrequentes Filter, das mit einer gegebenenfalls angepassten oder modifizierten
Erdschlussdrossel sowohl den Fehlerstrom der Grundfrequenz als auch den der von
der Grundfrequenz abweichenden Frequenzkomponente im Falle eines Erdschlusses kompensiert.
Der Parallelschwingkreis kann verstellbare Komponenten,
z.B. verstellbare Drosseln und/oder Kondensatoren enthalten, um ihn auf die im Drehstromnetz
vorhandenen und gegebenenfalls veränderlichen Erdkapazitäten abstimmen
zu können.
Vorzugsweise ist der Filterkreis als ein mehrfrequenter
Filterkreis so ausgebildet, dass er bei mindestens einer ersten Frequenz als Saugkreis
und bei mindestens einer zweiten Frequenz als Sperrkreis wirksam ist. In seiner
Funktion als Saugkreis schließt er Stromanteile bei der ersten Frequenz zum
Erdpunkt hin kurz während er als Sperrkreis einen Stromfluss zum Erdpunkt bei
der zweiten Frequenz unterdrückt. Auf diese Weise wird vermieden, dass ein
Stromfluss bei dieser zweiten Frequenz über eine Fehlerstelle zustande kommt,
so dass keine zusätzlichen unerwünschten Berührungs- und Schrittspannungen
an der Fehlerstelle auftreten.
Die zu kompensierende Frequenzkomponente bei der ersten
Frequenz ist vorzugsweise eine Harmonische der Grundfrequenz, insbesondere die fünfte
oder die siebte Harmonische, da deren Anteil an dem Fehlerstrom besonders hoch ist.
Beispielsweise bei einer Grundfrequenz von 50 Hz, wie in Europa und weiten Teilen
der Welt üblich, entspricht die fünfte Harmonische 250 Hz und die siebte
Harmonische 350 Hz.
Die zweite Frequenz, bei der ein Stromfluss über den
Filterkreis unterbunden wird, ist vorzugsweise die Grundfrequenz des Drehstromnetzes.
Das gewünschte Verhalten des Filterkreises wird im Falle eines passiven Filterkreises
vorzugsweise erreicht, in dem mindestens zwei Drosseln und ein Kondensator angeordnet
werden, insbesondere so, dass eine der Drosseln zu einer Parallelschaltung aus der
anderen Drossel und dem Kondensator in Serie geschaltet ist. Die Induktivitäten
der Drosseln und die Kapazität des Kondensators werden dabei so gewählt,
dass sich ein Saugverhalten zumindest bei der ersten Frequenz und ein Sperrverhalten
bei der zweiten Frequenz ergibt. Ein mehrfrequenter Filterkreis wird jedoch bevorzugt
aktiv als Stromrichter ausgebildet, da bei diesem zur Kompensation mehrerer verschiedener
Frequenzkomponenten lediglich die Steuerung angepasst werden muss, während
bei einem passiven Filterkreis gegebenenfalls andere Bauelemente oder mehr Bauelemente
benötigt werden.
Der als Stromrichter ausgebildete Filterkreis kann auch
dann verwendet werden, wenn auf keinem der Leiter ein Erdschluss vorliegt, insbesondere
so, dass ein Strom zum Fließen kommt, der im Drehstromnetz vorhandene Blindleistung,
wie z.B. Deformationen der Versorgungsspannung (Verzerrung, Unsymmetrie, Einbrüche,
etc.) oder eine Verschiebungsblindleistung auf vorgegebene Werte begrenzt oder reduziert.
Ausführungsbeispiele der Erfindung werden im Folgenden
anhand einer Zeichnung näher erläutert.
Darin zeigen:
- Figur 1
- eine Anordnung zur Kompensation eines Fehlerstromes an einer Erdschlussstelle
bei einem einpoligen Erdschluss in einem Drehstromnetz mit einem Filterkreis,
- Figur 2
- eine Anordnung zur Kompensation eines Fehlerstromes an einer Erdschlussstelle
bei einem einpoligen Erdschluss in einem Drehstromnetz mit einem mehrfrequenten
Filterkreis,
- Figur 3
- eine Anordnung zur Kompensation eines Fehlerstromes an einer Erdschlussstelle
bei einem einpoligen Erdschluss in einem Drehstromnetz mit einem als Stromrichter
ausgebildeten Filterkreis,
- Figur 4
- eine Ausführungsform eines Stromrichters, und
- Figur 5
- eine weitere Ausführungsform eines Stromrichters.
Einander entsprechende Teile sind in allen Figuren mit
den gleichen Bezugszeichen versehen.
Figur 1 zeigt eine Anordnung zur Kompensation eines Fehlerstromes bei einem
einpoligen Erdschluss E. Ein Drehstromnetz 1 mit den Leitern L1, L2 und L3 ist als
Mittelspannungsnetz mit Freileitungen und/oder Erdkabeln ausgeführt. Die Spannung
des Drehstromnetzes 1 beträgt 20 kV bei einer Grundfrequenz von 50 Hz und wird
über einen Einspeisetransformator 2, der mit einer Hochspannungsseite H an
ein nicht dargestelltes Hochspannungsnetz und mit einer Mittelspannungsseite M an
das Drehstromnetz 1 angeschlossen ist, eingespeist. Ein auf der Mittelspannungsseite
M gelegener Sternpunkt 3 des Einspeisetransformators 2 ist über eine Erdschlussdrossel
4 geerdet, d.h. mit einem Erdpunkt 5.1 verbunden. Bei dem Erdpunkt 5.1 handelt es
sich gewöhnlich um eine Erdungsanlage, bei der ein großflächiger
Kontakt zur Erde hergestellt wird. Da die Erdschlussdrossel 4 ein reales und kein
ideales Betriebsmittel ist, weist sie nicht nur eine Induktivität 4.L auf,
sondern ist auch mit einem ohmschen Widerstand 4.R behaftet. Die Leiter L1, L2 und
L3 des Drehstromnetzes 1 besitzen jeweils eine Erdkapazität CL1, CL2 und CL3,
deren Größe mit der Länge des Drehstromnetzes 1 bzw. mit seiner flächenmäßigen
Ausdehnung steigt. Die gezeigten Erdkapazitäten CL1, CL2, CL3 repräsentieren
die kapazitive Verkettung der Leiter L1, L2 und L3 mit der Erde. Bei Verwendung
von Erdkabeln ist die Erdkapazität CL1, CL2, CL3 bei gleicher Länge etwa
um den Faktor 20 ... 40 größer als bei Freileitungen. Am Leiter L3 tritt
im gezeigten Ausführungsbeispiel ein Erdschluss E auf, beispielsweise in Form
eines Lichtbogens vom Leiter L3 zu einem Erdpunkt 5.2. Der Erdschluss E kann in
der Nähe des Einspeisetransformators 2 oder in einem beliebigen Bereich des
Drehstromnetzes 1 auftreten. Die Erdkapazität CL3 des Leiters L3 wird dabei
nach Erde kurzgeschlossen und ist somit 0. Dabei erhöhen sich die Spannungen
an den Erdkapazitäten CL1 und CL2 jeweils um den Faktor √3. Über
den Erdschluss E an der Erdschlussstelle fließt daher eine kapazitive Fehlerstromkomponente.
Ist die Netzspannung unverzerrt, d.h. nahezu ideal sinusförmig, wird diese
kapazitive Fehlerstromkomponente durch die Erdschlussdrossel 4 kompensiert. Es bleibt
an der Erdschlussstelle lediglich ein Reststrom, der aus einer Wirkstrom- und einer
Blindstromkomponente besteht. Die Blindstromkomponente ergibt sich aus einer nicht
exakten Abstimmung eines aus der Erdschlussdrossel 4 und den Erdkapazitäten
CL1, CL2 gebildeten Schwingkreises. Die Wirkstromkomponente resultiert auch aus
den ohmschen Verlusten der Erdschlussdrossel 4. Die Netzspannung in Drehstromnetzen
ist jedoch infolge von Netzrückwirkungen moderner, mit Schaltnetzteilen ausgestatteter
Geräte und stromrichtergespeister Anlagen in Industrie und Haushalten nicht
ideal sinusförmig, sondern enthält harmonische Frequenzkomponenten der
Grundfrequenz, insbesondere die fünfte und siebte Harmonische, d.h. Oberschwingungen
mit Frequenzen von 250 Hz und 350 Hz. Die in Drehstromnetzen 1 mit so verzerrter
Netzspannung im Falle eines Erdschlusses E auftretenden harmonische Anteile der
Fehlerströme machen einen erheblichen Anteil des Effektivwertes des Gesamtfehlerstromes
(auch Reststrom genannt) aus. Diese harmonischen Anteile des Fehlerstroms können
von der Erdschlussdrossel 4 nicht kompensiert werden, da diese nur auf die Grundfrequenz
abgestimmt ist und erhöhen damit den Reststrom. Zum Kompensieren dieser harmonischen
Anteile des Fehlerstroms an der Erdschlussstelle dient ein Filterkreis 6, der in
der Art eines Reihenschwingkreises ausgebildet sein kann. Jeder Leiter L1, L2, L3
ist mit einem Schalter 7.L1, 7.L2, 7.L3 mit dem Filterkreis 6 verbunden, der seinerseits
mit einem Erdpunkt 5.3 verbunden ist, der mit dem Erdpunkt 5.1 identisch sein kann.
Im Fall eines Erdschlusses E am Leiter L3 wird der Schalter 7.L3 geschlossen und
der Fehlerstrom der harmonischen Frequenzkomponente im auf diese Frequenz abgestimmten
Filterkreis gegen Erde kurzgeschlossen, so dass er an der Stelle des Erdschlusses
E reduziert wird. Ein dort gegebenenfalls auftretender Lichtbogen verlischt und
eine Berührungs- und Schrittspannung in der Umgebung des Erdschlusses E fällt
unter einen Wert, der für Menschen oder Tiere lebens- oder gesundheitsgefährlich
ist. Der Filterkreis 6 ist hierzu auf die dominante Harmonische, im Allgemeinen
die fünfte Harmonische des Fehlerstromes abgestimmt. Der Filterkreis 6 kann
jedoch auch mehrfrequent sein, so dass Frequenzkomponenten des Fehlerstromes in
einem Frequenzband kompensiert werden. Beispielsweise kann das Frequenzband durch
den Aufbau des Filterkreises 6 so gestaltet sein, dass Frequenzkomponenten im Bereich
von 220 Hz bis 380 Hz und somit sowohl die fünfte als auch die siebte Harmonische
kompensiert werden. Die Schalter 7.L1, 7.L2, 7.L3 können manuell oder vorzugsweise
automatisch bedient werden. Hierzu kann eine nicht dargestellte Erdschlusserfassungseinrichtung
zum Einsatz kommen, welche den Erdschluss erkennt und den Schalter 7.L3 zwischen
dem betroffenen Leiter L3 und dem Filterkreis schließt. Die Erkennung des Erdschlusses
E ist zum Beispiel möglich, indem die Effektivwerte der Spannungen der Leiter
L1, L2, L3 gegenüber Erde gemessen werden.
Im fehlerfreien Betrieb sind diese Spannungen einander betragsmäßig in
etwa gleich, aber um 2&pgr;/3 phasenverschoben. Im Falle eines Erdschlusses E
wird die Spannung des betroffenen Leiters L3 jedoch gegenüber Erde Null und
die Spannung der anderen Leiter L1, L2 steigt um den Faktor √3. Auf diese
Weise kann die Erdschlusserfassungseinrichtung den jeweils betroffenen Leiter L1,
L2 oder L3 identifizieren und den entsprechenden Schalter 7.L1, 7.L2, 7.L3 schließen.
Figur 2 zeigt eine Anordnung zur Kompensation eines Fehlerstromes bei einem
einpoligen Erdschluss E. Ein Drehstromnetz 1 mit den Leitern L1, L2 und L3 ist als
Mittelspannungsnetz mit Freileitungen-und/oder Erdkabeln ausgeführt. Die Spannung
des Drehstromnetzes 1 beträgt 20 kV bei einer Grundfrequenz von 50 Hz und wird
über einen Einspeisetransformator 2, der mit einer Hochspannungsseite H an
ein nicht dargestelltes Hochspannungsnetz und mit einer Mittelspannungsseite M an
das Drehstromnetz 1 angeschlossen ist, eingespeist. Ein auf der Mittelspannungsseite
M gelegener Sternpunkt 3 des Einspeisetransformators 2 ist über eine Erdschlussdrossel
4 geerdet, d.h. mit einem Erdpunkt 5.1 verbunden. Bei dem Erdpunkt 5.1 handelt es
sich gewöhnlich um eine Erdungsanlage, bei der ein großflächiger
Kontakt zur Erde hergestellt wird. Da die Erdschlussdrossel 4 ein reales und kein
ideales Betriebsmittel ist, weist sie nicht nur eine Induktivität 4.L auf,
sondern ist auch mit einem ohmschen Widerstand 4.R behaftet. Die Leiter L1, L2 und
L3 des Drehstromnetzes 1 besitzen jeweils eine Erdkapazität CL1, CL2 und CL3,
deren Größe mit der Länge des Drehstromnetzes 1 bzw. mit seiner flächenmäßigen
Ausdehnung steigt. Die gezeigten Erdkapazitäten CL1, CL2, CL3 repräsentieren
die kapazitive Verkettung der Leiter L1, L2 und L3 mit der Erde. Bei Verwendung
von Erdkabeln ist die Erdkapazität CL1, CL2, CL3 bei gleicher Länge etwa
um den Faktor 20 ... 40 größer als bei Freileitungen. Am Leiter L3 tritt
im gezeigten Ausführungsbeispiel ein Erdschluss E auf, beispielsweise in Form
eines Lichtbogens vom Leiter L3 zu einem Erdpunkt 5.2. Der Erdschluss E kann in
der Nähe des Einspeisetransformators 2 oder in einem beliebigen Bereich des
Drehstromnetzes 1 auftreten. Die Erdkapazität CL3 des Leiters L3 wird dabei
nach Erde kurzgeschlossen und ist somit 0. Dabei erhöhen sich die Spannungen
an den Erdkapazitäten CL1 und CL2 jeweils um den Faktor √3. Über
den Erdschluss E an der Erdschlussstelle fließt daher eine kapazitive Fehlerstromkomponente.
Ist die Netzspannung unverzerrt, d.h. nahezu ideal sinusförmig, wird diese
kapazitive Fehlerstromkomponente durch die Erdschlussdrossel 4 kompensiert. Es bleibt
an der Erdschlussstelle lediglich ein Reststrom, der aus einer Wirkstrom- und einer
Blindstromkomponente besteht. Die Blindstromkomponente ergibt sich aus einer nicht
exakten Abstimmung eines aus der Erdschlussdrossel 4 und den Erdkapazitäten
CL1, CL2 gebildeten Schwingkreises. Die Wirkstromkomponente resultiert auch aus
den ohmschen Verlusten der Erdschlussdrossel 4. Die Netzspannung in Drehstromnetzen
ist jedoch infolge von Netzrückwirkungen moderner, mit Schaltnetzteilen ausgestatteter
Geräte und stromrichtergespeister Anlagen in Industrie und Haushalten nicht
ideal sinusförmig, sondern enthält harmonische Frequenzkomponenten der
Grundfrequenz, insbesondere die fünfte und siebte Harmonische, d.h. Oberschwingungen
mit Frequenzen von 250 Hz und 350 Hz. Die in Drehstromnetzen 1 mit so verzerrter
Netzspannung im Falle eines Erdschlusses E auftretenden harmonische Anteile der
Fehlerströme machen einen erheblichen Anteil des Effektivwertes des Gesamtfehlerstromes
(auch Reststrom genannt) aus. Diese harmonischen Anteile des Fehlerstroms können
von der Erdschlussdrossel 4 nicht kompensiert werden, da diese nur auf die Grundfrequenz
abgestimmt ist und erhöhen damit den Reststrom. Zum Kompensieren dieser harmonischen
Anteile des Fehlerstroms an der Erdschlussstelle dient ein Filterkreis 6. Jeder
Leiter L1, L2, L3 ist mit einem Schalter 7.L1, 7.L2, 7.L3 mit dem Filterkreis 6
verbunden, der seinerseits mit einem Erdpunkt 5.3 verbunden ist, der mit dem Erdpunkt
5.1 identisch sein kann. Im Fall eines Erdschlusses E am Leiter L3 wird der Schalter
7.L3 geschlossen und der Fehlerstrom der harmonischen Frequenzkomponente im auf
diese Frequenz abgestimmten Filterkreis gegen Erde kurzgeschlossen, so dass er an
der Stelle des Erdschlusses E reduziert wird. Ein dort gegebenenfalls auftretender
Lichtbogen verlischt und eine Berührungs- und Schrittspannung in der Umgebung
des Erdschlusses E fällt unter einen Wert, der für Menschen oder Tiere
lebens- oder gesundheitsgefährlich ist. Der Filterkreis 6 ist hierzu auf die
dominante Harmonische, im Allgemeinen die fünfte Harmonische des Fehlerstromes
abgestimmt. Der Filterkreis 6 kann jedoch auch mehrfrequent sein, so dass Frequenzkomponenten
des Fehlerstromes in einem Frequenzband kompensiert werden. Beispielsweise kann
das Frequenzband durch den Aufbau des Filterkreises 6 so gestaltet sein, dass Frequenzkomponenten
im Bereich von 220 Hz bis 380 Hz und somit sowohl die fünfte als auch die siebte
Harmonische kompensiert werden. Die Schalter 7.L1, 7.L2, 7.L3 können manuell
oder vorzugsweise automatisch bedient werden. Hierzu kann eine nicht dargestellte
Erdschlusserfassungseinrichtung zum Einsatz kommen, welche den Erdschluss erkennt
und den Schalter 7.L3 zwischen dem betroffenen Leiter L3 und dem Filterkreis schließt.
Die Erkennung des Erdschlusses E ist zum Beispiel möglich, indem die Effektivwerte
der Spannungen der Leiter L1, L2, L3 gegenüber Erde gemessen werden. Im fehlerfreien
Betrieb sind diese Spannungen einander betragsmäßig in etwa gleich, aber
um 2&pgr;/3 phasenverschoben. Im Falle eines Erdschlusses E wird die Spannung
des betroffenen Leiters L3 jedoch gegenüber Erde Null und die Spannung der
anderen Leiter L1, L2 steigt um den Faktor √3. Auf diese Weise kann die Erdschlusserfassungseinrichtung
den jeweils betroffenen Leiter L1, L2 oder L3 identifizieren und den entsprechenden
Schalter 7.L1, 7.L2, 7.L3 schließen. Die Schalter 7.L1, 7.L2, 7.L3 können
als mechanische oder elektronische Schalter ausgebildet sein.
Der Filterkreis 6 ist aus zwei Drosseln D1, D2 und einem
Kondensator C1 so aufgebaut, dass sich für die erwähnten Stromharmonischen
ein Saugkreisverhalten (Reihenschwingkreis gebildet aus D1 und der Parallelschaltung
von C1 und D2) und bei der Grundfrequenz ein Sperrverhalten (Parallelschwingkreis
gebildet aus C1 und D2) ergibt, so dass die höheren Stromharmonischen nach
dem Erdpunkt 5.3 abgeleitet werden und ein Stromfluss bei der Grundfrequenz über
den Filterkreis unterdrückt wird.
Figur 3 zeigt eine Ausführungsform, in der der Filterkreis 6 als Stromrichter
8 ausgebildet ist. Die Schalter 7.L1, 7.L2, 7.L3 sind hierbei Teil des Filterkreises
6 bzw. Stromrichters 8. Vorzugsweise sind die Schalter dabei als elektronische Schalter
ausgebildet, beispielsweise als Halbleiterbauelemente wie IGBTs. Der Stromrichter
8 umfasst weiter drei Spannungsquellen 10 mit steuerbarer und/oder regelbarer Spannung
und/oder Frequenz, die durch entsprechendes Betätigen der Schalter 7.L1, 7.L2,
7.L3 dem betroffenen Leiter L1, L2, L3 einen den Fehlerstrom an der Erdfehlerstelle
E zumindest partiell kompensierenden Stromfluss aufprägen, der an der Erdfehlerstelle
E gegenphasig zum Fehlerstrom ist. Der Stromrichter 8 kann hierzu als mehrfrequenter
Filterkreis ausgebildet sein, um den Erdfehlerstrom bei mehreren Frequenzen, insbesondere
Harmonischen der Grundfrequenz zu kompensieren. Liegt auf keinem der Leiter L1,
L2, L3 ein Erdschluss vor, kann der Stromrichter 8 so gesteuert werden, dass ein
Strom zum Fließen kommt, der im Drehstromnetz 1 vorhandene Blindleistung, wie
z.B. Deformationen der Versorgungsspannung (Verzerrung, Unsymmetrie, Einbrüche,
etc.) oder eine Verschiebungsblindleistung auf vorgegebene Werte begrenzt oder reduziert.
Die Darstellung des Stromrichters 8 in der Figur ist eine Prinzipdarstellung. Konkrete
Ausführungsformen sind in den Figuren 4 und 5 gezeigt.
Figur 4 zeigt eine Ausführungsform des in Figur 3 gezeigten Stromrichters
8.
Die Schalter 7.L1, 7.L2, 7.L3 können auch in den in
Fig. 1 und 2 gezeigten Ausführungsbeispielen als elektronische Schalter ausgebildet
sein. Eine Spannungsquelle 10 ist als ein Dreiphasengleichrichter ausgebildet, der
aus einem dreiphasigen Netz gespeist wird. Dabei kann es sich um das Drehstromnetz
1 oder ein anderes Netz handeln. Ebenso ist eine zweiphasige Einspeisung möglich.
Für jeden der Leiter L1, L2, L3 sind vier Schalter 7.L1.1-4, 7.L2.1-4, 7.L3.1-4
vorgesehen, die jeweils als Graetz-Brücke geschaltet sind. Wird beispielsweise
auf dem Leiter L1 ein Erdfehler detektiert, werden die Schalter 7.L1.1-4 so geschaltet,
dass dem Leiter L1 (beispielsweise mittels einer Pulsweitenmodulation oder einer
variablen Spannung der Spannungsquelle 10) ein den Erdfehlerstrom zumindest partiell
kompensierender Stromfluss aufgeprägt wird. Soll dem Leiter L1 beispielsweise
ein positiver Strom aufgeprägt werden, müssen gleichzeitig die Schalter
7.L1.3 und 7.L1.2 schließen. Für einen negativen Strom sind es entsprechend
die Schalter 7.L1.1 und 7.L1.4. Sinngemäß gilt dies für die den Leitern
L2 und L3 zugeordneten Schalter 7.L2.1-4 und 7.L3.1-4. Zwischen den Schaltern 7.L1.1-4,
7.L2.1-4, 7.L3.1-4 und den Leitern L1, L2, L3 kann jeweils ein Transformator vorgesehen
sein, da die als Halbleiterbauelemente ausgebildeten Schalter 7.L1.1-4, 7.L2.1-4,
7.L3.1-4 nur begrenzte Sperrspannungen vertragen.
Figur 5 zeigt eine weitere Ausführungsform des Stromrichters 8. Hierbei
wird eine Gleichspannung über den Kondensatoren C1 und C2 durch gesteuertes
Schalten der Schalter 7.L1.1, 7.L1.2, 7.L2.1, 7.L2.2, 7.L3.1, 7.L3.2 und somit Gleichrichtung
der Wechselspannung und Aufladung der Kondensatoren C1, C2 erzeugt. Im Erdfehlerfall
wird die Gleichspannung gepulst (beispielsweise per Pulsweitenmodulation) dem betroffenen
Leiter L1, L2, L3 aufgeprägt, indem beispielsweise bei einem Erdfehler auf
dem Leiter L1 die Schalter 7.L1.1, 7.L1.2, 7.L.1, 7.L.2 entsprechend gesteuert werden.
Die Drossel D1 dient dem Schutz der elektronischen Schalter 7.L1.1, 7.L1.2, 7.L2.1,
7.L2.2, 7.L3.1, 7.L3.2, 7.L.1, 7.L.2.
Die Einrichtung kann auch einen Stromrichter 8 umfassen,
der in Serie zu der Erdschlussdrossel 4 geschaltet ist. Dabei ist es für seine
Funktion unerheblich ob er sich zwischen der Erdschlussdrossel 4 und dem Erdpunkt
5.1 oder zwischen der Erdschlussdrossel 4 und dem Sternpunkt 3 befindet. Eine mit
dem Stromrichter 8 verbundene, nicht gezeigte Steuereinheit erkennt den Erdschluss
E und steuert und/oder regelt den Stromrichter 8 bei Vorliegen eines Erdschlusses
E so, dass er einen Strom erzeugt, dessen Frequenz und Phasenlage den Fehlerstrom
wenigstens teilweise kompensiert. Hierzu werden zum Beispiel die von der Grundfrequenz
abweichenden Frequenzkomponenten vom Stromrichter gegenphasig zum Fehlerstrom erzeugt
und eingespeist. Der Stromrichter kann als Umrichter mit Gleichspannungszwischenkreis
ausgebildet sein. Alternativ kann der Stromrichter 8 parallel zu der Erdschlussdrossel
4 statt seriell geschaltet sein. In diesem Fall steuert der Stromrichter 8 die über
der Erdschlussdrossel 4 abfallende Spannung so, dass ein dadurch durch sie fließender
Strom den Fehlerstrom kompensiert.
Statt des Stromrichters 8 kann auch ein Parallelschwingkreis
9 in Serie zu der Erdschlussdrossel 4 geschaltet sein. Zusammen mit der zu diesem
Zweck in ihrer Induktivität 4.L angepassten Erdschlussdrossel 4 ergibt sich
so ein mehrfrequentes Filter, das sowohl den Fehlerstrom der Grundfrequenz als auch
den der von der Grundfrequenz abweichenden Frequenzkomponente kompensiert. Der Parallelschwingkreis
kann verstellbare Komponenten, z.B. verstellbare Drosseln und/oder Kondensatoren
enthalten, um ihn auf die im Drehstromnetz vorhandenen und gegebenenfalls veränderlichen
Kapazitäten abstimmen zu können.
Das Drehstromnetz 1 kann auch andere Netzspannungen aufweisen.
Eine Sternpunkterdung kann statt an einem Einspeisetransformator
auch an einem Sternpunktbildner vorgenommen werden. Die in den Ausführungsbeispielen
gezeigten Lösungen zur Kompensation eines Fehlerstromes können auch am
Sternpunkt 3 dieses Stempunktbildners angewandt werden.
Die in den Ausführungsbeispielen gezeigten Anordnungen
zur Kompensation eines Fehlerstromes bei einem Erdschluss E sind miteinander kombinierbar.
Die Einrichtung kann auch verwendet werden, um die Erdfehlerstelle
E zu lokalisieren. Hierzu wird der als Stromrichter 8 ausgebildete Filterkreis 6
im erdschlussfehlerfreien Zustand des Drehstromnetzes 1 so gesteuert, dass ein Nullstrom
(beispielsweise mit einer Frequenz zwischen 0.1 Hz und 2000 Hz) zum Fließen
kommt, der unter Nutzung der entsprechenden Komponenten der Netzspannung zur periodischen
Ermittlung frequenzabhängiger Nulladmittanzen benutzt wird. Es werden auf diese
Weise die Nulladmittanz des Drehstromnetzes 1 (aus den Nullströmen der Leiter-Erdpotential-Verbindungen)
und die Nulladmittanzen der Leitungsabgänge (aus den Nullströmen der Leitungsabgänge)
bestimmt. Die auf diese Weise ermittelten Nulladmittanzen werden in einer Erfassungseinrichtung
als Sollwert verwendet. Im einpoligen Erdfehlerfall ändert sich die mit einer
Frequenz kleiner als die Grundfrequenz ermittelte Nulladmittanz des erdfehlerbehafteten
Leitungsabgangs. Aus Vergleich mit dem Sollwert wird der erdfehlerbehaftete Abgang
bestimmt. Der Nulladmittanzvergleich, der bei einer Ermittlung der o. g. Nulladmittanzen
mit Frequenzen größer als die Grundfrequenz vorgenommen wird, gestattet
unter Nutzung der elektrischen Parameter des Leitungsabgangs die Bestimmung des
Fehlerortes (Abstand des Fehlerortes von Messort der Nulladmittanz).
BEZUGSZEICHENLISTE
- 1
- Drehstromnetz
- 2
- Einspeisetransformator
- 3
- Sternpunkt
- 4
- Erdschlussdrossel
- 4.L
- Induktivität der Erdschlussdrossel
- 4.R
- ohmscher Widerstand der Erdschlussdrossel
- 5
- Erdpunkt
- 6
- Filterkreis
- 7
- Schalter
- 8
- Stromrichter
- 9
- Parallelschwingkreis
- 10
- Spannungsquelle
- 11
- HF-Filter
- CL1, CL2, CL3
- Erdkapazität
- C1, C2
- Kondensator
- D1, D2
- Drossel
- E
- Erdschluss
- H
- Hochspannungsseite
- M
- Mittelspannungsseite
- L1, L2, L3
- Leiter
|
| Anspruch[de] |
|
Anordnung zur Kompensation eines Fehlerstromes bei einem einpoligen
Erdschluss (E), insbesondere in einem elektrischen Drehstromnetz (1) mit drei Leitern
(L1, L2, L3), bei der mindestens ein Sternpunkt (3) auf einer Sekundärseite
mindestens eines Einspeisetransformators (2) oder an einem Sternpunktbildner zumindest
über eine Erdschlussdrossel (4) mit einem Erdpunkt (5.1) verbunden ist, wobei
mindestens eine Einrichtung zur zumindest partiellen Kompensation mindestens einer
von einer Grundfrequenz einer Netzspannung abweichenden Frequenzkomponente des Fehlerstromes
vorgesehen ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Einrichtung mindestens drei
Schalter (7) umfasst, dass die Leiter (L1, L2, L3) jeweils mit mindestens einem
der Schalter (7) verbunden sind, dass die Schalter (7) mit einem Filterkreis (6)
verbunden oder Teil des Filterkreises sind und dass der Filterkreis (6) mit einem
Erdpunkt (5.1, 5.3) verbunden ist, wobei jeder der Schalter (7) manuell und/oder
automatisch mittels einer Erdschlusserfassungseinrichtung, welche den Erdschluss
(E) erkennt, betätigbar ist.
Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Frequenzkomponente
des Fehlerstromes eine Harmonische der Grundfrequenz ist.
Anordnung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Frequenzkomponente
des Fehlerstromes die fünfte und/oder siebte Harmonische der Grundfrequenz
ist.
Anordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass die Einrichtung mindestens einen Stromrichter (8) umfasst.
Anordnung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Filterkreis
(6) als Stromrichter (8) ausgebildet ist.
Anordnung nach einem der Ansprüche 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet,
dass der Stromrichter (8) in Serie zu der Erdschlussdrossel (4) geschaltet ist.
Anordnung nach einem der Ansprüche 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet,
dass der Stromrichter (8) parallel zu der Erdschlussdrossel (4) geschaltet ist.
Anordnung nach einem der Ansprüche 4 bis 7, dadurch gekennzeichnet,
dass für den Stromrichter (4) eine Steuereinheit vorgesehen ist, die das
elektrische Drehstromnetz (1) überwacht und den Stromrichter (8) zumindest
bezüglich Frequenz und Phasenlage eines Stromes und/oder einer Spannung steuert
und/oder regelt.
Anordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass die Einrichtung einen in Serie zu der Erdschlussdrossel (4) geschalteten
Parallelschwingkreis (9) umfasst.
Anordnung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Parallelschwingkreis
(9) verstellbare Komponenten enthält.
Anordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass die Schalter (7) als steuerbare elektronische Schalter ausgebildet sind.
Anordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass der Filterkreis (6) als ein mehrfrequenter Filterkreis so ausgelegt ist,
dass er bei mindestens einer ersten Frequenz als Saugkreis und bei mindestens einer
zweiten Frequenz als Sperrkreis wirksam ist.
Anordnung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die
zweite Frequenz die Grundfrequenz ist.
Verfahren zur Kompensation eines Fehlerstromes bei einem einpoligen
Erdschluss (E) mit einer Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 13,
dadurch gekennzeichnet, dass ein Drehstromnetz auf Erdschlüsse überwacht
wird und dass bei Vorliegen eines einpoligen Erdschlusses eines Leiters (L1, L2,
L3) ein Schalter (7) zum Verbinden des Leiters (L1, L2, L3) mit einem Filterkreis
(6), der mit einem Erdpunkt (5.1, 5.3) verbunden ist, manuell oder automatisch betätigt
wird.
Verfahren zur Kompensation eines Fehlerstromes bei einem einpoligen
Erdschluss (E) mit einer Anordnung nach einem der Ansprüche 5 bis 13,
dadurch gekennzeichnet, dass ein Drehstromnetz auf Erdschlüsse überwacht
wird und dass bei Vorliegen eines einpoligen Erdschlusses eines Leiters (L1, L2,
L3) mittels mindestens eines elektronischen Schalters (7) eines als Stromrichter
(8) ausgebildeten Filterkreises (6) zwischen dem Leiter (L1, L2, L3) und einem Erdpunkt
(5.1, 5.3) ein zumindest eine Frequenzkomponente eines Erdfehlerstroms zumindest
partiell kompensierender Stromfluss verursacht wird.
Verfahren zur Lokalisierung eines Erdschlusses in einem Drehstromnetz
(1) mit einer Anordnung nach einem der Ansprüche 5 bis 13, dadurch gekennzeichnet,
dass dem Drehstromnetz (1) im erdfehlerfreien Betrieb durch einen Stromrichter
(8) ein Nullstrom mit einer Frequenz von 0.1 Hz bis 2000 Hz aufgeprägt wird,
der zur periodischen Ermittlung von frequenzabhängigen Nulladmittanzen benutzt
wird, die als Sollwert in einer Erfassungsvorrichtung gespeichert werden, und dass
durch Vergleich der im Falle eines einpoligen Erdschlusses (E) auf gleiche Weise
ermittelten Nulladmittanzen mit dem Sollwert ein mit dem Erdschluss (E) behafteter
Leiter (L1, L2, L3) und ein Abstand eines Ortes des Erdschlusses von einem Einbauort
des Stromrichters (8) bestimmt wird.
Verfahren zu Kompensation von Blindleistung in einem Drehstromnetz (1)
mit drei Leitern (L1, L2, L3) mittels einer Anordnung nach einem der Ansprüche
5 bis 13, bei dem das Drehstromnetz (1) auf Blindleistung überwacht wird und
wobei dem Drehstromnetz (1) bei Vorliegen von Blindleistung ein die Blindleistung
zumindest partiell kompensierender Strom mittels eines mit einem Erdpunkt (5.1,
5.3) verbundenen Stromrichters (8) aufgeprägt wird, wobei der Stromrichter
(6) gesteuert und/oder geregelt mittels mindestens eines von mindestens drei Schaltern
(7) mit mindestens einem der Leiter (L1, L2, L3) verbunden wird.
|
|
|