Die Erfindung betrifft eine Prüfmaschine zur Durchführung
einer instrumentierten Eindringprüfung nach dem Oberbegriff des Hauptanspruchs.
Es sind Verfahren zur Bestimmung der mechanischen Materialparameter
in der Werkstoffprüfung bekannt, die die Methode des instrumentierten Eindringversuchs,
auch als Universalhärte-Prüfung bezeichnet, verwenden. Dabei wird ein
Eindringkörper, der zum Beispiel aus einem pyramidenförmigen Diamanten,
der einen Vickers-Eindringkörper definiert, in eine als Testmaterial dienende
Probe gedrückt und der entstehende Widerstand wird in Form der gemessenen Kraft
und dem im Material zurückgelegten Eindringweg ermittelt. Stationäre Prüfmaschinen
dieser Art sind allgemein bekannt, zum Beispiel aus der US
5,005,424 und der DE 34 24 514 C2.
Dabei ist eine über einem Eindruckkörper angeordnete Kraftmesseinrichtung
mit diesem verbunden, darunter ist die auf einem Gegenlager liegende Probe vorgesehen,
wobei das Gegenlager mit einem Rahmen und einer Vorschubeinrichtung verbunden ist
und den Kraftschluss zur Kraftmesseinrichtung herstellt. Allen Prüfmaschinen
gleich ist hierbei der Mangel, dass die Masse des Eindruckkörpers, seiner Halteeinrichtung
und eines Teils der Kraftmesseinrichtung vor dem Kontakt mit der Probe direkt als
Kraft in negativer Richtung auf die Kraftmesseinrichtung wirkt. Die genannten Teile
der Prüfmaschine erfahren daher einen Lastwechsel bzw. einen Nulldurchgang,
wenn die Kraft auf der Probe ihr Eigengewicht überschreitet. Es wird versucht,
diesen Mangel durch Verfahren zum Masseausgleich zur Vorspannung über Gegengewichte
und/oder Federn auszugleichen, aufgrund der auftretenden Reibungsverluste in den
dazu notwendigen Lagern werden jedoch insbesondere für Messungen mit kleiner
Messunsicherheit merkbare Fehler erzeugt.
DE 929819 C beschreibt einen Härteprüfer
mit einem gegen eine Probe zudrückenden Eindringkörper, der mittels einer
Membran und einer mit der Membran in Wirkverbindung stehenden Druckquelle verschiebbar
ist. Die Eindringtiefe wird mit einer pneumatischen Eindrucktiefenmessvorrichtung
gemessen.
Aus der DE 4210599 A1
ist eine Vorrichtung zur mikroskopischen Härteprüfung bekannt, bei der
eine Einrichtung zur Lasteinwirkung mit einem Eindringkörper an einem Waagearm
eines Waagebalkens gehalten ist, wobei der Eindruckkörper auf einem Kraftaufnehmer
sitzt.
Die DE 963109 offenbart einen
Härteprüfer, insbesondere Mikrohärteprüfer mit einem Führungskabel
für einen Eindringkörper, der durch hydraulische Mittel absenkbar ist.
Ausgehend von diesem Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe
zugrunde, eine Prüfmaschine zur instrumentierten Eindringprüfung zu schaffen,
die eine Messung der Parameter mit sehr geringer Messunsicherheit erlaubt.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die kennzeichnenden
Merkmale des Hauptanspruchs in Verbindung mit den Merkmalen des Oberbegriffs gelöst.
Durch die in den Unteransprüchen angegebenen Maßnahmen sind
vorteilhafte Weiterbildungen und Verbesserungen möglich.
Dadurch, dass der Eindringkörper unterhalb der zu messenden Probe
angeordnet ist und seine Eindringbewegung entgegengesetzt zur Schwerkraft gerichtet
ist, ist es möglich, alle für die Messung wichtigen Geräteteile für
die Messung so anzuordnen, dass die Lastrichtung der Schwerkraft gleichgerichtet
ist, das heißt, dass auf alle relevanten Geräteteile durch Eigengewicht
eine Vorspannung in Richtung der während der Messung auftretenden Kraftbelastung
wirkt. Damit ist kein Element einem Lastwechsel bzw. Nulldurchgang ausgesetzt, der
sich negativ auf die Messunsicherheit auswirken würde.
Dadurch, dass eine Wegmesseinrichtung vorgesehen ist, die eine Bewegung
der Probenrückseite relativ zum Gegenlager misst, ist es möglich, parasitäre
Bewegungen der Probe an der relevanten Stelle des Eindrucks Abbefehler-frei zu messen,
das heißt, es wird eine mögliche Durchwölbung der Probe in der Achse
des Eindruckkörpers während der Messung Abbefehler-frei erfasst.
In vorteilhafter Weise ist eine Tasteinrichtung mit einem stiftartigen
Tastelement Bestandteil der Wegmesseinrichtung, der durch eine Durchbrechung im
Gegenlager hindurchragt und auf der Rückseite der Probe anliegt. Durch Erfassen
des vom Tastelement bei der Messung durchgeführten Verschiebeweges wird die
Durchwölbung erkannt. Selbstverständlich kann die Wegmesseinrichtung zum
Antasten der Probenrückseite unterschiedlichster Art sein, opto-mechanisch,
wie erwähnt, optisch, akustisch und elektronisch.
In vorteilhafter Weise ist weiterhin eine Gewichtsausgleichseinrichtung
für den Eindruckkörper vorgesehen, wodurch die Vorbelastung der Kraftmesseinrichtung
durch das Eigengewicht des Eindruckkörpers aufgrund des Gewichtsausgleiches
einstellbar ist und es können Kraftmesseinrichtungen mit Messbereichen kleiner
als das Eigengewicht des Eindruckkörpers eingesetzt werden.
Dadurch, dass mittels der Tasteinrichtung, d.h. mittels des Taststiftes
bei nichtvorhandener Probe der Eindruckkörper direkt angetastet
werden kann, kann die interne Wegmesseinrichtung, die den Verschiebeweg des Eindruckkörpers
misst, durch eine externe Wegmesseinrichtung, die den Taststift als Bestandteil
aufweist, überprüft werden.
Besonders vorteilhaft ist, dass durch die Durchbrechung im Gegenlager
bei nicht vorhandener Probe der Eindruckkörper mit Prüfgewichten belegbar
ist, wobei vorzugsweise das Tastelement als Kraftübertragungselement dient
und damit die eingesetzte Kraftmesseinrichtung durch die aufgelegten Prüfgewichte
überprüft oder kalibriert werden kann.
Dadurch, dass der Eindruckkörper mit einer Schwingungserzeugungseinrichtung
verbunden ist, kann der Berührungspunkt des Eindruckkörpers mit der Probe
genau erfasst werden, da der durch den schwingenden Eindruckkörper bei Berührung
mit der Probe erzeugte Körperschall durch die Probe an den Taststift weitergeleitet
wird, dessen Verschiebeweg durch die Wegmesseinrichtung erfasst wird.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt
und wird in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert. Es zeigen:
1 eine schematischen Aufbau der erfindungsgemäßen
Prüfmaschine zur Durchführung der instrumierten Eindringprüfung,
2 eine Teilansicht der Prüfmaschine nach
1, bei der die Probe weggelassen ist und Wegmesseinrichtungen
überprüft werden und
3 eine Teilansicht der Prüfmaschine nach
1, bei der die Probe weggelassen ist und die Kraftmesseinrichtung
überprüft wird.
Die in 1 dargestellte Prüfmaschine
zur Durchführung der instrumentierten Eindringprüfung weist einen Rahmen
2 auf, der als Bestandteil ein Gegenlager 1 in Form einer Platte
umfasst oder an das Gegenlager 1 angeflanscht ist. Unterhalb des Gegenlagers
ist die Aufnahme- und Messposition einer Probe 3, die von einer Halteeinrichtung
in Stellung gehalten werden kann. Zu dieser Halteeinrichtung gehören seitlich
am Rahmen angeordnete, z.B. als Linearantriebe ausgebildete Aktoren 4,
die verschiebbare Stangen oder dergleichen aufweisen und die eine Probe
3 unterhalb des Gegenlagers in eine beliebige Stellung parallel zum Gegenlager
bringen können.
Unterhalb des Gegenlagers 1 liegen mit einer gemeinsamen
Längsachse ein Eindruckkörper 5 mit einer z.B. pyramidenförmigen
Diamantspitze, eine Kraftmesseinrichtung 6, und ein weggebendes Element
7, mit dem eine Verschiebebewegung in axialer Richtung erzeugbar ist und
das auf dem Rahmen 2 befestigt ist. Weiterhin ist ein federnder Niederhalter
bzw. Gegenhalter 8 vorgesehen, der Bestandteil der Halteeinrichtung ist
und bügelförmig ausgebildet ist, wobei der eine Schenkel zwischen weggebendem
Element 7 und Kraftmesseinrichtung 6 angeordnet ist, so dass der
gesamte Gegenhalter 8 zusammen mit der Kraftmesseinrichtung 6
und dem Eindruckkörper 5 verschiebbar ist. Der andere Schenkel des
federnden Nieder- oder Gegenhalters 8 bildet das Halteelement
16 für die Probe 3, das eine Durchgangsöffnung
17 für den Zugang des Eindruckkörpers zu der Probe aufweist.
Der Rahmen 2 mit dem Gegenlager 1 nimmt die während
der Messung auftretenden und über das weggebende Element 7, den Gegenhalter
8, die Kraftmesseinrichtung 6, den Eindruckkörper
5 und die Probe 3 erzeugten Zugkräfte auf und bildet letztendlich
einen Kraftschluss zur Probe.
Der Eindruckkörper 5 weist ein Eigengewicht auf, mit
dem die Kraftmesseinrichtung 6 in Messrichtung vorbelastet ist. Um das
Eigengewicht zu verringern und damit den Einsatz von Kraftmesseinrichtungen mit
Messbereichen kleiner als das eigentliche Eigengewicht zu gestatten, ist der Eindruckkörper
5 mit einem Gewichtsausgleich versehen, der aus einem mit dem Rahmen verbundenen
und mit einer Flüssigkeit 8 gefüllten Behälter und aus einem
oder mehreren mit dem Eindruckkörper 5 verbundenen Auftriebskörper
9 besteht. Damit ist es möglich, die Vorbelastung durch Variation
der geometrischen Abmaße der Auftriebskörper 9 oder durch Auflegen
von Gewichten auf einen beliebigen Wert einzustellen. Weiterhin ist der Eindruckkörper
5 mit einem Schwingungsgeber 13 verbunden, der den Eindruckkörper
5 in mechanische Schwingungen versetzen kann.
Eine erste, interne Wegmesseinrichtung 12 optischer Natur
ist fest mit dem Gegenlager 1 bzw. dem Rahmen verbunden, die die Bewegung
bzw. den zurückgelegten Weg des Eindruckkörpers 5 relativ zum
Gegenlager 1 erfasst. Dazu weist die Wegmesseinrichtung einen Lichtsender
und einen Lichtempfänger auf, wobei die ausgesandte Strahlung an in dem Eindruckkörper
5 vorgesehenen Spiegeln reflektiert und von dem Empfänger erfasst
wird, wobei aus der Strahländerung der Weg bestimmt wird.
Eine zweite Wegmesseinrichtung 11 ist oberhalb des Gegenlagers
1 fest mit diesem verbunden angeordnet, die gleichfalls einen optischen
Sender und Empfänger aufweist. Weiterhin ist ein Taststift vorgesehen, der
durch eine Öffnung 18 das Gegenlager 1 durchgreift und zur
Anlage mit einer installierten Probe 3 dient. Die zweite Messeinrichtung
11 und der Taststift 10 liegen gleichfalls in der Längsachse
14 des Eindringkörpers, wobei sie eine Bewegung der Probenrückseite
relativ zum Gegenlager erfassen. Dazu wird die von dem Lichtsender ausgesandte
Strahlung an dem Taststift 10 reflektiert und die reflektierte Strahlung
ausgewertet.
Selbstverständlich können die erste und zweite Wegmesseinrichtung
in physikalisch anderer Weise die jeweilige Bewegung des Eindringkörpers
5 bzw. des Taststiftes 10 oder der Probenrückseite erfassen,
dies kann in optischer, opto-mechanischer, akustischer und/oder elektronischer Weise
geschehen.
Für die Messung wird die Probe 3 über die seitlich
angebrachten Aktoren 4 in die gewünschte Position anliegend an das
Gegenlager gebracht. Daraufhin wird das weggebende Element 7 und der Schwingungsgeber
13 aktiviert. Dabei wirkt das weggebende Element 7 sowohl auf
den federnden Gegenhalter 8, der während der Messung die Probe kraftschlüssig
an das Gegenlager 1 drückt und diese zusätzlich fixiert, als
auch auf die Kraftmesseinrichtung 6. Wenn der Eindruckkörper
5 in die Probe 3 gedrückt wird, registriert die Kraftmesseinrichtung
6 den Widerstand und die optische Wegmesseinrichtung 12 erfasst
den zurückgelegten Weg des Eindruckkörpers 5 relativ zum Gegenlager
1. Da die Probe naturgemäß nicht vollflächig und eben auf
dem Gegenlager 3 aufliegt, kann während des Eindruckvorgangs die auf
die Probe 3 ausgeübte Kraft diese in Richtung Gegenlager
1 eventuell verbiegen. Diese spezielle Bewegung wäre von der internen
optischen Wegmesseinrichtung 12 nicht als für die Messung fehlerhafte
Bewegung erkennbar. Aus diesem Grunde kontaktiert der Taststift 10 die
Rückseite der Probe 3 und die obere optische Wegmesseinrichtung
11 erfasst eine Bewegung der Probenrückseite relativ zum Gegenlager
1 und damit auch zur Wegmesseinrichtung 12, wodurch eine Kompensierung
bezüglich der Messdaten möglich ist. Aufgrund dieser Maßnahme können
parasitäre Bewegungen der Probe 3 an der relevanten Stelle des Eindrucks
Abbefehler-frei gemessen werden.
Bei dieser Messung wird berücksichtigt, dass der Eindruckkörper
5 einer mechanischen Schwingung unterliegt, die bei Berührung mit
der Probe als Körperschall an den Taststift 10 weitergegeben wird.
Die z.B. als Laserinterferometer ausgebildete optische Wegmesseinrichtung
11 detektiert die Schwingung des Taststiftes 10 und ermittelt
mit großer Präzision den Punkt der Berührung Probe/Eindruckkörper.
In 2 ist die Prüfmaschine ohne Probe
dargestellt, wobei diese Stellung zur Kontrolle bzw. Kalibrierung der Wegmesseinrichtungen
11, 12 dient. Dazu wird der Taststift 10 direkt in Berührung
mit der Spitze des Eindruckkörpers 5 gebracht und deren Lage und Bewegung
relativ zum Gegenlager 1 und damit zur Wegmesseinrichtung 12 überprüft.
In 3 ist wiederum die Prüfmaschine
ohne Probe 3 dargestellt, wobei hier der Taststift 10 mit Prüfgewichten
15 belastet ist. Um die Kraftmesseinrichtung 6 zu kontrollieren
bzw. zu kalibrieren, werden die Messwerte der Kraftmesseinrichtung 6 mit
den Belastungen durch die unterschiedlichen Prüfgewichte 15 verglichen.