Verfahren und Vorrichtung zum Betreiben einer Brennkraftmaschine Die
Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Betreiben einer Brennkraftmaschine.
An Brennkraftmaschinen werden zunehmend hohe Anforderungen bezüglich
deren Leistung oder Wirkungsgrad gestellt. Gleichzeitig müssen aufgrund strenger
gesetzlicher Vorschriften auch die Schadstoff-Emissionen gering sein.
Brennkraftmaschinen sind so regelmäßig mit Tankentlüftungsvorrichtungen
ausgestattet, durch die Kraftstoff-Verdunstungsemissionen eines Tanks eines Fahrzeugs,
in dem die Brennkraftmaschine anordenbar ist, in einem Aktivkohlebehälter zwischengespeichert
werden. In regelmäßigen Abständen wird mittels eines Tankentlüftungsventils
der Aktivkohlefilter regeneriert. Dabei gibt das Tankentlüftungsventil eine
Verbindung zu dem Ansaugtrakt der Brennkraftmaschine frei. Der in dem Aktivkohlebehälter
gebundene Kraftstoff kann so in den Ansaugtrakt der Brennkraftmaschine einströmen
und in dem jeweiligen Zylinder der Brennkraftmaschine verbrannt werden. Für
einen präzisen und auch emissionsarmen Betrieb der Brennkraftmaschine ist ein
genaues Berücksichtigen dieser so zusätzlich eingebrachten Kraftstoffmenge
wichtig. Ein entsprechendes Verfahren zur Steuerung des Luft-Kraftstoffverhältnisses
unter Berücksichtigung der zusätzlich eingebrachten Kraftstoffmenge ist
aus der DE 699 18 914 T2 bekannt
geworden.
Ferner sind Brennkraftmaschinen bekannt, bei denen in dem Ansaugtrakt
ein Kompressor angeordnet ist zum Verdichten der in dem Ansaugtrakt strömenden
Luft auf ihrem Weg hin zu dem jeweiligen Brennraum des jeweiligen Zylinders. Durch
derartige Kompressoren lassen sich insbesondere die Leistung der Brennkraftmaschine
erhöhen und so kann zum Einen insgesamt eine höhere Leistung erreicht
werden oder auch bei gleicher Leistung im Vergleich zu ohne einem entsprechenden
Kompressor der Hubraum und damit insgesamt das Gewicht der Brennkraftmaschine verringert
werden. Auf diese Weise kann ein so genanntes Downsizing erreicht werden. Eine derartige
Brennkraftmaschine ist aus DE 10 2004
021 387 A1 bekannt geworden.
Die Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren und eine Vorrichtung
zu schaffen, das beziehungsweise die einen präzisen Betrieb einer Brennkraftmaschine
ermöglichen.
Die Aufgabe wird gelöst durch die Merkmale der unabhängigen
Patentansprüche. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen
gekennzeichnet.
Die Erfindung zeichnet sich aus durch ein Verfahren und eine entsprechende
Vorrichtung zum Betreiben einer Brennkraftmaschine mit einem Ansaugtrakt, der in
mindestens einen Einlass mindestens eines Zylinders mündet. Der Brennkraftmaschine
ist ferner ein Tankentlüftungsventil zugeordnet, das ausgebildet ist zum Steuern
eines Einleitens eines Tankentlüftungsstroms in den Ansaugtrakt an einer Einlassstelle
stromaufwärts des jeweiligen Einlasses des jeweiligen Zylinders. In dem Ansaugtrakt
ist ein Hauptpfad ausgebildet. Ferner ist in dem Ansaugtrakt ein Rezirkulationspfad
ausgebildet mit einem Rezirkulations-Stellglied, einem Rezirkulations-Einlass von
dem Hauptpfad in den Rezirkulationspfad und einem Rezirkulations-Auslass von dem
Rezirkulationspfad in den Hauptpfad. Der Rezirkulations-Auslass ist in dem Hauptpfad
stromaufwärts zu dem Rezirkulations-Einlass angeordnet. Der Rezirkulationspfad
ist so angeordnet, dass während des Betriebs der Brennkraftmaschine abhängig
von einem Öffnungsgrad des Rezirkulations-Stellgliedes Fluid von dem Rezirkulations-Einlass
hin zu dem Rezirkulations-Auslass strömt. Bevorzugt ist der Rezirkulationspfad
beispielsweise als ein Bypass zu einem Verdichter, insbesondere einem Kompressor
ausgebildet.
Eine Zylinder-Tankentlüftungskraftstoffmasse wird ermittelt,
die während des für eine bevorstehende Kraftstoffzumessung maßgeblichen
Arbeitsspiels des jeweiligen Zylinders in diesen einströmt. Die Zylinder-Tankentlüftungskraftstoffmasse
wird abhängig von einem Öffnungsgrad des Tankentlüftungsventils und
einem Öffnungsgrad des Rezirkulations-Stellgliedes ermittelt. Auf diese Weise
wird die Erkenntnis genutzt, dass bei sich änderndem Öffnungsgrad des
Rezirkulations-Stellgliedes eine nicht zu vernachlässigende Beeinflussung der
Zylinder-Tankentlüftungskraftstoffmasse erfolgt und somit durch das Berücksichtigen
des Öffnungsgrades des Rezirkulations-Stellgliedes die Zylinder-Tankentlüftungskraftstoffmasse
sehr präzise ermittelt werden kann. Auf diese Weise können somit dann
unerwünschte Kohlenwasserstoffemissionen vermieden werden.
Zum Ermitteln der Zylinder-Tankentlüftungskraftstoffmasse wird
ein dynamisches physikalisches Modell des Rezirkulationspfades eingesetzt. Auf diese
Weise kann die Zylinder-Tankentlüftungskraftstoffmasse besonders präzise
auch sehr zeitnah zu Änderungen des Öffnungsgrades des Rezirkulations-Stellglieds
besonders präzise ermittelt werden.
Das dynamische physikalische Modell des Rezirkulationspfades umfasst
einen Rezirkulations-Ringspeicher für Rezirkulations-Tankentlüftungswerte
einer Kenngröße, die repräsentativ ist für eine Tankentlüftungskraftstoffmasse,
die jeweils während einer vorgegebenen Periodenzeitdauer in den
Rezirkulations-Ringspeicher einlassseitig einströmt. Die Rezirkulations-Tankentlüftungswerte
werden zum Speichern in den Rezirkulations-Ringspeicher abhängig von zumindest
dem Öffnungsgrad des Rezirkulations-Stellglieds und abhängig von einem
Ausgangs-Hauptpfad-Tankentlüftungswert ermittelt, der repräsentativ ist
für eine Tankentlüftungskraftstoffmasse, die jeweils während der
vorgegebenen Periodenzeitdauer in dem Hauptpfad hin zu dem Rezirkulations-Einlass
strömt. Ein durch den Rezirkulations-Auslass strömender Rezirkulations-Tankentlüftungswert
wird abhängig von dem Öffnungsgrad des Rezirkulations-Stellglieds aus
dem Rezirkulations-Ringspeicher ermittelt.
Auf diese Weise kann eine Totzeit des Rezirkulationspfades sehr einfach
und dennoch präzise berücksichtigt werden.
Ausführungsbeispiele der Erfindung sind im Folgenden anhand der
schematischen Zeichnungen näher erläutert.
Es zeigen:
1 eine Brennkraftmaschine mit einer Steuervorrichtung,
2 ein Ablaufdiagramm eines ersten Programms, das in
der Steuervorrichtung abgearbeitet wird,
3 ein Ablaufdiagramm eines zweiten Programms, das in
der Steuervorrichtung abgearbeitet wird und
4 ein Ablaufdiagramm eines dritten Programms das in
der Steuervorrichtung abgearbeitet wird.
Elemente gleicher Konstruktion oder Funktion sind figurenübergreifend
mit den gleichen Bezugszeichen gekennzeichnet.
Eine Brennkraftmaschine (1) umfasst einen
Ansaugtrakt 1, einen Motorblock 2, einen Zylinderkopf
3 und einen Abgastrakt 4. In dem Ansaugtrakt 4 ist eine
Drosselklappe 5 angeordnet und ferner ist im Ansaugtrakt 1 auch
ein als Kompressor 6 ausgebildeter Verdichter angeordnet. Der Ansaugtrakt
umfasst ferner einen Sammler 7 und ein Saugrohr 8, das von dem
Sammler 7 hin zu einem jeweiligen Einlass eines jeweiligen Zylinders Z1
bis Z4 geführt ist. Ein Hauptpfad 9 des Ansaugtraktes umfasst diejenigen
Komponenten, durch die Fluid von dem Tankentlüftungsventil 11 über
den Kompressor 6 zu dem Einlass des jeweiligen Zylinders strömt. Ferner
umfasst der Ansaugtrakt 1 auch einen Rezirkulationspfad 14, der
sich von einem Rezirkulations-Einlass 15 von dem Hauptpfad 9 bis
zu einem Rezirkulations-Auslass 16 in den Hauptpfad 9 erstreckt.
In dem Rezirkulationspfad 14 ist ein Rezirkulations-Stellglied
18 angeordnet, abhängig von dessen Öffnungsgrad Fluid durch den
Rezirkulationspfad 14 von dem Rezirkulations-Einlass 15 hin zu
dem Rezirkulations-Auslass 16 strömen kann.
Das jeweilige Saugrohr 8 ist hin zu dem Zylinder Z1 über
den Einlasskanal in den Motorblock 2 geführt. Der Motorblock
2 umfasst ferner eine Kurbelwelle 24, welche über eine Pleuelstange
26 mit dem Kolben 28 des Zylinders Z1 gekoppelt ist. Der Zylinderkopf
3 umfasst einen Ventiltrieb mit einem Gaseinlassventil 30 und
einem Gasauslassventil 32 und jeweils zugeordneten Ventilantrieben.
Der Zylinderkopf 3 umfasst ferner ein Einspritzventil
34 und eine Zündkerze 35. Alternativ kann das Einspritzventil
34 auch in dem Saugrohr 8 angeordnet sein.
Die Tankentlüftungsvorrichtung 10 ist dazu ausgebildet
Kraftstoffdämpfe aus einem Tanksystem der Brennkraftmaschine in einem Speicher
zwischenzuspeichern, der bevorzugt als Aktivkohlefilter ausgebildet ist, und dann
den Speicher in geeigneten Betriebssituationen der Brennkraftmaschine wieder zu
regenerieren. In einer Offenstellung des Tankentlüftungsventils 29
kann ein mit Kraftstoff angereicherter Tankentlüftungsstrom von der Tankentlüftungsvorrichtung
10 über die Einlassstelle 12 in den Ansaugtrakt
1 strömen. In einer Schließstellung des Tankentlüftungsventils
strömt kein Tankentlüftungsstrom in den Ansaugtrakt 1. In einer
alternativen Ausführungsform der Brennkraftmaschine kann beispielsweise auch
keine Drosselklappe vorhanden sein. In diesem Fall – aber auch im Falle des
Vorhandenseins der Drosselklappe 5, kann die Einlassstelle 12
an einer beliebigen Stelle in den Ansaugtrakt münden, an der während des
Betriebs der Brennkraftmaschine ein geeigneter Druck herrscht um ein Abströmen
des Tankentlüftungsstroms in den Ansaugtrakt zu gewährleisten und der
in Hauptströmungsrichtung in dem Hauptpfad stromaufwärts des Auslasses
16 angeordnet ist. Beispielsweise kommt hierzu auch ein Bereich nahe zu
und stromabwärts eines Luftfilters in Frage.
Ferner ist eine Steuervorrichtung 36 vorgesehen, der Sensoren
zugeordnet sind, die verschiedene Messgrößen erfassen und jeweils den
Wert der Messgröße ermitteln. Betriebsgrößen erfassen die Messgrößen
und von diesen abgeleitete Größen. Die Steuervorrichtung 36 ermittelt
abhängig von mindestens einer der Betriebsgrößen Stellgrößen,
die dann in ein oder mehrere Stellsignale zum Steuern der Stellglieder mittels entsprechender
Stellantriebe umgesetzt werden. Die Steuervorrichtung 36 kann auch als
Vorrichtung zum Betreiben oder zum Steuern der Brennkraftmaschine bezeichnet werden.
Die Sensoren sind ein Pedalstellungsgeber 36, welcher eine
Fahrpedalstellung eines Fahrpedals 38 erfasst, ein Luftmassensensor
40, welcher einen Luftmassenstrom stromaufwärts der Drosselklappe
5 erfasst, ein Drosselklappenstellungssensor 42, welcher einen
Öffnungsgrad der Drosselklappe 5 erfasst, ein erster Temperatursensor
44, welcher eine Ansaugluft-Temperatur erfasst, ein Saugrohrdrucksensor
46, welcher einen Saugrohrdruck MAP in dem Sammler 6 erfasst,
ein Kurbelwellenwinkelsensor 48, welcher einen Kurbelwellenwinkel erfasst,
dem dann eine Drehzahl zugeordnet wird. Ein zweiter Temperatursensor 50
erfasst eine Kühlmitteltemperatur. Ferner ist bevorzugt eine Abgassonde
54 vorgesehen, welche einen Restsauerstoffgehalt des Abgases erfasst und
deren Messsignal charakteristisch ist für das Luft-/Kraftstoff-Verhältnis
in dem Zylinder Z1. Darüber hinaus kann ein weiterer Drucksensor
58 vorhanden sein, welcher den Druck in dem Hauptpfad 9 stromabwärts
der Drosselklappe 5 und stromaufwärts des Kompressors 6 erfasst,
der auch als weiterer Saugrohrdruck bezeichnet sein kann. Ferner sind bevorzugt
Stellungssensoren 60, 62 zum Erfassen des Öffnungsgrades
des Tankentlüftungsventils 11 bzw. des Rezirkulationsstellglieds
18 vorhanden.
Je nach Ausführungsform der Erfindung kann eine beliebige Untermenge
der genannten Sensoren vorhanden sein oder es können auch zusätzliche
Sensoren vorhanden sein.
Beispielsweise kann statt des Stellungssensors 60 zum Erfassen
des Öffnungsgrades des Tankentlüftungsventils 11 auch der Öffnungsgrad
abhängig von einem Stellsignal ermittelt werden, mit dem das Tankentlüftungsventil
beaufschlagt wird, ggf. unter Berücksichtigung mindestens einer weiteren Betriebsgröße.
Die Stellglieder sind beispielsweise die Drosselklappe 5,
die Gaseinlass- und Gasauslassventile 30, 32, das Einspritzventil
34, die Zündkerze 35, das Tankentlüftungsventil
11 oder das Rezirkulationsstellglied 18.
Neben dem Zylinder Z1 sind bevorzugt auch noch weitere Zylinder Z2
bis Z4 vorgesehen, denen dann auch entsprechende Stellglieder und ggf. Sensoren
zugeordnet sind.
Das Programm gemäß des Ablaufdiagramms der 4
wird während des Betriebs der Brennkraftmaschine abgearbeitet. Mittels des
Programms der 2 ist ein dynamisches physikalisches
Modell des Hauptpfades der Brennkraftmaschine realisiert und zwar unter Einbeziehung
eines dynamischen physikalischen Modell des Rezirkulationspfades 14, was
anhand des Ablaufdiagramms der 4 weiter unter näher
erläutert ist.
Ein Hauptpfad-Ringspeicher BUF_1 ist vorgesehen. In einem Schritt
S1 wird das Programm gestartet. In einem Schritt S2 werden Variablen initialisiert.
So wird in dem Schritt S2 ein erster Schreibzeiger IDX_WR_TEV, ein zweiter Schreibzeiger
IDX_WR_BP und der Speicherbereich des Hauptpfad-Ringspeichers BUF_1 initialisiert,
vorzugsweise mit den Werten Null.
In einem Schritt S3 wird ein Eingangs-Hauptpfad-Tankentlüftungswert
C_HC_TEV ermittelt und zwar einer Kenngröße, die repräsentativ ist
für eine Tankentlüftungskraftstoffmasse, die jeweils während der
vorgegebenen Periodenzeitdauer von dem Tankentlüftungsventil 11 in
den Hauptpfad 9 einströmt. Bevorzugt ist die Kenngröße eine
Kraftstoffkonzentration bezogen auf die während der Periodenzeitdauer eingeströmte
Luftmasse, die auch den Kraftstoff mit einschließt. Dies kann bevorzugt mittels
eines entsprechenden physikalischen Modells des Tankentlüftungssystems ermittelt
werden. Dazu kann beispielsweise eine in dem Tank befindliche Konzentration an Kraftstoffdämpfen
als Schätzwert ermittelt werden und dann abhängig von dem Öffnungsgrad
des Tankentlüftungsventils 11 der Eingangs-Hauptpfad-Tankentlüftungswert
C_HC_TEV ermittelt werden. In diesem Zusammenhang wird dann auch die über die
Drosselklappe 5 einströmende Luftmasse berücksichtigt. Die Kenngröße
kann auch direkt die absolute Tankentlüftungskraftstoffmasse sein.
Entsprechendes gilt auch für die noch im Folgenden offenbarten
Kenngrößen.
In dem Schritt S3 wird dann auch an derjenigen Speicherstelle des
Hauptpfad-Ringspeichers BUF_1, auf die der erste Schreibzeiger IDX_WR_TEV zeigt
der Eingangs-Hauptpfad-Tankentlüftungswert C_HC_TEV zwischengespeichert.
In einem Schritt S4 wird einem ersten Lesezeiger IDX_RD_1 der Wert
des ersten Schreibzeigers IDX_WR_TEV abzüglich eines Funktionswertes zugewiesen,
der mittels einer ersten Funktion f1 abhängig von dem Luftmassenstrom
MAF in den Ansaugtrakt 1 und dem Saugrohrdruck MAP ermittelt wird. Die
erste Funktion kann beispielsweise auch eine oder mehrere Kennfelder umfassen und
ist bevorzugt durch Versuche oder Simulationen vorab so ermittelt, dass durch die
Rechenvorschrift des Schrittes S4 dem ersten Lesezeiger IDX_RD_1 ein geeigneter
Wert zugewiesen wird um einen Ausgangs-Hauptpfad-Tankentlüftungswert C_HC_1_OUT
der Kenngröße aus dem Hauptpfad-Ringspeicher BUF_1 auszulesen, die repräsentativ
ist für die Tankentlüftungskraftstoffmasse, die jeweils während der
vorgegebenen Periodenzeitdauer stromaufwärts des Rezirkulations-Einlasses
15 und zwar im Bereich des Rezirkulations-Einlasses 15 der Abzweigstelle
in dem Hauptpfad strömt.
In dem Schritt S4 wird dann der Ausgangs-Hauptpfad-Tankentlüftungswert
C_HC_1_OUT abhängig von der Position des ersten Lesezeigers IDX_RD_1 aus dem
Hauptpfad-Ringspeicher BUF_1 ermittelt.
In einem Schritt S6 wird dem zweiten Schreibzeiger IDX_WR_BP der Wert
des ersten Schreibzeigers IDX_WR_TEV abzüglich eines Wertes, der mittels einer
zweiten Funktion f2 abhängig von dem Luftmassenstrom MAF in den
Ansaugtrakt 1 und dem Saugrohrdruck MAP ermittelt wird. Die zweite Funktion
f2 ist entsprechend durch Versuche an einem Motorprüfstand oder
Simulationen so ermittelt, dass sie eine Gaslaufzeit von dem Tankentlüftungsventil
11 bis zu dem Rezirkulations-Auslass 16 in dem Hauptpfad
9 modelliert.
Der durch die Position des zweiten Schreibzeigers IDX_WR_BP in dem
Hauptpfad-Ringspeicher vorgegebenen Speicherstelle wird dann in dem Schritt S6 ein
durch den Rezirkulations-Auslass 16 während der vorgegebenen Periodenzeitdauer
strömender Rezirkulations-Tankentlüftungswert C_HC_BP_OUT hinzu addiert,
der mittels des Programms gemäß der 4 ermittelt
wird. Auf diese Weise erfolgt eine Kopplung des physikalischen Modells des Rezirkulationspfades
14 mit dem physikalischen Modell des Hauptpfades 9.
In einem Schritt S8 wird ein Zylinder-Tankentlüftungswert C_HC_CYL
einer Kenngröße ermittelt, die repräsentativ ist für eine Tankentlüftungskraftstoffmasse,
die jeweils während der vorgegebenen Periodenzeitdauer in den jeweiligen Zylinder
beziehungsweise in den jeweiligen Brennraum des jeweiligen Zylinders Z1 bis Z4 strömt.
Dies erfolgt durch Bilden der Differenz zwischen dem Ausgangs-Hauptpfad-Tankentlüftungswert
C_HC_1_OUT und einem Rezirkulations-Tankentlüftungswert C_HC_BP_IN einer Kenngröße,
die repräsentativ ist für eine Tankentlüftungskraftstoffmasse, die
jeweils während der vorgegebenen Periodenzeitdauer in den Rezirkulationspfad
14 einlassseitig einströmt.
Der Rezirkulations-Tankentlüftungswert C_HC_BP_IN wird mittels
einer dritten Funktion f3 abhängig von dem Ausgangs-Hauptpfad-Tankentlüftungswert
C_HC_1_OUT, dem Luftmassenstrom MAF, dem Saugrohrdruck MAP und dem Öffnungsgrad
BDK des Rezirkulations-Stellgliedes 18. Auch die dritte Funktion f3
ist entsprechend mittels Versuchen an einem Motorprüfstand oder durch Simulationen
ermittelt.
In einem Schritt S10 wird der erste Schreibzeiger IDX_WR_TEV inkrementiert,
bevorzugt mit dem Wert eins. Im Anschluss an den Schritt S10 wird die Bearbeitung,
gegebenenfalls nach einer vorgegebenen Wartezeitdauer fortgesetzt. Die Wartezeitdauer
ist insbesondere so vorgegeben, dass die Schritte S3 bis S10 einmal pro der vorgegebenen
Periodenzeitdauer durchgeführt werden, wobei für diese Betrachtung die
Erfassungszeitpunkte der jeweiligen Messgrößen relevant sind.
Ein Programm gemäß der 3 wird
in einem Schritt S12 gestartet und zwar zeitnah zu einem Motorstart. In einem Schritt
S14 wird die Zylinder-Tankentlüftungskraftstoffmasse MFF_CP abhängig von
den Zylinder-Tankentlüftungswert C_HC_CYL und des Luftmassenstroms MAF_CYL
in den Brennraum des jeweiligen Zylinders Z1 bis Z4 ermittelt. Bevorzugt erfolgt
diese Ermittlung derart, wenn die Kenngröße eine Tankentlüftungskraftstoffmassenkonzentration
ist. Der Luftmassenstrom MAF_CYL kann beispielsweise mittels eines dem Fachmann
für diese Zwecke bekannten Saugrohrmodells abhängig von Betriebsgrößen
der Brennkraftmaschine ermittelt werden.
Der Zylinder-Tankentlüftungswert C_HC_CYL kann direkt in dem
Schritt S8 ermittelt werden. Alternativ kann jedoch auch ein weiterer Ringspeicher
vorgesehen sein mit entsprechenden Schreib- und Lesezeigern, durch die im Falle,
dass der Rezirkulations-Einlass 15 sich nicht in unmittelbarer Nähe
zu dem Einlass in den Motorblock 2 des Zylinders Z1 bis Z4 befindet, die
Gaslaufzeit in den übrigen Komponenten des Ansaugtraktes 1 entsprechend
der Vorgehensweise der 2 modelliert. Derartige Komponenten
können beispielsweise je nach Anordnung der Sammler 7 oder auch ein
Ladeluftkühler sein.
In einem Schritt S16 wird eine abhängig von der aktuellen Last
der Brennkraftmaschine bereits durch eine andere Funktionalität der Steuervorrichtung
36 vorgegebene zuzumessende Kraftstoffmasse MFF, die pro Zylindersegmentzeitdauer
zugemessen werden soll, abhängig von der aktuell relevanten Zylinder-Tankentlüftungskraftstoffmasse
MFF_CPR geeignet korrigiert und somit eine korrigierte zuzumessende Kraftstoffmasse
MFF_COR ermittelt. Dieses Korrigieren kann beispielsweise im Sinne eines Vorgebens
eines vorgegebenen Luft/Kraftstoff-Verhältnisses in dem Brennraum vor der Verbrennung
des Gemisches erfolgen.
Unter einer Zylindersegmentzeitdauer ist diejenige Zeitdauer zu verstehen,
die ein Arbeitsspiel benötigt, dividiert durch die Anzahl der Zylinder Z1 bis
Z4 der Brennkraftmaschine. Bei einer Viertakt-Brennkraftmaschine mit beispielsweise
vier Zylindern ergibt sich somit die Zylindersegmentzeitdauer aus dem Kehrwert der
halben Drehzahl dividiert durch die Anzahl der Zylinder der Brennkraftmaschine.
In einem Schritt S18 wird abhängig von der korrigierten zuzumessenden
Kraftstoffmasse MFF_COR das entsprechende Stellsignal SG_INJ zum Ansteuern des jeweiligen
Einspritzventils 34 des jeweiligen Zylinders Z1 bis Z4 ermittelt. Das jeweilige
Einspritzventil 34 wird dann entsprechend dem Stellsignal SG_INJ angesteuert.
Anschließend wird die Bearbeitung in dem Schritt S14 erneut fortgesetzt, gegebenenfalls
nach einer vorgebbaren Wartezeitdauer oder einem vorgebbaren Warte-Kurbelwellenwinkel.
Ein Programm, mittels dessen das dynamische physikalische Modell des
Rezirkulationspfades 14 realisiert ist, wird in einem Schritt S20 (siehe
4) gestartet. In einem Schritt S22 können Variabeln
initialisiert werden und so zum Beispiel ein dritter Schreibzeiger IDX_WR_3 und
ein Rezirkulations-Ringspeicher BUF_2 initialisiert werden. Der Rezirkulations-Ringspeicher
BUF_2 hat Speicherplätze zum Speichern der Rezirkulations-Tankentlüftungswerte
C_HC_BP_IN, die dann als durch den Rezirkulations-Auslass strömende Rezirkulations-Tankentlüftungswerte
C_HC_BP_OUT wieder aus dem Rezirkulations-Ringspeicher BUF_2 ausgelesen werden.
In einem Schritt S24 wird der Rezirkulations-Tankentlüftungswert
C_HC_BP_IN der Kenngröße ermittelt, die repräsentativ ist für
die Tankentlüftungskraftstoffmasse, die jeweils während der vorgegebenen
Periodenzeitdauer in den Rezirkulationspfad einlassseitig einströmt. Bevorzugt
wird der Rezirkulations-Tankentlüftungswert C_HC_BP_IN mittels einer dritten
Funktion f3 abhängig von dem Ausgangs-Hauptpfad-Tankentlüftungswert
C_HC_1_OUT, dem Luftmassenstrom MAF, dem Saugrohrdruck MAP und dem Öffnungsgrad
BDK des Rezirkulations-Stellgliedes 18 ermittelt. Die dritte Funktion f3
ist dazu entsprechend geeignet vorab mittels entsprechender Versuche an einem Motorprüfstand
oder auch durch Simulationen ermittelt und wie die anderen Funktionen f1
bis f4 in einem Datenspeicher der Steuervorrichtung 36 gespeichert.
In einem Schritt S26 wird geprüft, ob der Öffnungsgrad BDK
des Rezirkulations-Stellgliedes 18 größer als Null ist, das heißt
das Rezirkulations-Stellglied 18 sich außerhalb seiner Schließstellung
befindet und somit Fluid durch den Rezirkulationspfad von dem Rezirkulations-Einlass
15 hin zu dem Rezirkulations-Auslass 16 und dort hinein in den
Hauptpfad 9 strömen kann. Ist die Bedingung des Schrittes S26 nicht
erfüllt, so wird die Bearbeitung, gegebenenfalls nach einer vorgebbaren Wartezeitdauer
erneut in dem Schritt S24 fortgesetzt.
Ist die Bedingung des Schrittes S26 hingegen erfüllt, so wird
in einem Schritt S28 einem zweiten Lesezeiger IDX_RD_2 der Wert des dritten Schreibzeigers
IDX_WR_3 abzüglich eines Wertes zugeordnet, der mittels einer vierten Funktion
f4 abhängig von dem Luftmassenstrom MAF, dem Saugrohrdruck MAP und
dem Öffnungsgrad BDK des Rezirkulations-Stellglieds 18 ermittelt wird.
Die vierte Funktion ist ebenfalls durch Versuche an einem Motorprüfstand oder
Simulationen geeignet so ermittelt, dass der zweite Lesezeiger IDX_RD_2 jeweils
auf eine Speicherstelle des Rezirkulations-Ringspeichers BUF_2 zeigt, deren Speicherinhalt
jeweils aktuell repräsentativ ist für die durch den Rezirkulations-Auslass
strömenden Tankentlüftungskraftstoffmasse.
In dem Schritt S28 wird dann dem durch den Rezirkulations-Auslass
strömenden Rezirkulations-Tankentlüftungswert C_HC_BP_OUT der Inhalt des
Rezirkulations-Ringspeichers BUF_2 an der Position zugeordnet, auf die der zweite
Lesezeiger IDX_RD_2 zeigt.
Der in dem Schritt S24 ermittelte Rezirkulations-Tankentlüftungswert
C_HC_BP_IN wird in den Rezirkulations-Ringspeicher BUF_2 an einer Position gespeichert,
die durch den dritten Schreibzeiger IDX_WR_3 vorgegeben ist.
In einem Schritt S30 wird der dritte Schreibzeiger IDX_WR_3 inkrementiert,
bevorzugt mit dem Wert eins. Im Anschluss an den Schritt S30 wird die Bearbeitung
erneut in einem Schritt S24 fortgesetzt und zwar bevorzugt so, dass die Schritte
S24 bis S30 insbesondere im Hinblick auf das Erfassen der zugehörigen Messwerte
jeweils einmal pro der vorgegebenen Periodenzeitdauer abgearbeitet werden.
Alternativ zu der Vorgehensweise bezüglich der Hauptpfad-Ringspeicher
BUF_1, und des Rezirkulations-Ringspeichers BUF_2 können auch entsprechende
Kennlinien oder ein anderes physikalisches Modell vorgesehen sein.
Die erste Funktion f1 kann auch alternativ abhängig
sein von dem Luftmassenstrom MAF in den Ansaugtrakt 1 und dem weiteren
Saugrohrdruck. Entsprechendes gilt auch für die zweite Funktion f2.
Die dritte Funktion f3 kann auch alternativ statt von dem
Luftmassenstrom MAF von dem Luftmassenstrom MAF_CYL in den jeweiligen Brennraum
abhängen. Die dritte Funktion f3 kann auch alternativ statt von
dem Saugrohrdruck MAP von dem weiteren Saugrohrdruck abhängen. Entsprechendes
wie für die dritte Funktion f4 gilt auch für die vierte Funktion
f4. Darüber hinaus ist bezüglich der dritten und vierten Funktion
auch eine Kombination der genannten Betriebsgrößen möglich. Welche
Abhängigkeit am günstigsten ist kann abhängen von der konkreten
Anordnung des Rezirkulationsstellgliedes 18 innerhalb des Rezirkulationspfades
14.
- 1
- Ansaugtrakt
- 2
- Motorblock
- 3
- Zylinderkopf
- 4
- Abgastrakt
- 5
- Drosselklappe
- 6
- Kompressor
- 7
- Sammler
- 8
- Saugrohr
- 9
- Hauptpfad
- 10
- Tankentlüftungsvorrichtung
- 11
- Tankentlüftungsventil
- 12
- Einlassstelle
- 14
- Rezirkulationspfad
- 15
- Rezirkulations-Einlass
- 16
- Rezirkulations-Auslass
- 18
- Rezirkulations-Stellglied
- 24
- Kurbelwelle
- 26
- Pleuelstange
- 28
- Kolben
- 30
- Gaseinlassventil
- 32
- Gasauslassventil
- 34
- Einspritzventil
- 35
- Zündkerze
- 36
- Steuervorrichtung
- 37
- Pedalstellungsgeber
- 38
- Fahrpedal
- 40
- Luftmassensensor
- 42
- Drosselklappenstellungssensor
- 44
- erster Temperatursensor
- 46
- Saugrohrdrucksensor
- 48
- Kurbelwellenwinkelsensor
- 50
- zweiter Temperatursensor
- 54
- Abgassonde
- 56
- Rezirkulationsstellgliedsensor
- 58
- weiterer Saugrohrdrucksensor
- N
- Drehzahl
- MAP
- Saugrohrdruck
- MAF
- Luftmassenstrom in Ansaugtrakt
- MFF
- zuzumessende Kraftstoffmasse
- MFF_CP
- Zylinder-Tankentlüftungskraftstoffmasse
- MFF_COR
- korrigierte zuzumessende Kraftstoffmasse
- SG_INJ
- Stellsignal für Einspritzventil
- IDX_WR_TEV
- erster Schreibzeiger
- IDX_WR_BP
- zweiter Schreibzeiger
- IDX_RD_1
- erster Lesezeiger
- IDX_RD_2
- zweiter Lesezeiger
- IDX_WR_3
- dritter Schreibzeiger
- f1
- erste Funktion
- f2
- zweite Funktion
- f3
- dritte Funktion
- f4
- vierte Funktion
- BUF_1
- Hauptpfad-Ringspeicher
- BUF_2
- Rezirkulations-Ringspeicher
- C_HC_TEV
- Eingangs-Hauptpfad-Tankentlüftungswert einer Kenngröße, die repräsentativ
ist für eine Tankentlüftungskraftstoffmasse, die jeweils während
der vorgegebenen Periodenzeitdauer (TP) von dem Tankentlüftungsventil in den
Hauptpfad einströmt
- C_HC_1_OUT
- Ausgangs-Hauptpfad-Tankentlüftungswert einer Kenngröße, die repräsentativ
ist für eine Tankentlüftungskraftstoffmasse, die jeweils während
der vorgegebenen Periodenzeitdauer (TP) stromaufwärts des Rezirkulationsauslasses
in dem Hauptpfad strömt,
- C_HC_CYL
- Zylinder-Tankentlüftungswert einer Kenngröße, die repräsentativ
ist für eine Tankentlüftungskraftstoffmasse, die jeweils während
der vorgegebenen Periodenzeitdauer (TP) in den jeweiligen Zylinder strömt,
- C_HC_BP_IN
- Rezirkulations-Tankentlüftungswert einer Kenngröße, die repräsentativ
ist für eine Tankentlüftungskraftstoffmass, die jeweils während der
vorgegebenen Periodenzeitdauer in den Rezirkulations-Ringspeicher einlassseitig
einströmt
- C_HC_BP_OUT
- durch den Rezirkulationsauslass strömender Rezirkulations-Tankentlüftungswert