Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Halbleiterbauelements
aus einem Siliciumwafer mit mindestens einer optisch verspiegelten Oberfläche,
bei dem durch Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens auf einfache
Weise Verspiegelungen mit hohem Reflexionswert hergestellt werden können.
Für die Wirtschaftlichkeit von Solarzellen ist es entscheidend,
zum einen den Wirkungsgrad zu erhöhen, zum anderen die Dicke des Wafers zu
reduzieren. Hierfür ist die Entwicklung der Rückseite der Solarzelle entscheidend,
da hier besonders hohe Anforderungen an optische wie elektrische Eigenschaften gestellt
werden. Hinsichtlich der Optik wird eine möglichst hohe interne Reflektivität
angestrebt, sodass Licht, welches von der Vorderseite in den Wafer eingedrungen
ist und noch nicht absorbiert wurde, an der Zellenrückseite reflektiert werden
kann und so eine erneute Möglichkeit zur Absorption des Lichts im Silicium
besteht. Die elektrischen Eigenschaften hingegen lassen sich besonders gut durch
Verwendung einer dielektrischen Passivierungsschicht erreichen. Derartige dielektrische
Passivierungsschichten, die in der Regel aus Siliciumoxid bestehen, weisen einen
Brechungsindex auf, der sich stark von dem des Siliciums unterscheidet, was Vorteile
bei der internen Reflexion des Lichts in der Solarzelle mit sich bringt.
Die interne Reflektivität wird dann durch eine zusätzlich
abgeschiedene metallische Schicht, in der Regel aus Aluminium, weiter erhöht.
Derartige Systeme bringen jedoch bei der Herstellung einige Probleme
mit sich, da eine Bearbeitung der Siliciumscheibe, welche auf mindestens einer Seite
Siliciumoxid aufweist, mit Flusssäure nicht möglich bzw. schwer möglich
ist, ohne das Siliciumoxid anzuätzen.
Aus dem Stand der Technik sind hierzu bislang Lösungsansätze
bekannt, die das Aufbringen einer Lackschicht vorsehen, durch die das Siliciumoxid
zumindest bereichsweise vor der Flusssäure geschützt wird. Derartige Lösungsansätze
bringen jedoch den Nachteil mit sich, dass eine solche Lackschicht entfernt werden
muss, was mit einem zusätzlichen Prozessaufwand verbunden ist (J. Knobloch
et al. „High-efficiency Solar Cells From FZ, CZ and MC Silicon Material",
Proceedings of the 23rd IEEE Photovoltaic Specialists Conference, S.
271–276, Louisville, Kentucky, USA, 1993 und O. Schultz et al., "Silicon
Oxide/Silicon Nitride Stack System for 20 % Efficient Silicon Solar Cells", 31st
IEEE Photovoltaic Specialists Conference, Florida, USA, 2005).
Aus der US 6423568 B1
sowie der US 4927770 geht jeweils ein Verfahren
zur Herstellung eines Rückseitenkontakts einer auf Silizium basierenden Solarzelle
mit p- und n-dotierten Regionen auf der gleichen Seite durch Aufbringung einer Passivierungsschicht
auf der Oberfläche der Zelle hervor.
Die JP 09237910A beschreibt
eine solare Batterie, bei der eine aus n-dotiertem Silizium bestehende Halbleiterschicht
auf einer Oberfläche bestehend aus einer p-dotierten Silizium-Halbleiterschicht
sowie eine Siliziumoxidschicht auf der Rückseite eines p-dotierten Siliziumsubstrats
aufgebracht wird.
Weiterhin betrifft die US 4994879
ein photoelektrisches Bauelement, auf dem eine optisch transparente Texturschicht
auf einer optisch transparenten Schutzschicht aufgebracht ist.
Ausgehend hiervon war es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren
bereitzustellen, mit dem die Herstellung derartiger Halbleiterbauelemente in einer
vereinfachten Prozesskette ermöglicht wird. Gleichzeitig sollte aber auch eine
hohe interne Reflektivität der so hergestellten Solarzellen sichergestellt
werden.
Diese Aufgabe wird durch das Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs
1 gelöst. In Anspruch 11 ist eine erfindungsgemäße Verwendung angegeben.
Die weiteren abhängigen Ansprüche zeigen vorteilhafte Weiterbildungen
auf.
Erfindungsgemäß wird ein Verfahren zur Herstellung eines
Halbleiterbauelements mit mindestens einer optisch verspiegelten Oberfläche
bereitgestellt. Dieses Verfahren basiert darauf, dass ein Siliciumwafer, der an
zumindest einer seiner Oberflächen zumindest bereichsweise eine ätzbare
dielektrische Schicht aufweist, mit einer Maskierungsschicht aus amorphem Silicium
zur Abschirmung gegenüber fluidischen Medien versehen wird, wobei die Maskierungsschicht
auf der dielektrischen Schicht abgeschieden wird. Nach einem fluidischen Ätzschritt
wird auf der Maskierungsschicht anschließend eine Aluminiumschicht abgeschieden.
In einem weiteren Schritt erfolgt dann eine thermische Behandlung des Schichtsystems,
wobei es zu einer Auflösung des Siliciums im Aluminium kommt.
Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren wird eine effiziente
Maskierung ausgewählter Bereiche gegen den Angriff fluidischer Ätzmedien,
wie z.B. durch Flusssäure, ermöglicht. Dies ist darauf zurückzuführen,
dass amorphes Silicium oder siliciumreiche Schichten eine hohe Resistenz gegenüber
Flusssäure besitzen.
Eine bevorzugte Variante sieht vor, dass die Maskierungsschicht aus
amorphem Silicium besteht, das eine besonders hohe Resistenz gegenüber Flusssäure
aufweist.
Hinsichtlich der Abscheidung der Maskierungsschicht sind alle aus
dem Stand der Technik bekannten Verfahren einsetzbar, wobei eine plasmaunterstützte
chemische Gasphasenabscheidung bevorzugt wird. Für die Abscheidung von amorphem
Silicium können hier als Ausgangsstoffe bevorzugt Silan (SiH4) und
gegebenenfalls Wasserstoff (H2) eingesetzt. Die Gasphasenabscheidung
erfolgt vorzugsweise bei einem Druck von 20 bis 280 Pa, insbesondere 30 bis 75 Pa.
Die Temperatur liegt vorzugsweise im Bereich von 20 bis 400 °C, insbesondere
200 bis 300 °C.
Die Abscheidung der Maskierungsschicht kann in einer weiteren bevorzugten
Variante auch mittels Sputterverfahren erfolgen.
Für die Passivierungsschicht wird vorzugsweise ein Material ausgewählt
aus der Gruppe bestehend aus Siliciumoxid, Siliciumnitrid, Siliciumkarbid und Aluminiumoxid
eingesetzt.
Nach Abscheiden der einzelnen Schichten erfolgt eine thermische Behandlung
bei Temperaturen im Bereich von bevorzugt 150 bis 950 °C und besonders bevorzugt
von 300 bis 550 °C. Die Temperaturwahl wird dabei über das Zeitfenster
bestimmt, sodass eine kurze thermische Behandlung bei höherer Temperatur zu
dem gleichen Ergebnis wie eine längere Behandlung bei niedriger Temperatur
führt. Durch diese beschriebene Temperaturbehandlung kommt es zu einem Auflösungsprozess
des Siliciums im Aluminium. Die sich dabei bildende Schicht aus Aluminium und Silicium
weist sehr hohe Reflexionswerte auf.
In einer weiteren bevorzugten Variante des erfindungsgemäßen
Verfahrens kann nach Abscheiden der Maskierungsschicht diese mittels Laserablation
strukturiert werden, sodass die Maskierungsschicht als lokale Ätzmaske eingesetzt
werden kann.
Erfindungsgemäß wird ein Halbleiterbauelement aus einem
Siliciumwafer mit mindestens einer optisch verspiegelten Oberfläche hergestellt.
Der Siliciumwafer weist dabei an der mindestens einen optischen verspiegelten Oberfläche
eine dielektrische Passivierungsschicht auf. Auf der Passivierungsschicht ist weiterhin
eine Aluminium und Silicium enthaltende Verspiegelungsschicht aufgebracht, die durch
eine thermische Behandlung erzeugt wurde.
Überraschenderweise konnte gezeigt werden, dass die erfindungsgemäß
hergesteltten Halbleiterbauelemente gegenüber den aus dem Stand der Technik
bekannten Systemen aus einem Wafer mit darauf abgeschiedener Siliciumoxidschicht
vergleichbar hohe Reflexionswerte aufweisen. So weisen die erfindungsgemäß
hergesteltten Halbleiterbauelemente vorzugsweise einen Reflexionswert im Bereich
von > 90 % auf. Dies führt gleichzeitig zu einem Wirkungsgrad der erfindungsgemäßen
Solarzelle von mindestens 18 %
Verwendung findet das erfindungsgemäße Verfahren insbesondere
bei der Herstellung von Solarzellen.
Anhand des nachfolgenden Beispiels und der Figur soll der erfindungsgemäße
Gegenstand näher erläutert werden, ohne diesen auf die hier gezeigte spezielle
Ausführungsform einschränken zu wollen.
Die Figur zeigt eine Reflexionsmessung an einem erfindungsgemäß
hergesteltten Halbleiterbauelement, mit einer Siliciumscheibe (250 &mgr;m Dicke),
einer Passivierungsschicht aus Siliciumoxid (100 nm Dicke), einer Maskierungsschicht
aus amorphem Silicium (50 nm Dicke) und einer Aluminiumschicht (2 &mgr;m Dicke).
Dem gegenübergestellt werden Reflexionsmessungen an einem aus dem Stand der
Technik bekannten System, das keine Maskierungsschicht aufweist.
Beispiel
Auf der Rückseite einer Solarzelle befand sich eine Schicht mit
einem deutlich geringeren Brechungsindex als der von Silicium. Bevorzugt handelt
es sich hierbei um Siliciumoxid, z.B. durch thermische Oxidation erzeugt oder durch
bekannte Beschichtungsverfahren abgeschieden wurde. Untersucht wurden thermische
Oxide, die im Rohrofen bei Temperaturen zwischen 800 und 1050 °C durch Erhitzen
des Wafers in sauerstoffhaltiger Atmosphäre hergestellt wurden. Abgeschiedene
Oxide wurden aus Lachgas (N2O) und Silan (SiH4) in plasmaunterstützer
chemischer Gasphasenabscheidung in einem Parallelplattenreaktor hergestellt. Die
Temperaturen variierten im Bereich von 250 und 350 °C, wobei der Druck etwa
1000 mTorr betrug. Der Brechungsindex der dielektrischen Schicht lag bei n ≈
1.45 (gemessen bei 630 nm und RT). Je größer die Unterschiede im Brechungsindex
zwischen Silicium (n ≈ 3.6), gemessen bei 630 nm und RT, und der dielektrischen
Schicht, desto besser für die interne Verspiegelung. Auf diese Schicht, nennen
wir es Siliciumoxid, wurde Aluminium aufgedampft und es entstand ein guter Spiegel.
Das amorphe Silicium wurde dann durch thermische Behandlung in der Aluminiumschicht
aufgelöst. Das amorphe Silicium wurde dabei aus Silan (SiH4) und
Wasserstoff (H2) durch plasmaunterstützte chemische Gasphasenabscheidung
(PECVD) in einem Druckbereich von 30 bis 75 Pa bei Temperaturen von 200 bis 300
°C hergestellt.
Die auf der Vorderseite des erfindungsgemäß
hergesteltten Halbleiterbauelementes wieder austretende Strahlungsleistung wurde
gemessen und mit der eingestrahlten Leistung ins Verhältnis gesetzt, hieraus
ergibt sich der Reflexionswert. Bei einem Schichtsystem mit amorphem Silicium ist
der Reflexionswert vor der thermischen Behandlung bei 1200 nm bei ca. 75 %. Durch
das Aufheizen der Solarzelle für 10 min. bei 400 °C löst sich das
Silicium im Aluminium und die Reflexion steigt auf über 90 %, so wie es auch
ohne das amorphe Silicium bei diesem Schichtsystem der Fall ist (s. Figur).