Die Erfindung beschreibt ein kompaktes Leistungshalbleitermodul mit
einer Verbindungseinrichtung zur elektrischen Verbindung der Last- und Steueranschlüsse
von Leistungshalbleiterbauelementen mit einer externen Leiterplatte. Hierbei soll
im Folgenden mit dem Begriff der Lastverbindung eine Verbindung zwischen einer Kontakteinrichtung
des Leistungshalbleitermoduls und einem externen Leitungselement verstanden werden,
wobei hiermit die Lastanschlüsse, also beispielhaft in einer Halbbrückenschaltung
die Gleichstromeingänge vom Zwischenkreis sowie der Wechselstromausgang, verstanden
werden.
Analog wird mit Steuerverbindung im Folgenden die Verbindung eines
Hilfs- bzw. Steueranschlusses des Leistungshalbleitermoduls mit einem externen Steueranschlusselements
verstanden.
Einen Ausgangspunkt der Erfindung bilden Leistungshalbleitermodule,
wie sie beispielhaft aus der DE 10 2004
025 609 A1, oder der DE 103 55
925 A1 bekannt sind. Erstgenannte Druckschrift offenbart ein Leistungshalbleitermodul
in Schraub-Druckkontaktierung. Die Lastverbindung des Leistungshalbleitermoduls
mit einer Leiterplatte wird hierbei mittels eine Schraubverbindung nach dem Stand
der Technik erreicht. Die Steuerverbindungen der Hilfs- bzw. Steueranschlüsse
sind hierbei ausgebildet als Verbindung zwischen einem Federkontaktelemente und
einem Leiterbahnabschnitt der Leiterplatte. Erfindungsgemäß erfolgt die
Druckeinleitung auf die Steuerverbindung durch die Anordnung und Verschraubung der
Leiterplatte mit den Lastanschlusselementen. Die Ausgestaltung eines Leistungshalbleitermoduls
in der genannten Art ist besonders geeignet für Strombelastungen jenseits von
10 Ampere.
Die DE 103 55 925 A1
offenbart eine Verbindungseinrichtung für Leistungshalbleiterbauelemente bestehend
aus einem Folienverbund einer ersten und einer zweiten leitenden Folie mit einer
isolierenden Zwischenlage. Die Leistungshalbleiterbauelemente sind mit der ersten
leitenden Schicht mittels Ultraschallschweißen dauerhaft sicher elektrisch
verbunden. Die modulinterne schaltungsgerechte Verbindung der Leistungshalbleiterbauelement,
die sowohl Last- als auch Steueranschlüsse beinhaltet ist hier offen gelegt.
Allerdings offenbart die genannte Druckschrift keine Details der Last- und Steuerverbindungen
zur externen Anbindung.
Aus der US 5,105,536 ist ein
Halbleiterbauelement mit Verbindungseinrichtungen bekannt, wobei diese Verbindungseinrichtung
Kontakteinrichtungen zu Kontaktflächen aufweist, dies als Kontaktwarzen ausgebildet
sind. Die Verbindungseinrichtungen reichen durch Schächte des Gehäuses
nach außen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde ein Leistungshalbleiter mit
einer Verbindungseinrichtung in Ausgestaltung eines Folienverbunds vorzustellen,
wobei dieses einfach herzustellen ist, kompakte Abmessungen aufweist und sowohl
die Last- wie auch die Steueranschlüsse auf einer Leiterplatte anordenbar sind.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst, durch die
Maßnahmen der Merkmale des Anspruchs 1. Bevorzugte Ausführungsformen sind
in den Unteransprüchen beschrieben.
Der erfinderische Gedanke geht aus von einem Leistungshalbleitermodul
mit einem Gehäuse, mindestens einem Substrat mit Leiterbahnen und auf diesen
Leiterbahnen schaltungsgerecht angeordneten Leistungshalbleiterbauelementen. Weiterhin
weist das Leistungshalbleitermodul mindestens eine Verbindungseinrichtung auf, wobei
diese jeweils aus einem Folienverbund aus einer ersten (60) und einer zweiten
(64) leitenden Schicht mit einer zwischen diesen leitenden Schichten angeordneten
isolierenden Schicht besteht.
Die jeweiligen leitenden Schichten sind in sich strukturierten und
bildenden somit Leiterbahnen aus. Es ist bevorzugt, wenn einzelne Leiterbahnen der
beiden leitenden Schichten mittels schaltungsgerechte Verbindung, beispielhaft in
Form von Durchkontaktierungen, miteinander verbunden sind.
Die erste leitende Schicht des Folienverbunds weist erste, als Punktschweißverbindungen
ausgebildete Kontakteinrichtungen zu Leistungsanschlussflächen von Leistungshalbleiterbauelementen
auf. Ebenso weist diese erste leitende Schicht vorzugsweise auf einer weiteren Leiterbahn
zweite Kontakteinrichtungen zu Steueranschlussflächen von Leistungshalbleiterbauelementen
auf. Weiterhin weist diese erste leitende Schicht dritte Kontakteinrichtungen zur
Lastverbindung mit einer Leiterplatte auf. Die zweite leitende Schicht weist vierte
Kontakteinrichtungen zur Steuerverbindung mit der Leiterplatte auf.
Der Folienverbund weist Folienabschnitte zwischen den ersten und zweiten,
sowie den dritten und vierten Kontakteinrichtungen auf, die in Führungsabschnitten
des Gehäuses angeordnet sind, wobei die dritten und vierten Kontakteinrichtungen
parallele Flächennormalen aufweisen.
Die erfinderische Lösung wird an Hand der Ausführungsbeispiele
der 1 bis 4 weiter erläutert.
1 zeigt eine erste Ausgestaltung eines erfindungsgemäßen
Leistungshalbleitermoduls im Schnitt.
2 zeigt eine erste Ausgestaltung eines erfindungsgemäßen
Leistungshalbleitermoduls in dreidimensionaler Ansicht.
3 zeigt eine zweite Ausgestaltung eines erfindungsgemäßen
Leistungshalbleitermoduls im Schnitt.
4 zeigt den Folienverbund der zweiten Ausgestaltung eines erfindungsgemäßen
Leistungshalbleitermoduls.
1 zeigt eine erste Ausgestaltung eines erfindungsgemäßen
Leistungshalbleitermoduls im Schnitt in einer Anordnung mit einem Kühlkörper
und einer Leiterplatte. Das Leistungshalbleitermodul besteht aus einem Gehäuse
(3), welches ein Substrat (5) derart umschließt, dass dieses
die dem Inneren des Leistungshalbleitermoduls abgewandte Seite des Gehäuses
teilweise überragt. Auf diese Seite des elektrisch isolierend ausgebildeten
Substrats ist der der Kühlkörper angeordnet und thermisch leitend mit
dem Substrat verbunden.
Die dem Inneren des Leistungshalbleitermoduls zugewandte Seite des
Substrats ist als eine Mehrzahl von voneinander elektrisch isolierten Leiterbahnen
(54) ausgebildet. Auf diesen Leiterbahnen ist eine Mehrzahl von Leistungshalbleiterbauelementen
(58a/b) schaltungsgerecht angeordnet und elektrisch leitend verbunden.
Weiterhin weist das Leistungshalbleitermodul eine Verbindungseinrichtung
(6) auf, die aus einem Folienverbund besteht. Dieser Folienverbund wird
gebildet aus einer ersten (60) und einer zweiten (64) leitenden
jeweils in sich strukturierten und somit Leiterbahnen ausbildenden Schichten und
einer dazwischen angeordneten isolierenden Schicht (62).
Die erste leitende Schicht (60) diese Folienverbunds weist
erste, als Punktschweißverbindungen ausgebildete Kontakteinrichtungen (600)
zu Leistungsanschlussflächen (580) von Leistungshalbleiterbauelementen
(58a/b) auf. Ebenso weist sie zweite Kontakteinrichtungen (582)
zu Steueranschlussflächen (582) der Leistungshalbleiterbauelementen
(58a) auf. Somit bildet die erste leitende Schicht bzw. deren Leiterbahnen
mit den Kontakteinrichtungen die schaltungsgerechte Verbindung der dem Substrat
abgewandten Anschlussflächen der Leistungshalbleiterbauelementen (58a/b).
Das Volumen zwischen dem Substrat (5) mit den Leistungshalbleiterbauelementen
(58) und der ersten leitenden Schicht (60) ist aus Gründen
der elektrischen Sicherheit mit einem isolierenden Stoffes verfüllt, wobei
dieser isolierende Stoff vorzugsweise ein Silikongel oder ein Epoxidharz (584)
ist.
Die erste leitende Schicht weist weiterhin dritte Kontakteinrichtungen
(604) zur Lastverbindung (70) mit einer Leiterplatte (7)
auf. Diese dritten Kontakteinrichtungen sind mit ersten Kontakteinrichtungen und
somit mit den Lastanschlussflächen des zugeordneten Leistungshalbleiterbauelements
elektrisch leitend verbunden.
Die zweite leitende Schicht (64) weist schaltungsgerechte
Verbindung (66) zur ersten leitenden Schicht (60) auf um beispielhaft
die Steueranschlussflächen (582) der Leistungshalbleiterbauelemente
(58a) mit vierten Kontakteinrichtungen (606) zur Steuerverbindung
(72) mit einer Leiterplatte (7) zu verbinden.
Es ist bevorzugt, wenn dritte und vierte Kontakteinrichtungen jeweils
in einer Reihe angeordnet sind. Hierzu weist das Leistungshalbleitermodul Führungsabschnitte
(30) innerhalb des Gehäuses (30) auf, in dem Folienabschnitte
des Folienverbunds angeordnet sind. Diese Folienabschnitte bilden die Verbindung
zwischen den ersten und zweiten (600, 602) sowie den dritten und
vierten (604, 606) Kontakteinrichtungen.
Um die genannte Ausgestaltung des Leistungshalbleitermoduls zu bilden
weist der Folienabschnitt zu dritten Kontakteinrichtungen (604) eine erste
und eine zweite Biegestelle (68b) mit gleicher Biegerichtung auf. Der Folienabschnitt
zu vierten Kontakteinrichtungen (606) weist demgegenüber eine erste
Biegestelle (68a) mit einer ersten Biegerichtung und im weiteren Verlauf
eine zweite Biegestelle (68b) mit entgegen gesetzter zweiter Biegerichtung
auf. Hierbei sind die Biegestellen (68a/b) an zugeordneten Kanten (32)
der Führungsabschnitte (30) des Gehäuses (3) angeordnet.
Durch diese Ausgestaltung sind sowohl die dritte wie auch die vierte
Kontakteinrichtungen in einer durch die zu kontaktierende Leiterplatte bestimmten
Ebene angeordnet. Gleichfalls bilden somit die Kontakteinrichtungen Flächen
mit parallelen Flächennormalen. Das Gehäuse ist derart ausgebildet, dass
die dritten (604) und vierten (606) Kontakteinrichtungen das Gehäuse
(3) in Richtung ihrer Flächennormalen überragen und somit eine
Lötverbindung zur Leiterplatte möglich ist.
2 zeigt eine erste Ausgestaltung eines erfindungsgemäßen
Leistungshalbleitermoduls in dreidimensionaler Ansicht in 2a
mit und in 2b ohne Gehäuse (3). Dargestellt
ist hier ein Substrat (5) mit Leistungshalbleiterbauelementen (58).
Diese Leistungshalbleiterbauelemente (58) sind schaltungsgerecht verbunden
mittels einer Verbindungseinrichtung (6), welche aus einer ersten in sich
strukturierten leitenden Folienschicht (60) besteht, welche Leiterbahnen
ausbildet. Weiterhin besteht diese Verbindungseinrichtung aus einer isolierenden Folienschicht
(62) und eine weiteren hierauf angeordneten ebenfalls in sich strukturierten,
Leiterbahnen ausbildenden Folienschicht (64), wobei der jeweilige Verlauf
der Leiterbahnen auf der zweiten Folienschicht (64) in 2b
nur angedeutet ist.
Folienabschnitte dieser Verbindungseinrichtung (6) mit hierauf
ausgebildeten Leiterbahnen reichen durch Führungsabschnitte (30) des
Gehäuses (3) und sind auf der dem Substrat (5) abgewandten
Seite des Gehäuses derart angeordnet, dass die Kontakteinrichtungen (604,
606) zur Last- sowie Steuerverbindung zu einer Leiterplatte eine Ebene
bilden und parallele Flächennormalen aufweisen.
Hierzu weist der Folienabschnitt zu dritten Kontakteinrichtungen (604)
eine erste und eine zweite Biegestelle (68b) mit gleicher Biegerichtung
auf, wohingegen der Folienabschnitt zu vierten Kontakteinrichtungen (606)
eine erste Biegestelle (68a) mit einer ersten Biegerichtung und im weiteren
Verlauf eine zweite Biegestelle (68b) mit entgegen gesetzter zweiter Biegerichtung
aufweist.
Die jeweiligen dritten Kontakteinrichtungen (604) sind erfindungsgemäß
als Teilabschnitte von Leiterbahnen der ersten leitenden Schicht (60) und
die vierten Kontakteinrichtungen (606) als Teilabschnitte von Leiterbahnen
der zweiten leitenden Schicht (64) ausgebildet.
3 zeigt eine zweite Ausgestaltung eines erfindungsgemäßen
Leistungshalbleitermoduls im Schnitt in einer Anordnung mit einem Kühlkörper
und einer Leiterplatte. Die Ausgestaltung des Substrats mit angeordnetem Kühlkörper
und Leistungshalbleiterbauelementen entspricht derjenigen gemäß
1, wobei sich der Kühlkörper hier auf einer
speziellen Ausformung (36) des Gehäuses abstützt. Die Verbindungseinrichtung
(6) besteht ebenfalls aus dem bereits beschriebenen Folienverbund einer
ersten (60) und einer zweiten (64) leitenden und einer dazwischen
angeordneten isolierenden Schicht (62). Die ersten und zweiten Kontakteinrichtungen
(600, 602) zu Anschlussflächen (580, 582)
von Leistungshalbleiterbauelementen (58a/b) sind ebenso als Punktschweißverbindungen
ausgebildet.
Das Gehäuse (3) umschließt das Substrat (5)
und weist einen Führungsabschnitt (30) zur Anordnung eines Folienabschnitts
zwischen den ersten und zweiten (600, 602) sowie dritten und vierten
(604, 606) Kontakteinrichtungen zur Kontaktierung mit einer Leiterplatte
(7) auf. Dieser Folienabschnitt zu dritten Kontakteinrichtungen (604)
weist eine Biegestelle (68c) mit einer ersten Biegerichtung und der Folienabschnitt
zu vierten Kontakteinrichtungen (606) eine zweite Biegestelle (68d)
mit einer zweiten Biegerichtung auf. Hierdurch ergibt sich wiederum, dass die dritten
(604) und vierten (606) Kontakteinrichtungen in einer Ebene hier
allerdings senkrecht zur Substratebene angeordnet sind und wobei wiederum die Flächennormalen
der Kontakteinrichtungen (604, 606) parallel angeordnet sind.
Die detaillierte Ausgestaltung der Verbindungseinrichtung ist in 4
dargestellt.
4 zeigt den Folienverbund, mit angedeuteten Leistungshalbleiterbauelementen,
beispielhaft MOS-FETs, der Verbindungseinrichtung gemäß der zweiten Ausgestaltung
nach 3 eines erfindungsgemäßen Leistungshalbleitermoduls.
In 4a ist eine Lastverbindungsseite gebildet durch
die erste leitende und die isolierende Schicht des Folienverbunds. Die isolierende
Schicht (62) ist als eine Fläche mit einstückig mit der Fläche
ausbildenden Ansätzen (620a) ausgebildet. Diese Ansätze (620a)
bilden gemeinsam mit Leiterbahnen der ersten Folienschicht erste Folienabschnitte
zur Anordnung in einem Führungsschacht des Leistungshalbleitermoduls. Hierbei
bilden Teile der Leiterbahnen die dritten Kontakteinrichtung (604) gemäß
3 aus. Zur Ausbildung der senkrechten Anordnung dieser
Kontakteinrichtungen (604) relativ zur Substratebene weist der Folienverbund
eine erste Biegestelle (68c) auf.
In 4b ist eine Steuerverbindungsseite
aus gleicher Blickrichtung wie in 2A dargestellt. Diese
Steuerverbindungsseite wird gebildet durch die zweite leitende und die isolierende
Schicht des Folienverbunds. Die isolierende Schicht (62) ist wiederum als
eine Fläche mit einstückig mit der Fläche ausbildenden Ansätzen
(620b) ausgebildet. Diese Ansätze (620b) bilden gemeinsam
mit Leiterbahnen der zweiten Folienschicht zweite Folienabschnitte zur Anordnung
in einem Führungsschacht des Leistungshalbleitermoduls. Hierbei bilden Teile
der Leiterbahnen die vierten Kontakteinrichtung (606) gemäß
3 aus. Zur Ausbildung der senkrechten Anordnung dieser
Kontakteinrichtungen (604) relativ zur Substratebene weist der Folienverbund
eine zweite Biegestelle (68d) auf.
Durch die unterschiedliche Biegerichtung der ersten (68c)
und zweiten Biegestelle (68d) werden die Kontakteinrichtung (604,
606) wie 3 dargestellt auf einer Ebene mit
jeweils parallelen Flächennormalen ausgebildet.