Die vorliegende Erfindung bezieht sich im Allgemeinen auf Magnetresonanzanlagen
(bzw. Magnetresonanztomographen) wie sie in der Medizin zur Untersuchung von Patienten
Anwendung finden. Die Magnetresonanztomographie basiert auf dem physikalischen Phänomen
der magnetischen Kernresonanz und wird als bildgebendes Verfahren in der Medizin
und in der Biophysik erfolgreich eingesetzt. Die im Körper vorhandenen Wasserprotonen
bzw. ihre Kernseins richten sich in einem starken konstanten Magnetfeld aus. Durch
Einstrahlung eines Hochfrequenzpulses können diese Kernseins aus der Gleichgewichtslage
gebracht werden, wobei sie mit ihren Relaxationszeiten wieder in diese Gleichgewichtslage
relaxieren. Diese Relaxationsphänomene können mit geeigneten Empfangsspulen
aufgenommen werden. Die Ortsauflösung erfolgt durch Schaltung von zusätzlichen
Strömen in so genannten Gradientenspulen zur Erzeugung von Magnetfeldgradienten,
wodurch die Präzessionsfrequenz der Seins sich in Abhängigkeit des Ortes
ändert.
Die Aufnahme der Daten in der Magnetresonanztomographie erfolgt im
so genannten k-Raum bzw. Fourierraum. Das vom Arzt betrachtete Magnetresonanzbild
(MR-Bild) wird mit Hilfe der Fourier-Transformation der MR-Rohdaten im k-Raum erhalten.
Zur Ortskodierung eines untersuchten Objekts werden zumeist Gradienten
in allen drei Raumrichtungen geschalten. Man unterscheidet hierbei üblicherweise
den Schichtselektionsgradienten, den Phasenkodiergradienten und den Gradienten währenddessen
die Signalauslese erfolgt.
Um das Signal-zu-Rausch-Verhältnis in MR-Bildern zu verbessern
ist es beispielsweise bekannt, eine bestimmte Messsequenz, das heißt eine bestimmte
Abfolge von Gradientenschaltungen mit HF-Einstrahlungspulsen, identisch zu wiederholen
und schließlich die Signale der beiden Messungen zu mitteln, um so ein gemitteltes
MR-Bild darzustellen, das ein besseres Signal-zu-Rausch-Verhältnis hat. Dies
führt jedoch zu erheblich längeren Aufnahmezeiten.
US 6,448,771 B1 beschreibt ein Verfahren
zur Bilderzeugung mit Hilfe der magnetischen Kernresonanz, bei dem ein abgeändertes
SENSE-Verfahren beschrieben wird, bei dem der k-Raum in unterschiedliche Bereiche
unterteilt wird, ein erster Bereich in dem äußeren k-Raum Zeilen mit geringerer
Aufnahmedichte und ein innerer Bereich des k-Raumes mit höherer Aufnahmedichte,
wobei MR-Bilder unterschiedlicher Auflösung kombiniert werden.
Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zur
Bilderzeugung mittels magnetischer Kernresonanz bereitzustellen, bei dem das Signal-zu-Rausch-Verhältnis
verbessert wird, ohne dass die Zeit für die Bildaufnahme in gleichem Maß
erhöht werden muss.
Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren gemäß dem unabhängigen
Patentanspruch 1 gelöst. In den abhängigen Ansprüchen sind bevorzugte
Ausführungsformen der Erfindung beschrieben.
Gemäß einem ersten Aspekt der Erfindung betrifft diese ein
Verfahren zur Bilderzeugung mittels magnetischer Kernresonanz, das die folgenden
Schritte aufweist: Zuerst wird ein erster MR-Rohdatensatz mit einer ersten Auflösung
im k-Raum aufgenommen. Weiterhin wird ein weiterer Rohdatensatz im k-Raum aufgenommen,
der eine Auflösung hat, die gegenüber dem ersten Rohdatensatz reduziert
ist. Schließlich werden die aufgenommenen Rohdatensätze in den Ortsraum
bzw. Bildraum transformiert, wobei verschiedene Bilddaten erzeugt werden. Diese
verschiedenen Bilddaten werden dann zur Erzeugung eines Bemittelten Bilddatensatzes
Bemittelt, und dieser gemittelte Bilddatensatz wird als MR-Bild dargestellt. Durch
die Mittelung eines MR-Rohdatensatzes mit einer ersten Auflösung sowie eines
MR-Rohdatensatzes mit einer zweiten Auflösung wird entweder die Aufnahmezeit
gegenüber Mittelungen von gleichen MR-Rohdatensätzen reduziert oder, wenn
die gleiche Aufnahmezeit wie bei üblichen Mittelungen verwendet wird, kann
das Signal-zu-Rausch-Verhältnis verbessert werden. Gemäß einer bevorzugten
Ausführungsform der Erfindung wird die Auflösung des Rohdatensatzes in
eine Raumrichtung reduziert, die senkrecht zur Richtung der Signalauslese ist. Durch
die Reduktion der Auflösung in eine k-Raum-Richtung bei dem weiteren aufgenommenen
Rohdatensatz und bei anschließender Mittelung der fouriertransformierten Bilddaten
wird ein MR-Bild erhalten, dessen Ortsauflösung in die eine Richtung gleich
gut ist wie bei einer Mittelung von zwei identischen Rohdatensätzen. Dafür
wird in Kauf genommen, dass die Ortsauflösung in die andere Raumrichtung schlechter
wird.
Vorzugsweise werden mehrere MR-Rohdatensätze aufgenommen, wobei
jeweils die Auflösung eines Rohdatensatzes gegenüber der Auflösung
des zuvor aufgenommenen Rohdatensatzes reduziert wird. Vorzugsweise wird die Auflösung
eines Rohdatensatzes zum nächsten Rohdatensatz im Wesentlichen halbiert. Dies
bedeutet, dass bei jedem weiteren aufgenommenen MR-Rohdatensatz die Anzahl der k-Raum-Zeilen,
die während einer Signalauslese ausgelesen werden, im Wesentlichen halbiert
wird.
Die Anteile der Rohdaten, die bei einem Datensatz mit reduzierter
Auflösung nicht aufgenommen werden, werden mit Nullen aufgefüllt bis das gleiche
k-Raum-Volumen aufgenommen wurde wie beim ersten MR-Rohdatensatz. Vorzugsweise wird
die Auflösung in Phasenkodierrichtung reduziert. Bei einem MR-Rohdatensatz
mit reduzierter Auflösung kann dann beispielsweise die k-Raum-Zeile, die nicht
aufgenommen wird, mit Nullen aufgefüllt werden.
Die Erfindung wird nachfolgend unter Bezugnahme auf die beiliegenden
Zeichnungen näher erläutert. Hierbei zeigen:
1 schematisch ein Flussdiagramm mit den erfindungsgemäßen
Schritten zur Aufnahme eines MR-Bildes mit verbessertem Signal- zu-Rausch-Verhältnis,
2 ein MR-Bild mit herkömmlicher Mittelung und
ein MR-Bild mit Mittelung gemäß der Erfindung,
3 ein MR-Bild einer Kante mit einer herkömmlichen
Mittelung und einer Mittelung gemäß der Erfindung,
4 das Rauschleistungsspektrum bei einer herkömmlichen
Mittelung und einer Mittelung gemäß der Erfindung, und
5 eine Schätzung der relativen Modulationsübertragungsfunktion
bei einem Verfahren gemäß der Erfindung im Vergleich zum Stand der Technik.
In 1 sind die Schritte zur Aufnahme eines
MR-Bildes gemäß der Erfindung dargestellt. In einem ersten Schritt
11 wird ein erster MR-Rohdatensatz mit einer ersten Auflösung aufgenommen.
In einem Schritt 12 erfolgt die Fourier-Transformation dieses Datensatzes
in den Orts- bzw. Bildraum. In einem weiteren Schritt 13 wird ein weiterer
Rohdatensatz aufgenommen, wobei dieser während des Schrittes 13 aufgenommene
Rohdatensatz eine gegenüber dem ersten Rohdatensatz verringerte Auflösung
hat. Vorzugsweise wird die Auflösung gegenüber dem ersten Rohdatensatz
im Wesentlichen halbiert. Dies bedeutet, dass nur ungefähr die Hälfte
des k-Raum-Volumens im Schritt 13 aufgenommen wird im Vergleich zur Aufnahme
des k-Raums im Schritt 11, wodurch sich auch die Aufnahmezeit für
diesen zweiten Datensatz im Wesentlichen halbiert. In Schritt 14 wird der
zweite Rohdatensatz in den Bildraum fouriertransformiert. Im Schritt 15
werden dann die jeweiligen fouriertransformierten Bilddaten zu einem gemittelten
Bilddatensatz addiert, bevor der gemittelte Bilddatensatz im Schritt 16
dargestellt wird. Selbstverständlich können vor Schritt 15 weitere
MR-Rohdatensätze aufgenommen werden, wobei sich jeweils die Auflösung
des Rohdatensatzes von einem Rohdatensatz zum nächsten im Wesentlichen halbieren
kann. Der Anteil des k-Raum-Volumens, der im Vergleich mit dem ersten MR-Rohdatensatz
nicht aufgenommen wurde, wird jeweils mit Nullen aufgefüllt, bis die Größe
des k-Raums identisch ist zu den ersten Rohdaten. In 2
sind beispielhaft Phantombilder dargestellt. Das MR-Bild 21 ist ein MR-Bild,
das mit einer herkömmlichen Mittelungsmethodik aufgenommen wurde. Dies bedeutet,
dass ein MR-Bild mit einer vorbestimmten k-Raum-Auflösung zweimal aufgenommen
wird und anschließend gemittelt wird. Bei dem MR-Bild 22 wurde das
erfindungsgemäße Mittelungsverfahren bei gleicher Messzeit angewendet.
Bei dem herkömmlichen Mittelungsverfahren gemäß Bild 21
wurden beispielsweise Gradientenechoaufnahmen eines Phantoms aufgenommen mit einer
Repetitionszeit von 100 ms und einer Größe des k-Raums von 1024 ×
1024. Die Aufnahmezeit eines Einzelbildes betrug für das Beispiel von
2 1:44 min. Bei dem dargestellten Bild 21
wurde ein so genanntes Averaging gleich 2 eingestellt, d.h. das gleiche Bild wurde
mit identischer Auflösung noch einmal gemessen und aufsummiert, was zu einer
Gesamtmesszeit von 3:28 min führt.
Bei dem in Bild 22 verwendeten Verfahren wurde ein erstes
k-Raum-Volumen ebenfalls mit 1024 × 1024 Punkten im k-Raum und einer Repetitionszeit
von 100 ms aufgenommen, was ebenfalls zu einer Messzeit von 1:44 min führt.
In einem weiteren Schritt wurde ein zweiter MR-Rohdatensatz mit einer Auflösung
von 512 × 1024 k-Raum-Punkten aufgenommen, was zu einer Messzeit von 53 s führt.
Anschließend wurde ein k-Raum-Rohdatensatz mit 256 × 1024 Punkten mit
einer Messzeit von 27 s aufgenommen. Danach erfolgt eine MR-Aufnahme mit. einem
MR-Rohdatensatz von 133 × 1024 Punkten mit einer Messzeit von 15 s und abschließend
eine Aufnahme eines MR-Rohdatensatzes mit 64 × 1024 k-Raum-Punkten mit einer
Messzeit von 8 s. Wie aus dem obigen Beispiel zu erkennen ist, wurde die Auflösung
in Phasenkodierrichtung jeweils halbiert. Addiert man nun die Messzeiten für
die Aufnahme der Rohdaten von 1024 × 1024 bis 64 × 1024, so erhält
man eine Gesamtmesszeit von 3:27 min für das in 2
dargestellte MR-Bild 22. Diese ist im Wesentlichen identisch mit der Aufnahmezeit
von Bild 21. Wie aus den beiden Bildern zu erkennen ist, ist das Signal-zu-Rausch-Verhältnis
im Bild 22 gemäß der vorliegenden Erfindung deutlich besser gegenüber
einem Verfahren mit herkömmlicher Mittelung.
In 5 ist die relative Modulationsübertragungsfunktion
(modulation transfer function) für beide Verfahren dargestellt. Die Modulationsübertragungsfunktion
ist ein Maß für die Ortsauflösung, d.h. bis zu welchem Abstand können
zwei Linien voneinander getrennt dargestellt werden. In Bild 5 ist die
relative Modulationsübertragungsfunktion über die Ortsfrequenz von Null
bis zur Nyquistfrequenz aufgetragen. Die horizontale relative Modulationsübertragungsfunktion
beider Verfahren entsprechen sich in etwa. Erwartungsgemäß
fällt aber die relative vertikale Modulationsübertragungsfunktion senkrecht
dazu (in Phasenkodierrichtung) deutlich bis zum Bildrand des k-Raums ab. Wie aus
den 2 und 5 in Zusammenschau
zu erkennen ist, erhält man eine wesentliche Verbesserung des Signal-zu-Rausch-Verhältnisses
mit einem Faktor von ungefähr 2,5. Dieses verbesserte Signal-zu-Rausch-Verhältnis
wird erkauft durch eine vermindere Ortsauflösung in eine Raumrichtung. Insgesamt
erscheint das Bild jedoch für den Betrachter nicht entsprechend unschärfer,
da die Ortsauflösung in die andere Raumrichtung gleich ist wie bei dem Vergleichsverfahren.
In 3 sind Ausschnitte aus Kantenbildern
von Phantommessungen gezeigt, die die verringerte Auflösung in Phasenkodierrichtung
bestätigen. Bild 31 zeigt die Kante eines Phantoms mit einer herkömmlichen
Mittelung zweier identischer Rohdaten, MR-Bild 32 zeigt das gleiche MR-Bild,
das mit einem Verfahren gemäß der Erfindung mit ungefähr gleicher
Aufnahmezeit aufgenommen wurde. Das Signal-zu-Rausch-Verhältnis bzw. der Kontrast
für den Betrachter ist im Bild 32 wesentlich verbessert, jedoch ist
die Kante in vertikaler Richtung weicher wiedergegeben als im Vergleichsbild
31.
In 4 ist schließlich das Rauschleistungsspektrum
(NPS) für eine herkömmliche Mittelung und eine Mittelung gemäß
der Erfindung gezeigt. Das Rauschleistungsspektrum bei einer herkömmlichen
Mittelung zeigt eine orientierungsunabhängige Verteilung des Rauschens, während
hingegen bei dem Rauschleistungsspektrum gemäß der vorliegenden Erfindung
eine orientierungsabhängige Verteilung des Rauschens zeigt. Ein kleineres Rauschen
in vertikaler Richtung kompensiert teilweise die geringere vertikale Auflösung.
Zusammengefasst ermöglicht der multi-skalare Ansatz mit MR-Rohdaten
unterschiedlicher Auflösung, die zu einem MR-Bild Bemittelt werden, eine Vergrößerung
des Signal-zu-Rausch-Verhältnisses bei gleichbleibender Messzeit im Vergleich
zu herkömmlichen Mittelungsverfahren. Das verbesserte Signal-zu-Rausch-Verhältnis
wird mit einem Verlust der Ortsauflösung in eine Raumrichtung „erkauft",
was jedoch für den Betrachter nicht so schwer wiegt, da die Auflösung
in die andere Richtung nicht verschlechtert ist.