Die vorliegende Erfindung betrifft eine Steuereinheit für einen
Gleichstrommotor, der von einer Spannungsquelle gespeist ist. Der Gleichstrommotor
wird über eine Brückenschaltung mit mindestens vier Schaltelementen angesteuert.
Der Gleichstrommotor ist mit der Brückenschaltung über eine Sicherung
gegenüber der Spannungsquelle abgesichert.
Für Flurförderzeuge werden Gleichstrommotoren als Lenkmotoren
eingesetzt. Der Gleichstromlenkmotor wird über eine Steuereinheit angesteuert,
um stufenlos in beide Richtungen angesteuert zu werden. Die Ansteuerung erfolgt
hierbei in einer sogenannten H-Endstufe, die an der Brückenschaltung vier Transistoren
aufweist, bei der die diagonale Ansteuerung mit Pulsweiten modulierten Impulsen
den Gleichstromlenkmotor ansteuert. Bei einer Auslegung dieser Steuereinheit ist
zu berücksichtigen, daß beispielsweise durch exzessiven Strom, Spannung
oder Temperatur-Belastungen die Transistoren durchlegieren können. Durchlegieren
bezeichnet bei einem Transistor den Zustand, in dem dieser nicht länger durch
Steuersignale geschaltet werden kann und der Transistor insgesamt lediglich einen
niederohmigen Widerstand bildet. Besonders kritisch für die Lenkung eines Flurförderzeugs
ist, wenn in der Brückenschaltung diagonal geschaltete Transistoren durchlegieren.
In diesem Fall fließt der Strom von der Spannungsquelle ungesteuert über
den Gleichstrommotor, so daß dieser konstant in eine Richtung dreht. Insbesondere
für die Lenkung eines Flurförderzeugs ist es nicht mit den gültigen
Sicherheitsvorschriften vereinbar, wenn beim Auftreten eines Fehlers schlagartig
das gelenkte Rad in eine Richtung gedreht wird.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Steuereinheit für
einen Gleichstrommotor zur Verfügung zu stellen, die mit einfachen Mitteln
sicherstellt, daß bei einem Defekt in der Ansteuerung des Lenkmotors das zu
lenkende Rad mit möglichst geringer Verzögerung nicht weiter ausgelenkt
wird.
Die erfindungsgemäße Aufgabe wird durch eine Vorrichtung
mit den Merkmalen aus Anspruch 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen bilden
den Gegenstand der Unteransprüche.
Die erfindungsgemäße Steuereinheit ist für einen von
einer Gleichspannungsquelle gespeisten Gleichstrommotor vorgesehen. Insbesondere
ist sie für einen Gleichstrommotor vorgesehen, der als Lenkantrieb dient. Die
Steuereinheit weist eine Brückenschaltung mit vier Schaltelementen auf und
ist über eine Sicherung gegenüber der Spannungsquelle gesichert. Bei einem
Defekt von zwei Schaltelementen in der Brückenschaltung wird mindestens ein
drittes Schaltelement derart angesteuert, daß über eine Halbbrücke
die Spannungsquelle kurzgeschlossen wird und die Sicherung eine Verbindung des Gleichstrommotors
mit der Spannungsquelle trennt. Die erfindungsgemäße Steuereinheit erzeugt
also bei einem Defekt von zwei Schaltelementen einen Kurzschluß. Bei dem Defekt
handelt es sich um die Störung von zwei diagonal geschalteten Schaltelementen,
die auf diese Weise einen dauerhaften Strom an den Gleichstromlenkmotor anlegen
und so für einen Lenkausschlag sorgen. Durch das Schalten mindestens eines
dritten Schaltelements in den leitenden Zustand, wenn eine Störung von diagonal
geschalteten Elementen vorliegt, wird die Spannungsquelle über eine Halbbrücke
kurzgeschlossen. Hierdurch wird die Sicherung ausgelöst und die Steuereinheit
von der Spannungsquelle getrennt. Erfindungsgemäß wird mit einfachen Mitteln
sichergestellt, daß der Lenkantrieb das zu lenkende Rad nicht länger verstellt.
Die erfindungsgemäße Steuereinheit erzeugt bei Vorliegen eines Defekts,
der zu einer nicht länger steuerbaren Drehung des Lenkmotors führt, einen
Kurzschluß, der den Lenkmotor zum Stillstand bringt.
Bevorzugt wird an dem mindestens einen dritten Transistor eine Kurzschlußüberwachung
deaktiviert, bevor dieser angesteuert wird. Üblicherweise besitzen die Treiber
der Transistoren eine Kurzschlußsicherung, die einen Kurzschlußstrom über
den Transistor verhindert. Um die Sicherung zwischen Spannungsquelle und Steuereinheit
auszulösen, wird die Kurzschlußüberwachung der Treiber unmittelbar
vor dem Schaltvorgang deaktiviert.
Die erfindungsgemäße Steuereinheit erkennt den Defekt von
zwei Schaltelementen an einem Strom über den Gleichstrommotor bei einer gleichzeitigen
Drehung von diesem.
In einer bevorzugten Ausgestaltung ist die Sicherung als eine Schmelzsicherung
ausgebildet. Ebenfalls hat es sich als zweckmäßig herausgestellt, wenn
die Steuereinheit beider an Masse liegende Bauelemente ansteuert, um in den gleitenden
Zustand zu wechseln.
Die erfindungsgemäße Steuereinheit wird anhand der beiliegenden
Figur näher erläutert.
Eine Gleichspannungsquelle 10, speist eine Brückenschaltung
14. Die Brückenschaltung 14 ist über eine Schmelzsicherung
12 gegen Kurzschlüsse abgesichert. Die Sicherung dient nur der Trennung
von der Batterie im Notabschaltfall. Der „normale" Kurzschlußschutz
wird durch die Treiber der Transistoren gewährleistet. Die Brückenschaltung
14 besitzt auf der spannungsführenden Seite, Highside, zwei Transistoren
16, 18. Auf der geerdeten Seite, Low-side, sind ebenfalls zwei
Transistoren 20, 22 angeordnet. Jeweils zwischen ein Paar von
High- und Low-Transistoren 16, 20 sowie 18,
22 ist der zu steuernde Gleichstrommotor 24 geschaltet.
Die Transistoren 16 bis 22 werden von einer Steuereinheit
26 angesteuert, wobei jeder der Transistoren noch zusätzlich eine
lokale Steuerung 28 aufweist. Zu der Brückenschaltung 14
ist ein Kondensator 30 parallel geschaltet.
Im regulären Betrieb werden die Transistoren 16 bis
22 jeweils so angesteuert, daß der Gleichstrommotor 24 stufenlos
in die eine oder andere Richtung dreht. Kritisch ist, wenn diagonal angeordnete
Transistoren 16 und 22 bzw. 18 und 20 durchlegieren.
In diesem Fall können die Transistoren nicht länger angesteuert werden
und fungieren als ohmsche Widerstände. Der Gleichstrommotor 24 ist
in diesem Fall mit der Spannungsquelle 10 verbunden und dreht in eine Richtung.
Eine solche Situation kann zu gefährlichen Unfällen führen, beispielsweise
wenn ein solcher Ausfall der Lenkung während der Fahrt erfolgt.
Die erfindungsgemäße Steuereinheit überprüft,
ob ein Defekt bei der Ansteuerung des Gleichstrommotors 24 vorliegt. Hierzu
überprüft die Steuereinheit 26 beispielsweise den über den
Motor fließenden Strom und sensiert eine Drehung des Motors. Hiervon ausgehend
wird erkannt, daß zwei diagonal angeordnete Transistoren durchlegiert sind.
Aufgrund der unterschiedlichen Betriebszustände, mit denen der Gleichstrommotor
angesteuert werden kann, ist die Erkennung eines Defekts mit diagonal durchlegierten
Transistoren auf verschiedene Weisen möglich. In einem Beispiel erfolgt die
Erkennung, indem, wenn eine nicht gewünschte Bewegung des Motors erkannt wird,
die Endstufe abgeschaltet wird. Zum Abschalten wird die Endstufe deaktiviert. In
dem vorliegenden Fall, daß durch diagonal durchlegierte Transistoren eine ungewollte
Drehung auftritt, bewegt sich der Lenkmotor auch nach einem Abschalten der Endstufe
weiter. Um diesen Fall abzudecken, wird die erfindungsgemäße Notabschaltung
immer nach einer fest vorgegebenen Zeit ausgelöst, nachdem ein anderer Fehler
den Motor hätte stoppen sollen. Wurde der Lenkmotor durch die Deaktivierung
der Endstufe schon angehalten, so passiert nichts, weil die beiden Transistoren
20, 22 durch die High-side-Transistoren 16,
18 von der Quelle getrennt sind. Wenn aber einer der High-side-Transistoren
durchlegiert ist, wirkt die Notabschaltung wie oben beschrieben.
Die erfindungsgemäße Steuereinheit 26 deaktiviert
die lokalen Steuerung 28 für die Transistoren. Insbesondere wird die
Kurzschlußsicherung der Low-side-Transistoren 20 und 22 deaktiviert
und die Transistoren 20 und 22 werden auf „leitend" geschaltet.
Dies bedeutet, die Steuereinheit 26 generiert das entsprechende Signal,
um die Transistoren 20 und 22 leitend durchzuschalten. Da über
eine Diagonale in diesem Fall die Transistoren bereits durchlegiert sind, spricht
einer der beiden Low-side-Transistoren auf das Signal an und schaltet durch. Aufgrund
des deaktivierten Kurzschlußschutzes an dem durchschaltenden Transistor fließt
bei einer Halbbrücke mit den Transistoren 16, 20 oder
18, 22 ein Strom, der die Spannungsquelle 10 kurzschließt.
Hierdurch wird die Sicherung 12 ausgelöst und der Gleichstrommotor
von der Spannungsversorgung getrennt. Eine unkontrollierte Lenkbewegung hierdurch
entfällt. Zusätzlich wird über die beiden leitenden Low-side-Transistoren
20, 22 der Motor direkt an der Anschlußklemme kurzgeschlossen.
Dies bewirkt ein schnelles Abbremsen des Motors.