Die vorliegende Erfindung betrifft eine Verstärkereinrichtung
mit einer Anzahl von Verstärkern und einer Anzahl von Ausgängen.
Verstärkereinrichtungen sind allgemein bekannt. Sie werden beispielweise
bei Hochfrequenz-Sendeeinrichtungen (z. B. Radarantennen oder Magnetresonanzantennen)
eingesetzt.
Hochfrequenzsendeeinrichtungen weisen oftmals eine Anzahl von Sendeantennen
auf, die miteinander zusammenwirken. Jeder Sendeantenne wird ein Sendesignal zugeführt,
wobei mit den Sendesignalen korrespondierende ausgesendete Signale sich –
je nach Anwendungsbereich – im Nahfeld oder im Fernfeld überlagern.
Bei Magnetresonanzantennen kann mittels der Überlagerung der einzelnen ausgesendeten
Signale beispielsweise die räumliche Verteilung des sogenannten B1-Hochfrequenzfeldes
eingestellt werden. Bei Radaranlagen kann mittels der Überlagerung der ausgesendeten
Signale die Richtcharakteristik der Radaranlage beeinflusst werden.
Es ist bekannt, für jede einzelne Sendeantenne ein geeignetes
Kleinsignal (nachfolgend Eingangssignal genannt) zu generieren, jedes Eingangssignal
einem Verstärker zuzuführen und die verstärkten Eingangssignale den
Sendeantennen als Sendesignale zuzuführen. Diese Vorgehensweise weist mehrere
Nachteile auf. So sind beispielsweise die Sendeantennen nicht voneinander entkoppelt.
Es treten daher in der Regel starke Rückwirkungen auf die Verstärker auf,
welche die Verstärker verkraften müssen.
Es ist weiterhin bekannt, die Antenne in Eigenmoden zu betreiben.
In diesem Fall werden Modensignale erzeugt, welche für die Stärke charakteristisch
sind, mit der die Sendeantenne in ihrer Gesamtheit in dem betreffenden Mode betrieben
werden soll.
Die Moden sind – zumindest in der Theorie – orthogonal
zueinander, so dass keine Rückwirkungen auftreten. Auch in der Praxis treten
oftmals nur geringe Rückwirkungen auf.
Der Leistungsbedarf der einzelnen Moden differiert in der Regel stark
von Mode zu Mode. Wenn zum Verstärken der Modensignale gleich große Verstärker
verwendet werden, müssen alle Verstärker auf die maximale Leistung dimensioniert
werden, so dass die Verstärkereinrichtung insgesamt überdimensioniert
und folglich teuer ist. Wenn verschieden starke Verstärker verwendet werden,
weist die Verstärkereinrichtung eine größere Typenvielfalt an Verstärkern
auf, was insbesondere die Ersatzteilhaltung und die Reparatur verteuert.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, eine Verstärkereinrichtung
zu schaffen, bei der auf einfache Weise Modensignale mit mehreren Verstärkern
verstärkbar sind, ohne einen komplizierten Schaltungsaufbau zu benötigen.
Die Aufgabe wird durch eine Verstärkereinrichtung mit den Merkmalen
des Anspruchs 1 gelöst.
Erfindungsgemäß ist jedem Verstärker ein Eingangssignal
zuführbar. Von jedem Verstärker ist das ihm zugeführte Eingangssignal
zu einem verstärkten Eingangssignal verstärkbar. Die verstärkten
Eingangssignale sind einer den Verstärker nachgeordneten Ausgangsmatrix zuführbar.
Von der Ausgangsmatrix ist eine Anzahl von Ausgangssignalen abgebbar. Jedes Ausgangssignal
wird über einen der Ausgänge abgegeben. Die Ausgangsmatrix ist derart
ausgebildet, dass jedes verstärkte Eingangssignal zu jedem Ausgangssignal einen
Ausgangssignalbeitrag liefert. Jeder Ausgangssignalbeitrag jedes Ausgangssignals
weist gegenüber dem korrespondierenden verstärkten Eingangssignal einen
ausgangsseitigen Beitragsphasenversatz auf, der davon abhängig ist, von welchem
verstärkten Eingangssignal der Ausgangssignalbeitrag geliefert wird und zu
welchem Ausgangssignal der Ausgangssignalbeitrag beiträgt.
Durch die erfindungsgemäße Ausgestaltung der Verstärkereinrichtung
wird erreicht, dass jeder Verstärker zu jedem Mode einen Beitrag liefern kann,
nämlich den jeweiligen Ausgangssignalbeitrag.
Die ausgangsseitigen Beitragsphasenversätze können prinzipiell
beliebig bestimmt sein. Vorzugsweise erfüllen sie folgende Bedingung: Unter
der Voraussetzung, dass die verstärkten Eingangssignale sinusförmige Wechselsignale
sind, die eine einheitliche Amplitude, eine einheitliche Frequenz und relativ zueinander
Signalphasenversätze aufweisen, die für eines der Ausgangssignale den
entsprechenden ausgangsseitigen Beitragsphasenversatz kompensieren, kompensieren
sich für die anderen Ausgangssignale deren Ausgangssignalbeiträge in der
Summe. In diesem Fall wird nur das eine Ausgangssignal abgegeben, dessen ausgangsseitige
Beitragsphasenversätze kompensiert werden. Die anderen Ausgangssignale weisen
den Wert Null auf. Wenn diese Bedingung erfüllt ist, ist das betreffende Ausgangssignal
orthogonal zu den anderen Ausgangssignalen.
Vorzugsweise sind die ausgangsseitigen Beitragsphasenversätze
derart bestimmt, dass durch die Signalphasenversätze frei bestimmbar ist, welches
der Ausgangssignale das eine Ausgangssignal ist. In diesem Fall kann durch entsprechende
Bestimmung der Signalphasenversätze festgelegt werden, welches
der Ausgangssignale von Null verschieden ist. Alle anderen Ausgangssignale (bis
auf das eine Ausgangssignal) sind in diesem Fall Null. Die Ausgangsmatrix führt
bei einer derartigen Ausgestaltung eine orthogonale Transformation der verstärkten
Eingangssignale durch.
Vorzugsweise ist den Verstärkern eine Eingangsmatrix vorgeordnet,
der eine Anzahl von Ursprungssignalen zuführbar ist und von der die Eingangssignale
abgebbar sind. Die Eingangsmatrix ist in diesem Fall derart ausgebildet, dass jedes
Ursprungssignal zu jedem Eingangssignal einen Eingangssignalbeitrag liefert. Jeder
Eingangssignalbeitrag jedes Eingangssignals weist in diesem Fall gegenüber
dem korrespondierenden Ursprungssignal einen eingangsseitigen Beitragsphasenversatz
auf, der davon abhängig ist, von welchem Ursprungssignal der Eingangssignalbeitrag
geliefert wird und zu welchem Eingangssignal der Eingangssignalbeitrag beiträgt.
Mittels der Eingangsmatrix, deren Ausgestaltung und deren Beschaltung sind die Eingangssignale
auf besonders einfache Weise erzeugbar.
Die eingangsseitigen Beitragsphasenversätze sind vorzugsweise
derart bestimmt, dass unter der Voraussetzung, dass eines der Ursprungssignale ein
sinusförmiges Wechselsignal ist und die anderen Ursprungssignale den Wert Null
aufweisen, die Eingangssignale eine einheitliche Amplitude und relativ zueinander
Signalphasenversätze aufweisen, die derart bestimmt sind, dass sie für
eines der Ausgangssignale die entsprechenden ausgangsseitigen Beitragsphasenversätze
kompensieren. Vorzugsweise ist sogar frei bestimmbar, welches der Ursprungssignale
das eine Ursprungssignal ist. Durch diese Vorgehensweise kann eine orthogonale Transformation
der Ursprungssignale in die Eingangssignale vorgenommen werden. Nach dem Verstärken
der Eingangssignale können die verstärkten Eingangssignale durch erneute
orthogonale Transformation wieder rücktransformiert werden. Jedes Ausgangssignal
korrespondiert in diesem Fall mit einem der Ursprungssignale.
Die Eingangsmatrix und die Ausgangsmatrix sind vorzugsweise gleich
strukturiert. Dieser Aufbau vereinfacht den Gesamtaufbau der Verstärkereinrichtung.
Es ist möglich, dass alle Eingänge der Eingangsmatrix genutzt
werden. Alternativ ist möglich, dass die Eingangsmatrix mehr Eingänge
aufweist, als ihr Ursprungssignale zuführbar sind. In diesem Fall sind die
nicht zum Zuführen der Ursprungssignale genutzten Eingänge vorzugsweise
über Widerstände terminiert, deren Widerstandswert dem Wellenwiderstand
der Eingänge entspricht.
In analoger Weise ist es möglich, dass über jeden Ausgang
der Ausgangsmatrix ein Ausgangssignal abgegeben wird. Alternativ ist jedoch möglich,
dass die Ausgangsmatrix mehr Ausgänge aufweist, als von ihr Ausgangssignale
abgebbar sind. In diesem Fall sind die nicht zum Abgeben der Ausgangssignale genutzten
Ausgänge vorzugsweise über Widerstände terminiert, deren Widerstandswert
dem Wellenwiderstand der Ausgänge entspricht.
Die Verstärker weisen vorzugsweise untereinander gleiche Verstärkereigenschaften
auf. Die Verstärkereigenschaften umfassen insbesondere die Verstärkung,
den Frequenzgang und die maximal abgebbare Leistung der Verstärker. Insbesondere
können sie bau- und/oder typgleich sein.
Die erfindungsgemäße Verstärkereinrichtung kann insbesondere
bei einer Sendeanordnung für Radiofrequenzsignale verwendet werden, die zusätzlich
zu der erfindungsgemäßen Verstärkereinrichtung eine Antennenmatrix
und eine Anzahl von Sendeantennen aufweist. In diesem Fall ist zumindest ein Teil
der Ausgangssignale der Antennenmatrix zuführbar. Von der Antennenmatrix ist
eine Anzahl von Sendesignalen abgebbar, wobei jedes Sendesignal einer der Sendeantennen
zuführbar ist. Die Antennenmatrix ist derart ausgebildet, dass jedes der Antennenmatrix
zugeführte Ausgangssignal zu jedem Sendesignal einen Sendesignalbeitrag liefert.
Jeder Sendesignalbeitrag jedes Sendesignals weist gegenüber dem korrespondierenden
Ausgangssignal einen sendeseitigen Beitragsphasenversatz auf, der davon abhängig
ist, von welchem Ausgangssignal der Sendesignalbeitrag geliefert wird und zu welchem
Sendesignal der Sendesignalbeitrag beiträgt.
Die sendeseitigen Beitragsphasenversätze sind vorzugsweise derart
bestimmt, dass unter der Voraussetzung, dass eines der Ausgangssignale ein sinusförmiges
Wechselsignal ist und die anderen Ausgangssignale den Wert Null aufweisen, die Sendesignale
eine einheitliche Amplitude aufweisen.
Vorzugsweise sind die Antennenmatrix und die Ausgangsmatrix gleich
ausgebildet. Dies vereinfacht die Gesamtausgestaltung der Sendeanordnung.
Es ist möglich, dass jeder Eingang der Antennenmatrix zum Zuführen
eines Ausgangssignals genutzt wird. Alternativ ist es möglich, dass die Antennenmatrix
mehr Eingänge aufweist, als ihr Ausgangssignale zuführbar sind.
Analog zu den Eingängen der Eingangsmatrix und den Ausgängen
der Ausgangsmatrix ist es möglich, dass mindestens einer der nicht zum Zuführen
der Ausgangssignale genutzten Eingänge der Antennenmatrix über einen Widerstand
terminiert ist. Wenn die Sendeanordnung ausschließlich zum Senden
von Radiofrequenzsignalen genutzt wird, ist dies in der Regel bei allen nicht zum
Zuführen der Ausgangssignale genutzten Eingängen der Fall.
Es ist möglich, dass von den Sendeantennen Empfangssignale empfangbar
sind, die Empfangssignale von den Sendeantennen der Antennenmatrix zuführbar
sind und von der Antennenmatrix eine Anzahl von Rückmeldesignalen abgebbar
ist.
Es ist möglich, dass das Abgeben der Rückmeldesignale und
das Zuführen der Ausgangssignale in voneinander getrennten Bereichen der Antennenmatrix
erfolgt. Es ist alternativ möglich, dass mindestens eines der Rückmeldesignale
über einen der Eingänge der Antennenmatrix abgegeben wird. Es ist in diesem
Fall möglich, dass mindestens eines der Rückmeldesignale über einen
der nicht zum Zuführen der Ausgangssignale genutzten Eingänge ausgebbar
ist. Dieser Eingang ist in diesem Fall nicht über einen Widerstand terminiert.
Alternativ oder zusätzlich kann mindestens eines der Rückmeldesignale
über einen der zum Zuführen der Ausgangssignale genutzten Eingänge
ausgebbar sein.
Die der Antennenmatrix zugeführten Ausgangssignale sind der Antennenmatrix
über Leitungen zuführbar. In der Leitung, von der sowohl eines der Ausgangssignale
als auch eines der Rückmeldesignale führbar ist, ist vorzugsweise eine
Signalweiche angeordnet, mittels derer das betreffende Rückmeldesignal aus
der Leitung ausspeisbar ist.
Die Sendeanordnung kann insbesondere bei Magnetresonanzanlagen verwendet
werden. In diesem Fall sind die Sendeantennen zum Aussenden von Magnetresonanz-Anregungssignalen
ausgebildet.
Weitere Vorteile und Einzelheiten ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung von Ausführungsbeispielen in Verbindung mit den Zeichnungen. Es
zeigen in Prinzipdarstellung:
1 eine Verstärkereinrichtung,
2 eine Ausgangsmatrix,
3 und 4 Ausgestaltungen
der Verstärkereinrichtung von 1 und
5 bis 7 Sendeanordnungen.
Gemäß 1 weist eine Verstärkereinrichtung
1 eine Anzahl von Verstärkern 2 und eine Anzahl von Ausgängen
3 auf. Die Ausgänge 3 sind mit den Verstärkern
2 über eine Ausgangsmatrix 4 verbunden.
Verstärker 2 weisen vorzugsweise untereinander gleiche
Verstärkereigenschaften auf. Insbesondere sind gleich:
- – eine Verstärkung, mit der die Verstärker 2 ihnen
zugeführte Eingangssignale e1 ... en zu verstärkten Eingangssignalen E1
... En verstärken,
- – ein Frequenzgang, den die Verstärker 2 aufweisen, und
- – eine Grenzleistung, welche die Verstärker 2 maximal abgeben
können.
Die Verstärker 2 können zu diesem Zweck insbesondere
bau- und/oder typgleich sein.
Wie bereits erwähnt, ist jedem Verstärker 2 ein
Eingangssignal e1 ... en zuführbar, das von dem jeweiligen Verstärker
2 zu einem verstärkten Eingangssignal E1 ... En verstärkt wird.
Die verstärkten Eingangssignal E1 ... En werden der Ausgangsmatrix
4 zugeführt, welche den Verstärkern 2 nachgeordnet ist.
Von der Ausgangsmatrix 4 ist eine Anzahl von Ausgangssignalen A1 ... Am
abgebbar. Jedes Ausgangssignal A1 ... Am wird über einen der Ausgänge
3 abgegeben.
Gemäß 1 ist die Ausgangsmatrix
4 derart ausgebildet, dass jedes verstärkte Eingangssignal E1 ...
En zu jedem Ausgangssignal A1 ... Am einen Ausgangssignalbeitrag liefert. Die Größe
des jeweiligen Ausgangssignalbeitrags ist durch einen Wichtungsfaktor kij (i = 1
... n, j = 1 ... m) bestimmt. Die Wichtungsfaktoren kij sind reell und liegen zwischen
–1 und +1. In der Regel liegen sie bei +1. Die einheitliche Wahl des Wertes
+1 für die Wichtungsfaktoren kij ist jedoch nicht zwingend.
Wie aus 1 weiterhin ersichtlich ist,
weist jeder Ausgangssignalbeitrag jedes Ausgangssignals A1 ... Am gegenüber
dem korrespondierenden verstärkten Eingangssignal E1 ... En einen Zeitversatz
tAij (i = 1 ... n, j = 1 ... m) auf.
Die Eingangssignale e1 ... en und mit ihnen die verstärkten Eingangssignale
E1 ... En weisen in der Regel eine einheitliche Frequenz f auf. Die Zeitversätze
tAij korrespondieren daher mit ausgangsseitigen Beitragsphasenversätzen &phgr;Aij
(i = 1 ... n, j = 1 ... m) gemäß der Beziehung &phgr;Aij = 2&pgr;ftAij.
Die ausgangsseitigen Beitragsphasenversätze &phgr;Aij sind davon
abhängig, von welchem verstärkten Eingangssignal E1 ... En der Ausgangssignalbeitrag
geliefert wird und zu welchem Ausgangsignal A1 ... Am der Ausgangssignalbeitrag
beiträgt. Sie können für ein einzelnes der verstärkten Eingangssignale
E1 ... En untereinander gleich sein. Alternativ oder zusätzlich können
sie für ein einzelnes der Ausgangssignale A1 ... Am untereinander gleich sein.
Für die anderen verstärkten Eingangssignale E1 ... En und für die
anderen Ausgangssignale A1 ... Am sind sie nicht untereinander
gleich.
Nachfolgend wird angenommen, dass die verstärkten Eingangssignale
E1 ... En sinusförmige Wechselsignale sind, die eine einheitliche Amplitude
E und eine einheitliche Frequenz f aufweisen. Weiterhin wird angenommen, dass die
verstärkten Eingangssignale E1 ... En relativ zueinander Signalphasenversätze
&phgr;i aufweisen. Die verstärkten Eingangssignale E1 ... En lassen sich somit
schreiben als
Ei = Esin(2&pgr;ft – &phgr;i)
wobei i die Werte 1 ... n durchläuft und t die Zeit ist.
Für jedes einzelne der Ausgangssignale A1 ... Am können
die Signalphasenversätze &phgr;i derart bestimmt werden, dass sie den ausgangsseitigen
Beitragsphasenversatz &phgr;Aij kompensieren.
Bezüglich der jeweils anderen Ausgangssignale A1 ... Am können
die Signalphasenversätze &phgr;i die entsprechenden ausgangsseitigen Beitragsphasenversätze
&phgr;Aij nicht kompensieren. Es ist jedoch möglich, die ausgangsseitigen
Beitragsphasenversätze &phgr;Aij derart zu bestimmen, dass sich für die
anderen Ausgangssignale A1 ... Am deren Ausgangssignalbeiträge in der Summe
kompensieren. Es ist sogar möglich, dass diese Kompensierung der Ausgangssignalbeiträge
für die anderen Ausgangssignale A1 ... Am unabhängig davon möglich
ist, bei welchem der Ausgangssignale A1 ... Am die Signalphasenversätze &phgr;i
die entsprechenden ausgangsseitigen Beitragsphasenversätze &phgr;Aij kompensieren.
Die entsprechende Kompensation ist insbesondere dann möglich,
wenn die Ausgangsmatrix 4 eine orthogonale Transformation der verstärkten
Eingangssignale E1 ... En durchführt. Ein typisches Beispiel einer orthogonalen
Transformation ist die Fouriertransformation. Insbesondere im Falle einer Fouriertransformation
kann die Ausgangsmatrix 4 beispielsweise als sogenannte Butlermatrix realisiert
sein. 2 zeigt beispielhaft die ausgangsseitigen Beitragsphasenversätze
&phgr;Aij einer Butlermatrix, der acht verstärkte Eingangssignale E1 ... E8
zuführbar sind und von der acht Ausgangssignale A1 ... A8 abgebbar sind.
Bei der Ausgestaltung gemäß 1
sind die Eingangssignale e1 ... en vorzugsweise derart bestimmt, dass durch die
Überlagerung der korrespondierenden verstärkten Eingangssignale E1 En
nur ein einziges der Ausgangssignale A1 ... Am von Null verschieden ist. Die Generierung
derartiger Eingangssignale e1 ... en kann mit einer Ausgestaltung vereinfacht werden,
wie sie nachfolgend in Verbindung mit 3 näher
erläutert wird.
Gemäß 3 ist den Verstärkern
2 eine Eingangsmatrix 5 vorgeordnet. Der Eingangsmatrix
5 ist eine Anzahl von Ursprungssignalen u1 ... ul zuführbar. Von der
Eingangsmatrix 5 sind die Eingangssignale e1 ... en abgebbar. Die Eingangsmatrix
5 ist derart ausgebildet, dass jedes Ursprungssignal u1 ... ul zu jedem
Eingangssignal e1 ... en einen Eingangssignalbeitrag liefert. Analog zur Ausgangsmatrix
4 weist jeder Eingangssignalbeitrag jedes Eingangssignals e1 ... en gegenüber
dem korrespondierenden Ursprungssignal u1 ... ul einen eingangsseitigen Beitragsphasenversatz
&phgr;Eij (i = 1 ... l, j = 1 ... n) auf. Der eingangsseitige Beitragsphasenversatz
&phgr;Eij ist davon abhängig, von welchem Ursprungssignal u1 ... ul der Eingangssignalbeitrag
geliefert wird und zu welchem Eingangssignal e1 ... en der Eingangssignalbeitrag
beiträgt.
Die eingangsseitigen Beitragsphasenversätze &phgr;Eij können
prinzipiell beliebig bestimmt sein. Vorzugsweise sind sie wie folgt bestimmt: Wenn
eines der Ursprungssignale u1 ... ul ein sinusförmiges Wechselsignal ist und
die anderen Ursprungssignale u1 ... ul den Wert Null aufweisen, weisen die Eingangssignale
e1 ... en eine einheitliche Amplitude e auf. Die Eingangssignale e1 ... en weisen
ferner relativ zueinander die obenstehend in Verbindung mit den verstärkten
Eingangssignalen E1 ... En beschriebenen Signalphasenversätze &phgr;i auf.
Durch Anlegen eines sinusförmigen Wechselsignals als eines der Ursprungssignale
u1 ... ul werden daher verstärkte Eingangssignale E1 ... En generiert, die
im Ergebnis dazu führen, dass eines der Ausgangssignale A1 ... Am von Null
verschieden ist und die anderen Ausgangssignale A1 ... Am den Wert Null aufweisen.
Vorzugsweise gilt obige Aussage für jedes der Ursprungssignale
u1 ... ul. Jedes der Ursprungssignale u1 ... ul korrespondiert in diesem Fall mit
einem der Ausgangssignale A1 ... Am. Es ist also frei bestimmbar, welches der Ursprungssignale
u1 ... ul das eine Ursprungssignal u1 ... ul ist.
Analog zur Ausgangsmatrix 4 führt daher auch die Eingangsmatrix
5 vorzugsweise eine orthogonale Transformation der ihr zugeführten
Ursprungssignale u1 ... ul durch. Insbesondere kann die Eingangsmatrix
5 ebenso strukturiert sein wie die Ausgangsmatrix 4. Sie kann
jedoch – im Gegensatz zur Ausgangsmatrix 4 – für Kleinsignale
dimensioniert sein.
Mittels der Ausgestaltung gemäß 3
sind alle Moden erzeugbar. In manchen Fällen ist jedoch a priori bekannt, dass
nicht alle Moden benötigt werden. In diesem Fall ist es gemäß
4 möglich, dass die Ausgangsmatrix 4
mehr Ausgänge aufweist, als von ihr Ausgangssignale A1 ... Am abgebbar sind.
Die nicht zum Abgeben der Ausgangssignale A1 ... Am genutzten Ausgänge sind
in diesem Fall vorzugsweise über Widerstände 6terminiert, deren
Widerstandswert dem Wellenwiderstand der Ausgänge entspricht.
In analoger Weise ist es möglich, dass die Eingangsmatrix
5 mehr Eingänge aufweist, als ihr Ursprungssignale u1 ... ul zuführbar
sind. In diesem Fall sind die nicht zum Zuführen der Ursprungssignale u1 ...
ul genutzten Eingänge vorzugsweise über Widerstände 7 terminiert,
deren Widerstandswert dem Wellenwiderstand der Eingänge entspricht.
Die erfindungsgemäße Verstärkereinrichtung
1 ist insbesondere bei sogenannten Modenantennen – in der Radartechnik
oftmals phased array genannt – anwendbar. Eine Sendeanordnung 8
für Radiofrequenzsignale (z. B. Radar- oder Magnetresonanzsignale) weist in
diesem Fall gemäß 5 eine Anzahl von Sendeantennen
9 auf, die über eine Antennenmatrix 10 mit einer erfindungsgemäßen
Verstärkereinrichtung 1 verbunden sind. Zumindest ein Teil der Ausgangssignale
A1 ... Am ist der Antennenmatrix 10 zuführbar. Von der Antennenmatrix
10 ist eine Anzahl von Sendesignalen S1 ... Sk abgebbar. Jedes Sendesignal
S1 ... Sk ist einer der Sendeantennen 9 zuführbar.
Die Antennenmatrix 10 nimmt eine Aufteilung der ihr zugeführten
Modensignale (d. h. der Ausgangssignale A1 ... Am) auf die einzelnen Sendeantennen
9 vor. Die Antennenmatrix 10 ist daher derart ausgebildet, dass
jedes der Antennenmatrix 10 zugeführte Ausgangssignal A1 ... Am zu
jedem Sendesignal S1 ... Sk einen Sendesignalbeitrag liefert. Jeder Sendesignalbeitrag
jedes Sendesignals S1 ... Sk weist gegenüber dem korrespondierenden Ausgangssignal
A1 ... Am einen sendeseitigen Beitragsphasenversatz &phgr;Sij auf. Analog zur Ausgangsmatrix
4 ist der sendeseitige Beitragsphasenversatz &phgr;Sij davon abhängig,
von welchem Ausgangssignal A1 ... Am der Sendesignalbeitrag geliefert wird und zu
welchem Sendesignal S1 ... Sk der Sendesignalbeitrag beiträgt.
Wie obenstehend erläutert, besteht ein häufiger Fall darin,
dass eines der Ausgangssignale A1 ... Am ein sinusförmiges Wechselsignal ist
und die anderen Ausgangssignale A1 ... Am den Wert Null aufweisen. Vorzugsweise
nimmt die Antennenmatrix 10 in diesem Fall eine Aufteilung des von Null
verschiedenen Ausgangssignals A1 ... Am auf die Sendesignale S1 ... Sk derart vor,
dass die Sendesignale S1 ... Sk eine einheitliche Amplitude S aufweisen. Für
eines der Ausgangssignale A1 ... Am können die Sendesignale S1 ... Sk phasengleich
sein. Für alle anderen der Ausgangssignale A1 ... Am weisen die Sendesignale
S1 ... Sk Phasenversätze auf, die durch den korrespondierenden Beitragsphasenversatz
&phgr;Sij bestimmt sind.
Analog zur Ausgangsmatrix 4 nimmt auch die Antennenmatrix
10 vorzugsweise eine orthogonale Transformation der Ausgangssignale A1
... Am vor. Insbesondere kann die Antennenmatrix 10 auf die gleiche Art
und Weise ausgebildet sein wie die Ausgangsmatrix 4, also gleich strukturiert
und dimensioniert.
Es ist möglich, dass die Antennenmatrix 10 eben so viele
Eingänge aufweist, wie ihr Ausgangssignale A1 ... Am zuführbar sind. Alternativ
kann die Antennenmatrix 10 mehr Eingänge aufweisen, als ihr Ausgangssignale
A1 ... Am zuführbar sind. In diesem Fall ist es gemäß 5
möglich, dass mindestens einer der nicht zum Zuführen der Ausgangssignale
A1 ... Am genutzten Eingänge über einen Widerstand 11 terminiert
ist, dessen Widerstandswert dem Wellenwiderstand des betreffenden Eingangs entspricht.
Es ist möglich, dass die Sendeanordnung 8 ausschließlich
zum Senden von Signalen genutzt wird. In diesem Fall sind vorzugsweise alle Eingänge
der Antennenmatrix 10, die nicht zum Zuführen der Ausgangssignale
A1 ... Am genutzt werden, jeweils über einen entsprechenden Widerstand
11 terminiert.
Die Sendeanordnung 8 kann alternativ gemischt genutzt werden.
In diesem Fall sind von den Sendeantennen 9 gemäß 6
Empfangssignale E'1 ... E'k empfangbar. Die Empfangssignale E'1 ... E'k können
von den Sendeantennen 9 der Antennenmatrix 10zuführbar sein.
In diesem Fall ist von der Antennenmatrix 10 eine Anzahl k von Rückmeldesignalen
R1 ... Rk abgebbar.
Es ist möglich, dass der Signalfluss der Empfangssignale E'1
... E'k innerhalb der Antennenmatrix 10 vom Signalfluss der Ausgangssignale
A1 ... Am getrennt gehandhabt wird. Es ist jedoch alternativ möglich, die Antennenmatrix
10 bidirektional zu nutzen. In diesem Fall ist mindestens eines der Rückmeldesignale
R1 ... Rk über einen der Eingänge der Antennenmatrix 10 ausgebbar.
In 6 ist dies für die Rückmeldesignale R1
und R2 dargestellt.
Gemäß 6 ist es möglich,
dass der Eingang, über den eines der Rückmeldesignale R1 ... Rk ausgegeben
wird, nicht zum Zuführen der Ausgangssignale A1 ... Am genutzt wird. In
6 ist dies bei dem Rückmeldesignal R2 der Fall.
Gemäß 6 ist es alternativ möglich, dass
mindestens eines der Rückmeldesignale R1 ... Rk über einen der Eingänge
ausgebbar ist, der auch zum Zuführen der Ausgangssignale A1 ... Am genutzt
wird. In 6 ist dies bei dem Rückmeldesignal R1
der Fall.
Die der Antennenmatrix 10 zugeführten Ausgangssignale
A1 ... Am werden der Antennenmatrix 10 über Leitungen 12
zugeführt. Die Nutzung einer Leitung 12 sowohl zum Zuführen eines
der Ausgangssignale A1 ... Am als auch zum Ableiten eines der Rückmeldesignale
R1 ... Rk wird insbesondere dadurch ermöglicht, dass in der betreffenden Leitung
12 eine Signalweiche 13 (z. B. ein Umschalter oder ein geeignetes
Hybrid) angeordnet ist, mittels derer das betreffende Rückmeldesignal R1 ...
Rk aus der betreffenden Leitung 12 ausspeisbar ist.
Die obenstehend beschriebene Sendeanordnung 8 kann insbesondere
zum Aussenden von Magnetresonanz-Anregungssignalen verwendet werden. In diesem Fall
sind die Sendeantennen 9 zum Aussenden der Magnetresonanz-Anregungssignale
ausgebildet. Beispielsweise können die Sendeantennen 9 die Stäbe
eines sogenannten Birdcage-Resonators sein. 7 zeigt
eine typische Ausgestaltung einer erfindungsgemäßen Gesamtanordnung für
den beispielhaften Fall, dass der Birdcage-Resonator acht Stäbe 9
aufweist. Bei der Ausgestaltung ist insbesondere berücksichtigt, dass für
Magnetresonanzanwendungen nur Sendesignale S1 ... Sk sinnvoll sind, die gleichsinnig
zirkular polarisiert sind oder zumindest einen entsprechend zirkular polarisierten
Signalanteil enthalten.
Die obenstehend beschriebenen, erfindungsgemäßen Ausgestaltungen
sind im Wesentlichen verlustfrei. Insbesondere sind die Ausgangsmatrix
4, die Eingangsmatrix 5 und die Antennenmatrix 10 rein
passiv und im Wesentlichen verlustfrei. Auf Grund der Orthogonalität der Matrizen
4, 5, 10 kann die komplette Summe der Verstärkerleistungen
in jedem beliebigen Verhältnis zumindest im Wesentlichen verlustfrei in die
Sendeantennen 9 eingespeist werden. In den Widerständen
6, 7 entstehen keine oder kaum Verlustleistungen. Der Gesamtschaltungsaufbau
vereinfacht sich ferner dadurch, dass die Matrizen 4, 5,
10 nicht geschaltet werden müssen. Diese können vielmehr fest
verdrahtet sein. Die Verstärker 2 können weiterhin derart dimensioniert
sein, dass die Summe der von den Verstärkern 2 maximal abgebbaren
Leistungen der Summe der an die Sendeantennen 9 abgebbaren Leistungen entspricht,
und zwar unabhängig davon, ob zu einem gegebenen Zeitpunkt die Sendeantennen
9 nur in einem einzigen Mode oder in mehreren Moden betrieben werden sollen.
Die obige Beschreibung dient ausschließlich der Erläuterung
der vorliegenden Erfindung. Der Schutzumfang der vorliegenden Erfindung soll hingegen
ausschließlich durch die beigefügten Ansprüche bestimmt sein.