Die Erfindung betrifft die Anordnung eines Planetenrad in einem Planetengetriebe,
insbesondere einem Planetengetriebe eines Kraftfahrzeuges.
Nutzfahrzeuggetriebe mit einer hohen Anzahl an Gangstufen weisen häufig
ein an das Hauptgetriebe mit seinen Gangstufen angeschlossenes Bereichsgruppengetriebe
auf. Mit einem Bereichsgruppengetriebe lässt sich die Gesamtübersetzung
des Hauptgetriebes vergrößern, indem alle Gangstufen des Hauptgetriebes
mit jeder Gangstufe des Bereichsgruppengetriebes zusammen genutzt werden können
und in wenigstens einer Gangstufe des Bereichsgruppengetriebes die Übersetzung
der Gangstufen des Hauptgetriebes untersetzt bzw. übersetzt wird.
Ein Bereichsgruppengetriebe für Kraftfahrzeuge ist beispielsweise
aus der DE 41 21 709 A1 bekannt
geworden. Mit einem derartigen, dem Hauptgetriebe nachgeschalteten Planetengetriebe
besteht die Möglichkeit, das Kraftfahrzeug im Rahmen seiner Gangstufen des
Hauptgetriebes jeweils in zwei unterschiedlichen Geschwindigkeitsbereichen zu betreiben.
In einer ersten ins Langsame übersetzten Schaltstufe des Bereichsgruppengetriebes
ist das Hohlrad des Planetengetriebes über eine Schaltkupplung an das Getriebegehäuse
gekuppelt, so dass die Abtriebswelle des Bereichsgruppengetriebes eine geringere
Drehzahl als die Ausgangswelle des Hauptgetriebes aufweist. in einer zweiten Schaltstufe
erfolgt ein direkter Durchtrieb von der Ausgangswelle des Hauptgetriebes auf die
Abtriebswelle des Bereichsgruppengetriebes, wobei über eine Schaltkupplung
die direkte Verbindung zwischen der Ausgangswelle des Hauptgetriebes und der Ausgangswelle
der Bereichsgruppe hergestellt wird. Die Schalteinrichtung ist sehr aufwendig gestaltet.
Aus der DE 4439976 A1
schließlich ist ein Planetengetriebe für ein Kraftfahrzeug bekannt geworden,
bei dem Axialkräfte aus einer Schrägverzahnung des Planetengetriebes mit
Hilfe von Druckkämmen aufgenommen und in sonstige Bereiche des Getriebes abgeleitet
werden. Dabei sind die Druckkämme nur derart angeordnet, dass sie lediglich
die im Zugbetrieb des Fahrzeugs auftretenden Kräfte aufnehmen können.
Die Planetenbolzen sind mit dem Planetenträger fest verbunden und sind an einer
relativen Drehung zum Planetenträger gehindert. Diese Verbindung ist üblicherweise
eine formschlüssige Verbindung. Eine Presspassung des Bolzens im Planetenträger
kann diese Verbindung noch unterstützen bzw. ersetzen. Die auf die Planetenbolzen
einwirkenden Belastungen in den Zug- und Schubphasen des Fahrzeugs belasten immer
die gleichen Bereiche des Planetenbolzens, was noch verstärkt wird, wenn, wie
in der DE 4439976 A1 gezeigt, die
Belastungen aus dem Schubbetrieb nicht mit Hilfe von Druckkämmen aufgenommen
wird und statt dessen vom Planetenbolzen zu übernehmen ist.
Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ausgehend
vom vorgenannten Stand der Technik Belastungsschäden für Planetenbolzen
eines Planetengetriebes zu verringern.
Die Aufgabe wird gelöst mit den im Patentanspruch 1 genannten
Merkmalen. Ausgestaltungen sind Gegenstand eines Unteranspruchs.
Erfindungsgemäß wird in einem Planetengetriebe der vorher
beschriebenen Art die Lagerung und Befestigung der Planetenbolzen im Planetenträger
eines Planetengetriebes verbessert, insbesondere eines Planetengetriebes eines Kraftfahrzeuges
und dabei insbesondere eines Planetengetriebes, das als ein Bereichsgruppengetriebe
einem Hauptgetriebe in Einvorgelegewellen-Bauweise oder Zweivorgelegewellen-Bauweise
mit Drehmomentverteilung nachgeordnet ist. Dazu werden die Planetenbolzen im Planetenträger
zur Bildung einer zumindest partiellen Verdrehungsmöglichkeit der Planetenbolzen
im Planetenträger in seiner Umfangsrichtung unfixiert und bewusst spielbehaftet
sowie drehlagerungsfrei angeordnet. Unter drehlagerungsfrei ist hier zu verstehen,
dass keine Drehlagerung für den Planetenbolzen in Form eines speziellen Drehlagers
vorgesehen ist. Der Planetenbolzen ist in seiner axialen Richtung fixiert angeordnet
zur Vermeidung eines spielbedingten axialen Wanderns des Planetenbolzens.
In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung bildet das Planetengetriebe
ein einem Hauptgetriebe eines Nutzfahrzeugs in der Drehmomentübertragung nachgeordnetes
Bereichsgruppengetriebe.
Durch die bewusst spielbehaftete Anordnung des Planetenbolzens ist
es dem Planetenbolzen ermöglicht, sich undefiniert zu drehen und damit seine
Position in Umfangsrichtung relativ zum Planetenträger undefiniert zu ändern.
Unter undefiniert ist hier zu verstehen, dass der Grad der Verdrehung nicht bestimmt
ist. Auf diese Weise verteilt sich die auf den Bolzen einwirkende Kraft während
der Lebensdauer des Planetenbolzens undefiniert aber gleichmäßig auf seinem
Umfang. Die sich auf dem Planetenbolzen einstellende Lastzone wandert auf diese
Weise nach und nach über den gesamten Planetenbolzen. Ein Ermüdungsbeginn
des Bauteils Planetenbolzen wird damit erst deutlich später eintreten.
Der Anordnung des Bolzens im Planetenträger wird bewusst keine
Lagereigenschaft verliehen, die mit der Notwendigkeit einer entsprechenden Bearbeitung
und Schmierung der Kontaktflächen verbunden wäre. Vielmehr soll der Planetenbolzen
eine beliebige und nicht definierte Drehbewegung vollführen dürfen, wozu
auf eine form- oder reibschlüssige Verbindung, wie für derartige Bauteile
im Stand der Technik bisher üblich, verzichtet wird.
Die Erfindung wird anhand einer Zeichnung näher erläutert.
Es zeigen:
1 eine schematische Anordnung des Planetengetriebes
und
2 das Planetengetriebe mit Schalteinrichtung.
Ein Schaltgetriebe 2 für ein Fahrzeug weist in einem
Getriebegehäuse 4 ein Hauptgetriebe 6 und ein an das Hauptgetriebe
6 anschließendes Bereichsgruppengetriebe in Form eines Planetengetriebes
8 auf. Das Planetengetriebe 8 umfasst einen Planetenträger
10, der mit der Abtriebswelle 12 des Schaltgetriebes
2 als ein gemeinsames Bauteil ausgeführt ist. An der Abtriebswelle
12 ist ein Abtriebsflansch 14 befestigt und die Abtriebswelle
12 ist im Getriebegehäuse 4 in einer Lagerung 16
gelagert. Der Planetenträger 10 weist mehrere auf seinem Umfang verteilte
Planetenbolzen 18 auf, von denen hier ein Planetenbolzen gezeigt ist. Auf
dem Planetenbolzen 18 ist das Planetenrad 20 in einer Rollenlagerung
22 gelagert (2). Üblicherweise sind auf
dem Umfang des Planetenträgers 10 drei bis fünf Planetenräder
20 verteilt angeordnet. Das Planetenrad 20 ist außen von
einem Hohlrad 24 umgeben, das eine Verzahnung 26 aufweist, die
in eine Verzahnung 28 am Getriebegehäuse 4 eingreifen kann.
Zwischen dem Sonnenrad 52 und der Abtriebswelle 12 bzw. dem Planetenträger
10 ist eine Hülse 50 angeordnet, die der Ölführung
zwischen den Wellen dient. Ebenfalls der Ölführung dient eine Hülse
54, die zwischen der Hauptwelle 44 und dem Sonnenrad
52 vorgesehen ist.
Der Planetenträger 10 weist auf der der Abtriebswelle
12 gegenüber liegenden Seite des Planetengetriebes 8 einen
Fortsatz 36 auf, an dem der Planetenträger 10 durch ein Rollenlager
38 im Getriebegehäuse 4 gelagert ist. Eine Vorgelegewelle
30 des Hauptgetriebes 6 ist durch eine Lagerung 32 und
eine Vorgelegewelle 40 des Hauptgetriebes 6 ist durch eine Lagerung
42 im Getriebegehäuse 4 gelagert. Die Hauptwelle
44 des Hauptgetriebes 6 trägt an ihrem Ende ein Zahnrad
46 der Rückwärtsgangübersetzung. Das Zahnrad 46ist
auf der Hauptwelle 44 mit leichtem radialen Spiel angeordnet, was für
ein Schaltgetriebe mit einer Leistungsverzweigung auf zwei Vorgelegewellen typisch
ist. Am Ende der Hauptwelle 44 nach der 1 ist
ein Zapfen 45 vorgesehen. Das Sonnenrad 52 ist auf dem Zapfen
45 der Hauptwelle 44 angeordnet, wobei sich nach der
1 die Hauptwelle 44 im Sonnenrad
52 abstützt.
Auf dem Sonnenrad 52 sind in der hier gezeigten Ausführungsform
zwei Druckkämme 56 und 58 angeordnet (2),
die eine axiale Bewegung des Planetenrades 20 relativ zum Sonnenrad
52 verhindern, aber eine Anlage des Planetenrades 20 an die Druckkämme
erlauben, um eine axial gerichtete Kraft aufzunehmen, die aus einer Schrägverzahnung
des Planetengetriebes 8 resultiert. Zwei weitere Druckkämme
60 und 62 sind radial innerhalb des Hohlrades 24 angeordnet
und erlauben ebenfalls eine Anlage des Planetenrades 20. Die beiden Druckkämme
60 und 62 verhindern eine axiale Bewegung des Planetenrades
20 relativ zum Hohlrad 24.
Eine Schiebemuffe 66 weist eine erste Innenverzahnung als
Schaltverzahnung 68 auf, die in eine Schaltverzahnung 70 auf dem
Sonnenrad 52 eingreift und eine drehfeste Verbindung zwischen der Schiebemuffe
66 und dem Sonnenrad 52 herstellt (2).
Zur Bildung einer drehfesten Verbindung zwischen der Schiebemuffe 66 und
der Hauptwelle 44 weist die Schiebemuffe 66 eine zweite Innenverzahnung
72 auf, die in eine Außenverzahnung 74 an der Hauptwelle
44 eingreift.
Zur Herstellung einer wahlweise drehfesten Verbindung der Hauptwelle
44 mit dem Planetenträger 10 zur Bildung einer direkten Verbindung
des Hauptgetriebes 6 mit der Abtriebswelle 12 bei gleich bleibender
Drehzahl weist die Schiebemuffe 66 eine Schaltverzahnung 76 auf,
die in eine Schaltverzahnung 78 am Fortsatz 36 des Planetenträgers
10 eingreifen kann.
In 2 wird in der oberen Hälfte des
Planetengetriebes 8 die Schaltstellung der Schiebemuffe 66 dargestellt,
die über die Schaltverzahnungen 68 und 70 eine drehfeste
Verbindung zwischen der Hauptwelle 44 und dem Sonnenrad 52 ermöglicht.
In der unteren Hälfte ist die Schaltstellung der Schiebemuffe 66 dargestellt,
die über die Schaltverzahnungen 76 und 78 eine direkte Verbindung
der Hauptwelle 44 mit dem Planetenträger 10 zeigt. In dieser
Schaltstellung läuft das Planetengetriebe 8 lastfrei, weil das gesamte
Drehmoment über den Planetenträger 10 übertragen wird. Zwischen
den beiden Schaltstellungen ist eine Neutralstellung möglich.
In der 2 ist das Planetenrad
20 auf dem Planetenbolzen 18 in der Rollenlagerung 22
gelagert. Anstatt mehrerer Zylinderrollenlager als Rollenlagerung 22 kommt
auch ein mehrreihiges Lager in Betracht, beispielsweise ein zweireihiges Nadellager.
Der Planetenbolzen 18 ist im Planetenträger derart angeordnet, dass
er undefinierte Drehbewegungen ausführen kann. Unter undefiniert
ist hier zu verstehen, dass der Grad der Verdrehung nicht bestimmt ist. Hierdurch
ist der Planetenbolzen potentiell auch axial verschiebbar, so dass er axial festgelegt
werden muss. Dies geschieht einerseits durch eine Kante 84 am Fortsatz
36 und andererseits durch einen topfförmigen Ring 86, der
hier zwischen dem Planetenbolzen 18 und der Lagerung 16 im Getriebegehäuse
4 eingespannt ist. Prinzipiell kann der Planetenbolzen 18 auch
durch Sicherungsringe axial gehalten werden.
- 2
- Schaltgetriebe
- 4
- Getriebegehäuse
- 6
- Hauptgetriebe
- 8
- Planetengetriebe
- 10
- Planetenträger
- 12
- Abtriebswelle
- 14
- Abtriebsflansch
- 16
- Lagerung
- 18
- Planetenbolzen
- 20
- Planetenrad
- 22
- Rollenlagerung
- 24
- Hohlrad
- 26
- Verzahnung
- 28
- Verzahnung
- 30
- Vorgelegewelle
- 32
- Lagerung
- 34
- Innenverzahnung
- 36
- Fortsatz
- 38
- Rollenlager
- 40
- Vorgelegewelle
- 42
- Lagerung
- 44
- Hauptwelle
- 45
- Zapfen
- 46
- Zahnrad
- 48
- Hülse
- 50
- Hülse
- 52
- Sonnenrad
- 54
- Hülse
- 56
- Druckkamm
- 58
- Druckkamm
- 60
- Druckkamm
- 62
- Druckkamm
- 64
- Laufverzahnung
- 66
- Schiebemuffe
- 68
- Schaltverzahnung
- 70
- Schaltverzahnung
- 72
- Innenverzahnung
- 74
- Außenverzahnung
- 76
- Schaltverzahnung
- 78
- Schaltverzahnung
- 84
- Kante
- 86
- Ring