Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Herstellung geformter Laserpulse, mit einem Pulsformer, der von einem zu formenden Laserpuls durchlaufen wird und mindestens ein im Strahlengang des Laserpulses angeordnetes Modulatorelement aufweist, wobei der Pulsformer ausgebildet ist, den zu formenden Laserpuls in seine spektralen Anteile zu zerlegen, die spektralen Anteile dem mindestens einen Modulatorelement zuzuführen und anschließend zu einem geformten Laserpuls wiederzuvereinigen, und das mindestens eine Modulatorelement ausgebildet ist, die spektralen Anteile des Laserpulses in ihrer Polarisation einzustellen. Die Erfindung ist dabei dadurch gekennzeichnet, dass der Pulsformer (10) zusätzlich mindestens ein im Strahlengang (S) des Laserpulses (L, Lx, Ly) angeordnetes polarisierendes Element (120, 121) aufweist und ausgebildet und vorgesehen ist, mittels des mindestens einen Modulatorenelementes (a, b, c, d, e, f, ax, ay, bx, by) und des mindestens einen polarisierenden Elements (120, 121) des Laserpuls (L) in Amplitude, Phase und Polarisation unabhängig voneinander zu formen. Die Erfindung betrifft darüber hinaus auch ein Verfahren zur Herstellung geformter Laserpulse sowie ein Verfahren zur Detektion geformter Laserpulse. Die Erfindung löst somit die Aufgabe, eine Vorrichtung und ein Verfahren zur Verfügung zu stellen, mittels derer eine optimale Formung kurzer Laserpulse ermöglicht wird.
Beschreibung[de]
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Herstellung geformter
Laserpulse nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1, ein Verfahren zur Herstellung geformter
Laserpulse nach dem Oberbegriff des Anspruchs 27, ein Verfahren zur Detektion geformter
Laserpulse nach dem Oberbegriff des Anspruchs 42 sowie ein Computerprogramm nach
dem Oberbegriff des Anspruchs 44.
Derartige Vorrichtungen dienen insbesondere zur Formung von Laserpulsen
mit einer Pulslänge im Femtosekundenbereich. Die Anwendung solcher Laserpulse
ist Grundlage diverser neuartiger Forschungsfelder, beispielsweise der Femtochemie,
der Femtobiologie, der Hochfeld-Plasmaphysik oder der Materialbearbeitung. Auch
die Pulserzeugung mittels Lasersystemen ist aktueller Forschungsgegenstand in der
Lasertechnik. Im Allgemeinen ist der durch ein Lasersystem erzeugte Laserpuls dabei
in seiner Form sowie Polarisation durch die Eigenschaften des verwendeten Lasersystems
bestimmt und somit festgelegt. Um die Form des Laserpulses zu verändern, wird
ein so genannter Pulsformer verwendet, mittels dessen der Laserpuls im Rahmen der
durch den Pulsformer vorgegebenen Möglichkeiten und technischen Grenzen geformt
werden kann.
Ein derartiger Pulsformer ist hierbei mit einem oder mehreren Modulatorelementen
zur Modulation eines Laserpulses ausgestattet, die im Strahlengang eines den Pulsformer
durchlaufenden Laserpulses angeordnet sind. Der Laserpuls, der beispielsweise durch
ein in die Vorrichtung integriertes Lasersystem oder einen externen Laser erzeugt
werden kann, fällt in den Pulsformer ein und wird in diesem in seine spektralen
Anteile zerlegt, die daraufhin dem einen oder den mehreren Modulatorelementen zugeführt
und durch diese manipuliert und abschließend zu einem geformten Laserpuls wiedervereinigt
werden. Das eine oder die mehreren Modulatorelemente erfüllen hierbei die Funktion,
die spektralen Anteile des Laserpulses unabhängig voneinander in ihrer Phase
und Polarisation so einzustellen, dass sich ein in gewünschter Weise geformter
Laserpuls ergibt.
Eine gattungsgemäße Vorrichtung zur Formung von Laserpulsen
ist beispielsweise aus der Veröffentlichung A. M. Weiner, D. E. Leaird, J.
S. Patel und J. R. Wullert, IEEE J. Quantum Electron. 28 (1992), 908 bekannt, in
der ein Pulsformer beschrieben ist, der von einem Laserpuls durchlaufen wird und
den Laserpuls dabei in seiner Phase formt. Der Pulsformer weist hierbei zwei optische
Gitter und zwei Zylinderlinsen auf, die im Strahlengang des Laserpulses so angeordnet
sind, dass der einfallende Laserpuls auf ein erstes optisches Gitter trifft und
von diesem gebeugt und in seine spektralen Anteile zerlegt wird. Das Laserlicht
verläuft dann ausgehend vom optischen Gitter in unterschiedliche Ausbreitungsrichtungen,
trifft auf eine erste Zylinderlinse, wird durch diese parallel ausgerichtet, einem
ersten und zweiten Modulatorelement zugeführt, durch eine zweite Zylinderlinse
fokussiert und durch ein zweites optisches Gitter zu einem einzigen Laserpuls wiedervereinigt.
Durch die Modulatorelemente, die als Flüssigkristallarrays aufgebaut sind,
werden die spektralen Anteile des Laserpulses manipuliert und auf diese Weise der
den Pulsformer durchlaufende, aus den spektralen Anteilen zusammengesetzte Laserpuls
in der Phase geformt.
Andere Anordnungen eines Pulsformers, bei denen die Phase und Amplitude
des Laserpulses moduliert wird, sind bekannt und beispielsweise auch für einen
spezifischen Aufbau in der vorgenannten Veröffentlichung beschrieben. Auch
Pulsformer, die durch Verwendung eines zweiten Modulatorelementes eine Modulation
der Phase und Polarisation ermöglichen, sind realisiert worden (siehe T. Brixner
und G. Gerber, Opt. Lett. 26 (2001), 557). Diese weisen jedoch den Nachteil auf,
dass nur eine eingeschränkte Ausrichtung der Hauptachsen bei einer elliptischen
Polarisation der spektralen Anteile des Laserpulses möglich ist, indem nur
zwei senkrecht zueinander stehende Richtungen der großen Hauptachse vorgegeben
werden können, eine Drehung der Hauptachsen aber nicht möglich ist. Auf
diese Weise kann ein Pulsformer mittels Phasen- und Polarisationsmodulation nur
einen engen Teilbereich der möglichen Pulsformen einstellen.
Pulsformer, bei denen gleichzeitig Phase, Amplitude und Polarisation
geformt werden können, sind bisher nicht bekannt. Alle bekannten Pulsformer
erlauben lediglich eine Einstellung der Phase und Amplitude oder der Phase und Polarisation
(siehe auch L. Polachek, D. Oron und Y. Silberberg, Opt. Lett. 31 (2006), 631) so
dass mittels solcher Pulsformer einfallende Laserpulse nur in Bezug auf einen Teil
ihrer charakteristischen Parameter moduliert werden können. Physikalische Prozesse,
die durch einen solchen teilweise modulierten Laserpuls gesteuert oder angeregt
werden, sind auf diese Weise nicht optimal zu beeinflussen. Des Weiteren ist bei
derzeitig bekannten Pulsformern eine gezielte Einstellung des Laserpulses für
eine optimale Anpassung an die gewünschte Anwendung schwierig oder nicht möglich.
Insbesondere ist bisher kein Verfahren bekannt, mit dem sich eine gezielte, parametrische
Pulsformung der physikalisch relevanten Parameter eines Laserpulses in Phase, Amplitude
und Polarisation durchführen lässt.
Darüber hinaus besteht das Problem, dass die Detektion geformter
Laserpulse und die Charakterisierung des Laserpulses hinsichtlich
der die Form des Laserpulses bestimmenden Parameter mit bekannten Verfahren (beispielsweise
dem POLLIWOG-Verfahren (polarization-labeled interference versus wavelength of only
a glint) nur auf aufwändige Weise möglich ist.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung und ein
Verfahren zur Verfügung zu stellen, mittels derer eine optimale Formung kurzer
Laserpulse ermöglicht wird.
Diese Aufgabe wird durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs
1 gelöst.
Erfindungsgemäß weist eine Vorrichtung der oben genannten
Art dabei zusätzlich mindestens ein im Strahlengang des Laserpulses angeordnetes
polarisierendes Element auf und ist ausgebildet und vorgesehen, mittels des mindestens
einen Modulatorelementes und des mindestens einen polarisierenden Elements den Laserpulse
in Amplitude, Phase und Polarisation unabhängig voneinander zu formen.
Die Vorrichtung weist erfindungsgemäß somit einen Pulsformer
auf, der mindestens ein Modulatorelement und mindestens ein polarisierendes Element
aufweist, die so in dem Pulsformer angeordnet sind, dass ein den Pulsformer durchlaufender
Laserpuls in Amplitude, Phase und Polarisation moduliert wird. Das mindestens eine
Modulatorelement und der mindestens eine Pulsformer wirken dabei auf die spektralen
Anteile des Laserpulses ein, indem der Pulsformer den Laserpuls in seine spektralen
Anteile zerlegt und die spektralen Anteile so einstellt, dass ein Laserpuls erzeugt
wird, der in Amplitude, Phase und Polarisation beliebig und zeitlich veränderlich
geformt ist.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung erlaubt somit die Herstellung
vollständig in Amplitude, Phase und Polarisation geformter Laserpulse. Auf
diese Weise ist es möglich, alle überhaupt möglichen Parameter des
Laserpulses zu formen und im Rahmen der verfügbaren Bandbreite beliebige Pulsformen
einzustellen. Vielfältige Anwendungsmöglichkeiten solcher Laserpulse beispielsweise
zur Untersuchung und Beeinflussung von Materieeigenschaften in der Licht-Materie
Wechselwirkung, insbesondere der Wechselwirkung von Lichtfeldern mit Festkörpern
(Weißlichterzeugung, Phononengeneration, laserinduzierte Plasmaerzeugung, Laser-Induced
Breakdown Spectroscopy (LIES), Materialbearbeitung, usw.) ergeben sich und können
durch Einsatz der erfindungsgemäßen Vorrichtung in ihrer Prozesskontrolle
verbessert oder überhaupt erst ermöglicht werden.
Das mindestens eine Modulatorelement der Vorrichtung kann insbesondere
als ein Array ausgebildet sein, das unabhängig voneinander ansteuerbare Pixel
aufweist, die in einer Richtung senkrecht zum Strahlengang des Laserpulses versetzt
angeordnet sind. Die Pixel des mindestens einen Modulatorelementes sind hierbei
jeweils einem spektralen Anteil des Laserpulses zugeordnet, indem die im Pulsformer
durch Zerlegung des Laserpulses erzeugten spektralen Anteile unterschiedlichen Pixeln
zugeführt und durch die Pixel somit separat voneinander manipuliert werden.
Durch die Wiedervereinigung der so manipulierten spektralen Anteile wird dann der
geformte Laserpuls erzeugt. Grundlegend ist hierbei, dass der Laserpuls somit im
Frequenzbereich – nämlich durch Beeinflussung der einzelnen spektralen
Anteile des Laserpulses – geformt wird und auf diese Weise beliebige zeitliche
Pulsformen im Rahmen der technischen Gegebenheiten einstellbar sind.
Das mindestens eine Modulatorelement kann vorteilhafterweise durch
ein oder mehrere Flüssigkristallarrays ausgebildet sein. Alternativ ist denkbar,
einen akusto-optischen Modulator oder eine doppelbrechende Phasenmaske zu verwenden.
Vorteilhafterweise ist der Pulsformer als Kompressorgitteranordnung
ausgebildet, die mindestens zwei optische Gitter zur Zerlegung des Laserpulses in
seine spektralen Anteile und zur Wiedervereinigung der spektralen Anteile zu dem
geformten Laserpuls und zusätzlich mindestens zwei Zylinderlinsen oder Zylinderspiegel
zur Fokussierung des Laserpulses aufweist. Der Laserpuls wird dabei an den optischen
Gittern gebeugt, so dass der Laserpulse in seine spektralen Anteile zerlegt wird,
die sich dann entlang unterschiedlicher Bahnen im Pulsformer ausbreiten, den unterschiedlichen
Pixeln der Modulatorelemente zugeführt und anschließend zu dem geformten
Laserpuls wiedervereinigt werden. Wesentlich bei einer solchen Kompressorgitteranordnung
ist, dass die räumliche Anordnung der optischen Gitter und der Zylinderlinsen
oder -spiegel so gewählt ist, dass die Elemente der Kompressorgitteranordnung
– mit Ausnahme der Modulatorelemente – den Laserpuls hinsichtlich
seiner Form und Pulsdauer möglichst wenig oder gar nicht verändern.
Das mindestens eine Modulatorelement kann durch ein oder mehrere Modulatorelemente
gebildet sein, die im Bereich einer einzigen oder im Bereich unterschiedlicher Fourierebenen
einer oder mehrerer Kompressorgitteranordnungen des Pulsformers angeordnet sind.
Die Fourierebene entspricht in diesem Zusammenhang der gemeinsamen
Brennebene zweier Zylinderlinsen oder Zylinderspiegel des Pulsformers, die sich
im Abstand der Brennweite von den beiden Zylinderlinsen oder Zylinderspiegeln befindet
und in der das Spektrum des Laserpulses beim Durchlauf durch den als Kompressorgitteranordnung
ausgebildeten Pulsformer maximal aufgelöst ist. Die Zylinderlinsen oder -spiegel
des Pulsformers sind dann so angeordnet, dass ihre Brennebenen paarweise zusammenfallen
und zwischen zwei Zylinderlinsen oder Zylinderspiegeln sich somit jeweils eine Fourierebene
ergibt.
In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Vorrichtung ist der Pulsformer
seriell aufgebaut, so dass der Laserpuls ungeteilt das mindestens eine Modulatorelement
und das mindestens eine polarisierende Element zur Einstellung von Amplitude, Phase
und Polarisation durchläuft. Vorteil dieser Variante ist, dass die erreichbare
Pulsstabilität hoch und die verwendete Anordnung leicht zu justieren und zu
regeln ist.
Unterschiedliche Varianten für einen solchen seriellen Pulsformer
sind denkbar.
In einer ersten Variante des seriellen Pulsformers sind mindestens
drei Modulatorelemente hintereinander im Strahlengang des Laserpulses so angeordnet,
dass der Laserpuls die mindestens drei Modulatorelemente jeweils genau einmal durchläuft.
Das polarisierende Element kann dann beispielsweise als Polarisator ausgebildet
sein, der nach einem ersten oder einem zweiten Modulatorelement im Strahlengang
des Laserpulses angeordnet ist und ausschließlich eine Polarisierungskomponente
des Laserpulses transmittiert und die Polarisierungskomponente somit aus dem Laserpuls
herausfiltert, wodurch der Laserpuls in seiner Amplitude moduliert wird.
In einer zweiten Variante weist der Pulsformer genau zwei Modulatorelemente
auf, wobei der Laserpuls die Modulatorelemente in unterschiedlichen Abschnitten
zweimal durchläuft. Das vorteilhafterweise als Polarisator ausgebildete polarisierende
Element kann dann so angeordnet sein, dass der Laserpuls nach dem ersten Durchlauf
durch das erste Modulatorelement oder nach dem ersten Durchlauf durch das zweite
Modulatorelement den Polarisator passiert und anschließend bei einem zweiten
Durchlauf nochmals das erste und zweite Modulatorelement durchläuft.
In einer dritten Variante ist auch denkbar, dass der Pulsformer genau
ein Modulatorelement aufweist, das von dem Laserpuls in unterschiedlichen Abschnitten
mindestens dreimal durchlaufen wird, wobei das polarisierende Element nach dem ersten
oder zweiten Durchlauf durch das Modulatorelement passiert wird.
Generell ist der Laserpuls nach Durchlauf des Polarisators in seiner
Amplitude moduliert und wird nachfolgend durch das mindestens eine weitere Modulatorelement
im Strahlengang anschließend in seiner Polarisation eingestellt. Dies geschieht
durch geeignete Wahl der Richtungen der optischen Achsen der einzelnen Pixel der
Flüssigkristallarrays, die vorteilhafterweise senkrecht zum Strahlengang unter
geeigneten Winkeln ausgerichtet sind. Die optische Achse des nach dem polarisierenden
Element im Strahlengang des Laserpulses angeordneten Abschnitts des Modulatorelementes
ist hierbei abweichend von der Polarisationsrichtung des Laserpulses ausgerichtet,
und zwar vorteilhafterweise um einen Winkel von 45°. Die Richtung der optische
Achse des dem polarisierenden Elements nachfolgenden Abschnitts des Modulatorelementes
unterscheidet sich somit von der Polarisationsrichtung des nach dem polarisierenden
Element linear polarisierten Laserpulses.
Werden bei dem seriellen Aufbau lediglich drei Modulatorelemente oder
Abschnitte von Modulatorelementen verwendet, so ist im allgemeinen die Phase, Amplitude
und Polarisation nicht beliebig einstellbar, da beim Einstellen einer elliptischen
Polarisation die Hauptachsen der Polarisationsellipse nicht frei ausgerichtet werden
können. Eine Drehung dieser Hauptachse wird in vorteilhafter Weise dadurch
erreicht, dass hinter dem dem polarisierenden Element nachfolgenden Abschnitt eines
Modulatorelementes noch mindestens ein weiteres (also zweites) Modulatorelement
oder mindestens ein Abschnitt mindestens eines Modulatorelementes im Strahlengang
des Laserpulses angeordnet wird, dessen optische Achse (oder Achsen) senkrecht zum
Strahlengang unter geeignet von der Richtung der optischen Achse des vorangehenden
Modulatorelementes oder des Abschnitts des Modulatorelementes abweichendem Winkel
(abweichenden Winkeln) ausgerichtet ist (sind). Um eine beliebige Formung des Laserpulses
in Phase, Amplitude und Polarisation zu erreichen, werden bevorzugt zwei Abschnitte
mindestens eines Modulatorelementes nach dem polarisierenden Element durchstrahlt,
wobei der erste hinter dem polarisierenden Element nachfolgende Abschnitt mit seiner
optischen Achse unter 45° zu der durch den Polarisator vorgegebenen Polarisationsrichtung
und der zweite danach durchstrahlte Abschnitt unter einem Winkel von 45° zur
Richtung der optischen Achse des vorangehenden Abschnitts des Modulatorelementes
ausgerichtet ist. Es sind somit mindestens vier Abschnitte eines oder mehrerer Modulatorelemente
und ein polarisierendes Element hintereinander im Strahlengang des Laserpulses angeordnet
und ermöglichen eine beliebige und unabhängige Modulation
des Laserpulses in Amplitude, Phase und Polarisation.
In einer alternativen vorteilhaften Ausgestaltung ist der Pulsformer
parallel aufgebaut. Der Pulsformer weist dann einen Strahlteiler auf, der den Laserpuls
in einen ersten und einen zweiten Teilpuls aufteilt, wobei der erste und zweite
Teilpuls jeweils mindestens ein Modulatorelement und mindestens ein polarisierendes
Element durchlaufen und unabhängig voneinander moduliert werden. Bei dem parallelen
Aufbau wird der Laserpuls somit in Teilpulse geteilt, die getrennt voneinander moduliert
und anschließend zu einem gesamten geformten Laserpuls zusammen geführt
werden. Vorteil dieser Variante ist der einfache Aufbau und die physikalisch intuitive
Beschreibbarkeit des in Teilpulse geteilten Laserpulses.
Auch für den parallelen Aufbau sind wiederum unterschiedliche
Varianten denkbar. Der Pulsformer kann zum einen genau vier Modulatorelemente aufweisen,
von denen ein erstes und zweites Modulatorelement hintereinander im Strahlengang
des ersten Teilpulses und ein drittes und viertes Modulatorelement hintereinander
im Strahlengang des zweiten Teilpulses angeordnet sind. In einer weiteren Variante
weist der Pulsformer genau zwei Modulatorelemente auf, die so in den Strahlengängen
des ersten und zweiten Teilpulses angeordnet sind, dass die Teilpulse jeweils in
unterschiedlichen Abschnitten das erste und zweite Modulatorelement durchlaufen.
Denkbar ist auch, dass der Pulsformer lediglich ein Modulatorelement aufweist, das
von dem ersten und zweiten Teilpuls jeweils zweimal in unterschiedlichen Abschnitten
durchlaufen wird. Wesentlich ist hierbei, dass die Teilpulse jeweils so in Phase
und Amplitude geformt werden, dass sie zusammengefügt den gewünschten,
in Amplitude, Phase und Polarisation geformten Laserpuls ergeben.
Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung dieses parallelen Aufbaus ist
es denkbar, einen der beiden Teilpulse im Durchlauf durch das Modulatorelement zusätzlich
zu der gewünschten Pulsformung in der Polarisation um 90° zu drehen.
Gemäß einer anderen bevorzugten Variante des parallelen
Aufbaus tritt im Gegensatz zu dem seriellen Aufbau keine polarisationsabhängige
Strahlabschwächung am Gitter auf, und es wird eine höhere Intensität
insbesondere bei hoher Modulationsauflösung nutzbar. Dabei ist bei dem parallelen
Pulsformer im Strahlengang des ersten oder des zweiten Teilpulses ein die Polarisierung
des ersten oder des zweiten Teilpulses drehendes Element vorgesehen, das beispielsweise
durch eine &lgr;/2-Platte oder ein Periskop ausgebildet ist und eine Drehung der
Polarisierung des ersten oder des zweiten Teilpulses um 90° bewirkt. Das polarisierende
Element ist dabei bevorzugt nach dem letzten Gitter im Strahlengang des Laserpulses
angeordnet, um eine polarisationsabhängige Strahlabschwächung am Gitter
zu vermeiden.
Das polarisierende Element ist vorteilhaft als polarisierender Strahlteiler
ausgebildet, der eine erste Polarisierungskomponente des ersten oder zweiten Teilpulses
transmittiert und eine zweite, senkrecht zur ersten gerichtete Polarisierungskomponente
des ersten oder zweiten Teilpulses reflektiert. Der erste und zweite Teilpuls fallen
dann senkrecht zueinander auf den polarisierenden Strahlteiler so ein, dass der
polarisierende Strahlteiler die erste Polarisierungskomponente des ersten oder zweiten
Teilpuls transmittiert und die zweite Polarisierungskomponente des anderen Teilpuls
reflektiert und durch räumliche Überlagerung der Polarisierungskomponenten
beider Teilpulse zu einem geformten Laserpuls vereint.
Bei den unterschiedlichen Varianten des seriellen oder parallelen
Pulsformers können vorteilhaft reflektierende Elemente, insbesondere in Form
von Spiegeln, vorgesehen sein, die den Laserpuls so reflektieren, dass der Laserpuls
bzw. dessen spektrale Anteile die Modulatorelemente in den dafür vorgesehenen
Abschnitten durchlaufen. Die reflektierenden Elemente lenken und definieren somit
den Strahlengang des Laserpulses.
In einer vorteilhaften Ausgestaltung weist die Vorrichtung neben dem
Pulsformer zusätzlich einen Detektor zur Charakterisierung des geformten Laserpulses
auf. Bevorzugt ist der Detektor hierbei als so genannte Kreuzkorrelations-Anordnung
mit mindestens einem polarisationsändernden Element, einem polarisierenden
Element und einem Wechselwirkungselement, das beispielsweise als BBO-Kristall ausgebildet
ist, im Strahlengang des geformten Laserpulses aufgebaut. Zur Erfassung des geformten
Laserpulses wird mittels des polarisationsändernden und des polarisierenden
Elementes hierbei eine Polarisierungskomponente aus dem geformten Laserpuls herausgefiltert
und zusammen mit einem zusätzlichen, einen Referenzpuls darstellenden Laserpuls
dem Wechselwirkungselement zugeführt. Die Polarisierungskomponente des Laserpulses
und der Referenzpuls Wechselwirken dabei in dem Wechselwirkungselement und erzeugen
so ein Wechselwirkungssignal, dass dazu verwendet werden kann, die Intensität
der Polarisierungskomponente zu bestimmen. Dadurch, dass der Vorgang für unterschiedliche
Polarisierungskomponenten wiederholt wird, ist der geformte Laserpuls
dann hinsichtlich seiner (zeitlich veränderlichen) Form bestimmbar. Der Detektor
weist dabei zusätzlich eine Auswerteeinheit auf, die die erzeugten Wechselwirkungssignale
aufnimmt und auswertet und auf diese Weise die Form des Laserpulses ermittelt.
Darüber hinaus wird die Aufgabe auch durch ein Verfahren zur
Erzeugung geformter Laserpulse mit den Merkmalen des Anspruchs 27 gelöst.
Erfindungsgemäß ist bei dem Verfahren vorgesehen, dass mittels
des mindestens einen Modulatorelementes und mindestens eines im Strahlengang des
Laserpulses angeordneten polarisierenden Elementes der Laserpuls in Amplitude, Phase
und Polarisation unabhängig voneinander geformt wird. Das Verfahren ist hierbei
insbesondere unter Verwendung der vorangehend beschriebenen Vorrichtung durchführbar,
die unter Verwendung mindestens eines Modulatorelementes und mindestens eines polarisierenden
Elementes den Laserpuls in Amplitude, Phase und Polarisation formt, wobei –
wie oben erläutert – sowohl ein paralleler als auch serieller Aufbau
des Pulsformers verwendet werden kann.
Das erfindungsgemäße Verfahren ist insbesondere zur Formung
von ultrakurzen Laserpulsen im Femtosekundenbereich einsetzbar und eröffnet
vielseitige Einsatzmöglichkeiten. Beispielsweise lassen sich mittels des Verfahrens
geformte Laserpulse zur Untersuchung multi-photonischer Wechselwirkungen anwenden,
bei denen sich die einzelnen Übergangsdipolmomente von Molekülen in ihrer
Richtung unterscheiden. Die beliebige Modulation der Polarisation, insbesondere
die freie Einstellung der Richtungen der großen Hauptachse bei einer elliptischen
Polarisation kann hierbei beispielsweise vorteilhaft sein, wenn die bei einem physikalischen
Prozess beteiligten Übergangsdipolmomente eines Moleküls, die mittels
geformter Laserpulse gesteuert werden sollen, nicht parallel oder senkrecht zueinander
ausgerichtet sind (z.B. bei Anregung in komplexeren Molekülen oder bei Umisomerisierungen)
und somit für eine effektive Anregung ein Laserpuls mit unterschiedlich ausgerichteten
Polarisationsrichtungen erforderlich ist. Mittels Modulation der Amplitude, Phase
und Polarisation kann dann der Laserpuls optimal geformt und in optimaler Weise
den anzuregenden Molekülen angepasst werden, um eine exakte Beeinflussung der
Wellenpaketdynamik innerhalb der Moleküle zu ermöglichen, wobei auch größere,
beispielsweise biologische Moleküle (Proteine, Nukleotide, usw.) mit ihren
komplexen Anregungsspektren mit derartig erzeugten Laserpulsen untersucht werden
können, um molekülspezifische Informationen über deren Wellenpaketdynamik,
elektronische Struktur oder dergleichen zu erhalten. Mittels des erfindungsgemäßen
Verfahrens können hierbei die Dynamik bis hin zu Strukturänderungen und
zum gewollten Bindungsbruch solcher Moleküle gesteuert werden und auch Enatiomere
der vielfach chiralen biologischen Moleküle durch optimierte, elliptisch polarisierte
Laserpulse beeinflusst und umgewandelt werden. Darüber hinaus ist auch ein
Einsatz solcher geformter Laserpulse für medizinische Anwendungen denkbar,
wobei durch Verwendung besonders geformter Laserpulse z. B. im Bereich des Auges
oder der Haut gezielte Veränderungen der molekularen Struktur herbeigeführt
werden können.
Ein weiteres mögliches Einsatzgebiet solch geformter Laserpulse
ergibt sich zur Informationsübertragung, wobei die Information durch Formung
der Amplitude, Phase und Polarisation als Funktion der Zeit in dem Laserpuls kodiert
und durch Übertragung des Laserpulses an einen Empfänger übermittelt
wird. Die in einem Laserpuls übertragbare Informationsmenge ist hierbei unter
anderem durch die Ausgestaltung der Modulatorelemente bestimmt. Denkbar wäre
sogar, mit Pulsformungsgeräten einer hohen Auflösung die fundamentale
Grenze der Beeinflussung jeder einzelnen Lasermode zu erreichen und damit den maximal
möglichen Informationsgehalt des Laserpulses zur Informationsübertragung
auszunutzen.
Bevorzugt werden zur Durchführung des Verfahrens Modulatorelemente
verwendet, die in unabhängig voneinander ansteuerbare Pixel gegliedert sind,
die entlang einer senkrecht zum Strahlengang des Laserpulses gerichteten Richtung
versetzt angeordnet sind und zur Einstellung der spektralen Anteile des Laserpulses
durch vorgebbare Ansteuerparameter gesteuert werden. Jedes Pixel des mindestens
einen Modulatorelementes ist hierbei einem spektralen Anteil des Laserpulses zugeordnet
und formt einen spektralen Anteil des Laserpulses bei zusätzlicher Verwendung
mindestens eines polarisierenden Elementes in Amplitude, Phase und Polarisation.
Mittels der Ansteuerungsparameter, die bei Verwendung von Flüssigkeitsarrays
Spannungswerten zur Ansteuerung der Pixel darstellen, wird dann für jedes Pixel
eine Phasendifferenz zwischen zwei Polarisierungskomponenten vorgegeben, die die
Polarisation des dem Pixel zugeordneten spektralen Anteils des Laserpulses bestimmt.
Durch die Formung der spektralen Anteile wird der Laserpuls somit im Frequenzbereich
geformt, wodurch im Rahmen der verfügbaren Bandbreite beliebige zeitlich veränderliche
Pulsformen einstellbar sind.
Zur Formung des Laserpulses können der Verlauf der Amplitude,
Phase und Polarisation des Laserpulses als Funktion der Zeit vorgegeben werden,
hieraus die Ansteuerungsparameter zur Steuerung der Pixel des mindestens
einen Modulatorelementes bestimmt werden und die Pixel des mindestens einen Modulatorelementes
mit den Ansteuerungsparametern gesteuert werden. Insbesondere kann auf diese Weise
der Verlauf der Amplitude, Phase und Polarisation des Laserpulses als Funktion der
Zeit parametrisch vorgegeben werden, indem Unterpulse spezifiziert werden, die dann
zusammengesetzt den geformten Laserpuls ausbilden.
Mit dem Verfahren lassen sich somit vom Benutzer vorwählbare
parametrisch definierte Pulsformen des Laserpulses hinsichtlich Amplitude, Phase
und Polarisation realisieren, bei denen intuitiv verständliche und physikalisch
relevante Parameter, insbesondere die Unterpulse definierende Parameter wie Unterpulspulsintensitäten,
-abstände, -chirps, -phasendifferenzen und -polarisationen sowie spektrale
Phasen-, Amplituden- und Polarisationsmuster usw. innerhalb der apparativen Begrenzungen
vorgegeben und eingestellt werden können. Dies erlaubt die Herstellung von
ultrakurzen Laserpulsen, die Untersuchungen von Chirpabhängigkeiten, phasengekoppelte
Pump-Probe-Messungen, Messungen abhängig von den Parametern der erzeugten Unterpulse,
Messungen abhängig von der Polarisationsart, -richtung und der elliptischen
Exzentrizität, Messungen in Abhängigkeit von spektral angepassten Frequenzmustern
zur selektiven Anregung von Schwingungsniveaus oder dergleichen. Wesentlicher Vorteil
der parametrischen Vorgabe des einzustellenden Laserpulses ist hierbei die Verwendung
intuitiv verständlicher, physikalisch relevanter Parameter sowie die Benutzerfreundlichkeit
und die Einfachheit, die eine Vorgabe hochkomplexer Pulsformen mittels Spezifikation
von einigen wenigen Parametern zur Definition der Unterpulse erlaubt.
Die Bestimmung der Ansteuerparameter aus den als Funktion der Zeit
vorgegebenen Verläufen der Amplitude, Phase und Polarisation, die die Pulsform
des Laserpulses beschreibt, erfolgt für den seriellen und den parallelen Aufbau
des Pulsformers jeweils durch Verwendung von Modulationsfunktionen, die die Modulation
des Laserpulses in Abhängigkeit von den Ansteuerparametern angeben und abhängig
sind vom Aufbau des Pulsformers. Durch Umkehrung der Modulationsfunktionen sind
aus der als Funktion der Zeit vorgegebenen Pulsform die erforderlichen Ansteuerparameter
für die Pixel der verwendeten Modulatorelemente eindeutig bestimmbar.
In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung des Verfahrens wird
der in Amplitude, Phase und Polarisation geformte Laserpuls zur Wechselwirkung mit
einem Stoff – beispielsweise zur Anregung eines Stoffes – verwendet,
ein durch die Wechselwirkung erzeugtes Anregungssignal erfasst und anhand des Anregungssignals
der geformte Laserpuls optimiert. Auf diese Weise wird der geformte Laserpuls somit
anhand eines Anregungssignals, also aufgrund einer konkreten Anwendung optimiert
und somit der für die Anwendung optimal geformte Laserpuls eingestellt.
Bevorzugt erfolgt die Optimierung hierbei iterativ, indem Anfangswerte
für die Ansteuerungsparameter vorgegeben werden, das durch den so geformten
Laserpuls erzeugte Anregungssignal erfasst wird und die Ansteuerungsparameter iterativ
zur Optimierung des Laserpulses anhand des Anregungssignals angepasst werden. Die
iterative Optimierung kann dabei auch anhand des parametrisch vorgegebenen und im
Rahmen der Optimierung anzupassenden Verlaufs der Amplitude, Phase und Polarisation
des Laserpulses als Funktion der Zeit vorgenommen werden. Die Verwendung der parametrischen
Spezifikation des Laserpulses ermöglicht so eine erhebliche Einschränkung
des Suchraums, da nicht die gesamte Schar der Ansteuerungsparameter selbst variiert
und optimiert wird, sondern die zu optimierenden Größen auf wenige, den
Laserpuls beschreibende Parameter reduziert wird, wodurch die Anzahl der erforderlichen
Iterationen und somit die Optimierungszeit erheblich verringert werden kann. Beispielsweise
ist auf diese Weise eine Optimierung des Laserpulses in Abhängigkeit vom zeitlichen
Abstand, Ausrichtung oder Amplitude zwischen den den Laserpuls ausbildenden Unterpulsen
oder der Polarisation der Unterpulse möglich.
Die iterative Optimierung kann in einer vorteilhaften Ausgestaltung
hierbei insbesondere mittels eines evolutionären Algorithmus erfolgen.
Bei Verwendung des vorangehend beschriebenen Pulsformers können
polarisationsabhängige und/oder frequenzabhängige Effekte auftreten, die
beispielsweise durch die Eigenschaften der verwendeten optischen Gitter und/oder
die Zylinderlinsen oder -spiegel des Pulsformers bedingt sind. In einer vorteilhaften
Ausgestaltung des Verfahrens ist daher vorgesehen, solche Polarisationsabhängigkeiten
und Frequenzabhängigkeiten durch eine Anpassung der Ansteuerungsparameter des
mindestens einen Modulatorelementes zu korrigieren.
Die Aufgabe wird auch durch ein Verfahren zur Detektion geformter
Laserpulse mit den Merkmalen des Anspruchs 42 gelöst. Bezüglich eines
solchen Verfahrens liegt der Erfindung hierbei das Problem zugrunde,
ein Verfahren anzugeben, mittels dessen ein geformter Laserpuls detektiert werden
kann.
Erfindungsgemäß ist dabei bei einem Verfahren der oben genannten
Art vorgesehen, dass Wechselwirkungssignale für mindestens zwei (bevorzugt
mindestens drei) unterschiedliche Polarisierungskomponenten des geformten Laserpulses
erzeugt und gemessen werden und aus den Wechselwirkungssignalen die durch die Amplitude,
Phase und Polarisation als Funktion der Zeit bestimmte Pulsform des geformten Laserpulses
ermittelt werden. Grundlegend ist hierbei, dass in zeitlich aufeinander folgenden
unterschiedlichen Messungen die Intensität des Laserpulses in mindestens drei
Polarisationsrichtungen gemessen und zur Bestimmung der Form des Laserpulses herangezogen
wird. Ein solches zuverlässiges Detektionsverfahren ist vorteilhaft für
die Herstellung geformter Laserpulse, da ohne ein solches Verfahren die eingestellte
Form des geformten Laserpulses nicht überprüfbar und eine zuverlässige
Einstellung somit nicht gewährleistet wäre.
Mittels der Erfassung der unterschiedlichen Wechselwirkungssignale
ist es somit möglich, hinsichtlich Amplitude, Phase und Polarisation beliebig
geformte Laserpulse zu erfassen und die Pulsform der Laserpulse zu bestimmen. Jedes
Wechselwirkungssignal stellt dabei ein zeitlich veränderliches Signal dar,
das dem Kreuzkorrelationssignal des Referenzpulses mit einer Polarisierungskomponente
des geformten Laserpulses entspricht. Die unterschiedlichen Wechselwirkungssignale
entsprechen somit den Kreuzkorrelationssignalen des Referenzpulses mit unterschiedlichen
Polarisierungskomponenten des geformten Laserpulses, die in aufeinander folgenden
Messungen gemessen und anschließend ausgewertet werden, um die Amplitude, Phase
und Polarisation des geformten Laserpulses als Funktion der Zeit zu ermitteln.
Die Aufgabe wird darüber hinaus auch durch ein Computerprogramm
mit den Merkmalen des Anspruchs 44 gelöst, das zur Steuerung der Modulatorelemente
bei der Durchführung des vorangehend beschriebenen Verfahrens dient, einem
Benutzer die Einstellung der gewünschten Pulsform erlaubt, die Umrechnung der
Pulsform in die zu verwendenden Ansteuerparameter vornimmt und eine Optimierung
der Pulsform hinsichtlich eines Messsignals ermöglicht. Das Computerprogramm
zur Steuerung des optischen Systems stellt somit eine Schnittstelle dar, die eine
einfache und bedienerfreundliche Handhabung der Vorrichtung zur Herstellung geformter
Laserpulse gewährleistet.
Der der Erfindung zugrunde liegende Gedanke soll nachfolgend anhand
der in den Figuren dargestellten Ausführungsbeispiele näher erläutert
werden. Es zeigen:
1 eine schematische Darstellung einer Vorrichtung zur
Herstellung eines geformten Laserpulses;
2A-D schematische Darstellungen von vier unterschiedlichen
Ausführungsformen eines seriellen Pulsformers;
4A-B graphische Darstellungen der horizontalen und
vertikalen Polarisierungskomponente in Abhängigkeit von der eingestellten Phasendifferenz
für den nicht korrigierten und den korrigierten Fall;
5A-B schematische Darstellungen zweier unterschiedlicher
Ausführungsformen eines parallelen Pulsformers;
6 eine schematische Darstellung eines Detektors zur
Detektion von geformten Laserpulsen;
7A-B graphische Darstellungen der Polarisierungsellipsen
zweier hergestellter und detektierter geformter Laserpulse;
8 eine graphische Darstellung des Optimierungsfaktors
für einen in Phase und Amplitude optimierten Laserpuls und einen in Amplitude,
Phase und Polarisation optimierten Laserpuls am Beispiel der Ionisierung von NaK;
9A-H graphische Darstellungen unterschiedlicher in
Amplitude, Phase und Polarisation geformter Laserpulse;
10 eine schematische Darstellung des Ablaufs eines
Verfahrens zur Bestimmung der Ansteuerungsparameter anhand von parametrischen Bedienereingaben
unter Verwendung eines Pulsformers mit einem seriellen Aufbau gemäß
2A-D;
11 eine schematische Darstellung des Ablaufs eines
Verfahrens zur Bestimmung der Ansteuerungsparameter anhand von parametrischen Bedienereingaben
unter Verwendung eines Pulsformers mit einem parallelen Aufbau gemäß
5A-B und
12 eine graphische Darstellung einer interaktiven Benutzeroberfläche
eines Computerprogramms zur Steuerung der Vorrichtung gemäß
1.
1 zeigt eine Vorrichtung 1 zum Herstellen
geformter Laserpulse L', die ein Lasersystem 30 zur Erzeugung eines zu
formenden Laserpulses L, einen Pulsformer 10 zur Formung des Laserpulses
L zu einem geformten Laserpuls L' und einen Detektor 20 zur Detektion und
Erfassung des geformten Laserpulses L' aufweist. Das Lasersystem 30 erzeugt
hierbei den ungeformten Laserpuls L, dessen Amplitude, Phase und Polarisation durch
das Lasersystem 30 bestimmt und nicht moduliert ist und dessen Pulslänge
bevorzugt im Femtosekundenbereich liegt. Der ungeformte Laserpuls L wird hierbei
durch das Lasersystem 30 emittiert und trifft auf einen ersten Strahlteiler
41, der den Laserpuls L teilweise transmittiert und teilweise reflektiert,
wobei der reflektierte Teil als Referenzpuls LR über einen Spiegel
40 zu dem Detektor 20 gelangt und der transmittierte Teil des
Laserpulses L über einen weiteren Spiegel 40 in den Pulsformer
10 einfällt. In dem Pulsformer 10 wird der Laserpuls L in
Amplitude, Phase und Polarisation geformt und dann als geformter Laserpuls L' über
einen weiteren Strahlteiler 42 ausgesendet und gelangt so zu einer Anwendung,
in der der geformte Laserpuls L' beispielsweise zur Anregung von Molekülen
eingesetzt wird. Durch den Strahlteiler 42, der den geformten Laserpuls
L' teilweise reflektiert und teilweise transmittiert und beispielsweise auch als
Klappspiegel ausgebildet sein kann, gelangt der durch den Pulsformer 10
geformte Laserpuls L' zu dem Detektor 20 und wird von diesem detektiert,
wobei der Detektor 20 die durch Amplitude, Phase und Polarisation bestimmte
Form des Laserpulses L' als Funktion der Zeit misst und aufnimmt.
Grundlegender Erfindungsgedanke ist, dass ein Laserpuls L in Amplitude,
Phase und Polarisation zeitlich veränderlich geformt wird, wobei die Formung
durch den Pulsformer 10 erfolgt, der so ausgestaltet ist, dass ein ungeformter
Laserpuls L in den Pulsformer 10 einfällt, in dem Pulsformer
10 verarbeitet wird und beim Durchlauf durch den Pulsformer 10
in Amplitude, Phase und Polarisation moduliert wird. Der Pulsformer 10
ist dabei so ausgelegt, dass er insbesondere für ultrakurze Laserpulse L im
Femtosekundenbereich einsetzbar ist und eine Formung solcher Laserpulse L ermöglicht.
Verschiedene Ausgestaltungen eines solchen Pulsformers sind denkbar.
2A-2D zeigen unterschiedliche
Ausgestaltungen eines seriellen Pulsformers, während in 5A
und 5B zwei Pulsformeranordnungen mit einem parallelen
Aufbau dargestellt sind.
Die dargestellten Anordnungen zur Pulsformung verwenden eine Kompressorgitteranordnung
(auch bezeichnet als Nulldispersionskompressor), bei der ein Laserpuls L durch optische
Gitter 101, 102 aufgefächert und wieder gebündelt wird
und Zylinderlinsen 111, 112 im Strahlengang S mit Abstand
2F zueinander angeordnet sind. Der Laserpuls L hat somit nach seinem Durchlauf
durch den Pulsformer 10 im Idealfall, wenn die Formung durch die Abschnitte
der Modulatorelemente a, b, c, d, e, f bzw. ax, ay, bx, by und den Polarisator
120, 121 vernachlässigt wird, die gleiche Form und Dauer
wie zu Beginn. Eine Beeinflussung des Laserpulses L findet somit – bis auf
eine real auftretende Intensitätsabschwächung – nicht statt.
Die Formung des Laserpulses L beim Durchlauf durch den Pulsformer
10 erfolgt allein durch die Abschnitte der Modulatorelemente a, b, c, d,
e, f und den Polarisator 120, 121. Die Abschnitte der Modulatorelemente
a, b, c, d, e, f können beispielsweise als Flüssigkeitskristallarrays
aufgebaut sein, die senkrecht zum Strahlengang S und parallel zu der durch den Strahlengang
S aufgespannten Ausbreitungsebene jeweils in einzelne Pixel a1, a2, a3, ... bzw.
b1, b2, b3, ... bzw. c1, c2, c3, ... (bzw. d1, d2, d3, ...) gegliedert sind. Den
Pixeln a1, a2, a3, ... etc. ist dabei jeweils ein spektraler Anteil des Laserpulses
L zugeordnet, so dass jedes Pixel a1, a2, a3, ... etc. einen spektralen Anteil des
Laserpulses L formt und die unterschiedlichen Pixel a1, a2, a3, ... etc. eine getrennte
Manipulierung der spektralen Anteile des Laserpulses L erlauben.
Bei den Flüssigkeitskristallarrays handelt es sich um doppelbrechende,
in zellenförmige Pixel gegliederte Strukturen, die nematische Flüssigkristalle
verwenden, die sich durch Einwirkung einer angelegten Spannung ausrichten und somit
den Brechungsindex der Strukturen bzw. der einzelnen Pixel der Strukturen für
eine Polarisierungskomponente des einfallenden Laserpulses L ändern. Auf diese
Weise kann den Polarisierungskomponenten des Laserpulses L bzw. seiner spektralen
Anteile eine Phasendifferenz aufgeprägt werden, mittels derer die Phase und
Polarisation der spektralen Anteile des Laserpulses eingestellt wird.
In 2A-2D
sind zunächst seriell ausgebildete Pulsformer 10 dargestellt, bei
dem ein Laserpuls L in den Pulsformer 10 einfällt,
sich entlang seines Strahlengangs S durch den Pulsformer bewegt und als geformter
Laserpuls L' ausgesendet wird.
Der serielle Pulsformer 10 gemäß 2A
weist hierbei ein erstes optisches Gitter 101, Zylinderlinsen
111, 112, Modulatorelemente a, b, c, ein polarisierendes Element
in Form eines Polarisators 120 und ein zweites optisches Gitter
102 auf. Der einfallende, ungeformte Laserpuls L trifft auf das erste optische
Gitter 101, dessen Gitterlinien senkrecht zur durch den Strahlengang S
definierten Ausbreitungsebene des Laserpulses L verlaufen, und wird durch das erste
optische Gitter 101 in seine spektralen Anteile zerlegt. Die spektralen
Anteile werden hierbei abhängig von ihrer Wellenlänge unterschiedlich
stark gebeugt, so dass das optische Gitter 101 eine Auffächerung der
spektralen Anteile des Laserpulses L bewirkt, die dann ausgehend von dem optischen
Gitter auf die erste Zylinderlinse 111 treffen und von der Zylinderlinse
111 so ausgelenkt werden, dass hinter der Zylinderlinse 111 sämtliche
spektralen Anteile in Richtung des Strahlengangs S verlaufen, bewirkt dadurch, dass
die Zylinderlinse 111 im Abstand der Brennweite F, bemessen auf die zentrale
Frequenz &ohgr;0 des Laserpulses L, hinter dem optischen Gitter
101 angeordnet ist. Von der Zylinderlinse 111 werden die spektralen
Anteile des Laserpulses L in Richtung des Strahlengangs S jeweils in die Fourierebene
fokussiert und gelangen dort zu einem ersten Modulatorelement a, durchlaufen das
erste Modulatorelement a, treffen auf den Polarisator 120, der die spektralen
Anteile des Laserpulses L in eine Richtung polarisiert und dadurch in der Amplitude
moduliert, und durchlaufen dann ein zweites und drittes Modultorelement b, c. Alternativ
kann der Polarisator auch zwischen dem zweiten und dritten Modulatorelement angeordnet
sein.
Nach den Modulatorelementen b, c gelangen die spektralen Anteile zu
der zweiten Zylinderlinse 112, werden durch die zweite Zylinderlinse
112 auf das zweite optische Gitter 102 im Abstand F hinter der
zweiten Zylinderlinse 112 gestrahlt und durch das zweite optische Gitter
102 wiederum zu einem strahlförmig gebündelten, nunmehr geformten
Laserpuls L' kollimiert.
Da die Modulatorelemente a, b, c und der Polarisator 120
unmittelbar hintereinander angeordnet sind und jeweils einen der Brennweite F entsprechenden
Abstand zu der ersten und zweiten Zylinderlinse 111, 112 aufweisen,
befinden sich die Modulatorelemente a, b, c und der Polarisator 120 in
der Fourierebene zwischen den Zylinderlinsen 111, 112, in der
die spektralen Anteile des Laserpulses L aufgrund des endlichen Strahlradius des
ursprünglichen Laserpulses L maximal aufgelöst sind.
Um eine Modulation der Phase, Amplitude und Polarisation des Laserpulses
L durch die Modulatorelemente a, b, c zu erreichen, ist es denkbar und vorteilhaft,
die optischen Achsen der Modulatorelemente a, b, c unterschiedlich, beispielsweise
alternierend auszurichten. Denkbar ist beispielsweise eine Ausrichtung der optischen
Achsen in der x-y-Ebene (siehe 2A) mit Winkeln von
+45°, –45°, +45° relativ zur x-Achse. Für diese Ausrichtung
der optischen Achsen läßt sich die Modulation des Laserpulses L für
einen solchen seriellen Aufbau mit dem Polarisator zwischen dem ersten und zweiten
Modulatorelement durch folgende Gleichungen mathematisch beschreiben:
mit der Phase &phgr; = 0.5(ϕa + ϕb + ϕc),
der Transmission T = cos2[0.5ϕa], der Phasendifferenz
&Dgr;&phgr; = ±&pgr;/2 und den Amplituden Ax = cos[0.5ϕa]cos[0.5(ϕb
– ϕc)] und Ay = cos[0.5ϕa]sin[0.5(ϕb
– ϕc)] der Komponenten des Laserpulses. Die durch das Hauptachsenverhältnis
beschriebene Elliptizität B/A der eingestellten Polarisation des Laserpulses
L', die durch die Differenz der von den Flüssigkristallarrays eingestellten
Phasenverzögerungen &Dgr;ϕ = ϕb – ϕc
des Laserpulses L bestimmt ist, entspricht dabei B/A = |tan[&Dgr;ϕ/2]|.
Für den Fall, dass der Polarisator 120 nach dem zweiten Modulatorelement
b angeordnet ist, erhält man
mit der Phase &phgr; = 0.5(ϕa + ϕb + ϕc),
der Transmission T = cos2[0.5(ϕa – ϕb)],
der Phasendifferenz &Dgr;&phgr; = ±&pgr;/2 und den Amplituden Ax
= cos[0.5(ϕa – ϕb)]cos[0.5ϕc]
und Ay = cos[0.5(ϕa – ϕb)]sin[0.5ϕc],
wobei ϕa, ϕb und ϕc die Phasenverzögerungen
der jeweiligen Pixel der einzelnen Modulatorelemente a, b, c bezeichnen. Die Elliptizität
B/A der eingestellten Polarisation des Laserpulses L', die durch die Phasenverzögerung
&Dgr;ϕ = ϕc des Flüssigkristallarrays c des Laserpulses
L bestimmt ist, entspricht dabei B/A = |tan[&Dgr;ϕ/2]|.
Andere Ausgestaltungen des seriellen Pulsformers 10 sind
in 2B bis 2D dargestellt.
In 2C ist ein Pulsformer 10 mit vier Modulatorelementen
a, b, c, d hintereinander im Strahlengang S des Laserpulses L dargestellt. In
2B und 2D sind zwei mit
bereits kommerziell erhältlichen Doppelflüssigkristallarrays realisierbare
Ausführungsformen eines Pulsformers 10 dargestellt, bei dem der Laserpuls
L den Pulsformer in Hin- und Rückrichtung durchläuft und dabei wiederholt
von den optischen Gittern 101, 102 gebeugt bzw. kollimiert wird.
Bei der in 2B dargestellten Ausführungsform
trifft der einfallende Laserpuls L über einen Spiegel 140 zunächst
auf das optische Gitter 101 und wird so gebeugt, dass die spektralen Anteile
des Laserpulses L aufgefächert und auf eine Hälfte einer Zylinderlinse
111 fällt, die die spektralen Anteile parallel zueinander ausrichtet.
Anschließend durchlaufen die spektralen Anteile einen ersten Abschnitt a, b
eines ersten und zweiten Modulatorelementes, werden durch eine zweite Zylinderlinse
112 fokussiert und durch das zweite optische Gitter wieder kollimiert.
Der so wiedervereinigte Laserpuls L durchläuft dann einen im Strahlengang S
des Laserpulses L angeordneten Polarisator 120, wird durch Spiegel
140 gespiegelt und trifft unter anderem Einfallswinkel wiederum auf das
optische Gitter 102, das den Laserpuls in seine spektralen Anteile zerlegt
und diese auf eine zweite Hälfte der Zylinderlinse 112 beugt. Die
Zylinderlinse 112 richtet die spektralen Anteile so aus, dass die spektralen
Anteile einen zweiten Abschnitt c, d des zweiten bzw. ersten Modulatorelementes
durchlaufen, anschließend durch die Zylinderlinse 111 und durch das
optische Gitter 101 wiedervereinigt werden, um dann als geformter Laserpuls
L' ausgesendet zu werden. Die optischen Achsen der zwei Flüssigkristallarrays
der jeweiligen Doppelflüssigkeitsarrays stehen dabei jeweils senkrecht zueinander
unter +45° und –45° zur x-Achse.
Im Unterschied zu dem Aufbau gemäß 2B,
bei dem der Laserpuls L den Pulsformer 10 jeweils einmal in Hin- und einmal
in Rückrichtung durchläuft, durchläuft der Laserpuls L bei dem Aufbau
gemäß 2D in Hin, Rück- und nochmals
in Hinrichtung und durchtritt dabei zusätzlich das polarisationsändernde
Element 142a, das als &lgr;/2-Platten mit optischer Achse unter 22.5°
zur x-Richtung ausgebildet ist. Vorteilhaft können noch die polarisationsändernden
Elemente 142b (z. B. eine &lgr;/2-Platte mit optischer Achse unter 22.5°)
und 142c (z. B. eine &lgr;/2-Platte mit optischer Achse unter 45°)
gemäß 2D eingesetzt werden, um die Polarisationsabhängigkeit
der Gitterbeugung auszugleichen.
Auch bei den Anordnungen gemäß 2B
bzw. 2D befinden sich die Zylinderlinsen
111, 112 im Abstand 2F zueinander, wobei die Modulatorelemente
a, b, c, d, e, f in der gemeinsamen Fourierebene der Zylinderlinsen 111,
112 angeordnet sind, so dass es sich auch bei den Aufbauten gemäß
2B und 2D um Kompressorgitteranordnungen
handelt.
Nachfolgend wird ein Pulsformer 10 gemäß
2B mathematisch beschrieben, bei dem die Modulatorelemente
a, b, c, d mit ihren optischen Achsen in +45°, –45°, –45°,
+45° zur x-Achse ausgerichtet sind. Die Modulation des Laserpulses L für
einen solchen seriellen Aufbau lässt sich durch folgende Gleichungen beschreiben:
In diesen Gleichungen stellen Ex,out, Ey,out
die komplexen Komponenten des elektrischen Feldes des geformten Laserpulses L' bei
einer Frequenz &ohgr;, also für einen spektralen Anteil des Laserpulses L',
in x-Richtung (horizontale Komponente) bzw. in y-Richtung (vertikale Komponente)
dar. Die Phase &phgr; des Laserpulses L', die Transmission T, die die Polarisation
bestimmende Phasendifferenz &Dgr;&phgr; zwischen der vertikalen und horizontalen
Komponente des geformten Laserpulses L' und die Amplituden Ax, Ay
der Komponenten des Laserpulses ergeben sich hieraus zu &phgr; = 0.5(ϕa
+ ϕb + ϕc + ϕd), T = cos2[0.5(ϕa
– ϕb)], &Dgr;&phgr; = ±&pgr;/2 und Ax
= cos[0.5(ϕa – ϕb)]cos[0.5(ϕc
– ϕd)] und Ay = cos[0.5(ϕa –
ϕb)]sin[0.5(ϕc – ϕd)],
wobei ϕa, ϕb, ϕc und ϕd
die eingestellten Phasenverzögerungen der jeweils der Frequenz &ohgr; zugeordneten
Pixel der Modulatorelemente a, b, c, d bzw. deren Abschnitte a, b, c, d bezeichnen.
Das die Elliptizität beschreibende Hauptachsenverhältnis B/A der eingestellten
Polarisierungsellipse des Laserpulses L', die durch die Differenz der von den Flüssigkristallarrays
(mit den optischen Achsen unter +45° und –45° zur Horizontalen)
eingestellten Phasenverzögerungen &Dgr;ϕ = ϕc –
ϕd des Laserpulses L bestimmt ist, entspricht dabei B/A = |tan[&Dgr;ϕ/2]|.
Werden nur drei Modulatorelemente a, b, c bzw. vier in +45°,
–45°, –45°, +45° ausgerichtete Modulatorelemente a,
b, c, d verwendet, so können die Amplitude, Phase und Polarisation des Laserpulses
L zwar unabhängig voneinander moduliert werden. Die Ausrichtung
der einstellbaren elliptischen Polarisation ist aber dadurch beschränkt, dass
die Hauptachsen der Polarisierungsellipse in ihrer Richtung festgelegt sind und
nicht gedreht werden können. In den in Gleichungen (1) bis (3) beschriebenen
Fällen sind die Hauptachsen der einstellbaren Polarisierungsellipse immer in
horizontaler oder vertikaler Richtung ausgerichtet, so dass die mathematische Beschreibung
der zugehörigen Polarisierungsellipsen, die der so genannte Jonesvektor im
elektrischen Feld durchläuft, lautet:
oder in anderer Form
mit den Hauptachsen A ≤ |Exmax| und B ≤ |Eymax|
und den maximalen Amplituden A1 = A2 des elektrischen Feldes
unter +45° und –45° zur horizontalen Richtung. Eine solche Polarisierungsellipse
ist in 3A dargestellt.
Ein solcher serieller Pulsformer 10 erlaubt somit zwar eine
Modulation von Amplitude, Phase und Polarisation. Die Polarisation ist jedoch noch
nicht in voller Allgemeingültigkeit modulierbar, da die Hauptachsen der Polarisierungsellipse
nicht in beliebiger Weise ausgerichtet werden können. Das ist darin begründet,
dass die Amplituden A1 und A2 der Komponenten des Laserpulses
nicht unabhängig voneinander eingestellt werden können und somit gleich
sind (siehe 3A).
Denkbar für diesen Fall der eingeschränkten Modulation sind
auch Ausführungsformen, bei denen nur ein Modulatorelement mit drei Abschnitten
verwendet wird und der Laserpuls L durch Spiegel durch die Abschnitte des Modulatorelementes
geleitet wird. Nachteilig bei einer solchen Anordnung ist, dass sich die Anzahl
der notwendigen Beugungen an den optischen Gittern 101, 102 erhöhen
würde und sich die Polarisationsabhängigkeit der optischen Gitter
101, 102 somit stärker auswirken würde. Denkbar ist
auch, mehrere separate Kompressorgitteranordnungen mit jeweils ein oder zwei Modulatorelementen
zu verwenden, die nacheinander von dem Laserpuls L durchlaufen werden. Auch ist
es denkbar, die optischen Achsen der Abschnitte a, b, c, d des mindestens einen
Modulatorelementes gleich auszurichten und polarisationsdrehende Elemente im Strahlengang
S des Laserpulses L anzuordnen.
Wie beschrieben, reichen drei nacheinander durchlaufene Abschnitte
mindestens eines Modulatorelementes mit dem Polarisator hinter dem ersten oder zweiten
Abschnitt aus, um eine Formung in Phase, Amplitude und Polarisation durchzuführen.
Eine beliebige Formung, insbesondere zur beliebigen Einstellung der Richtungen der
großen Hauptachse der Polarisationsellipse, ist jedoch, wie vorangehend erklärt,
so nicht möglich.
Um eine beliebige Formung aller Laserpulsparameter zu ermöglichen,
sind mindestens vier unabhängige Manipulationen des Laserpulses L durch ein
Modulatorelemente mit mehreren unabhängigen Abschnitten a, b, c, d, e, f oder
mehrere unabhängige Modulatorelemente a, b, c, d, e, f notwendig, deren optische
Achsen in bestimmter Weise zueinander ausgerichtet sind. Verschiedene Möglichkeiten
für die Ausrichtungen der optischen Achsen der mindestens vier Modulatorelemente
a, b, c, d, e, f bzw. deren Abschnitte a, b, c, d, e, f sind denkbar, z. B. unter
Winkeln von 45°, –45°, 0°, 90° zur x-Richtung, wenn der
Polarisator 120 zwischen dem ersten und zweiten Abschnitt a, b angeordnet
ist (siehe 2C), oder unter 45°, –45°,
45°, 0°, wenn der Polarisator 120 zwischen dem zweiten und dritten
Abschnitt b, d des Modulatorelementes angeordnet ist. Wesentlich ist, dass nach
dem Polarisator 120 mindestens zwei weitere Abschnitte c, d oder Modulatorelemente
c, d durchstrahlt werden. Die optische Achse des ersten Abschnitts c ist hierbei
jeweils unter einem Winkel von 45° zur Polarisationsrichtung des Polarisators
120 und die optische Achse des zweiten Abschnitts d unter einem Winkel
von 45° zum vorhergehenden Abschnitt eingestellt.
Die mathematische Beschreibung für einen Pulsformer
10, bei dem der Polarisator 120 nach dem ersten Abschnitt a des
mindestens einen Modulatorelementes eingebaut ist und die Ausrichtung der optischen
Achsen zu 45°, –45°, 45°, 90° zur x-Richtung gewählt
wurde, ist im Folgenden beschrieben. Man erhält in diesem Fall für die
Polarisierungskomponenten des elektrischen Feldes
mit der Phase &phgr; = 0.5(ϕa + ϕb + ϕc
+ ϕd), der Transmission T = cos2[0.5ϕa],
der Phasendifferenz &Dgr;&phgr; = ±&pgr;/2 + ϕd und den
Amplituden Ax = cos[0.5ϕa]cos[0.5(ϕb
– ϕc)] und Ay = cos[0.5ϕa]sin[0.5(ϕb
– ϕc)]. Auf diese Weise ist eine beliebige Modulation des
elektrischen Feldes in Phase, Amplitude und Polarisation unter beliebiger Ausrichtung
der Hauptachsen der Polarisierungsellipse möglich.
Mit den derzeit kommerziell erhältlichen Doppelflüssigkristallarrays
kann vorteilhaft ein in 2D dargestellter Aufbau zur
beliebigen Modulation, bei dem man dreimal durch die Abschnitte der Doppelflüssigkristallarrays
hindurchstrahlt, realisiert werden. Der Polarisator 120 ist dabei zwischen
dem ersten und zweiten Durchgang eingebaut. Mindestens ein polarisationsdrehendes
Element 142a, das direkt vor dem die Modulatorelemente a, b, c, d, e, f
darstellenden Doppelflüssigkeitsarray angeordnet und im dritten Durchgang durchstrahlt
wird, sorgt für eine Drehung der Polarisation des Laserpulses L um 45°
im dritten Durchgang.
Denkbar ist auch, mehrere separate Kompressoranordnungen mit jeweils
ein bis drei Modulatorelementen zu verwenden, die nacheinander von dem Laserpuls
L durchlaufen werden. Weiterhin können die optischen Achsen der mindestens
vier Abschnitte a, b, c, d, e, f des mindestens einen Modulatorelementes gleich
ausgerichtet und polarisationsdrehende Elemente im Strahlengang S des Laserpulses
L angeordnet werden.
Nachteilig bei Anordnungen, bei denen der Laserpuls L den Pulsformer
10 mehrfach in Hin- und Rückrichtung durchläuft, ist, dass sich
die Anzahl der Beugungen an den optischen Gittern 101, 102 erhöht
und sich die Polarisationsabhängigkeit der optischen Gitter 101,
102 somit stärker auswirkt.
Wie vorangehend beschrieben, ist grundlegend eine beliebige Formung
der Amplitude, Phase und Polarisation des Laserpulses L und somit eine beliebige
Formung des Laserpulses L möglich. Die Formbarkeit des Laserpulses ist hierbei
jedoch abhängig von der Ausbildung des Pulsformers 10 und insbesondere
von der Ausrichtung der Modulatorelemente a, b, c, d, e, f. Wird z. B ein Pulsformer
10 mit Modulatorelementen a, b, c, d verwendet, dessen optische Achsen
in der x-y-Ebene unter +45°, –45°, –45°, +45°
ausgerichtet sind, oder werden nur drei Modulatorelemente a, b, c bzw. Abschnitte
a, b, c von Modulatorelementen zur Formung der spektralen Anteile eingesetzt, so
ist die Polarisation des Laserpulses L nicht beliebig einstellbar, da die Richtung
der Hauptachsen der Polarisationsellipse bei einer elliptischen Polarisation nicht
gedreht werden kann. Wird das vierte Modulatorelement d bzw. der vierte durchlaufene
Abschnitt d jedoch in geeigneter Weise ausgerichtet, so ist grundlegend eine freie
Formung aller Parameter des Laserpulses L möglich.
Wenn die Brechungsindices der optischen und der dazu senkrechten Achse
der Modulatorelemente a, b, c, d für alle Spannungseinstellungen voneinander
abweichen, ist es zur exakten Modulation insbesondere bei sehr kurzen Laserpulsen
notwendig, zu jedem Modulatorelement a, b, c, d jeweils ein weiteres, mit seiner
optischen Achse senkrecht dazu ausgerichtetes Modulatorelement hinzuzufügen.
Diese zusätzlichen Modulatorelemente gleichen dann die sonst auftretenden zeitlichen
Verschiebungen der Pulskomponenten aus.
Der Laserpuls L ist vor Einfall in den Pulsformer 10 in seiner
Amplitude, Phase und Polarisierungsrichtung durch das Lasersystem bestimmt. In der
Regel ist der Laserpuls L hierbei zunächst linear polarisiert und bevorzugt
so ausgerichtet ist, dass er in x-Richtung (siehe 2A)
polarisiert ist und so auf das erste optische Gitter 101, dessen Gitterlinien
ebenfalls in y-Richtung gerichtet sind, einfällt. Eine polarisationsabhängige
Beugung des Laserpulses L am ersten Gitter 101 bei der ersten Beugung ist
auf diese Weise ausgeschlossen. Bei Durchlauf durch den Pulsformer 10 wird
die Polarisation des Laserpulses L jedoch moduliert, so dass der Laserpuls L bzw.
dessen spektralen Anteile eine zirkulare, elliptische oder lineare Polarisation
annehmen können und am zweiten optischen Gitter 102 wiederum gebeugt
und kollimiert werden. Die Beugung dieser so polarisierten spektralen Anteile am
zweiten optischen Gitter 102 kann dabei polarisationsabhängig sein,
so dass eine Korrektur erforderlich ist.
Die polarisationsabhängige Beugung kann beispielsweise durch
Verwendung von Glasplatten, die unter dem Brewsterwinkel in den Strahlengang S gestellt
werden, ausgeglichen werden, wie beispielsweise in T. Brixner und G. Gerber, Opt.
Lett. 26 (2001) 557 beschrieben ist. Dies führt jedoch zu einer Intensitätsabschwächung
des gesamten Laserpulses. Um diese Abschwächung zu vermeiden, kann die polarisationsabhängige
Beugung des Laserpulses L auch vorteilhaft in die Erzeugung der Pulsformen, d.h.
in die Ansteuerungsparameter zur Steuerung der einzelnen Pixel a1, a2, a3, ... etc.,
mit eingerechnet werden.
Die Intensität der an den optischen Gittern gebeugten Laserpulskomponenten
(Lx, Ly) ist polarisationsabhängig und bewirkt eine Abweichung
der eingestellten Elliptizität der Polarisation von der gewünschten Elliptizität.
Dieser Effekt vergrößert sich normalerweise, wenn man Gitter mit kürzerem
Gitterabstand und damit größerer Spektralaufspaltung und höherer
Auflösung verwendet, was in der Praxis die Modulationsauflösung begrenzt.
Der Effekt der polarisationsabhängigen Beugung ist in 4A
beispielhaft dargestellt, in der die gemessenen Intensitäten der horizontalen
Polarisierungskomponente Lh, des geformten Laserpulses L', der vertikalen
Polarisierungskomponente Lv sowie des gesamten geformten Laserpulses
L' graphisch über der zwischen den Polarisierungskomponenten Lh,
Lv eingestellten Phasendifferenz (unter Verwendung eines Pulsformers
10 gemäß 2C) dargestellt sind. Wie
man erkennt, sind die Maximalwerte der Intensitäten der Polarisierungskomponenten
Lh, Lv nicht identisch, sondern weichen um ca. 15% voneinander
ab, was durch die Polarisationsabhängigkeit der Beugung an den optischen Gittern
101, 102 bedingt ist. Aus den gemessenen Intensitäten (Ih
= (cos[&Dgr;ϕ/2])2 und Iv = C(sin[&Dgr;ϕ/2])2)
der beiden Polarisierungskomponenten Lh, Lv (wobei die Konstante
C das Verhältnis der Maximalwerte der Intensitäten der Polarisierungskomponenten
Lh, Lv bezeichnet und im in 4A
dargestellten Fall 0.85 beträgt) lässt sich die Elliptizität folgendermaßen
analytisch ermitteln.
Dies entspricht der nach dem Pulsformer 10 gemäß
2C auftretenden Elliptizität des geformten Laserpulses
L', in die somit die durch das letzte Gitter 102 veränderte polarisationsabhängige
Beugung in die Bestimmung der Elliptizität mit eingerechnet ist. Es wird demnach
das Verhältnis der beiden gebeugten Polarisationsrichtungen C = Ivmax/Ihmax
ermittelt und so die Elliptizität in Abhängigkeit von der Phasendifferenz
berechnet. Bei der Einstellung der Phasendifferenz, aus der sich die Ansteuerungsparameter
für die Pixel a1, a2, a3, ... etc. der Modulatorelemente a, b, c, d ergeben,
werden somit die Beugungseffekte berücksichtigt und die Phasendifferenz so
eingestellt, dass die gewünschte Elliptizität erhalten wird. Auf diese
Weise kann jede Elliptizität ohne Abschwächung eingestellt werden, was
vorteilhaft gegenüber dem Einsatz von unter dem Brewsterwinkel in den Strahlengang
gestellten Glasplatten ist, da der Laserpuls in letzterem Fall in seiner Intensität
abgeschwächt werden muss.
Die auftretende Polarisationsabhängigkeit der Intensität
des aus dem Pulsformer austretenden Laserpulses kann vorteilhaft durch eine im folgenden
beschriebene Einstellung der Ansteuerungsparameter so korrigiert werden, dass keine
Polarisationsabhängigkeit mehr auftritt. Dazu wird durch eine geeignete Anpassung
der Amplitudenmodulation die Intensität der stärkeren Komponente auf den
Wert der geringeren abgeschwächt, indem die eingestellte Transmission mit der
Funktion
multipliziert wird. Diese Funktion wird als Korrektur bei der Bestimmung der Ansteuerungsparameter
für die Modulatorelemente a, b, c, d bzw. deren Pixel a1, a2, a3, ..., etc.
berücksichtigt und sorgt für eine Angleichung der Intensität beider
Polarisierungskomponenten. In 4B sind die gemessenen
Intensitäten der horizontalen und vertikalen Polarisierungskomponente Lh,
Lv sowie des gesamten Laserpulses L bei Verwendung der Korrektur dargestellt.
In 5A und 5B
sind zwei Ausführungsformen eines alternativen, parallel aufgebauten Pulsformers
10 dargestellt, bei dem, im Gegensatz zu den Pulsformern gemäß
2A-2D, ein Laserpuls L
in zwei Teilpulse Lx, Ly geteilt wird und die Teilpulse dann
in paralleler Weise den Pulsformer 10 durchlaufen, um in Amplitude, Phase
und Polarisation geformt zu werden.
Der Laserpuls L fällt hierbei in den Pulsformer 10 ein
und wird durch einen Strahlteiler 141 in zwei gleich starke Teilpulse Lx,
Ly geteilt, die daraufhin unter unterschiedlichen Einfallswinkeln auf
ein erstes optisches Gitter 101 gelenkt und durch das optische Gitter
101 gebeugt werden. Das optische Gitter 101 zerlegt die Teilpulse
Lx, Ly jeweils in die spektralen Anteile, die durch eine erste
Zylinderlinse 111 parallel ausgerichtet werden, jeweils ein erstes und
zweites Modulatorelement ax, bx bzw. ay, by durchlaufen, durch eine zweite Zylinderlinse
112 fokussiert und durch ein zweites optisches Gitter zu zwei geformten
Teilpulsen Lx', Ly' kollimiert werden. Der eine geformte Teilpuls
Ly' wird daraufhin durch einen Phasenretardierer in Form eines &lgr;/2-Plättchens
142 gelenkt und durch diesen in seiner Polarisierungsrichtung um 90°
gedreht. Beide Teilpulse Lx', Ly' werden schließlich
einem polarisierenden Element in Form eines polarisierenden Strahlteilers
121 zugeführt, der eine erste Polarisierungskomponente transmittiert
und eine zweite, senkrecht zur ersten gerichtete Polarisierungskomponente reflektiert.
In dem in 5A und 5B dargestellten
Fall treffen die beiden Teilpulse unter einem räumlichen Winkel von 90°
zueinander auf den polarisierenden Strahlteiler 121, wobei der erste Teilpuls
Ly' nahezu vollständig reflektiert und der zweite Teilpuls Lx'
nahezu vollständig transmittiert wird. Der polarisierende Strahlteiler
121 vereinigt somit die beiden Teilpulse Lx', Ly'
wiederum zu einem gemeinsamen, geformten Laserpuls L', der dann aus dem Pulsformer
ausgesendet wird.
Bei dem parallelen Pulsformer 10 gemäß
5A werden vier separate Modulatorelemente ax, ay, bx,
by in zwei verschiedenen, jeweils Kompressoranordnungen verwendet, während
bei dem Pulsformer 10 gemäß 5B zwei
Modulatorelemente mit jeweils zwei unterschiedlichen Abschnitten ax, ay bzw. bx,
by in einer Kompressoranordnung eingesetzt werden. Auf letztere Weise kann der Aufbau
vereinfacht und kostengünstig gestaltet werden. Wesentlich ist hierbei, das
beide Teilpulse Lx, Ly jeweils zwei Modulatorelemente ax,
bx, bzw. ay, by durchlaufen und auf diese Weise geformt werden.
Bei dem parallelen Pulsformer 10 gemäß den Ausführungsformen
von 5A und 5B werden somit
zwei Teilpulse Lx, Ly getrennt voneinander moduliert und unabgeschwächt
wieder zusammengeführt. Das elektrische Feld E(x,y,z) = Exex
+ Eyey (mit den Einheitsvektoren ex und ey)
des Laserpulses L ist hierbei durch Überlagerung der elektrischen Felder der
beiden Teilpulse Lx, Ly bestimmt, wobei für jeden der
Frequenz &ohgr; zugeordneten Pixel der Modulatorelemente jeweils die beiden Gleichungen
Ex(x,y,z) = Axcos(&ohgr;t – kz + ϕx)(9)
und
Ey(x,y,z) = Ay cos(&ohgr;t – kz + ϕy)(10)
gelten, wobei &ohgr; die Frequenz, k den Wellenvektor und ϕx,
ϕy die jeweiligen Phasen der Teilpulse Lx, Ly
angibt.
Dadurch, dass der Laserpuls L in zwei Teilpulse Lx, Ly
aufgespaltet wird, die die Modulatorelemente ax, bx, ay, by parallel durchlaufen,
werden die Teilpulse Lx, Ly unabhängig voneinander in
Amplitude und Phase moduliert, wobei der geformte Laserpuls L' dann durch Vereinigung
der beiden Teilpulse Lx, Ly durch den polarisierenden Strahlteiler
121 gebildet wird. Daraus ergibt sich dann insgesamt ein in Amplitude,
Phase und Polarisation geformter Laserpuls. Die räumlichen Intensitätsprofile
der beiden Strahlengänge S der beiden Teilpulse Lx, Ly
sollten hierbei möglichst gleich sein, was bei unsymmetrischem Profil eine
gerade Differenz der Anzahl der Reflexionen an Spiegeln 140,
141, 143 voraussetzt. Die Polarisationsabhängigkeit der optischen
Gitter 101, 102 spielt, im Gegensatz zu dem seriellen Aufbau,
bei dem parallelen Pulsformer 10 keine Rolle, da die Polarisierungsrichtung
des ersten Teilpulses Lx' erst nach dem Passieren des zweiten optischen
Gitters 102 mittels des &lgr;/2-Plättchens 142 gedreht
wird. Dies ermöglicht die Verwendung von optischen Gittern 101,
102 mit kürzerem Gitterabstand, die somit eine größerer
Spektralaufspaltung und dadurch eine höhere spektrale Auflösung in der
Fourierebene zwischen den Zylinderlinsen 111, 112 ermöglichen.
Dadurch, dass die Teilpulse Lx, Ly bei der parallelen
Anordnung separat moduliert werden, erfordert der parallele Pulsformer
10 eine hohe Genauigkeit in der zeitlichen und räumlichen Überlagerung
der Teilpulse Lx, Ly nach dem jeweiligen Durchgang durch die
Modulatorelemente ax, bx, ay, by und somit eine exakte Justierung der Anordnung.
Schwankungen in der Länge der Strahlengänge S können beispielsweise
mit einem gegen Erschütterungen stabilen Aufbau, durch und durch ein umgebendes
Gehäuse zur Vermeidung von Luftzirkulation reduziert werden, damit die interferometrische
Stabilität und somit eine hohe Pulsgenauigkeit erhalten wird. Die spektralen
Intensitäten der Teilpulse in Abhängigkeit von den unterschiedlichen Strahlengängen
S können hierbei durch Anpassung der Transmission der Modulatorelemente ax,
bx, ay, by angeglichen werden. Zudem können apparativ bedingte Phasenunterschiede
zwischen den Strahlengängen (Wegunterschiede, Dispersion durch Linsen usw.)
durch eine auf die Modulatorelemente geschriebene Phasenmaske ausgeglichen werden,
so dass die Teilpulse Lx, Ly in ihrer zeitlichen Form nicht
durch den apparativen Aufbau (mit Ausnahme der Modulatorelemente ax, bx, ay, by)
beeinflusst werden. Dies kann vorteilhaft auch durch den Einsatz eines Optimierungsalgorithmus
zur Suche einer optimalen Phaseneinstellung realisiert werden, wobei das destruktive
Interferenzsignal zwischen den Teilpulsen Lx, Ly minimiert
wird und somit eine präzise Herstellung der gewünschten Pulsformen ermöglicht
wird.
Durch die Integration zu einem parallelen Pulsformer, so wie in
5B dargestellt, ist ein kompakterer Aufbau
erreichbar, bei dem die beiden optischen Strahlengänge S in räumlicher
Nähe zueinander verlaufen und Wegunterschiede durch Erschütterungen und
Luftzirkulation somit gering gehalten werden. Auch ist es vorteilhaft, die interferometrische
Phasenkonstanz zwischen den Teilpulsen Lx', Ly' durch aktive
Stabilisierung sicherzustellen, um zeitliche Änderungen zwischen den Strahlengängen
S auszugleichen. Dieses könnte beispielsweise durch Erfassung, Auswertung und
Optimierung eines Interferenzsignals erfolgen, das durch Interferenz der für
die Anwendung nicht genutzten Polarisierungskomponenten am polarisierenden Strahlteiler
121 erzeugt wird, nämlich durch die durch den polarisierenden Strahlteiler
121 transmittierte Komponente des ersten Teilpulses Lx' und
die durch den polarisierenden Strahlteiler 121 reflektierte Komponente
des zweiten Teilpulses Ly', die in 5A und
5B vom polarisierenden Strahlteiler 121 rechtwinklig
zum Strahlengang des geformten Laserpulses L' (in der Zeichenebene) senkrecht nach
oben abgestrahlt werden. Einer der beiden Strahlengänge S im Pulsformer
10 ist zu diesem Zweck dann (z.B. mit auf einem Piezoelement angebrachten,
entlang einer Verschieberichtung V verstellbaren Spiegeln 143) so regelbar,
dass ein konstantes Interferenzmuster eingestellt werden kann. Vorteil einer Optimierung
dieses Interferenzsignals ist, dass der geformte Laserpuls L' nicht durch zusätzliche
optische Elemente im Strahlengang gestört und abgeschwächt wird und mittels
einer aktiven Stabilisierung hinsichtlich Interferenzphänomenen beispielsweise
im Spektrum die Form des geformten Laserpulses L' konstant gehalten werden kann.
Die elektrischen Felder der durch den parallelen Pulsformer
10 modulierten Teilpulse Lx', Ly' sind gegeben durch:
mit der Transmission des geformten Laserpulses L' T = 0.5(cos2[0.5(ϕax
– ϕbx)] + cos2[0.5(ϕay –
ϕby)]), der Phasendifferenz &Dgr;&phgr; = 0.5((ϕax
+ ϕbx) – (ϕay + ϕby))
und den Amplituden der Teilpulse Lx', Ly', Ax =
cos[0.5(ϕax – ϕbx)] und Ay = cos[0.5(ϕay – ϕby)],
wobei ϕax, ϕbx und ϕay, ϕby
die Phasenverzögerungen der einzelnen, der Frequenz &ohgr; zugeordneten Pixel
der Modulatorelemente bzw. -abschnitte ax, bx und ay, by bezeichnen. Die Phasendifferenz
&Dgr;&phgr; und die Amplituden Ax und Ay bestimmen die
elliptische Form und somit die Polarisation des Laserpulses L':
Die Polarisierungsellipse ist dann in der Richtung ihrer Hauptachsen
und ihrer Elliptizität, so wie in 3B dargestellt,
beliebig einstellbar.
Die Vorrichtung 1 zur Herstellung geformter Laserpulse L'
gemäß 1 weist auch einen Detektor
20 zur Detektion der geformten Laserpulse L' auf, der in einer möglichen
Ausgestaltung in 6 dargestellt ist.
Prinzipiell können zur Detektion der unter Umständen auf
komplexe Weise geformten Laserpulse L' unterschiedliche Techniken eingesetzt werden.
Wesentlich ist hierbei jedoch, dass zur Erfassung des in beliebiger Weise in seiner
Polarisation geformten Laserpulses L' der Laserpuls L' in mindestens drei Polarisationsrichtungen
ausgemessen wird. Dieses ist notwendig, da die Polarisierungsellipse des geformten
Laserpulses L' prinzipiell beliebig ausgerichtet sein kann. Steht vorab fest, dass
die Hauptachsen nicht gedreht und somit festgelegt sind, so ist auch die Messung
lediglich zweier Polarisationsrichtungen ausreichend.
Der Detektor 20 gemäß 6,
der als ein so genannter Kreuzkorrelations-Aufbau ausgebildet ist, weist ein polarisationsdrehendes
Element in Form einer &lgr;/2-Platte 250 und ein polarisierendes Element
in Form eines Polarisators 220 auf, die im Strahlengang S des geformten
Laserpulses L' angeordnet sind.
Zur Messung einer Polarisierungskomponente des geformten Laserpulses
L' in einer bestimmten Polarisationsrichtung wird der Polarisator 220 vertikal
ausgerichtet und die optische Achse der &lgr;/2-Platte 250 so eingestellt,
dass die auszumessende Polarisationsrichtung des Laserpulses L' durch die Wirkung
der &lgr;/2-Platte 250 in die vertikale Richtung gedreht wird. Zur Ausmessung
der vertikalen Polarisationsrichtung wird die &lgr;/2-Platte somit vertikal ausgerichtet,
so dass keine Drehung der Polarisation des geformten Laserpulses L' erfolgt, während
für die Aufnahme der horizontalen Polarisationsrichtung die optische Achse
der &lgr;/2-Platte unter einem Winkel von –45° zur vertikalen Richtung
(zur Drehung der Polarisation um 90° von horizontal nach vertikal)
eingestellt wird. Auf diese Weise wird jeweils eine die Intensität des geformten
Laserpulses L' in eine Polarisationsrichtung anzeigende lineare Polarisierungskomponente
des geformten Laserpulses L' herausgefiltert, wird durch einen Spiegel
240 und eine Linse 260 auf einen Wechselwirkungselement
270, beispielsweise ein BBO-Kristall, fokussiert und wechselwirkt in dem
Wechselwirkungselement 270 mit einem Referenzpuls IR, der, wie
in 1 dargestellt, aus dem ungeformten Laserpuls L abgezweigt
sein kann und über Spiegel 240, eine Verzögerungsstrecke zur
Nachregelung des Strahlengangs in Form der entlang der Verschieberichtung V verstellbaren
Spiegel 243 und eine Linse 260 dem Wechselwirkungselement
270 zugeführt wird.
Durch die Wechselwirkung des geformten Laserpulses L' und des Referenzpulses
LR in dem Wechselwirkungselement 270 entsteht ein Wechselwirkungssignal
K, das dem Kreuzkorrelationssignal einer Polarisierungskomponente des geformten
Laserpulses L' und des Referenzpulses LR entspricht. Das so erzeugte
Wechselwirkungssignal K wird über eine weitere Linse 260 und einen
weiteren Spiegel 240 zu einem eine Auswerteeinheit zur Erfassung und Auswertung
des Wechselwirkungssignals K darstellenden Spektrometer 280 geleitet, das
das Wechselwirkungssignal K erfasst und aus dem Wechselwirkungssignal K die Intensität
der Polarisierungskomponente und somit der Polarisationsrichtung des geformten Laserpulses
L' ableitet. Die Messung wird dabei für mindestens zwei (vorteilhaft mindestens
drei) unterschiedliche Polarisierungskomponenten wiederholt und aus den gemessenen
Intensitäten dann die Amplitude, Phase und Polarisation, insbesondere auch
die Polarisierungsellipse des geformten Laserpulses L' als Funktion der Zeit ermittelt.
Der Detektor gemäß 6 ist so
ausgelegt, dass in zeitlich aufeinander folgenden Messungen jeweils die Intensität
einer linearen Polarisierungskomponente des geformten Laserpulses L' in einer Polarisationsrichtung
als Funktion der Zeit gemessen wird, die &lgr;/2-Platte 250 zwischen
den Messungen um einen bestimmten Winkel gedreht wird, eine zweite Polarisationsrichtung
gemessen und der Vorgang so oft wiederholt wird, bis die gewünschten Polarisationsrichtungen
des geformten Laserpulses L' erfasst sind. Grundlegend ist die Messung der einzelnen
Polarisationsrichtungen hierbei automatisierbar, wobei automatisch eine vorbestimmte
Anzahl von Polarisationsrichtungen des Laserpulses L' als Funktion der Zeit gemessen
und daraus die zeitliche Form des Laserpulses L' ermittelt wird. Da die unterschiedlichen
Polarisationsrichtungen hierbei in separaten Messungen erfasst werden, muss bei
der Auswertung der Messungen zur Bestimmung der Form des geformten Laserpulses L'
die zeitliche Übereinstimmung der Messungen genau ermittelt werden.
Bei der Auswertung der gemessenen Polarisationsrichtungen muss prinzipiell
die durch die &lgr;/2-Platte 250 entstandene Phasenverschiebung von &pgr;
herausgerechnet werden, um die Polarisierungsellipse des Laserpulses L' als Funktion
der Zeit zu ermitteln. Die beschriebene Verwendung von &lgr;/2-Platten liefert
für hinreichend lange Pulse verlässliche Ergebnisse, während bei
extrem kurzen Pulsen mit merklichen Änderungen der Amplitude innerhalb einer
Wellenlänge Abweichungen auftreten können, die aber durch Verwendung von
z.B. Polarisationsrotatoren vermieden werden können.
Bei einem Pulsformer 10, bei dem die Hauptachsen der Polarisierungsellipse
nicht verdreht sind, kann die elliptische Form des Laserpulses L' aus den gemessenen
horizontalen und vertikalen Polarisierungskomponenten des geformten Laserpulses
L' ermittelt werden, da die Hauptachsen der Ellipse entlang der horizontalen und
vertikalen Richtungen ausgerichtet sind (siehe 3A).
Dazu sind die Intensitäten in einem Retrievalverfahren zu ermitteln. Das Hauptachsenverhältnis
B/A bestimmt sich nun aus der Wurzel des Verhältnisses der Intensitäten
der vertikalen und horizontalen Polarisierungskomponenten, die die elliptische Form
des Laserpulses L' eindeutig festlegen.
Bei beliebiger Ausrichtung der Polarisierungsellipse ist die Form
des Laserpulses L' zwar auch durch die Aufnahme von Intensität und Phase in
horizontaler und vertikaler Polarisationsrichtung bestimmt. Phasen und insbesondere
Phasendifferenzen zwischen den einzelnen Polarisierungskomponenten sind jedoch nur
sehr ungenau zu ermitteln. Daher sollte der Laserpuls L' noch in mindestens einer
weiteren Polarisationsrichtung (beispielsweise unter einem Winkel von 45°)
aufgenommen werden, um aus den Intensitäten Ih, Iv und
I45 der drei Polarisierungskomponenten dann die Form der Polarisierungsellipse
des Laserpulses L' als Funktion der Zeit über die Hauptachsen A, B und den
Winkel &ggr; der Hauptachse zur Horizontalen zu bestimmen, die sich ergeben zu:
Die Polarisierungsellipse und die Projektion auf eine beliebige Achse
(unter einem Winkel &thgr;) werden dabei durch die folgenden Gleichungen beschrieben:
Die Ellipsenparameter A, B und &ggr; können hierbei auch analog
durch einen numerischen Fit der experimentell erhaltenen Intensitäten der Polarisierungskomponenten
an die Gleichung (15) gefunden werden. Damit ist für jeden Zeitpunkt innerhalb
des Laserpulses L' die Polarisierungsellipse des elektrischen Feldes ermittelbar
und durch eine Auftragung der Polarisierungsellipse über der Zeit die Form
des Laserpulses L' graphisch darstellbar (siehe 7A
und 7B).
Um den Umlaufssinn der Polarisierungsellipse zu erhalten, kann entweder
die (schwer zu ermittelnde) Phasendifferenz verwendet werden, es kann eine &lgr;/4-Platte
in den Laserstrahl eingesetzt werden, oder es können die unter den verschiedenen
Richtungen aufgenommenen Spektren mit simulierten Spektren verglichen werden, wodurch
der Umlaufsinn festgelegt ist.
Zwei mittels des Detektors zu einem bestimmten Zeitpunkt erfasste
Polarisierungsellipsen M eines Laserpulses L' sind graphisch in 7A
und 7B dargestellt. Die vorgegebenen und am Pulsformer
eingestellten Polarisierungsellipsen T sind dabei gestrichelt eingezeichnet, wobei
zusätzlich die jeweils zugeordneten Parameter Elliptizität B/A und der
Hauptachsenwinkel &ggr; angegeben sind. Indem die Polarisierungsellipsen zu jedem
Zeitpunkt des Laserpulses L' ermittelt werden, lässt sich dann der Laserpuls
L' in dreidimensionaler Weise als Funktion der Zeit t darstellen, so wie beispielsweise
in 9B gezeigt.
Durch den Pulsformer 10 gemäß 2A-2D
oder 5A und 5B kann der
Laserpuls L in Amplitude, Phase und Polarisation zeitabhängig geformt werden.
Die zeitabhängige Formung erfolgt, indem die spektralen Anteile des Laserpulses
L separat manipuliert werden, die Pixel a1, a2, a3, ... etc. der Modulatorelemente
a, b, c, d, e, f, ax, ay, bx, by zu diesem Zweck den spektralen Anteilen zugeordnet
werden und die spektralen Anteile somit in ihrer Polarisation eingestellt werden.
Die Pixel a1, a2, a3, ... etc. werden hierbei über Ansteuerungsparameter angesteuert,
die bei Verwendung von Flüssigkeitskristallarrays Spannungswerten entsprechen,
die an die Pixel a1, a2, a3, ... etc. angelegt und eine Änderung der Brechungsindices
für eine Polarisierungskomponente des einfallenden Laserpulses L bewirken.
Die Ansteuerungsparameter werden dabei einmal eingestellt und dann während
der Pulsdauer des Laserpulses L nicht verändert.
Unterschiedliche Verfahren zur Bestimmung der Ansteuerungsparameter
sind hierbei denkbar. Zum einen ist die Ermittlung der Ansteuerungsparameter im
Rahmen eines iterativen Optimierungsverfahrens möglich. Beispielsweise kann
initial eine Verteilung von Ansteuerungsparametern zur Ansteuerung der Pixel a1,
a2, a3, ... etc der Modulatorelemente a, b, c, d, e, f bzw. ax, ay, bx, by vorgegeben
werden, der so geformte Laserpuls L' in einer Anwendung, beispielsweise zur Anregung
eines Moleküls, verwendet werden, hieraus ein Anregungssignal (Fitness) erfasst
werden und durch Anpassung der Ansteuerungsparameter das Anregungssignal iterativ
optimiert werden. Auf diese Weise werden iterativ die für eine jeweilige Anwendung
optimalen Ansteuerungsparameter ermittelt.
Beispielsweise kann auf diese Weise der geformte Laserpuls L' mittels
einer zufälligen Anfangseinstellung der Ansteuerungsparameter zur Ionisierung
von Molekülen verwendet werden, wobei ein Anregungssignal in Form eines Ionensignals
(Fitness) erfasst und iterativ optimiert wird. Die Anpassung der Ansteuerungsparameter
kann hierbei durch zufällige Überkreuzung und Mutation im Rahmen eines
evolutionären Algorithmus erfolgen, bei dem die geformten Laserpulse L' auf
die erhaltenen Ionensignale (Fitness) des gewünschten Clusters/Moleküls
hin getestet werden und die entstehenden Ionen in einer Ionenoptik durch elektrostatische
Felder abgezogen, mit einem Quadrupolmassenspektrometer selektiert und in einem
Elektronenvervielfältiger detektiert werden. Nur eine bestimmte
Anzahl von Laserpulsen L' mit der besten Fitness wird dann weiterverwendet um wiederum
durch Überkreuzung der Elemente neue Ansteuerungsparameter zu erzeugen und
weiter zu optimieren. Dieser iterative Ablauf wird so lange fortgeführt, bis
sich die Fitness nicht mehr ändert und somit ein optimal geformter Laserpuls
L' gefunden ist.
In 8 ist ein Optimierungsfaktor in Abhängigkeit
der Iterationen während einer derartigen Optimierung dargestellt. Der Optimierungsfaktor
gibt hierbei das Verhältnis der Intensitäten des gemessenen Anregungssignals
und des mit einem ungeformten Laserpuls L erhaltenen Anregungssignals an. Dargestellt
ist ein Optimierungsvorgang am Beispiel einer freien Optimierung von Amplitude,
Phase und Polarisation eines Laserpulses L' zur Ionisierung von NaK, wobei für
den dargestellten Fall ein serieller Pulsformer 10 gemäß
2B verwendet worden ist und die Ionisierung von NaK
im Molekularstrahl durch Anregung mit einem in Amplitude, Phase und Polarisation
geformten Laserpuls L' sowie zum Vergleich mit einem nur in Phase und Amplitude
modulierten Laserpulses optimiert wurde. Die abgebildeten Lernkurven zeigen einen
beträchtlichen Anstieg und eine Konvergenz innerhalb von etwa 70 Iterationen.
Dabei ist ersichtlich, dass die Optimierung mittels des in Amplitude, Phase und
Polarisation geformten Laserpulses L' zu einem gegenüber dem lediglich in Phase
und Amplitude geformten Laserpuls besseren Optimierungsfaktor und somit einem effektiveren
Laserpuls führt.
Um die Ansteuerungsparameter zur Erzeugung eines geformten Laserpulses
L' vorzugeben, ist auch denkbar, die Pulsform des zu erzeugenden Laserpuls parametrisch
als Funktion der Zeit vorzugeben und aus den parametrischen Vorgaben die zur Erzeugung
des Laserpulses L' erforderlichen Ansteuerungsparameter zu ermitteln. Auf diese
Weise ist es möglich, den Laserpuls L' auf für einen Anwender einfache
und übersichtliche Weise zu definieren und anzugeben oder, im Rahmen eines
Optimierungsverfahrens, den Suchraum erheblich einzuschränken.
Die von einem Anwender vorgebbaren Parameter können hierbei insbesondere
intuitiv verständliche Parameter sein. Beispielsweise kann ein Anwender Unterpulse
vorgeben, aus denen ein Laserpuls zusammengesetzt werden soll und die durch Unterpulsintensitäten,
-abstände, -chirps, -phasendifferenzen, -elliptizitäten, -helizitäten
und -hauptachsenwinkeln definiert sind. Die Unterpulse stellen in diesem Zusammenhang
einzelne elementare Pulse dar, die kombiniert werden können und so den gesamten
Laserpuls ergeben. Darüber hinaus kann ein Anwender spektrale Phasen-, Amplituden-
und Polarisationsmuster vorgeben, aus denen dann mittels der Ansteuerungsparameter
ein entsprechender Laserpuls L' erzeugt wird.
Beispiele für so erzeugte Laserpulse L' sind in 9A
bis 9H angegeben, wobei in 9A,
9C, 9E und 9G
die Verläufe der Intensität, der Elliptizität und des Hauptachsenwinkels
als Funktion der Zeit für vier unterschiedliche Laserpulse L' angegeben ist,
während in 9B, 9D,
9F und 9H die jeweils
zugehörigen erzeugten Laserpulse L' in einer dreidimensionalen Darstellung
über der transversalen x-y-Ebene und der Zeit t dargestellt sind. Es zeigen
hierbei 9A, 9B elliptische
Unterpulse, die senkrecht zueinander ausgerichtet sind, 9C,
9D einen elliptischen und einen zirkularen Unterpuls,
9E, 9F elliptische Unterpulse,
die unter einem Winkel von 30° zueinander stehen und 9G,
9H elliptische Unterpulse, die unter einem Winkel von
45° zueinander stehen.
Unter Verwendung des Pulsformers 10 sind somit in Amplitude,
Phase und Polarisation beliebig geformte Laserpulse L' einstellbar. Zur Ermittelung
der Ansteuerungsparameter für den seriellen Pulsformer gemäß
2A-2D wird vorteilhafterweise
das im Folgenden beschriebene und in 10 übersichtsmäßig
dargestellte Verfahren verwendet.
Zunächst wählt ein Benutzer Pulsparameter wie z.B. Unterpulsabstände,
-intensitäten, -chirps, -phasendifferenzen sowie Umlaufrichtung (Helizität),
Elliptizität oder dergleichen für die den zu erzeugenden Laserpuls L'
ausbildenden Unterpulse aus (Schritt 512). Die Unterpulse können hierbei
beispielsweise eine gausssche Form in der Zeit aufweisen.
Anschließend wird für jeden Unterpuls die jeweilige Maximalintensität
der beiden Komponenten des elektrischen Feldes aus der Gesamtintensität des
Unterpulses und der Elliptizität errechnet (Schritt 512). Für
jeden Unterpuls wird hierbei über die Beziehung
E2max_sub = E2xmax_sub + E2ymax_sub(15)
mit
die jeweilige Maximalamplitude in beiden Komponenten zu
errechnet (oder alternativ mit der Differenz der Phasenverzögerungen
&Dgr;ϕ = ±2 arctan(BA)
zu
beide Formulierungen sind mathematisch äquivalent). Die einzelnen Unterpulse
werden dann gesondert für beide Komponenten kombiniert und so die elektrischen
Felder beider Komponenten des gesamten Laserpulses L' ermittelt. Auf diese Weise
werden Ex,out(t) und Ey,out(t) (E komplex) des gesamten Laserpulses
L' bestimmt und mittels Fourier-Transformation daraus direkt die spektralen elektrischen
Feldkomponenten Ex,out(&ohgr;) und Ey,out(&ohgr;) abgeleitet,
die die spektralen Anteile des Laserpulses L' angeben.
Die elektrischen Feldkomponenten werden dann in die zum Ansteuern
der einzelnen Modulatorelemente a, b, c, d notwendigen Ansteuerungsparameter in
Form von Spannungswerten umgerechnet (Schritte 513 bis 517). Die
die Ansteuerungsparameter bestimmenden Phasenverzögerungen ϕc(&ohgr;)
und ϕd(&ohgr;) werden dabei durch Einsetzen von Ex,out(&ohgr;),
Ey,out(&ohgr;) und Ein(&ohgr;) in die folgenden Gleichungen
erhalten:
Diese Ausdrücke gewinnt man durch Umstellen der Modulationsfunktion
(siehe beispielsweise Gleichung (1)) des elektrischen Feldes für den seriellen
Pulsformer gemäß 2A-2C
nach ϕc(&ohgr;) und ϕd(&ohgr;), wobei nur der
Realteil verwendet wird, da imaginäre Werte nicht in Ansteuerungsparameter
umsetzbar sind. Bei der Verwendung eines Pulsformers 10, bei dem die Hauptachsen
der Polarisierungsellipse des einstellbaren Laserpulses L' festgelegt und nicht
drehbar sind, führt die Bestimmung der Ansteuerungsparameter zu Imaginärteilen
in den Phasenverzögerungen. Durch Einschränkung auf den Realteil werden
somit angenäherte Pulsformen erzeugt, die den gewünschten zeitlichen Verlauf
nur näherungsweise nachbilden und zusätzlich (kleine) Replika-Pulse aufweisen.
Alternativ können Ex,out(t) und Ey,out(t)
auch ausschließlich durch Phasenmodulation in ihrer funktionalen Form rechnerisch
simuliert werden (was Replika-Pulse in den einzelnen Komponenten zur Folge hat)
und mittels Fourier-Transformation in die spektralen Anteile Ex,out(&ohgr;)
und Ey,out(&ohgr;) umgerechnet werden. Durch Einsetzen der so gewonnenen
theoretischen Komponenten Ex,out(&ohgr;) und Ey,out(&ohgr;)
in die Gleichungen für die Phasenverzögerungen (Gleichung (20)) werden
dann ausschließlich reelle Werte für die Phasenverzögerungen ϕc(&ohgr;)
und ϕd(&ohgr;) erhalten, da die vorgewählten Pulsformen durch
eine Intensitätsnormierung und die ausschließliche Phasenmodulation entsprechend
vorab eingeschränkt worden sind.
Bei der Verwendung eines Pulsformers 10, bei dem die Hauptachsen
der Polarisierungsellipse des Laserpulses L in Folge der Ausrichtung der optischen
Achsen der Modulatorelemente a, b, c, d oder der Verwendung von nur drei Modulatorelementen
a, b, c festgelegt und nicht drehbar sind, treten, wie oben erwähnt, Replika-Pulse
auf, die bedingt sind durch die Einschränkung, dass die Transmission T(&ohgr;)
für beide Komponenten des Laserpulses L immer gleich ist. Wegen dieser Einschränkung
kann keine gleichzeitige exakte Formung der Unterpulse in beiden Polarisationskomponenten
des Laserpulses L erfolgen. Eine exakte, replikafreie Formung
des Laserpulses L erfordert eine unabhängige Einstellung der Transmissionen
in beiden Komponenten des Laserpulses L.
Das Verwenden eines vierten, unter 45° zum dritten Modulatorelement
c ausgerichteten Modulatorelementes d, wie vorangehend beschrieben, behebt diese
Einschränkung und ermöglicht eine beliebige parametrische Modulation des
Laserpulses L ohne Replika-Pulse. Das hierfür erforderliche Verfahren zur Einstellung
der Pulsform läuft analog zu dem vorangehend beschriebenen Verfahren ab, wobei
lediglich die Funktion für die Phasenverzögerungen (siehe Gleichung (20))
abhängig von Ex,out(&ohgr;), Ey,out(&ohgr;) und Ein(&ohgr;)
angepasst werden müssen. Damit ist die gewünschte Pulsform, bei der auch
die Hauptachsen der Polarisierungsellipse frei einstellbar sind, exakt nachbildbar,
ohne dass sich Replika-Pulse ergeben.
Auf die vorangehend beschriebene Weise ist auch eine parametrische
Formung eines Laserpulses L' im Spektralbereich möglich, bei der gewünschte
Frequenzmuster (z.B. schmale gaussförmige Spitzen mit variablen Intensitäten
und Abständen im Frequenzbereich) eingestellt werden, wobei die Formung im
Frequenzbereich hierbei jedoch auf die Bandbreite des zu formenden Laserpulses L
beschränkt ist. Beispielsweise im Frequenzbereich eingestellte Spitzen lassen
sich vorteilhaft dafür verwenden, (vibronische) Übergänge in Molekülen
im Rahmen einer Optimierung zu suchen, oder bestimmte bereits bekannte Übergänge
in einer Optimierung oder einer gewollten Pulsform zu erlauben (oder zu verbieten).
Dies eröffnet neuartige Möglichkeiten einer gezielten Beeinflussung von
molekularen Prozessen.
Ein analoges, übersichtsmäßig in 11
dargestelltes Verfahren ergibt sich bei Verwendung eines parallelen Pulsformers
10 gemäß 5A und 5B.
Hier wählt der Benutzer zunächst die Pulsparameter zur parametrischen
Definition des zu erzeugenden Laserpulses L' aus (Schritt 502). Die benutzerdefinierten
Parameter &ggr; (Ausrichtung der Hauptachsen) und r = B/A (Elliptizität)
werden hierbei für jeden Unterpuls in die spektrale Phasendifferenz &Dgr;&phgr;
und den Betrag des Verhältnisses der Amplituden Ax und Ay
der Polarisierungskomponenten des Laserpulses L umgerechnet, wobei das Vorzeichen
der spektralen Phasendifferenz durch die Wahl der Polarisationsrichtung bestimmt
ist und die Umlaufrichtung (Helizität) definiert:
oder alternativ:
(beide Beschreibungen sind mathematisch äquivalent).
Für jeden Unterpuls wird daraufhin das Amplitudenverhältnis
sowie die Phasendifferenz &Dgr;&phgr; zwischen den Phasen beider Komponenten
des elektrischen Feldes eingestellt (Schritt 503). Durch Kombination der
Unterpulse werden dann Ex,out(t) und Ey,out(t) des gesamten
Laserpulses L' ermittelt und daraus mittels Fourier-Transformation
Ex,out(&ohgr;) und Ey,out(&ohgr;) gebildet.
Aus den Komponenten des elektrischen Feldes werden dann Filterfunktionen
für die Teilpulse Lx', Ly' errechnet (Schritt
504 bis 508) und daraus die Ansteuerungsparameter abgeleitet,
die dann zur Ansteuerung der Modulatorelemente ax, bx, bzw. ay, by verwendet werden
(siehe 5A und 5B). Die
Filterfunktionen Hx, Hy (komplex), mit den Amplitudenfaktoren
Rx, Ry und den Phasenfaktoren &psgr;x, &psgr;y,
sind dabei gegeben durch
und werden in die die Ansteuerungsparameter definierenden Phasenverzögerungen
mittels ϕax = &pgr;/2 + &psgr;x(&ohgr;) + arccos(Rx(&ohgr;)),
ϕbx = &pgr;/2 + &psgr;x(&ohgr;) – arccos(Rx(&ohgr;)),
ϕay = &pgr;/2 + &psgr;y(&ohgr;) + arccos (Ry(&ohgr;))
und ϕby = &pgr;/2 + &psgr;y(&ohgr;) – arccos(Ry(&ohgr;))
umgerechnet. Die mittels der so bestimmten Ansteuerungsparameter modulierten Teilpulse
Lx', Ly' ergeben dann nach der Zusammenführung den gewünschten
geformten Laserpuls L'.
Auch ein beliebiger, vom Benutzer gewünschter zeitlicher oder
spektraler Verlauf der Pulsform (z.B. hinsichtlich der Polarisationsrichtung, der
Elliptizität oder des Phasenverlaufs) innerhalb des Pulses oder Unterpulses
kann mit den vorgestellten Methoden für den seriellen und den parallelen Aufbau
realisiert werden. Der Benutzer kann hierzu die Pulsform (zum Beispiel durch Eingabe
eines funktionalen Zusammenhangs oder Einstellung einer beliebigen polynominalen
Form) nach seinen Wünschen gestalten.
Vorteilhafterweise wird das Verfahren zur Ermittelung der Ansteuerungsparameter
für den seriellen und den parallelen Pulsformer hierbei mittels eines Computerprogramms
implementiert, dass die Ansteuerungsparameter aus den Benutzereingaben errechnet
und die Modulatorelemente zur Erzeugung des gewünschten Laserpulses L' ansteuert.
Das Computerprogramm kann dabei so ausgestaltet sein, dass einem Benutzer die Eingabe
von Unterpulsparametern zur Definition der den Laserpuls ausbildenden Unterpulse
ermöglicht wird, indem beispielsweise die Position, die Energie, die Phase,
das Verhältnis der Hauptachsen B/A, die Umlaufrichtung (Helizität), der
Winkel der großen Hauptachse relativ zur Horizontalen, ein linearer, quadratischer
oder kubischer Chirp des jeweiligen Unterpulses eingegeben werden kann, daraus die
Pulsform des zu erzeugenden Laserpulses L' errechnet und dargestellt wird (insbesondere
in dreidimensionaler Form, analog 9A-9H),
die Ansteuerungsparameter bestimmt werden und der Pulsformer 10 auf diese
Weise gesteuert wird.
12 zeigt eine interaktive Benutzeroberfläche eines
solchen Computerprogramms, mittels dessen die Form des zu formenden Laserpulses
L eingegeben werden kann. Die Benutzoberfläche stellt eine für den Benutzer
leicht zu handhabende Eingabemaske dar, wobei der Benutzer die Parameter zur Spezifikation
des Laserpulses eingibt, sich die zeitliche Variation eines eingestellten Parameters
für den Laserpuls in Form von Parameterscans ausgeben und den simulierten geformten
Laserpulse in verschiedenen Darstellungen anzeigen lassen kann. In der in
12 dargestellten Eingabemaske
– sind oben links Unterpulsparameter einzugeben, nämlich die Position,
Energie, konstante Phase, Verhältnis der Hauptachsen B/A, Umlaufrichtung (Helizität),
Winkel der großen Hauptachse relativ zur Horizontalen, linearer, quadratischer
und kubischer Chirp für die jeweiligen Unterpulse,
– besteht oben rechts die Möglichkeit, sich die Variation eines
eingestellten Parameters des Laserpulses, beispielsweise den Winkel der großen
Hauptachse zur Horizontalen (Major Axis Angle) in Form eines Meßsignals anzeigen
zu lassen und
– werden unten die aus den Parametern errechneten dreidimensionalen Pulsformen
dargestellt, wobei auch andere Darstellungen der Pulsform wie z. B. die zeitliche
oder spektrale Intensität, Amplitude, Phase oder dergleichen ausgewählt
werden können.
Die Eingabemaske erlaubt somit einen instruktiven Vergleich mit der
nach Ansteuerung des Pulsformungsgerätes und Durchführung der Detektion
tatsächlich gemessenen Pulsform des Laserpulses, die in der Benutzeroberfläche
ebenfalls dargestellt werden kann.
Denkbar und vorteilhaft ist auch, eine iterative Optimierung des erzeugten
Laserpulses L' mittels der parametrischen Definition des Laserpulses
L' vorzunehmen. Auf diese Weise kann der Suchraum und somit die Anzahl der erforderlichen
Iterationen erheblich reduziert werden. Beispielsweise kann so eine Optimierung
erfolgen, indem iterativ der Abstand zwischen Unterpulsen und/oder die Ausrichtung
der Polarisierungsellipsen der Unterpulse angepasst und optimiert wird. Als Ergebnis
der Optimierung können dann physikalisch unmittelbar interpretierbare Parameter
angeben werden, die auch Rückschlüsse auf die jeweilige Anwendung zulassen.
Beispielsweise ist es denkbar, dass durch mittels der Optimierung ermittelte Polarisationsrichtungen
der unterschiedlichen Unterpulse des Laserpulses L' auf die Ausrichtung der durch
den Laserpuls L' angeregten Moleküle zurück geschlossen werden kann.
Die vorgestellte Erfindung ist nicht auf die vorangehend beschriebenen
Ausführungsformen beschränkt. Insbesondere sind Anordnungen denkbar, die
hinsichtlich der verwendeten Bandbreite und Auflösung optimiert sind, indem
Pulsformer mit einer größeren Anzahl von Modulatorelementen und/oder Pixeln
pro Modulatorelement verwendet werden. Auf diese Weise können längere
Pulsformen hergestellt werden, was eine genauere Anregung und Beeinflussung eines
molekularen Systems über eine größere Zeitdauer ermöglicht.
1
Vorrichtung
10
Pulsformer
101, 102
Gitter
111-112
Zylinderlinse
120
Polarisator
121
Polarisierender Strahlteiler
140
Spiegel
141
Strahlteiler
142, 142a, 142b, 142c
Polarisationsdrehendes Element
143
Verstellbarer Spiegel
20
Detektor
220
Polarisator
240
Spiegel
243
Verstellbarer Spiegel
250
Phasenretardierer
260
Linse
270
Wechselwirkungselement
280
Auswerteinheit
30
Lasersystem
40
Spiegel
41, 42
Strahlteiler
a, b, c, d, e, f
Modulatorelement bzw. Abschnitt eines Modulatorelementes
ax, ay, bx, by
Modulatorelement bzw. Abschnitt eines Modulatorelementes
a1, a2, a3
Pixel
b1, b2, b3
Pixel
c1, c2, c3
Pixel
d1, d2, d3
Pixel
A1, A2, Ax, Ay
Amplitude
F
Brennweite
E
Elektrisches Feld
K
Wechselwirkungssignal
L
Ungeformter Laserpuls
L'
Geformter Laserpuls
LR
Referenzpuls
Lx, Ly
Ungeformter Teilpuls
Lx', Ly'
Geformter Teilpuls
Lh
Horizontale Polarisierungskomponente
Lv
Vertikale Polarisierungskomponente
M
Gemessene Polarisierungsellipse
S
Strahlengang
t
Zeit
T
Theoretische Polarisierungsellipse
V
Verschieberichtung
x, y
Achsen
Anspruch[de]
Vorrichtung zur Herstellung geformter Laserpulse, mit einem Pulsformer,
der von einem zu formenden Laserpuls durchlaufen wird und mindestens ein im Strahlengang
des Laserpulses angeordnetes Modulatorelement aufweist, wobei
– der Pulsformer ausgebildet ist, den zu formenden Laserpuls in seine spektralen
Anteile zu zerlegen, die spektralen Anteile dem mindestens einen Modulatorelement
zuzuführen und anschließend zu einem geformten Laserpuls wiederzuvereinigen
und
– das mindestens eine Modulatorelement ausgebildet ist, die spektralen Anteile
des Laserpulses in ihrer Phase und Polarisation einzustellen,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Pulsformer (10) zusätzlich mindestens ein im Strahlengang
(S) des Laserpulses (L, Lx, Ly) angeordnetes polarisierendes
Element (120, 121) aufweist und ausgebildet und vorgesehen ist,
mittels des mindestens einen Modulatorelementes (a, b, c, d, e, f, ax, ay, bx, by)
und des mindestens einen polarisierenden Elements (120, 121) den
Laserpulse (L) in Amplitude, Phase und Polarisation unabhängig voneinander
zu formen.Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das mindestens
eine Modulatorelement (a, b, c, d, e, f, ax, ay, bx, by) als ein Array ausgebildet
ist, das unabhängig voneinander ansteuerbare Pixel (a1, a2, a3, b1, b2, b3,
c1, c2, c3, d1, d2, d3) aufweist, die in einer Richtung senkrecht zum Strahlengang
des Laserpulses (L) versetzt angeordnet sind.Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Pixel
(a1, a2, a3, b1, b2, b3, c1, c2, c3, d1, d2, d3) des mindestens einen Modulatorelements
(a, b, c, d, e, f, ax, ay, bx, by) jeweils einem spektralen Anteil des Laserpulses
(L) zur Einstellung der Polarisation des jeweiligen spektralen Anteils zugeordnet
sind.Vorrichtung nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, dass das mindestens eine Modulatorelement (a, b, c, d, e, f, ax,
ay, bx, by) als ein Flüssigkristallarray ausgebildet ist.Vorrichtung nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, dass das mindestens eine Modulatorelement (a, b, c, d, e, f, ax,
ay, bx, by) als ein akusto-optischer Modulator oder als eine doppelbrechende Phasenmaske
ausgebildet ist.Vorrichtung nach mindestens einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Pulsformer (10) mindestens eine Kompressorgitteranordnung
enthält, die mindestens zwei optische Gitter (101, 102) zur
Zerlegung des Laserpulses (L, Lx, Ly) in seine spektralen
Anteile und zur Wiedervereinigung der spektralen Anteile zu dem geformten Laserpuls
(L') und zusätzlich mindestens zwei Zylinderlinsen (111-112)
oder Zylinderspiegel zur Fokussierung des Laserpulses (L, Lx, Ly)
aufweist.Vorrichtung nach mindestens einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das mindestens eine Modulatorelement durch ein oder
mehrere Modulatorelemente (a, b, c, d, e, f, ax, ay, bx, by) gebildet ist, die im
Bereich einer einzigen oder im Bereich unterschiedlicher Fourierebenen einer oder
mehrerer Kompressorgitteranordnungen des Pulsformers (10) angeordnet sind.Vorrichtung nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch
gekennzeichnet, dass bei dem Pulsformer (10) in seriellem Aufbau das mindestens
eine Modulatorelement durch ein oder mehrere Modulatorelemente (a, b, c, d, e, f,
ax, ay, bx, by) ausgebildet ist, die der Laserpuls (L) jeweils einmal oder in unterschiedlichen
Abschnitten der Modulatorelemente (a, b, c, d, e, f, ax, ay, bx, by) mehrfach durchläuft.Vorrichtung nach mindestens einem der Ansprüche 8, dadurch gekennzeichnet,
dass bei dem Pulsformer (10) in seriellem Aufbau der Laserpuls (L) mindestens
drei unterschiedliche Abschnitte eines oder mehrerer Modulatorelemente (a, b, c,
d, e, f, ax, ay, bx, by) durchläuft.Vorrichtung nach Anspruch 8 und 9, dadurch gekennzeichnet, dass der
Pulsformer (10) in seriellem Aufbau ausgebildet ist, durch genau vier hintereinander
im Strahlengang (S) des Laserpulses (L) angeordnete Abschnitte des mindestens einen
Modulatorelementes (a, b, c, d, e, f, ax, ay, bx, by) den Laserpuls (L) in Amplitude,
Phase und Polarisation zu formen.Vorrichtung nach mindestens einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch
gekennzeichnet, dass das polarisierende Element (120) so im Strahlengang
(S) des Laserpulses (L) angeordnet ist, dass der Laserpuls (L) anschließend
noch mindestens einen Abschnitt eines Modulatorelementes (a, b, c, d, e, f, ax,
ay, bx, by) durchläuft.Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die optische
Achse des nach dem polarisierenden Element (120) im Strahlengang des Laserpulses
(L) angeordneten Abschnitts des Modulatorelementes (a, b, c, d, e, f, ax, ay, bx,
by) sich in ihrer Ausrichtung von der Polarisationsrichtung des Laserpulses (L)
unterscheidet.Vorrichtung nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass die
optische Achse des nach dem polarisierenden Element (120) im Strahlengang
des Laserpulses (L) angeordneten Abschnitts des Modulatorelementes (a, b, c, d,
e, f, ax, ay, bx, by) senkrecht zum Strahlengang (S) unter einem Winkel von 45°
zur Polarisationsrichtung des Laserpulses (L) am Ort des Modulatorelementes (a,
b, c, d, e, f, ax, ay, bx, by) ausgerichtet ist.Vorrichtung nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass anschließend
mindestens ein weiterer Abschnitt eines Modulatorelementes (a, b, c, d, e, f, ax,
ay, bx, by) im Strahlengang (S) des Laserpulses (L) angeordnet ist, dessen optische
Achse sich von der Richtung der optischen Achse des vorangehenden Abschnitts eines
Modulatorelementes (a, b, c, d, e, f, ax, ay, bx, by) unterscheidet.Vorrichtung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass anschließend
mindestens ein weiterer Abschnitt eines Modulatorelementes (a, b, c, d, e, f, ax,
ay, bx, by) im Strahlengang (S) des Laserpulses (L) angeordnet ist, dessen optische
Achse senkrecht zum Strahlengang (S) unter einem Winkel von 45° zur Richtung
der optischen Achse des vorangehenden Modulatorelementes (a, b, c, d, e, f, ax,
ay, bx, by) ausgerichtet ist.Vorrichtung nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch
gekennzeichnet, dass der Pulsformer (10) in parallelem Aufbau einen Strahlteiler
(141), der den Laserpuls (L, Lx, Ly) in einen ersten
und einen zweiten Teilpuls (Lx, Ly) teilt, und ein kombinierendes
Element, das die Teilpulse wieder zu dem geformten Laserpuls L' zusammenfügt,
aufweist.Vorrichtung nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass bei dem Pulsformer
(10) in parallelem Aufbau jeweils mindestens ein Modulatorelement (ax,
ay, bx, by) und mindestens ein polarisierendes Element (121) in den Strahlengängen
(S) des ersten und zweiten Teilpulses (Lx, Ly) zur Modulierung
der Teilpulse (Lx, Ly) angeordnet ist.Vorrichtung nach Anspruch 16 oder 17, dadurch gekennzeichnet, dass das
mindestens eine Modulatorelement durch ein oder mehrere Modulatorelemente (ax, ay,
bx, by) ausgebildet ist, die der erste und zweite Teilpuls (Lx, Ly)
jeweils einmal oder in unterschiedlichen Abschnitten der Modulatorelemente (ax,
ay, bx, by) mehrfach durchlaufen.Vorrichtung nach mindestens einem der Ansprüche 16 bis 18, dadurch
gekennzeichnet, dass im Strahlengang (S) des ersten oder des zweiten Teilpulses
(Lx, Ly) ein die Polarisation des ersten oder des zweiten
Teilpulses (Lx, Ly) drehendes Element (142) vorgesehen
ist.Vorrichtung nach mindestens einem der Ansprüche 16 bis 19, dadurch
gekennzeichnet, dass das polarisierende Element (121) ausgebildet und vorgesehen
ist, den ersten und zweiten Teilpuls (Lx, Ly) zu dem geformten
Laserpuls (L') zusammenzufügen.Vorrichtung nach Anspruch 20, dadurch gekennzeichnet, dass das polarisierende
Element als polarisierender Strahlteiler (121) ausgebildet ist, der eine
erste Polarisierungskomponente des ersten oder zweiten Teilpulses (Lx,
Ly) transmittiert und eine zweite, senkrecht zur ersten gerichtete Polarisierungskomponente
des ersten oder zweiten Teilpulses (Lx, Ly) reflektiert.Vorrichtung nach Anspruch 21, dadurch gekennzeichnet, dass der erste
und zweite Teilpuls (Lx, Ly) senkrecht zueinander auf den
polarisierenden Strahlteiler (121) so einfallen, dass der polarisierende
Strahlteiler (121) die erste Polarisierungskomponente des ersten oder zweiten
Teilpulses (Lx, Ly) transmittiert und die zweite Polarisierungskomponente
des anderen Teilpulses (Lx, Ly) reflektiert und durch räumliche
Überlagerung der Polarisierungskomponenten die Teilpulse (Lx, Ly)
zu dem geformten Laserpuls (L') kombiniert.Vorrichtung nach mindestens einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Pulsformer (10) ein oder mehrere im Strahlengang
(S) des Laserpulses (L) oder der Teilpulse (Lx, Ly) des Laserpulses
(L) angeordnete reflektierende Elemente (140) zur Einstellung des Strahlengangs
(S) aufweist.Vorrichtung nach mindestens einem der vorangehenden Ansprüche,
gekennzeichnet durch einen Detektor (20) zur Messung der Amplitude, Phase
und Polarisation des geformten Laserpulses (L').Vorrichtung nach Anspruch 24, dadurch gekennzeichnet, dass der Detektor
(20) ein polarisationsdrehendes Element (250), ein polarisierendes
Element (220) und ein Wechselwirkungselement (270) aufweist, die
im Strahlengang (S) des geformten Laserpulses (L') angeordnet sind, wobei der Detektor
(20) ausgebildet und vorgesehen ist, zur Messung der Intensität einer
Polarisierungskomponente des geformten Laserpulses (L') eine Polarisierungskomponente
aus dem geformten Laserpuls (L') mittels des polarisationsdrehenden Elementes (250)
und des polarisierenden Elementes (220) herauszufiltern und zusammen mit
einem zusätzlichen, einen Referenzpuls (LR) darstellenden Laserpuls
dem Wechselwirkungselement (270) zuzuführen, um durch Wechselwirkung
der Polarisierungskomponente des geformten Laserpulses (L') mit dem Referenzpuls
(LR) in dem Wechselwirkungselement (270) ein Wechselwirkungssignal
(K) zu erzeugen.Vorrichtung nach Anspruch 24 oder 25, dadurch gekennzeichnet, dass der
Detektor (20) eine Auswerteeinheit (280) zur Auswertung des erzeugten
Wechselwirkungssignals (K) aufweist.Verfahren zur Herstellung geformter Laserpulse, bei dem ein zu formender
Laserpuls in seine spektralen Anteile zerlegt wird und die spektralen Anteile mindestens
einem im Strahlengang des Laserpulses angeordneten Modulatorelement zugeführt
und anschließend zu einem geformten Laserpuls vereinigt werden, wobei das mindestens
eine Modulatorelement die spektralen Anteile in ihrer Phase und Polarisation einstellt,
dadurch gekennzeichnet, dass mittels des mindestens einen Modulatorelementes (a,
b, c, d, e, f, ax, ay, bx, by) und mindestens eines im Strahlengang (S) des Laserpulses
(L) angeordneten polarisierenden Elementes (120, 121) der Laserpuls
(L) in Amplitude, Phase und Polarisation unabhängig voneinander geformt wird.Verfahren nach Anspruch 27, dadurch gekennzeichnet, dass das mindestens
eine Modulatorelement (a, b, c, d, e, f, ax, ay, bx, by) in unabhängig voneinander
ansteuerbare Pixel (a1, a2, a3, b1, b2, b3, c1, c2, c3, d1, d2, d3) gegliedert ist,
die