Die vorliegende Erfindung betrifft eine Sende-Empfangsschaltung mit
einer Sende-Empfangsantenne zum induktiven Übertragen von Signalen, einem Empfangsschwingkreis,
der an die Sende-Empfangsantenne angeschlossen ist, und einem Verstärker, der
an den Empfangsschwingkreis angeschlossen ist. Insbesondere betrifft die vorliegende
Erfindung eine Fernbedienung für ein Hörgerät mit einer derartigen
Sende-Empfangsschaltung.
Als nächstkommender Stand der Technik ist die Druckschrift
DE 103 04 479 B3 bekannt. Dort
ist eine Vorrichtung zum Senden und Empfangen von Daten für Fernbedienungen
von Hörgeräten beschrieben. Es wird gezeigt, wie eine kombinierte Sende-Empfangseinheit
mit einer einzigen Sende-Empfangsantenne realisiert werden kann, ohne den nachgeschalteten
Empfänger zu überlasten. Dabei werden Standard-Silizium-Schutzdioden eingesetzt,
die bei niedrigen Frequenzen und vergleichsweise hohen Resonanzkapazitäten
gut funktionieren, wobei deren Sperrkapazität vernachlässigbar ist. Diese
Dioden sind erforderlich, um im Sendefall die Spannung am Eingang der Empfangsschaltung
zu begrenzen. Sie sind also für die kombinierte Sende-Empfangsschaltung unverzichtbar.
Es besteht der Bedarf, mit den Sende-Empfangsschaltungen von Hörgeräten
auch höhere Bandbreiten bewältigen zu können. Sobald jedoch bei der
oben beschriebenen, bekannten Vorrichtung zur Übertragung höherer Bandbreiten
auf höhere Frequenzen gewechselt wird, kommen kleinere Induktivitäten
und auch kleinere Kapazitäten zum Einsatz. Dadurch sind die Sperrkapazitäten
der Schutzdioden nicht mehr vernachlässigbar und verstimmen den Resonanzkreis
im Empfangsteil erheblich. Außerdem sind die Sperrkapazitäten der Dioden
nicht bekannt und können mit dem Herstellungsprozess variieren. Dadurch wird
eine saubere Abstimmung des Schwingkreises im Empfangsteil sehr schwierig und müsste
individuell in jedem Gerät manuell mit hohem Aufwand durchgeführt werden.
Ein Verzicht auf diese Dioden ist jedoch nicht möglich, da sie als Eingangsschutzelemente
für den Empfangsverstärker unbedingt nötig sind. Ohne Schutz würden
am Eingang des Empfangsverstärkers im Sendefall sehr hohe Spannungen auftreten,
die zur Zerstörung des Empfangsverstärkers führen würden.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht somit darin, eine Sende-Empfangsschaltung
mit einer einzigen Sende-Empfangsantenne vorzuschlagen, die auch zur Übertragung
höherer Bandbreiten geeignet ist.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe gelöst durch eine
Sende-Empfangsschaltung mit einer Sende-Empfangsantenne, einem Empfangsschwingkreis,
der an die Sende-Empfangsantenne angeschlossen ist, und einem Verstärker, der
an den Empfangsschwingkreis angeschlossen ist, wobei zwischen den Empfangsschwingkreis
und den Verstärker mindestens zwei PIN-Dioden antiparallel zum Schutz des Verstärkers
geschaltet sind.
In vorteilhafter Weise besitzen die erfindungsgemäß eingesetzten
PIN-Dioden geringere Sperrschichtkapazitäten, so dass die Sende-Empfangsschaltung
auch für höhere Frequenzen eingesetzt werden kann. Falls in der Empfangsschaltung
höhere Ströme zu erwarten sind, können dem einen antiparallelen PIN-Diodenpaar
weitere antiparallel geschaltete PIN-Diodenpaare parallel geschaltet werden.
Vorzugsweise ist parallel zu den DIN-Dioden eine Kapazitätsdiode
geschaltet. Dadurch kann eine ausreichende Abstimmung des Empfangsschwingkreises
auch bei größeren Bauteiltoleranzen erreicht werden.
An die Kapazitätsdiode kann eine Steuerspannung zum Trimmen des
Empfangsschwingkreises gelegt sein. Mit dieser Steuerung lässt sich der Empfangsschwingkreis
gegebenenfalls auch automatisch abgleichen.
Es ist notwendig zwischen Kapazitätsdiode und Pin-Dioden einen
Kondensator zu schaffen, um die DC-Steuerspannung an der Kapazitätsdiode gegen
den Schwingkreis zu entkoppeln.
Darüber hinaus kann an die Sende-Empfangsantenne ein Sender gekoppelt
sein, der zur Abstimmung des Empfangsschwingkreises mit gegenüber seinem bestimmungsgemäßen
Senden reduzierter Leistung bei der Resonanzfrequenz des Empfangsschwingkreises
betreibbar ist. Durch derartige Anregung des Empfangsschwingkreises kann dieser
durch Messung der Amplitude im Empfänger besser abgestimmt werden.
Die vorliegende Erfindung wird nun an Hand der beigefügten Zeichnung
näher erläutert, die ein Schaltbild einer erfindungsgemäßen
Sende-Empfangsschaltung zeigt.
Das nachfolgend näher geschilderte Ausführungsbeispiel stellt
eine bevorzugte Ausführungsform der vorliegenden Erfindung dar.
Die in der FIG darstellte Sende-Empfangsschaltung für ein Hörgerät
besitzt eine Sende-Empfangsantenne L1, die als Spule ausgebildet ist. An sie ist
eine zweite Spule L2 lose gekoppelt, die zum induktiven Übertragen eines Sendesignals
eines Sendeverstärkers V1 dient. Dazu ist der Sendeverstärker V1
über einen Widerstand R1 mit der Spule L2 gekoppelt. Die Spule L2 ist andererseits
mit einer Versorgungsspannung VCC verbunden. Ebenso wird der Sendeverstärker
V1 mit der Versorgungsspannung VCC an seinem Versorgungsspannungspin VDD versorgt.
An dem Pin GND ist er an Masse gelegt. Über seinen Eingang IN erhält er
ein zu verstärkendes Sendesignal SG. Der Sendeverstärker V1 ist nur beim
Senden aktiv und im Empfangsfall ausgeschaltet.
Die Empfangsschaltung ist an die Sende-Empfangsantenne L1 angeschlossen.
Die Antennenspule L1 bildet zusammen mit einem über einen Widerstand R2 verbundenen
Haupteinstellkondensator C1 einen Resonanzkreis, der beim Empfang zu Schwingungen
angeregt wird. Das Signal des Resonanzschwingkreises wird durch einen Verstärker
V2, der ein geringes Eigenrauschen aufweist, verstärkt, so dass sich ein entsprechend
verstärktes Empfangssignal ES ergibt.
Da sich der Empfangsteil (in der FIG rechts neben der Sende-Empfangsantenne
L1) auch beim Senden aufschwingt, wobei dann sehr hohe Feldstärken und entsprechend
hohe induzierte Spannungen auftreten, muss der Empfangsverstärker V2 in geeigneter
Weise geschützt werden. Daher ist hier parallel zu dem Empfangsschwingkreis
L1, C1 ein PIN-Diodenarray bestehend aus den PIN-Diodenpaaren D2, D3, D4 und D5
geschaltet. Die einzelnen Diodenpaare bestehen hier aus jeweils zwei parallel geschalteten
PIN-Dioden. Die PIN-Diodenpaare D2 und D3 sind antiparallel geschaltet, ebenso wie
die PIN-Diodenpaare D4 und D5. Prinzipiell könnte an Stelle des PIN-Diodenarrays
ein einfaches antiparallel geschaltetes PIN-Diodenpaar eingesetzt werden, wenn die
auftretenden Ströme entsprechend niedrig sind. Bei höheren Strömen
ist die Anzahl der PIN-Dioden entsprechend anzupassen.
Im Empfangsfall, wenn das Signal sehr klein ist und nicht über
der Schaltschwelle der PIN-Dioden liegt, sperrt das PIN-Diodenarray. Im Sendefall
hingegen, wenn das Signal entsprechend hoch ist, bildet das PIN-Diodenarray einen
Kurzschluss, wodurch der Verstärker V2 geschützt ist.
Über einen Kondensator C2 ist eine Varactor-Diode parallel zu
dem PIN-Diodenarray, d. h. parallel zu dem Eingang des Verstärkers V2 geschaltet.
Im Empfangsfall kompensiert der Kondensator C2 zusammen mit der Kapazität der
Varactor-Diode D6 den Wegfall der Spule L2.
Damit die Kapazität der Varactor-Diode D6 entsprechend eingestellt
werden kann, ist der Verbindungspunkt zwischen dem Kondensator C2 und der Varactor-Diode
D6 über einen Widerstand R3 an eine Einstellspannung VTune gelegt.
Über einen Koppelkondensator C4 ist der Verbindungspunkt zwischen dem Kondensator
C2 und der Varactor-Diode D6 mit dem einen Eingangsanschluss des Verstärkers
V2 verbunden. Der andere Eingangsanschluss, der mit der Anode der Varactor-Diode,
einem gemeinsamen Kontakt des PIN-Diodenarrays und einem Anschluss der Sende-Empfangsantenne
L1 verbunden ist, liegt an Masse.
Nachfolgend wird die Funktionsweise der erfindungsgemäßen
Sende-Empfangsschaltung näher erläutert. Da hier anstatt von normalen
Dioden PIN-Dioden eingesetzt sind, ist auch bei höheren Frequenzen die Verstimmung
des Schwingkreises im Empfangsfall gering, denn diese PIN-Dioden besitzen sehr kleine
Sperrkapazitäten. Obendrein kann zur Kompensation dieses relativ kleinen Restfehlers
noch eine Kapazität- bzw. Varactor-Diode D6 eingesetzt werden, die eventuelle
Restfehler kompensieren kann. Diese Varactor-Diode D6 lässt sich entweder manuell
mit einer passenden Steuerspannung VTune belegen, oder der Trimmvorgang
wird automatisch durch Messen der Schwingkreis-Amplitude bei Resonanzfrequenz durchgeführt
und es findet ein interaktiver Abgleich statt. Damit wird der Abstimmvorgang auf
die Einstellung eines einzigen Trimmpotentiometers reduziert oder kann sogar voll
automatisch durchgeführt werden. Die Kapazitätsdiode sollte nur im Zusammenhang
mit den PIN-Dioden eingesetzt werden, da die Sperrschichtkapazität von normalen
Dioden in der Regel zu hoch ist und von einer Kapazitätsdiode nicht vollständig
kompensiert werden könnte.
Die Automatisierung des Abgleichsverfahrens ist insbesondere deswegen
vorteilhaft, weil die gesamte Schaltung einem Alterungsprozess und Temperaturschwankungen
unterworfen ist. Daher bietet sich ein automatischer Abgleich bei jedem Umschalten
vom Senden auf Empfangen oder umgekehrt an. Die Automatisierung lässt sich
durch Aktivieren des Senders auf der Resonanzfrequenz mit minimaler Leistung (z.
B. reduziert durch Vorwiderstand) und Messen der Empfangsspannung hinter dem Low-Noise-Empfangsverstärker
V2 realisieren. Die Frequenzabstimmung ist optimal, wenn die maximale Spannung erreicht
ist. Alternativ kann die Empfangsspannung einfach mit einer Referenzspannung verglichen
werden und die Sendeleistung wird variiert. In dem Moment, in dem die Referenzspannung
nicht mehr erreicht wird, ist die Sendeleistung zu gering. Daraufhin muss die Leistung
wieder eine Stufe erhöht werden. Die Abstimmung kann verändert werden,
wenn beim Durchstimmen die Referenzspannung erreicht/überschritten wird.
In vorteilhafter Weise kann die erfindungsgemäße Sende-Empfangsschaltung
mit den PIN-Dioden auch bei höheren Frequenzen bis zu einigen MHz eingesetzt
werden. Darüber hinaus können durch die Kapazitätsdiode
D6 größere Bauteiltoleranzen zugelassen werden. Dies führt zu verringerten
Bauteilkosten. Obendrein kann der Schwingkreis im Empfangsfall exakt abgestimmt
werden. Damit lassen sich hohe Güten erreichen, was gute Empfangseigenschaften
bei geringer Störempfindlichkeit bedeutet und damit zu großen Empfangsreichweiten
führt. Häufig können die Sender mit weniger Energie betrieben werden,
ohne Reichweite zu verlieren.