Die Erfindung betrifft ein Zahnrad für ein Kraftfahrzeuggetriebe.
Zahnräder in Kraftfahrzeuggetrieben dienen der Kraft- und Bewegungsübertragung
und müssen daher eine hohe Festigkeit und hohe Temperaturbeständigkeit
aufweisen. Herkömmlicherweise werden solche hoch beanspruchten Zahnräder
aus Einsatzstählen oder Nitrierstählen gefertigt (siehe z.B. „Kraftfahrzeugtechnik",
5 Auflage, Westermann Verlag Braunschweig 2003, S. 323). Die Fertigung solcher Zahnräder
ist sehr aufwendig und kostenintensiv, da sie in der Regel eine Weichbearbeitung,
gefolgt von einer Wärmebehandlung und einer spanenden Hartbearbeitung umfasst.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, Zahnräder für
Kraftfahrzeuggetriebe bereitzustellen, die kostengünstiger herstellbar sind.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des
Anspruchs 1 gelöst.
Danach besteht das Zahnrad zumindest abschnittsweise aus einem hochfesten
und hitzebeständigen Kunststoff, beispielsweise aus glasfaserverstärktem
Polyphenylensulfid (PPS) oder aus Polyetheretherketon (PEEK). Glasfaserverstärktes
PPS ist hoch thermisch-mechanisch belastbar, gut zerspanbar und sehr steif. PEEK
weist – neben der hohen thermisch-mechanischen Belastbarkeit – zusätzlich
gute Gleit-/Reibeigenschaften und eine gute Kriechfestigkeit auf. Zur Anbindung
an eine Welle kann das Kunststoff-Zahnrad mit einer zentralen Nabe aus einem metallischen
Werkstoff, insbesondere aus Stahl, versehen sein.
Das erfindungsgemäße Kunststoff-Zahnrad kann insbesondere
ein Stirnrad mit einer Gerad- oder einer Schrägverzahnung sein. Mit besonderem
Vorteil wird das erfindungsgemäße Zahnrad als Planetenrad in einem Automatik-Fahrzeuggetriebe,
z.B. als Teil eines Ravigneaux- oder eines Simpson-Getriebes, eingesetzt.
Werden – wie erfindungsgemäß vorgesehen –
solche Kunststoffzahnräder in Fahrzeuggetrieben eingesetzt, so entfallen die
Prozessschritte des Härtens und der Hartbearbeitung; auf diese Weise lassen
sich gegenüber der Verwendung herkömmlicher Stahlzahnräder erhebliche
Einsparungen erreichen. Beim Einbau von solchen Kunststoff-Zahnrädern lassen
sich weiterhin gewichtsreduzierte und laufruhigere Getriebe erreichen.
Zur Erläuterung der Erfindung ist in der einzigen Figur ein Kunststoff-Stirnzahnrad
1 mit einer Geradverzahnung 2 dargestellt, das in einem Kraftfahrzeuggetriebe
zum Einsatz kommen soll und dort daran beteiligt ist, für alle Lastzustände
des Fahrzeugs das erforderliche Drehmoment durch Drehmoment-Wandlung über das
Achsgetriebe bereitzustellen. Insbesondere kann das Zahnrad 1 als Planetenrad
in einem Automatik-Getriebe eingesetzt werden.
Das Zahnrad 1 umfasst einen Grundkörper 3 aus
einem hochfesten, hitzebeständigen Kunststoff und ist mit einer zentralen Nabe
4 versehen, die als Stahlbuchse ausgeführt ist und zur Lagerung des
Zahnrads 1 im Getriebe (z.B. auf einem Nadellager) dient.
Neben der in der Figur gezeigten Geradverzahnung 2 kann das
Kunststoff-Zahnrad auch mit einer Schrägverzahnung oder beliebigen anderen
Verzahnungen versehen sein.