Die vorliegende Erfindung bezieht sich im Allgemeinen auf einen Empfänger
und ein Verfahren zum Empfangen eines ersten Nutzfrequenzbandes und eines zweiten
Nutzfrequenzbandes, im Speziellen auf einen breitbandigen Low-IF Dual-Empfänger.
In vielen Bereichen der Kommunikationstechnik, beispielsweise aber
auch bei einer satellitengestützten Positionsbestimmung, ist es wünschenswert,
mehrere Nutzfrequenzbänder gleichzeitig oder zumindest zeitlich abwechselnd
empfangen zu können. Im Übrigen ist es besonders bei portablen Geräten
wünschenswert, eine möglichst einfache Schaltungsstruktur und einen geringen
Stromverbrauch zu erzielen.
Dual-Empfänger ermöglichen den gleichzeitigen Empfang von
zwei verschiedenen Bändern durch einen einzigen Empfänger, was Leistungsaufnahme
und Kosten spart.
In der Positionsbestimmung kann es beispielsweise erforderlich sein,
gleichzeitig zwei Bänder eines Navigationssystems (z. B. ein L1-Band und L2c-Band
des GPS-Satellitennavigationssystems oder ein L5-Band und L6-Band des Galileo-Satellitennavigationssystems)
zu empfangen. Ebenso kann aber auch ein gemeinsamer Empfang von Bändern aus
verschiedenen Systemen erwünscht sein.
Bei den derzeit verwendeten Empfängern für die oben beschriebenen
Anwendungsgebieten gibt es zwei Gruppen zu unterscheiden: sehr breitbandige Empfänger,
und relativ schmalbandige Empfänger bzw. Dual-Empfänger. In beiden Fällen
geht es um hochgenaue Empfänger für high-end Navigations- und Ortsbestimmungssysteme.
Bei einer ersten Art von Empfängern ist eine hohe Genauigkeit
durch eine große Bandbreite des Übertragungsverfahrens DSSS (Direkt-Sequenz-Verteiltes-Spektrum
oder direkt-sequence spread spectrum) erreicht, wobei die Bandbreite beispielsweise
zwischen 20 MHz und 70 MHz oder noch mehr beträgt. Eine derart hohe Bandbreite
zu bearbeiten stellt eine große Herausforderung für den Empfänger
dar. Vor allem sind Filterung und deren Gruppenlaufzeitänderung im Durchlassbereich,
Grenzfrequenz eines Verstärkers mit variabler Verstärkung (auch als VGA
bzw. Variable Gain Amplifier bezeichnet) und eine Abtastrate eines Analog/Digital-Umsetzers
(auch als ADU bezeichnet) davon betroffen. Aufgrund der hohen Grenzfrequenz ist
ein Anti-Alias-Filter passiv implementiert. Ferner benötigen aufgrund der hohen
Grenzfrequenz der Verstärker mit variabler Verstärkung (VGA) und der Analog/Digital-Umsetzer
(ADU) vergleichsweise viel Strom.
Bei einer zweiten Art von Empfängern ist eine hohe Genauigkeit
durch einen gleichzeitigen Empfang von zwei Bändern gelungen. Dieses Verfahren
kompensiert, unter anderem, eine ionosphärische Gruppenlaufzeitänderung
(eine negative Einflussgröße in Navigationssystemen) durch eine Messung
von zwei Verzögerungen aus zwei verschiedenen Trägerfrequenzen.
In Anbetracht des bekannten Standes der Technik ist es die Aufgabe
der vorliegenden Erfindung, ein Konzept zum Empfangen eines ersten Nutzfrequenzbandes
bei einer ersten Trägerfrequenz und eines zweiten Nutzfrequenzbandes bei einer
zweiten Trägerfrequenz zu schaffen, das einen gleichzeitigen Empfang der beiden
Nutzfrequenzbänder mit besonders geringen Ressourcenaufwand ermöglicht.
Diese Aufgabe wird durch einen Empfänger gemäß Anspruch
1 sowie durch ein Verfahren zum Empfangen gemäß Anspruch 19 gelöst.
Die vorliegende Erfindung schafft somit einen Empfänger gemäß
dem Anspruch 1.
Es ist der Kerngedanke der vorliegenden Erfindung, dass eine besonders
effiziente Empfängerstruktur dadurch entsteht, dass ein Kombinationssignal,
das beide Nutzfrequenzbänder umfasst, oder zwei einzelne Bandpassfiltersignale,
von denen ein erstes Bandpassfiltersignal einen Informationsinhalt des ersten Nutzfrequenzbandes
umfasst, und von denen ein zweites Bandpassfiltersignal einen Informationsinhalt
des zweiten Nutzfrequenzbandes umfasst, in einer Mischereinrichtung unter Verwendung
eines Lokalsoszillatorsignals umgesetzt wird (bzw. umgesetzt werden), dessen Frequenz
so gewählt ist, dass das erste Nutzfrequenzband und das zweite Nutzfrequenzband
bezüglich der Frequenz des Lokaloszillatorsignals zumindest teilweise Spiegelbänder
zueinander sind. In anderen Worten, die Frequenz des durch die Mischereinrichtung
verwendeten Lokaloszillatorsignals ist gleich einem Mittelwert einer ersten Trägerfrequenz
in dem ersten Nutzfrequenzband und einer zweiten Trägerfrequenz in dem zweiten
Nutzfrequenzband. Somit werden die beiden Nutzfrequenzbänder auf zumindest
teilweise überlappende Frequenzbereiche abgebildet, die ein gemeinsames Zwischenfrequenzband
für die beiden Nutzfrequenzbänder darstellen. Die beiden durch die Mischereinrichtung
erzeugten Zwischenfrequenzsignale können daher mit einer Zwischenfrequenzfiltereinrichtung
in besonders effizienter Weise gefiltert werden.
Da die beiden Nutzfrequenzbänder auf im Wesentlichen gleiche
oder zumindest überlappende Zwischenfrequenzbänder abgebildet sind, können
die beiden Zwischenfrequenzsignale mit Analog/Digital-Wandlern besonders effizient
abgetastet werden, wenn eine für die Abtastung des ersten
Zwischenfrequenzsignals gewählte Abtastfrequenz gleich einer für die Abtastung
des zweiten Zwischenfrequenzsignals gewählten Abtastfrequenz ist. In anderen
Worten, dadurch dass die beiden Zwischenfrequenzbänder aufgrund der erfindungsgemäßen
Wahl der Frequenz des Lokaloszillatorsignals auf gleiche oder zumindest überlappende
Frequenzbereiche abgebildet werden, wird erreicht, dass die Analog/Digital-Wandler
beide bei einer gleichen Abtastfrequenz betrieben werden können, ohne dass
an den Ausgängen der Analog/Digital-Wandler eine unnötig große Informationsmenge
erzeugt wird.
Ferner ist aufgrund des erfindungsgemäßen Konzepts lediglich
ein einziger Frequenzsynthesizer zur Erzeugung des Lokaloszillatorsignals nötig,
wobei dennoch der gleichzeitige Empfang von zwei Nutzfrequenzbändern ermöglicht
wird. Dadurch werden in erheblicher Weise Ressourcen (im Hinblick auf einen Schaltungsaufwand
und einen Leistungsverbrauch) gegenüber herkömmlichen Lösungen eingespart,
bei denen zwei getrennte Lokaloszillatorsignale verschiedener Frequenz für
eine Umsetzung des ersten Nutzfrequenzbandes und des zweiten Nutzfrequenzbandes
eingesetzt werden.
Durch die erfindungsgemäße Wahl der Frequenz des Lokaloszillators
wird ferner ermöglicht, dass die Zwischenfrequenzfiltereinrichtung zum Filtern
des ersten Zwischenfrequenzsignals und des zweiten Zwischenfrequenzsignals aus zwei
gleichartigen Zweigen bestehen kann, da sowohl das erste Nutzfrequenzband als auch
das zweite Nutzfrequenzband auf gleiche bzw. zumindest überlappende Zwischenfrequenzbereiche
abgebildet werden. Dies resultiert in einem vereinfachten Schaltungsentwurf und
verringerten Herstellungskosten.
Die Analog/Digital-Wandlung kann mit gleichen Abtastfrequenzen für
die beiden Zwischenfrequenzsignale erfolgen, ohne dass eine unnötig hohe Informationsmenge
erzeugt wird.
Ferner wird eine Spiegelfrequenzunterdrückung durch die erfindungsgemäße
Wahl der Frequenz des ersten Lokaloszillatorsignals dadurch erleichtert bzw. verbessert,
dass die beiden Nutzfrequenzbänder Spiegelbänder zueinander sind. Es müssen
also nur noch die beiden Nutzfrequenzbänder voneinander getrennt werden. Zusätzliche
zu unterdrückende Spiegelfrequenzen treten bei der Mischung durch die Mischereinrichtung
hingegen nicht auf.
Der Patentanspruch 3 definiert ein besonders vorteilhaftes Ausführungsbeispiel
der vorliegenden Erfindung. Gemäß einem Aspekt der vorliegenden Erfindung
wurde erkannt, dass es vorteilhaft ist, im Rahmen einer ersten Frequenzumsetzung
bzw. eines ersten Mischers, also durch die Mischereinrichtung, eine Frequenzumsetzung
derart vorzunehmen, dass zwei Nutzfrequenzbänder, die in einem Kombinationssignal
enthalten sind, in dem ersten Zwischenfrequenzsignal, das ein Inphase-Signal ist,
und in dem zweiten Zwischenfrequenzsignal, das ein Quadratur-Signal ist, auf spektral
zumindest teilweise überlappende Frequenzen abgebildet werden.
Es wurde erkannt, dass eine Trennung der Informationsinhalte des ersten
Nutzfrequenzbandes und des zweiten Nutzfrequenzbandes nach der Erzeugung des ersten
digitalisierten Zwischenfrequenzsignals aus dem ersten Zwischenfrequenzsignal und
einer Erzeugung des zweiten digitalisierten Zwischenfrequenzsignals aus dem zweiten
Zwischenfrequenzsignal im Rahmen einer digitalen Signalverarbeitung der digitalisierten
Zwischenfrequenzsignale erfolgen kann. In anderen Worten, es wurde erkannt, dass
trotz der Vereinfachung, die sich durch die Verwendung eines einzigen Lokaloszillatorsignals,
das beispielsweise mittig bzw. symmetrisch zwischen den Nutzfrequenzbändern
liegt, ergibt, unter Verwendung einer Zwischenfrequenzfiltereinrichtung mit zwei
im Wesentlichen identischen Filtern für das erste Zwischenfrequenzsignal und
das zweite Zwischenfrequenzsignal, und unter Verwendung von Analog/Digital-Wandlern,
die mit einer einzigen gleichen Abtastfrequenz betrieben werden, eine effiziente
Trennung der Informationsinhalte der Nutzfrequenzbänder möglich ist.
Die genannte Lösung ermöglicht im Übrigen die Verwendung
einer einzigen Zweibandantenne, die für den Empfang der beiden Nutzfrequenzbänder
ausgelegt ist, einer einzigen der Antenne nachgeschalteten Bandpassfiltereinrichtung
sowie eines einzigen rauscharmen Verstärkers zur Erzeugung des Kombinationssignals.
Dadurch entsteht eine Schaltungsstruktur, die besonders wenige Elemente umfasst,
die die Verwendung einer besonders geringen gemeinsamen Abtastfrequenz für
die Analog/Digital-Wandler ermöglicht, und die ferner durch eine digitale Verarbeitung
der digitalisierten Zwischenfrequenzsignale einer Trennung der Informationsinhalte
der Nutzfrequenzbänder ermöglicht.
Weitere besonders vorteilhafte Ausführungsbeispiele der vorliegenden
Erfindung sind durch die Patentansprüche 11 und 12 definiert. Durch die genannte
Implementierung wird gemäß einem Aspekt der vorliegenden Erfindung ein
Konzept realisiert, gemäß dem durch die Analog/Digital-Wandler eine Frequenzumsetzung
durch Unterabtastung erfolgt. Das durch die Zwischenfrequenz-Filtereinrichtung von
der Mischereinrichtung zu dem Analog/Digital-Umsetzer weitergeleitete erste Zwischenfrequenzsignal
umfasst lediglich Frequenzanteile im Frequenzintervall [N·fs; (N
+ 1/2)·fs]. Das genannte Frequenzintervall wird durch die Abtastung
mit der Abtastfrequenz fs auf das Frequenzintervall
[0;fs/2] abgebildet. Somit erfüllt der Analog/Digital-Umsetzer gleichzeitig
die Funktion eines Frequenzumsetzers. Die Zwischenfrequenz-Filtereinrichtung erfüllt
ferner gleichzeitig die Funktion einer Signalauswahl sowie die Funktion eines Anti-Aliasing-Filters
für den Analog/Digital-Umsetzer. Somit kann ein separates Anti-Aliasing-Filter
entfallen. Ferner ist durch die Zwischenfrequenz-Filtereinrichtung eine Spiegelfrequenzunterdrückung
gewährleitstet.
Durch die genannte Wahl der Abtastfrequenz fs wird ferner
gewährleistet, dass eine präzise Erzeugung eines Inphase-Anteils sowie
eines Quadratur-Anteils der ersten digitalisierten Zwischenfrequenzsignals und des
zweiten digitalisierten Zwischenfrequenzsignals erzielt werden kann.
Durch die Verwendung der oben genannten Merkmale kann somit ein Empfänger
geschaffen werden, bei dem durch eine analoge Mischereinrichtung zwei analoge Zwischenfrequenzsignale,
ein Inphase-Signale und ein Quadratur-Signal, erzeugt werden. Die entsprechenden
analogen Zwischenfrequenzsignale werden dann Bandpass-gefiltert. Durch eine Unterabtastung
durch die Analog/Digital-Umsetzer erfolgt eine Frequenzumsetzung, wodurch ein erstes
digitalisiertes Zwischenfrequenzsignal und ein zweites digitalisiertes Zwischenfrequenzsignal
entsteht. Die digitalisierten Zwischenfrequenzsignale können dann durch eine
jeweilige Quadratur-Abtastung in Inphase-Anteile und Quadratur-Anteile aufgespaltet
werden, die für eine Trennung der Informationsinhalte der Nutzfrequenzbänder
herangezogen werden können.
Die vorliegende Erfindung schafft ferner ein Verfahren zum Empfangen
eines ersten Nutzfrequenzbandes bei einer ersten Trägerfrequenz sowie eines
zweiten Nutzfrequenzbandes bei einer zweiten Trägerfrequenz, gemäß
dem Patentanspruch 19.
Bevorzugte Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung werden
nachfolgend Bezug nehmend auf die beiliegenden Figuren näher erläutert.
Es zeigen:
1 ein Blockschaltbild eines erfindungsgemäßen
Empfängers gemäß einem Ausführungsbeispiel der vorliegenden
Erfindung;
2 ein Blockschaltbild eines erfindungsgemäßen
Empfängers gemäß einem Ausführungsbeispiel der vorliegenden
Erfindung;
3a ein Blockschaltbild einer Mischereinrichtung zur
Verwendung in einem Empfänger gemäß der 1;
3b ein Blockschaltbild einer Mischereinrichtung zur
Verwendung in einem Empfänger gemäß der 2;
4 ein Blockschaltbild eines erfindungsgemäßen
Empfängers gemäß einem Ausführungsbeispiel der vorliegenden
Erfindung;
5 einen Frequenzplan innerhalb eines erfindungsgemäßen
Empfängers gemäß der 4;
6 eine spektrale Darstellung der sich bei einer Unterabtastung
ergebenden digitalisierten Zwischenfrequenzsignale;
7a einen ersten Teil eines Flussdiagramms eines erfindungsgemäßen
Verfahrens gemäß einem Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung;
und
7b einen zweiten Teil eines Flussdiagramms eines erfindungsgemäßen
Verfahrens gemäß einem Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung.
1 zeigt ein Blockschaltbild eines erfindungsgemäßen
Empfängers gemäß einem Ausführungsbeispiel der vorliegenden
Erfindung. Der Empfänger gemäß der 1
ist in seiner Gesamtheit mit 100 bezeichnet. Der Empfänger
100 umfasst eine Bandpassfiltereinrichtung 110, die ausgelegt
ist, um ein Empfangssignal 112 zu empfangen. Die Bandpassfiltereinrichtung
110 (im Folgenden auch kurz als Bandpassfilter 110 bezeichnet)
erzeugt basierend auf dem Empfangssignal 112 ein Kombinationssignal
114 und liefert dieses an eine Mischereinrichtung 120. Die Mischereinrichtung
120 empfängt ferner ein Lokaloszillatorsignal 122. Die Mischereinrichtung
120 liefert als ein erstes Ausgangssignal ein erstes Zwischenfrequenzsignal
124, sowie als ein zweites Ausgangssignal ein zweites Zwischenfrequenzsignal
126. Eine Zwischenfrequenzfiltereinrichtung 130 empfängt
das erste Zwischenfrequenzsignal 124 und das zweite Zwischenfrequenzsignal
126 und stellt als ein erstes Ausgangssignal ein erstes gefiltertes Zwischenfrequenzsignal
134 sowie als ein zweites Ausgangssignal ein zweites gefiltertes Zwischenfrequenzsignal
136 bereit. Eine Analog/Digital-Wandlereinrichtung 140 empfängt
das erste gefilterte Zwischenfrequenzsignal 134 und das zweite gefilterte
Zwischenfrequenzsignal 136 und erzeugt durch eine Abtastung mit einer Abtastfrequenz
fs ein erstes digitalisiertes Zwischenfrequenzsignal 144 sowie
ein zweites digitalisiertes Zwischenfrequenzsignal 146.
Basierend auf der strukturellen Beschreibung wird im Folgenden die
Funktionsweise des Empfängers 100 näher erläutert. Es wird
davon ausgegangen, dass das Empfangssignal 112 zwei Nutzfrequenzbänder
umfasst. Eine spektrale Darstellung 150 zeigt ein Beispiel eines Spektrums
des Empfangssignals 112. An einer Abszisse 152
ist eine Frequenz aufgetragen, während an einer Ordinate 154 beispielsweise
eine spektrale Leistungsdichte angetragen ist. Die spektrale Darstellung
150 zeigt ein erstes Nutzfrequenzband 156, das sich von einer
unteren Frequenz f3 bis zu einer oberen Frequenz f4 erstreckt.
Ein zweites Nutzfrequenzband 158 erstreckt sich von einer unteren Frequenz
f5 bis zu einer oberen Frequenz f6. Das erste Nutzfrequenzband
156 ist ferner bevorzugt von dem zweiten Nutzfrequenzband 158
beabstandet. Innerhalb des ersten Nutzfrequenzbandes 156 liegt eine erste
Trägerfrequenz f1, und innerhalb des zweiten Nutzfrequenzbandes
158 liegt beispielsweise eine zweite Trägerfrequenz f2.
Die Trägerfrequenzen f1, f2 definieren beispielsweise
eine Bandmitte der Nutzfrequenzbänder 156, 158. Es ist aber
nicht erforderlich, dass bei den Trägerfrequenzen f1, f2
tatsächlich Träger vorhanden sind. Vielmehr können in den Nutzfrequenzbändern
156, 158 auch Signale mit verteiltem Spektrum übertragen
werden. In anderen Worten, die genannten Trägerfrequenzen f1, f2
dienen hier nur der Veranschaulichung.
Die Bandpassfiltereinrichtung 110 ist im Übrigen ausgelegt,
um das erste Nutzfrequenzband 156 und das zweite Nutzfrequenzband
158 passieren zu lassen. In anderen Worten, die Bandpassfiltereinrichtung
110 ist ausgelegt, um beispielsweise das erste Nutzfrequenzband
156 und das zweite Nutzfrequenzband 158 nicht oder nur vergleichsweise
schwach zu bedämpfen, und um einen Frequenzbereich zwischen dem ersten Nutzfrequenzband
156 und dem zweiten Nutzfrequenzband 158 zu bedämpfen bzw.
stärker zu bedämpfen als die Nutzfrequenzbänder 156 und
158. Die Nutzfrequenzbänder sind also zwei getrennte Passbänder
der Bandpassfiltereinrichtung 110. Bevorzugt ist die Bandpassfiltereinrichtung
110 im Übrigen ausgelegt, um weitere an die Nutzfrequenzbänder
156, 158 angrenzende Frequenzbereiche zu bedämpfen (bzw.
stärker zu bedämpfen als die Nutzfrequenzbänder 156,
158).
Es entsteht somit ein Kombinationssignal 114, das sowohl
den Informationsinhalt des ersten Nutzfrequenzbandes 156 als auch den Informationsinhalt
des zweiten Nutzfrequenzbandes 158 trägt. Die Mischereinrichtung
120 empfängt das Kombinationssignal 114 und ist ausgelegt,
um das Kombinationssignal 114 mit dem Lokaloszillatorsignal 122
zu mischen. Die Frequenz des Lokaloszillatorsignals 122 ist so gewählt,
dass das erste Nutzfrequenzband 156 und das zweite Nutzfrequenzband
158 ganz oder zumindest teilweise Spiegelbänder zueinander sind. In
anderen Worten, das Lokaloszillatorsignal 150 ist so gewählt, dass
das erste Nutzfrequenzband 156 und das zweite Nutzfrequenzband
158 bei einer Mischung mit dem Lokaloszillatorsignal 122 auf überlappende
Frequenzbänder abgebildet werden.
Beschreibt f3 eine untere Frequenzgrenze des ersten Nutzfrequenzbandes
156, und f4 eine obere Frequenzgrenze des ersten Nutzfrequenzbandes
156, und beschreibt ferner f5 eine untere Frequenzgrenze des
zweiten Nutzfrequenzbandes 158 und f6 eine obere Frequenzgrenze
des zweiten Nutzfrequenzbandes 158, so gilt: die Frequenzintervalle [f3
– fLO1; f4 – fLO1] und [fLO1
– f6; fLO1 – f5] überlappen
sich. Zu diesem Zweck ist die Frequenz des Lokaloszillatorsignals 122 bevorzugt
zwischen den Nutzfrequenzbändern 156, 158 gewählt. Bevorzugt
liegt beispielsweise die Frequenz fLO1 des ersten Lokaloszillatorsignals
122 symmetrisch zwischen dem ersten Nutzfrequenzband 156 und dem
zweiten Nutzfrequenzband 158.
Die Mischereinrichtung 120 mischt somit das Kombinationssignal
114, in dem die beiden Nutzfrequenzbänder 156,
158 enthalten sind, mit dem Lokaloszillatorsignal 122. Dabei ergeben
sich ein erstes Zwischenfrequenzsignal 124 und ein zweites Zwischenfrequenzsignal
126. Eine spektrale Darstellung 160 zeigt ein Beispiel für
das sich bei der Mischung durch die Mischereinrichtung 120 ergebende erste
Zwischenfrequenzsignal 124 oder das zweite Zwischenfrequenzsignal
126. In der spektralen Darstellung 160 wird davon ausgegangen,
dass das erste Nutzfrequenzband 156 und das zweite Nutzfrequenzband
158 eine gleiche Breite aufweisen, und dass die Frequenz fLO1
des Lokaloszillatorsignals symmetrisch zwischen den Nutzfrequenzbändern
156, 158 liegt. Durch ein Heruntermischen entsteht dabei ein Abbild
bzw. heruntergemischtes Abbild 162 des ersten Nutzfrequenzbandes
156. Ferner entsteht ein heruntergemischtes Abbild 164 des zweiten
Nutzfrequenzbandes 158. Die Abbilder 162, 164 der Nutzfrequenzbänder
156, 158 liegen frequenzmäßig in einem gleichen Bereich
und erstrecken sich frequenzmäßig um eine erste Zwischenfrequenz fZF1
herum. Beispielsweise kann die erste Zwischenfrequenz fZF1 als eine Mittenfrequenz
der Abbilder 162, 164 definiert sein.
Im Übrigen entstehen durch die Funktion der Mischereinrichtung
120 ferner noch aufwärts gemischte Abbilder 166,
168 der Nutzfrequenzbänder 156, 158, die im Folgenden
nicht von Relevanz sind, und die im Übrigen durch die Zwischenfrequenzfiltereinrichtung
130 aus den Zwischenfrequenzsignalen 124, 126 entfernt
bzw. herausgefiltert oder unterdrückt werden können.
Eine weitere spektrale Darstellung 170 zeigt den Fall, dass
die Frequenz fLO1 des Lokaloszillators 122 nicht vollkommen
symmetrisch zwischen den Nutzfrequenzbändern 156, 158 liegt.
Abbilder 172, 174 der Nutzfrequenzbänder 156,
158 überlappen sich in diesem Fall nur teilweise. Die erste Zwischenfrequenz
fZF1 kann beispielsweise als eine Mittenfrequenz eines Überlappungsbereichs,
in dem sich die Abbilder 172, 174 überlappen,
oder zumindest als eine Frequenz in dem Überlappungsbereich definiert sein.
Eine weitere spektrale Darstellung 180 zeigt durch die Mischung
in der Mischereinrichtung 120 entstehende Abbilder 182,
184 der Nutzfrequenzbänder 156, 158, wobei hier
davon ausgegangen wird, dass das erste Nutzfrequenzband 156 schmäler
als das zweite Nutzfrequenzband 158 ist. Es existiert auch hier ein Überlappungsbereich
der beiden Abbilder 182, 184, wobei angenommen wird, dass die
erste Zwischenfrequenz fZF1 innerhalb des Überlappungsbereichs liegt.
Die Zwischenfrequenzfiltereinrichtung 130 empfängt beispielsweise
das erste Zwischenfrequenzsignal 124 und filtert das erste Zwischenfrequenzsignal
124, um ein gefiltertes erstes Zwischenfrequenzsignal 134 zu erhalten.
Die Filtereinrichtung 130 kann dabei entweder ein Bandpassfilter oder ein
Tiefpassfilter umfassen, das bevorzugt ausgelegt ist, um genau ein Abbild
162, 172, 182 des ersten Nutzfrequenzbandes
156 und ferner genau ein Abbild 164, 174, 184
des zweiten Nutzfrequenzbandes 158 passieren zu lassen, und um weitere
durch die Mischung in der Mischereinrichtung 120 entstehende Abbilder (z.B.
durch ein Aufwärts-Mischen entstehende Abbilder 166, 168)
der Nutzfrequenzbänder 156, 158 zu bedämpfen oder zu
blockieren. Die Zwischenfrequenzfiltereinrichtung 130 ist ferner ausgelegt,
um das zweite Zwischenfrequenzsignal 126 zu erhalten, und um basierend
darauf das zweite gefilterte Zwischenfrequenzsignal 136 zu erzeugen. Zu
diesem Zweck enthält die Filtereinrichtung 130 beispielsweise ein
Tiefpassfilter oder ein Bandpassfilter, das von seiner Funktionsweise her dem zur
Erzeugung des ersten gefilterten Zwischenfrequenzsignals 134 aus dem ersten
Zwischenfrequenzsignal 124 verwendeten Filter entspricht.
Die Analog/Digital-Wandlereinrichtung 140 ist ferner ausgelegt,
um die Zwischenfrequenzsignale 134, 136 analog/digital zu wandeln,
um basierend auf dem ersten gefilterten Zwischenfrequenzsignal 134 das
erste digitalisierte Zwischenfrequenzsignal 144 zu erhalten, und um basierend
auf dem zweiten gefilterten Zwischenfrequenzsignal 136 das zweite digitalisierte
Zwischenfrequenzsignal 146 zu erhalten. Die Analog/Digital-Wandlereinrichtung
ist dabei ausgelegt, um das erste gefilterte Zwischenfrequenzsignal 134
und das zweite gefilterte Zwischenfrequenzsignal 136 mit einer gemeinsamen,
gleichen Abtastfrequenz fs abzutasten. Dies ist besonders vorteilhaft,
da die Abbilder 162, 172, 182; 164,
174, 184 der Nutzfrequenzbänder 156, 158
sich frequenzmäßig überlappen. Daher kann durch eine Abtastung mit
einer gemeinsamen Abtastfrequenz sowohl ein Informationsinhalt des ersten Nutzfrequenzbandes
156 als auch ein Informationsinhalt des zweiten Nutzfrequenzbandes
158 in einer effizienten Weise digitalisiert werden.
2 zeigt ein Blockschaltbild eines erfindungsgemäßen
Empfängers gemäß einem Ausführungsbeispiel der vorliegenden
Erfindung. Der Empfänger gemäß der 2
ist in seiner Gesamtheit mit 200 bezeichnet.
Der Empfänger 200 empfängt ein erstes Empfangssignal
210 sowie ein zweites Empfangssignal 212. Eine Bandpassfiltereinrichtung
220 empfängt das erste Empfangssignal 210 und das zweite
Empfangssignal 212. Das erste Empfangssignal 210 und das zweite
Empfangssignal 212 können beispielsweise von unterschiedlichen Antennen
stammen, von denen die eine für das erste Nutzfrequenzband optimiert ist, und
von denen die zweite für das zweite Nutzfrequenzband optimiert ist. Die Empfangssignale
210, 212 können aber auch identisch sein.
Es ist hierbei möglich, dass beispielsweise das erste Empfangssignal
210 nur das erste Nutzfrequenzband, nicht aber (bzw. nur in abgeschwächter
Form) das zweite Nutzfrequenzband umfasst, oder dass das erste Empfangssignal
210 sowohl das erste Nutzfrequenzband als auch das zweite Nutzfrequenzband
umfasst. Ferner kann das zweite Empfangssignal 212 entweder nur das zweite
Nutzfrequenzband, nicht aber (bzw. nur in abgeschwächter Form) das zweite Nutzfrequenzband,
oder aber sowohl das erste Nutzfrequenzband als auch das zweite Nutzfrequenzband
umfassen.
Die Bandpassfiltereinrichtung 220 umfasst bevorzugt ein erstes
Bandpassfilter 222, das bevorzugt ausgelegt ist, um das erste Empfangssignal
210 zu empfangen, und um basierend auf dem ersten Empfangssignal
210 ein erstes Bandpassfiltersignal 230 zu erzeugen. Das erste
Bandpassfilter 222 ist dabei bevorzugt ausgelegt, um das erste Nutzfrequenzband
ungedämpft oder mit geringer Dämpfung passieren zu lassen, und um andere
Frequenzbereiche, die das erste Nutzfrequenzband umgeben, zu bedämpfen bzw.
zu unterdrücken. Beispielsweise ist das erste Bandpassfilter 222 bevorzugt
ausgelegt, um das zweite Nutzfrequenzband stärker (bevorzugt um zumindest 10dB
stärker, besser aber um zumindest 20 dB stärker) zu bedämpfen als
das erste Nutzfrequenzband. Somit entsteht ein erstes Bandpassfiltersignal
230, das im Wesentlichen das erste Nutzfrequenzband umfasst.
Die Bandpassfiltereinrichtung 220 umfasst ferner bevorzugt
ein zweites Bandpassfilter 224, das ausgelegt ist, um das zweite Empfangssignal
212 zu empfangen, und um basierend auf dem zweiten Empfangssignal
212 ein zweites Bandpassfiltersignal 232 zu erzeugen. Das zweite
Bandpassfilter 224 ist bevorzugt ausgelegt, um das zweite
Nutzfrequenzband passieren zu lassen (d.h. nicht oder nur schwach zu dämpfen),
und um andere Frequenzbereiche, die das zweite Nutzfrequenzband umgeben, stärker
zu bedämpfen bzw. zu unterdrücken. Bevorzugt ist das zweite Bandpassfilter
224 ausgelegt, um das erste Nutzfrequenzband stärker (bevorzugt um
zumindest 10dB stärker, besser aber um zumindest 20 dB stärker) zu bedämpfen
als das zweite Nutzfrequenzband. Somit umfasst das zweite Bandpassfiltersignal
232 im Wesentlichen das zweite Nutzfrequenzband.
Eine spektrale Darstellung 240 zeigt beispielsweise das erste
Bandpassfiltersignal 230, wobei neben dem Informationsinhalt bzw. spektralen
Inhalt des ersten Bandpassfiltersignals 230 zusätzlich das Lokaloszillatorsignal
der Frequenz fLO1 eingetragen ist. Eine weitere spektrale Darstellung
242 zeigt beispielsweise das zweite Bandpassfiltersignal 232,
wobei zusätzlich das Lokaloszillatorsignal mit einer Frequenz fLO1
eingetragen ist.
Eine Mischereinrichtung 250 empfängt sowohl das erste
Bandpassfiltersignal 230 als auch das zweite Bandpassfiltersignal
232 und ferner ein Lokaloszillatorsignal 252 der Frequenz fLO1.
Die Mischereinrichtung 250 ist bevorzugt ausgelegt, um das erste Bandpassfiltersignal
230 mit dem Lokaloszillatorsignal 252 zu mischen, um ein erstes
Zwischenfrequenzsignal 260 zu erhalten. Die Mischereinrichtung
250 ist ferner bevorzugt ausgelegt, um das zweite Bandpassfiltersignal
232 mit dem Lokaloszillatorsignal 252 zu mischen, um ein zweites
Zwischenfrequenzsignal 262 zu erhalten. Die Mischereinrichtung
250 ist somit ausgelegt, um das erste Bandpassfiltersignal 230
bezüglich seiner Frequenz in ein Zwischenfrequenzband umzusetzen. Ferner ist
die Mischereinrichtung 250 damit in der Lage, das zweite Bandpassfiltersignal
232 bezüglich seiner Frequenz in das Zwischenfrequenzband umzusetzen.
In anderen Worten, ein Informationsinhalt des ersten Nutzfrequenzbandes
wird in ein Zwischenfrequenzband um eine Zwischenfrequenz fZF1 herum
umgesetzt. Ein Informationsinhalt des zweiten Nutzfrequenzbandes wird ebenso in
das Zwischenfrequenzband um die Frequenz fZF1 herum umgesetzt. Die Umsetzung
des ersten Nutzfrequenzbandes und des zweiten Nutzfrequenzbandes in das gleiche
Zwischenfrequenzband um die Frequenz fZF1 herum ergibt sich dadurch,
dass die Frequenz fLO1 so gewählt ist, dass das erste Nutzfrequenzband
und das zweite Nutzfrequenzband zumindest teilweise Spiegelbänder voneinander
sind, wie dies bereits anhand der 1 ausführlich
erläutert wurde.
Der Empfänger 200 umfasst ferner eine Zwischenfrequenzfiltereinrichtung
270, die ausgelegt ist, um das erste Zwischenfrequenzsignal 260
und das zweite Zwischenfrequenzsignal 262 zu empfangen, und um basierend
auf den genannten Signalen ein erstes gefiltertes Zwischenfrequenzsignal
272 und ein zweites gefiltertes Zwischenfrequenzsignal 274 zu
erzeugen. Der Empfänger 200 umfasst ferner eine Analog/Digital-Wandlereinrichtung
280, die ausgelegt ist, um das erste gefilterte Zwischenfrequenzsignal
272 und das zweite gefilterte Zwischenfrequenzsignal 274 zu empfangen,
und um basierend darauf ein erstes digitalisiertes Zwischenfrequenzsignal
282 sowie ein zweites gefiltertes Zwischenfrequenzsignal 284 zu
erzeugen.
Zur Verbesserung der Verständlichkeit zeigt eine spektrale Darstellung
290 das erste Zwischenfrequenzsignal 260. Das erste Zwischenfrequenzsignal
260 umfasst dabei ein Abbild 292 des ersten Nutzfrequenzbandes
241, das um die Zwischenfrequenz fZF1 herum gelegen ist. Eine
weitere spektrale Darstellung 294 zeigt das zweiten Zwischenfrequenzsignal
262. Das zweite Zwischenfrequenzsignal 262 umfasst ein Abbild
296 des zweiten Nutzfrequenzbandes 243, das ebenso wie das Abbild
292 des ersten Nutzfrequenzbandes um die Zwischenfrequenz fZF1
herum gelegen ist.
Die Filtereinrichtung 270 umfasst beispielsweise ein erstes
Bandpassfilter oder Tiefpassfilter, das ausgelegt ist, um das erste Zwischenfrequenzsignal
260 zu empfangen, um das Zwischenfrequenzband, also einen Frequenzbereich
um die Zwischenfrequenz fZF1 herum, in dem das Abbild 292 des
ersten Nutzfrequenzbandes 241 gelegen ist, passieren zu lassen, und um
andere Frequenzbereiche zu unterdrücken bzw. zu bedämpfen. Somit umfasst
das gefilterte erste Zwischenfrequenzsignal 272 im Wesentlichen das Abbild
292 des ersten Nutzfrequenzbandes 241.
Die Filtereinrichtung 270 umfasst ferner bevorzugt ein zweites
Bandpassfilter oder Tiefpassfilter, das ausgelegt ist, um das zweite Zwischenfrequenzsignal
262 zu empfangen, und um basierend darauf das zweite gefilterte Zwischenfrequenzsignal
274 zu erzeugen. Das zweite Filter der Zwischenfrequenzfiltereinrichtung
270 ist bevorzugt ausgelegt, um das Abbild 296 des zweiten Nutzfrequenzbandes
243 passieren zu lassen, und um andere Frequenzbänder zu bedämpfen
bzw. zu unterdrücken.
Es sei im Übrigen darauf hingewiesen, dass für das Filter
270 das im Hinblick auf das Filter 130 Gesagte gilt.
Ferner gilt im Hinblick auf die Analog/Digital-Wandlereinrichtung
280 das im Hinblick auf die Analog/Digital-Wandlereinrichtung
140 Gesagte.
Im Übrigen gelten auch für das Lokaloszillatorsignal
252 und für einen Zusammenhang zwischen der Frequenz
fLO1 und den Frequenzen der beiden Nutzfrequenzbänder die im Hinblick
auf den Empfänger 100 gemachten Ausführungen. In anderen Worten,
das erste Nutzfrequenzband 156 entspricht dem ersten Nutzfrequenzband
251, und das zweite Nutzfrequenzband 158 entspricht dem zweiten
Nutzfrequenzband 243. Das Lokaloszillatorsignal 122 entspricht
dem Lokaloszillatorsignal 252.
3a zeigt im Übrigen ein Blockschaltbild einer
Mischeranordnung zum Einsatz in einem Empfänger 100 gemäß
1. Die Mischeranordnung gemäß 3a
ist in ihrer Gesamtheit mit 300 bezeichnet. Die Mischeranordnung
300 umfasst einen Inphase-Mischer 310 sowie einen Quadraturen-Mischer
312. Der Inphase-Mischer bzw. erste Mischer 310 empfängt
das Kombinationssignal 314 und mischt dieses mit einem Lokaloszillatorsignal
320, um das erste Zwischenfrequenzsignal 124 zu erhalten. Der
Quadratur-Mischer bzw. zweite Mischer 312 empfängt ebenso das Kombinationssignal
114 und mischt dieses mit einem zweiten Lokaloszillatorsignal
322, um das zweite Zwischenfrequenzsignal 126 zu erhalten.
Die Lokaloszillatorsignale 320, 322 weisen im Übrigen
bevorzugt eine Phasenverschiebung von idealerweise 90° bzw. in einem Bereich
zwischen 70° und 110° auf. Diese Phasenverschiebung wird beispielsweise
durch eine Phasenschiebereinrichtung 330 erzeugt, die das Lokaloszillatorsignal
122 empfängt und basierend darauf die Lokaloszillatorsignale
320, 322 erzeugt.
3b zeigt ferner ein Blockschaltbild einer Mischereinrichtung
zum Einsatz in einem Empfänger 200 gemäß der 2.
Die Mischereinrichtung gemäß der 3b ist in
ihrer Gesamtheit mit 350 bezeichnet. Die Mischereinrichtung 350
umfasst einen ersten Mischer 360, der das erste Bandpassfiltersignal
230 sowie ein Lokaloszillatorsignal 370 empfängt, und basierend
darauf das erste Zwischenfrequenzsignal 260 erzeugt. Der Mischer
350 umfasst ferner einen zweiten Mischer 362, der das zweite Bandpassfiltersignal
232 und ein Lokaloszillatorsignal 372 empfängt, und basierend
darauf das zweite Zwischenfrequenzsignal 262 erzeugt. Die Lokaloszillatorsignale
370, 372 weisen bevorzugt eine gleiche Frequenz auf. Eine Phasenlage
der Lokaloszillatorsignale 370, 372 zueinander ist allerdings
frei wählbar. Beispielsweise kann eine Phasenverschiebung in einem Bereich
zwischen 70 Grad und 110 Grad zwischen den Lokaloszillatorsignalen 370,
372 bestehen.
In anderen Worten, der Mischer 350 ist so ausgelegt, dass
das erste Zwischenfrequenzsignal 260 auf dem ersten Bandpassfiltersignal
230 basiert und von dem zweiten Bandpassfiltersignal 232 entkoppelt
ist. Das zweite Zwischenfrequenzsignal 262 basiert ferner auf dem zweiten
Bandpassfiltersignal 232 und ist von dem ersten Bandpassfiltersignal
230 entkoppelt.
4 zeigt ein Blockschaltbild eines erfindungsgemäßen
Empfängers gemäß einem Ausführungsbeispiel der vorliegenden
Erfindung. Der Empfänger gemäß der 4
ist in seiner Gesamtheit mit 400 bezeichnet. Der Empfänger
400 gemäß der 4 ist im Übrigen
dem Empfänger 100 gemäß der 1
ähnlich. Daher gelten weiterhin die bezüglich des Empfängers
100 gemachten Ausführungen im Hinblick auf die Nutzfrequenzsignale
156, 158, im Hinblick auf die Auswahl der Frequenz fLO1
des Lokaloszillatorsignals, sowie auch im Hinblick auf den Durchlassbereich der
Filter der Zwischenfrequenzfiltereinrichtung 130.
Der Empfänger 400 umfasst ein Bandpassfilter bzw. eine
Bandpassfiltereinrichtung 410, das ausgelegt ist, um ein Empfangssignal
412 zu empfangen. Das Empfangssignal 412 kann beispielsweise von
einer Zweiband-Antenne stammen, und umfasst typischerweise einen Signalanteil in
einem ersten Nutzfrequenzband sowie einen Signalanteil in einem zweiten Nutzfrequenzband,
wobei das erste Nutzfrequenzband und das zweite Nutzfrequenzband bevorzugt voneinander
frequenzmäßig beabstandet sind, wie dies bereits anhand der
1 erläutert wurde.
In anderen Worten, das Filter bzw. Hochfrequenzfilter 410
ist ausgelegt, um das erste Nutzfrequenzband und das zweite Nutzfrequenzband passieren
zu lassen, und um einen Frequenzbereich zwischen dem ersten Nutzfrequenzband und
dem zweiten Nutzfrequenzband bzw. übrige Frequenzbereiche zu unterdrücken
bzw. zu bedämpfen. In anderen Worten, das Hochfrequenzfilter 410 ist
ein Bandpassfilter mit zwei voneinander beabstandeten Passbändern, wobei das
erste Passband das erste Nutzfrequenzband umfasst, und wobei das zweite Passband
das zweite Nutzfrequenzband umfasst.
Der Empfänger 400 umfasst ferner einen Verstärker
414 mit geringem Rauschen (low noise amplifier LNA), der ausgelegt ist,
um das Ausgangssignal des Bandpassfilters 410 zu empfangen und zu verstärken.
An einem Ausgang des Verstärkers 414 entsteht somit
ein Kombinationssignal 416, das auch mit „A" bezeichnet ist. Eine
Mischereinrichtung 420 empfängt das Kombinationssignal 416
sowie zwei zueinander um 90° phasenverschobene Lokaloszillatorsignale
122a, 122b. Die Mischereinrichtung 420 erzeugt als ein
erstes Ausgangssignal ein erstes Zwischenfrequenzsignal 424 und als ein
zweites Ausgangssignal ein zweites Zwischenfrequenzsignal 426. Ein erster
Puffer 427a empfängt das erste Zwischenfrequenzsignal 424
und erzeugt basierend darauf ein erstes gepuffertes Zwischenfrequenzsignal
428a. Ein zweiter Puffer 427b empfängt im Übrigen das
zweite Zwischenfrequenzsignal 426 von der Mischereinrichtung
420 und erzeugt basierend darauf ein zweites gepuffertes Zwischenfrequenzsignal
428b. Der Empfänger 400 umfasst ferner eine Zwischenfrequenz-Filtereinrichtung
430. Die Zwischenfrequenz-Filtereinrichtung 430 empfängt
das erste gepufferte Zwischenfrequenzsignal 428a und stellt basierend darauf
ein erstes gefiltertes Zwischenfrequenzsignal 434 bereit. Die Zwischenfrequenz-Filtereinrichtung
430 empfängt ferner das zweite gepufferte Zwischenfrequenzsignal
428b und stellt basierend darauf ein zweites gefiltertes Zwischenfrequenzsignal
436 bereit. Der Empfänger 400 umfasst ferner zwei Verstärker
438a, 438b mit einstellbarer Verstärkung (auch als variable
gain amplifier bzw. VGA bezeichnet). Der erste Verstärker 438a empfängt
das erste gefilterte Zwischenfrequenzsignal 434 und stellt ein erstes gefiltertes
und verstärktes Zwischenfrequenzsignal 439a zur Verfügung. Der
zweite Verstärker 438b empfängt das zweite gefilterte Zwischenfrequenzsignal
436 und stellt ein zweites gefiltertes und gestärktes Zwischenfrequenzsignal
439b zur Verfügung. Ein erster Analog/Digital-Umsetzer 440a
empfängt das erste gefilterte und verstärkte Zwischenfrequenzsignal
439 und setzt dieses in ein erstes digitalisiertes Zwischenfrequenzsignal
444 um. Ein zweiter Analog/Digital-Umsetzer 440b empfängt
das zweite gefilterte und verstärkte Zwischenfrequenzsignal 439b und
setzt dieses in ein zweites digitalisiertes Zwischenfrequenzsignal 446
um. Der Empfänger 400 umfasst ferner eine digitale Verarbeitungseinrichtung
450, die das erste digitalisierte Zwischenfrequenzsignal 444 und
zweite digitalisierte Zwischenfrequenzsignal 446 empfängt. Die digitale
Verarbeitungseinrichtung 450 stellt ferner ein erstes Inphase-Ausgangssignal
452, das im Wesentlichen einen Informationsinhalt des ersten Nutzfrequenzbands
umfasst sowie ein zweites Inphase-Ausgangssignal 454, das im Wesentlichen
einen Informationsinhalt des zweiten Nutzfrequenzbandes umfasst, zur Verfügung.
Die digitale Verarbeitungseinrichtung 450 stellt weiterhin ein erstes Quadratur-Ausgangssignal
456 bereit, das im Wesentlichen den Informationsinhalt des ersten Nutzfrequenzbandes
umfasst, sowie ferner ein zweites Quadratur-Ausgangssignal 458, das im
Wesentlichen den Informationsinhalt des zweiten Nutzfrequenzbands umfasst.
Die Mischereinrichtung 420 umfasst im übrigen einen
ersten Mischer bzw. Inphase-Mischer 462 sowie einen zweiten Mischer bzw.
Quadratur-Mischer 464. Der Inphase-Mischer 462 empfängt das
Kombinationssignal 416 sowie das Lokaloszillatorsignal 122b und
stellt das erste Zwischenfrequenzsignal 424 an seinem Ausgang zur Verfügung.
Der zweite Mischer 464 empfängt das Kombinationssignal 416
und das Lokaloszillatorsignal 122a und stellt an einem Ausgang das zweite
Zwischenfrequenzsignal 426 zur Verfügung. Die dem ersten Mischer
462 und dem zweiten Mischer 464 zugeführten Lokaloszillatorsignale
122a, 122b weisen im übrigen eine Phasenverschiebung von
idealerweise 90° auf. In der Realität kann die Phasenverschiebung zwischen
den Lokaloszillatorsignalen 122a, 122b allerdings in einem Bereich
zwischen 70° und 110° variieren. Die Frequenz der Lokaloszillatorsignale
122a, 122b ist im übrigen gleich, und ist im wesentlichen
durch die frequenzmäßige Lage der Nutzfrequenzbänder 156,
158 (vgl. 1) festgelegt. Die Frequenz der
Lokaloszillatorsignale 122a, 122b liegt bevorzugt symmetrisch
zwischen den Nutzfrequenzbändern 156, 158, wie dies bereits
weiter oben beschrieben wurde.
Die Zwischenfrequenz-Filtereinrichtung 430 umfasst bei einem
ersten Ausführungsbeispiel ein ersten Bandpassfilter 472 sowie ein
zweites Bandpassfilter 474. Der erste Bandpassfilter 472 ist bevorzugt
ausgelegt, um einen Zwischenfrequenzbereich um eine Zwischenfrequenz fZF1
herum, auf den das erste Nutzfrequenzband 156 und das zweite Nutzfrequenzband
158 durch die Mischeinrichtung 420 abgebildet werden, passieren
zu lassen, und um andere Frequenzbereiche zu unterdrücken bzw. zu bedämpfen.
Analog dazu ist das zweite Bandpassfilter 474 bevorzugt ausgelegt, um den
Zwischenfrequenzbereich um die Zwischenfrequenz fZF1 herum passieren
zu lassen und um andere Frequenzbereiche zu unterdrücken bzw. zu bedämpfen.
Details im Hinblick auf die Wahl der Durchlassfrequenzbereiche der
Bandpassfilter 472, 474 werden im Folgenden noch erläutert.
Bei einem weiteren Ausführungsbeispiel umfasst die Filtereinrichtung
430 im Übrigen anstelle des ersten Bandpassfilters 472 ein
erstes Tiefpassfilter, sowie anstelle des zweiten Bandpassfilters 474 ein
zweites Tiefpassfilter, wie später noch ausführlicher erläutert wird.
Die Verstärker 438a, 438b mit einstellbarer
Verstärkung sind im übrigen ausgelegt, um gleiche Steuersignale bzw. ein
gemeinsames Steuersignal 478 zur Einstellung der Verstärkung zu empfangen,
wodurch die digitale Steuerung der Verstärkung ermöglicht wird. Damit
wird sichergestellt, dass eine maximale Symmetrie der Anordnung 400 gewährleistet
ist, die einer optimalen Trennung der Informationsinhalte der Nutzfrequenzbänder
156, 158 dient.
Die digitale Verarbeitungseinrichtung 450 umfasst im übrigen
einen ersten Kosinus-Abtaster 480 sowie einen ersten Sinus-Abtaster
482. Der erste Kosinus-Abtaster 480 empfängt das erste digitalisierte
Zwischenfrequenzsignal 440 als ein zeitdiskretes Signal für eine Mehrzahl
von Zeitpunkten mit ganzzahligen aufeinanderfolgenden Zeit-Indizes n. Der Kosinus-Abtaster
gewichtet das erste digitalisierte Zwischenfrequenzsignal 444 mit Werten,
die in Abhängigkeit von dem Zeitindex n als cos[&pgr;n/2] definiert sind.
In anderen Worten, der Kosinus-Abtaster 480 gewichtet das erste digitalisierte
Zwischenfrequenzsignal mit einer sich wiederholenden Wertefolge [1; 0; –1;
0] für Indizes n = 0, n = 1, n = 2, n = 3. Der Sinus-Abtaster 482
gewichtet hingegen die Abtastwerte des ersten digitalisierten Zwischenfrequenzsignal
444 mit Werten, die gemäß –sin [&pgr;n/2] definiert
sind. Der erste Kosinus-Abtaster 480 liefert somit basierend auf dem ersten
digitalisierten Zwischenfrequenzsignal 424 eine Wertefolge 484a,
während hingegen der erste Sinus-Abtaster 482 basierend auf dem ersten
digitalisierten Zwischenfrequenzsignal 444 eine Wertefolge 484b
liefert. In anderen Worten, die erste Wertefolge 484a entsteht aus dem
ersten digitalisierten Abtastsignal 444 durch Gewichtung mit einer Wertefolge
[1; 0; –1; 0], während hingegen die zweite Wertefolge 484b
aus dem ersten digitalisiertem Zwischenfrequenzsignal 444 durch Gewichtung
mit einer Wertefolge [0; –1; 0; 1] entsteht. In anderen Worten, die erste
Wertefolge 484a entspricht im Wesentlichen einer zeitdiskreten Modulation
des ersten digitalisierten Zwischenfrequenzsignals 444 mit einem Kosinussignal
der Frequenz fs/4 wobei fs die Abtastfrequenz der ersten Analog/Digital-Umsetzung
440a beschreibt. Die zweite Wertefolge 484b entsteht im Übrigen
durch eine zeitdiskrete Modulation des ersten digitalisierten Zwischenfrequenzsignals
444 unter Verwendung eines mit dem Faktor –1 skalierten sinusförmigen
Signal der Frequenz fs/4.
Die digitale Verarbeitungseinrichtung 450 umfasst ferner
einen zweiten Kosinus-Abtaster 486, der das zweite digitalisierte Zwischenfrequenzsignal
446 empfängt und basierend darauf eine Wertefolge 490a erzeugt.
Die digitale Verarbeitungseinrichtung 450 umfasst ferner einen zweiten
Sinus-Abtaster 488, der das zweite digitalisierte Zwischenfrequenzsignal
446 empfängt und basierend darauf eine vierte Wertefolge
490b erzeugt. Die Funktionsweise des zweiten Kosinus-Abtasters
486 entspricht im übrigen der Funktionsweise des ersten Kosinus-Abtasters
480, und die Funktionsweise des zweiten Sinus-Abtasters 488 entspricht
der Funktionsweise des ersten Sinus-Abtasters 482.
Optional können im übrigen die Kosinus-Abtaster
480, 486 durch Modulatoren ersetzt sein, die die jeweiligen Eingangssignale
444, 446 mit Kosinus-Signalen der Frequenz fs/4 multiplizieren.
Die Sinus-Abtaster 482, 488 können im übrigen durch
Modulatoren ersetzt sein, die die entsprechenden Eingangssignale mit Sinus-Signalen
der Frequenz fs/4 multiplizieren.
Die digitale Verarbeitungseinrichtung 450 umfasst ferner
einen ersten Kombinierer bzw. Addierer 492, der ausgelegt ist, um die erste
Wertefolge 484a von dem ersten Kosinus-Abtaster 480 und die vierte
Wertefolge 490b von dem zweiten Sinus-Abtaster 488 zu empfangen
und mit gleichem Vorzeichen additiv zu kombinieren. Der erste Kombinierer
492 liefert somit als sein Ausgangssignal das erste Quadratur-Ausgangssignal
456. Ein zweiter Kombinierer 494 empfängt die von dem ersten
Sinus-Abtaster 482 gelieferte zweite Wertefolge 484b sowie die
von dem zweiten Kosinus-Abtaster 486 gelieferte dritte Wertefolge
490a und kombiniert die genannten Wertefolgen mit gleichem Vorzeichen additiv.
Der zweite Kombinierer 494 liefert als sein Ausgangssignal das zweite Inphase-Ausgangssignal
454.
Ein dritter Kombinierer bzw. Addierer 496 empfängt die
zweite Wertefolge 484b von dem ersten Sinus-Abtaster 482 und subtrahiert
die Wertefolge 484b von der von dem zweiten Kosinus-Abtaster
486 gelieferten Wertefolge 490a. Der dritte Kombinierer
496 liefert somit als sein Ausgangssignal das erste Inphase-Ausgangssignal
452. Ein vierter Kombinierer 498 empfängt die erste Wertefolge
484a von dem ersten Kosinus-Abtaster 480 und subtrahiert davon
die vierte Wertefolge 490b, die von dem zweiten Sinus-Abtaster
488 geliefert wird. Der vierte Kombinierer 498 liefert somit als
sein Ausgangssignal das zweite Quadratur-Ausgangssignal 458.
Basierend auf der obigen strukturellen Beschreibung wird im Folgenden
die Funktionsweise des Empfängers 400 im Detail beschrieben. Dabei
wird zunächst auf die Verarbeitung bei der Erzeugung des ersten digitalisierten
Zwischenfrequenzsignals 444 und des zweiten digitalisierten Zwischenfrequenzsignal
446 eingegangen.
Es wird hier zunächst angenommen, dass es sich bei den Filtern
472, 474 um Bandpassfilter handelt. Ferner wird zunächst
angenommen, dass durch die Analog/Digital-Umsetzer 440a, 440b
eine Unterabtastung erfolgt, und dass durch die Unterabtastung eine Frequenzumsetzung
vorgenommen wird.
Es sei im Folgenden angenommen, dass die Mischereinrichtung
420 das erste Nutzfrequenzband 156 und das zweite Nutzfrequenzband
158 durch eine Abwärts-Mischung auf einem Bereich abbildet, der zwischen
einer unteren Grenzfrequenz fU und einer oberen Grenzfrequenz fO
liegt. Zur Veranschaulichung wird hierbei auf die 1
und insbesondere auf die spektralen Darstellungen 160, 170,
180 verwiesen. Die Zwischenfrequenz FZF1 liegt folglich zwischen
fU und fO
. Es wird im übrigen davon ausgegangen, dass die Frequenz fU
größer als die Abtastfrequenz fs der Analog/Digital-Umsetzer
440a, 440b ist.
Bei einem bevorzugten Ausführungsbeispiel wird in diesem Fall
die Abtastfrequenz fs so gewählt, dass ein Intervall [fU;
fO] vollständig in einem Intervall [N·fs; (N + S)·fs]
liegt. Dabei ist N eine ganze Zahl und größer oder gleich
1. Ferner wird davon ausgegangen, dass es sich bei dem ersten Bandpassfilter
472 um ein Filter handelt, das Frequenzen außerhalb des Intervalls
[n·fs; (N + S)·fs] bedämpft bzw. unterdrückt,
und das einen Durchlassbereich innerhalb des Intervalls [N·fs; (N
+ S)·fs] aufweist, um beispielsweise den Zwischenfrequenzbereich,
also das Frequenzintervall [fU; fO], passieren zu lassen.
Durchlassbereich und Sperrbereich des Bandpassfilters können dabei beispielsweise
in der herkömmlichen Weise definiert sein. Beispielsweise wird unter einem
Sperrbereich ein Bereich verstanden, in dem eine Dämpfung bzw. Durchlassdämpfung
des Bandpassfilters um mindestens 3dB (bevorzugt aber um mindestens 6dB, besser
noch um mindestens 10 dB oder 20 dB) größer ist als eine Dämpfung
in dem Durchlassbereich. Um dies zu veranschaulichen zeigt eine spektrale Darstellung
600 der 6 ein gefiltertes Zwischenfrequenzsignal,
beispielsweise das erste gefilterte Zwischenfrequenzsignal 434. Hierbei
gilt: N = 3. In anderen Worten, das in der graphischen Darstellung 600
gezeigte gefilterte Zwischenfrequenzsignal 434 weist lediglich spektrale
Anteile in einem Bereich zwischen 3·fs und 3,5·fs
auf.
Die Zwischenfrequenz FZF1 beträgt in dem gezeigten
Fall beispielsweise 3,25·fs, wobei angenommen wird, dass die Zwischenfrequenz
FZF1 beispielsweise mit einer Mittenfrequenz die Abbilder der Nutzfrequenzbänder
in dem gefilterten ersten Zwischenfrequenzsignal 434 zusammenfällt.
Durch eine Abtastung des gefilterten Zwischenfrequenzsignals 434 (bzw.
des gefilterten und verstärkten Zwischenfrequenzsignals 439a) durch
den ersten Analog/Digital-Umsetzer 440a erfolgt eine Frequenzumsetzung
durch eine periodische Fortsetzung des Spektrums. So zeigt eine spektrale Darstellung
650 gemäß der 6 ein periodisch fortgesetztes
Spektrum, das sich nach einer Abtastung des in der spektralen Darstellung
600 gezeigten Spektrums vor der Analog/Digital-Umsetzung ergibt. Es zeigt
sich dabei, dass durch die Unterabtastung bei der Analog/Digital-Wandlung durch
den ersten Analog/Digital-Wandler 440a der Frequenzbereich zwischen 3·fs
und 3,5·fs auf den Frequenzbereich zwischen 0 und S·fs
abgebildet wird. Die Zwischenfrequenz FZF1 = 3,25 fs wird
bei diesem Beispiel somit auf fs/4 abgebildet.
Die bei der Digital/Analog-Umsetzung in dem Analog/Digital-Wandler
440 auftretende Abtastung bzw. Unterabtastung wirkt somit bei geeigneter
Wahl der Zwischenfrequenz fZF1 und ferner bei geeigneter Wahl des Durchlass-Frequenzbandes
des Bandpass-Filters 472 (und/oder des Bandpassfilters 474) als
eine Frequenzumsetzung.
Eine entsprechende Frequenzumsetzung tritt im übrigen auch in
dem zweiten Zweig durch den Analog/Digital-Umsetzer 440b auf.
Ferner sei noch darauf hingewiesen, dass ein ähnlicher Effekt
auch unter der Voraussetzung auftritt, dass das Frequenzintervall [fU;
fO] vollständig in dem Intervall [(N – S)·fs;
N·fs] enthalten ist, wobei N wiederum eine ganze Zahl größer
oder gleich 1 ist. In diesem Fall ist das Bandpassfilter 472 (und/oder
das Bandpassfilter 474) bevorzugt ausgelegt, um Frequenzbereiche außerhalb
des Intervalls [(N – 1/2)·fs; N·fs] zu unterdrücken
bzw. zu bedämpfen, sowie das Frequenzintervall [fU; fO]
passieren zu lassen.
Bei einem alternativen Ausführungsbeispiel erfolgt keine Unterabtastung.
Vielmehr werden bei dem alternativen Ausführungsbeispiel anstelle der Bandpassfilter
472, 474 Tiefpassfilter eingesetzt, die bevorzugt eine obere Grenzfrequenz
aufweisen, die kleiner oder höchstens gleich fs/2 ist.
Im übrigen sei darauf hingewiesen, dass das oben beschriebene
Konzept der Unterabtastung unter Verwendung von Bandpassfiltern 472,
474 und unterabtastenden Analog/Digital-Wandlern 440a,
440b auch in Verbindung mit einer Empfängerarchitektur gemäß
der 2 eingesetzt werden kann. Die Filtereinrichtung
270 umfasst in diesem Fall zwei Bandpassfilter, die den Bandpassfiltern
472, 474 entsprechen, und die Analog/Digital-Wandlung
280 umfasst Analog/Digital-Umsetzer, die den Analog/Digital-Umsetzern
440a, 440b entsprechen.
In Verbindung mit der Empfängerarchitektur gemäß der
2 kann im übrigen allerdings auf die digitale
Verarbeitungseinrichtung 450 ganz oder teilweise verzichtet werden. Da
gemäß der Empfängerarchitektur des Empfängers 200 getrennte
Zweige für die beiden Nutzfrequenzbänder verwendet werden, besteht keine
Notwendigkeit, in den digitalisierten Zwischenfrequenzsignalen 282,
284, die Nutzfrequenzbänder zu trennen. Daher können in Verbindung
mit einer Empfängerarchitektur 200 beispielsweise die Kombinierer
492, 494, 496, 498 optional entfallen.
Im Folgenden wird das wesentliche Konzept des Empfängers
400 gemäß der 4 noch einmal kurz
zusammenfassend erläutert. Im Rahmen der folgenden Ausführungen wird im
übrigen auf die 5 Bezug genommen, die einen Frequenzplan
des Empfängers 400 beschreibt. In anderen Worten, die 5
zeigt eine schematische Darstellung eines Frequenzvorgangs innerhalb der modifizierten
Weaver-Architektur des Empfängers 400.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die 5
eine vereinfachte Frequenzumsetzung innerhalb des hybriden modifizierten Weaver-Mischers
zur Spiegelfrequenzunterdrückung zeigt, während hingegen die
4 die vorgestellte Empfängerarchitektur bzw. die
Architektur des vorgestellten breitbandigen Niedrig-Zwischenfrequenz-Empfängers
zeigt.
Bezugnehmend auf die 5 zeigt eine erste
spektrale Darstellung 510 das Kombinationssignal 416 (auch mit
A bezeichnet). An einer Abszisse 512 ist die Frequenz eingetragen, während
eine Ordinate 514 eine spektrale Leistungsdichte beschreibt. B1 und B2
stellen die gewünschten Bänder bzw. Nutzfrequenzbänder da. Ein erster
Oszillator LO1 (bzw. eine Frequenz fLO1 des ersten Oszillators) liegt
in der Mitte beider Bänder (bzw. zwischen den beiden Bändern).
Entsprechend sind die Bänder bzw. Nutzfrequenzbänder B1,
B2 (zumindest teilweise) Spiegelband voneinander. Folglich kann die Frequenzumsetzung
für beide Bänder B1, B2 durch einen einzigen Frequenzsynthesizer durchgeführt
werden. Die Doppelbandantenne, die das Empfangssignal 412 liefert, das
Hochfrequenzfilter bzw. Vorauswahlfilter 410 und der rauscharme Verstärker
414 (LNA) unterdrücken Störer neben den Bändern, bewirken
aber keine Spiegelbandunterdrückung. Eine Bandpassfilterung (durch die Bandpassfilter
472, 474) nach der ersten komplexen Frequenzumsetzung (durch die
Mischereinrichtung bzw. den komplexen Mischer 420) ist passiv. Nach der
variablen Verstärkung (durch die Verstärker 438a, 438b
mit einstellbarer Verstärkung, die auch mit VGA bezeichnet sind) leistet der
Analog/Digital-Umsetzer (beispielsweise bestehend aus dem ersten Analog/Digital-Umsetzer
440a und dem zweiten Analog/Digital-Umsetzer r) zwei Funktionen:
Eine Digitalisierung und eine Frequenzumsetzung von der ersten Zwischenfrequenz
ZF1 (mit einer Frequenz fZF1) auf eine zweite Zwischenfrequenz
ZF2 = fs/4. Dabei stellt fs die Abtastfrequenz
des Analog/Digital-Umsetzers (bzw. der Analog/Digital-Umsetzer 440a,
440b) dar. Um eine Frequenzumsetzung derartig durchzuführen, wird
es bevorzugt, dass die Abtastrate des Analog/Digital-Umsetzers (bzw. der Analog/Digital-Umsetzer
440a, 440b) und die erste Zwischenfrequenz ZF1 folgender Gleichung
genügen:
N × fs ± fs/4 = ZF1
Dabei ist N ein Unterabtastfaktor. Anders formuliert, es gilt:
N × fs + fs/4 = ZF1
oder
N × fs – fs/4 = ZF1
Wenn N = 0 ist, erfolgt keine Frequenzumsetzung. In diesem Fall dient
ein Tiefpassfilter (der an die Stelle der Bandpassfilter 472,
474 tritt) als ein Anti-Alias-Filter und zweiter Spielbandunterdrücker.
Für N ≥ 1 wird bevorzugt ein Bandpassfilter für beide Funktionen
(also als Anti-Alias-Filter und als zweiter Spiegelbandunterdrücker) verwendet.
Die Unterdrückung des zweiten Spiegelbands durch das Anti-Alias-Filter
(also bevorzugt durch die Bandpassfilter 472, 474 oder durch Tiefpassfilter,
die für N = 0 an die Stelle der Bandpassfilter 472, 474 treten)
ist eine Besonderheit der erfindungsgemäßen Topologie, weil die zweite
Frequenzumsetzung durch Unterabtastung (bevorzugt durch die Analog/Digital-Umsetzer
440a, 440b) nach der Filterung (durch die Zwischenfrequenzfiltereinrichtung
430) stattfindet.
Eine Entscheidung, welche Filterungsoption (Verwendung von Bandpass-Filtern
472, 474 in der Zwischenfrequenz-Filtereinrichtung 430,
oder Verwendung von Tiefpassfiltern anstelle der Bandpassfilter 472,
474) verwendet wird, hängt von sich bedingenden Faktoren ab. So ist
bei Verwendung eines Tiefpassfilters bzw. von zwei Tiefpassfiltern die Implementierung
einfacher. Eine Gruppenlaufzeitänderung ist ferner bei Verwendung eines Tiefpassfilters
kleiner als bei einem Bandpassfilter. Andererseits ist in diesem Fall die Taktfrequenz
des Analog/Digital-Umsetzers maximal bzw. größer als bei Verwendung einer
Unterabtastung. Bei Verwendung eines Tiefpassfilters ist die Taktfrequenz (bzw.
die Abtastfrequenz der Analog/Digital-Umsetzer) bevorzugt mindestens zweimal höher
als eine größte Bandbreite zwischen den Bändern B1, B2. Die Entscheidung
(ob also ein Tiefpassfilter oder ein Bandpassfilter verwendet werden soll, und ob
eine Unterabtastung erfolgen soll) hängt daher von den gewünschten (zu
empfangenden) Bändern und von deren Frequenzplan ab.
Eine Unterabtastung, versetzt um fs/4, ermöglicht
eine einfache Frequenzumsetzung in ein Basisband und eine perfekte Erzeugung von
realen und imaginären Anteilen für beide Bänder. So zeigt beispielsweise
die 5 in der spektralen Darstellung 530 die
Signale D und E bei der zweiten Zwischenfrequenz ZF2 bzw. fZE2, die gleich
fs/4 ist. Das Signal D entspricht dabei dem ersten digitalisierten Zwischenfrequenzsignal
444, und das Signal E entspricht dabei dem zweiten digitalisierten Zwischenfrequenzsignal
446. Eine weitere spektrale Darstellung 540 gemäß der
5 zeigt im übrigen die Signale F, G, H und I in
dem Basisband. Das Signal F entspricht der ersten Wertefolge 484a, das
Signal G entspricht der zweiten Wertefolge 484b, das Signal H entspricht
der Wertefolge 490a, und das Signal I entspricht der Wertefolge
490b.
Für das erste Inphase-Ausgangssignal L1I (auch mit
452 bezeichnet), das erste Quadratur-Ausgangssignal L1Q (auch mit
456 bezeichnet, das zweite Inphase-Ausgangssignal L2I (mit 454
bezeichnet) und das zweite Quadratur-Ausgangssignal L2Q (auch mit 458 bezeichnet)
gelten die folgenden Zusammenhänge.
L1I = H – G;
L1Q = I + F;
L2I = H + G;
L2Q = F – I.
Dabei ist F das Ausgangssignal 484a des ersten Kosinus-Abtasters
480, G das Ausgangssignal 484b des ersten Sinus-Abtasters
482, H das Ausgangssignal 490a des ersten Kosinus-Abtasters
486 und I das Ausgangssignal 490b des ersten Sinus-Abtasters
488.
Der erfindungsgemäße Empfänger trennt die Bänder
bzw. Nutzfrequenzbänder B1 und B2 im digitalen. Durch diese innovative Stufe
(bzw. durch die innovative digitale Verarbeitungseinrichtung 450 in Kombination
mit der Zwischenfrequenz-Filtereinrichtung 430 und den Analog/Digital-Umsetzern
440a, 440b) sind drei Funktionen auf einmal mit sehr geringem
Aufwand realisiert: Eine Frequenzumsetzung ins Basisband, eine komplexe Signalerzeugung
und eine Trennung von gleichzeitig empfangenen Signalen.
Die beschriebene zusätzliche Verarbeitung für eine tatsächliche
Trennung beider Bänder (die beispielsweise durch die Kombinierer
492, 494, 496, 498 erfolgt) ist einfach und
benötigt im Gegensatz zu einer kompletten analogen Spiegelfrequenzunterdrückung
eine minimale bzw. eine geringere Leistung (beispielsweise bei einer Implementierung
der digitalen Signalverarbeitung 450 in einer CMOS-Technologie). Zudem
ist eine digitale Wortbreite des Analog/Digital-Umsetzers (bzw. der Analog/Digital-Umsetzer
440a, 440b) sehr gering (bevorzugt zwischen 2 und 4 Bits), was
eine Komplexität der digitalen Signalverarbeitung 450 gering hält.
Ein tatsächlicher Grad einer Unterdrückung zwischen den Bändern
81 und 82 ist durch Amplituden- und Phasenungenauigkeiten der
analogen Pfade (also beispielsweise der Mischereinrichtung 420, der Puffer
427a, 427b, der Filter 472, 474 und der Verstärker
438a, 438b) bestimmt. Aufgrund der großen Anzahl an analogen
Komponenten von der komplexen Mischung abwärts (zum Beispiel der Komponenten
462, 464, 427a, 427b, 472,
474, 438a, 438b) ist eine Unterdrückung (bzw. eine
Trennung der Bänder bzw. Nutzfrequenzbänder B1 und B2) begrenzt. Die perfekte
Quadraturerzeugung im digitalen (basierend auf den Kosinus-Abtastern 480,
486 und den Sinus-Abtastern 482, 488) kompensiert dennoch
eine (vergleichsweise große) Ungenauigkeit im analogen Teil. Im übrigen
ist ein Bedarf an Unterdrückung (zwischen den Nutzfrequenzbändern B1 und
B2) relativ klein, da das jeweilige Spiegelband als thermisches Rauschen betrachtet
werden kann.
Es sei im übrigen darauf hingewiesen, dass eine alternative Topologie
zu dem hier vorgestellten Empfänger aus zwei separaten Antennen, Vorwahlfiltern
und Verstärkern mit geringem Rauschen (low noise amplifier, LNA) besteht. Solange
beide Pfade vor einer komplexen Mischung nicht miteinander kurzgeschlossen sind,
liefern die genannten drei Bausteine auch eine Spiegelsignalunterdrückung.
In diesem Fall braucht man keine Bandtrennung (im Rahmen der digitalen Signalverarbeitung).
Entsprechend kann man auf die vier Addierer 492, 494,
496, 498 nach dem Knoten {F, G, H, I} verzichten. Die alternative
genannte Topologie ist allerdings im Wesentlichen dann sinnvoll, wenn es nicht möglich
ist, Doppelbandantennen, Vorwahlfilter und Verstärker mit geringem Rauschen
(LNAs) zu verwenden, um dadurch die zwei Pfade nicht durch einen einzigen ersetzen
zu können.
Im Folgenden werden kurz die von der vorliegenden Erfindung gelösten
Aufgaben beschrieben. Mit der hier vorgestellten Erfindung sind zukünftige
sehr breitbandige mobile Empfänger für hochgenaue Ortsbestimmungssysteme
möglich, die eine minimale Anzahl an analogen Komponenten benötigen. Sehr
kompakte und preiswerte Empfänger sind ein mögliches Ergebnis.
Um eine Dual-Band-Architektur und Architekturen für den Empfang
von sehr großer Bandbreite zu vereinigen, müssen zwei Spiegelfrequenzen
breitbandig unterdrückt werden. Der vorgestellte Empfänger platziert einen
einzigen ersten Oszillator (LO1) symmetrisch zwischen den beiden Bändern (bzw.
Nutzfrequenzbändern B1, B2, 156, 158). Dadurch werden die
gleichzeitig empfangenen Bänder (B1, B2; 156, 158) Spiegelband
voneinander. Aufgrund einer Signalstruktur mit verteiltem Spektrum (auch als Spread-Spektrum-Signalstruktur
bezeichnet) können die den Nutzbändern überlagerten Spiegelbänder
als Rauschen gewertet werden, was den Bedarf für eine Spiegelbandunterdrückung
wesentlich erleichtert.
Die Erfindungsgemäße Empfängerarchitektur trennt gleichzeitig
empfangene Bänder in der digitalen Verarbeitungsebene (beispielsweise in der
digitalen Signalverarbeitungseinrichtung 450). Durch dieses hybride Verfahren
ist eine Anzahl von analogen Komponenten minimal.
Im Folgenden wird auf Verbesserungen und Vorteile gegenüber dem
Stand der Technik eingegangen, die die vorliegende Erfindung liefert. Bei der erfindungsgemäßen
Empfängertopologie ist eine Anzahl an analogen Komponenten minimal, da eine
Trennung von beiden empfangenen Bändern (also beispielsweise des ersten Nutzfrequenzbands
B1, 156 und des zweiten Nutzfrequenzbands B2, 158) im digitalen
Bereich (bzw. in der digitalen Signalverarbeitungseinrichtung 450) durchgeführt
wird. Dies ermöglicht einen kompakten und Stromsparenden Empfänger. Die
digitale Signalverarbeitungseinrichtung 450 kann beispielsweise
mit stromsparender CMOS-Technologie realisiert werden. Ferner eignet sich der erfindungsgemäße
Empfänger bzw. die erfindungsgemäße Empfängertopologie besonders
gut für einen Empfänger basierend auf diskreten Komponenten.
Ferner erfüllt das Tiefpassfilter bzw. das Bandpassfilter (472,
474) einen doppelten Zweck: das Tiefpassfilter bzw. Bandpassfilter dient
als Anti-Aliasing-Filter und als zweiter Spiegelbandunterdrücker. Diese Besonderheit
des erfindungsgemäßen Empfängers resultiert aus der doppelten Funktion
des Analog/Digital-Umsetzers (440a bzw. 440b): Quantisierer und
zweiter Frequenzumsetzer durch Unterabtastung.
Augrund der Tatsache, dass die zweite Frequenzumsetzung nach der Kanalauswahl
(durch die Filter 472, 474) stattfindet, erfüllt die Filterung
auch die Funktion als Spiegelbandunterdrücker. Dies bedeutet einen großen
Vorteil, da kein analoger Spiegelbandunterdrücker nötig ist, um diese
Funktion zu erfüllen. Im Gegensatz zu heutigen Dualempfängern spart die
erfindungsgemäße Topologie zwei Spiegelbandunterdrücker dank der
hybriden Trennung von empfangenen Bändern und der Unterdrückungsfunktion
der Kanalauswahlfilter (also beispielsweise der Filter 472, 474).
Eine innovative digitale Signalkonditionierung (beispielsweise durch
die digitale Signalverarbeitung 450) erfüllt drei Funktionen: Frequenzumsetzung
in ein Basisband, In-Phase (I)-Zerlegung und Quadratur (Q)-Zerlegung für beide
Bänder (also beispielsweise für das erste Nutzfrequenzband B1,
156 und das zweite Nutzfrequenzband B2, 158) und Trennung von
beiden Bändern. Diese Funktionen können durch die besondere Frequenzplanung
(ZF2 = fs/4 durch Unterabtastung) und durch geringe Wortbreiten
äußerst einfach und leistungssparend realisiert werden. Außerdem
lässt sich die hier vorgestellte Topologie einfach durch Leistungsverwaltungsstrategien
bzw. Power-Management-Strategien in einen Einband-Empfänger verwandeln. In
diesem Fall ist nur eine Hälfte des Empfängers aktiv. So kann zwischen
einem Sparmodus mit weniger Genauigkeit und einem optimierten Dualmodus ausgewählt
werden, ohne dass diese Möglichkeit die ursprüngliche Haardwarekomplexität
erhöht.
Die vorliegende Erfindung schafft im übrigen ein Verfahren zum
Empfangen eines ersten Nutzfrequenzbandes und eines zweiten Nutzfrequenzbandes.
Die 7a und 7b zeigen ein
Flussdiagramm des erfindungsgemäßen Verfahrens. Das Verfahren gemäß
den 7a und 7b ist in seiner
Gesamtheit mit 700 bezeichnet. Das Verfahren umfasst in einem ersten Schritt
710 ein Bandpass-Filtern eines oder mehrerer Empfangssignale, und ein Kombinationssignal,
das ein erstes Nutzfrequenzband und ein zweites Nutzfrequenzband aufweist, zu erhalten,
oder um ein erstes Bandpassfiltersignal, das das erste Nutzfrequenzsignal aufweist,
und ein zweites Bandpassfiltersignal, das das zweite Nutzfrequenzband aufweist,
zu erhalten. Das Verfahren 700 umfasst in einem zweiten Schritt
720 ein Umsetzen des Kombinationssignals oder des ersten Bandpassfiltersignals
und des zweiten Bandpassfiltersignals durch Mischen mit dem Lokaloszillatorsignal,
um ein erstes Zwischenfrequenzsignal und ein zweites Zwischenfrequenzsignal zu erhalten.
Die Frequenz des Lokaloszillatorsignals ist so gewählt, dass das erste Nutzfrequenzband
und das zweite Nutzfrequenzband bezüglich der Frequenz des Lokaloszillatorsignals
zumindest teilweise Spiegelbänder zueinander sind. Das Verfahren
700 umfasst ferner in einem dritten Schritt 730 ein Filtern des
ersten Zwischenfrequenzsignals oder eines von den ersten Zwischenfrequenzsignal
abgeleiteten Signals, und des zweiten Zwischenfrequenzsignals oder eines von den
zweiten Zwischenfrequenzsignal abgeleiteten Signals, um ein erstes gefiltertes Zwischenfrequenzsignal
und ein zweites gefiltertes Zwischenfrequenzsignal zu erhalten. Das Verfahren
700 umfasst ferner in einem vierten Schritt 740 ein Analog/Digital-Wandeln
des ersten gefilterten Zwischenfrequenzsignals oder eines davon abgeleiteten Signal,
und des zweiten gefilterten Zwischenfrequenzsignals oder eines davon abgeleiteten
Signals unter Verwendung einer einzigen Abtastfrequenz für das Analog/Digital-Wandeln
des ersten Zwischenfrequenzsignals und des zweiten Zwischenfrequenzsignals. Dadurch
wird ein erstes digitalisiertes Zwischenfrequenzsignal und ein zweites digitalisiertes
Zwischenfrequenzsignal erhalten.
Das Verfahren 700 kann im Übrigen um alle diejenigen
Schritte und Merkmale erweitert werden, die hinsichtlich der oben erläuterten
erfindungsgemäßen Vorrichtungen beschrieben wurden.
Es sei im übrigen darauf hingewiesen, dass eine neue und effiziente
Topologie, um einen Doppelbandempfänger zu implementieren, auf einer gemeinsamen
ersten Zwischenfrequenz (ZF) basiert. Einerseits verursacht diese Auswahl, dass
beide Bänder Spiegelband voneinander sind. Andererseits liefert eine Hochfrequenz-Bandselektion
keine Spiegelbandunterdrückung, weil beide empfangenen Bänder nach einer
entsprechenden Filterung und rauscharmen Verstärkung miteinander addiert werden.
Diese beiden Faktoren ergeben den Bedarf für eine Empfängerarchitektur,
die Spiegelbandunterdrückung leistet. Die Unterdrückung kann vergleichsweise
gering gehalten werden, weil das Spiegelband als verteiltes Spektrum bzw. Spread-Spectrum
als thermisches Rauschen betrachtet werden kann. Dies erleichtert die Integrierbarkeit
der erfindungsgemäßen Architektur. Um eine Bandbreite eines Verstärkers mit
einstellbarer Verstärkung und eine Taktfrequenz eines Analog/Digital-Umsetzers
zu optimieren, ist es gewünscht, die Bänder bei einer Zwischenfrequenz,
die ungefähr der Hälfte der Bandbreite der Bänder entspricht, zu
setzen. Die erste Zwischenfrequenz ist somit durch einen Frequenzabstand zwischen
den Bändern festgelegt, egal wie breit die Bänder sind. Die sich so ergebende
erste Zwischenfrequenz ist in der Regel deutlich größer als die Hälfte
der Bandbreite (der Nutzfrequenzbänder). Eine zusätzliche Frequenzumsetzung
wird daher bevorzugt, um eine zweite Zwischenfrequenz zu erhalten. Die zusätzliche
Frequenzumsetzung bringt den Nachteil mit sich, dass man auch das wiederum entstehende
Spiegelband unterdrücken muss.
Diese Unterdrückung kann beispielsweise durch einen komplexen
aktiven Bandpassfilter realisiert werden. Die genannte Lösung ist dabei limitiert
bezüglich der Bandbreite, weil die Stromaufnahme einer derart komplexen Filterung
mit der Frequenz stark zunimmt. Aus diesem Grund kommen bevorzugt kleine bis mittlere
Bandbreiten, ca. 2 bis 5 MHz für mobile Empfänger in Frage.
Eine Weiterentwicklung des genannten Empfängerkonzepts besteht
in einem erfindungsgemäßen Einsatz der Zwischenfrequenzfiltereinrichtung
430, durch die eine analoge Unterdrückung des zweiten Spiegelkanals
erzielt wird, sowie ferner in der Verwendung der digitalen Verarbeitungseinrichtung
450, durch die eine hybride Trennung von zwei Trägern erfolgen kann.
Die vorliegende Erfindung stellt somit eine Empfängerarchitektur
zur maximalen Reduzierung an benötigten Bausteinen von dualen hochgenauen breitbandigen
Empfängern dar. Die Empfängerarchitektur kann für einen gleichzeitigen
Empfang von zwei Bändern eines Navigationssystems (z.B. von L1 und L2c von
GPS, oder von L5 und L6 von Galileo), aber auch für einen gemeinsamen Empfang
von Bändern aus verschiedenen Systemen Anwendung finden.
Der erfindungsgemäße vorgestellte Empfänger mit niedriger
ZF (Low-IF-Empfänger) trennt beide empfangenen Bänder durch einen innovativen
hybriden Analog/Digital-Mischer mit Spiegelfrequenzunterdrückung. Ein digitaler
Teil trennt nicht nur beide empfangenen Bänder, sondern mischt auch ins Basisband
und extrahiert einen realen und eine imaginären Anteil beider Signale. Eine
zweite Frequenzumsetzung ist durch Unterabtastung eines Analog/Digital-Umsetzers
gegeben. Das Bandpassfilter dient als Anti-Alias-Filter und zweiter Spiegelfrequenzunterdrücker.
Die genannte Topologie besteht aus einer minimalen Anzahl an analogen Bauteilen
und einem einzigen Frequenzsynthesizer, was ein kompaktes und leistungsarmes Design
ermöglicht.
Die vorliegende Erfindung ermöglicht somit den Aufbau hochgenauer
Dualempfänger für Ortsbestimmungssysteme. So können beispielsweise
basierend auf der vorliegenden Erfindung ein GPS-Dualempfänger, ein Galileo-Dual-Empfänger,
ein Glonass-Dualempfänger, oder ein GNSS-Dualempfänger implementiert werden.
Besondere Vorteile liegen in einer minimalen Anzahl an analogen Komponenten,
was einen kompakten und stromsparenden Empfänger ermöglicht. Das erfindungsgemäße
Konzept ist im übrigen geeignet, um einen Empfänger basierend auf diskreten
Komponenten zu realisieren. Eine Leistungsverwaltung bzw. ein Powermanagement ermöglicht
es, einen Einband-Empfang oder einen Dualband-Empfang auszuwählen.