Die Erfindung betrifft eine Lüftersteuerung, die dazu eingerichtet
ist, einen Lüfter in einem ersten Temperaturbereich einer Lüfterkennlinie
auf einer konstanten Drehzahl zu halten, und ein Verfahren zur Einstellung einer
Drehzahl eines Lüfters.
Ein Computersystem weist meist eine Lüfterkühlung für
seine elektronischen Komponenten auf. Steigt beispielsweise die Betriebstemperatur
eines Prozessors des Computersystems, wird die Drehzahl eines dem Prozessor zur
Kühlung zugeordneten Lüfters erhöht und ein Überhitzen des Prozessors
wird verhindert. Eine Steuerung der Drehzahl des Lüfters wird üblicherweise
durch ein Ändern einer Steuerspannung für den Lüfter erreicht.
Die Steuerspannung für den Lüfter ergibt sich üblicherweise
aus einer Lüfterkennlinie. Die Steuerspannung steigt in einem bestimmten Temperaturbereich
von einem Grundspannungspegel zur maximalen Steuerspannung für den Lüfter
an. Mit steigender Steuerspannung erhöht sich die Drehzahl des Lüfters.
Ein rotierender Lüfter erzeugt einen Hörschall bestimmter Lautstärke
und Frequenz. Eine Erhöhung der Drehzahl des Lüfters führt auch zu
einem höheren Geräuschpegel.
Zur Geräuschreduzierung wird versucht die Drehzahl des Lüfters
gering zu halten. Die Lüfterspannung in einem ersten Temperaturbereich einer
Lüfterkennlinie wird üblicherweise konstant gehalten. Das heißt,
dass die Steuerspannung für den Lüfter bis zu einem Schwellwert steigender
Betriebstemperatur der elektronischen Komponente konstant bleibt, wobei die zur
Kühlung der elektronischen Komponente des Computersystems notwendige Kühlleistung
gewährleistet ist.
Dieser Temperaturbereich liegt insbesondere im so genannten „IDLE"
Betrieb vor. Das heißt, dass ein Computersystem eingeschaltet und nicht weiter
belastet ist.
Überschreitet die Betriebstemperatur der elektronischen Komponente
den Schwellwert und ist kleiner als die für die elektronische Komponente maximal
zulässige Betriebstemperatur, ist also in einem zweiten Temperaturbereich,
erfolgt üblicherweise die Steuerung der Drehzahl des Lüfters mit einer
steigenden Lüfterkennlinie.
Da unterschiedliche Lüftertypen, aber auch verschiedene Lüfter
eines Typs ein abweichendes Verhalten aufweisen, ist die Ansteuerung gemäß
einer solchen Lüfterkennlinie oft nicht optimal.
Das Problem des unterschiedlichen Verhaltens der Lüfter wurde
bisher teilweise gar nicht beachtet oder durch Verwendung eng spezifizierter Lüfter
„behoben". Allerdings ist diese Lösung teuer und erfordert das Verwenden
gleicher, nämlich der eng spezifizierten Lüfter.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Lüftersteuerung
anzugeben, die Lüfter so ansteuert, dass ein individuell unterschiedliches
Verhalten berücksichtigt wird.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Lüftersteuerung
gelöst, die dazu eingerichtet ist, einen Lüfter in einem ersten Temperaturbereich
einer Lüfterkennlinie auf einer konstanten Drehzahl zu halten. Die Lüftersteuerung
ist erfindungsgemäß dadurch gekennzeichnet, dass sie einen digitalen Vergleicher
aufweist zum Vergleich einer erfassten Ist-Drehzahl mit einer vorgegebenen Minimal-Soll-Drehzahl
in dem ersten Temperaturbereich.
Das Verwenden der erfindungsgemäßen Lüftersteuerung
in einem oder mehreren Computersystemen gewährleistet eine sehr gute Kühlung
der elektronischen Komponenten der jeweiligen Computersysteme. Dabei wird die Drehzahl
der baugleichen oder verschiedenen Lüfter mit der Lüftersteuerung derartig
geregelt, dass die Lüfter in dem ersten Temperaturbereich der Lüfterkennlinien
genau mit der vorgegebenen Minimal-Soll-Drehzahl betrieben werden. Wenn die Lüfter
mit der gleichen, nämlich der Minimal-Soll-Drehzahl betrieben werden, ist auch
die Frequenz der bei rotierenden Lüftern entstehenden Schallwellen (Ton) gleich.
Damit ist gewährleistet, dass bei einer additiven Überlagerung der Schallwellen
ein Ton entsteht, der nicht moduliert ist. Wären die Lüfterdrehzahlen
und damit die Frequenzen der Schallwellen leicht unterschiedlich, entstünde
ein modulierter Ton dessen Lautstärke mit der Schwebungsfrequenz aus der Überlagerung
der Schallwellen unterschiedlicher Frequenz schwanken würde. Einen derartigen
Ton empfände ein Benutzer als unangenehm.
Zur Lösung der Aufgabe wird ebenfalls ein Verfahren zur Einstellung
der Drehzahl eines Lüfters mit den Merkmalen des Anspruchs 7 angegeben. Demnach
werden eine Temperatur und die Ist-Drehzahl des Lüfters gemessen. Die Lüftersteuerung
prüft, ob für eine Temperatur im ersten Temperaturbereich die erfasste
Ist-Drehzahl gleich der Minimal-Soll-Drehzahl ist und regelt bei einer Abweichung
die Drehzahl des Lüfters bis zum Erreichen der Minimal-Soll-Drehzahl.
Zur Ansteuerung des Lüfters ist in einer vorteilhaften Weiterbildung
der Erfindung eine Pulsweitenmodulation vorgesehen. Das heißt, dass die Drehzahl
des Lüfters über ein pulsweitenmoduliertes Ansteuerungssignal gesteuert
wird. Die Pulsweitenmodulation ist auch als Pulsbreitenmodulation oder Pulsdauermodulation
bekannt.
In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform ist die Lüftersteuerung
dazu eingerichtet, eine Fehlermeldung auszugeben, wenn das Tastverhältnis des
pulsweitenmodulierten Ansteuerungssignals einen Wert von 0% erreicht und die Ist-Drehzahl
des Lüfters über der Minimal-Soll-Drehzahl liegt. Die Lüftersteuerung
ist auch dazu eingerichtet, eine Fehlermeldung auszugeben, wenn das Tastverhältnis
des pulsweitenmodulierten Ansteuerungssignals einen festzulegenden Maximalwert (z.B.
100%) erreicht und die erfasste Temperatur der zu kühlenden Computerkomponente
oberhalb einer zulässigen Maximaltemperatur liegt.
Weitere Einzelheiten und Ausgestaltungen der Erfindung sind in den
Unteransprüchen angegeben.
Die Erfindung wird nachfolgend an Ausführungsbeispielen anhand
der Zeichnungen näher erläutert.
In den Zeichnungen zeigen:
1 ein Blockschaltbild eines ersten Ausführungsbeispiels,
2a ein Diagram mit Drehzahlen zweier Lüfter in
Abhängigkeit einer Temperatur
2b ein Diagram mit Drehzahlen zweier Lüfter in
Abhängigkeit von Tastverhältnissen pulsweitenmodulierter Ansteuerungssignale
3 ein Blockschaltbild eines zweiten Ausführungsbeispiels,
4 ein Blockschaltbild eines dritten Ausführungsbeispiels,
5 ein Flussdiagramm eines Verfahrens, und
6 ein Ausschnitt aus einem Flussdiagram eines Verfahrens.
In den folgenden Ausführungsbeispielen werden die genannten Lüfter
über einen Transistor gesteuert, wobei der Transistor von der Lüftersteuerung
angesteuert wird. Es ist auch möglich einen Lüfter mit integrierter Ansteuerlogik
mit einer erfindungsgemäßen Lüftersteuerung anzusteuern. Ein derartiger
Lüfter wird von der Lüftersteuerung mit Ansteuerungssignalen angesteuert.
1 zeigt ein Blockschaltbild eines ersten Ausführungsbeispiels
erfindungsgemäßer Lüftersteuerungen in zwei Computersystemen.
Ein von einem Motor angetriebener Lüfter L1 kühlt eine elektronische
Komponente K1 eines Computersystems C1. Ein zweiter von einem Motor angetriebener
Lüfter L2 kühlt eine elektronische Komponente K2 eines Computersystems
C2. Die beiden Computersysteme C1 und C2 gehören zu einer gleichen Familie
von Computersystemen.
Weitere Lüfter und elektronische Komponenten der Computersysteme
C1, C2 werden aus Gründen einer einfachen Erläuterung der Erfindung nicht
explizit erwähnt, sind aber in der weiteren Beschreibung auch gemeint. Die
elektronischen Komponenten K1, K2 können gleicher oder verschiedener Bauart
sein.
Im Computersystem C1 wird die Temperatur der elektronischen Komponente
K1 von einem Temperatursensor S1 gemessen und an eine Lüftersteuerung LS1 weitergeleitet.
Die Lüftersteuerung LS1 weist einen digitalen Vergleicher DV1 auf und steuert
einen Transistor T1 mit einem pulsweitenmodulierten Ansteuerungssignal PWM1 an,
wodurch die mittlere Leistung des Lüfters L1 gesteuert wird.
Eine Ist-Drehzahl des Lüfters L1 wird von einem Drehzahlmesser
H1 erfasst und ebenfalls an die Lüftersteuerung LS1 weitergeleitet. Der Drehzahlmesser
H1 leitet die gemessene Ist-Drehzahl des Lüfters L1 als ein digitales Signal
an die Lüftersteuerung LS1 weiter. Das gemessene Signal könnte auch als
analoges Signal weitergeleitet werden und für den Vergleich in der Lüftersteuerung
in ein digitales Signalumgewandelt werden.
Im Computersystem C2 wird die Temperatur der elektronischen Komponente
K2 auch von einem Temperatursensor S2 gemessen und an eine Lüftersteuerung
LS2 mit einem digitalen Vergleicher DV2 weitergeleitet. Die Lüftersteuerung
LS2 steuert einen Transistor T2 mit einem pulsweitenmodulierten Ansteuerungssignal
PWM2 an. Die Ist-Drehzahl des Lüfters L2 wird von einem Drehzahlmesser H2 erfasst
und ebenfalls als digitales Signal an die Lüftersteuerung LS2 weitergeleitet.
Die Temperatur innerhalb eines Computersystems oder seiner zu kühlenden
elektronischen Komponenten wird an einer oder verschiedenen Stellen des Computersystems
gemessen. Dabei wird die Temperatur der Komponenten in deren unmittelbaren Nähe
oder indirekt über die Temperatur der Luft im Gehäuse erfasst. Der Temperatursensor
ist zum Beispiel ein so genannter NTC- oder PTC-Widerstand. Das ist ein Widerstand
dessen Widerstandswert bei Abkühlung beziehungsweise Erwärmung größer
wird.
Die Drehzahlmesser H1 und H2 können beispielsweise Hallsensoren
sein. Stattdessen könnte das Drehzahlsignal auch von dem Lüfter
selber zur Verfügung gestellt werden. Solche Lüfter besitzen eine interne
Elektronik, in der das gewünschte Signal ohnehin zur Verfügung steht.
Allerdings sind solche Lüfter teuer.
Die Lüftersteuerung LS1 ist beispielsweise ein Mikrocontroller
durch den unter anderem der digitale Vergleicher DV1 realisiert ist.
Beim Einschalten der Computersysteme C1 und C2 wird in einem Ausführungsbeispiel
jeweils eine Kalibrierung der eingebauten Lüfter L1 und L2 durchgeführt.
Zum Beispiel wird der Lüfter L1 des Computersystems C1 zur Kalibrierung mit
einer hohen, vorbestimmten Drehzahl betrieben. Das Tastverhältnis des pulsweitenmodulierten
Ansteuerungssignals zum Erreichen dieser Drehzahl ist eine Kalibrierungsgröße
für den Lüfter L1. Zukünftige Einstellungen der Drehzahl des Lüfter
L1 berücksichtigen diesen Kalibrierungswert.
Der Lüfter L2 des Computersystems C2 wird zur Kalibrierung mit
der gleichen hohen Drehzahl wie der Lüfter L1 betrieben.
Das Tastverhältnis des pulsweitenmodulierten Ansteuerungssignals
zum Erreichen dieser Drehzahl ist eine Kalibrierungsgröße für den
Lüfter L2 und wird auch bei zukünftigen Einstellungen der Drehzahl des
Lüfters L2 berücksichtigt.
Der Vorteil der durchgeführten Kalibrierung ist ein Test der
Funktionalität und eine gleichzeitige Überprüfung des Alterungsprozesses
der Lüfter L1 und L2. Eine altersbedingte Änderung der Lüftercharakteristik
kann somit bei der Steuerung berücksichtigt werden. Die Durchführung einer
derartigen Kalibrierung ist nicht auf dieses Ausführungsbeispiel beschränkt,
sondern ist sogar unabhängig von der Regelung auf eine Minimal-Soll-Drehzahl
in einem ersten Temperaturbereich, das heißt bei konventionellen Lüftersteuerungen
möglich.
Liegt die vom Temperatursensor S1 gemessene Temperatur in einem ersten
Temperaturbereich einer Lüfterkennlinie des Lüfters L1, ergibt sich eine
Soll-Drehzahl des Lüfters L1 gleich einer vorgegebenen Minimal-Soll-Drehzahl.
Wird für den Lüfter L1 vom digitalen Vergleicher DV1 eine Abweichung der
Ist-Drehzahl von der Minimal-Soll-Drehzahl festgestellt, wird die Drehzahl des Lüfters
L1 mit einem pulsweitenmodulierten Ansteuerungssignal PWM1 auf die Minimal-Soll-Drehzahl
geregelt. Diese Regelung erfolgt, indem das Tastverhältnis des pulsweitenmodulierten
Ansteuerungssignals PWM1 verändert wird.
Die Drehzahl des Lüfters L2 wird von der Lüftersteuerung
LS2 auch auf die gleiche vorgegebenen Minimal-Soll-Drehzahl geregelt, wenn die vom
Temperatursensor S2 gemessene Temperatur der elektronischen Komponente K2 in einem
ersten Temperaturbereich der Lüfterkennlinie des Lüfters L2 liegt.
Beide Lüfter L1 und L2 laufen mit der gleichen Drehzahl, nämlich
der Minimal-Soll-Drehzahl weiter, wenn die gemessenen Temperaturen der elektronischen
Komponenten K1 und K2 einen Schwellwert nicht überschreiten. Der Schwellwert
ist von der Lüfterkennlinie festgelegt und liegt vorzugsweise verhältnismäßig
nahe der maximal zulässigen Temperatur für die elektronische Komponente.
Bis zum Erreichen des jeweiligen Schwellwerts der Temperatur ist ein einwandfreier
Betrieb der elektronischen Komponenten K1 und K2 gewährleistet.
Ist die Belastung der Computersysteme C1 und C2 verschieden und eines
der Computersysteme C2 wird stärker belastet, steigt die Temperatur der elektronischen
Komponente K2 des stärker belasteten Computersystems C2 über den Schwellwert
in einen zweiten Temperaturbereich der Lüfterkennlinie des Lüfters L2.
Die Lüftersteuerung LV2 steuert die Drehzahl des Lüfters L2 so, dass die
Soll-Drehzahl für die vom Temperatursensor S2 erfasste Temperatur erreicht
wird. Der digitale Vergleicher DV2 vergleicht die Ist-Drehzahl des Lüfters
L1 mit der Soll-Drehzahl. Bei einer Abweichung regelt der digitale Vergleicher DV2
die Drehzahl des Lüfters L2 durch Verändern des Tastverhältnisses
des pulsweitenmodulierten Ansteuerungssignals PWM2.
Werden beide Lüfter L1 und L2 in dem zweiten Temperaturbereich
ihrer jeweiligen Lüfterkennlinie betrieben, können die jeweiligen Soll-Drehzahlen
unterschiedlich sein. Durch die zuvor erwähnte Kalibrierung oder aufgrund entsprechender
Programmierung der Lüfterkennlinie kann die maximale Kühlleistung eines
Lüfters ausgenutzt werden. Die maximale Drehzahl kann also je nach Lüfter
unterschiedlich sein.
Die digitalen Vergleicher DV1 und DV2 regeln die Drehzahl der Lüfter
L1 und L2 zur jeweiligen Soll-Drehzahl.
Um einen sicheren Betrieb der Lüfter L1 und L2 zu gewährleisten,
wird von der Lüftersteuerung LS1 bzw. LS2 eine Fehlermeldung ausgegeben, wenn
das Tastverhältnis eines der pulsweitenmodulierten Ansteuerungssignale PWM1
bzw. PWM2 einen Wert von 0% erreicht und die Ist-Drehzahl des betreffenden Lüfters
L1 bzw. L2 über der Minimal-Soll-Drehzahl liegt. Bei einem Tastverhältnis
von 0% lässt sich die Minimal-Soll-Drehzahl für den betreffenden Lüfter
L1 bzw. L2 nicht mehr einstellen. Der Lüfter L1 bzw. L2 sollte in diesem Fall
ausgetauscht werden. Die Fehlermeldung kann beispielsweise auf einem an das Computersystem
C1 bzw. C2 angeschlossenen Bildschirmgerät eingeblendet werden.
Es wird auch eine Fehlermeldung ausgegeben, wenn die Temperatur der
elektronischen Komponente K1 bzw. K2 oberhalb der zulässigen Betriebstemperatur
liegt und das Tastverhältnis der pulsweitenmodulierten Ansteuerungssignals
PWM1 bzw. PWM2 einen festzulegenden maximalen Wert, beispielsweise 100% erreicht.
In diesem Fall ist keine ausreichende Kühlleistung des betreffenden Lüfters
L1 bzw. L2 vorhanden. Der festzulegende maximale Wert des Tastverhältnisses
der pulsweitenmodulierten Ansteuerungssignals PWM1 bzw. PWM2 wird auf einen Wert
festgelegt, so dass ein genügend großer Regelbereich für die Kühlung
des Systems zur Verfügung steht. Das heißt, dass der festzulegende maximale
Wert nicht zu klein gewählt werden sollte.
Durch die Vorgabe der gleichen Minimal-Soll-Drehzahl in beiden Computersystemen
C1 und C2 ist auch die Frequenz der durch die Lüfterrotation entstehenden Schallwellen
gleich.
Damit ist gewährleistet, dass durch die additive Überlagerung
der Schallwellen ein Ton entsteht, der nicht moduliert ist. Erst bei einer deutlich
höheren Belastung, beispielsweise des Computersystems C2, ändert sich
die Lüfterdrehzahl der Lüfter dieses Computersystems C2 zu einem Wert
ungleich der Minimal-Soll-Drehzahl.
Die zwei Lüfter L1 und L2 können verschiedene oder baugleiche
Lüfter sein. Verschiedene oder auch baugleiche Lüfter weisen Toleranzen
für ihre Drehzahlen auf. Durch die digitale Erfassung der Ist-Drehzahl der
Lüfter L1 und L2 und durch die digitale oder analoge Steuerung der Drehzahlen
durch die digitalen Vergleicher DV1 und DV2 ist das Einstellen eines exakten Drehzahlwerts
der Lüfter L1 und L2 mit einer vernachlässigbar kleinen Toleranz möglich.
Durch das Verwenden einer Lüftersteuerung gemäß einem
Ausführungsbeispiel der Erfindung ist nur die Minimal-Soll-Drehzahl vorgegeben.
Die Drehzahl der Lüfter ist durch die Lüfterregelung nicht nach oben beschränkt.
Die Lüftersteuerung ist so ausgelegt, dass jeder Lüfter mit einer maximalen
Leistung betrieben werden kann, indem ohne Berücksichtigurig der Drehzahl die
maximale Spannung am Lüfter angelegt wird. Ist eine elektronische Komponente
eines Computersystems sehr heiß geworden, wird der für die Kühlung
zugeordnete Lüfter bei maximaler Drehzahl betrieben werden, wobei sich diese
von Lüfter zu Lüfter unterscheiden kann. Dadurch erreicht man mit der
erfindungsgemäßen Lüftersteuerung auch für ein alterndes Computersystem
eine zum einwandfreien Betrieb erforderliche Kühlleistung. Höhere Drehzahlen,
als für die Kühlung eines neuen Computersystems erforderlich sind, können
dadurch erreicht werden. Während also in einem ersten Temperaturbereich die
Drehzahl geregelt wird, erfolgt in einem zweiten Temperaturbereich eine Regelung
bis zur maximalen Lüfterspannung unabhängig von der dann erreichten Drehzahl.
2a zeigt die Drehzahlen zweier verschiedener oder baugleicher
Lüfter in Abhängigkeit einer Temperatur. Auf einer horizontalen Achse
ist eine Temperatur T in °C aufgetragen. Auf einer vertikalen Achse ist eine
Ist-Drehzahl NIst der Lüfter in Umdrehungen pro Minute U/Min aufgetragen.
In einem ersten Temperaturbereich TB1 sind die Lüfterdrehzahlen
gleich und unabhängig von der Temperatur T. Beide Lüfter haben in diesem
Temperaturbereich eine konstante Minimal-Soll-Drehzahl NSoll,Min.
In einem zweiten Temperaturbereich TB2 sind die Lüfterdrehzahlen
abhängig von der Temperatur T und voneinander verschieden. Die Lüfterdrehzahlen
des einen Lüfters ist in diesem Temperaturbereich TB2 mit einer punktierten
Linie gekennzeichnet und die des anderen Lüfters mit einer gestrichelten Linie.
Mit steigender Temperatur steigen auch die Lüfterdrehzahlen der Lüfter
unterschiedlich an.
Die auf der horizontalen Achse aufgetragene Temperatur entspricht
der gemessenen Betriebstemperatur zweier zu kühlender elektronischer Komponenten
in zwei Computersystemen. Die elektronischen Komponenten können zum Beispiel
ein Prozessor des jeweiligen Computersystems sein.
Ist die Betriebstemperatur beider elektronischen Komponenten in dem
ersten Temperaturbereich TB1, laufen beide Lüfter mit der gleichen Minimal-Soll-Drehzahl
NSoll,Min. Dadurch entsteht bei gleicher oder ähnlicher Belastung
ein Ton der nicht moduliert ist und dessen Frequenz der Lüfterdrehzahl entspricht.
Auch bei einer unterschiedlichen Belastung der Computersysteme oder
unterschiedlicher Umgebungstemperatur bleiben die Drehzahlen der jeweiligen Lüfter
auf der konstanten Minimal-Soll-Drehzahl NSoll,Min, bis die Temperatur
einer oder beider elektronischer Komponenten einen Schwellwert TG erreicht.
Erst wenn eines der Computersysteme deutlich mehr belastet wird und
die Temperatur einer der elektronischen Komponenten infolgedessen sehr groß
wird nämlich größer als TG, verändert sich die Soll-Drehzahl
NSoll des zugehörigen Lüfters entsprechend der Lüfterkennlinie
in dem Temperaturbereich TB2. Der Schwellwert TG wurde in diesem Beispiel für
beide elektronischen Komponenten gleich gewählt. Der Schwellwert kann auch
für jeden Lüfter unterschiedlich gewählt werden.
Je nach Bauart des Lüfters ist für eine bestimmte Betriebstemperatur
der elektronischen Komponente eine andere Lüfter-Steuerspannung im zweiten
Temperaturbereich notwendig, um sehr gute Kühleigenschaften zu gewährleisten.
2b zeigt die Drehzahlen zweier Lüfter in Abhängigkeit
von Tastverhältnissen pulsweitenmodulierter Ansteuerungssignale.
Auf einer horizontalen Achse ist das Tastverhältnis der pulsweitenmodulierten
Ansteuerungssignale in Prozent % aufgetragen. Auf einer vertikalen Achse ist eine
Drehzahl der Lüfter in Umdrehungen pro Minute U/Min aufgetragen.
Beim Start eines Lüfters L1 wird ein zugehöriger Transistor
mit einem pulsweitenmodulierten Ansteuerungssignal angesteuert, dessen Tastverhältnis
gleich einem Referenzwert Ref-PWM ist. Ein zu einem zweiten Lüfter L2 zugehöriger
Transistor wird beim Start mit einem Ansteuerungssignal mit dem gleichen Referenzwert
Ref-PWM eines Tastverhältnisses angesteuert.
Für den Lüfter L1 ergibt sich eine Lüfterdrehzahl von
NStart,L1 und für den Lüfter L2 eine Lüfterdrehzahl von
NStart,L2. In diesem Ausführungsbeispiel ist die Lüfterdrehzahl
des einen Lüfters NStart,L1 größer als die Minimal-Soll-Drehzahl
NSoll,Min und die Lüfterdrehzahl des zweiten Lüfters NStart,L2
ist kleiner als die Minimal-Soll-Drehzahl NSoll,Min.
Damit beide Lüfter L1 und L2 mit der Minimal-Soll-Drehzahl NSoll,Min
laufen, ist für jeden der beiden Lüfter L1 bzw. L2 ein individuelles Tastverhältnis
vonnöten. Für den Lüfter L1 ist das Tastverhältnis Min-PWM1.
Das Tastverhältnis für den Lüfter L2 ist Min-PWM2. Der Transistor
des Lüfters L2 muss mit einer höheren mittleren Leistung angesteuert werden
als der Transistor des Lüfters L1, um die gleiche Minimal-Soll-Drehzahl zu
erreichen.
3 zeigt ein Blockschaltbild eines zweiten Ausführungsbeispiels
der erfindungsgemäßen Lüftersteuerung in einem Computersystem.
Ein von einem Motor angetriebener Lüfter L3 kühlt eine elektronische
Komponente K3 eines Computersystems. Ein zweiter von einem Motor angetriebener Lüfter
L4 kühlt eine zweite elektronische Komponente K4 des Computersystems. Weitere
Lüfter und elektronische Komponenten des Computersystems werden aus Gründen
einer einfachen Erläuterung der Erfindung nicht explizit erwähnt, sind
aber in der weiteren Beschreibung auch gemeint. Die zwei Lüfter L3 und L4 können
verschiedene oder baugleiche Lüfter sein.
Die Temperatur der elektronischen Komponenten K3 und K4 wird von Temperatursensoren
S3 bzw. S4 gemessen und an eine Lüftersteuerung LS weitergeleitet. Die Lüftersteuerung
LS weist einen digitalen Vergleicher DV auf und steuert Transistoren T3 und T4 für
die Lüfter L3 und L4 mit pulsweitenmodulierten Ansteuerungssignalen PWM3 und
PWM4 an.
Die Ist-Drehzahl der Lüfter L3 und L4 wird jeweils von einem
Drehzahlmesser H3 und H4 erfasst und ebenfalls an die Lüftersteuerung LS weitergeleitet.
Liegt die vom Temperatursensor S3 gemessene Temperatur in einem ersten
Temperaturbereich der Lüfterkennlinie des Lüfters. L3, soll eine Drehzahl
des Lüfters L3 gleich einer vorgegebenen Minimal-Soll-Drehzahl sein. Wird für
den Lüfter L3 vom digitalen Vergleicher DV eine Abweichung der Ist-Drehzahl
von der Minimal-Soll-Drehzahl festgestellt, wird die Drehzahl des Lüfters L3
mit einem pulsweitenmodulierten Ansteuerungssignal PWM3 auf die Minimal-Soll-Drehzahl
geregelt. Diese Regelung erfolgt, indem das Tastverhältnis des pulsweitenmodulierten
Ansteuerungssignals PWM3 verändert wird.
Die Drehzahl des Lüfters L4 wird auch auf die vorgegebene Minimal-Soll-Drehzahl
geregelt, wenn die vom Temperatursensor S4 gemessene Temperatur der elektronischen
Komponente K4 in einem ersten Temperaturbereich der Lüfterkennlinie des Lüfters
L4 liegt.
Beide Lüfter L3 und L4 laufen mit der gleichen Drehzahl nämlich
der Minimal-Soll-Drehzahl, wenn die gemessenen Temperaturen der elektronischen Komponenten
K3 und K4 einen Schwellwert nicht überschreiten.
Liegt die vom Temperatursensor S4 gemessene Temperatur in einem zweiten
Temperaturbereich der Lüfterkennlinie des Lüfters L4, wird die Drehzahl
des Lüfters L4 auf die Soll-Drehzahl geregelt, indem die Lüfter-Steuerspannung
geregelt wird. Die Soll-Drehzahl ergibt sich aus der Lüfterkennlinie des Lüfters
L4.
Ist auch die Temperatur der elektronischen Komponente K3 größer
als ein Schwellwert und liegt in einem zweiten Temperaturbereich de Lüfterkennlinie
des Lüfters L3, wird auch die Drehzahl des Lüfters L3 auf die nach der
Lüfterkennlinie bekannte Soll-Drehzahl geregelt.
Eine genaue Steuerung der Drehzahlen der Lüfter L3 und L4 auf
die vorgegebene Minimal-Soll-Drehzahl ist durch die erfindungsgemäße Lüftersteuerung
LS möglich. Ein weiterer Vorteil ist die zentrale Ansteuerung
aller sich im Computersystem befindlicher Lüfter auf die für alle gleichen
vorgegebenen Minimal-Soll-Drehzahl im ersten Temperaturbereich der Lüfterkennlinien.
Die erfindungsgemäße Lüftersteuerung ermöglicht einen subjektiv
leisen Betrieb des Computersystems.
4 zeigt ein drittes Ausführungsbeispiel einer
erfindungsgemäßen Lüftersteuerung.
Zwischen einer Betriebsspannung und das Bezugspotential 0 sind ein
Lüfter L, ein Ausgangstransistor T und ein Messwiderstand R in Reihe geschaltet.
Die Basis des Ausgangstransistors T ist mit einem Steuerausgang einer Lüftersteuerung
LS verbunden, die den Transistor T mit einem analogen Ansteuerungssignal ansteuert.
Die Lüftersteuerung weist einen digitalen Vergleicher DV auf. Eine Temperatur
einer Komponente K wird von einem Temperatursensor S gemessen und an die Lüftersteuerung
LS weitergeleitet.
Der Lüfter L verursacht durch die Kommutierung seiner Motorwicklungen
auf seinen Stromversorgungszuleitungen Stromschwankungen, die proportional zur Ist-Drehzahl
des Lüfters L sind. Diese vom Lüfter L verursachten Stromschwankungen,
auch Kommutierungssignal genannt, können in diesem Fall der analogen Ansteuerung
des Transistors T als eine Strommesswiderstandsspannung über den Messwiderstand
R abgegriffen und anschließend beispielsweise durch einen Hochpass ausgekoppelt
werden. Das erhaltene Signal wird dann über einen Komparator in Rechteckimpulse
umgeformt, die an einen Messeingang der Lüftersteuerung LS gelegt werden.
Der digitale Vergleicher DV vergleicht die erfasste Ist-Drehzahl mit
der vorgegebenen Minimal-Soll-Drehzahl für eine vom Temperatursensor S erfasste
Temperatur im ersten Temperaturbereich der Lüfterkennlinie des Lüfters
L. Bei einer Abweichung steuert die Lüftersteuerung LS den Transistor T zum
Erreichen der Minimal-Soll-Drehzahl an.
5 zeigt ein Flussdiagramm eines Verfahrens zur Einstellung
der Drehzahl eines Lüfters.
In einem Schritt S1 wird die Temperatur einer elektronischen Komponente
eines Computersystems gemessen. In einem Schritt S2 wird die Ist-Drehzahl des Lüfters
erfasst. In einem Schritt S3 vergleicht der digitale Vergleicher, ob die Ist-Drehzahl
der Minimal-Soll-Drehzahl gleich ist, wenn die erfasste Temperatur im ersten Temperaturbereich
TB1 liegt. Bei einem negativen Ergebnis, das heißt „Ist-Drehzahl nicht
gleich Minimal-Soll-Drehzahl", wird die Drehzahl des Lüfters in einem Schritt
S4 zum Erreichen der Minimal-Soll-Drehzahl geregelt.
Bei einer erfassten Temperatur, die im zweiten Temperaturbereich TB2
der Lüfterkennlinie liegt, vergleicht der digitale Vergleicher im Schritt S4,
ob die Ist-Drehzahl des Lüfters gleich der Soll-Drehzahl für die erfasste
Temperatur ist. Bei einem negativem Ergebnis, das heißt „Ist-Drehzahl
nicht gleich Soll-Drehzahl", wird die Drehzahl des Lüfters im Schritt S4 geregelt.
Ist ein Verändern der Drehzahl nicht möglich wird in einem
Schritt S5 eine Fehlermeldung ausgegeben.
6 zeigt einen Ausschnitt aus einem detaillierten Flussdiagramm
des Verfahrens zur Einstellung der Drehzahl eines Lüfters.
Die Lüftersteuerung regelt im Schritt S4 das Tastverhältnis
des pulsweitenmodulierten Ansteuerungssignals, so dass eine Minimal-Soll-Drehzahl
oder eine Soll-Drehzahl erreicht wird. Es wird in einem Schritt S6 geprüft,
ob das Tastverhältnis PWM des pulsweitenmodulierten Ansteuerungssignals den
Wert 0% erreicht, und in einem Schritt S7, ob die Ist-Drehzahl des Lüfters
größer als die Minimal-Soll-Drehzahl ist. Bei positiver Feststellung erfolgt
die Ausgabe der Fehlermeldung im Schritt S5.
Die Lüftersteuerung überprüft in einem Schritt S8,
ob das Tastverhältnis PWM des pulsweitenmodulierten Ansteuerungssignals größer
als der festzulegende Maximalwert (zum Beispiel 100%) ist und in einem Schritt S9,
ob die erfasste Temperatur größer als eine maximal zulässige Betriebstemperatur
Tmax ist. Bei positiver Feststellung, erfolgt die Ausgabe einer Fehlermeldung im
Schritt S5.
Sind alle obigen Prüfungsbedingungen nicht erfüllt, ist
eine Regelung der Drehzahl des Lüfters möglich und es folgt die Änderung
des Tastverhältnisses.
Weitere Ausführungsbeispiele der Erfindung werden hier nicht
weiter erläutert sind aber von der Erfindung umfasst.
- L1, L2
- Lüfter
- K1, K2
- elektronische Komponente
- C1, C2
- Computersystem
- S1, S2
- Temperatursensor
- LS1, LS2
- Lüftersteuerung
- DV1, DV2
- Digitaler Vergleicher
- PWM1, PWM2
- pulsweitenmoduliertes Ansteuerungssignal
- H1, H2
- Drehzahlmesser
- T1, T2
- Transistor
- L3, L4
- Lüfter
- K3, K4
- elektronische Komponente
- S3, S4
- Temperatursensor
- LS
- Lüftersteuerung
- DV
- Digitaler Vergleicher
- PWM3, PWM4
- pulsweitenmoduliertes Ansteuerungssignal
- H3, H4
- Drehzahlmesser
- T3, T4
- Transistor
- L
- Lüfter
- K
- elektronische Komponente
- S
- Temperatursensor
- R
- Messwiderstand
- T
- Transistor
- TB1
- erster Temperaturbereich
- TB2
- zweiter Temperaturbereich
- S1–S9
- Verfahrensschritte