Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Messung von Meßgrößen,
insbesondere Druck- und/oder Temperatur in einem Fluid führenden Mediumkanal,
sowie zur Befüllung und/oder Entleerung von Fluid über den Mediumkanal,
sowie zum Entlüften des Kanals, nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Eine derartige Vorrichtung ist aus der DE
101 14 996 B4 bekannt. Diese bekannte Vorrichtung wird insbesondere in
so genannten Strangregulierventilen von Heizungsanlagen verwendet, um über
die Druck- und/oder Temperaturmessung verschiedene Grundeinstellungen der Heizungsanlage
durchführen zu können. Darüber hinaus kann mittels der Vorrichtung
die Heizungsanlage entlüftet und/oder Fluid befüllt oder aus dem Kreislauf
der Heizungsanlage abgelassen werden.
Bei der bekannten Vorrichtung weist die Wandung des Verschlußstückes
zwischen dem Dichtelement und dem anderen Ende des Verschlußstückes mindestens
einen fensterartigen Durchbruch auf, der die axiale durchgehende Öffnung mit
einem das Verschlußstück umgebenden Ringraum der Bohrung verbindet. Durch
diese konstruktive Ausbildung des Verschlußstückes ergibt sich ein Mediumtransportweg
durch die axial durchgehende Öffnung des Verschlußstückes hindurch.
Diese bekannte Lösung weist jedoch den Nachteil auf, dass auf
Grund der gegebenen Abmessungen der Durchlassquerschnitt durch das Verschlußstück
gering und somit die Strömungswiderstände zur Durchströmung des Fluides
entsprechend hoch sind. Dies kann insbesondere dazu führen, dass die Zeitdauer
zur Befüllung und/oder Entleerung des Mediumkanales lang ist und in dieser
Zeitdauer keine weiterführenden Arbeiten durchgeführt werden können.
Die Erfindung hat die Aufgabe eine Vorrichtung nach dem Oberbegriff
des Anspruchs 1 mit einfachen und kostengünstigen Mitteln dahin gehend weiterzubilden,
dass die Befüllung und/oder Entleerung von Fluid gegenüber dem Bekannten
schneller erfolgen kann.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst,
dass der Kragen des Verschlußstückes mindestens einen Durchbruch aufweist,
so dass beim vom Sitz abgehobenen Dichtelement ein Mediumtransportweg vom Mediumkanal
oder zum Mediumkanal durch die Bohrung über den Sitz, den Ringraum und den
Durchbruch gebildet ist.
Durch die beanspruchte konstruktive Ausbildung des Verschlußstückes
ergibt sich ein gegenüber der bekannten Lösung deutlich vereinfachter
weil geradliniger Strömungsweg des Fluides im Bereich der Bohrung und des Verschlußstückes.
Durch die Anordnung des mindestens einen Durchbruches im Bereich des Kragens wird
das Verschlußstück selbst im Material weniger geschwächt, so dass
der Durchbruch gegenüber dem Vorbekannten größer ausgebildet werden
kann. Insgesamt kann dadurch der Strömungsquerschnitt gegenüber dem Vorbekannten
vergrößert und der Strömungswiderstand insbesondere bei der Befüllung
und/oder Entleerung von Fluid über den Mediumkanal verringert werden. Diese
vorteilhafte Lösung wird dabei durch einfache konstruktive Maßnahmen am
Verschlußstück erzielt. Es sind keine zusätzlichen Teile erforderlich.
Der mindestens eine Durchbruch kann auf sehr einfache Art und Weise am Kragen des
Verschlußstückes angebracht werden, so dass die beschriebenen Vorteile
sehr einfach und kostengünstig erzielbar sind.
Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der erfindungsgemäßen
Vorrichtung ergeben sich aus den Unteransprüchen.
So kann der Durchbruch vorteilhaft eine radiale Abflachung des Kragens
sein. Diese radiale Abflachung kann besonders vorteilhaft durch eine Ausfräsung
hergestellt werden.
Zur weiteren Vergrößerung des Strömungsquerschnittes
und damit zur weiteren Verringerung des Strömungswiderstandes kann der Kragen
zwei radial gegenüber liegende Durchbrüche aufweisen, so dass von dem
Außengewinde des Kragen genügend verbleiben, um die erforderlichen Schließkräfte
zu gewährleisten.
Das Verschlußstück kann an seinem vom Sitz abgewandten Ende
einen Innenmehrkant als Werkzeugeingriff für eine Befüllungs- oder Entleerungseinrichtung
aufweisen. Ein derartiger Innenmehrkant ermöglicht einen deutlich besseren
Kraftangriff als der vorbekannte Schlitz im Verschlußstück.
Schließlich kann das gummielastische Dichtelement besonders vorteilhaft
an seinem dem Sitz zugewandten Ende einen axialen Schlitz als Lippendichtung zur
Durchführung eines Meßwertaufnehmers oder von Teilen eines Meßwertaufnehmers
aufweisen. In diesem Zusammenhang kann das gummielastische Dichtelement an seinem
vom Sitz abgewandten Ende eine axiale Bohrung zur Aufnahme eines Werkzeugfortsatzes
zur Zentrierung und zum Halten des Verschlußstückes bei aus der Bohrung
heraus gedrehtem Verschlußstück aufweisen.
Ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Vorrichtung
ist in den Zeichnungen dargestellt und wird im folgenden anhand der Zeichnungen näheer
erläutert.
Es zeigen
1 einen Mittelschnitt durch eine erfindungsgemäße
Vorrichtung und
2 eine Draufsicht auf eine vom Sitz abgewandte Stirnseite
eines Verschlußstückes gemäß 1.
In der 1 ist in einem Gehäuse (2)
ein Mediumkanal (1) dargestellt. Dieser Mediumkanal (1) ist Teil
eines so genannten Strangregulierventiles für eine Heizungsanlage, in dessen
Zentrum ein Regelventil dargestellt ist, das jedoch nicht Gegenstand der vorliegenden
Erfindung ist.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung weist zwei Bohrungen (3)
auf die jeweils mit einem Sitz (4) versehen sind. Dieser Sitz (4)
wirkt mit einem Verschlußstück (5) zusammen, dessen gummielastisches
Dichtelement (7) eine axiale durchgehende Öffnung (6) aufweist.
Diese axiale durchgehende Öffnung (6) besteht auf der
vom Sitz (4) abgewandten Seite aus einer axialen Bohrung (14),
in die ein Werkzeugfortsatz (15) einer Entleerungsvorrichtung (16)
mit Preßsitz eingeschoben werden kann.
Die Entleerungsvorrichtungen (16) in der 1
sind in ihrer Funktion und Konstruktion allgemein bekannt, so dass hier nicht näher
auf die konstruktiven Besonderheiten der Entleerungsvorrichtung eingegangen wird.
Wichtig für die erfindungsgemäße Funktion der Entleerungsvorrichtung
ist, dass diese Entleerungsvorrichtung ein Werkzeug aufweist, dass in einen Innenmehrkant
(8) des Verschlußstückes (5) als Werkzeugeingriff eingreift.
An diesem Werkzeug ist der bereits vorher beschriebene Werkzeugfortsatz (15)
angeformt. Mit diesem Werkzeug kann das Verschlußstück (5) mit
seinem an einem Kragen (11) angeordneten Außengewinde (12)
aus dem Innengewinde der Bohrung (3) heraus gedreht werden, so dass das
Dichtelement (7) von dem Sitz (4) abhebt. Zu diesem Zweck ist
das Werkzeug federbelastet axial verschiebbar gestaltet.
Die axiale durchgehende Öffnung (6) des Verschlußstückes
(5) besteht sitzseitig aus einem Schlitz (13), der als Lippendichtung
zum Hindurchstecken eines Meßwertaufnehmers oder eines Meßnadel als Teil
eines Meßwertaufnehmers dient. Ist kein Meßwertaufnehmer durch die Lippendichtung
(13) hindurchgesteckt, so dichtet die Lippendichtung (13) das
Innere des Mediumkanals (1) gegenüber der Umgebung ab.
Der Kragen (11) des Verschlußstückes (5)
weist zur Strömungsleitung des Fluides bei der Befüllung oder Entleerung
des Mediumkanales (1) zwei Durchbrüche (9) auf, die als radiale
Abflachung des Kragens (11) durch Ausfräsen gestaltet wurden. Auf
der vom Mediumkanal (1) abgewandten Seite der Bohrung (3) ist
diese Bohrung (3) radial derart erweitert, dass sich ein Ringraum (10)
zwischen dem Verschlußstück (5) und der Wandung der Bohrung (3)
ergibt, durch den das Fluid bei der Befüllung oder der Entleerung hindurchfließen
kann.
In der 1 sind links und rechts die selben
Verschlußstücke (5) verbaut. Der Unterschied in der Darstellung
ergibt sich alleine daraus, dass in der 1 links das
Dichtelement (7) des Verschlußstückes (5) auf dem Sitz
(4) aufliegt und insofern die Bohrung (3) gegenüber der Umgebung
verschlossen ist. Dem gegenüber ist in der 1 rechts
das Verschlußstück (5) mittels des Werkzeuges der Entleerungsvorrichtung
(16) über das Außengewinde (12) aus dem Innengewinde
der Bohrung (3) herausgedreht, so dass das Dichtelement (7) von
dem Sitz (4) abgehoben ist.
In dem letzt genannten Fall kann also eine Befüllung oder Entleerung
des Mediumkanales (1) über die Bohrung (3) den Ventilsitz
(4), den Ringraum (10) und den Durchbruch (9) im Kragen
(11) des Verschlußstückes (5) direkt in die Entleerungsvorrichtung
hinein erfolgen, ohne das zusätzlich zu der Umlenkung des Fluides im Bereich
des Sitzes (4) eine weitere Umlenkung erforderlich ist. Dies führt
zu einer gegenüber dem Vorbekannten deutlich vereinfachten Fluidführung
mit entsprechend geringeren Strömungswiderständen.
In der 2 sind gleiche oder gleich wirkende
Einrichtungsteile mit den selben Bezugszeichen wie in der 1
versehen. In dieser 2 wird besonders deutlich, wie groß
die Durchbrüche (9) im Kragen (11) des Verschlußstückes
(5) gestaltet werden können, um einen möglichst großen Strömungsquerschnitt
für die Befüllung oder Entleerung des Mediumkanales (1) mit Fluid
bereitzustellen. Dabei wird der Kragen (11) des Verschlußstückes
(5) nur geringfügig geschwächt, so dass ein einwandfreier Verschluß
der Bohrung (3) durch Aufpressen des Dichtelementes (7) auf den
Sitz (4) im geschlossenen Zustand der Vorrichtung, wie in der
1 links dargestellt, gewährleistet ist.