Die Erfindung betrifft einen hydrostatischen Antrieb mit zumindest
einer Hydropumpeneinheit und einem ersten Hydromotor und zumindest einem zweiten
Hydromotor sowie ein Verfahren zur Steuerung des hydrostatischen Antriebs.
Aus der DE 102 19 849 A1
ist ein hydrostatischer Antrieb mit einer Hydropumpe und einem Hydromotor bekannt,
wobei die Hydropumpe und der Hydromotor in einem geschlossenen hydraulischen Kreislauf
miteinander verbunden sind. Der Hydromotor ist in seinem Schluckvolumen einstellbar.
Zur Steuerung des Schluckvolumens des Hydromotors ist eine drehzahlabhängige
Steuerung vorgeschlagen, bei der mittels einer Speisepumpe ein pumpendrehzahlabhängiger
Steuerdruck erzeugt wird. Mit zunehmendem Steuerdruck wird der Hydromotor in Richtung
kleineren Schluckvolumens verstellt und somit die Fahrgeschwindigkeit des angetriebenen
Fahrzeugs erhöht. Die Steuerung ist rein elektrohydraulisch. Eine aufwändige
elektronische Steuerung kann somit entfallen.
Bei dem bekannten hydrostatischen Antrieb ist es nachteilig, dass
der einzelne Hydromotor lediglich einen begrenzten Schwenkwinkelbereich aufweist
und somit die Fahrgeschwindigkeit des angetriebenen Fahrzeugs nur in einem kleinen
Bereich variierbar ist.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen hydrostatischen Antrieb
sowie ein Verfahren zu dessen Steuerung zu schaffen, wobei der hydrostatische Antrieb
einen großen Geschwindigkeitsbereich ermöglicht und der mit einfachen
Mitteln durch eine elektrohydraulische Steuerung realisierbar ist.
Die Aufgabe wird durch den erfindungsgemäßen hydrostatischen
Antrieb mit den Merkmalen des Anspruchs 1 sowie das Verfahren mit den Merkmalen
des Anspruchs 10 gelöst.
Der erfindungsgemäße hydrostatische Antrieb weist zumindest
eine Hydropumpeneinheit, einen ersten Hydromotor und zumindest einen zweiten Hydromotor
auf. Der erste Hydromotor und der zweite Hydromotor sind mit jeweils einer Eingangswelle
eines Summiergetriebes verbunden. Zur Einstellung des Schluckvolumens der beiden
Hydromotoren ist jeder der Hydromotoren mit einer eigenen, individuell verstellbaren
Verstellvorrichtung ausgerüstet. Die Verstellvorrichtung wird jeweils mit einem
von einer Drehzahl der Hydropumpeneinheit abhängigen Steuerdruck beaufschlagt.
Zumindest die Verstellvorrichtung des zweiten Hydromotors ist in Abhängigkeit
von der Fahrgeschwindigkeit mit dem drehzahlabhängigen ersten Steuerdruck oder
einem höheren zweiten Steuerdruck beaufschlagbar. Die Verstellvorrichtung des
zumindest einen zweiten Hydromotors wird bei Überschreiten eines ersten Grenzwerts
durch die Fahrgeschwindigkeit mit dem höheren, zweiten Steuerdruck beaufschlagt.
Bei drehzahlabhängigen Steuerungen wird mit zunehmendem Steuerdruck
an der Verstellvorrichtung der jeweiligen hydrostatischen Kolbenmaschine das Fördervolumen
bzw. das Schluckvolumen des Hydromotors in Richtung Minimum verstellt. Durch das
Beaufschlagen der Verstellvorrichtung des zumindest einen zweiten Hydromotors mit
einem höheren zweiten Steuerdruck wird erreicht, dass oberhalb einer durch
den Grenzwert vorgegebenen ersten Fahrgeschwindigkeit der entsprechende Hydromotor
auf ein verschwindendes Schluckvolumen verstellt wird. Der gesamte durch die Hydropumpeneinheit
geförderte Volumenstrom wird somit durch die verbleibenden Hydromotoren gefördert,
die dementsprechend eine höhere Abtriebsdrehzahl erreichen. Der Fahrgeschwindigkeitsbereich
des Fahrzeugs wird somit zu hohen Geschwindigkeiten hin vergrößert. Ferner
ist bei geringen Drehzahlen durch die zumindest zwei zusammenwirkenden Hydromotoren
ein hohes Moment verfügbar.
Zur drehzahlabhängigen Steuerung der Hydromotoren, welche mit
dem Summiergetriebe verbunden sind, wird zunächst ein von der Drehzahl der
Hydropumpeneinheit abhängiger erster Steuerdruck erzeugt. Zudem wird ein zweiter
Steuerdruck erzeugt, der höher ist als der drehzahlabhängige erste Steuerdruck.
Die Fahrgeschwindigkeit des durch den hydrostatischen Antrieb angetriebenen Fahrzeugs
wird ermittelt und mit einem ersten Grenzwert verglichen. Unterhalb des ersten Grenzwerts
wird der zumindest eine zweite Hydromotor zunächst in Abhängigkeit von
dem drehzahlabhängigen ersten Steuerdruck durch Beaufschlagen der Stellvorrichtung
mit dem ersten Steuerdruck geregelt. Dabei wird mit zunehmendem Steuerdruck der
zumindest eine zweite Hydromotor in Richtung kleinerer Schwenkwinkel verstellt.
Überschreitet die Fahrgeschwindigkeit den ersten Grenzwert, so wird die Verstellvorrichtung
des zumindest einen zweiten Hydromotors mit dem höheren zweiten Steuerdruck
beaufschlagt und so der Hydromotor auf ein verschwindendes Schluckvolumen gestellt.
Der erfindungsgemäße hydrostatische Antrieb sowie das erfindungsgemäße
Verfahren haben den Vorteil, dass durch die Verwendung eines höherliegenden
zweiten Steuerdrucks unabhängig von der tatsächlichen Höhe des drehzahlabhängigen
Steuerdrucks der Hydromotor auf ein verschwindendes Schluckvolumens gestellt werden
kann. Das Umschalten erfolgt allein aufgrund der festgestellten Fahrgeschwindigkeit.
Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in
den Unteransprüchen ausgeführt.
Insbesondere ist es vorteilhaft, einen im Vergleich zu dem ersten
Grenzwert niedrigeren zweiten Grenzwert vorzusehen, so dass bei Unterschreiten dieses
zweiten Grenzwerts durch die Fahrgeschwindigkeit die drehzahlabhängige Regelung
des zumindest einen zweiten Hydromotors wieder aufgenommen wird. Das Vorsehen des
zweiten Grenzwerts, welcher niedriger als der erste Grenzwert liegt, hat den Vorteil,
dass ein Hin- und Herschalten zwischen dem drehzahlabhängigen Regelbetrieb
des Hydromotors und der Abschaltung durch Anlegen des höheren zweiten Steuerdrucks
bei Fahrgeschwindigkeiten, die beispielsweise im Bereich des ersten Grenzwerts liegen,
vermieden wird.
Besonders vorteilhaft wird zur Erzeugung des drehzahlabhängigen
ersten Steuerdrucks sowie des höheren zweiten Steuerdrucks eine Speisepumpe
eingesetzt, welche mit einem Speisesystem der Hydropumpeneinheit verbunden ist.
Speisesysteme von Hydropumpeneinheiten verfügen in der Regel über eine
Maßnahme zum Aufrechterhalten eines konstanten Speisedrucks. Der drehzahlabhängige
Druck wird ausgehend von diesem Speisedruck volumenstromabhängig erzeugt und
liegt unter dem Speisedruck.
Eine einfache Ausgestaltung ergibt sich, indem zum Wechsel zwischen
dem ersten, drehzahlabhängigen Steuerdruck und dem zweiten, höheren Steuerdruck
ein Umschaltventil eingesetzt wird. Das Umschaltventil ist gemäß einer
bevorzugten Ausführungsform elektromagnetisch betätigt.
Zudem ist es vorteilhaft, die Verbindung zwischen dem zumindest einen
zweiten Hydromotor und dem Summiergetriebe durch eine Kupplung unterbrechen zu können.
Die Kupplung wird mittels des höheren zweiten Steuerdrucks betätigt. Bei
Überschreiten des ersten Grenzwerts wird hierzu eine druckbeaufschlagbare Betätigungseinrichtung
mit dem höheren zweiten Steuerdruck beaufschlagt, wobei die Zuführung
des höheren zweiten Steuerdrucks über ein Schaltventil erfolgt. Das Schaltventil
verbindet dabei die Betätigungseinrichtung der Kupplung mit dem Speisesystem
oder einem Tankvolumen.
Das Betätigen des Umschaltventils sowie des Schaltventils für
die Betätigungseinrichtung der Kupplung erfolgt vorzugsweise zeitversetzt.
Das bedeutet, dass zunächst bei Überschreiten des ersten Grenzwerts durch
die Fahrgeschwindigkeit die Verstellvorrichtung des zumindest einen zweiten Hydromotors
mit dem höheren zweiten Steuerdruck beaufschlagt wird. Zeitversetzt hierzu
wird die Kupplung betätigt, so dass der zumindest eine zweite Hydromotor von
dem Summiergetriebe abgekuppelt wird. Die Kupplung ist vorzugsweise an der zweiten
Eingangswelle des Summiergetriebes angeordnet. In dem höheren Fahrgeschwindigkeitsbereich
wird somit vermieden, dass durch eine weiterhin bestehende Verbindung zwischen dem
zumindest einen zweiten Hydromotor und der Getriebeausgangswelle existiert. Verluste,
die durch das Mitschleppen eines auf Null gestellten zweiten Hydromotors entstehen,
werden somit vermieden, wodurch Kraftstoffverbrauch gesenkt werden kann. Die Vorgehensweise
ist einfach auf eine Mehrzahl von zweiten Hydromotoren erweiterbar, die gleichzeitig
oder nacheinander abgeschaltet werden.
Zur Erfassung der Fahrgeschwindigkeit kann die Abtriebsdrehzahl des
Summiergetriebes in einfacher Weise durch einen Drehzahlsensor erfasst werden. Alternativ
hierzu ist die Ermittlung der Fahrgeschwindigkeit aufgrund einer Schwenkwinkeleinstellung
des ersten Hydromotors möglich. Als weitere Alternative kann ein Tachosignal
herangezogen werden.
Eine bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemäßen
hydrostatischen Antriebs sowie des Verfahrens sind in der Zeichnung dargestellt
und werden in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert. Es zeigen:
1 eine schematische Darstellung eines erfindungsgemäßen
hydrostatischen Antriebs; und
2 ein Flussdiagramm zum Ablauf des erfindungsgemäßen
Verfahrens.
Die 1 zeigt eine vereinfachte Darstellung
eines erfindungsgemäßen hydrostatischen Antriebs 1. Der hydrostatische
Antrieb 1 ist zum Antrieb einer Fahrzeugachse 2 vorgesehen und
umfasst neben einem nicht dargestellten primären Antriebsmotor, der beispielsweise
eine Dieselbrennkraftmaschine eines Nutzfahrzeugs sein kann, eine Hydropumpeneinheit
3. Die Hydropumpeneinheit 3 ist mit einem ersten Hydromotor
4 und zumindest einem zweiten Hydromotor 5 in einem geschlossenen
hydraulischen Kreislauf verbunden. Neben dem in der 1
dargestellten einen zweiten Hydromotor 5 können weitere zweite Hydromotoren
5 vorgesehen sein. Zur Verstellung des Schluckvolumens des ersten Hydromotors
4 ist eine erste Ventileinheit 6 vorgesehen, die über einen
ersten Stellzylinder 8 auf einen Verstellmechanismus des ersten Hydromotors
4 wirkt. Ebenso ist für den zumindest einen zweiten Hydromotor
5 eine zweite Ventileinheit 7 vorgesehen, welche mit einem zweiten
Stellzylinder 9 zusammenwirkt. Jeweils eine Ventileinheit 6,
7 bildet zusammen mit dem zugeordneten Stellzylinder 8,
9 eine Verstellvorrichtung für den jeweiligen Hydromotor
4, 5. Die Funktion der Verstellvorrichtungen wird nachfolgend
noch detailliert erläutert.
Die Hydropumpeneinheit 3 umfasst eine Hydropumpe
10, welche in ihrem Fördervolumen einstellbar ist und zur Förderung
in zwei Richtungen vorgesehen ist. Die Hydropumpe 10 wird durch eine Antriebswelle
11 angetrieben. Die Antriebswelle 11 ist mit einer nicht dargestellten
Dieselbrennkraftmaschine verbunden. Zur Einstellung des Fördervolumens und
der Förderrichtung der Hydropumpe 10 ist eine Pumpenverstellvorrichtung
10 vorgesehen, die ein Pumpenfahrtrichtungsventil 13 sowie einen
Pumpenstellzylinder 14 umfasst. In dem Pumpenstellzylinder 14
ist ein Pumpenstellkolben 15 angeordnet, welcher aus einer federzentrierten
Neutrallage heraus in Abhängigkeit von in entgegengesetzter Richtung angreifenden
Steuerdrücken in zwei Richtungen auslenkbar ist. Der Pumpenstellkolben
15 ist mit dem Verstellmechanismus der Hydropumpe 10 verbunden.
In Abhängigkeit von der Schaltposition des Pumpenfahrtrichtungsventils
13 wird jeweils eine der Stelldruckkammern des Pumpenstelizylinders
14 mit einem Tankvolumen und die andere Stelldruckkammer mit einer Druckmittelquelle
verbunden. Die Druckmittelquelle liefert einen drehzahlabhängigen ersten Steuerdruck.
Mit zunehmendem Steuerdruck, also zunehmender Drehzahl der Antriebswelle
11, wird die Hydropumpe 10 zunehmend in Richtung größeren
Fördervolumens verstellt.
Mit den beiden Anschlüssen der Hydropumpe 10 ist eine
erste Arbeitsleitung 16 bzw. eine zweite Arbeitsleitung 17 verbunden.
Die erste Arbeitsleitung 16 teilt sich in einen ersten Arbeitsleitungszweig
16a und einen zweiten Arbeitsleitungszweig 16b. Ebenso verzweigt
sich die zweite Arbeitsleitung 17 in einen dritten Arbeitsleitungszweig
17a und einen vierten Arbeitsleitungszweig 17b.
Der erste Hydromotor 4 ist mit dem ersten Arbeitsleitungszweig
16a und dem dritten Arbeitsleitungszweig 17a verbunden. Der zumindest
eine zweite Hydromotor 5 ist mit dem zweiten Arbeitsleitungszweig
16b und dem vierten Arbeitsleitungszweig 17b verbunden. Der erste
Hydromotor 4 und der zweite Hydromotor 5 sind somit mit der Hydropumpe
10 parallel verbunden. Das von der Hydropumpe 10 in die erste
Arbeitsleitung 16 oder die zweite Arbeitsleitung 17 geförderte
Druckmittel verteilt sich damit auf die beiden angeschlossenen Hydromotoren
4 und 5.
Zur Erzeugung eines drehzahlabhängigen ersten Steuerdrucks ist
mit der Antriebswelle 11 eine Speisepumpe 18 verbunden. Die Speisepumpe
18 weist ein konstantes Hubvolumen auf, so dass die von ihr geförderte
Druckmittelmenge abhängig von der Drehzahl der Antriebswelle 11 ist.
Die Speisepumpe 18 saugt über eine Saugleitung 19 aus einem
nicht dargestellten Tankvolumen Druckmittel an und fördert es in eine Förderdruckleitung
20. Die Speisepumpe 18 ist über die Förderdruckleitung
20 mit einem Speisesystem 21 verbunden. Das Speisesystem
21 umfasst eine Speiseleitung 22, welche sich in einen ersten
Speiseleitungszweig 22a und einen zweiten Speiseleitungszweig
22b verzweigt. Der erste Speiseleitungsweg 22a mündet in
die erste Arbeitsleitung 16 aus. Der zweite Speiseleitungszweig
22b mündet in die zweite Arbeitsleitung 17 aus.
Eine Steuerdruckleitung 24 ist mit der Förderdruckleitung
20 über eine Steuerdruckventileinheit 25 verbunden. Die Steuerdruckventileinheit
25 umfasst eine erste Drosselstelle 26, die in der Förderdruckleitung
20 angeordnet ist. Ferner umfasst die Steuerdruckventileinheit
25 ein Regelventil 28 und eine zweite Drosselstelle
27. Das Regelventil 28 ist eine variable Drossel, welche in entgegengesetzte
Richtungen durch einen in der Förderdruckleitung 20 stromaufwärts
der ersten Drosselstelle 26 und mit einem stromabwärts der ersten
Drosselstelle 26 herrschenden Druck der Förderdruckleitung
20 beaufschlagt ist. An dem Regelventil 28 greift somit eine resultierende
hydraulische Kraft an, welche proportional zu dem durch die erste Drosselstelle
26 in der Förderdruckleitung 20 fließenden Volumenstrom
ist. Mit zunehmendem Volumenstrom durch die erste Drosselstelle 26 wird
das Regelventil 28 zunehmend in seine geöffnete Position gebracht,
in der es eine durchströmbare Verbindung von der Förderdruckleitung
20 in die Steuerdruckleitung 24 erzeugt. Stromabwärts des
Regelventils 28 ist die zweite Drosselstelle 27 angeordnet. Der
ausgangsseitig des Regelventils 28 herrschende Druck stromaufwärts
der zweiten Drosselstelle 27 wirkt ebenfalls auf das Regelventil
28 zurück und beaufschlagt dieses gleichsinnig mit dem stromabwärts
der ersten Drosselstelle 26 herrschenden Förderdruckleitungsdruck.
Die Speisedruckleitung 22 ist mit einem Speisedruckbegrenzungsventil
80 verbunden. Das Speisedruckbegrenzungsventil 80 wird durch eine
Druckfeder in seiner geschlossenen Ausgangsposition gehalten. Entgegengesetzt zu
der Kraft der Druckfeder wirkt auf das Speisedruckbegrenzungsventil 80
der in der Speisedruckleitung 22 herrschende Speisedruck. Übersteigt
der Speisedruck in der Speisedruckleitung 22einen durch die Druckfeder
eingestellten Wert, so wird das Speisedruckbegrenzungsventil 80 in seine
geöffnete Position gebracht. Durch das Speisedruckbegrenzungsventil
80 wird somit ein konstanter Speisedruck in dem Speisedrucksystem
21 eingestellt. Somit liegt stromabwärts der ersten Drosselstelle
26 ab einer bestimmten Mindestdrehzahl der Speisepumpe 18 ein
konstanter Speisedruck vor. Aufgrund des zusätzlich zu dem Speisedruck in gleicher
Richtung auf das Regelventil 28 wirkenden Ausgangsdrucks des Regelventils
28 und des in entgegengesetzter Richtung wirkenden Drucks stromaufwärts
der ersten Drosselstelle 26 wird in der Steuerdruckleitung 24
ein erster Steuerdruck eingestellt, welcher proportional zur Drehzahl der
Speisepumpe 18 und somit zur Drehzahl der Hydropumpeneinheit
3 ist.
Als Sicherheitseinrichtung ist ein Steuerdrucksicherheitsventil
29 vorgesehen, welches ein Wechselventil 30 aufweist. Das Wechselventil
30 ist eingangsseitig mit seinen beiden Eingangsanschlüssen mit der
ersten Arbeitsleitung 16 bzw. der zweiten Arbeitsleitung 17 verbunden.
Der jeweils höhere der Arbeitsleitungsdrücke in der ersten Arbeitsleitung
16 bzw. der zweiten Arbeitsleitung 17 wird von dem Wechselventil
30 einem Druckbegrenzungsventil 31 zugeführt. Das Druckbegrenzungsventil
31 ist ein federbelastetes Druckbegrenzungsventil 31, welches
bei Überschreiten eines kritischen Drucks in der ersten Arbeitsleitung
16 oder der zweiten Arbeitsleitung 17 eine durchströmbare
Verbindung aus der Steuerdruckleitung 24 in ein Tankvolumen 32
ermöglicht. Überschreitet also der Druck in der ersten Arbeitsleitung
16 oder der zweiten Arbeitsleitung 17 einen kritischen Grenzwert,
so wird die Steuerdruckleitung 24 unabhängig von der jeweiligen Drehzahl
der Speisepumpe 18 in das Tankvolumen entspannt. Der erste, normalerweise
drehzahlabhängige Steuerdruck sinkt damit und der erste Hydromotor
4 und der zweite Hydromotor 5 werden in Richtung größeren
Schluckvolumens verstellt. Infolgedessen steigt das Antriebsdrehmoment des hydrostatischen
Antriebs an.
Zum Zuführen des ersten, drehzahlabhängigen Steuerdrucks
zu den Verstellvorrichtungen der Hydromotoren 4, 5 teilt sich
die Steuerdruckleitung 24 einen ersten Steuerdruckleitungszweig
24a und einen zweiten Steuerdruckleitungszweig 24b. Ober den zweiten
Steuerdruckleitungszweig 24b und eine Verbindungsleitung 33 wird
der drehzahlabhängige erste Steuerdruck der zweiten Ventileinheit
7 zugeführt. Die zweite Ventileinheit 7 umfasst ein Pilotventil
34, ein Stelldruckregelventil 35 und ein Fahrtrichtungsventil
36. Über das Fahrtrichtungsventil 36 wird in Abhängigkeit
von der Förderrichtung der Hydropumpe 10 eine erste Arbeitsdruckverbindungsleitung
37 oder eine zweite Arbeitsdruckverbindungsleitung 38 mit einer
Stelldruckleitung 39 verbunden. In den Arbeitsdruckverbindungsleitungen
37, 38 ist jeweils ein in Richtung auf das Fahrtrichtungsventil
36 hin öffnendes Rückschlagventil angeordnet. In dem zweiten
Stellzylinder 9 ist ein Stellkolben 41 angeordnet, der den zweiten
Stellzylinder 9 in einen ersten Stelldruckraum 42 und einen zweiten
Stelldruckraum 43 unterteilt. Der erste Stelldruckraum 42 ist
permanent mit der Stelldruckleitung 39 verbunden. In dem ersten Stelldruckraum
42 wirkt somit immer der in der förderseitigen ersten oder zweiten
Arbeitsleitung 16, 17 herrschende Arbeitsdruck. Der Arbeitsdruck
beaufschlagt den Stellkolben 31 so, dass der zweite Hydromotor
5 in Richtung seines maximalen Schluckvolumens verstellt wird. Zur Einstellung
des in dem zweiten Stelldruckraum 43 wirkenden entgegengesetzten Stelldrucks
dient das Stelldruckregelventil 35. Ober das Stelldruckregelventil
35 ist die Stelldruckleitung 39 mit einer Regelleitung
40 variabel gedrosselt verbindbar. In der in der 1
dargestellten Ausgangsstellung des Stelldruckregelventils 35 ist die Regelleitung
40 mit einer Entspannungsleitung 51 verbunden und der zweite Stelldruckraum
43 wird über die Regelleitung 40 und die Entspannungsleitung
51 in ein Tankvolumen 52 entspannt. Infolgedessen ist in der Ausgangssituation
des hydrostatischen Antriebs 1 der Stellkolben 41 in seiner in
der 1 gezeigten unteren Endposition und somit der zweite
Hydromotor 5 auf maximales Schluckvolumen eingestellt.
Das Stelldruckregelventil 35 wird durch die Kraft einer Druckfeder
in dieser Ausgangsposition gehalten. Gleichsinnig zu der Kraft der Druckfeder wirkt
an einer ersten Messfläche 46 der in der Stelldruckleitung
39 herrschende Arbeitsleitungsdruck. In entgegengesetzter Richtung wirkt
an einer zweiten Messfläche 47 ein über eine Messleitung
48 zugeführter Steuerdruck. Steigt der an der zweiten Messfläche
47 herrschende Steuerdruck an, so wird das Stelldruckregelventil
35 in Richtung seiner zweiten Endposition verstellt. In der zweiten Endposition
verbindet das Stelldruckregelventil 35 die Stelldruckleitung
39 mit der Regelleitung 40, so dass der zweite Stelldruckraum
43 zunehmend mit dem in der Stelldruckleitung 39 herrschenden
Arbeitsleitungsruck beaufschlagt wird. Aufgrund der unterschiedlichen Flächenverhältnisse
an dem Stellkolben 41 in dem ersten Stelldruckraum 42 und dem
zweiten Stelldruckraum 43 wird bei Druckgleichheit in dem ersten Stelldruckraum
42 und dem zweiten Stelldruckraum 43 der Stellkolben
41 in Richtung seiner zweiten Endlage verstellt, wodurch der zweite Hydromotor
5 in Richtung seines minimalen Fördervolumens verstellt wird.
In der Regelleitung 40 sind parallel eine Drossel
44 sowie ein Rückschlagventil 45 angeordnet. Das Rückschlagventil
45 öffnet in Richtung auf den zweiten Stelldruckraum 43 hin
und ermöglicht eine ungedrosselte Verbindung zur Verstellung des Hydromotors
5 in Richtung kleineren Schluckvolumens. Wird dagegen der zweite Stelldruckraum
43 in das Tankvolumen 42 entspannt, so geht das Rückschlagventil
45 in seine geschlossene Position. Die Entspannung des zweiten Stelldruckraums
43 kann somit lediglich über die parallel zu dem Rückschlagventil
45 angeordnete Drossel 44 erfolgen. Durch Dimensionierung der
Drossel 44 kann die Charakteristik beim Verstellen des Hydromotors in Richtung
größerer Schwenkwinkel eingestellt werden.
Die Messleitung 48 ist über das Pilotventil
34 mit der Verbindungsleitung 33 oder der Entspannungsleitung
51 verbindbar. Das Pilotventil 34 weist eine Feder 50
auf, welche das Pilotventil 34 in seiner in der 1
dargestellten ersten Schaltposition hält. In der ersten Schaltposition
des Pilotventils 34, welches als einfaches Schaltventil ausgeführt
ist, wird die Verbindungsleitung 33 mit der Messleitung 48 verbunden.
In der zweiten Schaltposition des Pilotventils 34, in die das Pilotventil
34 bei Bestromen eines Elektromagneten 49 gebracht wird, wird
dagegen die Messleitung 48 mit der Entspannungsleitung 51 verbunden
und somit die hydraulische Kraft an der zweiten Messfläche 47 reduziert.
Durch Bestromen des Elektromagneten 49 wird somit der zweite Hydromotor
5 auf sein maximales Schluckvolumen verstellt.
Die von dem Steuerdruck abhängige Verstellung des Schwenkwinkels
des ersten Hydromotors 4 und des zweiten Hydromotors 5 ist prinzipiell
identisch. Auf eine erneute Beschreibung sämtlicher übereinstimmender
Elemente des ersten Hydromotors 4 wird daher verzichtet. Die Elemente sind
mit korrespondierenden gestrichenen Bezugszeichen versehen.
Der wirksame Steuerdruck für den zweiten Hydromotor
5 ist umschaltbar. Hierzu ist die Verbindungsleitung 33 über
ein Umschaltventil 69 entweder mit dem zweiten Steuerdruckleitungszweig
24b oder einer Speisedruckverbindungsleitung 72 verbunden. Die
Speisedruckverbindungsleitung 72 ist mit der Speisedruckleitung
22 des Speisesystems 21 verbunden. In der Speisedruckverbindungsleitung
72 herrscht somit der durch das Speisedruckbegrenzungsventil
80 eingestellte Speisedruck. In der Steuerdruckleitung 24 herrscht
dagegen aufgrund des Druckabfalls an dem Regelventil 28 sowie der nachgeordneten
zweiten Drosselstelle 27 ein geringerer, drehzahlabhängiger Steuerdruck.
Durch das Umschaltventil 69 kann somit die Verbindungsleitung
33 mit einem drehzahlabhängigen, ersten Steuerdruck oder mit einem
höheren, zweiten Steuerdruck beaufschlagt werden. Die Einstellung des Schluckvolumens
des zweiten Hydromotors 5 erfolgt somit abhängig von dem ersten oder
dem zweiten Steuerdruck.
Solange sich das Umschaltventil 69 in seiner in der
1 dargestellten Ausgangsposition befindet, in der es
durch die Kraft einer Druckfeder gehalten wird, befindet sich der zweite Hydromotor
5 im Regelbetrieb und wird drehzahlenabhängig geregelt. Aufgrund des
drehzahlabhängigen, ersten Steuerdrucks wird an der zweiten Messfläche
37 des Stelldruckregelventils 35 eine drehzahlabhängige hydraulische
Kraft erzeugt. Das Stelldruckregelventil 35 befindet sich deshalb jeweils
in einer Gleichgewichtsposition, die über die Regelleitung 40 einen
der Drehzahl der Antriebswelle 11 proportionalen Steuerdruck in dem zweiten
Steuerdruckraum 43 erzeugt. Mit zunehmender Drehzahl der Antriebswelle
11 nimmt der Druck auf die zweite Messfläche 47 zu und der
zweite Hydromotor 5 wird in Richtung kleineren Schluckvolumens verstellt.
Die drehzahlabhängige Verstellung des ersten Hydromotors
4 entspricht der drehzahlabhängigen Verstellung des zweiten Hydromotors
5. Um unnötige Wiederholungen zu vermeiden, wird auf eine erneute
Beschreibung daher verzichtet.
Eine Abtriebswelle 53 des ersten Hydromotors 4 ist
mit einer ersten Eingangswelle 55 eines Summiergetriebes 57 verbunden.
Dementsprechend ist eine zweite Abtriebswelle 54 des ersten Hydromotors
5 mit einer zweiten Eingangswelle 56 des Summiergetriebes
57 verbunden. Solange beide Hydromotoren 4, 5 mit Druckmittel
beaufschlagt werden und sich im Regelbetrieb der drehzahlabhängigen Regelung
befinden, erzeugen daher beide Hydromotoren 4, 5 über ihre
jeweiligen Abtriebswellen 53, 54 ein Drehmoment, welches über
die Eingangswellen 55, 56 dem Summiergetriebe 57 zugeführt
werden. Die eingangsseitig anliegenden Drehmomente werden über das Summiergetriebe
57 in nicht näher erläuterter Weise summiert und entsprechend
den zwischen der den Eingangswellen 55, 56 und einer Getriebeausgangswelle
73 angeordneten Getriebeübersetzungen der angetriebenen Achse
2 des Fahrzeugs zugeführt.
Die Regelcharakteristik und der Regelbeginn können für den
ersten und den zweiten Hydromotor 4, 5 unterschiedliche gewählt
werden.
An der zweiten Eingangswelle 56 ist eine Kupplung
58 vorgesehen, welche die Verbindung zwischen der zweiten Eingangswelle
56 und der Getriebeausgangswelle 73 unterbrechen kann. Zum Betätigen
der Kupplung 58 ist eine Betätigungseinrichtung 59 vorgesehen.
Die Betätigungseinrichtung 59 umfasst einen Nehmerzylinder
60, in dem ein Kolben 61 angeordnet ist. Der Kolben
61 ist einseitig mit einer Druckfeder beaufschlagt. In entgegengesetzter
Richtung wirkt in einer Stelldruckkammer 62 eine hydraulische Kraft auf
den Kolben 61. Zum Erzeugen der hydraulischen Kraft ist die Stelldruckkammer
62 über eine Kupplungsdruckleitung 63 mit der Speisedruckverbindungsleitung
72 verbindbar. Zum Herstellen der Verbindung zwischen der Kupplungsdruckleitung
63 und der Speisedruckverbindungsleitung 72 ist ein Schaltventil
64 vorgesehen. Das Schaltventil 64 wird durch eine Druckfeder
66 in seiner Ausgangsposition gehalten. In dieser Ausgangsposition ist
eine durchströmbare Verbindung zwischen der Speisedruckverbindungsleitung
72 und der Kupplungsdruckleitung 63 vorhanden.
Durch einen weiteren Elektromagneten 65 kann das Schaltventil
64 in seine zweite Schaltposition gebracht werden. In der zweiten Schaltposition
wird durch das Schaltventil 64 die Kupplungsdruckleitung 63 mit
dem Tankvolumen 52 verbunden. Für die nachfolgende
Beschreibung sei angenommen, dass bei Anlegen eines Stroms über die elektrische
Leitung 68 an den weiteren Elektromagneten 65 und die entsprechende
Entspannung der Kupplungsdruckleitung 63 die Kupplung 58 eingekuppelt
wird. Umgekehrt wird in der Ausgangsposition des Schaltventils 64 die Kupplung
58 eingekuppelt und somit eine Verbindung zwischen der zweiten Abtriebswelle
54 und der zweiten Eingangswelle 56 des Summiergetriebes
56 erzeugt.
In den dargestellten Positionen des Umschaltventils 69 sowie
des Schaltventils 64 befindet sich der hydrostatische Antrieb
1 in einem ersten Betriebsmodus. In diesem ersten Betriebsmodus erfolgt
eine drehzahlabhängige Regelung sowohl des ersten Hydromotors 4 als
auch des zweiten Hydromotors 5. Die Kupplung 58 ist eingekuppelt,
so dass beide Hydromotoren 4, 5 ein Drehmoment erzeugen, welches
über das Summiergetriebe 57 summiert wird. Um das Fahren des Fahrzeugs
in einem höheren Geschwindigkeitsbereich zu ermöglichen, wird ein erster
Grenzwert für eine Fahrgeschwindigkeit des Fahrzeugs festgelegt. Bei Überschreiten
des ersten Grenzwerts durch die Fahrgeschwindigkeit erfolgt der Antrieb lediglich
durch den ersten Hydromotor 4. Der zweite Hydromotor 5 wird dann
abgeschaltet. Werden weitere zweite Hydromotoren verwendet, welche parallel zu dem
einen gezeigten zweiten Hydromotor 5 angeordnet sind, so werden vorzugsweise
sämtliche weiteren zweiten Hydromotoren abgeschaltet. Zum Abschalten wird bei
Überschreiten des ersten Grenzwerts durch die Fahrgeschwindigkeit durch die
Fahrzeugelektrik 37 ein Schaltstrom über die weitere Leitung
70 an den Elektromagneten 71 des Umschaltventils 69 abgegeben.
Infolgedessen wird das Umschaltventil 69 in seine zweite Schaltposition
gebracht, in der die Speisedruckverbindungsleitung 72 mit der Verbindungsleitung
33 verbunden ist. In der Speisedruckverbindungsleitung 72 herrscht
ein höherer, zweiter Steuerdruck, der infolgedessen auf die zweite Messfläche
47 des Stelldruckregelventils 35 wirkt. Das Stelldruckregelventil
35 wird in seine zweite Endposition gebracht und ein maximal möglicher
Steuerdruck in dem zweiten Steuerdruckraum 43 erzeugt. Infolgedessen wird
der zweite Hydromotor 5 auf ein verschwindendes Schluckvolumen gestellt.
Im Gegensatz zu dem ersten Hydromotor 4 kann der zweite Hydromotor
5 auf ein verschwindendes Schluckvolumen gestellt werden. Der erste Hydromotor
4 ist dagegen in seiner Schwenkbewegung durch einen vorzugsweise mechanischen
Anschlag begrenzt. Der mechanische Anschlag legt ein minimales Schluckvolumen fest,
bei dem der erste Hydromotor 4 die gesamte durch die Hydropumpe
10 geförderte Druckmittelmenge aufnehmen kann. Dieser Zustand legt
die maximale Fahrgeschwindigkeit fest.
Durch das Verstellen des zweiten Hydromotors 5 auf verschwindendes
Schluckvolumen wird der gesamte Druckmittelstrom, der durch die Hydropumpe
10 gefördert wird, durch den ersten Hydromotor 4 hindurch
gefördert. Infolgedessen steigt die Fahrzeuggeschwindigkeit an.
Um unnötige Schleppverluste durch den zweiten Hydromotor
5 zu vermeiden, wird zeitlich versetzt nach dem Umschalten des Umschaltventils
69 über die Leitung 68 der weitere Elektromagnet
65 bestromt. Das Schaltventil 64 wird somit in seine zweite Position
gebracht, in der die Stelldruckkammer 62 der Betätigungseinrichtung
59 in das Tankvolumen 52 entspannt wird. Infolgedessen wird die
Kupplung 58 geöffnet und der zweite Hydromotor 5 abgekuppelt.
Zusätzlich zu dem ersten Grenzwert für die Fahrgeschwindigkeit
ist ein zweiter Grenzwert für die Fahrgeschwindigkeit vorgesehen. Der zweite
Grenzwert für die Fahrgeschwindigkeit liegt unterhalb des ersten Grenzwerts.
Erst bei Unterschreiten des zweiten Grenzwerts durch die Fahrgeschwindigkeit wird
der zweite Hydromotor 5 wieder hinzugeschaltet. Hierzu wird zunächst
bei Unterschreiten des zweiten Grenzwerts durch die Fahrgeschwindigkeit der Stromfluss
durch den weiteren Elektromagneten 65 abgeschaltet. Aufgrund der Kraft
der Feder 66 wird das Schaltventil 64 wieder in seine Ausgangsposition
gebracht und die Betätigungseinrichtung 59 der Kupplung
58 mit dem Speisedruck beaufschlagt und so der zweite Hydromotor
5 eingekuppelt.
Zeitlich versetzt hierzu, also nach dem Wiedereinkuppeln wird auch
das Bestromen des Elektromagneten 71 beendet, woraufhin auch das Umschaltventil
69 in seine Ausgangslage zurückkehrt. In dieser Position ist die Verbindungsleitung
33 wieder mit dem zweiten Speisedruckleitungszweig 24b verbunden.
Der zweite Hydromotor 5 ist nun ebenso wie der erste Hydromotor
4 drehzahlgeregelt.
Es existieren folglich zwei Schaltkriterien, die durch unterschiedliche
Grenzwerte bezüglich der Fahrgeschwindigkeit festgelegt werden. Durch das Vorsehen
eines ersten Grenzwerts und eines niedrigeren zweiten Grenzwerts wird verhindert,
dass kurz nach dem Abschalten des zweiten Hydromotors 5 und dem Auskuppeln
wieder eingekuppelt und der zweite Hydromotor 5 hinzugeschaltet wird. Sinkt
also die Fahrgeschwindigkeit lediglich kurzfristig unter den ersten, höheren
Grenzwert nicht aber unter den zweiten Grenzwert für die Fahrgeschwindigkeit
ab, so wird die Betriebsart des hydrostatischen Antriebs 1, die sich zu
diesem Zeitpunkt in einem zweiten Modus befindet, nicht verändert. Das Zuschalten
und das Einkuppeln des zweiten Hydromotors 5 erfolgt erst bei einem weiteren
Absinken der Fahrgeschwindigkeit, wobei hierzu das Fahrzeug mit seiner Geschwindigkeit
unter den zweiten Grenzwert absinken muss.
Zur Ermittlung der Fahrgeschwindigkeit ist es in der 1
dargestellt, dass die Schwenkwinkeleinstellung des ersten Hydromotors
4 durch einen Schwenkwinkelsensor 74 erfasst wird. Der jeweils
eingestellte Schwenkwinkel wird über eine Sensorleitung 75 an die
Fahrzeugelektrik 67 übermittelt. In der Fahrzeugelektrik
67 wird ein Grenzwertvergleich zwischen der ermittelten Ist-Fahrgeschwindigkeit
und einem abgespeicherten ersten Grenzwert und einem abgespeicherten zweiten Grenzwert
durchgeführt.
Anstelle der Ermittlung der Fahrgeschwindigkeit aufgrund eines Signals
eines Schwenkwinkelsensors 74 ist es auch möglich, die Drehzahl der
Getriebeausgangswelle 73 durch einen Drehzahlsensor 76 zu erfassen.
Diese Alternativlösung ist in der 1 gestrichelt
dargestellt. Als weitere Alternative kann ein Tachosignal herangezogen werden, welches
über eine Signalleitung 77 zugeführt wird.
In der 2 ist ein vereinfachtes Flussdiagramm
des erfindungsgemäßen Verfahrens dargestellt. Zunächst wird eine
Ist-Fahrzeuggeschwindigkeit Vist ermittelt (101). Die ermittelte
Fahrzeuggeschwindigkeit wird mit einem ersten Grenzwert verglichen (102).
Ist die Fahrzeugistgeschwindigkeit Vist größer als der erste
Grenzwert, so werden das Umschaltventil 69 und das Schaltventil
64 nacheinander betätigt (103). Die Fahrzeuggeschwindigkeit
Vist wird weiterhin überwacht (104) und mit dem zweiten,
niedrigeren Grenzwert verglichen (105). Ist die Fahrzeuggeschwindigkeit
Vist kleiner als der zweite Grenzwert, so werden wiederum das Umschaltventil
69 und das Schaltventil 64, allerdings in umgekehrter Reihenfolge
und wiederum zeitlich versetzt betätigt (106).
Liegt dagegen die Fahrgeschwindigkeit Vist weiterhin über
dem zweiten Grenzwert, so erfolgt keine Betätigung des Umschaltventils
69 und des Schaltventils 64, sondern es wird lediglich in festgelegten
Zeitabständen die Fahrzeuggeschwindigkeit erneut erfasst (104) und
mit dem zweiten Grenzwert verglichen. Ist in Schritt 102 festgestellt worden,
dass der erste Grenzwert durch die aktuelle Fahrzeuggeschwindigkeit Vist
nicht überschritten wird, so wird ebenfalls ohne Betätigung des Umschaltventils
69 und des Schaltventils 64 die Fahrzeuggeschwindigkeit weiterhin
erfasst (101) und die jeweils aktuelle Ist-Geschwindigkeit mit dem ersten
Grenzwert verglichen (102).
Die Erfindung ist nicht auf das dargestellte bevorzugte Ausführungsbeispiel
beschränkt. Einzelne Merkmale der bevorzugten Ausführungsform können
miteinander auch unter Weglassen anderer Merkmale kombiniert werden.