I. Anwendungsgebiet
Die Erfindung betrifft Rollläden.
II. Technischer Hintergrund
Bei einem Rollladen ist der Rollladen-Behang auf einer Wickelwelle
oberhalb der zu verschließenden Fläche, meist eines Fensters oder einer
Tür, aufgewickelt und kann zum Verschließen der Öffnung abgewickelt
werden, wobei die Schwerkraft den Rollladenbehang, meist seitlich geführt in
Führungen, nach unten zieht.
Zum Hochziehen des Rollladens muss daher eine Zugkraft aufgebracht
werden, die das Gewicht des noch herabhängenden Rollladenbehangs zuzüglich
der Reibungskräfte in den Führungen und der Wickelwelle übersteigt,
und dementsprechend zu Beginn des Hochziehens am größten ist und mit zunehmenden
Aufwickeln geringer wird.
In Privathäusern werden bisher derartige Rollläden meist
manuell mittels eines Gurtantriebes hochgezogen, in dem ein Gurt zwischen einer
oberen, mit der Wickelwelle des Rollladens gekoppelten und einer unteren Vorratsrolle
im Abstand vor der Innenwandfläche des Gebäudes verläuft. Der Gurt
wird ergriffen und nach unten gezogen, wodurch der Rollladen hochgezogen wird.
Seit einigen Jahren sind auch elektrische Antriebe für Rollläden
bekannt, bei denen ein Elektromotor im Rollladenkasten die Wickelwelle des Rollladens
antreibt anstelle des Gurtantriebes, und zur Bedienung lediglich ein elektrischer
Schalter vorhanden ist. Der Antrieb der Wickelwelle ist somit unsichtbar.
Weiterhin sind elektrische Antrieb gebräuchlich, welche die Aufwickelhaspel
des Gurtbandes antreiben. Hier ist das Gurtband weiterhin sichtbar.
Eine solche Lösung ist teuerer wegen der höheren Kosten
des Elektromotors und vor allem wegen der wesentlich höheren Installationskosten,
da an jeden Rollladenkasten eine Elektroleitung herangeführt werden muss, um
den Elektromotor mit Strom zu versorgen.
Um vor allem die Nachrüstung der in großer Zahl vorhandenen
Rollläden mit Gurtantrieb zu erleichtern, sind Elektroantriebe insbesondere
in Form von Rohrmotoren bekannt, die in vorhandene Rollläden auf relativ einfache
Art und Weise dadurch nachgerüstet werden können, dass sie in die genormten,
hohlen, achteckigen Wickelwellen einseitig eingeschoben werden können. Dabei
dreht sich im Betrieb das innenliegende Ende des Rohrmotors und nimmt die formschlüssig
damit gekoppelte unrunde Wickelwelle mit, während eine Stirnseite des Motorgehäuses
über eine Drehmomentstütze drehfest mit dem umgebenden Gebäude, meist
der Stirnfläche des Rollladenkastens, verschraubt ist.
Die benötigte Motorleistung hängt dabei von der benötigten
Zugkraft und diese wiederum von dem Gewicht des Rollladenbehangs und den vorhandenen
Reibungskräften in den Führungen und der Lagerung der Wickelwelle ab,
wobei das Gewicht des Rollladenbehangs wiederum stark von Material und Größe
der zu verschließenden Öffnung abhängt.
Dabei steigt der Preis des Motors, vor allem in der Bauform eines
Rohrmotors, mit der ansteigend benötigten Leistung drastisch an, da der Aufwand,
entsprechend leistungsstärkere Rohrmotoren zu bauen, vor allem bei gleich bleibendem
Außendurchmesser, ebenfalls proportional zur Baugröße ansteigt.
III. Darstellung der Erfindung
a) Technische Aufgabe
Es ist daher die Aufgabe gemäß der Erfindung, einen insbesondere
motorischen Rollladenantrieb zu schaffen, der kostengünstig ausgebildet ist
und auch die Nachrüstung eines manuellen Antriebes auf einen elektrischen Antrieb
erleichtert durch ein einfaches Nachrüstverfahren.
b) Lösung der Aufgabe
Diese Aufgabe wird durch die Merkmale der Ansprüche 1, 16 und
19 gelöst. Vorteilhafte Ausführungsformen ergeben sich aus den Unteransprüchen.
Durch das Anordnen einer Triebfeder, die in Aufwickelrichtung des
Rollladens vorgespannt ist, kann zumindest ein Teil der benötigten Zugkraft
zum Öffnen des Rollladens aufgebracht werden.
Derartige Triebfedern sind meist in Spiralform aufgewickelte Bandfedern
aus Stahl, deren eines Ende, z. B. das äußere Ende, drehfest angeordnet
ist und deren inneres Ende durch zunehmendes Verdrehen in Abwickelrichtung der Feder
vorgespannt werden kann.
Die Triebfeder ist in einem topfförmigen Gehäuse untergebracht,
dessen lichten Höhe der Breite der Feder entspricht und dessen lichte Öffnung
dem Außendurchmesser der Feder im leicht vorgespannten Zustand entspricht.
Der Boden des Gehäuses ist bauseitig befestigt.
Das äußere Ende der Triebfeder ist mit einem
Haken oder einer Öffnung versehen, die in einer dafür vorgesehenen Stelle
des Gehäuses eingehängt oder anders befestigt ist. Das innere Ende der
Feder besteht i. d. R. aus einem 90 Grad abgewinkeltem Federbandende, welches in
einen stirnseitigen Schlitz der anzutreibenden Welle formschlüssig eintaucht.
Diese Welle ist daher i. d. R. im Innendurchmesser der Aufwickelwelle
des Rollladens drehfest befestigt und trägt zusätzlich ein Kugellager
Zusätzlich ist eine solche Triebfeder dabei auch im vollständig
geöffneten Zustand des Rollladens bereits leicht vorgespannt. Die Federkennlinie
der verwendeten Triebfeder entspricht insbesondere hinsichtlich der Steigung möglichst
proportional dem Zugkraftverlauf zum Öffnen des Rollladens.
Dabei bleibt in der häufigsten Bauform die Triebfeder unabhängig
von ihrem Aufwickel- und damit Vorspannzustand immer innerhalb ihres Gehäuses
aufgenommen, und durch die sich ändernde Vorspannung der Triebfeder beim zunehmenden
Aufwickeln oder Abwickeln innerhalb des Gehäuses wird lediglich über die
Wickelwelle des Rollladens die Feder über das innere Federende beim Herunterlassen
des Rollladens gespannt oder entspannt.
In einer anderen Bauform, als sog. Rollbandfeder, könnte die
Triebfeder beim Abwickeln auch aus ihrem Gehäuse herausgeführt werden,
was es ermöglichen würde, z. B. den Behang des Rollladens mit seiner Außenkante
direkt auf der Triebfeder zu befestigen, z. B. zu Vernieten, wodurch auch die seitliche
Führung des Rollladens verbessert würde.
Derartige Triebfedern sind bei richtiger Auslegung wartungsfrei und
verfügen über eine quasi unbegrenzte Lebensdauer, da ihre Triebkraft auf
der Eigenelastizität des Federstahls beruht, die bei den für Rollläden
normalerweise herrschenden Umweltbedingungen hinsichtlich Temperatur und übrigen
physikalischen und chemischen Eigenschaften so gut wie nicht abnimmt, insbesondere
dann nicht, wenn es sich bei dem Federstahl um kaltverformten, Federbandstahl handelt.
Die durch die Triebfeder aufgebrachte Vorspannkraft darf in keinem
Öffnungszustand des Rollladens höher sein als die Zugkraft zum Öffnen
des Rollladens, da sich ansonsten der Rollladen an den Positionen, an denen die
Federkraft größer als die Gewichtskraft ist, selbsttätig hochziehen
würde, und damit bestimmte teilweise oder vollständige Schließzustände
des Rollladens nicht mehr erreichbar wären ohne zusätzliche Verriegelung.
Dabei besteht eines der Probleme darin, die Triebfeder in dem begrenzten
Bauraum des Rollladenkastens, also von der Innenseite des Gebäudes her unsichtbar,
unterzubringen.
Im Falle eines elektrischen Antriebs des Rollladens, insbesondere
bei einer Nachrüstung des elektrischen Antriebes, besteht der Vorteil darin,
dass ein Großteil der benötigten Zugkraft durch die Triebfeder aufgebracht
werden kann, und der zusätzlich benötigte elektrische Motor entsprechend
kleiner dimensioniert werden kann.
Je kleiner die benötigte elektrische Leistung ist, umso einfacher
wird die Unterbringung eines Rohrmotors in dem in der hohlen Wickelwelle zur Verfügung
stehenden Bauraum, und umso niedriger sind die Kosten des Motors.
Vor allem aber kann die dann noch benötigte elektrische Leistung
so niedrig gewählt werden, dass auch eine Versorgung des Elektromotors über
Solarzellen bereits eine ausreichende Leistung zur Verfügung stellt, und hierfür
eine so geringe Fläche der Solarzelle ausreichend ist, dass sie auf der Außenfläche
des Gebäudes lediglich im Bereich des Rollladenkastens oder auf einem Teil
der Außenseite des Rollladenbehangs aufgebracht werden kann, und damit keine
elektrische Stromzuführung vom Inneren des Gebäudes her zu dem Elektromotor
notwendig wird.
Für die Unterbringung der Triebfeder stehen in mehrere Möglichkeiten
zur Verfügung:
Die erste Möglichkeit besteht darin, die Triebfeder direkt in das Gehäuse
des Rohrmotors zu integrieren, was jedoch sinnvollerweise nur bei der Herstellung
des Rohrmotors erfolgen kann. Dies spart ein zusätzliches Gehäuse für
die Triebfeder, wie es vor allem bei der folgenden, zweiten beschriebenen Lösung
notwendig ist.
Die zweite Möglichkeit besteht darin, die Triebfeder unabhängig
vom Elektromotor an der Hohlwelle, insbesondere an dem vom Rohrmotor abgewandten
anderen Ende der Hohlwelle, in deren Inneren oder zwischen dem Wellenende und dem
Lagerbock anzubringen.
Der Vorteil besteht darin, dass in der Regel am Ende der Hohlwelle
axialer Raum zwischen dem Ende des Rollladens und dem Rollladenkasten vorhanden
ist, der somit an dem dem Rohrmotorflansch gegenüberliegenden anderen Ende
der Hohlwelle für die Triebfeder verwendet werden kann.
Der weitere Vorteil dieser Bauform besteht darin, dass dann der Antrieb
der Wickelwelle nicht nur von einer Seite her erfolgt, sondern von zwei Seiten gleichzeitig,
wodurch ein Tordieren der Wickelwelle minimiert wird und damit die Gefahr eines
Verkantens des Rollladens beim Wickeln.
Nachteilig ist der höhere Montageaufwand, da Veränderungen
an beiden Lagerungsenden der Wickelwelle vorgenommen werden müssen.
Falls der Elektromotor mittels Solarzellen mit Energie versorgt wird,
ist in aller Regel ein zusätzlicher elektrischer Akkumulator als temporärer
Energiespeicher notwendig, der ebenfalls wiederum im Inneren der hohlen Wickelwelle,
vorzugsweise an dem vom Motor abgewandten Ende, untergebracht werden kann.
Gerade bei den mit geringen Leistungen, insbesondere im Niederspannungsbereich
arbeitenden, Solar betriebenen Elektromotoren ist die möglichst genaue Anpassung
der Zugkraft und des Zugkraftverlaufs, also der Federkennlinie, der Triebfeder an
der Zugkraftverlauf des jeweiligen Rollladens wichtig.
Zwar wird man unterschiedlich starke Triebfedern zur Verfügung
stellen in Abhängigkeit vom Rollladengewicht. Der Elektromotor jedoch bleibt
vorzugsweise immer der gleiche, nämlich die schwächste am Markt befindliche
Leistungsgröße.
Es werden Baureihen von Elektromotoren angeboten mit unterschiedlichen
Drehmomenten proportional zum Rollladengewicht. Der Preisunterschied von der schwächsten
zu der stärksten Motorvariante kann mehr als 100% betragen.
Dabei hängt vor allem beim Nachrüsten die Zugkraft nicht
nur vom Gewicht des Rollladenbehangs und dessen Größe, sondern gerade
bei zunehmenden Alter des Rollladens auch von den im Laufe der Zeit sich ändernden
Reibungsverhältnissen am Rollladen ab, so dass gerade bei der Nachrüstung
vorzugsweise die benötigte Zugkraft empirisch ermittelt werden kann durch Messen
am noch vorhandenen manuellen Gurtantrieb.
Die Grobanpassung des zu verwendenden neuen Antriebs erfolgt dann
durch Auswahl der richtigen Leistungsgröße des Elektromotors sowie einer
oder mehrerer miteinander gekoppelter Triebfedern, wobei 60 bis 80% der benötigten
Zugkraft von der bzw. den Triebfedern aufgebracht werden sollte/n.
Dabei ist weiterhin darauf zu achten, dass für die mittels der
Triebfeder aufzubringende maximale Zugkraft die Triebfeder noch nicht vollständig
vorgespannt sein sollte, um durch zusätzliches Vorspannen Reserven in der Triebfeder
zu besitzen, falls die benötigte Zugkraft sich durch Verschlechterung der Reibungsverhältnisse
im Rollladen mit der Zeit verändern sollte, was vor allem bei dem Einbau der
Triebfeder im Neuzustand des Rollladens nicht zu vermeiden ist.
Aus dem gleichen Grund und/oder zur Feinabstimmung zwischen Antriebseinheit
und Rollladen kann das Gewicht des Rollladens vor allem bei einem leichten Rollladenbehang
durch ein zusätzliches Taragewicht erhöht werden, was auch die Angleichung
des Kraftbedarfs an typische Federkennlinien solcher aus Bandstahl spiral gewickelter
Triebfedern erleichtern kann.
Ein solches Taragewicht kann beispielsweise durch Einschieben einer
Gewichtsstange in die unterste Lamelle des meist hohlen Rollladenbehangs, der in
der Regel aus Kunststoff besteht, geschehen, wobei das gewünschte Taragewicht
durch Ablängen der Tarastange auf eine bestimmte Länge erfolgt, die ja
nach dem Einschieben ohnehin unsichtbar ist.
Sollten sich mit der Zeit die Reibungsverhältnisse des Rollladens
verschlechtern, so kann dies dann entweder durch Reduzieren des Taragewichts, also
Kürzen oder Entfernen der Tarastange und/oder zusätzliches Vorspannen
der Triebfeder auf einfache Art und Weise ausgeglichen werden.
Aus diesem Grund sollte bevorzugt die Triebfeder über eine Vorspaneinrichtung
verfügen, die ohne Demontage der Triebfeder oder gar des Rollladens von außerhalb
des Rollladenkastens zugänglich ist und jederzeit verändert werden kann,
beispielsweise indem der eine Teil des Triebfedergehäuses als Vorspannrad geringfügig
aus dem Rollladenkasten vorsteht und gedreht werden kann.
Die Triebfeder kann im übrigen nicht nur zur Unterstützung
eines Elektroantriebes verwendet werden, sondern unter Beibehaltung eines manuellen
Gurtantriebes auch zum Absenken der manuell aufzubringenden Zugkraft des Gurtantriebes
benutzt werden.
Auch hier ist eine Nachrüstung auf einfache Art und Weise möglich,
indem hierfür vor allem die entweder obere oder untere Vorratsrolle des Gurtes
benutzt wird, auf der der Gurt oben und unten je nach Betriebszustand mehr oder
weniger aufgewickelt ist:
Besonders einfach ist die Nachrüstung dabei möglich, wenn die Triebfeder
in die untere Vorratsrolle eingesetzt wird, die sich in der Regel in einem Kunststoffteil
in einer entsprechend schmalen Ausnehmung der Wand unterhalb oder neben der Fensterlaibung
befindet und nach Lösen von nur einer oder zwei Schrauben daraus entnommen
werden kann.
In der unteren Vorratsrolle befindet sich in aller Regel bereits eine
leichte Triebfeder, die dazu dient, das untere Ende des Gurtes auf die untere Vorratsrolle
selbsttätig aufzuwickeln. Sie ist jedoch zu schwach, um den Rollladen hochzuziehen,
da ansonsten auch der in geringem Abstand vor der Wand verlaufende Gurt auch nur
noch mit relativ großem Kraftaufwand von der Wand weg bewegt werden könnte,
wie es zum Hintergreifen des Gurtes und Hochziehen des Rollladens notwendig ist.
Durch Ersatz der Wickelfeder für den Gurt durch eine Triebfeder
für den Rollladen, die insbesondere im gleichen Gehäuse und Bauraum wie
die Wickelfeder vorher Platz findet, kann auf einfache Art und Weise die Triebfeder
für den Rollladen im gleichen Bauraum wie vorher die Wickelfeder untergebracht
werden.
Um dabei den dann wesentlich stärker vorgespannten Gurt nicht
mehr von der Wand für das Ergreifen abziehen zu müssen, werden Abstandsvergrößerer
am oberen und unteren Gurteinlauf eingesetzt, um den Gurt von vorneherein auf einen
so großen Abstand zur Wand zu führen, dass er problemlos von der Hand
hintergriffen und nach unten gezogen werden kann, wofür ja nun eine wesentlich
geringere Handkraft ausreicht.
Die andere Möglichkeit besteht darin, die Triebfeder in oder
an der oberen Vorratsrolle des Gurtes, also im Rollladenkasten, unterzubringen.
Dort ist – vor allem axial – unter Umständen zusätzlicher
Bauraum vorhanden, der Nachteil besteht jedoch darin, dass zum Einbau der Rollladenkasten
geöffnet werden muss.
Weiterer Vorteil ist allerdings, dass der auf der Innenseite des Gebäudes
verlaufende sichtbare Gurt seine ursprüngliche, geringe Vorspannung beibehält
und damit im ursprünglichen, geringen Abstand zur Wand weiterhin geführt
und von der Wand abgezogen werden kann, also weder Abstandsvergößerer
notwendig sind und damit der Gurt nahe an der Wand belassen werden kann, was aus
optischen Gründen vorteilhaft sein kann.
Zur Anpassung der Kraft der Triebfeder an dem benötigten Anwendungsfall
können entweder Triebfedern mit unterschiedlicher Bandstahldicke oder mit unterschiedlicher
Wicklungsanzahl verwendet werden, wobei auf diese Art und Weise unterschiedlich
starke Federn auch noch innerhalb des gleichen Gehäuses verwendet werden können,
sofern dieses ausreichend groß dimensioniert ist.
Eine andere Möglichkeit besteht darin, mehrere Triebfedern axial
hintereinander anzuordnen, die vorzugsweise jeweils in separaten Gehäusen untergebracht
sind, die durch einfaches axiales Aufeinanderstecken der Gehäuseabgangsseite
der einen Feder mit der Gehäuseeingangsseite der nächsten Feder drehfest
gekoppelt und damit hinsichtlich des Drehmoments addiert werden können, was
vor allem dann vorteilhaft ist, wenn in axialer Richtung genügend Platz zur
Verfügung steht, also beispielsweise bei Unterbringung der Triebfedern im Inneren
der Wickelwelle.
Dementsprechend umfasst ein Bausatz entweder unterschiedlich starke
Triebfedern oder eine variable Anzahl gleich starker Triebfedern, und in Kombination
mit einem Elektroantrieb unterschiedlich starke Antriebsmotore, neben der immer
vorhandenen Wickelwelle und dem Rollladenbehang.
Als weitere Variationsmöglichkeit kann der Bausatz auch unterschiedlich
schwere Taragewichte, insbesondere Tarastangen, umfassen, sowie bei Versorgung des
Elektromotors über Solarzellen unterschiedlich große oder leistungsstarke
Solarzellen.
c) Ausführungsbeispiele
Ausführungsformen gemäß der Erfindung sind im Folgenden
beispielhaft näher beschrieben. Es zeigen:
1a: ein Kraftdiagramm,
1b: eine Prinzipdarstellung des Rollladens,
2a: eine erste erfindungsgemäße Lösung,
2b: eine zweite erfindungsgemäße Lösung,
2c: eine dritte erfindungsgemäße Lösung,
3: eine Lösung mit Gurtantrieb
In 1b ist zunächst die prinzipielle
Situation einer Tür- oder Fensteröffnung dargestellt, die durch das Ablassen
eines am oberen Rand der Öffnung auf einer Wickelwelle aufgewickelten Rollladens
verschlossen werden kann. Als Antrieb ist ein üblicher Gurtantrieb dargestellt,
an dem die Zugkraft K zum Hochziehen des Rollladens aufgebracht werden muss, dessen
Unterkante sich in einer variablen Schließhöhe h oberhalb des offenen
Zustandes befindet.
1a zeigt die aufzubringende Zugkraft K1 bzw. K2 zum
Öffnen des Rollladens über der momentanen Schließhöhe h für
unterschiedlich breite oder unterschiedlich schwere Rollladenbehänge an:
Ausgehend vom Gesamtgewicht des Rollladenbehanges 12 im vollkommen geschlossenen
Zustand ist die anfängliche Zugkraft Kges, also bei Öffnungshöhe
h = hges, am größten (K1 ges bzw. K2 ges).
Mit abnehmender Schließhöhe h fällt die Zugkraft ab,
und zwar entsprechend dem abnehmenden, noch nicht aufgewickelten, Brutto –
Gewicht des Rollladens. Durch die gleichzeitige Zunahme des Radius der Wickelwelle
um die Dicke des Rollladenbehangs entsteht ein veränderliches
Drehmoment. Daher ergibt sich ein parabelförmger Zugkraftverlauf und nicht
etwa wie zu erwarten eine linearer. Dies kommt dem natürlichen Kraftverlauf
einer Triebfeder entgegen.
Die Steigung dieses Zugkraftverlaufes, z.B K2, kann sich ändern,
beispielsweise die Parabel flacher werden (K1), wenn die Reibungsverhältnisse
in den vor allem seitlichen Führungen des Rollladens sich mit der Zeit verschlechtern.
Durch punktuelle schlechte Reibungsverhältnisse in den Führungen kann
dieser Zugkraftverlauf auch vom errechneten Verlauf partiell abweichen und unregelmäßig
verlaufen.
Ein gezieltes Anheben von einem niedrigeren auf einen höheren
Zugkraftverlauf,, kann erfolgen, indem man das Gewicht des Rolladenbehangs
12 absichtlich vergrößert durch z. B. Hinzufügen eines Tariergewichts
9.
1a zeigt ferner, dass die Federkraft FK der einzubauenden
Triebfeder 2, wie in den 2 und 3
im Detail ersichtlich, nach Möglichkeit parallel unterhalb der aufzubringenden
Zugkraft, z.B. K1 verlaufen sollte, um möglichst in allen Öffnungszuständen
des Rollladens die gleiche, Netto-Kraft NK aufbringen zu müssen.
Die 2 zeigen unterschiedliche Lösungen einer
Kombination einer Triebfeder 2 mit einem elektrischen Antrieb des Rollladens
in Form eines Rohrmotors 3 jeweils in der Frontansicht auf einen geöffneten
Rollladenkasten, also betrachtet quer zur Axialrichtung 10 der Wickelwelle
1, auf welcher der Behang 12 des Rollladens aufgewickelt ist,
wie in der im mittleren Bildbereich dargestellten Querschnittsdarstellung ersichtlich.
Der schlanke, zylindrische Rohrmotor befindet sich dabei mit seiner
ganzen oder fast ganzen Länge innerhalb der hohlen Wickelwelle 1.
Dabei ist der Rohrmotor am äußeren stirnseitigen Ende drehfest,
z.B. über eine Drehmomentstütze 15, am Rolladenkasten befestigt
ist, und dreht sich im Betrieb nicht, ebenso wie der Außenumfang des Rohrmotors
3 Am anderen, inneren stirnseitigen Ende des Rohrmotors steht die Motorwelle
axial vor, die im Betrieb dreht und die Wickelwelle – meist über einen
drehfest aufgesteckten Adapter, dessen Außenkontur passgenau drehfest in der
Innenkontur der Wickelwelle sitzt – in Aufwickelrichtung 11a oder
in Abwickelrichtung 11b des Rollladens antreibt.
Bei 2a ist eine Triebfeder
2 axial zwischen der Drehmomentstütze 15b und der benachbarten
Stirnfläche der Ausnehmung, in der sich der Rollladen befindet, also des Rollladenkastens
17, fixiert.
Die Triebfeder 2 ist an ihrem Außendurchmesser in einem
Federgehäuse 19 aufgenommen, welches am Rollladenkasten
17 befestigt ist. Das innere Ende der Triebfeder 2 ist mit dem
achsförmigen Ende der Wickelwelle 1 verbunden.
Auf diese Art und Weise kann der Rohrmotor 3 klein und relativ
leistungsschwach und damit kostengünstig gewählt werden, und u. U. auch
direkt von einer Solarzelle 20 mit Strom versorgt werden, die sich z. B.
auf der Außenseite des Rollladenkastens 17 befindet, und deren Strom
von einem Akku 18 gespeichert wird, der in das dem Rohrmotor gegenüber
liegende hohle Ende der Wickelwelle 1 untergebracht werden kann.
Dabei kann eine entsprechende Steuerung 21 auch halbautomatisch
oder vollautomatisch den Motor 3 ansteuern, beispielsweise in Abhängigkeit
von der auf die Solarzelle 20 auftreffenden Lichtmenge, so dass ab einer
gewissen Mindestsonneneinstrahlung der Rollladen selbsttätig teilweise oder
auch ganz schließt, und/oder auch bei Unterschreiten eines bestimmten Helligkeitswertes,
nämlich bei Eintritt der Dunkelheit.
Sofern hierbei beispielsweise der an dem Rollladenkasten
17 fixierte Gehäuseteil 19b der Triebfeder 2 nicht
fix sondern verdrehbar – wiederum um die Axialrichtung 10 –
und fixierbar in der Drehlage am Rollladenkasten 17 befestigt ist und vorzugsweise
zum Betrachter hin etwas aus dem Rollladenkasten 17 vorsteht, kann hierüber
der Benutzer – ohne den Rollladenkasten zu öffnen – durch Verdrehen
des Gehäuseteils 19b und Fixieren der neuen Drehlage die Vorspannung
der Triebfeder 2 ändern und damit die von der Triebfeder
2 aufgebrachte Zugkraft den sich ändernden z. B. Reibungsverhältnissen
in den Führungen des Rollladens anpassen.
Dem gleichen Zweck kann es dienen, vor allem bei einem neuen, noch
mit geringer Reibung laufenden, Rollladen in die unterste Lamelle 12a des
Behangs 12 ein Tariergewicht 9 in Form einer Stange einzuschieben,
und den Behang dadurch absichtlich zu beschweren. Durch vollständiges Entnehmen
oder auch nur Ablängen dieser Tarierstange 9 auf eine kürzere
Länge kann das Gewicht des Behangs 12 später reduziert werden,
um zunehmende Reibung in Führungen und Lagerstellen auszugleichen.
2b unterscheidet sich von der Lösung der
2a dadurch, dass sich die Triebfeder 2 innerhalb
des Gehäuses des Rohrmotors 3 und damit vorzugsweise auch innerhalb
der Wickelwelle 1 befindet. Dies bedeutet, dass bei der Herstellung des
Rohrmotors 3' die eine oder mehrere Triebfedern 2 bereits mit
vorgesehen und konstruktiv berücksichtigt werden muss, also
konstruktive Änderungen an dem Rohrmotor 3' vorgenommen werden müssen.
Der Vorteil besteht darin, dass kein zusätzlicher axialer Freiraum
zwischen dem Ende der Wickelwelle 1 und dem axialen Ende des Rollladenkastens
17 für eine dort unterzubringende Feder vorhanden sein muss.
2c zeigt eine Lösung, bei der u. U. nicht nur
eine sondern axial mehrere Triebfedern 2a, b hintereinander in dem vom
Rohrmotor 3 gegenüber liegenden Ende in der hohlen Wickelwelle
1 angeordnet sind, die die Wickelwelle 1 direkt antreiben, indem
die gesamte Federanordnung einerseits mit dem unrunden Innenumfang der Wickelwelle
1 wirkverbunden ist und andererseits mit der Stirnfläche des Rollladenkastens
17.
Auch hier sind die Federn 2a, 2b vorzugsweise in
separaten Gehäusen 19 untergebracht, die zweiteilig ausgebildet sind.
Eine Kaskadierung der Federn kann auf einfache Art und Weise dadurch erreicht werden,
dass das jeweils eine Gehäuseteil 19a mit dem anderen Gehäuseteil
19b der nächsten Feder 2 drehfest wirkverbunden werden kann,
am einfachsten durch Zusammenstecken in axialer Richtung, und sich damit die Drehungen
der einzelnen Federn 2a, 2b addieren. Das letzte Gehäuseteil
der letzten Feder ist dabei vorzugsweise erst mit dem Innenumfang der Wickelwelle
1 drehfest gekoppelt.
3 zeigt – diesmal betrachtet in Axialrichtung
10 der Wickelwelle 1 – einen herkömmlichen manuellen
Gurtantrieb 4 für einen Rollladen, der mit einer Triebfeder
2 zum Unterstützen des Hochziehens nachgerüstet ist:
Wie bei einem Gurtantrieb 4 üblich verläuft der Gurt
6 von einer oberen Vorratsrolle 5a zu einer unteren Vorratsrolle
5b, wobei die obere Vorratsrolle 5a im Rollladenkasten auf der
Achse der Wickelwelle 1 sitzt und mit dieser drehfest gekoppelt ist, und
die untere Vorratsrolle 5b in einer separaten Aussparung in der Wand unterhalb
der Fensteröffnung oder daneben sitzt.
Zwischen den beiden Vorratsrollen 5a, 5b verläuft
der Gurt 6 vertikal im Abstand vor der Wand von oben nach unten, indem
er aus dem Rollladenkasten 17 und auch aus dem Behältnis der unteren
Vorratsrolle 5b jeweils aus einem Gurteinlauf 8a, 8b
herausgeführt ist.
Damit der Gurt 6 straff herabhängt, befindet sich in
der unteren Vorratsrolle 5b ohnehin eine schwache Wickelfeder, die dafür
ausreicht, das ansonsten lose herabhängende Trum des Gurtes 6 auf
die untere Vorratsrolle 5b sauber aufzuwickeln. Eine Zugkraft über
den Gurt 6 auf die obere Vorratsrolle 5a und die Welle
1 wird dadurch nicht erzeugt.
Nunmehr wird als Nachrüstung eine gegenüber der vorherigen
Wickelfeder wesentlich stärkere Triebfeder 2 vorzugsweise in die gleiche
untere Vorratsrolle 5b eingesetzt, oder notfalls muss hierfür eine
andere Vorratsrolle mit entsprechend größerem Freiraum für die Triebfeder
2 verwendet werden. Da die Zugkraft dieser Triebfeder 2 wesentlich
größer ist, wird dadurch der Gurt 6 sehr straff von oben nach
unten vor der Wand gehalten, und für das Abziehen des Gurtes nach vorne würde
dementsprechend bereits ein relativ großer Kraftaufwand benötigt.
Um dies zu vermeiden, wird an dem unteren und oberen Gurteinläufen
8a, 8b vorzugsweise jeweils ein Abstandsvergrößerer
7a, 7b eingesetzt, der den vor der Wand verlaufenden Gurt
6 zum einen in einem ausreichend großen Abstand zu Wand hält,
um den Gurt ohne Abziehen von der Wand mit der Hand hintergreifen zu können,
und auch mit einem größeren Rundungsradius für die Umlenkung des
Gurtes 6, so dass hierdurch weniger Zugkraft in Form von Reibung des Gurtes
6 durch enge Umlenkung verloren geht.
Auch hier kann zum Ausgleich zukünftiger Veränderungen der
Reibungsverhältnisse der Behang 12 durch eine z. B. in die unterste
Lamelle 12a eingeschobene Tarastange 19 künstlich beschwert
werden.
- 1
- Wickelwelle
- 2a, b
- Triebfeder
- 3
- Rohrmotor
- 3a
- Flansch
- 3b
- Hauptteil
- 4
- Gurtantrieb
- 5a
- obere Vorratsrolle
- 5b
- untere Vorratsrolle
- 6
- Gurt
- 7a, b
- Abstandsvergrößerer
- 8a, b
- Gurteinlauf
- 9
- Tariergewicht
- 10
- Axialrichtung
- 11a
- Aufwickelrichtung
- 11b
- Abwickelrichtung
- 12
- Rollladenbehang
- 12a
- unterste Lamelle
- 13
- Tarastange
- 15
- Drehmomentstütze
- 16
- Vorspanneinrichtung
- 17
- Rollladenkasten
- 18
- Akkumulator
- 19
- Federgehäuse
- 19a, b
- Gehäuseteile
- 20
- Solarzelle
- 21
- Steuerung
- K1, K2
- benötigte Zugkraft
- FK
- Federkraft
- h
- Öffnungshöhe