Die Erfindung betrifft einen Reformer für ein Brennstoffzellensystem
zum Erzeugen eines Reformats, umfassend mehrere Funktionseinheiten zum Behandeln
des Brennstoffs, wobei zumindest eine Funktionseinheit auf eine erste Brennstoffart
abgestimmt ist.
Darüber hinaus betrifft die Erfindung eine Funktionseinheit für
solch einen Reformer, ein Brennstoffzellensystem mit einem solchen Reformer und
ein Kraftfahrzeug mit solch einem Brennstoffzellensystem.
Brennstoffzellensysteme dienen in allgemein bekannter Weise der Umwandlung
von chemischer Energie in elektrische Energie. Brennstoffzellensysteme müssen
in der Lage sein, in der Praxis übliche Brennstoffe zu verarbeiten. Da in einer
Brennstoffzelle Wasserstoff und Sauerstoff umgesetzt werden, muss der verwendete
Brennstoff so aufbereitet werden, dass das der Anode des Brennstoffzellenstapels
zugeführte Gas einen möglichst hohen Anteil an Wasserstoff besitzt. Katodenseitig
wird in den meisten Fällen Luftsauerstoff an den Brennstoffzellenstapel zugeführt.
Zu diesem Zweck werden einem Reformer Brennstoff und ein Oxidationsmittel, vorzugsweise
Luft, zugeführt. In dem Reformer erfolgt dann eine Umsetzung des Brennstoffs
mit dem Sauerstoff, wobei vorzugsweise das Verfahren der partiellen Oxidation durchgeführt
wird. Ein in herkömmlicher Weise aufgebauter Reformer ist beispielsweise in
DE 101 20 375 A1 beschrieben.
Das so erzeugte Reformat wird dann der Brennstoffzelle beziehungsweise
einem Brennstoffzellenstapel zugeführt, wobei durch die kontrollierte Umsetzung
von Wasserstoff, als Bestandteil des Reformats, und Sauerstoff elektrische Energie
freigesetzt wird.
Unabhängig von der Art des verwendeten Brennstoffes ist stets
das Ziel, einen möglichst hohen Wasserstoffanteil im Reformat zu erlangen,
welches dem Brennstoffzellenstapel zuzuführen ist. Dazu muss je nach verwendetem
Brennstoff der Reformer auf diese Brennstoffart abgestimmt sein. Dies erfordert,
dass die Hersteller solcher Brennstoffzellensysteme eine breite Palette an Brennstoffzellensystemen
bereitstellen, die speziell auf die verschiedenen Brennstoffarten abgestimmt sind.
Dies ist mit hohen Entwicklungs- und Herstellungskosten verbunden.
Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Möglichkeit
zu schaffen, einen Reformer bereitzustellen, welcher relativ kostengünstig
auf die verschiedenen Kraftstoffarten anpassbar ist.
Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des unabhängigen Anspruchs
gelöst.
Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung ergeben
sich aus den abhängigen Ansprüchen.
Der erfindungsgemäße Reformer baut auf dem gattungsgemäßen
Stand der Technik dadurch auf, dass die auf die erste Brennstoffart abgestimmte
Funktionseinheit als lösbares Modul mittels einer Schnittstelle mit dem Reformer
koppelbar ist, welche auch dazu ausgelegt ist, eine Austauschfunktionseinheit anstelle
der auf die erste Brennstoffart abgestimmten Funktionseinheit mit dem Reformer zu
koppeln, wobei die Austauschfunktionseinheit auf eine zweite Brennstoffart abgestimmt
ist, die sich von der ersten Brennstoffart unterscheidet. Durch einen derartigen
Aufbau wird ermöglicht, wesentliche Funktionseinheiten des Reformers bei Betrieb
mit unterschiedlichen Brennstoffarten wieder zu verwenden. Dies ermöglicht
auf eine sehr kostengünstige und einfache Weise, den Reformer auf verschiedene
Anforderungen der unterschiedlichen Brennstoffarten anzupassen. Es ist demnach möglich,
ein komplettes Brennstoffzellensystem durch einfaches Austauschen einer Funktionseinheit
des Reformers optimal auf eine andere Brennstoffart anzupassen.
Dieselben Vorteile lassen sich dadurch erreichen, dass die auf die
erste Brennstoffart abgestimmte Funktionseinheit und die Austauschfunktionseinheit
eine Gasgemischbildungseinheit ist.
Insbesondere ist dabei vorgesehen, dass die Gasgemischbildungseinheit
ein Verdampfer ist.
Außerdem lassen sich die vorstehend genannten Vorteile dadurch
erreichen, dass die auf die erste Brennstoffart abgestimmte Funktionseinheit und
die Austauschfunktionseinheit eine Reaktionseinheit ist.
Insbesondere ist dabei vorgesehen, dass die Reaktionseinheit ein Reformerbrenner
ist.
Darüber hinaus kann der erfindungsgemäße Reformer dadurch
weitergebildet sein, dass die Schnittstelle eine Schnellverbindung ist. Durch Vorsehen
einer Schnellverbindung kann der modulare Aufbau des Reformers und der Austausch
einer Funktionseinheit benutzerfreundlich und schnell durchgeführt werden,
ohne dass eine aufwendige Demontage des Reformers erforderlich ist.
Insbesondere ist dabei vorgesehen, dass die Schnittstelle eine Bajonettverbindung
ist.
Ferner wird erfindungsgemäß eine Funktionseinheit für
einen Reformer, mit einer Schnittstelle, die zur Kopplung mit solch einem Reformer
ausgelegt ist, bereitgestellt. Mit dieser Funktionseinheit sind
die vorstehend beschriebenen Vorteile in übertragener Weise erreichbar.
Darüber hinaus stellt die Erfindung ein Brennstoffzellensystem
mit solch einem Reformer und ein Kraftfahrzeug mit solch einem Brennstoffzellensystem
bereit, welche die vorstehend genannten Vorteile in übertragener Weise liefern.
Eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung wird nachfolgend
anhand der Figur beispielhaft erläutert.
Es zeigt:
1 eine schematische Darstellung des erfindungsgemäßen
Brennstoffzellensystems.
1 zeigt eine schematische Darstellung des erfindungsgemäßen
Brennstoffzellensystems. Das Brennstoffzellensystem 10 umfasst einen Reformer
12, dem von einer Brennstoffpumpe 14 Brennstoff zugeführt
wird. Als Brennstoffarten kommen Diesel, Benzin, Biogas, Erdgas, und weitere aus
dem Stand der Technik bekannten Brennstoffarten in Frage. Weiterhin wird dem Reformer
12 Oxidationsmittel zugeführt, das sich im dargestellten Fall aus
von einem Gebläse 16 geförderter Luft und darin eingebrachtem
Anodenabgas 18 zusammensetzt. Das Anodenabgas 18 wird von einer
Brennstoffzelle 20 erzeugt, der ein Brennstoffzellengebläse
22 zugeordnet ist und der von dem Reformer 12 erzeugtes Reformat
zugeführt wird. Bei dem Reformat handelt es sich um ein wasserstoffhaltiges
Gas, das in der Brennstoffzelle 20 mit Hilfe von durch das Brennstoffzellengebläse
22 geförderter Katoden-Luft zu Strom und Wärme umgesetzt wird.
Im dargestellten Fall wird der nicht zurückgeführte Teil des Anodenabgases
18 einem Nachbrenner 24 zugeführt, dem ein Nachbrennergebläse
26 zugeordnet ist. In dem Nachbrenner 24 erfolgt eine Umsetzung
des abgereicherten Reformats mit durch das Nachbrennergebläse 26 geförderter
Luft zu einem Verbrennungsabgas, das nahezu keine Schadstoffe enthält.
Der Reformer 12 umfasst eine Gasgemischbildungseinheit
28 und eine Reaktionseinheit 30. In der Gasgemischbildungseinheit
28 wird aus dem Brennstoff und einem Oxidationsmittel, vorzugsweise Luft,
ein gasförmiges Gemisch gebildet, vorzugsweise unter Verdampfung des Brennstoffes.
Dieses gasförmige Gemisch reagiert in der Reaktionseinheit 30 zu Reformat,
vorzugsweise durch partielle Oxidation. Dabei ist die Gasgemischbildungseinheit
28 vorzugsweise ein Verdampfer und die Reaktionseinheit 30 vorzugsweise
ein Reformerbrenner. Die Gasgemischbildungseinheit 28 sowie die Reaktionseinheit
30 werden mittels Schnittstellen 32, die vorzugsweise als Schnellverbindungen
ausgebildet sind, wie beispielsweise einer Bajonettverbindung, einer Schraubverbindung
oder einer einrastenden Steckverbindung, mit dem Reformer bzw. mit den übrigen
Funktionseinheiten des Reformers gekoppelt. Unter Schnellverbindung ist dabei eine
mechanische, lösbare sowie form- oder kraftschlüssige Verbindung zu verstehen,
mit der die Kopplung vorzugsweise ohne zusätzliche Werkzeuge durchführbar
ist. Dadurch ist der Reformer in lösbare Module unterteilt, die bei Bedarf
einfach und bedienerfreundlich austauschbar sind. Der Reformer und somit das gesamte
Brennstoffzellensystem ist in dieser Konfiguration auf eine bestimmte Brennstoffart
abgestimmt.
Sollte eine Umrüstung auf eine andere Brennstoffart erforderlich
werden, so können die Funktionseinheiten des Reformers, welche auf eine bestimmte
Brennstoffart abgestimmt sind, gegen andere Funktionseinheiten ausgetauscht werden,
welche vorzugsweise die gleiche Funktion erfüllen, jedoch auf eine andere Brennstoffart
abgestimmt sind. Für diese Zwecke sind die Schnittstellen der Funktionseinheiten,
die auf verschiedene Brennstoffarten abgestimmt sind und gegeneinander austauschbar
sein sollen, vorzugsweise mit identischen Schnittstellen ausgestattet, so dass alle
gegeneinander austauschbaren Funktionseinheiten hinsichtlich Abmessungen und Anschlüssen
optimal in bzw. an den Reformer bzw. die übrigen Funktionseinheiten passen.
Hinsichtlich der Kopplung der Funktionseinheiten untereinander oder
mit dem Reformer existieren verschiedene Möglichkeiten. Beispielsweise kann
der Reformer aus mehreren hintereinander in Reihe gekoppelten Funktionseinheiten
aufgebaut sein, so dass eine Schnittstelle einer endständigen Funktionseinheit
den Eingang des Reformers bildet. Die andere Schnittstelle dieser endständigen
Funktionseinheit ist mit einer nachfolgenden Funktionseinheit gekoppelt. Diese Funktionseinheit
kann wiederum mit einer Funktionseinheit gekoppelt sein bis die Schnittstelle der
letzten Funktionseinheit einen Ausgang des Reformers bildet. Eine andere Möglichkeit
besteht darin, dass ein Reformergehäuse vorgesehen ist, welches jeweils gehäuseseitige
Schnittstellen aufweist, an welche die Funktionseinheiten mittels ihrer Schnittstellen
gekoppelt werden. Für die Verbindung der Funktionseinheiten im Betriebsfall
untereinander müssten bei dieser Ausgestaltung die gehäuseseitigen Schnittstellen
innerhalb des Reformergehäuses verbunden sein.
Die in der vorstehenden Beschreibung, in den Zeichnungen sowie in
den Ansprüchen offenbarten Merkmale der Erfindung können sowohl einzeln
als auch in beliebiger Kombination für die Verwirklichung der Erfindung wesentlich
sein.
Bezugszeichenliste:
- 10
- Brennstoffzellensystem
- 12
- Reformer
- 14
- Brennstoffpumpe
- 16
- Gebläse
- 18
- Anodenabgas
- 20
- Brennstoffzelle
- 22
- Brennstoffzellengebläse
- 24
- Nachbrenner
- 26
- Nachbrennergebläse
- 28
- Gasgemischbildungseinheit
- 30
- Reaktionseinheit
- 32
- Schnittstellen