Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren
zum Durchführen eines Funktionstests von Stellorganen an einer Strömungsmaschine
und insbesondere eines Teilhubtests bzw. partial stroke test an Ventilen.
Bei vielen technischen Systemen befinden sich bestimmte Stellorgane
bzw. Prozessstellelemente, wie z. B. Ventile für eine längere Betriebszeit
in einer unveränderten Position. Dies ist insbesondere für die Prozessstellelemente
der Fall, die nur in Notfall – oder Störfallsituationen zum Einsatz
kommen sollen. Durch die seltene Betätigung des Prozessstellelements kann beispielsweise
aufgrund von Ablagerungen, Verschleiß oder thermischen Verformungen ein teilweises
oder vollständiges Blockieren auftreten. Handelt es sich bei dem Prozessstellelement
um ein Ventil, das nur im Notfall geöffnet werden soll, bleibt ein schadhaftes,
weil blockierendes Ventil, so lange unbemerkt, bis das Ventil im Notfall betätigt
werden soll. Ein Beispiel für ein derartiges Schutzsystem ist ein Pumpgrenzregelventil
an Turbokompressoren. Das heißt, das Pumpgrenzregelventil schützt vor
dem so genannten Pumpen. Pumpen tritt auf, wenn der Betriebspunkt des Turbokompressors
durch Verringern der Fördermenge oder durch einen Anstieg des Enddruckes in
den instabilen Bereich des Kennfeldes gerät. Beim Pumpen kommt es zum zyklischen
Fördern und Rückströmen des komprimierten Gases. Dadurch entstehen
hohe Vibrationen, Druckstöße und ein rascher Temperaturanstieg im Turbokompressor.
Mögliche Folgen sind Lager-, Laufrad- oder Schaufelschäden und damit verbundene
Betriebsausfälle. Das Pumpgrenzregelventil muss auf Grund seiner seltenen durch
Notfälle bedingte Betätigung regelmäßig auf Funktionsfähigkeit
überprüft werden.
Im Stand der Technik wird dieser Problemstellung bei Ventilen durch
so genannte Teilhubtests begegnet. Bei diesen Teilhubtests wird das Ventil in regelmäßigen
zeitlichen Abständen derart betätigt, dass es einen geringen Teil seines
Hubweges durchfährt. Die Hubbewegung des Ventils wird überwacht und dadurch
die Funktionalität geprüft.
Der Nachteil des aus dem Stand der Technik bekannten Teilhubtests
ist darin zu sehen, dass die Betätigung des Ventils den Betrieb des der Turbomaschine
nach gelagerten Gesamtprozesses beeinflusst. Aus diesem Grund wird nur ein geringer
Hub durchfahren oder die Testdauer auf ein Minimum reduziert, um den Einfluss auf
den Betrieb so gering wie möglich zu halten. Pumpgrenzregelventile sind üblicherweise
für ca. 200% des Kompressornennförderdurchfluss ausgelegt. Öffnet
das Pumpgrenzregelventil nur um 5%, gelangen 10% weniger Förderdurchfluss zum
Prozess. Dies stellt für viele Prozesse eine unakzeptable Betriebsstörung
dar. Andererseits gibt ein Test von weniger als 5% des Ventilhubs in vielen Anwendungsfällen
keine ausreichende Sicherheit, dass das Ventil im Anforderungsfall auch über
einem weiteren Hubbereich sicher arbeitet.
Durch den Teilhubtest ist nicht auszuschließen, dass ein Ventil,
das den Teilhub regelmäßig problemlos durchfahren hat, beim Verlassen
dieses Teilhubs dennoch blockiert. Bei Tests mit minimaler Testdauer und somit schlagartiger
Verstellung des Ventils kann z.B. eine beginnende Blockade, die sich in einer ungleichförmigen
Bewegung des Ventils bei langsamer Verstellung des Ventils äußert, nicht
festgestellt werden.
Aufgabe der Erfindung ist es demnach eine Vorrichtung und ein Verfahren
bereitzustellen, das es erlaubt zuverlässigere Tests an Prozessstellelementen
von Strömungsmaschinen durchzuführen ohne den der Strömungsmaschine
nach gelagerten Prozess zu beeinflussen.
Diese Aufgabe wird durch die unabhängigen Ansprüche der
vorliegenden Erfindung gelöst. Strömungsmaschinen sind häufig mit
mehr als einem Prozessstellelement ausgerüstet, die jeweils die gleiche Prozessgröße
beeinflussen. Bei einem Turbokompressor wird mit einem ersten Prozessstellelement,
wie z.B. verstellbare Leitschaufeln die Förderkapazität des Kompressors
variiert. Das Pumpgrenzregelventil als Teil des Maschinenschutzsystems hat die Aufgabe,
bei einer Verringerung des Kompressordurchflusses unter die Stabilitätsgrenze
(Pumpgrenze) durch geregeltes Öffnen des Pumpgrenzregelventils den Durchsatz
durch den Kompressor derart groß zu halten, dass die Stabilitätsgrenze
nicht unterschritten wird. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass ein Öffnen des
Pumpgrenzregelventils bei stationärem Kompressorbetrieb dazu führt, dass
weniger Durchfluss in den Prozess fließt. Bei einer Dampf- oder Gasentspannungsturbine
werden häufig mehrere Ventile parallel installiert, die zur feinfühligen
Drehzahlverstellung gestaffelt verfahren werden. Beim Betrieb mehrerer Strömungsmaschinen
im Reihen- oder Parallelbetrieb besitzt jede Strömungsmaschine ein eigenes
Stellorgan zur Kapazitätsanpassung. Der gemeinsame Saugdruck und Enddruck von
Kompressoren im Parallelbetrieb kann durch jedes Stellorgan zur Kapazitätsanpassung
eines jeden Kompressors beeinflusst werden. Gleiches gilt für den Durchfluss
von Kompressoren im Reihenbetrieb. Erfindungsgemäß wird die Tatsache,
das die gleiche Prozessgröße durch mehr als ein Prozessstellelement beeinflusst
werden kann, dazu genutzt, einen Funktionstest von Stellelementen durchzuführen,
ohne dass die Prozessgröße selbst einer Änderung unterworfen wird.
Für einen Test des ersten Prozessstellelementes
ändert das erfindungsgemäße Testsystem über das zweite Prozessstellelement
die Prozessgröße. Dies geschieht abhängig von der Ruheposition des
ersten Prozessstellelements. Das heißt, ist beispielsweise das erste Prozessstellelement
ein Ventil, das im störungsfreien Betrieb geschlossen ist und den durch einen
Turbokompressor fließenden Durchfluss beim Öffnen verringert, so wird
durch das zweite Prozessstellelement, wie z. B. verstellbare Leitschaufeln, der
durch den Turbokompressor erzeugte Durchfluss erhöht. Die Änderung der
Prozessgröße wird durch das erste Prozessstellelement kompensiert. D.
h. bei dem gewählten Beispiel wird zur Kompensation der Durchflussänderung
das Ventil als erstes Prozessstellelement geöffnet, wodurch der von der Turbomaschine
erzeugte erhöhte Durchfluss wieder verringert wird.
Über die erfindungsgemäße Vorrichtung erfolgt durch
das Betätigen der beweglichen Teile des Prozessstellelements während des
Testlaufs eine Reinigung insbesondere der Stellen des Prozessstellelements, die
nur ein geringes Spiel aufweisen. Selbst wenn über den Testlauf lediglich ein
Teil des Gesamthubes durchfahren wird, so können doch über den Teilhubtest
wesentlich längere Wege durchfahren werden, als dies im Stand der Technik ohne
Kompensation der Testauswirkungen bisher möglich ist. Erfindungsgemäß
ist ebenso ein Verfahren zum Testen der Funktionalität eines Prozessstellelementes
einer Strömungsmaschine vorgesehen.
Die vorliegende Erfindung wird nachfolgend im Rahmen konkreter Ausführungsformen
der Erfindung anhand einiger Figuren näher erläutert. Es zeigt:
1 ein Übersichtsdiagramm einer Hochofenanlage
mit Turbokompressor;
2 ein Blockdiagramm einer ersten Ausführungsform
eines Teilhubtestsystems für Pumpgrenzregelventile;
3 ein Blockdiagramm einer zweiten Ausführungsform
eines Teilhubtestsystems für Pumpgrenzregelventile;
4 ein Blockdiagramm einer dritten Ausführungsform
eines Teilhubtestsystems für Pumpgrenzregelventile;
5 ein Blockdiagramm einer vierten Ausführungsform
eines Teilhubtestsystems für Pumpgrenzregelventile;
1 zeigt eine Anwendung des Turbokompressors
2 in einer Hochofenwindversorgung. Dem Turbokompressor 2 nach
geschaltet ist ein Pumpgrenzregelventil 5.
Das Pumpgrenzregelventil 5 hat die Aufgabe, Kompressoren
vor dem Betrieb im instabilen Arbeitsbereich durch geregeltes Öffnen zu schützen.
Wie in 1 dargestellt, ist das Pumpgrenzregelventil
5 ein auf der Druckseite des Turbokompressors 2 angeordnetes Ventil.
Das Öffnen des Pumpgrenzregelventils 5 bewirkt eine Erhöhung
des Kompressordurchflusses und damit einen Betrieb außerhalb des Pumpbereichs.
Die durch das Pumpgrenzregelventil 5 strömende Gasmenge bedeutet immer
eine Wirkungsgradeinbuße, deshalb werden Anlagen so ausgelegt, dass Pumpgrenzregelventile
im störungsfreien Betrieb des Kompressors völlig geschlossen sind und
nur bei Betriebsstörungen bzw. zum An- und Abfahren geöffnet werden. Eine
Funktionsprüfung des Pumpgrenzregelventils 5 des Turbokompressors
im Betrieb bedeutet immer eine Beeinträchtigung des Betriebsverhaltens der
Gesamtanlage. Denn das Öffnen des Pumpgrenzregelventils 5 reduziert
sich der Durchfluss zum Prozess und in dessen Folge auch der Druck im Prozess, der
dem Kompressor nach geschaltet ist. Dies gilt auch für eine nur kurzzeitige
Öffnung um einen Teilhub.
Der Turbokompressor 2 wird über eine Dampfturbine
1 angetrieben. Die Förderleistung des Kompressors wird über eine
Variation der Turbinendrehzahl oder eine Verstellung der Leitschaufeln des Turbokompressors
angepasst. Die Pumpgrenzregelung 4 ist aus dem Stand der Technik bekannt
und verhindert, dass der Kompressor beim Auftreten des Pumpens Schaden nimmt.
2 zeigt eine Vorrichtung zur Durchführung eines
Teilhubtests an einem Pumpgrenzregelventil 5 eines Turbokompressors
2. Das Teilhubtestsystem gemäß der vorliegenden Erfindung testet
das Pumpgrenzregelventil 5 derart, dass es zum Test des Pumpgrenzregelventils
dieses öffnet und die sich dadurch einstellende geringere Förderkapazität
des Kompressors durch Öffnen der Leitschaufeln 8 in Richtung höherer
Kompressorleistung kompensiert. Unabhängig von dieser konkreten Ausgestaltung
kann ein Prozessstellelement jeder Aktuator zum Ändern einer Prozessgröße
sein z. B. sind das eine Vorrichtung zum ändern der Drehzahl, eine Drosselklappe
o. ä.. Zur Kompensation des Kompressorförderleistungsverlusts infolge
des Öffnens des Pumpgrenzregelventils kann irgendein Prozessstellelement verwendet
werden, das in der Lage ist, diesen Verlust auszugleichen. In der beschriebenen
Anwendung ist die zu regelnde Prozessgröße der Durchfluss, der an einer
geeigneten Stelle gemessen wird und die Leitschaufeln automatisch verstellt.
Der durch den Kompressor geförderte Durchfluss wird über
einen Durchflussregler 9 auf den von einem Sollwertgeber für den Durchfluss
10 vorgegebenen Wert eingestellt. Der zur Regelung des
Durchflusses vorgesehene Aktuator ist vorzugsweise der Leitschaufelstellantrieb
kann aber auch eine Vorrichtung zur Änderung der Drehzahl oder eine Kombination
aus beidem sein. Das Pumpgrenzregelventil 5 ist bis zu diesem Zeitpunkt
noch geschlossen oder im Teillastbetrieb um einen festen Betrag geöffnet.
Zum Stellorganfunktionstest behält der Durchflussregler
9 intern seine letzte Ausgangsgröße bei. Ein mittels Integrator
über der Zeit veränderbares Testsignal 15 wird erzeugt. Die Differenz
aus Durchflusssollwert vom Sollwertgeber für den Durchfluss 10 und
dem Durchflussistwert von der Durchflussmessvorrichtung 7 wird dem Pumpgrenzregler
16, 17, 18, 19 aufgeschaltet, dem nun die Aufgabe
zukommt, den Durchfluss auf den Durchflusssollwert einzuregeln. Der Ausgang des
Durchflussreglers 9 wird durch additive Überlagerung des langsam kontinuierlich
ansteigenden Testsignals 15 in Richtung weiter geöffneter Leitschaufeln
und/oder höherer Drehzahl gefahren. Durch diese Steigerung der Kompressorförderleistung
steigt der Durchfluss zum Prozess. Der Durchfluss-Soll/Ist-Vergleich im Pumpgrenzregler
17 bemerkt diese Zunahme und regelt sie durch Öffnen des Pumpgrenzregelventils
über den Positionsregler 19 aus.
Durch einen Vergleich von Sollwert und Istwert der Stellung des Pumpgrenzregelventils
5 kann beobachtet werden, ob das Ventil der Sollwertvorgabe hinreichend
genau folgt. Der Ausgang der Summierstelle hinter dem Durchflussreglers
9 steigt so lange kontinuierlich an, bis sein Ausgang einen oberen Grenzwert
erreicht hat.
Das Signal wird dann kurz gehalten. Der Pumpgrenzregler
17 bekommt so Gelegenheit, die stationäre Endlage exakt zu erreichen.
Danach wird das Testsignal 15 wieder langsam bis auf null reduziert. Wenn
das Testsignal 15 den Wert null erreicht hat oder das Pumpgrenzregelventil
völlig geschlossen ist, wird der Durchflussregler wieder auf Automatikbetrieb
geschaltet und übernimmt die weitere Regelung des Anlagenbetriebs.
Sollte der Kompressor mit mehreren Pumpgrenzregelventilen ausgestattet
sein, kann dieser Test entweder derart erfolgen, dass alle Ventile gleichsinnig,
d.h. parallel angesteuert werden. Vorzugsweise wird der Test aber derart ausgeführt,
dass jedes Ventil für sich getestet wird. Dies bedeutet, dass nach Abschluss
des Tests für das erste Ventil ein gleichsinniger Test für das zweite
und jedes weitere Ventil erfolgen muss.
Die Funktion des Pumpgrenzregelventils 5 wird durch Vergleich
der Iststellung mit der Sollstellung überprüft. Bei einem intakten Ventil
weicht die gemessene Stellung nicht mehr als eine systemspezifische Ansprechschwelle
vom Sollwert ab. Dies kann z.B. in einem Vergleicher (Grenzwertüberwachung)
kontinuierlich überwacht werden. Überschreitet die Differenz einen ersten
Grenzwert 12, wird ein Alarm gegeben. Erreicht die Differenz einen zweiten
Grenzwert 20, der z.B. doppelt so hoch sein kann wie die erste Ansprechschwelle,
erfolgt ein zweiter Alarm, der den Test sofort beendet und das Bedienungspersonal
zur sofortigen Inspektion des Ventils auffordert.
Der Zusammenhang zwischen Stellungssollwert für ein oder mehrere
Pumpgrenzregelventile und gemessener Stellungsrückmeldung kann mit modernen
Leitsystemen digital aufgezeichnet und als Liniendiagramm oder x/y-Diagramm mit
Sollwert als Ordinate und Ventilstellung als Abszisse dargestellt werden.
Gemäß einer zweiten vorteilhaften Ausführungsform,
wie sie in 3 dargestellt ist, sieht die vorliegende
Erfindung eine Vorrichtung zur Vermeidung von Prozessstörungen durch adaptive
Verstellung des Pumpgrenzregelventils vor. 3 entspricht
weitgehend 2 und ist lediglich durch einen Summierer
erweitert, der mit einem Funktionsgeber 21 verbunden ist.
Die erste Ausführungsform gemäß 2
sollte ein langsam ansteigendes Testsignal verwenden, damit der Pumpgrenzregler
17 die Durchflusszunahme als Folge der Verstellung von Drehzahl und/oder
Leitschaufelstellung durch Öffnen des Pumpgrenzregelventils 5 ausregeln
kann. Eine Verbesserung dieser Ausführungsform ist gemäß
3 dadurch möglich, dass das Testsignal
15 zusätzlich dem Ausgang des Pumpgrenzreglers vorzeichengerecht aufgeschaltet
wird. Hierdurch öffnet das Pumpgrenzregelventil 5 schon, bevor der
Durchfluss tatsächlich angestiegen ist. Der Zusammenhang zwischen Drehzahl
bzw. Leitschaufelstellung und Durchfluss durch den Kompressor ist in der Regel nichtlinear,
wogegen der Zusammenhang zwischen der Stellung des Pumpgrenzregelventils und dem
Durchfluss durch das Ventil linear ist. Durch eine geeignet gewählte nichtlineare
Funktion, die am Funktionsgeber 21 einstellbar ist, kann sichergestellt
werden, dass das Pumpgrenzregelventil 5 in Abhängigkeit vom Testsignal
5 genau so weit geöffnet wird, dass sich die Zunahme des Kompressordurchflusses
durch anheben von Drehzahl und/oder Leitschaufelstellung exakt mit der Abnahme des
Durchflusses durch Öffnung des Pumpgrenzregelventils 5 überein
stimmt. Somit muss der Pumpgrenzregler 17 nicht eingreifen und der Teilhubtest
verläuft ohne nachteilige Beeinflussung des Prozesses. In den Fällen,
in denen der Zusammenhang zwischen der Stellung des Pumpgrenzregelventils und dem
Durchfluss durch dieses Ventil nichtlinear ist, kann dies durch geeignete Wahl der
nichtlinearen Funktion ebenfalls korrigiert werden.
Sollte die Kompensation der beiden Stellgrößeneingriffe
infolge nicht korrekt eingestellten Funktionsgebers 21 oder aufgrund eines
Kalibierfehlers nicht völlig gelingen, bewirkt der Pumpgrenzregler eine Korrektur
des verbleibenden Restfehlers.
Gemäß einer dritten Ausführungsform der Erfindung,
die in 4 gezeigt ist, wird, anstatt das Testsignal
15 auf den Ausgang des Pumpgrenzreglers 17 zu addieren, das Testsignal
15 auf die Regeldifferenz am Eingang des Pumpgrenzreglers 17 vorzeichengerecht
addiert. Das hat den Vorteil, dass das Ausgangssignal des Pumpgrenzreglers
17 stets mit dem Sollwert für das Pumpgrenzregelventil 5
übereinstimmt. Der Pumpgrenzregler 17 ist sozusagen immer im Eingriff.
Ferner lassen sich die Einstelldaten für den Funktionsgeber aus
den Auslegungsdaten für Kompressor 2 und Pumpgrenzregelventil
5 ermitteln. Insbesondere kann die exakte Zuordnung der Größen
beim ersten Test experimentell ermittelt und das System anschließend auf diese
Werte eingestellt werden.
In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung dieser Erfindung wird
die Differenz aus dem Testsignal und dem Ausgangssignal des Pumpgrenzreglers zu
Beginn des Tests gebildet und als virtuelle Regeldifferenz der Minimalauswahl MIN
vor dem Pumpgrenzregler aufgeschaltet. Mit steigendem Testsignal erhält der
Pumpgrenzregler eine Regeldifferenz, die das Pumpgrenzregelventil genau so weit
öffnet wie es das Testsignal verlangt. Falls das Pumpgrenzregelventil vor Beginn
des Tests bereits teilweise geöffnet war, wird dies dadurch kompensiert, dass
die Stellung des Pumpgrenzregelventils zu Beginn des Tests als Referenzwert zugrunde
gelegt wird. Sollte sich der Arbeitspunkt des Kompressors während des Tests
derart in Richtung Pumpgrenze verschieben, dass das Pumpgrenzregelventil weiter
öffnen muss als vom Testsignal vorgegeben, erfolgt ein automatischer Eingriff
des Pumpgrenzreglers durch die Minimalauswahl.
In all den Anwendungen, in denen der nichtlineare Zusammenhang zwischen
Testsignal und Durchfluss zum Prozess eine Abhängigkeit von einem weiteren
Parameter, z.B. dem Kompressorenddruck aufweist, kann die Kompensation dieses Einflusses
durch ein Kennlinienfeld kompensiert werden. Das Kennlinienfeld enthält eine
Reihe von nichtlinearen Kompensationskurven für verschiedene Drücke und
je nach gemessenem Enddruck wird die entsprechende Kurve ausgewählt.
Sollte der gemessene Druck zwischen zwei Kennlinien liegen, wird zwischen
diesen Kennlinien interpoliert.
Bei einer korrekt eingestellten adaptiven Verstellung des Pumpgrenzregelventils
kann das Testsignal beliebig schnell verstellt werden, da die Störungen des
Prozessbetriebs durch die Entkopplung vermieden werden. Allerdings ist zu beachten,
dass die Stellgeschwindigkeit der Prozessstellelemente möglicherweise begrenzt
ist. Hierauf ist Rücksicht zu nehmen, die Stellgrößen dürfen
nicht schneller verstellt werden als die Prozessstellelemente folgen können.
Gemäß einer x-ten Ausführungsform der Erfindung, wie
sie in 5 dargestellt ist, ist ein Beobachter
27 vorgesehen, der die Nachteile langsamer Prozessstellelemente kompensiert.
Die Prozessstellelemente haben teils konstruktionsbedingt, teils bewusst implementiert,
begrenzte Stellgeschwindigkeiten. Pneumatische Regelarmaturen können häufig
nicht mehr als 10% des Gesamthubs pro Sekunde zurücklegen. Pumpgrenzregelventile
und Leitschaufelstellantriebe werden bewusst in ihrer Schließgeschwindigkeit
begrenzt, um eine unzulässig schnelle Annäherung des Arbeitspunkts an
die Pumpgrenze zu verhindern. Dies ist bei der Durchführung des Teilhubtests
zu berücksichtigen, da ansonsten ein Alarm fehlerhaft ausgelöst werden
kann.
Bei Einsatz eines Beobachters 27 wird die gemessene Position
des Pumpgrenzregelventils nicht direkt mit dem Sollwert für die Position verglichen,
sondern mit der Ausgangsgröße eines Beobachters. Durch eine Drossel
23 im Zulauf 24 eines elektrohydraulischen Wandlers
22 kann ein durch Federkraft öffnendes Pumpgrenzregelventil nur mit
begrenzter Stellgeschwindigkeit schließen. Je enger der Querschnitt der Drossel
23 ist, um so langsamer schließt das Ventil.
Der Beobachter 27 ist ein dynamisches Simulationsmodell dieses
Pumpgrenzregelventils mit Stellantrieb 28. Ein derartiger Beobachter ist
z.B. in „Ein Beitrag zur digitalen Pumpschutzregelung von Turbokompressoren"
Schriftenreihe des Lehrstuhls für Regelungssysteme und Steuerungstechnik Ruhr
Universität Bochum, Heft 31 beschrieben.
Das Ausgangssignal des Beobachters 27 entspricht stets der
Stellung des Pumpgrenzregelventils 5, sofern dieses in seiner Funktion
nicht beeinträchtigt ist. Solange der Beobachter das tatsächliche Stellverhalten
des Ventils richtig simuliert und das Ventil einwandfrei arbeitet, entspricht der
Ausgang des Beobachters auch bei sprungförmiger Änderung des Ventilsollwerts
und sehr stark gedrosseltem Ölzulauf immer der tatsächlichen Ventilstellung.
Der Teilhubtest kann entweder von Hand, teilautomatisiert oder vollautomatisiert
durchgeführt werden. Bei der Durchführung von Hand wird das Testsignal
durch einen Operator von Hand vorgegeben. Die Beobachtung der Ventilrückmeldung
erfolgt ebenfalls durch den Operator. Bei einer Vollautomatisierung wird in regelmäßigen
zeitlichen Abständen der Test angestoßen und läuft danach vollautomatisch
ab. Nach Abschluss des letzten Testlaufs für das letzte Ventil wird die Testautomatik
in einen Ausgangszustand zurückgesetzt und steht damit für den nächsten
Testlauf zur Verfügung. Auch die Archivierung der Testergebnisse erfolgt vollautomatisch.
Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung kann bei
einer nicht korrekten Kompensation der Einwirkung des Testsignals auf die Prozessgroesse,
der Einfluss des Testsignals reduzieren werden, indem die Geschwindigkeit, mit der
die Testgröße verändert wird, in Abhängigkeit von der Differenz
aus Sollwert und Istwert der Prozessgröße variiert wird. Ist die Abweichung
null, wird der Test mit maximal zulässiger bzw. maximal möglicher Geschwindigkeit
durchfahren. Je größer die Abweichung zwischen Sollwert und Istwert der
Prozessgröße ist, um so langsamer wird die Prozessgröße verändert.
Im Extremfall ist es sogar möglich, das Testsignal gar nicht mehr zu verstellen
oder sogar in die entgegen gesetzte Richtung zu verstellen, bis die Differenz aus
Sollwert und Istwert der Prozessgröße wieder akzeptabel ist.
- 1
- Dampfturbine
- 2
- Kompressor
- 3
- Leitschaufelregelung mit Messung der Umschaltgeschwindigkeit (optional)
- 4
- Pumpgrenzregelung
- 5
- Pumpgrenzregelventil
- 6
- Positionsmessung
- 7
- Durchflussmessvorrichtung
- 8
- Leitschaufelstellantrieb
- 9
- Durchflussregler
- 10
- Sollwertgeber für Durchfluss
- 11
- Testsignal
- 12
- Grenzwertgeber 1
- 13
- Integrator
- 14
- Speicher (Flip-Flop)
- 15
- Test
- 16
- Pumpgrenzüberwachung
- 17
- Pumpgrenzregler
- 18
- Minimalauswahl
- 19
- Positionsregler
- 20
- Grenzwertgeber 2
- 21
- Funktionsgeber
- 22
- Elektrohydraulischer Wandler
- 23
- Drossel
- 24
- Zulauf
- 25
- Ablauf
- 26
- Ventilsollwert
- 27
- Beobachter
- 28
- Stellantrieb