Gebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Be- und Entlüften
eines Druckfluid-Versorgungssystems, mit einem automatischen Ventil, welches einen
gegen die Entlüftungsrichtung öffnenden Verschlusskörper sowie diesem
Verschlusskörper zugeordnete, diesen in Öffnungsrichtung belastende Betätigungsmittel
umfasst, die von einem auf den Verschlusskörper einwirkendem Druckfluid überdruckbar
sind.
Hintergrund der Erfindung
Druckfluid-Versorgungssysteme, insbesondere ölhydraulische Versorgungssysteme
zur Schaltölbereitstellung für Verbrennungsmotoren, müssen, um eine
einwandfreie Funktion zu gewährleisten, luftfrei, also vollständig mit
inkompressiblem Druckfluid gefüllt sein. Im Allgemeinen wird das Drucköl
derartiger Versorgungssysteme von einer Ölpumpe bereitgestellt, die vom Verbrennungsmotor
selbst angetrieben werden.
Nach dem Abstellen des Verbrennungsmotors und damit auch der Ölpumpe
nimmt der Druck im Versorgungssystem infolge einer Abkühlung des Öls und
einer damit einhergehenden Reduzierung des Ölvolumens ab, und es kommt zu einer
Luftansaugung, beispielsweise über Leckstellen im Versorgungssystem oder bei
den druckölbetätigten Aggregaten. Die angesaugte Luft muss beim erneuten
Start des Verbrennungsmotors aus dem Versorgungssystem entfernt werden. Dies erfolgt
üblicherweise über am höchsten Punkt des Versorgungssystems, wo sich
die angesaugte Luft vorwiegend sammelt, angeordnete Entlüftungsventile. Damit
die beim Stillsetzen des Verbrennungsmotors vom Versorgungssystem angesaugte Luft
sich gezielt in dem Bereich befindet, in dem das Entlüftungsventil angeordnet
ist, ist dieses im Allgemeinen gleichzeitig auch als Belüftungsventil ausgebildet,
welches manuell geöffnet wird oder sich automatisch öffnet.
Durch die CH 301104 ist bereits
ein automatisches Ventil der im Oberbegriff des Anspruchs 1 genannten Art zur Be-
und Entlüftung von Rohrleitungen bekannt, bei welchem der etwa tellerartig
ausgebildete Verschlusskörper durch sein Eigengewicht in Öffnungsrichtung
derart belastet ist, dass das Ventil im drucklosen Zustand der Rohrleitung geöffnet
ist. Eine in Schließrichtung auf den Verschlusskörper wirkende Feder oder
– in einer anderen Ausgestaltung – ein Gegengewicht ist so ausgelegt,
dass sich das Ventil bei druckloser Leitung auf einen Teilhub einstellt. Wenn die
Leitung wieder mit Wasser gefüllt wird, dann kann die durch einströmendes
Wasser verdrängte Luft durch das geöffnete Ventil entweichen. Wenn alle
Luft aus der Druckleitung verdrängt ist, trifft Wasser auf das Ventil. Die
damit verbundene Druckzunahme bewirkt dann ein Schließen des Ventils.
Ein grundsätzlicher Nachteil dieses bekannten Ventils wird darin
gesehen, dass der Verschlusskörper durch sein Eigengewicht in seine Öffnungsstellung
verstellt wird, was bedeutet, dass dieses Ventil im Wesentlichen nur in der in der
dortigen Zeichnung dargestellten senkrechten Stellung mit nach unten öffnendem
Verschlusskörper eingebaut werden kann. Abweichungen von dieser senkrechten
Stellung führen dazu, dass gegebenenfalls nur noch eine Komponente der Gewichtskraft
in Öffnungsrichtung wirkt, womit sich auch die in der Patentschrift erwähnte
genaue Abstimmung auf die in Schließrichtung wirkende Feder bzw. das Gegengewicht
und damit die Funktion des Ventils verändert. Aus diesem Grund ist das bekannte
Ventil nur für den stationären Einsatz, nicht jedoch beispielsweise für
Verbrennungsmotoren von Kraftfahrzeugen verwendbar.
Da der Verschlusskörper und die in Schließrichtung wirkende
Feder bzw. das Gegengewicht ein Schwingungssystem bilden, besteht außerdem
die Gefahr von Vibrationen im Betrieb. Aus diesem Grund ist das bekannte Ventil
mit einem aufwendigen hydraulischen Dämpfungssystem zum Dämpfen der Schließbewegung
ausgestattet, wodurch dieses Ventil konstruktiv und baulich sehr aufwendig ist sowie
einen großen Einbauraumbedarf hat.
Aufgabe der Erfindung
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zum Be-
und Entlüften eines Druckfluid-Versorgungssystems zu schaffen, welche konstruktiv
und baulich einfach ist und beliebige Einbaustellungen zulässt.
Zusammenfassung der Erfindung
Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, dass durch eigengewichtsunabhängige
Betätigungsmittel zum Öffnen des Verschlusskörpers sowohl eine bauliche
Vereinfachung als auch die Nutzungsform realisierbar ist, das Ventil in beliebiger
räumlicher Lage einzubauen und damit für den nichtstationären Betrieb
beispielsweise in Fahrzeugen einsetzbar zu machen.
Die Erfindung geht daher aus von einer Vorrichtung zum Be- und Entlüften
eines Druckfluid-Versorgungssystems, mit einem automatischen Ventil, welches einen
gegen die Entlüftungsrichtung öffnenden Verschlusskörper sowie diesem
Verschlusskörper zugeordnete, diesen in Öffnungsrichtung belastende Betätigungsmittel
umfasst, die von einem auf den Verschlusskörper einwirkenden Druckfluid überdruckbar
sind. Dabei ist erfindungsgemäß vorgesehen, dass der
Verschlusskörper durch Federmittel belastet ist, deren Auslegungs-Federkraft
größer als eine durch einen ausströmenden Luftstrom auf den Verschlusskörper
aufgebrachte und gegebenenfalls durch eine in Schließrichtung wirkende Gewichtskomponente
des Verschlusskörpers erzeugte Gegenkraft ist.
Die Federmittel sind so ausgelegt, dass sich das Ventil bei einem
Druckabfall im Versorgungssystem öffnet und damit eine gezielte Belüftung
im Bereich des Ventils gewährleistet ist, und während der Entlüftungsphase,
in der der Verschlusskörper von der Luftströmung beaufschlagt wird, zunächst
geöffnet bleibt und erst dann schließt, wenn der Verschlusskörper
vom erneut unter Druck gesetzten Druckfluid beaufschlagt wird.
Die Auslegung der Federmittel ist zudem so getroffen, dass beispielsweise
auch bei einem senkrechten Einbau des Ventils mit einer nach unten gerichteten Öffnungsbewegung
des Verschlusskörpers dessen Gewicht von den Federmitteln aufgenommen wird,
so dass die oben beschriebene Funktion des Ventils auch bei dieser Einbaulage gewährleistet
ist.
Das erfindungsgemäße Ventil kann im Aufbau sehr einfach
ausgebildet sein. Es umfasst beispielsweise ein mit einer Eingangsöffnung und
einer Ausgangsöffnung ausgestattetes Ventilgehäuse mit einem darin zwischen
einer an einem Ventilsitz anliegenden Schließstellung und einer davon abgehobenen,
durch einen Anschlag definierten Öffnungsstellung vorzugsweise frei beweglich
Verschlusskörper.
Eine besonders einfache konstruktive Ausgestaltung sieht vor, dass
das Ventilgehäuse im Wesentlichen die Form eines Kreiszylinders hat, an dessen
einen Stirnseite die Eingangsöffnung und an dessen anderen Stirnseite die Ausgangsöffnung
ausgebildet ist.
In einer bevorzugten konstruktiven Weiterbildung ist dabei vorgesehen,
dass der Kreiszylinder in Entlüftungsrichtung nacheinander angeordnet einen
ersten Abschnitt größeren Durchmessers und einen zweiten Abschnitt kleineren
Durchmessers hat, dass der Verschlusskörper im ersten Abschnitt in Richtung
der Zylinderachse beweglich angeordnet ist und mit einem im Übergangsbereich
zwischen erstem und zweitem Abschnitt ausgebildeten Ventilsitz zusammenwirkt, und
dass die Federmittel eine Schrauben-Druckfeder umfassen, die zwischen dem Verschlusskörper
und einem an der Innenwand des zweiten Abschnittes ausgebildeten Innenbund angeordnet
ist.
Der Verschlusskörper ist vorzugsweise eine Kugel, die in einem
im ersten Abschnitt angeordneten Führungskäfig geführt ist, wobei
der die Öffnungsstellung des Ventils definierende Anschlag an der Innenwand
des Führungskäfigs ausgebildet ist.
Eine bevorzugte Einbauanordnung des erfindungsgemäßen Ventils
sieht vor, dass das kreiszylindrische Ventilgehäuse in zumindest annähernd
senkrechter Lage mit nach oben weisender Eingangsöffnung in eine Bodenwand
einer druckfluidführenden Versorgungsleitung oder dergleichen eingebaut ist,
derart, dass das Ventilgehäuse nach oben in die Leitung hineinragt, und dass
die Anschlussleitungen für an das Versorgungssystem angeschlossene Verbraucher
parallel zu dem Ventil an die Bodenwand der Leitung angeschlossen sind. Auf diese
Weise bildet das Ventil eine Art Überlaufstutzen, welcher in dem Behälter
einen bestimmten, durch die Höhe der Eingangsöffnung des Ventils über
der Bodenwand des Behälters definierten Druckfluid-Pegelstand gewährleistet,
so dass beim erneuten Anlauf des Systems von Anfang an eine Versorgung der mit Drucköl
zu versorgenden Aggregate sichergestellt ist.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
Die Erfindung wird im Folgenden anhand der beiliegenden Zeichnung
an einer Ausführungsform näher erläutert. Darin zeigt
1 schematisch einen Querschnitt durch ein Gehäuse
mit einer druckfluidführenden Leitung und einem in diese eingebauten Be- und
Entlüftungsventil, und
2 einen Längsschnitt durch das Gehäuse der
1.
Detaillierte Beschreibung der Zeichnung
In einem Gehäuse 2, welches beispielsweise Teil eines
Drucköl-Versorgungssystems für einen Verbrennungsmotor ist, befindet sich
eine Versorgungsleitung 4, von der aus über Anschlussleitungen
6, 8 mit Drucköl zu versorgende, nicht dargestellte Aggregate
versorgt werden. Die Versorgungsleitung 4 ist im Bereich ihrer Bodenwand
10 mit einer Entlüftungsbohrung 12 versehen, in die ein als
Ganzes mit 14 bezeichnetes Ventil fluiddicht eingesetzt ist.
Das Ventil 14 umfasst ein im Wesentlich kreiszylinderförmiges
Ventilgehäuse 16, an dessen oberen Stirnseite eine Eingangsöffnung
18 und an dessen unteren Seite eine Ausgangsöffnung 20 ausgebildet
ist. Das Ventilgehäuse 16 weist einen oberen, ersten Abschnitt
22 größeren Durchmessers und einen unteren, zweiten Abschnitt
24 kleineren Durchmessers auf. An der Innenwand des Ventilgehäuses
16 im Übergang vom ersten Abschnitt 22 zum zweiten Abschnitt
24 ist ein Ventilsitz 26 ausgebildet.
Im Ventilgehäuse 16 ist ein Führungskäfig
28
angeordnet, in welchem ein in Richtung der Zylinderachse
30 des Ventils frei beweglicher, kugelförmiger Verschlusskörper
32 geführt ist. Der Verschlusskörper 32 ist zwischen
einer am Ventilsitz 26 anliegenden Schließstellung und einer davon
abgehobenen, durch einen an der Innenwand des Führungskäfigs
28 ausgebildeten Anschlag 34 definierten Öffnungsstellung
beweglich.
Der Verschlusskörper 32 wird im drucklosen Zustand des
Versorgungssystems bzw. der Versorgungsleitung 4 durch Federmittel
36 in seine Öffnungsstellung gehalten. Die Federmittel 36
sind im vorliegenden Ausführungsbeispiel durch eine Schrauben-Druckfeder gebildet,
die sich an einem an der Innenwand des zweiten Abschnittes 24 ausgebildeten
Innenbund 38 abstützt.
Die Funktion des Ventils 14 ist wie folgt beschrieben:
Im drucklosen Zustand des Versorgungssystems bzw. der Versorgungsleitung
4 wird der Verschlusskörper 32 durch die in Öffnungsrichtung
wirkenden Federmittel 36 in seiner in den Figuren dargestellten, am Anschlag
34 anliegenden Öffnungsstellung gehalten. Wenn das Versorgungssystem
wieder unter Druck gesetzt wird, wird zunächst die im oberen Bereich der Versorgungsleitung
4 angesammelte Luft über die Eingangsöffnung 18, das
Ventilgehäuse 16 und die Ausgangsöffnung 20 in Richtung
der dargestellten Pfeile aus der Versorgungsleitung 4 und dem Ventil ausgeschoben.
Die dabei durch die ausströmende Luft auf den Verschlusskörper
32 ausgeübte Kraft und das Gewicht des Verschlusskörpers
32 reichen nicht aus, um die Federmittel 36 zusammenzudrücken
und den Verschlusskörper 32 an den Ventilsitz 26 anzulegen.
Wenn die im System vorhandene Luft ausgestoßen ist und Drucköl
auf den Verschlusskörper 32 trifft, wird dieser infolge des höheren
Druckes an den Ventilsitz 26 angelegt, so dass das Ventil sich schließt.
Wenn der Druck in der Versorgungsleitung 4 nach dem Abstellen
des Verbrennungsmotors wieder abfällt und das Drucköl infolge Abkühlung
schrumpft, öffnet das Ventil 14 wieder, so dass das System gezielt
an dieser Stelle belüftet wird.
Wie die Figuren erkennen lassen, ist das Ventilgehäuse
16 so in die Versorgungsleitung 4 eingebaut, dass es nach oben
möglichst weit in diese hineinragt und so einen bestimmten Pegelstand in der
Versorgungsleitung 4 sicherstellt, so dass beim erneuten Anlauf des Systems
bei Förderbeginn der Druckfluid-Pumpe eine Versorgung der an die Anschlussleitungen
6, 8 angeschlossenen Aggregate sichergestellt ist.
- 2
- Gehäuse
- 4
- Versorgungsleitung
- 6
- Anschlussleitung
- 8
- Anschlussleitung
- 10
- Bodenwand
- 12
- Entlüftungsbohrung
- 14
- Ventil
- 16
- Ventilgehäuse
- 18
- Eingangsöffnung
- 20
- Ausgangsöffnung
- 22
- Erster Abschnitt
- 24
- Zweiter Abschnitt
- 26
- Ventilsitz
- 28
- Führungskäfig
- 30
- Zylinderachse
- 32
- Verschlusskörper
- 34
- Anschlag
- 36
- Federmittel
- 38
- Innenbund