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Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Optimierung und Herstellung von Brillengläsern für Brillenglaspaare zur Korrektur der Anisometropie eines Brillenträgers.

Ferner bezieht sich die Erfindung auf ein Computerprogrammerzeugnis, ein Speichermedium, eine Vorrichtung zum Durchführen des Verfahrens, sowie ein Brillenglaspaar und dessen Verwendung zur Korrektur der Anisometropie eines Brillenträgers.

Beim Blicken durch eine Brille führt das Augenpaar ständig Blickbewegungen aus, wodurch sich die Durchblickpunkte innerhalb der Brillengläser verlagern. Blickt das Augenpaar durch zwei Stellen in beiden Brillengläsern, welche verschiedene prismatische Nebenwirkungen erzeugen, wird eine künstliche Heterophorie erzeugt und die Fusion beansprucht.

Liegt eine Anisometropie (d.h. eine ungleiche Fernpunktrefraktion beider Augen) vor, unterscheiden sich die Brillengläser in ihrer Wirkung. Wenn das Augenpaar gleichsinnige Blickbewegungen hinter der Brille ausführt, so ergeben sich – im Gegensatz zu einer Brille mit rechts und links gleicher Wirkung – verschiedene prismatische Nebenwirkungen in dem linken und dem rechten Durchblickpunkt, welche die Fusion bzw. das Binokularsehen belasten.

Die prismatischen Imbalanzen, welche als die Differenz der prismatischen Wirkungen in den korrespondierenden Durchblickpunkten des rechten und des linken Brillenglases definiert sind, nehmen mit der Zunahme des Blickwinkels stark zu, da die prismatische Nebenwirkung in erster Näherung nach der so genannten Prentice-Formel vom Blickwinkel (Entfernung c vom optischen Mittelpunkt) und der optischen Wirkung D abhängen: &Dgr;P = c·(DR – DL)(1) wobei DR die dioptrische Wirkung des rechten Brillenglases und DL die dioptrische Wirkung des linken Brillenglases bezeichnet.

Bei Einstärkenbrillengläsern ist es zumindest möglich, im Hauptdurchblickpunkt sowohl die prismatische Wirkung als auch den Brechwert und den Astigmatismus optimal einzustellen. Bei progressiven Brillengläsern (Gleitsichtgläsern) hingegen ist dies nicht mehr in den Bezugspunkten (Fern- und Nahbezugspunkt) möglich, da diese außerhalb der optischen Mitte liegen.

Um diesem Problem entgegenzutreten, wurden daher progressive Brillengläser oftmals mit einem so genannten Slab-Off-Schliff versehen. Hierbei wird bei einem Brillenglas entlang einer horizontalen Linie, welche in der Regel durch den optischen Mittelpunkt verläuft, die Fläche verkippt. Die prismatische Wirkung in der oberen Hälfte des Brillenglases (d.h. oberhalb der horizontalen Linie) kann somit anders als in der unteren Hälfte des Brillenglases (d.h. unterhalb der horizontalen Linie) eingestellt werden, so daß ein Abgleich der prismatischen Wirkung rechts und links erfolgen kann.

Dieses Verfahren weist allerdings den Nachteil auf, daß entlang der horizontalen Linie aufgrund der Unstetigkeit in der ersten Ableitung ein Bildsprung auftritt. Ein weiterer Nachteil liegt darin, daß die Trennlinie sichtbar und damit kosmetisch ungünstig ist. Zusätzlich läßt sich mit dieser Methode nur eine Korrektur der vertikalen prismatischen Komponente in einem Punkt erzielen.

Bei der Optimierung herkömmlicher progressiver Brillengläser ist vorgeschlagen worden, das Binokularsehen durch eine Minimierung der Differenz der Abbildungsfehler zweier Ordnung (d.h. der Brechwert bzw. die Refraktionsfehler und die astigmatischen Fehler) in den korrespondierenden Durchblickpunkten des rechten und des linken Brillenglases zu verbessern. Ein solches Verfahren wird z.B. in WO 01/46744 beschrieben.

Es ist eine Aufgabe der Erfindung, die binokularen Eigenschaften von Brillengläsern zur Korrektur einer Anisometropie zu verbessern.

Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren zur Herstellung eines Brillenglases mit den Merkmalen des Anspruchs 1, ein Computerprogrammerzeugnis mit den Merkmalen des Anspruchs 15, ein Speichermedium mit den Merkmalen des Anspruchs 16, eine Vorrichtung zur Herstellung eines Brillenglases mit den Merkmalen des Anspruchs 17, ein Brillenglaspaar mit den Merkmalen des Anspruchs 18 und eine Verwendung eines Brillenglaspaares mit den Merkmalen des Anspruchs 25, gelöst. Bevorzugte Ausführungsbeispiele sind in den abhängigen Ansprüchen definiert.

Erfindungsgemäß ist erkannt worden, daß insbesondere das aus WO 01/46744 bekannte Verfahren nicht dazu geeignet ist, erhebliche Verbesserungen des Binokularsehens beim Vorliegen einer Anisometropie zu erzielen.

Insbesondere ist erfindungsgemäß erkannt worden, daß herkömmliche Verfahren (wie z.B. in der WO 01/46744 beschrieben) zwar dazu führen, daß die astigmatische Abweichung und die Refraktionsfehler in den korrespondierenden Durchblickstellen bzw. Durchblickpunkten der beiden Brillengläser eines Brillenglaspaares ungefähr gleich sind und ein Brillenträger somit zwei gleich scharfe Bilder sieht, jedoch werden die durch das rechte und linke Brillenglas erzeugten Bilder aufgrund der unterschiedlichen prismatischen Wirkungen in der Regel als Doppelbild gesehen.

Die Erfindung bricht mit der herkömmlichen Vorgehensweise. Gemäß der Erfindung wird vorgeschlagen, statt der Differenz der Refraktionsfehler und der astigmatischen Fehler die Differenz der prismatischen Wirkungen zu minimieren. Um dies zu erreichen werden gemäß der Erfindung die prismatischen Wirkungen bei der Optimierung in die Zielfunktion aufgenommen. Dabei wird bewußt in Kauf genommen, daß die durch das rechte und das linke Brillenglas erzeugten Bilder aufgrund der auftretenden Refraktionsfehler und astigmatischen Fehler nicht mehr gleich scharf gesehen werden. Gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren ist es sogar möglich, daß in den Hauptdurchblickpunkten der beiden Brillengläser keine Vollkorrektur mehr vorliegt. Der Hauptdurchblickpunkt eines Brillenglases kann nach der Bezugspunktforderung mit dem Konstruktionsbezugspunkt, optischen Mittelpunkt oder Anpaßpunkt zusammenfallen.

Überaschenderweise hat sich herausgestellt, daß trotz einer solchen Verschlechterung der Abbildungsqualität des durch das jeweilige Brillenglas erzeugten Bildes, das binokulare Sehen und somit die Verträglichkeit und Akzeptanz des Brillenglaspaares erheblich verbessert werden.

Gemäß der Erfindung wird ein Verfahren zur Optimierung und Herstellung eines Brillenglases vorgeschlagen, welches einen Optimierungs- bzw. Berechnungsschritt zumindest einer der Flächen des Brillenglases unter Berücksichtigung einer Anisometropie D der Augen eines Brillenträgers umfaßt,

wobei der Berechnungs- bzw. Optimierungsschritt derart erfolgt, daß eine Zielfunktion F minimiert wird:

wobei:
PR(i)
eine tatsächliche prismatische Wirkung an der i-ten Bewertungsstelle des Brillenglases;
PL(i)
eine prismatische Referenzwirkung an der i-ten Bewertungsstelle des Brillenglases;
Psoll(i)
einen Sollwert der Differenz &Dgr;P der tatsächlichen prismatischen Wirkung PR(i) und der prismatischen Referenzwirkung PL(i) an der i-ten Bewertungsstelle des Brillenglases; und
gPi
eine Gewichtung der prismatischen Wirkung an der i-ten Bewertungsstelle des Brillenglases
bezeichnen;

und wobei die prismatische Referenzwirkung PL(i) die (tatsächliche) prismatische Wirkung in einem der i-ten Bewertungsstelle korrespondierenden Durchblickpunkt eines zweiten Brillenglases ist und das Brillenglas und das zweite Brillenglas ein Brillenglaspaar zur Korrektur der Anisometropie des Brillenträgers bilden.

Die prismatische Wirkung umfaßt die prismatische Nebenwirkung des Brillenglases und gegebenenfalls das verordnete Prisma und/oder das Dickenreduktionsprisma (vgl. EN ISO 8980-2). Die prismatische Nebenwirkung kann in einer ersten Annäherung nach der Prentice-Regel berechnet werden (vgl. Formel 1).

Die i–te Bewertungsstelle bezieht sich auf den jeweiligen Durchstoßpunkt des jeweiligen Hauptstrahls mit der Vorder- bzw. Rückfläche des zu optimierenden Brillenglases. Der Index i dient dazu, die verschiedenen Hauptstrahlen zu indizieren, die im Falle einer Optimierung nacheinander zur Berechnung der Zielfunktion herangezogen werden.

Vorzugsweise werden die den i-ten Bewertungsstellen korrespondierenden Durchblickpunkte des zweiten Brillenglases mittels Ray-Tracing unter Annahme der Orthotropie in Gebrauchsstellung des zu optimierenden Brillenglases und des zweiten Brillenglases vor den Augen des Brillenträgers berechnet.

Insbesondere werden dabei der Verlauf eines ersten Hauptstrahls und die zugehörige Wellenfront berechnet. Der erste Hauptstrahl wird vorzugsweise als derjenige Strahl definiert, welcher vom Augendrehpunkt des ersten (beispielsweise rechten) Auges durch einen Durchstoßpunkt auf der Vorder- oder Rückfläche des zu optimierenden (beispielsweise rechten) Brillenglases zu einem vorgegebenen Objektpunkt verläuft. Der Durchstoßpunkt des ersten Hauptstrahls mit der Vorder- oder Rückfläche des zu optimierenden Brillenglases stellt die i-te Bewertungsstelle dar. Die Berechnung der Wellenfront erfolgt vorzugsweise mittels Wavefront-Tracing.

Anschließend wird der Verlauf eines zweiten Hauptstrahls unter Annahme schneidender Fixierlinien (Orthotropie) iteriert und anschließend die dem zweiten Hauptstrahl zugehörige Wellenfront berechnet. Der zweite Hauptstrahl ist vorzugsweise als derjenige Strahl definiert, welcher durch den vorgegebenen Objektpunkt, das zweite (beispielsweise linke) Brillenglas und den Augendrehpunkt des zweiten (beispielsweise linken) Auges verläuft.

Der Durchstoßpunkt des zweiten Hauptstrahls mit der Vorder- oder Rückfläche des zweiten Brillenglases stellt den der i-te Bewertungsstelle korrespondierenden Durchblickpunkt des zweiten Brillenglases dar.

Aus den Daten der Wellenfront können jeweils die astigmatische Abweichung und der Refraktionsfehler der Wellenfront an der i-ten Bewertungsstelle des zu optimierenden Brillenglases und die astigmatische Abweichung und der Refraktionsfehler im korrespondierenden Durchblickpunkt des zweiten Brillenglases ermittelt werden. Die astigmatische Abweichung stellt die Differenz des tatsächlichen Astigmatismus des Brillenglases und des geforderten (Soll-) Astigmatismus dar. Ebenfalls stellt der Refraktionsfehler die Differenz des tatsächlichen Brechwerts des Brillenglases und des geforderten (Soll-) Brechwerts dar.

Die astigmatische Differenz stellt die Differenz (nach der Methode der schief gekreuzten Zylinder bzw. Kreuzzylindermethode wie z.B. in US 2003/0117578 beschrieben) der so berechneten astigmatischen Abweichungen des zu optimierenden Brillenglases und des zweiten Brillenglases dar. Nach der Kreuzzylindermethode wird der Unterschied in dem Zylinder bzw. Astigmatismus des linken und des folgendermaßen berechnet werden:

wobei:
zylR
den Betrag des Zylinders des rechten Brillenglases;
AR
die Achslage des Zylinders des rechten Brillenglases;
zylL
den Betrag des Zylinders des linken Brillenglases;
AL
die Achslage des Zylinders des linken Brillenglases
zylDif
den Betrag des resultierenden Zylinders; und
ADDif
die Achslage des resultierenden Zylinders
darstellt.

Das Refraktionsgleichgewicht stellt den Absolutbetrag der Differenz der mittleren Wirkungen des zu optimierenden Brillenglases und des zweiten Brillenglases dar.

Die vertikale Prismendifferenz ergibt sich, indem die augenseitigen Hauptstrahlen in die Zyklopenaugenebene projiziert werden und der Winkel zwischen den Geraden in cm/m ausgedrückt wird. Die Zyklopenaugenebene ist die Ebene, welche durch den Punkt in der Mitte der Gerade, welche die Augendrehpunkten der beiden Augen verbindet, geht und senkrecht zu dieser Gerade steht. Die beiden Augen können durchschnittliche Modelaugen (z.B. Gulistrandaugen) sein, welche in einer durchschnittlichen Gebrauchsstellung angeordnet sind (z.B. nach DIN 58 208 Teil 2). Alternativ können die beiden Augen Modelaugen sein, welche den individuellen Parametern eines Brillenträgers Rechnung tragen, und in einer vorgegebenen (individuellen) Gebrauchsstellung angeordnet sind. Hinsichtlich der Definition des Zyklopenauges bzw. der Zyklopenaugekoordinaten wird ferner auf das Lehrbuch "Refraktionsbestimmung" von Heinz Diepes, 3. Auflage DOZ Verlag, Heidelberg 2004, Seiten 74 bis 75 sowie auf das Lehrbuch "Einokular Vision and Stereopsis" von Ian P. Howard, Brian J. Rogers, Oxford University Press, 1995, Seiten 38 bis 39, Seite 560 verwiesen.

Das zu optimierende Brillenglas und das zweite Brillenglas (bzw. das zu optimierende Brillenglaspaar) können in einer vorgegebenen oder vorgebbaren Gebrauchssituation vor den Augen eines durchschnittlichen oder eines bestimmten (individuellen) Brillenträgers angeordnet werden.

Eine durchschnittliche Gebrauchssituation (wie in DIN 58 208 Teil 2 definiert) kann durch:

  • – Parameter eines Standardauges, wie z.B. dem sogenannten Gullstrand-Auge eines Brillenträgers (Augendrehpunkt, Eintrittspupille, und/oder Hauptebene, etc.);
  • – Parameter einer Standardgebrauchsstellung bzw. Anordnung des Brillenglaspaares vor den Augen des Brillenträgers (Fassungsscheibenwinkel, Vorneigung, Hornhautscheitelabstand, etc.); und/oder
  • – Parameter eines Standardobjektmodells bzw. Standardobjektentfernung
charakterisiert werden.

Die folgenden numerischen Parameter charakterisieren beispielsweise eine durchschnittliche Gebrauchssituation:

  • Hornhautscheitelabstand (HSA) = 15,00 mm;
  • Vorneigung = 8,0 Grad;
  • Fassungsscheibenwinkel = 0,0 Grad;
  • Pupillendistanz = 63,0 mm;
  • Augendrehpunktabstand e = 28,5mm;
  • Objektabstandmodell: unendlicher Objektabstand im oberen Abschnitt des Brillenglases, welcher fließend in einen Objektabstand von –2,6 dpt bei x = 0 mm, y = –20 mm übergeht.

Bei der Berechnung des Verlaufs des jeweiligen Hauptstrahls und der zugehörigen Wellenfront können jedoch individuelle Parameter des Auges bzw. der Augen eines bestimmten Brillenträgers (Augendrehpunkt, Eintrittspupille, und/oder Hauptebene, etc.), der individuellen Gebrauchsstellung bzw. Anordnung vor den Augen des Brillenträgers (Fassungsscheibenwinkel, Vorneigung, Hornhautscheitelabstand, etc.) und/oder des individuellen Objektentfernungsmodells berücksichtigt werden.

Dabei ist es möglich, die Rezeptdaten der beiden Brillengläser des Brillenglaspaares und/oder die individuellen Daten des Brillenträges, der Gebrauchsstellung und/oder des Objektmodells vorzugsweise per Datenfernübertragung bzw. „online" an eine erfindungsgemäße Vorrichtung zur Herstellung eines Brillenglases zu übermitteln. Die Optimierung des Brillenglases unter Berücksichtigung der Anisometropie des Brillenträgers erfolgt aufgrund der übermittelten, Rezeptdaten und/oder individuellen Daten.

Die erfindungsgemäße Optimierung des Brillenglases kann vorzugsweise monokular erfolgen. Dabei wird lediglich ein Brillenglas zu einem vorgegebenen zweiten Brillenglas iterativ optimiert.

Die Daten des zweiten Brillenglases (Dicke, Pfeilhöhen der Vorder- und der Rückfläche und/oder lokale Krümmungen), welche bei der Berechnung des Verlaufs des Hauptstrahls und der zugehörigen Wellenfront berücksichtigt werden, können theoretische Daten sein, welche sich auf ein Referenz-Brillenglas mit den für die Korrektur des Refraktionsdefizits erforderlichen Rezeptwerten (d.h. mit den vorgegebenen sphärischen, zylindrischen, progressiven und/oder prismatischen Wirkungen) beziehen.

Es ist jedoch möglich, daß die Daten des Brillenglases durch Vermessung der Pfeilhöhen der Vorder- und oder der Rückfläche beispielsweise mittels Abtastvorrichtungen oder einem Interferometer gewonnen werden. Die Vermessung erfolgt vorzugsweise in Punkten eines Rasters, welche in einem vorgegebenen Abstand liegen. Die vollständige Fläche kann nachfolgend z.B. mittels Spline-Funktionen rekonstruiert werden. Dadurch wird ermöglicht, daß etwaige herstellungsbedingte Abweichungen der Pfeilhöhen ebenfalls bei der Berechnung bzw. Optimierung des Brillenglases berücksichtigt werden können. Die Meßdaten des zweiten Brillenglases können ebenfalls per Datenfernübertragung („online") an eine erfindungsgemäße Vorrichtung zur Herstellung eines Brillenglases übermittelt werden.

Selbstverständlich ist es möglich, daß die beiden Brillengläser eines Brillenglaspaares zur gemeinsamen Verwendung in einer Brille zur Korrektur einer Anisometropie nach dem erfindungsgemäßen Verfahren unter Berücksichtigung der durch die Anisometropie bedingten prismatischen Imbalanzen iterativ optimiert werden.

Vorzugsweise ist eine der beiden Flächen des zu optimierenden Brillenglases, welche vorzugsweise die objektseitige Vorderfläche ist, eine einfache rotationssymmetrische Fläche. Die Optimierung des Brillenglases umfaßt eine Flächenoptimierung der gegenüberliegenden Fläche, welche vorzugsweise die augenseitige Rückfläche ist, so daß die obengenante Zielfunktion minimiert wird. Die so optimierte Fläche ist in der Regel eine nicht rotationssymmetrische Fläche, z.B. eine asphärische, eine atorische oder eine progressive Fläche.

Vorzugsweise erfolgt der Berechnungs- bzw. Optimierungsschritt derart, daß die Differenz der vertikalen prismatische Wirkung und der vertikalen prismatischen Referenzwirkung in der Zielfunktion F berücksichtigt wird:

wobei:
P&ngr;R(i)
eine tatsächliche vertikale prismatische Wirkung an der i-ten Bewertungsstelle des Brillenglases;
P&ngr;L(i)
eine vertikale prismatische Referenzwirkung an der i-ten Bewertungsstelle des Brillenglases;
P&ngr;soll(i)
einen Sollwert der Differenz &Dgr;P&ngr; der vertikalen prismatischen Wirkung und der vertikalen prismatischen Referenzwirkung an der i-ten Bewertungsstelle des Brillenglases; und
gP&ngr;i
eine Gewichtung der vertikalen prismatischen Wirkung an der i-ten Bewertungsstelle des Brillenglases
bezeichnen.

Die vertikale prismatische Wirkung wird als die jeweilige vertikale Komponente der prismatischen Wirkung definiert.

Unser visuelles System ist insbesondere gegenüber vertikalen prismatischen Imbalanzen bzw. Differenzen der prismatischen Wirkungen in den korrespondierenden Durchblickpunkten des rechten und des linken Brillenglases einer Brille sehr empfindlich. So ist bei einem Wert der Differenz der vertikalen prismatischen Wirkungen von 0,5 cm/m die Fusion der durch das rechte und linke Brillenglas erzeugten Bilder erheblich beeinträchtigt, so daß die beiden Bilder nicht mehr als ein binokulares Einfachbild gesehen werden können.

Vorteilhafterweise erfolgt daher die erfindungsgemäße Optimierung derart, daß die durch die Anisometropie bedingten vertikalen prismatischen Imbalanzen so klein wie möglich, vorzugsweise unter 1,0 cm/m besonders bevorzugt unter 0,5 cm/m zumindest in einem kreisförmigen Bereich mit einem Durchmesser von 10 mm, vorzugsweise 15 mm um den Hauptdurchblickpunkt des zu optimierenden Brillenglases gehalten werden.

Weiter bevorzugt erfolgt der Berechnungs- bzw. Optimierungsschritt derart, daß zusätzlich die Differenz der horizontalen prismatischen Wirkung und der horizontalen prismatischen Referenzwirkung in der Zielfunktion F berücksichtigt wird:

wobei:
PhR(i)
eine tatsächliche horizontale prismatische Wirkung an der i-ten Bewertungsstelle des Brillenglases;
PhL(i)
eine horizontale prismatische Referenzwirkung an der i-ten Bewertungsstelle des Brillenglases;
Phsoll(i)
einen Sollwert der Differenz der horizontalen prismatischen Wirkung und der horizontalen prismatischen Referenzwirkung an der i-ten Bewertungsstelle des Brillenglases; und
gPhi
eine Gewichtung der horizontalen prismatischen Wirkung Ph an der i-ten Bewertungsstelle des Brillenglases
bezeichnen.

Vorzugsweise erfolgt die erfindungsgemäße Optimierung derart, daß die durch die Anisometropie bedingten horizontalen prismatischen Imbalanzen so klein wie möglich, vorzugsweise unter 2 cm/m zumindest in einem kreisförmigen Bereich mit einem Durchmesser von 10 mm, vorzugsweise 15 mm um den Hauptdurchblickpunkt des zu optimierenden Brillenglases gehalten werden Die horizontale prismatische Wirkung wird als die horizontale Komponente der prismatischen Wirkung definiert.

Vorzugsweise erfolgt der Berechnungs- bzw. Optimierungsschritt derart, daß zusätzlich zumindest eine weitere Eigenschaft des Brillenglases in der Zielfunktion F berücksichtigt wird:

wobei:
A kist (i)
eine tatsächliche Eigenschaft Ak an der i-ten Bewertungsstelle des Brillenglases;
A ksoll (i)
eine geforderte Eigenschaft Ak an der i-ten Bewertungsstelle des Brillenglases; und
ga ki
eine Gewichtung der Eigenschaft Ak an der i-ten Bewertungsstelle des Brillenglases
bezeichnet.

Insbesondere kann die zumindest eine Eigenschaft des Brillenglases der Brechwert, der Refraktionsfehler und/oder der astigmatische Fehler an der i-ten Bewertungsstelle des Brillenglases sein. Weiter bevorzugt umfaßt die zumindest eine Eigenschaft des Brillenglases die Vergrößerung und/oder die Verzerrung des Brillenglases an der i-ten Bewertungsstelle des Brillenglases.

Bei der Berechnung der Brechwertsfehler, der Refraktionsfehler und/oder der astigmatischen Fehler eines Brillenglases können Flächenwerte berücksichtigt werden. Vorzugsweise werden jedoch Gebrauchswerte berücksichtigt, wobei das Brillenglas und das zweite Brillenglas in einer durchschnittlichen oder in einer individuellen Gebrauchssituation angeordnet werden. Die Gebrauchssituation kann insbesondere durch durchschnittliche oder individuelle Parameter (Augendrehpunkt, Eintrittspupille und/oder Hauptebene, etc.) der Augen des Brillenträgers, Parameter einer Gebrauchsstellung (Fassungsscheibenwinkel, Vorneigung, Hornhautscheitelabstand, etc.) und/oder Parameter eines Objektmodells bzw. einer Objektentfernung charakterisiert werden.

Vorzugsweise liegen die Gewichtungskoeffizienten ga ki und gPi jeweils in einem Bereich zwischen 0,01 und 100.

Weiter bevorzugt ist es, wenn der Berechnungs- bzw. Optimierungsschritt derart erfolgt, daß zusätzlich die astigmatische Differenz und/oder das Refraktionsgleichgewicht an der i-ten Bewertungsstelle in der Zielfunktion F berücksichtigt werden.

Die astigmatische Differenz ist die Differenz der astigmatischen Abweichungen des ersten und des zweiten Brillenglases (nach der Methode der schief gekreuzten Zylinder). Das Refraktionsgleichgewicht ist der Absolutbetrag der Differenz der mittleren Wirkungen des ersten und des zweiten Brillenglases.

Die astigmatische Abweichung, der Brechwert bzw. die mittlere Wirkung und/oder die Refraktionsfehler der jeweiligen Wellenfront durch das Brillenglas und das zweite Brillenglas können wie oben beschrieben aus den Daten der dem jeweiligen Hauptstrahl zugehörigen Wellenfront ermittelt werden.

Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform erfolgt der Berechnungs- bzw. Optimierungsschritt derart, daß die Differenz &Dgr;P der prismatischen Wirkung des Brillenglases und der prismatischen Referenzwirkung an der i–ten Bewertungsstelle des Brillenglases kleiner als eine obere Grenze ist und diese Grenze eine Funktion der Anisometropie D und des Abstandes r der i–ten Bewertungsstelle vom Prismenbezugspunkt ist: &Dgr;P(r) < k·r·D,(5) wobei k eine Konstante kleiner als 1 ist.

Vorzugsweise beträgt k für die Differenz der vertikalen prismatischen Wirkungen einen Wert von 0,9, weiter bevorzugt von 0,8. Für die Differenz der horizontalen prismatischen Wirkungen beträgt k vorzugsweise einen Wert von 0,95, weiter bevorzugt von 0,8.

Das zu optimierende Brillenglas und das zweite Brillenglas können Einstärkenbrillengläser, Mehrstärkenbrillengläser oder progressive Brillengläser sein, welche gemeinsam in einer Brille verwendbar sind.

Wenn die beiden Brillengläser des Brillenglaspaares progressive Brillengläser sind, erfolgt der Berechnungs- bzw. Optimierungsschritt vorzugsweise derart, daß

  • – die Differenz der prismatischen Wirkung und der prismatischen Referenzwirkung im Fernbezugspunkt des Brillenglases kleiner als 1,3 cm·D, und vorzugsweise kleiner als 0,8 cm·D ist; und/oder
  • – die Differenz der prismatischen Wirkung und der prismatischen Referenzwirkung im Nahbezugspunkt kleiner als 1,3 cm·D, und vorzugsweise kleiner als 1,0 cm·D ist.

Das erfindungsgemäße Verfahren ist insbesondere vorteilhaft zur Optimierung und Herstellung von Brillengläsern bzw. von Brillenglaspaaren beim Vorliegen einer Anisometropie, welche größer als 0,5 dpt, vorzugsweise größer als 1,5 dpt, besonders bevorzugt größer als 3 dpt ist.

Ferner wird gemäß der Erfindung ein Verfahren zur Optimierung und Herstellung eines Brillenglaspaares vorgeschlagen, wobei das Brillenglaspaar zur Korrektur einer Anisometropie D der Augen eines Brillenträgers ausgelegt ist, und wobei zumindest eines der beiden Brillengläser des Brillenglaspaares nach dem oben beschriebenen Verfahren zur Optimierung und Herstellung eines Brillenglases berechnet bzw. optimiert und hergestellt wird.

Ferner wird gemäß der Erfindung ein Computerprogrammerzeugnis bereitgestellt, welches ausgelegt ist, wenn geladen und ausgeführt auf einem Computer, das oben beschriebene erfindungsgemäße Verfahren zur Optimierung zumindest einer der Flächen eines Brillenglases bzw. eines Brillenglaspaares, unter Berücksichtigung einer Anisometropie D der Augen des Brillenträgers durchzuführen. Das Verfahren zur Optimierung der zumindest einen Fläche des Brillenglases umfaßt einen Berechnungs- bzw. Optimierungsschritt, welcher derart erfolgt, daß eine Zielfunktion F minimiert wird:

wobei:
PR(i)
eine tatsächliche prismatische Wirkung an der i-ten Bewertungsstelle des Brillenglases;
PL(i)
eine prismatische Referenzwirkung an der i-ten Bewertungsstelle des Brillenglases;
Psoll(i)
einen Sollwert der Differenz &Dgr;P der prismatischen Wirkung und der prismatischen Referenzwirkung an der i-ten Bewertungsstelle des Brillenglases; und
gPi
eine Gewichtung der prismatischen Wirkung an der i-ten Bewertungsstelle des Brillenglases
bezeichnen;

und wobei die prismatische Referenzwirkung PL(i) die prismatische Wirkung in einem der i-ten Bewertungsstelle korrespondierenden Durchblickpunkt eines zweiten Brillenglases ist und das Brillenglas und das zweite Brillenglas ein Brillenglaspaar zur Korrektur der Anisometropie des Brillenträgers bilden. Im übrigen wird hinsichtlich des Computerprogrammerzeugnisses auf die obige Beschreibung der erfindungsgemäßen Verfahren verwiesen.

Erfindungsgemäß wird ferner ein Speichermedium mit einem darauf gespeichertem Computerprogramm bereitgestellt, wobei das Computerprogramm ausgelegt ist, wenn geladen und ausgeführt auf einem Computer, das oben beschriebene erfindungsgemäße Verfahren zur Optimierung zumindest einer der Flächen eines Brillenglases bzw. eines Brillenglaspaares unter Berücksichtigung einer Anisometropie D der Augen des Brillenträgers durchzuführen. Das Verfahren zur Optimierung des Brillenglases umfaßt einen Berechnungs- bzw. Optimierungsschritt, welcher derart erfolgt, daß eine Zielfunktion F minimiert wird:

wobei:
PR(i)
eine tatsächliche prismatische Wirkung an der i-ten Bewertungsstelle des Brillenglases;
PL(i)
eine prismatische Referenzwirkung an der i-ten Bewertungsstelle des Brillenglases;
Psoll(i)
einen Sollwert der Differenz &Dgr;P der prismatischen Wirkung und der prismatischen Referenzwirkung an der i-ten Bewertungsstelle des Brillenglases; und
gPi
eine Gewichtung der prismatischen Wirkung an der i-ten Bewertungsstelle des Brillenglases
bezeichnen;

und wobei die prismatische Referenzwirkung PL(i) die prismatische Wirkung in einem der i-ten Bewertungsstelle korrespondierenden Durchblickpunkt eines zweiten Brillenglases ist und das Brillenglas und das zweite Brillenglas ein Brillenglaspaar zur Korrektur der Anisometropie des Brillenträgers bilden.

Ferner wird gemäß der Erfindung eine Vorrichtung bereitgestellt, welche derart ausgelegt und eingerichtet ist, das oben beschriebene Verfahren zur Optimierung und Herstellung eines Brillenglases bzw. eines Brillenglaspaares durchzuführen.

Die erfindungsgemäße Vorrichtung zur Herstellung eines Brillenglases bzw. eines Brillenglaspaares umfaßt:

  • – Erfassungsmittel zum Erfassen von Zieldaten eines Brillenglases bzw. eines Brillenglaspaares;
  • – Berechnungs- und Optimierungsmittel zum Berechnen und Optimieren zumindest einer Fläche des Brillenglases unter Berücksichtigung einer Anisometropie D der Augen des Brillenträgers, wobei die Berechnungs- bzw. Optimierungsmittel ausgelegt sind, eine Zielfunktion F zu minimieren, so daß
gilt, wobei:
PR(i)
eine tatsächliche prismatische Wirkung an der i-ten Bewertungsstelle des Brillenglases;
PL(i)
eine prismatische Referenzwirkung an der i-ten Bewertungsstelle des Brillenglases;
Psoll(i)
einen Sollwert der Differenz &Dgr;P der prismatischen Wirkung und der prismatischen Referenzwirkung an der i-ten Bewertungsstelle des Brillenglases; und
gPi
eine Gewichtung der prismatischen Wirkung an der i-ten Bewertungsstelle des Brillenglases
bezeichnen;

und wobei die prismatische Referenzwirkung PL(i) die prismatische Wirkung in einem der i-ten Bewertungsstelle korrespondierenden Durchblickpunkt eines zweiten Brillenglases ist und das Brillenglas und das zweite Brillenglas ein Brillenglaspaar zur gemeinsamen Verwendung in einer Brille zur Korrektur der Anisometropie des Brillenträgers bilden.

Ferner wird gemäß der Erfindung ein Brillenglaspaar zur Korrektur einer Anisometropie eines Brillenträgers bereitgestellt, und zwar mit einem ersten Brillenglas, welches zur Korrektur eines Fernpunktrefraktionsdefizits des ersten Auges des Brillenträgers ausgelegt ist, und einem zweiten Brillenglas, welches zur Korrektur eines Fernpunktrefraktionsdefizits des zweiten Auges des Brillenträgers ausgelegt ist,

wobei die Differenz &Dgr;P = |PL – PR| der prismatischen Wirkungen in den korrespondierenden Durchblickpunkten des ersten und des zweiten Brillenglases kleiner als eine obere Grenze ist und diese Grenze eine Funktion der Differenz D der dioptrischen Wirkung im Prismenreferenzpunkt des ersten Brillenglases und der dioptrischen Wirkung im Prismenreferenzpunkt des zweiten Brillenglases und des Abstandes r des Durchblickpunktes vom Prismenbezugspunkt ist: AP(r) < k·r·D,(9) wobei k eine Konstante kleiner als 1 bezeichnet.

Der Prismenbezugspunkt wird in EN ISO 13 666 definiert. Er befindet sich in der Regel an dem geometrischen Mittelpunkt des ungerandeten bzw. rohrunden Glases bzw. in dem Glasmittlelpunkt. Der Glasmittelpunkt ist als derjenige Punkt definiert, welcher sich auf der Mitte der durch die Permanentmarkierungen verlaufenden Glashorizontale befindet. Bei einigen vordezentrierten Brillengläsern kann sich der Prismenbezugspunkt in einem Punkt mit Koordinaten (+/– 2,5 mm, –4 mm) befinden.

Vorzugsweise ist zumindest eine der beiden Flächen des Brillenglases eine asphärische bzw. atorische oder progressive Fläche. Die gegenüberliegende Fläche, welche vorzugsweise die Vorderfläche bzw. die dem Objekt zugewandte Fläche ist, kann eine einfache rotationssymmetrische, insbesondere sphärische Fläche sein.

Weiter bevorzugt ist Differenz D größer als 0,5 dpt, vorzugsweise größer als 1,5 dpt, weiter bevorzugt größer als 3,0 dpt.

Die korrespondierenden Durchblickpunkte des ersten und des zweiten Brillenglases können wie oben beschrieben in Gebrauchsstellung des Brillenglases und des zweiten Brillenglases vor den Augen des Brillenträgers mittels Ray-Tracing unter Annahme der Orthotropie berechnet werden.

Dabei können insbesondere durchschnittliche Parameter (Augendrehpunkt, Eintrittspupille und/oder Hauptebene, etc.) eines Standardauges (wie z.B. dem sogenannten Gullstrand-Auge), einer Standardgebrauchsstellung (Fassungsscheibenwinkel, Vorneigung, Hornhautscheitelabstand, etc.) und/oder eines Standardobjektmodells bzw. einer Standardobjektentfernung berücksichtigt werden, wie in DIN 58 208 Teil 2 definiert.

Eine durchschnittliche Gebrauchssituation ist beispielsweise durch folgende Parameter charakterisiert:

  • Hornhautscheitelabstand (HSA) = 15,00 mm;
  • Vorneigung = 8,0 Grad;
  • Fassungsscheibenwinkel = 0,0 Grad;
  • Pupillendistanz = 63,0 mm;
  • Augendrehpunktabstand e = 28,5mm;
  • Objektabstandmodell: unendlicher Objektabstand im oberen Abschnitt des Brillenglases, welcher fließend in einen Objektabstand von –2,6 dpt bei x = 0 mm, y = –20 mm übergeht.

Bei der Berechnung des Verlaufs des Hauptstrahls und der zugehörigen Wellenfront können jedoch individuelle Parameter des Auges eines Brillenträgers, der individuellen Gebrauchsstellung und/oder dem individuellen Objektentfernungsmodell berücksichtigt werden.

Vorzugsweise beträgt die Konstante k einen Wert von 0,9, vorzugsweise 0,8 für die Differenz der vertikalen prismatischen Wirkungen; und/oder einen Wert von 0,95, vorzugsweise 0,8 für die Differenz der horizontalen prismatischen Wirkungen.

Das erste und das zweite Brillenglas können Einstärkenbrillengläser, Mehrstärkenbrillengläser oder progressive Brillengläser sein.

Wenn die Brillengläser progressive Brillengläser sind, ist es bevorzugt, wenn:

  • – die Differenz der vertikalen und/oder der horizontalen prismatischen Wirkungen in dem jeweiligen Fernbezugspunkt des ersten und des zweiten Brillenglases kleiner als 1,3·D, vorzugsweise kleiner als 0,8·D ist; und/oder
  • – die Differenz der vertikalen und/oder der horizontalen prismatischen Wirkungen im jeweiligen Nahbezugspunkt des ersten und des zweiten Brillenglases kleiner als 1,3·D, vorzugsweise kleiner als 1,0·D ist.

Die Fern- und Nahbezugspunkte eines progressiven Brillenglases sind in EN ISO 13 666 definiert. Der Fernbezugspunkt hat beispielsweise Koordinaten (0, +8 mm) und der Nahbezugspunkt Koordinaten (0, –14 mm), wobei sich der Ursprung des Koordinatensystems in dem geometrischen Mittelpunkt (des ungerandeten bzw. rohrunden Brillenglases) bzw. im Glasmittelpunkt des Brillenglases befindet und die Abszisse und die Ordinate jeweils die horizontale bzw. die vertikale Achse des Brillenglases in Gebrauchsstellung bezeichnen.

Die unter Berücksichtigung der Anisometropie eines Brillenträgers optimierten Brillengläser bzw. Brillenglasflächen können z.B. mittels numerisch gesteuerten Werkzeugen aus Mineralglas oder Kunststoff hergestellt werden.

Ferner wird eine erfindungsgemäße Verwendung eines oben beschriebenen erfindungsgemäßen Brillenglaspaares zur Korrektur einer Anisometropie eines Brillenträgers bereitgestellt.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme auf die Zeichnungen beispielhaft beschreiben. Es zeigt:

1 die Verteilung der vertikalen prismatischen Imbalanzen eines konventionellen Brillenglaspaares von progressiven Gläsern zur Korrektur einer Anisometropie;

2 die Verteilung der astigmatischen Imbalanzen des konventionellen Brillenglaspaares von progressiven Brillengläsern zur Korrektur einer Anisometropie;

3 die Verteilung der vertikalen prismatischen Imbalanzen eines erfindungsgemäßen Brillenglaspaares von progressiven Brillengläsern zur Korrektur einer Anisometropie;

4 die Verteilung der astigmatischen Imbalanzen des erfindungsgemäßen Brillenglaspaares von progressiven Brillengläsern zur Korrektur einer Anisometropie;

5 die Verteilung der vertikalen prismatischen Imbalanzen eines konventionellen Brillenglaspaares von Einstärkenbrillengläsern zur Korrektur einer Anisometropie;

6 die Verteilung der astigmatischen Imbalanzen des konventionellen Brillenglaspaares von Einstärkenbrillengläsern zur Korrektur einer Anisometropie;

7 die Verteilung der vertikalen prismatischen Imbalanzen eines erfindungsgemäßen Brillenglaspaares von Einstärkenbrillengläsern zur Korrektur einer Anisometropie;

8 die Verteilung der astigmatischen Imbalanzen des erfindungsgemäßen Brillenglaspaares von Einstärkenbrillengläsern zur Korrektur einer Anisometropie;

9 eine schematische Darstellung eines Beispiels der bevorzugten Vorrichtung zum Berechnen der lokalen Vergrößerung und/oder der lokalen Verzerrung eines Brillenglases und/oder zum Berechnen bzw. zur Optimierung der zumindest einen Fläche des Brillenglases.

1 bis 8 zeigen die Verteilungen der jeweils prismatischen und astigmatischen Imbalanzen eines konventionellen Brillenglaspaares von progressiven Gläsern (1 und 2) oder Einstärkenbrillengläsern (5, 6) und eines erfindungsgemäßen Brillenglaspaares von progressiven Gläsern (3 und 4) oder Einstärkenbrillengläsern (7, 8) als Iso- bzw. Konturlinien gleichen Werts.

Die vertikalen prismatischen Imbalanzen stellen die Differenz der vertikalen prismatischen Wirkungen an den jeweiligen korrespondierenden Durchblickpunkten des rechten und des linken Brillenglases des Brillenglaspaares dar.

Die astigmatischen Imbalanzen stellen die Differenz der astigmatischen Abweichungen an den jeweiligen korrespondierenden Durchblickpunkten des rechten und des linken Brillenglases des Brillenglaspaares dar (berechnet mittels der Kreuzzylinder-Methode).

Die korrespondierenden Durchblickpunkte des linken und des rechten Brillenglases können wie eingangs beschrieben mittels Ray-Tracing unter Annahme der Orthotropie in Gebrauchsstellung der Brillengläser vor den Augen des Brillenträgers ermittelt werden.

Alle 1 bis 8 sind auf ein kartesisches Koordinatensystem bezogen, das tangential zur Vorderfläche des rechten Brillenglases liegt und dessen Ursprung sich in Nullblickrichtung vor dem rechten Auge befindet. Die x-y-Ebene ist tangential zur Vorderfläche im Prismenbezugspunkt bzw. geometrischen Mittelpunkt; alle Koordinatenwerte x und y sind in mm angegeben.

In allen 1 bis 4 sind das rechte Brillenglas zur Korrektur eines Fernpunktrefraktionsdefizits von Rsph = +2,0 dpt (rechts) und das zweite Brillenglas zur Korrektur eines Fernpunktrefraktionsdefizits von Lsph = +5,0 dpt (links) ausgelegt. Die Anisometropie des Brillenträgers beträgt 3 dpt. Beide Brillengläser sind progressive Brillengläser und weisen eine Addition von 2,0 dpt auf.

In 1 bis 4 sind die jeweiligen Fern- und Nahbezugspunkte als Kreise dargestellt. Gemessen in einem Koordinatensystem der Vorderfläche mit einem Ursprung in dem geometrischen Mittelpunkt des Brillenglases und mit einer X-Y Ebene tangential zur Vorderfläche, wobei die x-Achse die horizontale Achse und die y-Achse die vertikale Achse bezeichnet, befindet sich bei allen in 1 bis 4 dargestellten Brillengläsern der Fernbezugspunkt in einem Punkt mit Koordinaten (0, +8 mm) und der Nahbezugspunkt in einem Punkt mit Koordinaten (0, –14 mm).

1 zeigt die Verteilung des absoluten Betrags der vertikalen prismatischen Imbalanzen eines herkömmlichen Brillenglaspaares für eine Korrektur einer Anisometropie von +3 dpt. Die dem zu betrachtenden Objekt zugewandete Vorderfläche des linken und rechten Brillenglases des konventionellen Brillenglaspaares ist eine sphärische Fläche mit einem Krümmungsradius von 80,7 mm. Die den Augen des Brillenträgers zugewandte Rückfläche ist eine progressive Fläche, welche nach einem herkömmlichen Optimierungsverfahren hinsichtlich der astigmatischen Fehler und Refraktionsfehler optimiert ist. Der Brechungsindex des jeweils linken und rechten Brillenglases des konventionellen Brillenglaspaares beträgt 1,597.

Wie aus 1 ersichtlich ist, ergeben sich bei einem solchen konventionellen Brillenglaspaar progressiver Brillengläser sehr starke vertikale prismatische Imbalanzen bei einer Anisometropie von 3 dpt.

Maximal treten Werte von über 12 cm/m und in den Bezugspunkten (Fern- und Nahbezugspunkte) Werte von 2 und 6 cm/m auf. Bei derart großen prismatischen Imbalanzen werden die durch das linke und rechte Brillenglas erzeugten Bilder nicht mehr als ein einfaches Bild gesehen.

2 zeigt die Verteilung der astigmatischen Imbalanzen des in 1 dargestellten konventionellen Brillenglaspaares. Wie aus 2 ersichtlich ist, ist der maximale Wert der auftretenden astigmatischen Imbalanzen unter 0,5 dpt.

In 3 ist die Verteilung der vertikalen prismatischen Imbalanzen eines bevorzugten erfindungsgemäßen Brillenglaspaares, welches unter Berücksichtigung einer Anisometropie hinsichtlich der prismatischen Imbalanzen optimiert ist, dargestellt. Sowohl das rechte als auch das linke Brillenglas weist jeweils eine sphärische Vorderfläche mit einem Krümmungsradius von 80,7 mm und eine progressive Rückfläche auf. Die progressive Fläche des rechten Brillenglases ist erfindungsgemäß unter Berücksichtigung der prismatischen Imbalanzen optimiert worden. Der Brechungsindizien des linken und des rechten Brillenglases des erfindungsgemäßen Brillenglaspaares betragen 1,597.

Wie aus 3 ersichtlich ist, sind die auftretenden vertikalen prismatischen Imbalanzen deutlich reduziert. So ergeben sich in den Bezugspunkten nur noch Werte von jeweils 1 cm/m (im Fernbezugspunkt) und 2,5 cm/m (im Nahbezugspunkt). Der maximale Wert der auftretenden vertikalen prismatischen Imbalanzen ist 5,5 cm/m. Im Vergleich zu einem konventionellen Brillenglaspaar sind die vertikalen Imbalanzen um mehr als die Hälfte reduziert worden.

4 zeigt die Verteilung der astigmatischen Imbalanzen des in 3 dargestellten progressiven Brillenglaspaares.

Wie aus 4 ersichtlich ist, sind die astigmatischen Imbalanzen eines erfindungsgemäßen Brillenglaspaares im Vergleich zu einem konventionellen Brillenglaspaar geringfügig erhöht. So liegen die astigmatischen Imbalanzen in den Fern- und Nahbezugspunkten unter einem Wert von 0,25 dpt. Der maximal auftretende Wert der astigmatischen Imbalanzen ist ungefähr 1,0 dpt.

5 bis 8 zeigen Einstärkenbrillenglaspaare zur Korrektur einer Anisometropie.

In 5 bis 8 sind das rechte Einstärkenbrillenglas zur Korrektur eines Fernpunktrefraktionsdefizits von Rsph = +3,5 dpt (rechts) und das zweite Einstärkenbrillenglas zur Korrektur eines Fernpunktrefraktionsdefizits von Lsph = +5,0 dpt (links) ausgelegt. Die Anisometropie des Brillenträgers beträgt somit 1,5 dpt.

5 zeigt die Verteilung des absoluten Betrags der vertikalen prismatischen Imbalanzen eines herkömmlichen Einstärkenbrillenglaspaares zur Korrektur einer Anisometropie von 1,5 dpt.

Das linke und das rechte Brillenglas des konventionellen Einstärkenbrillenglaspaares weisen jeweils sphärische Vorder- und Rückflächen auf, wobei der Krümmungsradius der Vorderflächen beider Brillengläser jeweils 80,7 mm beträgt. Der Krümmungsradius der Rückfläche des rechten Brillenglases beträgt 146,5 mm, der Krümmungsradius der Rückfläche des linken Brillenglases 219,2 mm. Der Brechungsindex beider Brillengläser beträgt 1,597.

Wie aus 5 ersichtlich ist, ergeben sich bei einem solchen konventionellen Paar von Einstärkenbrillengläser im Falle einer Anisometropie von 1,5 dpt sehr starke vertikale prismatische Imbalanzen. Maximal treten Werte von über 9 cm/m, was die Fusion der Seheindrucke des rechten und des linken Brillenglases erheblich erschwert.

6 zeigt die Verteilung der astigmatischen Imbalanzen des in 5 dargestellten konventionellen Einstärkenbrillenglaspaares. Wie aus 6 ersichtlich ist, ist der maximale Wert der auftretenden astigmatischen Imbalanzen ungefähr 1,5 dpt.

In 7 ist die Verteilung der vertikalen prismatischen Imbalanzen eines bevorzugten erfindungsgemäßen Einstärkenbrillenglaspaares, welches unter Berücksichtigung einer Anisometropie hinsichtlich der prismatischen Imbalanzen optimiert ist, dargestellt. Beider Brillengläser des erfindungsgemäßen Paares weisen jeweils eine sphärische Vorderfläche mit einem Krümmungsradius von 80,7 mm und eine erfindungsgemäß optimierte asphärische Rückfläche auf. Der Brechungsindex beider Brillengläser beträgt 1,597.

Wie aus 7 ersichtlich ist, sind die auftretenden vertikalen prismatischen Imbalanzen gegenüber derjenigen eines konventionellen Brillenglaspaares deutlich reduziert. Der maximale Wert der auftretenden vertikalen prismatischen Imbalanzen in der Peripherie des Brillenglases beträgt lediglich ungefähr 4,00 cm/m. In einem Kreis um den Prismenbezugspunkt bzw. um den geometrischen Mittelpunkt mit einem Durchmesser von ungefähr 20 mm beträgt der Wert der maximal auftretenden vertikalen prismatischen Imbalanzen 1,0 cm/m. In einem Kreis mit einem Durchmesser von ungefähr 30 mm liegt der Wert der maximal auftretenden vertikalen prismatischen Imbalanzen unter 2,0 cm/m.

8 zeigt die Verteilung der astigmatischen Imbalanzen des in 7 dargestellten bevorzugten erfindungsgemäßen Einstärkenbrillenglaspaares. Wie aus 8 ersichtlich ist, sind die astigmatischen Imbalanzen eines erfindungsgemäßen Einstärkenbrillenglaspaares im Vergleich zu einem konventionellen Einstärkenbrillenglaspaar ebenfalls erheblich reduziert.

Das erfindungsgemäße Brillenglaspaar zur Korrektur einer Anisometropie eines Brillenträgers kann beispielsweise mittels des nachfolgend beschriebenen Verfahrens hergestellt werden.

Das Verfahren umfaßt einen Berechnungs- bzw. Optimierungsschritt zumindest einer Fläche eines der Brillengläser des Brillenglaspaares (z.B. des rechten Brillenglases) unter Berücksichtigung einer Anisometropie des Brillenträgers, welcher derart erfolgt, daß eine Zielfunktion F minimiert wird.

Eine Zielfunktion hat normalerweise folgende Gestalt:

Hierbei beziehen sich A und B auf monokulare Sollwerte und Abbildungsfehler an der i-ten Bewertungsstelle des Brillenglases. In der Regel werden zwei Kriterien bzw. Eigenschaften des Brillenglases verwendet: A = Astigmatismus und B = Brechwert (als Flächenwerte oder als Gebrauchswerte).

In Formel (10) bezeichnen:

Aist(i)
ein tatsächliches monokulares Merkmal A (z.B. Astigmatismus) an der i-ten Bewertungsstelle;
Asoll(i)
ein gefordertes monokulares Merkmal A an der i-ten Bewertungsstelle
gai
eine Gewichtung des monokularen Merkmales A an der i-ten Bewertungsstelle;
Bist(i)
ein tatsächliches monokulares Merkmal B (z.B. Brechwert) an der i-ten Bewertungsstelle;
Bsoll(i)
ein gefordertes monokulares Merkmal B an der i-ten Bewertungsstelle; und
gbi
eine Gewichtung des monokularen Merkmales B an der i-ten Bewertungsstelle.

Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird die Zielfunktion derart erweitert, daß ebenfalls die Differenz der prismatischen Wirkung des zu optimierenden Brillenglases und eines zweiten Brillenglases mit einer von dem ersten Brillenglas unterschiedlichen dioptrischen Wirkung an der i-ten Bewertungsstelle berücksichtigt wird.

Die so erweiterte Zielfunktion kann beispielsweise die folgende Form annehmen:

wobei:
Aist(i)
ein tatsächliches monokulares Merkmal A (z.B. Astigmatismus) an der i-ten Bewertungsstelle;
Asoll(i)
ein gefordertes monokulares Merkmal A an der i-ten Bewertungsstelle;
gai
Gewichtung des monokularen Merkmales A an der i-ten Bewertungsstelle;
Bist(i)
ein tatsächliches monokulares Merkmal B (z.B. Brechwert oder der Refraktionsfehler) an der i-ten Bewertungsstelle;
Bsoll(i)
ein gefordertes monokulares Merkmal B an der i-ten Bewertungsstelle;
gbi
eine Gewichtung des monokularen Merkmales B an der i-ten Bewertungsstelle;
P&ngr;R(i)
die tatsächliche vertikale prismatische Wirkung P&ngr; im rechten Brillenglas an der i-ten Bewertungsstelle;
P&ngr;L(i)
die tatsächliche vertikale prismatische Wirkung P&ngr; im linken Brillenglas am korrespondierenden Durchblickpunkt der i-ten Bewertungsstelle;
P&ngr;soll(i)
geforderte vertikale prismatische Differenz an der i-ten Bewertungsstelle;
gP&ngr;i
Gewichtung des vertikalen Prismas P&ngr; an der i-ten Bewertungsstelle;
PhR(i)
die tatsächliche horizontale prismatische Wirkung Ph im rechten Brillenglas an der i-ten Bewertungsstelle;
PhL(i)
die tatsächliche horizontale prismatische Wirkung Ph im linken Brillenglas am korrespondierenden Durchblickpunkt der i-ten Bewertungsstelle;
Phsoll(i)
geforderte horizontale prismatische Differenz an der i-ten Bewertungsstelle; und
gPhi
Gewichtung des horizontalen Prismas Ph an der i-ten Bewertungsstelle
bezeichnen.

Die in Formel (11) eingehenden Größen können wie folgt berechnet werden: Die Gewichte gai, gbi, gP&ngr;i, gPhi liegen jeweils vorzugsweise in einem Bereich zwischen 0,01 und 100.

Zunächst werden der Verlauf eines Hauptstrahls und die zugehörige Wellenfront ermittelt. Der Hauptstrahl verläuft vom Augendrehpunkt des rechten Auges durch einen Punkt auf der Vorderfläche des rechten Brillenglases zu einem vorgegebenen Objektpunkt. Der Hauptstrahl kann mittels Ray-Tracing berechnet werden.

Aus den Daten der berechneten Wellenfront und der Verordnung des rechten Auges werden die astigmatische Abweichung und der Refraktionsfehler auf allgemein bekannte Weise berechnet. Anschließend wird vom Objektpunkt unter der Annahme schneidender Fixierlinien (Orthotropie) der Hauptstrahl und die Wellenfront durch das linke Brillenglases und den linken Augendrehpunkt iteriert.

Die Durchblickpunkte des rechten und linken Brillenglases entsprechen den Durchstoßpunkten des Hauptstrahls mit der Vorder- oder Rückfläche des jeweils rechten und linken Brillenglases.

Bei der Berechnung bzw. Optimierung des in 3 und 4 gezeigten Brillenglaspaares wurde folgende durchschnittliche Gebrauchssituation berücksichtigt:

Eine durchschnittliche Gebrauchssituation ist beispielsweise durch folgende Parameter charakterisiert:

  • Hornhautscheitelabstand (HSA) = 15,00 mm;
  • Vorneigung = 8,0 Grad;
  • Fassungsscheibenwinkel = 0,0 Grad;
  • Pupillendistanz = 63,0 mm;
  • Augendrehpunktabstand e = 28,5mm;
  • Objektabstandmodell: unendlicher Objektabstand im oberen Abschnitt des Brillenglases, welcher fließend in einen Objektabstand von –2,6 dpt bei x = 0 mm, y = –20 mm übergeht.

Die astigmatische Abweichung und der Refraktionsfehler der Wellenfront durch das linke Brillenglas werden mit den entsprechenden Werten des rechten Glases kombiniert und ergeben so die Größen der astigmatischen Differenz (nach der Methode der schief gekreuzten Zylinder) und das Refraktionsgleichgewicht (Absolutbetrag der Differenz der mittleren Wirkung der Brillengläser). Die vertikale Prismendifferenz ergibt sich, indem man die augenseitigen Hauptstrahlen in die Zyklopenaugenebene projiziert und den Winkel zwischen den Geraden in cm/m ausdrückt.

In dem oben beschriebenen Verfahren zur Herstellung eines Brillenglaspaares erfolgt die erfindungsgemäße Optimierung des Brillenglases bzw. eines Brillenglaspaares monokular. Dabei wird lediglich ein Brillenglas zu einem vorgegebenen zweiten (linken) Brillenglas iterativ optimiert.

Selbstverständlich ist es jedoch möglich, daß die beiden Brillengläser eines Brillenglaspaares zur Korrektur einer Anisometropie nach dem erfindungsgemäßen Verfahren unter Berücksichtigung der durch die Anisometropie bedingten prismatischen Imbalanzen iterativ optimiert werden.

Das linke und das rechte Brillenglas können in einer durchschnittlichen oder individuell auf einen Brillenträger abgestimmten Gebrauchssituation angeordnet werden. Die bei der Berechnung des Hauptstrahls und der zugehörigen Wellenfront eingehenden Daten des zweiten Brillenglases (Brechungsindex, Pfeilhöhen der Vorder- und Rückfläche) können theoretische Daten oder Messdaten sein, welche durch Vermessung der Pfeilhöhen des (z.B.) linken Brillenglases mittels Abtastvorrichtungen oder einem Interferometer gewonnen werden. Die Vermessung erfolgt vorzugsweise in den Punkten eines Rasters, welche in einem vorgegebenen Abstand liegen. Die vollständige Fläche kann dann z.B. mittels Spline-Funktionen rekonstruiert werden. Dadurch wird ermöglicht, daß etwaige herstellungsbedingte Abweichungen der Pfeilhöhen ebenfalls bei der Berechnung bzw. Optimierung des Brillenglases berücksichtigt werden können.

Es ist ferner möglich, die Rezeptdaten der Brillengläser vorzugsweise zusammen mit individuellen Daten des Brillenträgers (einschließlich der Daten der individuellen Gebrauchssituation) und/oder Daten des Brillenglases (Brechungsindex, Pfeilhöhen der Vorder- und Rückfläche) vorzugsweise per Datenfernübertragung an eine erfindungsgemäße Vorrichtung zur Herstellung eines Brillenglases zu übermitteln. Die Optimierung des Brillenglases unter Berücksichtigung der Anisometropie des Brillenträgers erfolgt aufgrund der übermittelten Rezeptdaten und individuellen Daten.

Die unter Berücksichtigung der Anisometropie eines Brillenträgers optimierten Brillengläser bzw. Brillenglasflächen können z.B. mittels numerisch gesteuerter Werkzeuge aus Mineralglas oder Kunststoff hergestellt werden.

Wie schematisch in 5 dargestellt ist, wird ferner ein Computerprogrammerzeugnis (d.h. ein in der Patentanspruchskategorie einer Vorrichtung beanspruchtes Computerprogramm) 200 bereitgestellt, welches derart ausgelegt ist, daß es – wenn geladen und ausgeführt auf einem geeigneten Computer 100 bzw. Netzwerk – ein Verfahren zur Optimierung eines Brillenglases bzw. eines Brillenglaspaares unter Berücksichtigung einer Anisometropie eines Brillenträgers durchführen kann. Das Computerprogrammerzeugnis 200 kann auf einem körperlichen Speichermedium bzw. Programmträger 210 gespeichert werden. Das Computerprogrammerzeugnis kann ferner als Programmsignal vorliegen.

Unter Bezugnahme auf 5 wird nachfolgend eine mögliche Computer- bzw. Netzwerkarchitektur beschrieben.

Der Prozessor 110 des Computers 100 ist beispielsweise ein Zentralprozessor (CPU), ein Mikrocontroller (MCU), oder ein digitaler Signalprozessor (DSP). Der Speicher 120 symbolisiert Elemente, die Daten und Befehle entweder zeitlich begrenzt oder dauerhaft speichern. Obwohl zum besseren Verständnis der Speicher 120 als Teil des Computers 100 gezeigt ist, kann die Speicherfunktion an anderen Stellen, z.B im Prozessor selbst (z.B. Cache, Register) und/oder auch im Netzwerk 300, beispielsweise in den Computern 101/102 implementiert werden. Der Speicher 120 kann ein Read-Only-Memory (ROM), ein Random-Access-Memory (RAM), ein programmierbares oder nicht-programmierbares PROM oder ein Speicher mit anderen Zugriffsoptionen sein. Der Speicher 120 kann physisch auf einem computerlesbaren Programmträger, zum Beispiel auf:

  • (a) einem magnetischen Träger (Festplatte, Diskette, Magnetband);
  • (b) einem optischen Träger (CD-ROM, DVD);
  • (c) einem Halbleiterträger (DRAM, SRAM, EPROM, EEPROM);
implementiert bzw. gespeichert werden.

Wahlweise ist der Speicher 120 über verschiedene Medien verteilt. Teile des Speichers 120 können fest oder austauschbar angebracht sein. Zum Lesen und Schreiben benutzt der Computer 100 bekannte Mittel wie z.B. Diskettenlaufwerke, etc.

Der Speicher 120 speichert Unterstützungskomponenten wie zum Beispiel ein Bios (Basic Input Output System), ein Betriebssystem (OS), eine Programmbibliothek, einen Compiler, einen Interpreter und/oder ein Tabellen- bzw. Textverarbeitungsprogramm. Diese Komponenten sind zum besseren Verständnis nicht dargestellt. Unterstützungskomponenten sind kommerziell verfügbar und können auf dem Computer 100 von Fachleuten installiert bzw. in diesem implementiert werden.

Der Prozessor 110, der Speicher 120, die Eingabe- und die Ausgabevorrichtung sind über zumindest einen Bus 130 verbunden und/oder wahlweise über das (mono-, bi- bzw. multidirektionale) Netzwerk 300 (z.B. das Internet) angeschlossen bzw. stehen miteinander in Verbindung. Der Bus 130 sowie das Netzwerk 300 stellen logische und/oder physische Verbindungen dar, die sowohl Befehle als auch Datensignale übertragen. Die Signale innerhalb des Computers 100 sind überwiegend elektrische Signale, wohingegen die Signale im Netzwerk elektrische, magnetische und/oder optische Signale oder auch drahtlose Funksignale sein können.

Netzwerkumgebungen (wie das Netzwerk 300) sind in Büros, unternehmensweiten Computernetzwerken, Intranets und im Internet (d.h. World Wide Web) üblich. Die physische Entfernung zwischen den Computern im Netzwerk ist ohne Bedeutung. Das Netzwerk 300 kann ein drahtloses oder ein verdrahtetes Netzwerk sein. Als mögliche Beispiele für Implementierungen des Netzwerks 300 seien hier angeführt: ein lokales Netzwerk (LAN), ein kabelloses lokales Netzwerk (WLAN), ein Wide Area Network (WAN), ein ISDN-Netz, eine Infrarotverbindung (IR), eine Funkverbindung wie beispielsweise das Universal Mobile Telecommunication System (UMTS) oder eine Satellitenverbindung. Übertragungsprotokolle und Datenformate sind bekannt. Beispiele dafür sind: TCP/IP (Transmission Control Protocol/Internet Protocol), HTTP (Hypertext Transfer Protocol), URL (Unique Resource Locator), HTML (Hypertext Markup Language), XML (Extensible Markup Language), WML (Wireless Application Markup Language), Wireless Application Protocol (WAP) usw.

Die Eingabe- und Ausgabevorrichtungen können Teil einer Benutzerschnittstelle 160 sein.

Die Eingabevorrichtung 140 steht für eine Vorrichtung, die Daten und Anweisungen zur Verarbeitung durch den Computer 100 bereitstellt. Beispielsweise ist die Eingabevorrichtung 140 eine Tastatur, eine Zeigevorrichtung (Maus, Trackball, Cursorpfeile), Mikrofon, Joystick, Scanner. Obwohl es sich bei den Beispielen allesamt um Vorrichtungen mit menschlicher Interaktion, vorzugsweise durch eine graphische Benutzerschnittstelle, handelt, kann die Vorrichtung 140 auch ohne menschliche Interaktion auskommen, wie zum Beispiel ein drahtloser Empfänger (z.B. mittels Satelliten- oder terrestrischer Antenne), ein Sensor (z.B. ein Thermometer), ein Zähler (z.B. ein Stückzahlzähler in einer Fabrik). Die Eingabevorrichtung 140 kann zum Lesen des Speichermediums bzw. Trägers 170 verwendet werden.

Die Ausgabevorrichtung 150 bezeichnet eine Vorrichtung, die Anweisungen und Daten anzeigt, die bereits verarbeitet wurden. Beispiele dafür sind ein Monitor oder eine anderer Anzeige (Kathodenstrahlröhre, Flachbildschirm, Flüssigkristallanzeige, Lautsprecher, Drucker, Vibrationsalarm). Ähnlich wie bei der Eingabevorrichtung 140 kommuniziert die Ausgabevorrichtung 150 bevorzugt mit dem Benutzer, vorzugsweise durch eine graphische Benutzerschnittstelle. Die Ausgabevorrichtung kann ebenfalls mit anderen Computern 101, 102, etc. kommunizieren.

Die Eingabevorrichtung 140 und die Ausgabevorrichtung 150 können in einer einzigen Vorrichtung kombiniert werden. Beide Vorrichtungen 140, 150 können wahlweise bereitgestellt werden.

Das Computerprogrammerzeugnis bzw. -produkt 200 umfaßt Programminstruktionen und wahlweise Daten, die den Prozessor 110 unter anderem dazu veranlassen, die Verfahrensschritte des Verfahrens gemäß der Erfindung oder bevorzugte Ausführungsformen hiervon auszuführen. Mit anderen Worten definiert das Computerprogramm 200 die Funktion des Computers 100 und dessen Interaktion mit dem Netzwerksystem 300. Das Computerprogrammerzeugnis 200 kann beispielsweise als Quellcode in einer beliebigen Programmiersprache und/oder als Binärcode in kompilierter Form (d.h. maschinenlesbarer Form) vorliegen. Ein Fachmann ist in der Lage, das Computerprogrammerzeugnis 200 in Verbindung mit jeder der zuvor erläuterten Unterstützungskomponente (z.B. Compiler, Interpreter, Betriebssystem) zu benutzen.

Obwohl das Computerprogrammerzeugnis 200 als im Speicher 120 gespeichert dargestellt ist, kann das Computerprogrammerzeugnis 100 aber auch an beliebig anderer Stelle (z.B. auf dem Speichermedium bzw. Programmträger 170) gespeichert sein.

Das Speichermedium 170 ist beispielhaft als außerhalb des Computers 100 angeordnet dargestellt. Um das Computerprogrammerzeugnis 200 auf den Computer 100 zu übertragen, kann das Speichermedium 170 in das Eingabegerät 140 eingeführt werden. Das Speichermedium 170 kann als ein beliebiger, computerlesbarer Träger implementiert werden, wie zum Beispiel als eines der zuvor erläuterten Medien (vgl. Speicher 120). Das Programmsignal 180, welches vorzugsweise über das Netzwerk 300 zum Computer 100 übertragen wird, kann ebenfalls das Computerprogrammerzeugnis 200 beinhalten bzw. ein Teil hiervon sein.

Schnittstellen zum Koppeln der einzelnen Komponenten des Computersystems 50 sind ebenfalls bekannt. Zur Vereinfachung sind die Schnittstellen nicht dargestellt.

Eine Schnittstelle kann beispielsweise eine serielle Schnittstelle, eine parallele Schnittstelle, ein Gameport, ein universeller serieller Bus (USB), ein internes oder externes Modem, ein Grafikadapter und/oder eine Soundkarte aufweisen.

Die unter Berücksichtigung der Anisometropie eines Brillenträgers optimierten Brillengläser bzw. Brillenglasflächen können z.B. mittels numerisch gesteuerter Werkzeuge aus Mineralglas oder Kunststoff hergestellt werden.

50
Computersystem
100, 10q
Computer
110
Prozessor
120
Speicher
130
Bus
140
Eingabevorrichtung
150
Ausgabevorrichtung
160
Benutzerschnittstelle
170
Speichermedium
180
Programmsignal
200
Computerprogrammerzeugnis
300
Netzwerk


Anspruch[de]
Verfahren zur Optimierung und Herstellung eines Brillenglases, umfassend einen Berechnungs- bzw. Optimierungsschritt zumindest einer der Flächen des Brillenglases unter Berücksichtigung einer Anisometropie D der Augen eines Brillenträgers,

wobei der Berechnungs- bzw. Optimierungsschritt derart erfolgt, daß eine Zielfunktion F minimiert wird:
wobei:

PR(i) eine prismatische Wirkung an der i-ten Bewertungsstelle des Brillenglases;

PL(i) eine prismatische Referenzwirkung an der i-ten Bewertungsstelle des Brillenglases;

Psoll(i) einen Sollwert der Differenz &Dgr;P der prismatischen Wirkung PR(i) und der prismatischen Referenzwirkung PL(i) an der i-ten Bewertungsstelle des Brillenglases; und

gPi eine Gewichtung der prismatischen Wirkung an der i-ten Bewertungsstelle des Brillenglases

bezeichnen;

und wobei die prismatische Referenzwirkung PL(i) die prismatische Wirkung in einem der i-ten Bewertungsstelle korrespondierenden Durchblickpunkt eines zweiten Brillenglases ist, und das Brillenglas und das zweite Brillenglas ein Brillenglaspaar zur gemeinsamen Verwendung in einer Brille zur Korrektur der Anisometropie des Brillenträgers bilden.
Verfahren nach Anspruch 1, wobei der Berechnungs- bzw. Optimierungsschritt derart erfolgt, daß die Differenz der vertikalen prismatischen Wirkung und der vertikalen prismatischen Referenzwirkung in der Zielfunktion F berücksichtigt wird:
wobei:

P&ngr;R(i) eine vertikale prismatische Wirkung an der i-ten Bewertungsstelle des Brillenglases;

P&ngr;L(i) eine vertikale prismatische Referenzwirkung an der i-ten Bewertungsstelle des Brillenglases;

P&ngr;soll(i) einen Sollwert der Differenz &Dgr;Pv der vertikalen prismatischen Wirkung und der vertikalen prismatischen Referenzwirkung an der i-ten Bewertungsstelle des Brillenglases; und

gP&ngr;i eine Gewichtung der vertikalen prismatischen Wirkung an der i-ten Bewertungsstelle des Brillenglases

bezeichnen.
Verfahren nach Anspruch 2, wobei der Berechnungs- bzw. Optimierungsschritt derart erfolgt, daß zusätzlich die Differenz der horizontalen prismatischen Wirkung und der horizontalen prismatischen Referenzwirkung in der Zielfunktion F berücksichtigt wird:
wobei:

PhR(i) eine horizontale prismatische Wirkung an der i-ten Bewertungsstelle des Brillenglases;

PhL(i) eine horizontale prismatische Referenzwirkung an der i-ten Bewertungsstelle des Brillenglases;

Phsoll(i) einen Sollwert der Differenz der horizontalen prismatischen Wirkung und der horizontalen prismatischen Referenzwirkung an der i-ten Bewertungsstelle des Brillenglases; und

gPhi eine Gewichtung der horizontalen prismatischen Wirkung Ph an der i-ten Bewertungsstelle des Brillenglases

bezeichnen.
Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei die den i-ten Bewertungsstellen korrespondierenden Durchblickpunkte des zweiten Brillenglases in Gebrauchsstellung des zweiten Brillenglases vor den Augen des Brillenträgers mittels Ray-Tracing unter Annahme der Orthotropie berechnet werden. Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei der Berechnungs- bzw. Optimierungsschritt derart erfolgt, daß zusätzlich zumindest eine weitere Eigenschaft des ersten Brillenglases in der Zielfunktion F berücksichtigt wird:
wobei:

A kist (i) eine tatsächliche Eigenschaft Ak an der i-ten Bewertungsstelle des ersten Brillenglases;

A ksoll (i) eine geforderte Eigenschaft Ak an der i-ten Bewertungsstelle des ersten Brillenglases; und

ga ki eine Gewichtung der Eigenschaft Ak an der i-ten Bewertungsstelle des ersten Brillenglases

bezeichnen.
Verfahren nach Anspruch 8, wobei die zumindest eine Eigenschaft des Brillenglases den Brechwert, den Refraktionsfehler und/oder den astigmatischen Fehler an der i-ten Bewertungsstelle des Brillenglases umfaßt. Verfahren nach Anspruch 7 oder 8, wobei die zumindest eine Eigenschaft des Brillenglases die Vergrößerung und/oder die Verzerrung des Brillenglases an der i-ten Bewertungsstelle des Brillenglases umfaßt. Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei der Berechnungs- bzw. Optimierungsschritt derart erfolgt, daß die Differenz &Dgr;P der prismatischen Wirkung des Brillenglases und der prismatischen Referenzwirkung an der i-ten Bewertungsstelle des Brillenglases kleiner als eine obere Grenze ist, und diese Grenze eine Funktion der Anisometropie D und des Abstandes r der i-ten Bewertungsstelle vom Prismenbezugspunkt ist: &Dgr;P(r) < k·r·D, wobei k eine Konstante kleiner als 1 ist. Verfahren nach Anspruch 8, wobei für die Differenz der vertikalen prismatischen Wirkungen k = 0,9, vorzugsweise k = 0,8 ist. Brillenglaspaar nach Anspruch 8 oder 9, wobei für die Differenz der horizontalen prismatischen Wirkungen k = 0,95, vorzugsweise k = 0,8 ist. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10, wobei das Brillenglas und das zweite Brillenglas Einstäkenbrillengläser sind. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 11, wobei das Brillenglas und das zweite Brillenglas progressive Brillengläser sind. Verfahren nach Anspruch 12, wobei der Berechnungs- bzw. Optimierungsschritt derart erfolgt, daß die Differenz der prismatischen Wirkung und der prismatischen Referenzwirkung im Fernbezugspunkt des Brillenglases kleiner als 1,3·D, vorzugsweise kleiner als 0,8·D ist. Verfahren nach Anspruch 12 oder 13, wobei der Berechnungs- bzw. Optimierungsschritt derart erfolgt, daß die Differenz der prismatischen Wirkung und der prismatischen Referenzwirkung im Nahbezugspunkt kleiner als 1,3·D, vorzugsweise kleiner als 1,0·D ist. Verfahren zur Optimierung und Herstellung eines Brillenglaspaares, wobei das Brillenglaspaar zur Korrektur einer Anisometropie D der Augen eines Brillenträgers ausgelegt ist und wobei zumindest eines der beiden Brillengläser des Brillenglaspaares nach dem Verfahren gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche optimiert wird. Computerprogrammerzeugnis, welches Programmteile enthält, welche ausgelegt sind, wenn geladen und ausgeführt auf einem Computer, ein Verfahren zur Optimierung zumindest einer der Flächen eines Brillenglases unter Berücksichtigung einer Anisometropie D der Augen eines Brillenträgers durchzuführen,

wobei das Verfahren zur Optimierung der zumindest einen Fläche des Brillenglases einen Berechnungs- bzw. Optimierungsschritt umfaßt, welcher derart erfolgt, daß eine Zielfunktion F minimiert wird:
wobei:

PR(i) eine prismatische Wirkung an der i-ten Bewertungsstelle des Brillenglases;

PL(i) eine prismatische Referenzwirkung an der i-ten Bewertungsstelle des Brillenglases;

Psoll(i) einen Sollwert der Differenz &Dgr;P der prismatischen Wirkung und der prismatischen Referenzwirkung an der i-ten Bewertungsstelle des Brillenglases; und

gPi eine Gewichtung der prismatischen Wirkung an der i-ten Bewertungsstelle des Brillenglases

bezeichnen;

und wobei die prismatische Referenzwirkung PL(i) die prismatische Wirkung in einem der i-ten Bewertungsstelle korrespondierenden Durchblickpunkt eines zweiten Brillenglases ist, und das Brillenglas und das zweite Brillenglas ein Brillenglaspaar zur gemeinsamen Verwendung in einer Brille zur Korrektur der Anisometropie des Brillenträgers bilden.
Speichermedium mit einem darauf gespeichertem Computerprogramm, wobei das Computerprogramm ausgelegt ist, wenn geladen und ausgeführt auf einem Computer, ein Verfahren zur Optimierung zumindest einer der Flächen eines Brillenglases unter Berücksichtigung einer Anisometropie D der Augen eines Brillenträgers durchzuführen,

wobei das Verfahren zur Optimierung des Brillenglases einen Berechnungs- bzw. Optimierungsschritt umfaßt, welcher derart erfolgt, daß eine Zielfunktion F minimiert wird:
wobei:

PR(i) eine prismatische Wirkung an der i-ten Bewertungsstelle des Brillenglases;

PL(i) eine prismatische Referenzwirkung an der i-ten Bewertungsstelle des Brillenglases;

Psoll(i) einen Sollwert der Differenz &Dgr;P der prismatischen Wirkung PR(i) und der prismatischen Referenzwirkung PL(i) an der i-ten Bewertungsstelle des Brillenglases; und

gPi eine Gewichtung der prismatischen Wirkung an der i-ten Bewertungsstelle des Brillenglases

bezeichnen;

und wobei die prismatische Referenzwirkung PL(i) die prismatische Wirkung in einem der i-ten Bewertungsstelle korrespondierenden Durchblickpunkt eines zweiten Brillenglases ist und das Brillenglas und das zweite Brillenglas ein Brillenglaspaar zur gemeinsamen Verwendung in einer Brille zur Korrektur der Anisometropie des Brillenträgers bilden.
Vorrichtung zur Herstellung eines Brillenglases, wobei die Vorrichtung umfaßt:

– Erfassungsmittel zum Erfassen von Zieldaten eines Brillenglases;

– Berechnungs- und Optimierungsmittel zum Berechnen und Optimieren zumindest einer Fläche des Brillenglases unter Berücksichtigung einer Anisometropie D der Augen eines Brillenträgers, wobei die Berechnungs- und Optimierungsmittel ausgelegt sind, eine Zielfunktion F zu minimieren, wobei gilt
wobei:

PR(i) eine prismatische Wirkung an der i-ten Bewertungsstelle des Brillenglases;

PL(i) eine prismatische Referenzwirkung an der i-ten Bewertungsstelle des Brillenglases;

Psoll(i) einen Sollwert der Differenz &Dgr;P der prismatischen Wirkung PR(i) und der prismatischen Referenzwirkung PL(i) an der i-ten Bewertungsstelle des Brillenglases; und

gPi eine Gewichtung der prismatischen Wirkung an der i-ten Bewertungsstelle des Brillenglases

bezeichnen;

und wobei die prismatische Referenzwirkung PL(i) die prismatische Wirkung in einem der i-ten Bewertungsstelle korrespondierenden Durchblickpunkt eines zweiten Brillenglases ist, und das Brillenglas und das zweite Brillenglas ein Brillenglaspaar zur gemeinsamen Verwendung in einer Brille zur Korrektur der Anisometropie des Brillenträgers bilden.
Brillenglaspaar zur Korrektur einer Anisometropie der Augen eines Brillenträgers mit einem ersten Brillenglas, welches zur Korrektur eines Fernpunktrefraktionsdefizits des ersten Auges des Brillenträgers ausgelegt ist, und einem zweiten Brillenglas, welches zur Korrektur eines Fernpunktrefraktionsdefizits des zweiten Auges des Brillenträgers ausgelegt ist, wobei die Differenz &Dgr;P = |PL – PR| der prismatischen Wirkungen in den korrespondierenden Durchblickpunkten des ersten und des zweiten Brillenglases kleiner als eine obere Grenze ist und diese Grenze eine Funktion der Differenz D der dioptrischen Wirkung im Prismenreferenzpunkt des ersten Brillenglases und der dioptrischen Wirkung im Prismenreferenzpunkt des zweiten Brillenglases und des Abstandes r des Durchblickpunktes vom Prismenbezugspunkt ist: &Dgr;P(r) < k·r·D, wobei k eine Konstante kleiner als 1 bezeichnet. Brillenglaspaar nach Anspruch 19, wobei für die Differenz der vertikalen prismatischen Wirkungen k = 0,9, vorzugsweise k = 0,8 ist. Brillenglaspaar nach Anspruch 19 oder 20, wobei für die Differenz der horizontalen prismatischen Wirkungen k = 0,95, vorzugsweise k = 0,8 ist. Brillenglaspaar nach einem der Ansprüche 19 bis 21, wobei das erste und das zweite Brillenglas Einstärkenbrillengläsern sind. Brillenglaspaar nach einem der Ansprüche 19 bis 21, wobei das erste und das zweite Brillenglas progressive Brillengläser sind. Brillenglaspaar nach Anspruch 23, wobei die Differenz der vertikalen und/oder horizontalen prismatischen Wirkungen in dem jeweiligen Fernbezugspunkt des ersten und des zweiten Brillenglases kleiner als 1,3 cm·D, vorzugsweise kleiner als 0,8 cm·D ist. Brillenglaspaar nach Anspruch 23 oder 24, wobei die Differenz der vertikalen und/oder horizontalen prismatischen Wirkungen im jeweiligen Nahbezugspunkt des ersten und des zweiten Brillenglases kleiner als 1,3 cm·D, vorzugsweise kleiner als 1,0 cm·D ist. Verwendung eines Brillenglaspaares nach einem der Ansprüche 19 bis 25 zur Korrektur einer Anisometropie eines Brillenträgers.






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