Die Erfindung betrifft ein Haushaltsgerät, insbesondere Gargerät,
mit mindestens zwei zueinander relativ bewegliche Kontaktelementen, die zumindest
teilweise in Kontakt miteinander stehen, wobei zumindest ein Kontaktelement eine
Beschichtung umfasst. Die Erfindung betrifft weiterhin Auszugssystem für ein
Haushaltsgerät, wobei das Auszugssystem Wälzkörper aufweist, die
in einem Wälzkörperkäfig angeordnet sind, wobei zumindest der Wälzkörperkäfig
eine Beschichtung aufweist.
Stand der Technik
Aus der Beschreibungseinleitung von DE
198 59 986 A1 ist ein gattungsgemäßes Auszugssystem bekannt.
Das Auszugssystem weist eine ortsfeste innere Schiene und eine bewegliche äußere
Schiene auf. Die bewegliche äußere Schiene ist über Kugeln auf der
ortsfesten inneren Schiene gelagert. Die Kugeln sind in einem Kugelkäfig drehbar
gehaltert. Der Käfig kann aus einem hochtemperaturfesten und gute Gleiteigenschaften
aufweisendem Material hergestellt werden, welches eine Kombination aus Kunststoff
und Kohlenstoff ist.
Aus EP 0 994 309 A2
ist eine Auszugsvorrichtung bekannt, die teilweise aus einem Garraum herausziehbare
Schienen aufweist. Diese sind in ortsfesten Führungen gleitend geführt.
Die Schienen und/oder die Führungen sind zumindest an ihren Gleitflächen
mit einem Gleitwerkstoff versehen.
Aus DE 102 11 470 A1
ist ein gattungsgemäßes Auszugssystem bekannt, das eine ortsfeste innere
Schiene, eine bewegliche Zwischenschiene und eine bewegliche Außenschiene aufweist.
Die Schienen sind mit einer einfach zu reinigenden auf PTFE basierten Schicht versehen.
Je nach Zugänglichkeit der Schienen bzw. von Bauteilen für Gargut und/oder
den Nutzer sind unterschiedliche Beschichtungsqualitäten vorgesehen. So lassen
sich Bauteilbereiche, die nach unten weisen, mit einer im Hinblick auf Reinigbarkeit
und/oder Abriebsfestigkeit geringeren Beschichtungsqualitäten ausrüsten,
als nach oben weisende Bauteilbereiche, die Gargutspritzern unmittelbar ausgesetzt
sind.
Aus DE 199 49 239 A1
ist eine Auszugsvorrichtung, insbesondere Teleskopauszugsvorrichtung, bekannt, bei
der Schienen mittels Kugellager oder Rollenlager an ortsfesten Führungen geführt
sind. Die Kugeln der Kugellager oder die Rollen der Rollenlager bestehen zumindest
an ihrer Oberfläche aus einem selbstschmierenden Werkstoff.
Aus DE 38 15 440 ist eine
Teleskopeinschubvorrichtung bekannt, die als ein Teleskopauszug mit einer ortsfesten
inneren Schiene, einer rollbaren mittleren Schiene und einer rollbaren äußeren
Schiene für den Gargutträger ausgebildet ist. An der mittleren Schiene
sind je zwei Rollen über Bolzen gelagert. In den Bolzen sind Rillen ausgebildet,
die der Aufnahme hochtemperaturbeständigen Fetts oder von Schmierpaste dienen.
Nachteilig bei diesen Vorrichtungen ist, dass der Schmierstoff entweder
chemisch nicht resistent ist, insbesondere nicht laugenbeständig ist, um einer
Reinigung mit aggressiven Reinigungsmitteln längerfristig zu widerstehen und/oder
bei einer Reinigung in einer Geschirrspülmaschine weggespült würde.
Aus DE 10 2004 019 104
A1 ist ein Auszugssystem für ein Haushaltsgerät, insbesondere
Gargerät, mit einem Auszugssystem bekannt, das Wälzkörper aufweist,
die in einem Wälzkörperkäfig angeordnet sind, wobei zumindest der
Wälzkörperkäfig eine Schmierstoffschicht aufweist. Von der Schmierstoffschicht
des Wälzkörperkäfigs abgeriebene Schmierstoffpartikel können
in dem Auszugssystem auch Lauf- oder Gleitflächen erreichen, die nicht mit
einer Schmierstoffschicht in Kontakt sind. Beschrieben wird hier die Verwendung
eines anorganischen Festschmierstoff, der im Gegensatz zu vielen anderen Schmierstoffen,
wie etwa Flüssigschmierstoffen aus Öl oder Fett, auch bei hohen Temperaturen
physiologisch unbedenklich ist. Beschrieben wird hier Graphit, das selbst bei sehr
hohen Temperaturen einsetzbar sowie chemisch resistent und auch kostengünstig
ist, als auch Molybdändisulfid, Bornitrid und Wolframdisulfid. Offenbart ist
weiterhin Lack als Bindemittel, das den Schmierstoff an der Schiene hält. Weitere
Auszugssystem sind in DE 10 2004 019
102 A1 und DE 10 2004 019 103
A1 offenbart.
Hierbei ist nachteilig, dass der aufzubringende Lack für eine
ausreichende Abriebbeständigkeit und chemische Widerstandsfähigkeit eingebrannt
werden muss, was den Herstellungsprozess vergleichsweise aufwendig macht. Komplexe
Bauteile lassen sich schwierig gleichmäßig pulverbeschichten, und insbesondere
im Bereich von Schnittkanten und Vertiefungen weist die Pulverbeschichtung Schwächen
auf.
Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, eine Möglichkeit für
ein Haushaltsgerät für dauerhaft gute Lauf- oder Gleiteigenschaften bei
einfacher und preisgünstiger Herstellung bereitzustellen, wobei die Lauf- oder
Gleiteigenschaften vorzugsweise durch übliche Reinigungsmittel weitgehend nicht
verändert werden und günstigerweise verbessert spülmaschinenfest
sind.
Die Aufgabe der Erfindung wird durch ein Haushaltsgerät, insbesondere
Gargerät, mit den Merkmalen des Patentsanspruchs 1 und ein Ausziehsystem mit
den Merkmalen des Patentsanspruchs 2 gelöst. Gemäß
Patentanspruch 1 oder 2 weist die Beschichtung zumindest ein Polyetherketon, PEK,
auf.
Der am längsten bekannte und wichtigste Vertreter dieser Gruppe
ist das Polyetheretherketon (PEEK), das hier bevorzugt verwendet wird. Seine Schmelztemperatur
beträgt 335 °C. Auch umfasst sind andere Abkömmlinge der PEK-Gruppe
(z.B. PEEEK, PEEKEK und PEKK), welche z. B. geringfügig andere Schmelzpunkte
aufweisen (z.B. PEKK 391 °C oder PEEEK 324 °C). Polyetherketone sind gegen
fast alle organischen und anorganischen Chemikalien beständig. Sie sind auch
bis ca. 280 °C beständig gegen Hydrolyse. Daher sind PEKs hochgradig spülmaschinenbeständig.
PEKs lassen sich zudem auf verschiedene Weise verarbeiten, z. B. in
Form einer Dispersion mit PEK-Pulver. So lassen sich im Vergleich zu Lack auch komplexe
Geometrien inkl. Schnittkanten und Vertiefungen gleichmäßig, einfach und
kostengünstig beschichten.
Ausserdem weisen PEKs im Gegensatz zu Lack/Bindemittel einen hervorragenden
Gleitreibungskoeffizient auf und können so je nach Belastungsprofil auch ohne
Schmierstoffzugabe eine ausreichend geringe Reibung sicherstellen. Dies ist insbesondere
zur Spülmaschinenfestigkeit vorteilhaft, wenn nach mehreren Spülmaschinendurchgängen
der Schmierstoff ausgewaschen sein sollte und so das PEK, insbesondere ein PEEK,
einen „Notlauf" übernehmen kann.
Das Material der Kontaktelemente bzw. Grundkörper ist dem Fachmann
bekannt und kann Z. B. Metall umfassen. Durch die herkömmlichen Grundkörper
wird auch bei höheren Temperaturen eine ausreichende mechanische Festigkeit
sichergestellt, z. B. bei Öfen auf hoher Temperatur, z. B. 300°C über
einen längeren Zeitraum.
Die Kontaktelemente können jegliche zumindest (zeitlich oder
örtlich) teilweise in Kontakt miteinander (z. B. Roll-, Gleit-, Wälz-,
Drehkontakt) stehende Elemente sein. Sie können Z. B. Teile eines Wälzlagers
sein, insbesondere ein Käfig und Wälzkörper. Andere Kontaktelemente
können Schienenpaare in Gleitkontakt oder Drehlager und Drehgegenlager umfassen.
Insbesondere in die PEK-Beschichtung auf sämtliche Bestandteile von Auszugssystemen
anwendbar, und zwar einzeln oder in Kombination, wie sie beispielsweise in
DE 10 2004 019 102 A1 und
DE 10 2004 019 103 A1,
DE 10 2004 019 104 A1 und
DE 38 15 440 beschrieben sind.
Die Aufgabe wird auch gelöst durch ein Auszugssystem für
ein Haushaltsgerät, insbesondere Gargerät, mit den Merkmalen des Anspruchs
2, mit einem Auszugssystem, das Wälzkörper aufweist, die sich in einem
Wälzkörperkäfig befinden, wobei zumindest der Wälzkörperkäfig
eine PEK-Beschichtung aufweist. Die weiteren Bauteile des Auszugssystems können
dagegen mit einer anderen Schicht beschichtet sein, etwa einer Korrosionsschutzschicht,
oder unbeschichtet sein.
Es ist besonders vorteilhaft, wenn die PEK-Beschichtung PEEK enthält.
Es ist zur verbesserten Schmierung vorteilhaft, wenn die PEK-Beschichtung
ein Schmiermittel enthält, Insbesondere bei dem genannten Auszugssystem können
aus der PEK-Schicht des Wälzkörperkäfigs abgeriebene Schmierstoffpartikel
auch Lauf- oder Gleitflächen erreichen, die nicht mit einer PEK-Beschichtung
in Kontakt sind. Dies reicht aus, um eine Leichtgängigkeit des Auszugssystems
auch dort aufrechtzuerhalten.
Besonders bevorzugt ist es, wenn der Schmierstoff ein anorganischer
Festschmierstoff ist. Ein derartiger Schmierstoff ist im Gegensatz zu vielen anderen
Schmierstoffen, wie etwa Flüssigschmierstoffen aus Öl oder Fett, auch
bei hohen Temperaturen, wie sie beispielsweise in einem Ofen auftreten, physiologisch
unbedenklich. Von Vorteil ist es, wenn der Schmierstoff chemisch resistent ist,
insbesondere laugenbeständig ist, um eine Reinigung in einer Geschirrspülmaschine
zu überstehen. In diesem Fall kann das Auszugssystem weiterhin chemisch aggressiven
Medien, beispielsweise Laugen in einer Geschirrspülmaschine, ausgesetzt werden.
Anorganische Festschmierstoffe können sich besonders einfach
aus einem Schichtgefüge lösen. Ein Verteilen des anorganischen Festschmierstoffes
auf den Bauteilen, die nicht mit dem Festschmierstoff beschichtet sind, ist daher
besonders einfach ermöglicht. Quietschgeräusche oder eine Schwergängigkeit
des Auszugssystems sind daher zuverlässig verhindert.
Es kann von Vorteil sein, wenn der Schmierstoff hochtemperaturbeständig
ist. Hierzu kommen insbesondere alle Schmierstoffe in Frage, die bis zu maximalen
Garbetriebstemperaturen (z. B. 300°C Reglerstellung + kurzzeitig 10 min Temperaturspitzen
von 330°C) beständig sind. Besonders bevorzugt ist es dabei, wenn als
Festschmierstoff Graphit verwendet wird: Graphit ist selbst bei sehr hohen Temperaturen
einsetzbar sowie chemisch resistent und auch kostengünstig. Weiterhin kann
als Festschmierstoff Molybdändisulfid verwendet werden. In diesem Fall kann
es jedoch bei sehr hohen Temperaturen wegen der Erzeugung von S2 problematisch
werden. Sofern die Fertigungskosten nur von nachrangiger Bedeutung sind, ist als
Festschmierstoff auch Bornitrid denkbar, das in allen Temperaturbereichen beständig und
physiologisch unbedenklich ist. Entsprechendes gilt auch für Wolframdisulfid.
Um die Abriebsfestigkeit der Schienenbeschichtung bzw. deren Schichtqualität
den Anforderungen entsprechend einzustellen, sind auch Kombinationen der oben genannten
Festschmierstoffe aus Graphit, Molybdändisulfid, Bornitrid oder Wolframdisulfid
denkbar.
Zur einfachen Einbringung des Festschmierstoffs in die PEK-Beschichtung
wird dieser vorzugsweise mechanisch eingebracht. Dies kann auf einfache Weise so
geschehen, dass ein PEK-beschichtetes Bauteil in einer beispielsweise mit Schmierstoff,
z. B. Graphit, gefüllten Trommel gedreht wird, wodurch sich die Schmierstoffpartikel
in der Oberfläche der PEK-Schicht einlagern.
Es kann aber auch günstig sein, wenn das Schmiermittel durch
Suspension in das PEK eingelagert wird.
Die Schichtdicke für die PEK-Beschichtung liegt bei mindestens
ca. 15 &mgr;m–20 &mgr;m. Geringere Schichtdicken sind machbar, aber nicht
bevorzugt, da die gewollten Eigenschaften der Schmierung und besonders der Abriebsfestigkeit
überproportional mit der Schichtstärke abnehmen.
Die Schmierung des Auszugssystems kann vorzugsweise über eine
nur auf dem Wälzkörperkäfig vorgesehenen, insbesondere schmierstoffhaltige,
PEK-Beschichtung erreicht werden. Andere Bauteile in dem Auszugssystem, etwa Schienen
oder Wälzkörper, müssen daher keine Schmierfunktion übernehmen.
Der Wälzkörperkäfig kann aus einem mechanisch belastbaren Material
bestehen, etwa Metall, vorzugsweise Stahl. In diesem Fall kann der Käfig einerseits
die Schmierung des Auszugssystems übernehmen. Andererseits kann der Wälzkörperkäfig
auch als Anschlag zur Begrenzung einer Bewegung der beweglichen Bauteile ausgebildet
sein. Dabei auftretende mechanische Belastungen könnten beispielsweise Wälzkörperkäfige
nicht standhalten, die nur aus einem Kunststoff oder aus Kohlenstoff bestehen.
Die Schmierung des Auszugssystems kann weiter verbessert werden, wenn
neben dem Wälzkörperkäfig noch mindestens ein weiteres Bauteil des
Auszugssystems mit der, insbesondere schmierstoffhaltigen, PEK-Beschichtung beschichtet
ist, beispielsweise eine ortsfeste und/oder eine bewegliche Schiene des Auszugssystems.
Besonders bevorzugt ist es, wenn die schmierstoffhaltige PEK-Beschichtung zusätzlich
auf eine bewegliche Schiene aufgebracht ist. Mittels der beweglichen Schiene wird
eine verbesserte Verteilung des Schmierstoffes im Auszugssystem erreicht. Die ortsfeste
Halteschiene kann dabei mit einer zweiten Schicht beschichtet sein oder unbeschichtet
sein. Für den Fall, dass zwischen der beweglichen Auszugsschiene und der ortsfesten
Halteschiene eine Zwischenschiene gelagert ist, ist es günstig, wenn die Zwischenschiene
mit der schmierstoffhaltigen PEK-Beschichtung beschichtet ist. In diesem Fall kann
die Zwischenschiene zusammen mit dem Wälzkörperkäfig sowohl die Auszugsschiene
als auch die Halteschiene mit Schmierstoff versorgen. Dabei kann fertigungstechnisch
vorteilig auf eine Beschichtung der Halteschiene und/oder der Auszugsschiene verzichtet
werden. Alternativ kann die äußere Auszugsschiene und/oder die ortsfeste
innere Halteschiene mit einer korrosionsbeständigen Schicht versehen werden.
Fertigungstechnisch bevorzugt ist es, wenn der Wälzkörperkäfig, und
dort insbesondere die Laschen, die die Kontaktstellen zur Kugel darstellen, vollständig
mit der beschichtet ist. Im Vergleich zu einer nur teilweisen Beschichtung der Zwischenschiene
kann somit der Beschichtungsvorgang wesentlich vereinfacht werden.
Spielt der Fertigungsaufwand zum Aufbringen der PEK-Beschichtung auf
den Wälzkörperkäfig oder auf die Schiene nur eine untergeordnete
Rolle, so ist es denkbar, mehrere PEK-Schichten mit verschiedenen Eigenschaften
aufzutragen. In diesem Fall kann eine unterste Schichtlage einen großen Anteil
PEK und entsprechend wenig Festschmierstoff aufweisen. Dadurch ist eine abriebsfeste
Halterung des Schmierstoffs auf der Schiene gesichert. Eine oberste Lage kann dagegen
wenig PEK und dafür einen hohen Anteil an Festschmierstoff aufweisen. Dadurch
ist die Schmiereigenschaft z. B. der Zwischenschiene erhöhbar.
Bei mehreren Schichten oder einer Gradientenschicht kann auch die
Art oder Zusammensetzung der PEK-Derivate in Anhängigkeit von der Schichttiefe
unterschiedlich sein.
Darüber hinaus kann die PEK-Beschichtung weitere Füllstoffe,
etwa aus Keramik enthalten, um dessen Schichtqualität oder Abriebsfestigkeit
einzustellen.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform kann das Auszugssystem
herausnehmbar in dem Gargerät gehaltert sein. In diesem Fall ist einerseits
eine einfache Reinigung des Auszugssystems außerhalb des Gargeräts erreicht.
Andererseits kann beispielsweise bei einem Pyrolysebetrieb im Gargerät das
Auszugssystem herausgenommen werden, um es nicht den hohen Temperaturen im Pyrolysebetrieb
auszusetzen.
Bevorzugt kann der Wälzkörperkäfig in einem Hohlraum
der beweglichen Bauteile bzw. der Schienen des Auszugssystems angeordnet sein, wodurch
der Wälzkörperkäfig vor Verunreinigungen geschützt ist. Daher
kann der Wälzkörperkäfig sogar eine, insbesondere schmierstoffhaltige,
PEK-Beschichtung aufweisen, die zwar eine herausragende Schmiereigenschaft
aufweist, jedoch aufgrund ihrer Hafteigenschaft nur schwer zu reinigen ist.
Ausführungsbeispiel
Nachfolgend sind zwei Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand
der beigefügten Figuren beschrieben. Es zeigen:
1 gemäß dem ersten Ausführungsbeispiel
ein Auszugssystem in einem Gargerät;
2 in einer Schnittdarstellung das Auszugssystem des
Gargeräts;
3 einen Kugelkäfig des Auszugssystems; und
4 gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel
einen vergrößerten Ausschnitt aus einem Auszugssystem.
In der 1 ist gemäß dem ersten
Ausführungsbeispiel ein Gargerät mit einer Gargerätemuffel
1 dargestellt, die einen Garraum eingrenzt. Das Gargerät weist eine
Schwenktür 3 zum Schließen einer frontseitigen Muffelöffnung
5 auf. In der 1 ist die Schwenktür
3 in einem geöffneten Zustand dargestellt. An gegenüberliegenden
Seitenwänden 9 der Gargerätemuffel 1 sind korrespondierende
seitliche Führungsstäbe 11 sowie ein Auszugssystem, bestehend
aus zwei gegenüberliegenden Teleskopauszügen 13, gehaltert. Die
Teleskopauszüge 13 sind in einer obersten von vier horizontalen Garraumebenen
herausnehmbar gehaltert. In den darunter liegenden drei Garraumebenen sind jeweils
die korrespondierenden Führungsstäbe 11 herausnehmbar gehaltert.
Auf den beiden korrespondierenden untersten Führungsstäben 11
stützt sich ein Backblech 13 ab, das teilweise aus der Gargerätemuffel
1 herausgeschoben ist. Die Führungsstäbe 11 sind muffelfrontseitig
jeweils in einer Lagerbuchse 15 eingesteckt. Diese ist in einer Montageöffnung
der Muffelseitenwand 9 montiert. Die Teleskopauszüge 13 sind
mit einer Halteplatte 14 ausgebildet, die jeweils in eine Ringnut
16 der Lagerbuchse 15 eingehängt ist. Im Bereich einer Muffelrückwand
17 sind die Führungsstäbe 11 sowie die Teleskopauszüge
13 jeweils in einer Montageöffnung 19 gelagert. Sowohl die
Führungsstäbe 11 als auch die Teleskopauszüge
13 sind werkzeugfrei von einem Benutzer aus der Muffel 1 zu lösen.
Vorliegend ist das Auszugssystem 13 als ein Teleskopauszug
ausgebildet. Der Teleskopauszug 13 ist gemäß der 2
in einer in der 1 gezeigten Blickrichtung
1 im Querschnitt dargestellt. Der Teleskopauszug 13 weist eine
untere Halteschiene 23 auf, die über die Halteplatte 14 ortsfest
an der Muffelseitenwand 9 gehaltert ist.
Sowohl die Halteplatte 14 als auch die Lagerbuchse
15 sind in der 2 mit gestrichelten Linien
dargestellt. Neben der ortsfesten Halteschiene 23 besteht der Teleskopauszug
13 aus einer beweglichen Zwischenschiene 25 sowie einer ebenfalls
beweglichen Auszugsschiene 27. Die Zwischenschiene 25 ist über
Kugeln 29 zwischen der Auszugsschiene 27 und der ortsfesten Halteschiene
23 gelagert.
Die Ausgestaltung der Schienen 23, 25,
27 ist nicht auf das vorliegende Ausführungsbeispiel beschränkt.
So kann die Halteschiene 23 auch wie ein Rundstab 11 ausgebildet
sein. Auf der Halteschiene 23 kann die Auszugsschiene auch über andere
Wälzkörper gelagert geführt sein. Dabei ist die Ausgestaltung der
Auszugsschiene 27 nicht auf das vorliegende Ausführungsbeispiel beschränkt.
Vielmehr kann die Auszugsschiene 27 auch als ein Schlitten, ein Läufer
oder ein sonstiges Auszugselement ausgebildet sein. Zwischen dem Auszugselement
27 und der Halteschiene 23 kann auch auf die Anordnung der Zwischenschiene
25 verzichtet werden.
Die Halteschiene 23 und die Auszugsschiene 27 bestehen
gemäß der 2 aus zueinander identisch ausgebildeten
U-Profil-Teilen aus einem unbeschichteten Stahlblech. Die beiden Schienen
23, 27 sind mit ihren offenen Seiten einander zugewandt angeordnet.
Sie begrenzen einen im Wesentlichen geschlossenen Hohlraum 31, in dem die
Zwischenschiene 25 angeordnet ist. Das heißt, dass zumindest im eingeschobenen
Zustand des Teleskopauszuges 13 die Zwischenschiene 25 nahezu
vollständig von der Auszugsschiene 27 und der Halteschiene
23 umschlossen ist. Fettspritzer, Verschmutzungen oder dergleichen werden
daher von den Kugeln 29 und von der Zwischenschiene 25 ferngehalten.
Um ein leichtgängiges Herausziehen und Zusammenschieben des Auszugssystems
zu gestatten, ist die Zwischenschiene 25 mit einer schmierstoffhaltigen
PEEK-Schicht 33 beschichtet. Die schmierstoffhaltige PEEK-Schicht
33 ist in der 2 in übertriebener Schichtdicke
dargestellt. Die Schichtdicke liegt realistischerweise in einem Bereich von mindestens
zwischen 15 und 20 &mgr;m. Im Gegensatz zur Zwischenschiene 33 sind sowohl
die Kugeln 29 als auch die Halteschiene 23 und die Auszugsschiene
27 nicht mit der schmierstoffhaltigen PEEK-Schicht 33 beschichtet,
sondern unbeschichtet. Dadurch laufen die Kugeln 29 einerseits auf der
schmierstoffhaltigen PEEK-Schicht 33 der Zwischenschiene 25 und
andererseits auf den unbeschichteten Laufflächen der Halteschiene
23 und der Auszugsschiene 27.
Die Oberflächeneigenschaften der Metalloberfläche der Kugeln
29, der Halteschiene 23 sowie der Auszugsschiene 27 einerseits
und der schmierstoffhaltigen PEEK-Schicht 33 andererseits
sind unterschiedlich. Aufgrund dieser unterschiedlichen Oberflächeneigenschaften
ergibt sich ein besonders gutes Abrollverhalten der Kugeln 29 und somit
gute Laufeigenschaften des Auszugssystems.
Alternativ kann die Halteschiene 23 und/oder die Auszugsschiene
27 mit einer zweiten Schicht beschichtet sein, wie sie in der
2 mit dem Bezugszeichen 34 mit gestrichelter
Linie angedeutet ist. Die beiden unterschiedlichen Schichten 33 und
34 weisen unterschiedliche Oberflächeneigenschaften auf. Insbesondere
kann bei einer unterschiedlichen Oberflächenhärte das Abrollverhalten
der Kugel 29 verbessert werden. Die zweite Schicht 34 kann etwa
als eine korrosionsbeständige Schicht ausgebildet sein.
Vorliegend weist die schmierstoffhaltige PEEK-Schicht 33
Partikel aus einem anorganischen Festschmierstoff, wie etwa Graphit auf. Zur Herstellung
der Schmierstoffschicht 33 wird zunächst ein Pulver des anorganischen
Festschmierstoffs in PEEK suspendiert und damit anschließend die Zwischenschiene
25 beschichtet.
Aufgrund der sehr guten Fließeigenschaften (alle Bereiche einschließlich
Schnittkanten werden erreicht) kann die PEEK-Suspension gleichmäßig aufgebracht
und anschließend Wärmebehandelt werden, wobei die PEEK-Partikel zu einer
PEEK-Schicht verschmelzen.
Die schmierstoffhaltige PEEK-Schicht 33 der Zwischenschiene
25 reicht aus, um auch zwischen den Kugeln 29 und der Auszugsschiene
27 bzw. der Halteschiene 23 genügend Schmierstoff einzubringen.
Die in der 2 dargestellten U-profil-förmigen Schienen
23, 27 eignen sich dabei besonders gut, die Zwischenschiene
33 vor Verunreinigungen zu schützen. Bei den in der 2
gezeigten Schienen genügt es, die schmierstoffhaltige PEEK-Schicht
33 nur bezüglich ihrer Schmiereigenschaften anzupassen.
Gemäß den 2 sind die Kugeln
29 in zwei gegenüberliegenden Kugelkäfigen 37 angeordnet.
Die Kugeln 29 sind in den Kugelkäfigen 37 drehbar gehaltert.
Einer der Kugelkäfige 37 in der 3 gezeigt.
Der Kugelkäfig 37 besteht aus einem dünnen Stahlblech, das zu
einem Winkelteil mit drei im Profil trapezförmig angeordneten Seiten
39 geformt ist. In jeder der Seiten 39 sind Aussparungen
41 ausgeschnitten. Die Aussparungen 41 sind je Seite
39 in zwei hintereinander liegenden Reihen angeordnet. Die beiden Reihen
sind über einen Mittelabschnitt 43 des Kugelkäfigs
37 beabstandet sind. Jede Aussparung 41 ist teilweise von einem
abgewinkelten Prägerand 45 begrenzt, der die Kugel 29 in
der Aussparung 41 hält. An einer der Kugel 29 zugewandten
Seite weist der abgewinkelte Prägerand 45 eine Abriebsfläche
46 auf.
Die in den 2 und 3
gezeigten Kugelkäfige 37 sind mit der schmierstoffhaltigen PEEK-Schicht
33 beschichtet. In der 2 ist die auf dem Kugelkäfig
37 aufgebrachte schmierstoffhaltige PEEK-Schicht 33 mit gestrichelter
Linie angedeutet. In der 3 ist die auf dem Kugelkäfig
37 aufgebrachte schmierstoffhaltige PEEK-Schicht 33 in Schraffur
angedeutet. Dadurch kann aufgrund der Rotation der Kugeln 29 an der Abriebsfläche
46 des abgewinkelten Prägerands 45 ein geringfügiger
Schmierstoffabrieb erzeugt werden. Der Abrieb wird durch die Verstellbewegung des
Teleskopauszuges 13 entlang der Laufflächen der Schienen
25, 23, 27 verteilt. Dadurch wird das Auszugsverhalten
des Auszugssystems dauerhaft verbessert. Ferner werden Quietschgeräusche oder
eine Schwergängigkeit bei der Betätigung des Teleskopauszugs wirksam reduziert.
Das Aufbringen der schmierstoffhaltigen PEEK-Schicht 33 auf den Kugelkäfig
37 erfolgt dabei wie das Aufbringen der schmierstoffhaltigen PEEK-Schicht
33 auf die jeweilige Schiene.
Die Kugelkäfige 37 sind zwischen den Schienen
23, 25, 27 in Längsrichtung frei beweglich. Die
Stirnseiten 47 jedes Kugelkäfigs 37 dienen in dem in der
2 gezeigten Teleskopauszug 13 als Anschläge,
die eine Längsbewegung der Schienen 23, 25, 27 begrenzen.
Der Teleskopauszug 13 kann daher so lange auseinander gezogen werden, bis
die Stirnseiten 47 des Kugelkäfigs 37 in Anlage mit entsprechenden,
nicht gezeigten Schienen-Anschlägen kommen.
Der Kraftfluß beim Anschlag erfolgt über eine Prägung
in der Schiene 23 auf Kugeln 29 von dort auf den Käfig
37. Vom Käfig 37 geht der Kraftfluß weiter auf andere
Kugeln 29 und über diese weiter an eine Prägung in der Schiene
25. Über Prägungen in der Schiene 25 fließt die
Kraft über Kugeln 29 in den nächsten Käfig 37.
Vom Käfig 37 über die Kugeln 29 in Prägungen der
Schiene 27.
In der 4 ist in einem zweiten Ausführungsbeispiel
ein vergrößerter Ausschnitt aus einem Auszugssystem gezeigt, in dem der
Kugelkäfig 37 alternativ ausgestaltet ist. Gezeigt sind die Zwischen
schiene 25 und die Halteschiene 23, die über die im Kugelkäfig
37 gehalterten Kugeln 29 verschiebbar gelagert sind. Im Unterschied
zur 3 ist der abgewinkelte Prägerand
45 jeder Aussparung 41 als ein hochgezogener Kragen ausgebildet.
Der hochgezogene Kragen 45 ist wie ein Zylinderabschnitt oder Hülsenabschnitt
ausgebildet, der die Kugel 29 vollständig umzieht. Dadurch ist im
Vergleich zur 3 die der Kugel 29 zur Verfügung
stehende Abriebsfläche 46 des Kugelkäfigs 37 vergrößert.
Aufgrund der Rotation der Kugeln 29 kann daher eine größere Schmierstoffmenge
von dem Kugelkäfig abgetragen werde, die dem Auszugssystem zur Schmierung zur
Verfügung steht.
Selbstverständlich ist die Erfindung nicht auf das gezeigte beispielhafte
Auszugssystem beschränkt, sondern kann auf alle relativbeweglichen, kontaktierenden
Vorrichtungen angewandt werden.
- 1
- Gargerätemuffel
- 3
- Schwenktür
- 5
- frontseitige Muffelöffnung
- 9
- Seitenwände
- 11
- Führungsstäbe
- 13
- Teleskopauszüge
- 14
- Halteplatte
- 15
- Lagerbuchse
- 16
- Ringnut
- 17
- Muffelrückwand
- 19
- Montageöffnung
- 23
- Halteschiene
- 25
- Zwischenschiene
- 27
- Auszugsschiene
- 29
- Kugeln
- 31
- Hohlraum
- 33
- PEEK-Schicht
- 34
- zweite Schicht
- 37
- Kugelkäfige
- 39
- Seiten
- 41
- Aussparungen
- 43
- Mittelabschnitt
- 45
- Prägerand
- 46
- Abriebsfläche
- 47
- Stirnseiten