Gebiet der vorliegenden Erfindung
Im Allgemeinen betrifft die vorliegende Erfindung die Herstellung
integrierter Schaltungen und betrifft insbesondere die Herstellung von Transistoren
mit verformten Kanalgebieten, wobei verformungsinduzierende Quellen eingesetzt werden,
etwa eine eingebettete verformte Schicht in den Drain- und Sourcegebieten, um damit
die Ladungsträgerbeweglichkeit in dem Kanalgebiet eines MOS-Transistors zu
erhöhen.
Beschreibung des Stands der Technik
Die Herstellung integrierter Schaltungen erfordert das Ausbilden einer
großen Anzahl an Transistorelementen auf einer vorgegebenen Chipfläche
gemäß einer spezifizierten Schaltungsanordnung. Im Allgemeinen werden
mehrere Prozesstechnologien gegenwärtig eingesetzt, wobei für komplexe
Schaltungen, etwa Mikroprozessoren, Speicherchips und dergleichen die CMOS-Technologie
gegenwärtig eine der vielversprechendsten Lösungen ist auf Grund der guten
Eigenschaften im Hinblick auf die Arbeitsgeschwindigkeit und/der Leistungsaufnahme
und/oder Kosteneffizienz. Während der Herstellung komplexer integrierter Schaltungen
unter Anwendung der CMOS-Technologie werden Millionen Transistoren, d. h. n-Kanaltransistoren
und p-Kanaltransistoren, auf einem Substrat hergestellt, das eine kristalline Halbleiterschicht
aufweist. Ein MOS-Transistor enthält, unabhängig davon, ob ein n-Kanaltransistor
oder ein p-Kanaltransistor betrachtet wird, sogenannte pn-Übergänge, die
durch eine Grenzfläche stark dotierter Drain- und Source-Gebiete mit einem
invers dotierten Kanalgebiet gebildet sind, das zwischen dem Daingebiet und dem
Sourcegebiet angeordnet ist. Die Leitfähigkeit des Kanalgebiets, d. h. das
Durchlassstromvermögen des leitenden Kanals, wird durch eine Gateelektrode
gesteuert, die in der Nähe des Kanalgebiets ausgebildet und davon durch eine
dünne isolierende Schicht getrennt ist. Die Leitfähigkeit des Kanalgebiets
beim Erzeugen eines leitenden Kanals auf Grund des Anlegens eines geeigneten Steuerspannung
an die Gateelektrode hängt von der Dotierstoffkonzentration, der Beweglichkeit
der Majoritätsladungsträger und – für eine gegebene Ausdehnung
des Kanalgebiets in der Transistorbreitenrichtung – von dem Abstand zwischen
dem Sourcegebiet und dem Draingebiet ab, der auch als Kanallänge bezeichnet
wird. Somit bestimmt in Verbindung mit der Fähigkeit, rasch einen leitenden
Kanal unterhalb der isolierenden Schicht beim Anlegen der Steuerspannung an der
Gateelektrode aufzubauen, die Gesamtleitfähigkeit des Kanalgebiets im Wesentlichen
das Leistungsverhalten der MOS-Transistoren. Somit ist die Verringerung der Kanallänge
– und damit verknüpft die Verringerung des Kanalwiderstands –
ein wesentliches Entwurfskriterium, um eine Zunahme der Arbeitsgeschwindigkeit integrierter
Schaltungen zu erreichen.
Die ständige Reduzierung der Transistorabmessungen zieht jedoch
eine Reihe von damit verknüpften Problemen nach sich, etwa die geringere Steuerbarkeit
des Kanals, was auch als Kurzkanaleffekt bezeichnet wird, und dergleichen, die es
zu lösen gilt, um nicht in unerwünschter Weise die Vorteile aufzuheben,
die durch das stete Verringern der Kanallänge von MOS-Transistoren erreicht
werden. Da die ständige Verringerung der Größe der kritischen Abmessungen,
d. h. der Gatelänge der Transistoren, die Anpassung und möglicherweise
die Entwicklung neuer äußerst komplexer Prozessverfahren beispielsweise
zum Kompensieren der Kurzkanaleffekte erfordert, wurde auch vorgeschlagen, die Kanalleitfähigkeit
der Transistorelemente durch Verbessern der Ladungsträgerbeweglichkeit in dem
Kanalgebiet für eine vorgegebene Kanallänge zu erhöhen, wodurch die
Möglichkeit geschaffen wird, eine Leistungssteigerung zu erreichen, die vergleichbar
mit dem Weitergehen zu einem künftigen Technologiestandard ist, wobei viele
der Probleme vermieden oder zeitlich verzögert werden, die bei Prozessanpassungen,
die mit der Größenreduzierung verknüpft sind, angetroffen werden.
Des weiteren kann eine höhere Ladungsträgerbeweglichkeit auch andere Mechanismen
kompensieren, die zum Reduzieren von Kurzkanaleffekten, etwa die Erhöhung der
Dotierstoffkonzentrationen im Kanalgebiet, und dergleichen, erfordern.
Ein effizienter Mechanismus zum Erhöhen der Ladungsträgerbeweglichkeit
ist die Modifizierung der Gitterstruktur in dem Kanalgebiet, indem beispielsweise
eine Druckverspannung oder Zugverspannung in der Nähe des Kanalgebiets erzeugt
wird, um damit eine entsprechende Verformung in dem Kanalgebiet zu erzeugen, die
zu einer modifizierten Beweglichkeit für Elektronen bzw. Löcher führt.
Beispielsweise kann für eine typische Transistorkonfiguration, d. h. mit einem
Siliziumkristall mit einer (100) Oberflächenorientierung, in der die Kanallänge
entlang der <110> Orientierung ausgerichtet ist, eine uniaxiale kompressive
Verformung entlang der Kanallängenrichtung in dem Kanalgebiet die Beweglichkeit
von Löchern erhöhen, wodurch die Möglichkeit geschaffen wird, die
Leistungsfähigkeit von p-Transistoren zu verbessern. Andererseits kann das
Erzeugen einer Zugverformung in dem Kanalgebiet eines n-Kanaltransistors die Elektronenbeweglichkeit
erhöhen. Die Einführung einer Verspannungs- oder Verformungstechnologie
in den Herstellungsablauf für integrierte Schaltungen ist ein äußerst
vielversprechender Ansatz für künftige Bauteilgenerationen, da beispielsweise
verformtes Silizium als eine „neue" Art an Halbleitermaterial betrachtet
werden kann, die die Herstellung schneller und leistungsfähiger
Halbleiterbauelemente ermöglicht, ohne dass teure Halbleitermaterialien erforderlich
sind, während viele der gut etablierten Fertigungsverfahren weiterhin eingesetzt
werden können.
Daher wird in einigen Lösungsansätzen die Löcherbeweglichkeit
von PMOS-Transistoren verbessert, indem eine verformte Silizium/Germanium-Schicht
in den Drain- und Sourcegebieten der Transistoren ausgebildet wird, wobei die kompressiv
verformten Drain- und Source-Gebiete eine Verformung in dem benachbarten Siliziumkanalgebiet
hervorrufen. Dazu werden entsprechende Seitenwandabstandshalter an der Gateelektrode
ausgebildet, wie dies für die Definition der Silizium/Germanium-Gebiete erforderlich
ist, während die Gateelektrode durch eine Deckschicht abgedeckt ist. In ähnlicher
Weise werden die NMOS-Transistoren vollständig mittels einer Deckschicht abgedeckt.
Anschließend werden die Gebiete der PMOS-Transistoren, die durch die Seitenwandabstandshalter
freigelegt sind, selektiv vertieft, während die Gateelektrode und die NMOS-Transistoren
maskiert sind. Danach wird eine stark dotierte Silizium/Germanium-Schicht in dem
PMOS-Transistor durch epitaktische Wachstumsverfahren gebildet. Da die natürliche
Gitterkonstante von Silizium/Germanium größer ist als jene von Silizium,
wächst die epitaktisch gewachsene Silizium/Germanium-Schicht, die den Gitterabstand
des Siliziums annimmt, unter kompressiver Verformung auf, die effizient in das Kanalgebiet
übertragen wird, wodurch das Silizium dann im Wesentlichen entlang der Kanallängenrichtung
kompressiv verformt wird. Dieses Integrationsschema führt zu einer deutlichen
Leistungssteigerung der p-Kanaltransistoren.
Da die weitere Bauteilgrößenreduzierung weitere, die Leistung
reduzierende Mechanismus zur Verringerung der Kurzkanaleffekte erfordern kann, etwa
erhöhte Dotierstoffpegel in dem Kanalgebiet, Dielektrika mit großem &egr;
in der Gateisolationsschicht und dergleichen, ist es jedoch äußerst wichtig,
effiziente Verfahren zur Kompensierung oder Überkompensierung derartiger, der
die Beweglichkeit beeinträchtigender Lösungsansätze zu kompensieren,
indem die Ladungsträgerbeweglichkeit für p- und n-Kanaltransistoren effizient
erhöht wird, indem verformungsinduzierende Mechanismen effizienter eingesetzt
und/oder miteinander kombiniert werden, etwa verformtes Silizium/Germanium-Material,
verformtes Silizium/Kohlenstoffmaterial, und dergleichen.
Angesichts der zuvor beschriebenen Situation besteht ein Bedarf für
eine verbesserte Technik, die eine effiziente Zunahme der Leistungsfähigkeit
von n-Kanaltransistoren ermöglicht, während eines oder mehrere der zuvor
genannten Probleme vermieden oder zumindest in ihrer Auswirkung reduziert werden.
Überblick über die Erfindung
Im Allgemeinen richtet sich die vorliegende Erfindung an eine Technik
zum Verbessern der Verformung in einem Kanalgebiet eines Transistorelements durch
Vorsehen eines verspannten Materials in der Gateelektrode, um damit eine biaxiale
Verformung in dem Kanalgebiet hervorzurufen. Folglich kann zusätzlich zu anderen
verformungsinduzierenden Quellen, etwa verformten Halbleitermaterialien in den Drain-
und Sourcegebieten, Verspannungsschichten, die über den Transistoren ausgebildet
sind, und dergleichen, eine spezielle Art einer biaxialen Verspannung in der Gateelektrode
zu einer deutlich erhöhten Leistungssteigerung entsprechender Transistorelemente
beitragen. Beispielsweise wird in siliziumbasierten CMOS-Technologien häufig
eine Standardkonfiguration eingesetzt, in der das siliziumbasierte Halbleitermaterial
eine Oberflächenorientierung (100) aufweist, während die Längenrichtung
der entsprechenden Kanalgebiete häufig entlang der <110> Orientierung
angeordnet ist. In diesem Falle kann eine uniaxiale Zugverformung in dem Kanalgebiet
entlang der Kanallängenrichtung deutlich die Elektronenbeweglichkeit verbessern,
während eine uniaxiale Druckverformung die Löcherbeweglichkeit verbessern
kann. Andererseits kann eine uniaxiale Verformung in der Kanalbreitenrichtung ebenso
deutlich die Ladungsträgerbeweglichkeit beeinflussen, wobei für die oben
beschriebene Konfiguration eine Zugverformung die Löcherbeweglichkeit sowie
die Elektronenbeweglichkeit erhöhen kann, wodurch die Möglichkeit geschaffen
wird, das Leistungsverhalten einer oder beider Transistorarten in einem CMOS-Bauelement
deutlich zu verbessern.
Gemäß einer anschaulichen Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung umfasst ein Halbleiterbauelement ein im Wesentlichen kristallines Halbleitergebiet
und eine erste Gateelektrode, die über dem im Wesentlichen kristallinen Halbleitergebiet
ausgebildet ist, um ein erstes Kanalgebiet darin zu definieren. Das erste Kanalgebiet
besitzt eine Längenrichtung und eine Breitenrichtung, wobei die erste Gateelektrode
eine biaxiale Zugverspannung besitzt, die eine biaxiale Verformung in dem ersten
Kanalgebiet entlang der Kanallängenrichtung und der Kanalbreitenrichtung hervorruft.
Gemäß einer noch weiteren anschaulichen Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung umfasst ein Verfahren das Bilden einer ersten Vertiefung
in einer Gateelektrode eines ersten Transistors und das Füllen mindestens eines
Teils der ersten Vertiefung mit einem leitenden Material, das eine biaxiale Zugverspannung
aufweist, um damit eine biaxiale Zugverformung in einem Kanalgebiet des ersten Transistors
hervorzurufen.
Gemäß einer noch weiteren anschaulichen Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung umfasst ein Verfahren das Bilden einer ersten Vertiefung
in einer Gateelektrode und einer zweiten Vertiefung in Drain- und Source-Gebieten
eines ersten Transistors in einem gemeinsamen Prozess. Ferner wird ein Silizium/Germanium-Material
in der ersten und der zweiten Vertiefung mittels eines selektiven epitaktischen
Wachstumsprozesses gebildet.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
Weitere Vorteile, Aufgaben und Ausführungsformen der vorliegenden
Erfindung sind in den angefügten Patentansprüchen definiert und gehen
deutlicher aus der folgenden detaillierten Beschreibung hervor, wenn diese mit Bezug
zu den begleitenden Zeichnungen studiert wird, in denen:
1a schematisch eine Draufsicht eines Transistors zeigt,
der eine Gateelektrode aufweist, die eine biaxiale zugverformungshervorrufendes
Material gemäß anschaulicher Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung
erhält;
1b und 1c schematisch
Querschittsansichten des Transistors aus 1a in weiter
fortgeschrittenen Fertigungsphasen gemäß anschaulicher Ausführungsformen
zeigen;
1d schematisch eine perspektivische Ansicht eines Transistors
mit einer biaxial verspannten Gateelektrode und einer zusätzlichen verformungsinduzierenden
Quelle gemäß anschaulicher Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung
zeigt;
1e bis 1f schematisch
Querschnittsansichten des Transistors aus 1d in weiter
fortgeschrittenen Fertigungsphasen zeigen;
2a bis 2e schematisch
Querschnittsansichten eines Halbleiterbauelements mit unterschiedlichen Arten an
Transistoren zeigen, die eine biaxial verspannte Gateelektrode in Verbindung mit
einer Verspannungsschicht gemäß anschaulicher Ausführungsformen der
vorliegenden Erfindung erhalten;
3a bis 3d schematisch
Querschnittsansichten eines Halbleiterbauelements mit zwei Transistoren zeigen,
wovon einer zusätzlich zu einer biaxial verspannten Gateelektrode ein verformtes
Halbleitermaterial selektiv zu dem anderen Transistor gemäß anschaulicher
Ausführungsformen erhält; und
4a bis 4d schematisch
Querschnittsansichten eines Halbleiterbauelements mit zwei Transistorbauelementen
zeigen, die biaxial verspannte Gateelektroden und unterschiedliche Arten eines verformtes
Halbleitermaterials in den entsprechenden Drain- und Source-Gebieten gemäß
noch anderer anschaulicher Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung erhalten.
Detaillierte Beschreibung
Obwohl die vorliegende Erfindung mit Bezug zu den Ausführungsformen
beschrieben wird, wie sie in der folgenden detaillierten Beschreibung sowie in den
Zeichnungen dargestellt sind, sollte es selbstverständlich sein, dass die folgende
detaillierte Beschreibung sowie die Zeichnungen nicht beabsichtigen, die vorliegende
Erfindung auf die speziellen anschaulichen offenbarten Ausführungsformen einzuschränken,
sondern die beschriebenen anschaulichen Ausführungsformen stellen lediglich
beispielhaft die diversen Aspekte der vorliegenden Erfindung dar, deren Schutzbereich
durch die angefügten Patentansprüche definiert ist.
Im Allgemeinen betrifft die vorliegende Erfindung eine Technik zur
Verbesserung des Transistorleistungsvermögens, indem eine geeignete Verformung
in entsprechenden Kanalgebieten von Transistorelementen hervorgerufen wird. Wie
zuvor erläutert ist, werden eine Vielzahl von Prozesstechnologien eingesetzt,
um eine geeignete Verformung, d. h. eine Zugverformung oder eine Druckverformung
für ein geeignetes Verbessern der entsprechenden Ladungsträgerbeweglichkeit
zu schaffen. In einigen Lösungsvorschlägen wird eine im Wesentlichen uniaxiale
Verformung hervorgerufen, beispielsweise indem ein geeignetes verformtes Halbleitermaterial,
etwa Silizium/Germanium eingebaut wird, um damit die Löcherbeweglichkeit von
p-Kanaltransistoren zu erhöhen. Gemäß der vorliegenden Erfindung
wird alternativ oder zusätzlich die Gateelektrode als eine verformungshervorrufende
Quelle benutzt, wodurch eine biaxiale Verformung in dem darunter liegenden Kanalgebiet
bereitgestellt wird, die, wenn sie geeignet an die entsprechende kristallographische
Konfiguration des Kanalgebiets angepasst ist, für den gewünschten Zuwachs
an Ladungsträgerbeweglichkeit sorgen kann. Gemäß der vorliegenden
Erfindung wird ein entsprechend verspanntes Material in der Gateelektrode gebildet,
indem zunächst eine geeignete Vertiefung darin hergestellt wird und diese nachfolgend
mit dem verspannten leitenden Material gefüllt wird, wobei in einigen anschaulichen
Ausführungsformen dieses in Form eines Silizium/Germanium-Materials bereitgestellt
wird, das über einem siliziumbasierten Material hergestellt wird. Es sollte
jedoch beachtet werden, dass abhängig von dem Basismaterial der Gateelektrode
andere geeignete Kombinationen von Halbleitermischungen und Basishalbleitermaterial
eingesetzt werden können, um die gewünschte Art einer biaxialen Verspannung
in der entsprechenden Gateelektrode zu erhalten.
Wie zuvor erläutert ist, kann die erforderliche Verformungskomponente
in der Kanallängenrichtung und der Kanalbreitenrichtung von den Kristalleigenschaften
des kristallinen Materials des Kanalgebiets abhängen und kann berücksichtigt
werden, indem ein geeignetes Material zum Erhalten der biaxialen Verspannung in
der Gateelektrode ausgewählt wird. In einem Aspekt der vorliegenden Erfindung
wird eine standardmäßige Kristallkonfiguration des kristallinen Basishalbleitermaterials
benutzt, in der eine Oberflächenorientierung (100) verwendet wird, wobei Transistoren
typischerweise so ausgebildet werden, dass die Kanallängenrichtung im Wesentlichen
zu der <110> Orientierung ausgerichtet ist. In diesem Falle kann eine Zugverformungskomponente
entlang der Kanalbreitenrichtung die Ladungsträgerbeweglichkeit von Elektronen
und Löchern erhöhen, während eine Zugverformungskomponente entlang
der Kanallängenrichtung die Beweglichkeit von Elektronen erhöht, wohingegen
eine kompressive Verformungskomponente entlang der Kanallängenrichtung die
Löcherbeweglichkeit erhöht. Durch Verwenden der Gateelektrode als eine
Quelle einer biaxialen Verspannung kann somit eine deutliche Verbesserung der Leistungsfähigkeit
erreicht werden, indem die verspannte Gateelektrode geeignet mit einer oder mehreren
zusätzlichen verformungsinduzierenden Quellen in dem Transistorelement kombiniert
wird. Es sollte beachtet werden, dass das Ersetzen eines Teils des Gateelektrodenmaterials
durch ein geeignetes verspanntes leitendes Material in effizienter Weise auf eine
spezielle kristalline Konfiguration des Basismaterials angepasst werden kann, um
damit die gewünschte Leistungsverbesserung zu erreichen. Daher sollte die vorliegende
Erfindung nicht als auf eine spezielle kristallographische Orientierung oder spezifizierte
Halbleitermaterialien eingeschränkt gesehen werden, sofern derartige Einschränkungen
nicht speziell in der Beschreibung oder in den angefügten Patentansprüchen
aufgeführt sind.
Mit Bezug zu den begleitenden Zeichnungen werden nunmehr weitere anschauliche
Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung detaillierter beschrieben.
1a zeigt schematisch eine Draufsicht eines Halbleiterbauelements
100 mit einem Transistor 150, der einen n-Kanaltransistor oder
einen p-Kanaltransistor repräsentiert. In der in 1 gezeigten
Ausführungsform repräsentiert der Transistor 150 einen p-Kanaltransistor,
in welchem ein verformungsinduzierender Mechanismus, der durch ein verformtes Halbleitermaterial
bereitgestellt wird, das in entsprechenden Drain- und Sourcegebieten 151
zu bilden ist, mit einer verspannten Gateelektrode 152 kombiniert wird.
In dieser Fertigungsphase kann die Gateelektrode 152 an ihren Seitenwänden
eine Seitenwandabstandshalterstruktur 153 aufweisen, die aus einem beliebigen
geeigneten dielektrischen Material aufgebaut ist, um damit die Seitenwände
der Gatelektrode 152 während nachfolgender Prozessschritte zuverlässig
zu schützen, wie dies detaillierter später beschrieben ist. Des weiteren
definieren die Drain- und Sourcegebiete 151 und die Gateelektrode
152 eine Längenrichtung, die im Wesentlichen der horizontalen Richtung
in 1a entspricht, die auch als eine Längenrichtung
eines Kanalgebiets betrachtet werden kann, das unter der Gateelektrode
152 angeordnet ist. In ähnlicher Weise ist eine Breitenrichtung senkrecht
zu der Längenrichtung definiert.
1b zeigt schematisch das Halbleiterbauelement
100 in einer Querschnittsansicht. Das Bauelement 100 enthält
ein Substrat 101, das ein beliebiges geeignetes Trägermaterial repräsentiert,
um darauf eine geeignete im Wesentlichen kristalline Halbleiterschicht
103 zu bilden, etwa ein Material auf Siliziumbasis oder ein anderes geeignetes
Halbleitermaterial. Beispielsweise repräsentiert die Halbleiterschicht
103 ein Material auf Siliziumbasis, d. h. ein kristallines Halbleitermaterial
mit zumindest ungefähr 50 Atomprozent Silizium und mehr, wobei andere Komponenten,
etwa Germanium, Kohlenstoff, Dotiermittel und dergleichen ebenfalls in der Halbleiterschicht
103 eingebaut sein können. In anderen anschaulichen Ausführungsformen
ist eine vergrabene isolierende Schicht 102, die durch die gestrichelte
Linie angedeutet ist, vorgesehen, zumindest an speziellen Bereichen des Substrats
101, um damit eine SOI-artige (Silizium-auf-Isolator) Konfiguration bereitzustellen.
Die vergrabene isolierende Schicht 102, falls diese vorgesehen ist, ist
aus einem geeigneten Material aufgebaut, etwa Siliziumdioxid, Siliziumnitrid, und
dergleichen. Eine Gateisolationsschicht 154 ist auf der Halbleiterschicht
103 gebildet, um damit die Gateelektrode 152 von einem entsprechenden
Kanalgebiet 155 zu trennen. Es sollte beachtet werden, dass in der in
1b gezeigten Fertigungsphase die Drain- und Sourcegebiete
151 und das Kanalgebiet 155 im Wesentlichen die gleiche Konfiguration
im Hinblick auf darin vorgesehene Dotiermittel aufweisen können, so dass die
Drain- und Sourcegebiete 151 Bereiche repräsentieren, in denen ein
geeignetes Dotierstoffprofil noch herzustellen ist, um damit die erforderlichen
pn-Übergänge mit dem Kanalgebiet 155 zu bilden. Folglich ist
der Begriff „Drain- und Source-Gebiete" sowie „Kanalgebiet" so zu
verstehen, dass entsprechende Bereiche beschrieben werden, in denen die entsprechenden
Dotierstoffprofile herzustellen sind, unabhängig davon, ob diese Dotiermittel
bereits eingeführt sind oder noch in die entsprechenden Bereiche einzubauen
sind.
Das Halbleiterbauelement 100, wie es in den 1a
und 1b gezeigt ist, kann auf der Grundlage der folgenden
Prozesse hergestellt werden. Nach dem Bereitstellen des Substrats 101 mit
der darauf ausgebildeten Halbleiterschicht 103 werden entsprechende Isolationsstrukturen
(nicht gezeigt) beispielsweise in Form von flachen Grabenisolationen
auf der Grundlage gut etablierter Verfahren hergestellt, wozu können Lithographie-,
Ätz-, Abscheide- und Planarisierungstechniken gehören. Auf der Grundlage
dieser entsprechenden Isolationsstrukturen werden die Abmessungen der entsprechenden
Drain- und Sourcegebiete 151 innerhalb der Halbleiterschicht
103 definiert. Anschließend werden Dotierstoffprofile in der Halbleiterschicht
103 zum Einstellen spezieller Transistoreigenschaften, etwa der Art der
Leitfähigkeit, der Schwellwertspannung, und dergleichen hergestellt. Nachfolgend
werden die Gateisolationsschicht 154 und die Gateelektrode 152
durch Ausbilden eines entsprechenden isolierenden Materials mittels Oxidation und/oder
Abscheidung gefolgt von der Abscheidung eines geeigneten Gateelektrodenmaterials
mit einem nachfolgenden Strukturierungsprozess auf der Grundlage moderner Lithographie-
und Ätzverfahren hergestellt. Anschließend wird die Seitenwandabstandshalterstruktur
153 gebildet, in dem beispielsweise ein geeignetes Material, etwa Siliziumnitrid,
Siliziumdioxid, und dergleichen abgeschieden wird und die Materialschicht auf der
Grundlage gut etablierter anisotroper Ätztechniken strukturiert wird, wobei
eine Breite 153a der Abstandshalterstruktur 153 verwendet wird,
um einen Abstand eines verformten Halbleitermaterials einzustellen, das in den Drain-
und Sourcegebieten 151 in nachfolgenden Prozessschritten herzustellen ist.
In anderen Prozessstrategien wird eine geeignete Ionenimplantationssequenz vor dem
Bilden der Abstandshalterstruktur 153 ausgeführt, um damit entsprechende
Erweiterungsgebiete in den Drain- und Sourcegebieten 151 auf der Grundlage
geeignet gestalteter Versatzabstandshalter (nicht gezeigt) zu bilden. Nach der Herstellung
der Abstandshalterstruktur 153, die in zuverlässiger Weise Seitenwände
der Gateelektrode 152 abdeckt, kann eine entsprechende Deckschicht (nicht
gezeigt) über den Transistorelementen, etwa n-Kanaltransistoren, wenn der Transistor
150 einen p-Kanaltransistor repräsentiert, gebildet werden, um die
entsprechenden abgedeckten Transistorelemente vor einem Ätzprozess
104 zu schützen, der so gestaltet ist, das Material aus der Gateelektrode
152 selektiv zu der Abstandshalterstruktur 153 abgetragen wird.
In der in 1b gezeigten anschaulichen Ausführungsform
kann der Ätzprozess 104 auch Material aus den Drain- und Sourcegebieten
151 entfernen. Andere Prozessstrategien, in denen die Gateelektrode
152 selektiv vertieft wird, ohne dass im Wesentlichen Material aus den
Drain- und Sourcegebieten 151 abgetragen wird, werden später mit Bezug
zu den 2a bis 2e beschrieben.
Der Ätzprozess 104 kann als ein isotroper Ätzprozess, als ein
im Wesentlichen anisotroper Ätzprozess oder als ein Ätzprozess mit einem
Zwischenmaß an Isotropie gestaltet sein, abhängig von den Bauteilerfordernissen.
Wenn beispielsweise ein gewisses Maß an Unterätzung der Abstandshalterstruktur
153 gewünscht ist, können die entsprechenden Prozessparameter
und Prozessgase des Ätzprozesses 104 auf der Grundlage gut etablierter
Verfahren ausgewählt werden, um ein isotropes Verhalten zu erreichen. In noch
weiteren anschaulichen Ausführungsformen kann der Ätzprozess zumindest
teilweise einen nasschemischen Ätzschritt auf der Grundlage geeigneter Chemikalien
enthalten. Beispielsweise können äußerst selektive Ätzprozesse
für Silizium in Bezug auf Siliziumnitrid, Siliziumdioxid und dergleichen aus
dem Stand der Technik eingesetzt werden.
1c zeigt schematisch das Halbleiterbauelement
100 nach dem Ende des Ätzprozesses 104. Folglich enthält
der Transistor 150 eine erste Vertiefung 152r, die in der Gateelektrode
152 gebildet ist, und eine zweite Vertiefung 151r, die in den
Drain- und Sourcgebieten 151 gebildet ist. Es sollte beachtet werden, dass
eine entsprechende Tiefe der ersten und der zweiten Vertiefung 152r,
151r sich auf Grund der Unterschiede in der Kristallstruktur der Materialien
der Gateelektrode 152 im Vergleich zu dem im Wesentlichen kristallinen
Material der Drain- und Sourcegebiete 151 unterscheiden kann. Beispielsweise
kann ein Polysiliziummaterial der Gateelektrode 152 eine geringfügig
erhöhte Ätzrate während des Prozesses 154 im Vergleich zu
dem Material der Drain- und Sourcegebiete 151 aufweisen. Danach können
entsprechende Reinigungsprozesse ausgeführt werden, um Kontaminationsstoffe
oder andere Reste aus dem vorhergehenden Ätzprozess zu entfernen, um damit
die freigelegten Oberflächenbereiche der Gateelektrode 152 und der
Drain- und Sourcegebiete 151 für einen selektiven epitaktischen Wachstumsprozess
150 vorzubereiten. Während des epitaktischen Wachstumsprozesses
105 wird ein geeignetes Halbleitermaterial auf den freiliegenden Oberflächenbereichen
abgeschieden, wobei entsprechende Prozessparameter, etwa Temperatur, Druck, Vorstufen-
und Trägergase, und dergleichen in geeigneter Weise so ausgewählt werden,
dass die Anhaftung des Halbleitermaterials im Wesentlichen auf die freiliegenden
Halbleiteroberflächen beschränkt wird, während eine merkliche Anhaftung
von Material an den dielektrischen Bereichen, etwa der Abstandshalterstruktur
153 und anderen Deckschichten, unterdrückt ist. Wenn die Drain- und
Sourcegebiete 151 und die Gateelektrode 152 im Wesentlichen aus
Silizium aufgebaut sind, d. h. im Wesentlichen kristallines Silizium und Polysilizium,
kann eine Silizium/Germanium-Mischung während des epitaktischen Wachstumsprozesses
105 abgeschieden werden, um ein entsprechend verformtes Halbleitermaterial
in der Vertiefung 151r zu bilden, während das Silizium/Germanium-Material
in der Vertiefung 152r, das auf dem Polysiliziummaterial gebildet wird,
zu einem zugverspannten Material führt, das seine Zugverspannung auf das darunter
liegende Polysiliziumaterial überträgt. In einigen anschaulichen Ausführungsformen
kann das Silizium/Germanium-Material zusätzlich als ein stark
dotiertes Material abgeschieden werden, wodurch die erforderliche Dotierstoffkonzentration
in den Drain- und Sourcegebieten 151 nach dem Auffüllen der Vertiefung
151r bereitgestellt wird. In anderen anschaulichen Ausführungsformen
wird das Silizium/Germanium-Material als ein im Wesentlichen intrinsisches Material,
d. h. ein nicht dotiertes Material, abgeschieden, wodurch die Steuerbarkeit des
entsprechenden Wachstumsprozesses 105 verbessert wird, und die erforderliche
Dotierstoffkonzentration in den Drain- und Sourcgebieten 151 sowie in der
Gateelektrode 152 wird in einer späteren Fertigungsphase auf der Grundlage
von Implantationsverfahren erhalten.
1d zeigt schematisch eine perspektivische Ansicht des
Halbleiterbauelements 100 nach dem Ende des epitaktischen Wachstumsprozesses
105. Somit enthält der Transistor 150 ein verformtes Halbleitermaterial
156 in den Drain- und Sourcegebieten 151, wobei das verformte
Halbleitermaterial 156 eine im Wesentlichen uniaxiale kompressive Verformung
in Bezug auf die lateralen Abmessungen, d. h. die Kanallänge- und Breitenrichtung
bereitstellt, wobei die Verformung in der Kanallängenrichtung ausgerichtet
ist, wie dies durch 156l angedeutet ist, da beide Gebiete 151
auf das Kanalgebiet 155 in der Längenrichtung „über" das
Kanalgebiet 155 „hinweg" in einer überlagernden Weise „einwirken".
In der Breitenrichtung und der Tiefenrichtung wird eine deutlich reduzierte Wirkung
erreicht, da das verformte Material 156 lediglich „tangential" wirkt.
Ferner ist ein verspanntes Silizium/Germanium-Material 157 über dem
Polysiliziumaterial der Gateelektrode 152 gebildet und ruft eine entsprechende
biaxiale Verformung in dem Kanalgebiet 155 hervor, so dass eine Verformungskomponente,
die als 157w bezeichnet ist, in der Transistorbreitenrichtung erhalten
wird. Eine entsprechende Verformungskomponente entlang der Längenrichtung (nicht
gezeigt), die durch das verspannte Material 157 hervorgerufen wird, ist
ebenso vorhanden, die jedoch effizient durch die entsprechende uniaxiale Verformung
156l überkompensiert wird. Somit wird für die Standardtransistorkonfiguration,
in der die Längenrichtung entlang der <110> Orientierung ausgerichtet
ist, eine deutliche Verbesserung des Transistorleistungsverhaltens des p-Kanaltransistors
150 erreicht, da beide Verformungskomponenten 156l,
157w zu einer entsprechenden Zunahme der Löcherbeweglichkeit führen.
1e zeigt schematisch das Halbleiterbauelement
100 in einer weiter fortgeschrittenen Herstellungsphase. In dieser Prozessstrategie
wird die Abstandshalterstruktur 153 entfernt, beispielsweise auf der Grundlage
gut etablierter äußerst selektiver Ätzrezepte, wobei dies beispielsweise
zusammen mit der Entfernung der Deckschicht einhergeht, die andere Transistoren,
etwa n-Kanaltransistoren, während der vorhergehenden Fertigungsprozesse abdeckt,
und nachfolgend kann eine geeignete Versatzabstandshalterstruktur 106 auf
der Grundlage gut etablierter Abstandshalterverfahren hergestellt werden. Auf der
Grundlage der Versatzabstandshalter 106 kann ein weiterer Implantationsprozess
107 ausgeführt werden, um damit entsprechende Erweiterungsgebiete
158 in den Drain- und Sourcegebieten 151 zu definieren. Es sollte
beachtet werden, dass in anderen Ausführungsformen die Versatzabstandshalterstruktur
106 vor dem Herstellen der entsprechenden Halbleitermaterialien
156 und 157 gebildet werden kann, um damit durch Implantation
hervorgerufene Schäden in den epitaktisch aufgewachsenen Materialien
157 und 156 zu verringern. Nach der Ausbildung der Erweiterungsgebiete
158 und abhängig davon, ob die Materialien 156 und
157 mit hoch dotiertem Halbleitermaterial hergestellt sind, können
weitere Im plantationsprozesse ausgeführt werden, um das Dotierstoffprofil
in den Drain- und Sourcegebieten 151 entsprechend den Bauteilerfordernissen
zu bilden. Ferner kann ein geeignet gestalteter Ausheizprozess ausgeführt werden,
um damit durch Implantation eingeführte Dotiermittel zu aktivieren und um auch
durch Implantation hervorgerufene Gitterschäden zu rekristallisieren.
1f zeigt schematisch das Halbleiterbauelement
100 in einer weiter fortgeschrittenen Fertigungsphase. Eine weitere Seitenwandabstandshalterstruktur
108 kann benachbart zu der Gateelektrode 152 ausgebildet sein,
wobei, wie zuvor erläutert ist, die Seitenwandabstandshalterstruktur
108 für eine weitere Implantationssequenz verwendet werden kann, wenn
das Dotierstoffprofil in den Drain- und Sourcegebieten 151 auf der Grundlage
eines Im plantationsprozesses einzustellen ist. In anderen Ausführungsformen
wird eine Abstandshalterstruktur 108 im Hinblick auf eine Abstandsbreite
in Bezug auf die Erfordernisse für Metallsilizidgebiete 109 hergestellt,
die in den Drain- und Sourcegebieten 151 und in der Gatelektrode
152 auszubilden sind. Die Abstandshalterstruktur 108 kann auf
der Grundlage gut etablierter Verfahren abgestellt werden, die das Abscheiden eines
Beschichtungsmaterials 110 und das Bilden eines geeigneten dielektrischen
Materials darauf, etwa Siliziumnitrid, beinhalten, das dann mittels anisotroper
Verfahren strukturiert wird, um die Abstandshalterstruktur 108 bereitzustellen.
Danach wird ein geeigneter Silizidierungsprozess ausgeführt, um die Gebiete
109 bereitzustellen, wobei ein Abstand von dem Kanalgebiet 155
im Wesentlichen durch die Breite der Abstandshalterstruktur 108 definiert
ist. Es wird ein geeignetes Zwischenschichtdielektrikumsmaterial über dem Transistor
150 gebildet, wobei in einigen Fällen das dielektrische Material eine
verspannte Schicht aufweisen kann, um die Verformung in dem Kanalgebiet
155 weiter zu erhöhen, wie dies nachfolgend detaillierter beschrieben
ist. Somit umfasst der Transistor 150 die Gateelektrode 152 mit
einer biaxialen Zugverspannung, die eine entsprechende Verformung
in dem Kanalgebiet 155 hervorruft, wodurch die Ladungsträgerbeweglichkeit
von Löchern in p-Kanaltransistoren erhöht wird, insbesondere, wenn dies
mit einer zusätzlichen verformungsinduzierenden Quelle kombiniert wird, etwa
dem verformten Halbleitermaterial 156 in den Drain- und Sourcegebieten
151. In diesem Falle kann die Gesamtleistungsfähigkeit des Transistors
150 deutlich im Vergleich zu konventionellen Bauelemente, die beispielsweise
ein verformtes Silizium/Germanium-Material als eine verformungsinduzierende Quelle
enthalten, verbessert werden, wobei gemäß der vorliegenden Erfindung ein
hohes Maß an Kompatibilität mit konventionellen Fertigungsverfahren erreicht
wird. Des weiteren kann eine zusätzliche Steigerung des Leistungsvermögens
erreicht werden, ohne zusätzlich zu der Prozesskomplexität beizutragen,
da zusätzliche Prozessschritte im Vergleich zu einem Prozessablauf zur Herstellung
des verformten Halbleitermaterials 156 in diesem Falle nicht notwendig
sind. Es sollte jedoch beachtet werden, dass die Gateelektrode 152 mit
der biaxialen Zugverspannung auch vorteilhafterweise in n-Kanaltransistoren eingesetzt
werden kann, möglicherweise in Verbindung mit anderen verformungshervorrufenden
Mechanismen, da in dem n-Kanaltransistor die Zugverformung entlang der Transistorbreitenrichtung
und der Längenrichtung jeweils die Elektronenbeweglichkeit erhöhen, wodurch
eine effiziente verformungsinduzierende Quelle bereitgestellt wird.
Mit Bezug zu den 2a bis 2e
werden nunmehr weitere anschauliche Ausführungsformen detaillierter beschrieben,
in denen eine biaxial verspannte Gateelektrode in einem oder mehreren Transistorarten
hergestellt werden, ohne dass entsprechende Vertiefungen in den Drain- und Sourcegebieten
gebildet werden, so dass der verformungsinduzierende Mechanismus, der durch die
verspannte Gateelektrode bereitgestellt wird, mit anderen verformungsinduzierenden
Quellen kombiniert oder auch nicht kombiniert werden kann, ohne dass ein selektives
epitaktisches Aufwachsen in den Drain- und Sourcegebieten erforderlich ist.
2a zeigt schematisch eine Querschnittsansicht eines
Halbleiterbauelements 200 mit einem ersten Transistor 250 und
einem zweiten Transistor 260. Der erste und der zweite Transistor
250 und 260 sind in und auf entsprechenden Bereichen einer Halbleiterschicht
203 gebildet, die wiederum über einem Substrat 201 angeordnet
ist. Im Hinblick auf das Substrat 210 und die Halbleiterschicht
203 gelten die gleichen Kriterien, wie sie zuvor für die Komponenten
101 und 103 erläutert sind. Des weiteren sollte beachtet
wenden, dass einer oder beide Transistoren 250, 260 SOI-artige
Transistoren repräsentieren können, wobei entsprechende vergrabene isolierende
Schichten (nicht gezeigt) vorgesehen sind, wie dies zuvor auch mit Bezug zu dem
Bauelement 100 erläutert ist. Des weiteren besitzen die Transistoren
250, 260 entsprechende Gateelektroden 252,
262, die auf entsprechenden Gateisolationsschichten 254,
264 ausgebildet sind. Des weiteren sind entsprechende Abstandshalter
253, 263 an den entsprechenden Seitenwänden der Gateelektroden
252, 262 gebildet. In ähnlicher Weise sind entsprechende
Drain- und Sourcegebiete 251, 261, die die entsprechenden Kanalgebiete
255, 265 einschließen, vorgesehen. Es sollte beachtet werden,
dass die Transistoren 250, 260 Transistoren der gleichen Leitfähigkeitsart
jedoch mit einer unterschiedlichen Konfiguration im Hinblick auf ein oder mehrere
Entwurfserfordernisse, etwa eine Dicke der entsprechenden Gateisolationsschichten
254, 264, der Gatelänge, der Transistorbreite, und dergleichen
repräsentieren können. In anderen anschaulichen Ausführungsformen
repräsentieren die Transistoren 250, 260 Transistoren unterschiedlicher
Leitfähigkeitsart. Beispielsweise repräsentiert der Transistor
250 einen p-Kanaltransistor, während der Transistor 260 einen
n-Kanaltransistor darstellt. In diesem Falle besitzen die entsprechenden Drain-
und Source-Gebiete 251, 261 und die Kanalgebiete 255,
265 darin ausgebildet unterschiedliche Arten an Dotiermittel oder diese
sind noch darin zu bilden, gemäß gut etablierter CMOS-Verfahren. Hinsichtlich
der diversen Komponenten der Transistoren 250, 260, die bislang
beschrieben sind, gelten die gleichen Kriterien, wie sie zuvor mit Bezug zu dem
Bauelement 200 erläutert sind. Des weiteren weist das Bauelement
200 eine Maskenschicht 211 auf, die über dem ersten und dem
zweiten Transistor 250, 260 ausgebildet ist, wobei die Schicht
211 aus einem beliebigen geeigneten Material, etwa Siliziumdioxid, Siliziumnitrid,
und dergleichen hergestellt sein kann. Des weiteren ist eine Füllschicht
212, die aus einem beliebigen geeigneten Material aufgebaut ist, etwa einem
Lackmaterial, einem Polymermaterial, und dergleichen, in dem Bauelement
200 so gebildet, dass eine im Wesentlichen ebene Oberflächentopographie
für das Bauelement 200 geschaffen wird.
Das Halbleiterbauelement 200, wie es in 2a
gezeigt ist, kann auf der Grundlage der folgenden Prozesse hergestellt werden. Die
Transistoren 250, 260 können durch Prozessverfahren hergestellt
werden, wie sie zuvor mit Bezug zu dem Transistor 150 beschrieben sind,
wobei zu beachten ist, dass jedoch unterschiedlichen Implantationsverfahren und
dergleichen eingesetzt werden, um Unterschiede im Hinblick auf die Leitfähigkeitsart
zu berücksichtigen, wenn ein n-Kanaltransistor und ein p-Kanaltransistor betrachtet
werden. Entsprechende Unterschiede bei der Bereitstellung der geeigneten Dotiermittel
innerhalb der Kanalgebiete 255, 265 sind im Stand der Technik
gut bekannt. Folglich wird nach der Herstellung der Gateelektroden 252,
262 und der Abstandshalterstrukturen 253, 263 die Maskenschicht
211 durch eine beliebige geeignete Abscheidetechnik, etwa plasmagestützte
CVD (chemische Dampfabscheidung), thermische CVD, Oxidation, wenn
die Maskenschicht 211 in Form eines Oxidmaterials bereitgestellt wird,
und dergleichen hergestellt. Danach wird die Füllschicht 212 in einer
äußerst nicht konformen Abscheidetechnik, etwa Aufschleuderverfahren,
CVD-Verfahren auf der Grundlage geeignet eingestellter Prozessparameter und dergleichen
gebildet. In einigen anschaulichen Ausführungsformen wird die Füllschicht
212 als ein Lackmaterial oder ein Polymermaterial vorgesehen, das in einem
Zustand mit geringer Viskosität durch Aufschleuderverfahren aufgebracht wird.
Bei Bedarf kann ein weiterer Einebnungsschritt ausgeführt werden, beispielsweise
durch chemisch-mechanisches Polieren, wodurch auch ein Oberflächenbereich
211s der Maskenschicht 211 freigelegt werden kann. In anderen
Fällen wird ein entsprechendes Abtragen von überschüssigem Material
der Füllschicht 212 mittels geeignet gestalteter Ätzprozesse
ausgeführt. In einigen anschaulichen Ausführungsformen wird das Abtragen
eines überschüssigen Materials der Schicht 212 fortgesetzt, bis
die entsprechenden Gateelektroden 252 und 262 freigelegt sind,
was auf der Grundlage von CMP, Ätzen, und dergleichen bewerkstelligt werden
kann. In noch anderen anschaulichen Ausführungsformen wird nach dem Freilegen
der Oberflächenbereichen 211s ein geeignet gestalteter Ätzprozess
ausgeführt, um selektiv Material der Maskenschicht 211 in Bezug auf
die darunter liegende Gateelektrode 252, 262 zu ätzen.
2b zeigt schematisch das Halbleiterbauelement
200 nach der zuvor beschriebenen Prozesssequenz. Somit sind entsprechende
Oberflächenbereiche 252s, 262s der Gateelektroden
252, 262 freigelegt.
2c zeigt schematisch das Halbleiterbauelement
200 während eines Ätzprozesses 204. Der Ätzprozess
204 ist als ein geeigneter isotroper oder anisotroper Ätzprozess zum
Entfernen von Material von den entsprechenden Gateelektroden 252,
262 selektiv zu den entsprechenden Abstandshaltern 253,
263 ausgebildet, wobei eine ausgeprägte Selektivität in Bezug
auf das Material der Füllschicht 212 nicht erforderlich ist. In noch
weiteren anschaulichen Ausführungsformen wird das Füllmaterial
212 vor dem Ätzprozess 204 entfernt, wenn der Ätzprozess
204 äußerst selektiv in Bezug auf die Maskenschicht
211 ist. Folglich werden entsprechende Vertiefungen 252r,
262r in den Gateelektroden 252, 262 gebildet. Es sollte
beachtet werden, dass die Abmessungen der Vertiefungen 252r,
262r, d. h. eine Tiefe davon, entsprechend den Erfordernissen im Hinblick
auf die Menge des verspannten Halbleitermaterials für die Gateelektroden
252, 262 gewählt werden, während andere Bauteilerfordernisse,
etwa eine Tiefe einer Vertiefung in den entsprechenden Drain- und Sourcegebieten,
wie dies beispielsweise mit Bezug zu dem Bauelement 150 beschrieben ist,
nicht relevant ist. Als nächstes werden weitere Ätz- und/oder Reinigungsprozesse
ausgeführt, um Materialreste der Füllschicht 212 und andere Kontaminationsstoffe,
die sich aus dem vorhergehenden Ätzprozess 204 ergeben, zu entfernen,
wodurch die freigelegte Oberfläche des Bauelements 200 für einen
nachfolgenden epitaktischen Wachstumsprozess vorbereitet wird.
2d zeigt schematisch das Halbleiterbauelement
200 während eines selektiven epitaktischen Wachstumsprozesses
205, der in einer anschaulichen Ausführungsform so gestaltet ist,
dass Silizium/Germanium-Material auf dem Polysiliziummaterial der Gateelektroden
252, 262 abgeschieden wird. Es sollte jedoch beachtet werden,
dass andere geeignete Halbleitermaterialien während des Prozesses
205 abgeschieden werden können, um damit die biaxial verspannten Materialien
257, 267 in Abhängigkeit der Konfiguration der darunter liegenden
Gateelektrodenmaterialien zu erhalten. Während des selektiven epitaktischen
Wachstumsprozesses 205 unterdrückt die Maskenschicht in zuverlässiger
Weise eine Abscheidung von Halbleitermaterial über den entsprechenden Drain-
und Sourcegebieten 251, 261. Dazu kann ein geeignetes dielektrisches
Material ausgewählt werden, etwa Siliziumdioxid, Siliziumnitrid, und dergleichen,
für die äußerst effiziente selektive epitaktische Wachstumsverfahren
etabliert sind. Nach dem Prozess 205 können die Maskenschicht
211 und die Abstandshalter 253, 263 auf der Grundlage
gut etablierter selektiver Ätzprozesse entfernt werden, wobei ein einzelnes
Ätzrezept angewendet werden kann, wenn die Maskenschicht 211 und die
Abstandshalter 253, 263 aus im Wesentlichen dem gleichen Material
aufgebaut sind. In anderen Fällen wird in einem ersten Ätzschritt die
Maskenschicht 211 selektiv entfernt, wobei etablierte Ätzrezepte eingesetzt
werden können, wenn die Maskenschicht 211 aus Siliziumdioxid aufgebaut
ist. In einem nachfolgenden Ätzschritt werden die Abstandshalter
252, 263 entfernt, wie dies zuvor beschrieben ist. Danach kann
die weitere Bearbeitung auf der Grundlage gut etablierter CMOS-Verfahren fortgesetzt
werden.
2e zeigt schematisch das Halbleiterbauelement
200 in einem weiter fortgeschrittenen Herstellungsstadium. Die Transistoren
250, 260 weisen entsprechende Abstandshalter 206 und
208 auf, die zum Erzeugen des gewünschten Dotierstoffprofils in den
entsprechenden Drain- und Sourcegebieten 251, 261 eingesetzt werden,
wodurch ebenso entsprechende Erweiterungsgebiete 258, 268 gebildet
werden. Des weiteren können entsprechende Metallsilizidgebiete 209
in den Transistoren 250, 260 hergestellt sein, wie dies zuvor
auch mit Bezug zu dem Transistor 250 beschrieben ist. Des weiteren kann
der Transistor 250 eine dielektrische Verspannungsschicht 259
mit einer geeigneten inneren Verspannung aufweisen, um damit eine entsprechende
Verformung in dem Kanalgebiet 255 hervorzurufen. Beispielsweise
kann die Verspannungsschicht 259 eine hohe intrinsische kompressive Verspannung
aufweisen, wenn der Transistor 250 einen p-Kanaltransistor repräsentiert,
wobei eine entsprechende kompressive Verformungskomponente in der Transistorlängenrichtung
erzeugt wird, wodurch die Löcherbeweglichkeit deutlich verbessert wird. Gleichzeitig
sorgt das verspannte Halbleitermaterial 257 in der Gateelektrode
252 für eine erhöhte Verformungskomponente in der Transistorbreitenrichtung,
wie dies zuvor auch beschrieben ist, wodurch die Löcherbeweglichkeit in dem
Kanalgebiet 255 noch weiter verbessert wird. In ähnlicher Weise kann
der Transistor 260 eine Verspannungsschicht 269 mit einer geeignet
ausgewählten intrinsischen Verspannung aufweisen, die eine hohe Zugverspannung
sein kann, wenn der Transistor 260 einen n-Kanaltransistor repräsentiert.
In diesem Fall wird eine entsprechende Zugverformungskomponente entlang der Kanallängenrichtung
in dem Kanalgebiet 265 hervorgerufen, wenn zusätzlich das verspannte
Halbleitermaterial 267 für eine entsprechende Zugverformungskomponente
in der Transistorbreitenrichtung sorgt, die ebenso die Elektronenbeweglichkeit für
eine Standardtransistorkonfiguration verbessern kann, wie dies zuvor erläutert
ist, da die Zugverformungskomponenten in der Transistorbreitenrichtung gleichzeitig
die Elektronenbeweglichkeit und die Löcherbeweglichkeit erhöhen können.
Die entsprechenden Verspannungsschichten 259, 269
können gemäß gut etablierter Verfahren hergestellt werden. Beispielsweise
kann Siliziumnitrid durch plasmagestützte CVD auf der Grundlage geeignet ausgewählter
Prozessparameter, etwa des Innenbeschusses während der Abscheidung, dem Druck,
der Temperatur, und dergleichen abgeschieden werden, um damit die gewünschte
Art und Größe der inneren Verspannung einzustellen. Somit kann nach dem
Abscheiden einer der Schichten 259 ein entsprechender Teil davon von dem
Transistor der anderen Art abgetragen werden und nachfolgend kann eine geeignet
verspannte Schicht abgeschieden werden. Es sollte beachtet werden, dass die Verspannungsschichten
259, 269 eine oder mehrere Zwischenschichten aufweisen können,
die zur Ausbildung der unterschiedlichen Verspannungsschichten 259,
269 eingesetzt werden.
Somit ermöglicht das Bereitstellen der verspannten Halbleitermaterialien
257, 267 in den Transistoren 250, 260 die Verbesserung
des Transistorleistungsverhaltens der gleichen oder unterschiedlicher Transistorarten,
ohne dass die Herstellung verformten Halbleitermaterials in den entsprechenden Drain-
und Sourcegebieten erforderlich ist.
Mit Bezug zu den 3a bis 3d
und 4a bis 4d werden nunmehr
weitere anschauliche Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung detaillierter
beschrieben, in denen eine verspannte Gateelektrode in unterschiedlichen Transistorarten
effizient mit der Herstellung verformten Halbleitermaterials in zumindest einer
der unterschiedlichen Transistorarten kombiniert wird.
3a zeigt schematisch ein Halbleiterbauelement
300, das eine ähnliche Konfiguration wie das Bauelement
200 aufweisen kann, das in 2b gezeigt ist.
Folglich enthalten Transistoren 350, 360 entsprechende Gateelektroden
352, 362, die über entsprechenden Gateisolationsschichten
354, 364 ausgebildet sind. Des weiteren sind entsprechende Abstandshalter
353, 363 an Seitenwänden der Gateelektroden 352,
362 gebildet. Ferner ist eine Maskenschicht 311 über den
Transistoren 350, 360 gebildet, während eine Füllschicht
312 so ausgebildet ist, dass eine im Wesentlichen ebene Oberflächenkonfiguration
erhalten wird. Des weiteren sind in dieser Fertigungsphase entsprechende Oberflächenbereiche
352s, 362s der Gateelektroden 352, 362 freigelegt.
Die Transistoren 350, 360, wie sie bislang beschrieben
sind, können auf der Grundlage der Prozesse hergestellt werden, wie sie zuvor
mit Bezug zu den 2a und 2b
beschrieben sind, wenn auf das Halbleiterbauelement 200 verwiesen wird.
Nach dem Freilegen der entsprechenden Oberflächenbereiche 352s,
362s wird eine entsprechende Ätzmaske 313, die beispielsweise
aus Photolack oder dergleichen aufgebaut ist, so gebildet, dass der Transistor
350 freiliegt, während der Transistor 360 abgedeckt ist.
Des weiteren wird das Bauelement 300 einem Ätzprozess 314
unterzogen, während welchem der freigelegte Bereich der Füllschicht
312 und der Maskenschicht 311 selektiv entfernt wird in Bezug
auf die Materialien der Gateelektrode 352 und der Abstandshalter
353. Beispielsweise kann das Füllmaterial 312 aus einem geeigneten
Polymermaterial, einem Lackmaterial, und dergleichen aufgebaut sein, das auf der
Grundlage geeignet ausgewählter Ätzrezepte entfernt werden kann. Nach
dem Freilegen der Maskenschicht 311 wird der Ätzprozess
314 so gestaltet, dass die Schicht 311 selektiv abgetragen wird.
Beispielsweise sind gut selektive Ätzrezepte für Siliziumdioxid bei Vorhandensein
von Silizium und Siliziumnitrid im Stand der Technik bekannt. Danach wird die Ätzmaske
313 abgetragen, beispielsweise auf der Grundlage von sauerstoffbasierten
Plasmabehandlungen, und dergleichen.
3b zeigt schematisch das Halbleiterbauelement
300 nach dem Ende der zuvor beschriebenen Prozesssequenz und während
eines Ätzprozesses 304, der so gestaltet ist, dass selektiv Material
von den Gateelektroden 352, 362 und von den Drain- und Sourcegebieten
351 des Transistors 350 abgetragen wird. Während des Ätzprozesses
304 sind die entsprechenden Drain- und Sourcegebiete 361 des Transistors
360 durch die Füllschicht 312 und die Maskenschicht
311 abgedeckt.
3c zeigt schematisch das Halbleiterbauelement
300 nach dem Ende des Ätzprozesses 304. Somit sind eine Vertiefung
352r und eine Vertiefung 351r in der Gateelektrode 352
und in den Drain- und Sourcegebieten 351 des Transistors 350 gebildet,
wohingegen eine Vertiefung 362r in der Gateelektrode 362 des Transistors
360 hergestellt ist. Als nächstes werden Reste des Füllmaterials
312 zusammen mit anderen Resten entfernt, wodurch das Bauelement
300 für einen nachfolgenden epitaktischen Wachstumsprozess vorbereitet
wird.
3d zeigt schematisch das Halbleiterbauelement
300 mit entsprechend verspannten Halbleitermaterialien 357 und
367 in den entsprechenden Gateelektroden 352, 362, während
ein entsprechendes verformtes Halbleitermaterial 356, etwa Silizium/Germanium,
in den Drain- und Sourcegebieten 351 des Transistors 350 ausgebildet
ist. Folglich kann eine biaxiale Verformung mit einer Zugkomponente in der Transistorbreitenrichtung
und einer kompressiven Komponente in der Transistorlängenrichtung in dem Transistor
350 bereitgestellt werden, wodurch die Löcherbeweglichkeit deutlich
verbessert wird, während eine biaxiale Zugverformung in dem Transistor
360 hervorgerufen wird, wodurch die Elektronenbeweglichkeit verbessert
wird. Die weitere Bearbeitung kann auf der Grundlage von Prozessstrategien fortgesetzt
werden, wie sie zuvor beschrieben sind, wobei abhängig von den Erfordernissen
zusätzliche dielektrische Spannungsschichten, etwa die Schichten
259, 269, in geeigneter Weise für das Halbleiterbauelement
300 vorgesehen werden können.
4a zeigt schematisch ein Halbleiterbauelement
400 mit einem ersten Transistor 450 und einem zweiten Transistor
460, die entsprechende Gateelektroden 452, 462 aufweisen,
an deren Seitenwänden entsprechende Abstandshalter 453,
463 ausgebildet sind. In Bezug auf diese Komponenten sowie andere Komponenten,
etwa Drain- und Sourcegebieten, Gateisolationsschichten, und dergleichen, gelten
die gleichen Kriterien, wie sie zuvor mit Bezug zu den Bauelementen 100,
200 und 300 erläutert sind. Ferner ist eine Implantationsmaske
413 so gebildet, dass der Transistor 450 abgedeckt ist, während
der Transistor 460 freiliegt. Die Implantationsmaske 413 kann
aus einem beliebigen geeigneten Material, etwa Photolack, und dergleichen aufgebaut
sein. Des weiteren unterliegt das Bauelement 400 einer Prozesssequenz
414 zum Einführen von Kohlenstoffmaterial in Drain- und Sourcegebiete
461 des Transistors 460. In einer anschaulichen Ausführungsform
umfasst die Prozesssequenz 414 eine Amorphisierungsimplantation, beispielsweise
auf der Grundlage von Silizium, um einen im Wesentlichen amorphisierten Bereich
in den Drain- und Sourcegebieten 461 zu schaffen. Danach kann die Sequenz
414 einen geeignet konfigurierten Implantationsprozess beinhalten, um eine
gewünschte Konzentration an Kohlenstoffatome in den zuvor amorphisierten Bereich
einzuführen, wobei beispielsweise eine Implantationsdosis von ungefähr
5 × 1015 bis 5 × 1016 Ionen/cm2 geeignet
ist, um eine Konzentration von ungefähr 1,5 bis 4,0 Atomprozent Kohlenstoff
einzubauen. Folglich können entsprechende kohlenstoffenthaltende Gebiete
461c in den Drain- und Sourcegebieten 461 hergestellt werden,
wobei zu beachten ist, dass ein entsprechendes kohlenstoffenthaltendes Gebiet
462c auch in der Gateelektrode 462 gebildet wird.
4b zeigt schematisch das Halbleiterbauelement
400 nach dem Entfernen der Implantationsmaske 413 und während
eines modernen Ausheizprozesses 415, der lasergestützte oder blitzlichtgestützte
Ausheizverfahren umfassen kann. Während der blitzlichtgestützten oder
lasergestützten Ausheizprozesse wird ein beschränkter Bereich des Bauelements
400 oder des gesamten Bauelements 400 einer Strahlung für
eine extrem kurze Zeitdauer ausgesetzt, in der ausreichend Energie abgeschieden
wird, um die Rekristallisierung und Aktivierung von Kohlenstoffatomen zu initiieren,
während im Wesentlichen ein Diffundieren von Dotierstoffgattungen, die in dem
betrachteten Bauteilbereich eingebaut sind, unterdrückt oder im Wesentlichen
vermieden wird. Folglich können die kohlenstoffenthaltenden Gebiete
461c, 462c in effizienter Weise in kristallines bzw. polykristallines
Material umgewandelt werden, während Dotierstoffprofile, die zuvor in dem Halbleiterbauelement
400 geschaffen wurden, im Wesentlichen beibehalten werden. Danach kann
die weitere Bearbeitung fortgesetzt werden, wie dies beispielsweise mit Bezug zu
dem Bauelement 300 beschrieben ist, in denen entsprechende Vertiefungen
gemeinsam in den Gateelektroden und in einem der Transistor-Drain- und Sourcebereiche
des Bauelements 300 hergestellt werden.
4c zeigt schematisch das Halbleiterbauelement
400, wobei der Transistor 450 einem Ätzprozess
404 unterliegt, während der zweite Transistor 460 lediglich
mit seiner Gateelektrode 462 freigelegt ist, d. h. dem kohlenstoffenthaltenden
Gebiet 462c. Zu diesem Zweck wird eine entsprechende Maskenschicht
411, die beispielsweise als Siliziumdioxid und dergleichen aufgebaut ist,
und eine Füllschicht 412 selektiv in dem zweiten Transistor
460 hergestellt, um damit zuverlässig die kohlenstoffenthaltenden
Gebiete 461c in den Drain- und Sourcegebietend 461 abzudecken,
wie dies zuvor für das Bauelement 200 beschrieben ist.
4d zeigt schematisch das Halbleiterbauelement
400 nach dem Ende des Ätzprozesses 404. Folglich weist das
Bauelement 400 entsprechende Vertiefungen 452r und 451r
in der Gateelektrode und in den Drain- und Sourcegebieten des Transistors 450
auf, während eine Vertiefung 462r in der Gateelektrode 462
gebildet ist, wobei die kohlenstoffenthaltenden Gebiete 461c beibehalten
werden. In einigen anschaulichen Ausführungsformen kann die zuvor ausgeführte
Prozesssequenz 414 in Verbindung mit dem Ätzprozess 404 so
gestaltet sein, dass zumindest ein wesentlicher Anteil des kohlenstoffenthaltenden
Gebiets 462c entfernt wird, so dass ein gewünschter Betrag an Zugverspannung
in der verbleibenden Vertiefung 462r in einem nachfolgenden epitaktischen
Wachstumsprozess erzeugt werden kann. In einigen anschaulichen Ausführungsformen
werden entsprechende Sollwerte für Prozessparameter so ausgewählt, dass
im Wesentlichen das gesamte kohlenstoffenthaltende Gebiet 462c während
des Ätzprozesses 404 entfernt wird. Danach werden die Maskenschicht
411 und Reste der Füllschicht 412 entfernt und anschließend
wird ein selektiver epitaktischer Wachstumsprozess ausgeführt, wie dies zuvor
beschrieben ist. Folglich wird ein verformtes Silizium/Germanium-Material in der
Vertiefung 451r gebildet, wodurch für eine gewünschte uniaxiale
kompressive Verformung in dem Transistor 450 gesorgt wird, wenn dieser
einen p-Kanaltransistor repräsentiert, während ein verspanntes Silizium/Germanium-Material
in den Vertiefungen 452r, 462r gebildet wird, wodurch eine biaxiale
Verformung in den Transistoren 450, 460 erzeugt wird, wie dies
zuvor erläutert ist. Somit kann in Verbindung mit dem zuvor hergestellten Silizium/Kohlenstoff-Material
in dem Transistor 460 eine äußerst effizient Erhöhung der
Elektronenbeweglichkeit erreicht werden. Danach kann die weitere Bearbeitung in
der zuvor beschriebenen Weise fortgesetzt werden, wobei beispielsweise zusätzlich
unterschiedlich verspannte dielektrische Schichten über den Transistoren
450, 460 in Abhängigkeit von den Prozess- und Bauteilerfordernissen
hergestellt werden können.
Es gilt also: Die vorliegende Erfindung stellt eine Technik zum effizienten
Erzeugen einer biaxialen Verformung in einem Kanalgebiet eines Transistors bereit,
indem eine Vertiefung in der Gateelektrode erzeugt wird und die Vertiefung zumindest
teilweise mit einem verspannten Halbleitermaterial aufgefüllt wird, das dann
die gewünschte biaxiale Verformung erzeugt. Abhängig von den kristallographischen
Konfigurationen des Basismaterials kann die biaxiale Verspannung so gewählt
werden, dass eine Verbesserung der Ladungsträgerbeweglichkeit erreicht wird,
insbesondere in Kombination mit weiteren verformungsinduzierenden Quellen. In einigen
anschaulichen Ausführungsformen kann die zusätzliche verformungsinduzierende
Quelle ein verformtes Halbleitermaterial sein, das in den Drain- und Sourcegebieten
gebildet ist, wobei ein weiterer Zuwachs des Leistungsvermögens auf Grund der
biaxialen Verformung erreicht wird, die durch die darüber liegende verspannte
Gateelektrode hervorgerufen wird. Beispielsweise kann Silizium/Germanium in den
Drain- und Sourcegebieten eine im Wesentlichen uniaxiale kompressive Verformung
hervorrufen, die positiv mit der biaxialen Verformung in Wechselwirkung tritt, die
von der Gateelektrode bereitgestellt wird, wodurch das Durchlassstromvermögen
von p-Kanaltransistoren deutlich verbessert wird. In ähnlicher Weise kann für
geeignete Kristallkonfigurationen die biaxiale Verformung, die durch die verspannte
Gateelektrode hervorgerufen wird, auch die Elektronenbeweglichkeit verbessern, wodurch
ein effizientes Mittel zum gleichzeitigen Verbessern der Ladungsträgerbeweglichkeit
von p-Kanaltransistoren und n-Kanaltransistoren bereitgestellt wird. In einigen
anschaulichen Ausführungsformen kann das zusätzliche Herstellen eines
epitaktisch aufgewachsenen Halbleitermaterials ohne zusätzliche Prozessschritte
im Hinblick auf konventionelle Strategie für die Herstellung eingebetteter
Halbleitermaterialien in den Drain- und Sourcegebieten bewerkstelligt werden, wodurch
ein verbessertes Bauteilverhalten ohne Beitrag zur Prozesskomplexität erreicht
wird. In noch weiteren anschaulichen Ausführungsformen wird ein hohes Maß
an Kompatibilität mit konventionellen Prozessstrategien zur Ausbildung verformter
Kanalgebiete erreicht, wobei dennoch eine deutlich Leistungssteigerung möglich
ist.
Weitere Modifizierungen und Variationen der vorliegenden Erfindung
werden für den Fachmann angesichts dieser Beschreibung offenkundig. Daher ist
diese Beschreibung als lediglich anschaulich und für die Zwecke gedacht, dem
Fachmann die allgemeine Art und Weise des Ausführens der vorliegenden Erfindung
zu vermitteln. Selbstverständlich sind die hierin gezeigten und beschriebenen
Formen der Erfindung als die gegenwärtig bevorzugten Ausführungsformen
zu betrachten.