| Dokumentenidentifikation |
DE102006030281A1 03.01.2008 |
| Titel |
Verfahren, Anordnung und Netzknoten zur Übermittlung von Informationen in einem Kommunikationsnetz |
| Anmelder |
Nokia Siemens Networks GmbH & Co.KG, 81541 München, DE |
| Erfinder |
Fröhler, Josef, 82065 Baierbrunn, DE; Hein, Georg, 81243 München, DE; Kuhn, Frank, 82229 Seefeld, DE |
| DE-Anmeldedatum |
30.06.2006 |
| DE-Aktenzeichen |
102006030281 |
| Offenlegungstag |
03.01.2008 |
| Veröffentlichungstag im Patentblatt |
03.01.2008 |
| IPC-Hauptklasse |
H04L 12/24(2006.01)A, F, I, 20060630, B, H, DE
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| Zusammenfassung |
Die Erfindung betrifft ein Verfahren, eine Einrichtung und einen Netzknoten zur Übermittlung von Informationen in einem Kommunikationsnetz (KN). In dem Kommunikationsnetz (KN) werden über ein Anschlussnetz (AN) Datenströme (ST1, ..., ST9) von mehreren Zugangseinrichtungen (BRAS, IP-Edge) zu einem Teilnehmer (TN1, ..., TN9) übermittelt. Dabei wird zumindest ein Teil der Datenströme (ST1, ..., ST9) über zumindest einen Netzknoten (SW1, SW2, AN1, AN2, AN3) des Anschlussnetzes (AN) in Richtung des Teilnehmers (TN1, ..., TN9) übermittelt. Des Weiteren erfolgt eine Steuerung des zumindest einen Teils der Datenströme (ST1, ..., ST9) durch den zumindest einen Netzknoten (SW1, SW2, AN1, AN2, AN3). Vorteilhaft kann so erfindungsgemäß ein Verkehrsfluss-Management (TM(1), TM(2), TM(3)) für Anschlussnetzwerke (AN) mit einer Mehrzahl an Zugangseinrichtungen (BRAS, IP-Edge) bereitgestellt werden.
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| Beschreibung[de] |
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Die Erfindung betrifft ein Verfahren, eine Anordnung und einen Netzknoten
zur Übermittlung von Informationen in einem Kommunikationsnetz.
In aktuellen Kommunikationsnetzen oder Datenübertragungsnetzen
werden von den Nutzern zunehmend höhere Datenübertragungsraten gewünscht.
Übertragungsverfahren, die hohe Übertragungsraten auch in den Teilnehmeranschlussnetzen
(Access-Networks) eines Kommunikationsnetzes bereitstellen können, sind beispielsweise
Verfahren, die nach dem xDSL-Verfahren arbeiten. Mit Hilfe dieser Übertragungsverfahren
können die Betreiber von Kommunikationsnetzen ihren Kunden auch breitbandige
Anschlüsse beispielsweise an das Internet anbieten, mittels derer die Teilnehmer
zahlreiche Anwendungen oder Applikationen zunehmend einfacher und schneller nutzen
können.
Mit der Nachfrage nach diesen unterschiedlichen Diensten bzw. Services,
d.h. mit der Nachfrage nach mehreren unabhängigen Datenströmen, steigen
jedoch auch die an die angeschlossenen Teilnehmer zu übertragenden Datenmengen.
Dabei ergibt sich innerhalb des Kommunikationsnetzes ein Ressourcenproblem. So übersteigen
die den Kunden angebotenen Datenmengen oftmals die dem einzelnen Kunden tatsächlich
zur Verfügung gestellte Bandbreite. Das bedeutet, dass nicht die gesamte Datenmenge
direkt an den Teilnehmer übertragen werden kann. Einzelne Daten können
z.B. erst verzögert übermittelt oder müssen ganz verworfen werden.
Um die Verwaltung der anfallenden Datenmengen zu bewerkstelligen bzw.
um die unterschiedlichen Datenströme oder Datenflüsse zu lenken und zu
organisieren, existieren in aktuellen Datennetzen so genannte Verkehrsfluss-Verwaltungseinrichtungen.
Diese Management-Einrichtungen bestimmen über den für die einzelnen Teilnehmer
bestimmten Verkehrsfluss, d.h. über die Übermittlung der Daten an jeden
an das Netz angeschlossenen Teilnehmer. Mittels dieses Verkehrsfluss- bzw. Traffic-Managements
(auch: Datenstrom-Verwaltung) wird somit sichergestellt, dass keine "Daten-Verstopfungen"
innerhalb des Netzes auftreten, indem das anfallende Datenaufkommen derart organisiert
wird, dass die jeweils vorhandene Bandbreite zur Übermittlung der Daten zu
jedem Zeitpunkt verfügbar ist. Dabei werden die Leitungen zu den einzelnen
angeschlossenen Teilnehmern durch das Traffic-Management überwacht und nur
eine unproblematische Menge an Daten an die Teilnehmer übermittelt.
Moderne Kommunikationsnetze besitzen zumeist ein so genanntes "Backbone",
d.h. ein breitbandiges Hauptnetz, in dem ausreichend Übertragungskapazität
vorhanden ist. Die oben erwähnten Engpässe für die Datenübertragung
entstehen also vor allem in jenen Bereichen des Netzes, in denen weniger Bandbreite
zur Verfügung steht – üblicherweise in den Anbindungsleitungen
zu den Endgeräten der Teilnehmer. Diese Teilnehmeranschlussleitungen verbinden
die angeschlossenen Endgeräte mittels beispielsweise Kupferleitungen mit einer
ersten vermittlungsseitigen Instanz. Ein solcher erster Anbindungspunkt der Vermittlungsseite
wird z.B. als "Access Node" oder DSLAM ("Digital Subscriber Line Access Multiplexer")
bezeichnet und bindet eine Vielzahl von Teilnehmern an das Hauptnetz an.
Zwischen DSLAM und Backbone befindet sich zumeist noch das so genannte
"Aggregation Network". An dieses sind auf einer ersten Seite beispielsweise mehrere
DSLAMs geschaltet, deren Datenflüsse zusammengefasst werden, eine zweite Seite
des Aggregation Networks ist mit zumindest einem "Service Edge" verbunden. Service
Edge bzw. Edge Device ("Zugangseinrichtung") ist dabei die Bezeichnung für
jene Einrichtung in einem Netzwerk, von der aus eine Weiterleitung der Daten in
das Hauptnetz erfolgt. Dies kann beispielsweise ein so genannter Broadband Remote
Access Server (GRAS) oder ein einfacher IP-Router (IP: "Internet Protocol") sein.
Der Abschnitt des Kommunikationsnetzes von Endgerät bis zum Edge
Device wird als Zugangsnetz oder Access Network bezeichnet.
Während ältere Zugangsnetzwerke meist nur eine Zugangseinrichtung
zum Hauptnetz, also nur ein Edge Device, besitzen, geht man bei der Architektur
von neueren Netzwerken dazu über, das Access Network über mehrere verschieden
Edge Devices mit dem Backbone zu verbinden ("Multi-Edge-Netzwerk"). Da die von mehreren
Edge Devices an einen einzelnen Teilnehmer übermittelten Daten jedoch nicht
synchronisiert sind, führt dies zu dem Problem, dass es vermehrt auch bereits
innerhalb des Aggregation Networks zu Daten-Engpässen kommen kann. Beispielsweise
kann es bei annähernd zeitgleichem Übermitteln von großen Datenmengen
ausgehend von unterschiedlichen Edge Devices zu ein und demselben Teilnehmer zu
so genannten "Bursts", also Verkehrsspitzen, kommen, die wiederum zu Verzögerungen
oder Datenverlusten im Aggregation Network führen können.
Ein in den einzelnen Edge Devices integriertes Verkehrsfluss-Management,
wie es bei einigen Aggregation Networks mit nur einer Zugangseinrichtung verwendet
wird, kann dabei das erläuterte Problem nicht lösen. Die Verkehrsflusssteuereinrichtungen
der einzelnen Edge Devices kommunizieren in aktuellen Kommunikationsnetzen nicht
miteinander, was bei Anordnung beispielsweise mehrerer Edge Devices innerhalb eines
Aggregation Networks zu Stauungen von in Richtung der Teilnehmer
ausgesendeten Datenströmen führen kann.
Wird das Verkehrsfluss-Management beispielsweise an den teilnehmerseitigen
Anschlusspunkten des Access Nodes durchgeführt, so offenbart sich ein anderes
Problem: In diesem Fall wäre zwar einerseits eine Überwachung der Teilnehmeranschlussleitungen
und somit eine Begrenzung des für einen einzelnen Teilnehmer bestimmten Datenverkehrs
möglich, andererseits können mittels derzeitiger, mit den Anschlussleitungen
verbundenen Management-Einrichtungen jedoch Verhandlungen über die so genannten
Dienstgütevereinbarungen ("Service Level Agreements") aktuell nur mit einem
einzelnen Edge Device durchgeführt werden. Mit Hilfe derartiger Dienstgütevereinbarungen
werden im Allgemeinen Absprachen über die einzelnen angeforderten Dienste erledigt,
d.h. es werden die Eigenschaften und Parameter der Dienste verhandelt, beispielsweise
die dem Dienst zur Verfügung gestellte Bandbreite oder eine Priorität.
Beinhaltet das Aggregation Network allerdings mehr als eine Zugangseinrichtung,
handelt es sich bei dem Netz also um ein Multi-Edge-Netzwerk, so kann ein an der
Teilnehmeranschlusseinrichtung angeordnetes Verkehrsfluss-Management unter Umständen
keine Dienstgütevereinbarungen mehr treffen.
Des Weiteren ist eine Anordnung des Traffic Managements in einem der
Access Nodes in jedem Fall kostenintensiv. Da aktuelle Access Nodes jedoch möglichst
kostengünstig sein sollten, werden diese daher vorzugsweise möglichst
einfach ausgestaltet, d.h. nicht mit aufwändigen Funktionalitäten ausgestattet.
Die Aufgabe der Erfindung ist daher, eine Verkehrsfluss-Verwaltung
für Kommunikationsnetze mit mehreren Zugangseinrichtungen bereit zu stellen.
Diese Aufgabe wird ausgehend von einem Verfahren gemäß den
Merkmalen des Patentanspruchs 1 sowie von einer Anordnung und einem Netzknoten gemäß
den Merkmalen der Patentansprüche 9 und 11 gelöst.
Im Rahmen des erfindungsgemäßen Verfahrens zur Übermittlung
von Informationen in einem Kommunikationsnetz, bei dem über ein Anschlussnetz
Datenströme von mehreren Zugangseinrichtungen zu einem Teilnehmer übermittelt
werden und zumindest ein Teil der Datenströme über zumindest einen Netzknoten
des Anschlussnetzes in Richtung des Teilnehmers übermittelt wird, erfolgt dabei
eine Steuerung des zumindest einen Teils der Datenströme durch den zumindest
einen Netzknoten.
Der wesentliche Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens
besteht darin, dass die in einem Anschlussnetzwerk von mehreren Zugangseinrichtungen
an einen Teilnehmer übermittelten Datenströme gesteuert werden können.
Vorteilhaft umfasst die Steuerung des zumindest einen Teils der Datenströme
ein Verkehrsfluss-Management der Datenströme und/oder eine Aufteilung der im
Anschlussnetz nutzbaren Ressourcen auf die Datenströme – Ansprüche
2 und 3. Hierdurch kann ein Verkehrsfluss-Management in modernen Anschlussnetzwerken
bereitgestellt werden.
Weitere vorteilhafte Ausführungsformen des erfindungsgemäßen
Verfahrens sowie eine Anordnung und ein Netzknoten können den weiteren Ansprüchen
entnommen werden.
Im Folgenden wird die Erfindung mit Hilfe der beigefügten Zeichnungen
detaillierter erläutert.
Dabei zeigt:
1 eine schematische Darstellung eines aktuellen Teilnehmeranschlussnetzes,
2 eine schematische Darstellung des Datenstrom-Managements
in einem Multi-Edge-Netzwerk und
3 ein Beispiel der Funktionsweise des Datenstrom-Managements.
Im Folgenden wird allgemein der prinzipielle Aufbau eines aktuellen
Teilnehmeranschlussnetzes (Access Network – AN) erläutert. Hierzu sind
zur Veranschaulichung alle wesentlichen Komponenten eines solchen Netzabschnitts
(AN) eines Kommunikationsnetzes (KN) in der Darstellung aus 1
eingezeichnet. Mehrere Teilnehmer (TN1 ... TN9) sind über drei Anschlussknoten
("Access Nodes" – AN1, AN2, AN3) mit dem Netzwerk (KN) verbunden. Die Access
Nodes (AN1, AN2, AN3) sammeln die Daten der Teilnehmer (TN1 ... TN9) bzw. leiten
die für die angeschlossenen Teilnehmer (TN1 ... TN9) bestimmten Datenströme
an die entsprechenden Teilnehmer (TN1 ... TN9) weiter. Vermittlungsseitig sind die
Anschlussknoten (AN1, AN2, AN3) beispielsweise mit den Switches SW1 und SW2 des
Aggregation Networks (AN) verbunden. Switches (SW1, SW2) sind Netzwerkkomponenten,
die unter anderem Vermittlungsfunktionen innerhalb eines Kommunikationsnetzes KN
ausüben. Derartige Switches (SW1, SW2) können z.B. untereinander verbunden
sein (SW1 mit SW2), oder sie sind die letzten Knotenpunkte des Aggregation Networks
AN (in 1: SW2) vor den so genannten Zugangseinrichtungen,
die den Übergang in das Hauptnetz des Kommunikationsnetzes KN bilden. In
1 sind zwei Edge Devices eingezeichnet, beispielsweise
ein so genannter "Broadband Remote Access Server" (GRAS), der den
Zugang zu einem Netz eines Internet Service Providers (IP-Netz) darstellt, sowie
ein weiterer IP-Edge, der beispielsweise einen direkten Zugang zu einem beliebigen
anderen IP-Netz darstellt (IP: "Internet Protocol").
Des Weiteren sind in 1 beispielhaft mögliche
Positionen zur Anordnung des erfindungsgemäßen Datenstrom-Mangements eingezeichnet.
Dabei kann der "Traffic Manager" (TM) einerseits z.B. am letzten Switch SW2 angeordnet
sein (TM(1)), um bereits am ersten Punkt, an dem alle von den Edge Devices GRAS
bzw. IP-Edge kommenden Datenströme gebündelt vorliegen, eine Verkehrsfluss-Organisation
durchzuführen. Es ist jedoch auch denkbar – beispielsweise bei großen
örtlichen Abständen – das Traffic Management für einzelne
oder alle Teilnehmer in teilnehmernäheren Netzknoten unterzubringen (etwa in
SW1 (TM(2)) oder direkt an den Teilnehmeranschlussleitungen im Access Node AN1 bzw.
DSLAM (TM(3))). Es muss nur gewährleistet bleiben, dass beim Verkehrsfluss-Management
für einen bestimmten Teilnehmer der Traffic Manager an einem Punkt im Netz
angeordnet ist, durch den der gesamte für den entsprechenden Teilnehmer bestimmte
Datenstrom fließt.
Erfindungsgemäß wird bei der Positionierung des Verkehrsfluss-Managements
insbesondere auf den Aspekt der Wirtschaftlichkeit Wert gelegt. So gilt es abzustimmen,
wo das Traffic Management aus Sicht des Netzbetreibers am günstigsten angeordnet
werden kann. Im Allgemeinen wird dies möglichst weit innerhalb des Kommunikationsnetzes
KN sein, an zentralen Knoten, die leicht und kostengünstig zu erreichen sind
und an denen eine große Anzahl an Teilnehmeranschlüssen zusammengefasst
werden. Vorteilhaft sollte das Traffic Management beispielsweise innerhalb des Aggregation
Networks AN möglichst nah an den Zugangseinrichtungen (GRAS und IP-Edge) durchgeführt
werden, beispielsweise an dem in Richtung Teilnehmer ersten Netzknoten (SW2 mit
TM(1)) des Aggregation Netzwerks AN, an dem alle für den entsprechenden Teilnehmer
bestimmten Datenströme konzentriert und weitergeleitet werden. Lediglich bei
besonderen äußeren Umständen wie bei außergewöhnlich großen
örtlichen Ausmaßen des Zugangsnetzwerks kann sich eine teilnehmernähere
Durchführung des Verkehrsfluss-Managements (z.B. TM(3) in AN1) als kostengünstiger
erweisen.
In 2 ist in einer vergrößerten
Darstellung der schematische Aufbau des in 1 dargestellten
Traffic Managements (TM(1), TM(2), TM(3)) dargestellt. Ganz rechts sind in
2 zahlreiche unterschiedliche Datenströme (ST1,...,
ST9) eingezeichnet, die von mehreren unterschiedlichen Service Providern stammen
können und für einen Teilnehmer bestimmt sind. Die Bezugzeichen innerhalb
der Klammern der Beschriftungen der Datenströme geben beispielhaft an, von
welchem Service Provider ein bestimmter Datenstrom stammt und wahlweise zudem mit
welcher Priorität der entsprechende Strom behandelt werden soll. So bedeutet
etwa ST4 (Serv 2, Prio medium), dass Datenstrom ST4 von Service Provider 2 stammt
und eine mittlere Priorität besitzt. Als mögliche Prioritäten werden
in diesem Beispiel in abnehmender Reihenfolge die fünf Stufen "am höchsten"
("highest"), "hoch" ("high"), "mittel" ("medium"), "niedrig" ("low") und "am niedrigsten"
("lowest") angenommen. Besitzt der betreffende Datenstrom keine zugeordnete Priorität,
so fehlt in 2 eine Angabe zur Priorität.
Des Weiteren sind in 2 durch "BW" mehrere
Einrichtungen zum Einschränken der Bandbreite, so genannte "Bandwidth Limiter"
eingetragen. Das Traffic Management ist somit in der Lage, an den betreffenden Stellen
die den einzelnen oder auch den logisch verbundenen Datenströmen zur Verfügung
stehende Bandbreite vorzugeben.
In 2 sind zudem noch einige so genannte
"Scheduler" eingetragen. Diese regulieren unter anderem die zeitliche Abfolge, in
der die an den jeweiligen Scheduler-Positionen auf eine Weitervermittlung wartenden
Datenströme verarbeitet werden. Das Warten vor bzw. das "Anstellen" an einem
Scheduler wird auch mit dem englischen Begriff "Queuing" bezeichnet, die einzelnen
Datenströme vor einem Scheduler als "Queue".
In den Schedulern können die einzelnen Queues abhängig von
unterschiedlichen Kriterien weitergeleitet werden. Am geläufigsten sind hierbei
z.B. das "round robin"-Verfahren (RR), eine Weiterbehandlung nach dem Priority-Queuing"
(PQ) und das "Weighted-Fair-Queuing" (WFQ). Beim round-robin-Verfahren werden die
am Scheduler anliegenden Datenströme stets der Reihe nach weitervermittelt.
Das bedeutet, dass von jedem anliegenden Datenstrom reihum eine feste Anzahl von
Bits weitergeleitet wird. Anders werden die Datenströme beim Priority-Queuing
verarbeitet. Bei dieser Art des Schedulings werden die anliegenden Datenströme
strikt nach ihrer Priorität weitervermittelt. Das Weighted-Fair-Queuing schließlich
verbindet die beiden zuvor erläuterten Verfahren. Hier wird zwar auch jeweils
reihum von allen anliegenden Datenströmen eine gewisse Anzahl an Bits übertragen,
die jeweilige Anzahl dieser Bits hängt jedoch von der dem entsprechenden Datenstrom
zugeordneten Priorität ab. Von Datenströmen mit einer höheren Priorität
werden in jedem einzelnen Übertragungsschritt pro Zeitintervall mehr Bits weitergeleitet
als von Datenströmen mit einer geringeren Priorität.
Wie in 2 dargestellt, wird es durch das
erfindungsgemäße Verfahren zur Datenstrom-Verwaltung in einem Kommunikationsnetz
somit ermöglicht, die Datenströme einzeln zu behandeln.
In 2 werden beispielsweise die ersten acht Datenströme
(ST1,..., ST8) direkt in ihrer Bandbreite eingeschränkt. Lediglich Datenstrom
DS9 kann zuletzt uneingeschränkt Bandbreite beanspruchen. Des Weiteren ist
in 2 zu sehen, wie der Traffic Manager mehrere Datenströme
desselben Service Providers unterschiedlich behandelt (bspw. ST1, ST2, ST8 und ST9)
oder wie einzelne, von unterschiedlichen Service Providern stammende Datenströme
kombiniert und gemäß derselben Vorschriften weitervermittelt werden (bspw.
ST5, ST6 und ST7). Zusätzlich werden mehrere Scheduler eingesetzt, die einzelne
oder logisch verbundene Datenströme nach bestimmten Verfahren weiter übermitteln.
Auch die logisch verbundenen Datenströme können, wie in 2
zu sehen, mit weiteren Bandwidth Limitern erneut in der ihnen gemeinsam zur Verfügung
stehenden Bandbreite beschränkt werden.
Es gilt zu beachten, dass die Darstellung in 2
lediglich eine beispielhafte Ausführung eines Traffic Managements beschreibt.
Die einzelnen Bandwidth Limiter, Scheduler sowie alle weiteren Management-Funktionen
können auf beliebige Art eingefügt, ausgelassen, verknüpft und ausgestaltet
sein.
3 zeigt schließlich ein weniger komplexes Ausführungsbeispiel
der Funktionsweise des erfindungsgemäßen Verfahrens. In diesem Beispiel
existieren in einem Zugangsnetzwerk für einen Teilnehmer vier Datenströme,
die von drei unterschiedlichen Service Providern stammen. Bei dem ersten Datenstrom
handelt es sich um Voice-over-IP-Daten (VOIP), es handelt sich dabei also beispielsweise
um ein Angebot eines Voice Services (Sprachübermittlungsdienst), mit dessen
Hilfe Telefongespräche über ein IP-Netz vermittelt werden können.
Ein zweiter Datenstrom stammt von einem Broadcast Service, hierbei werden z.B. Fernsehprogramme
über ein IP-Netz übertragen (IPTV). Ein dritter Service Provider schließlich
stellt verschiedene Dienste durch einen Hochgeschwindigkeits-Internetanschluss ("High
Speed Internet" – HSI) zur Verfügung, in diesem Beispiel etwa zum einen
einen Video-on-Demand-Dienst (VOD) und zum anderen eine Best-Effort-Internetverbindung
(Best Effort), also einen Zugang zum Internet, bei dem jeweils so viel wie möglich
der zur Verfügung stehenden Bandbreite genutzt werden soll.
Durch das Traffic Management werden die für die Sprachdienste
benötigten Daten bandbreitenbegrenzt. Dies kann direkt am Queue-Ausgang mittels
eines Bandwidth Limiters geschehen, da der erste Datenstrom (VoIP) der einzige Datenstrom
ist, der einem Sprachdienst zugeordnet ist. Das Traffic Management begrenzt somit
die für Sprachdienste zur Verfügung stehende Bandbreite gemäß
dem Service Level Agreement für Sprachdienste ("Service-Shaping"). Auf ähnliche
Weise wird auch die für IPTV-Dienste nutzbare Bandbreite direkt am Queue-Ausgang
des zweiten Datenstroms (IPTV) begrenzt. Wie in 3 zu
sehen ist, wird der zweite Datenstrom (IPTV) ebenfalls bandbreitenbegrenzt ("Queue-Shaping").
Der dritte Datenstrom (VoD) bleibt auf dieser Ebene unbegrenzt, ebenso wie der Best-Effort-Datenstrom
(Best-Effort).
Da sowohl der zweite Datenstrom (IPTV) als auch der dritte Datenstrom
(VoD) zum Leistungsmerkmal "Video" gehören, werden diese beiden Ströme
vom Traffic Management zusammengefasst. Dies geschieht in einem Scheduler, der in
diesem Fall nach dem "Weighted-Fair-Queuing"-Prinzip arbeitet (WFQ). Der gemeinsame,
alle Video-Services repräsentierende Datenfluss wird anschließend gemäß
den Vereinbarungen im Service Level Agreement für Video-Dienstleistungen bandbreitenbegrenzt
("Group-Shaping").
In einem abschließenden Schritt werden die Datenflüsse der
drei verschiedenen Services (Sprache, Video, Internet) ein letztes Mal auf eine
auf der Teilnehmeranschlussleitung erzielbare Bandbreite begrenzt. Dabei werden
die einzelnen Datenströme zuerst mittels eines Schedulers zusammengefasst.
Wie in 3 zu sehen, arbeitet der Scheduler dabei nach
dem Strict-Priority-Verfahren, d.h. es werden die mit der höchsten Priorität
versehenen Datenströme bevorzugt weitervermittelt. Ein nach dem Scheduler angeordneter
Bandwidth Limiter stellt abschließend sicher, dass die auf der Teilnehmeranschlussleitung
vorhandene Bandbreite nicht überschritten wird.
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| Anspruch[de] |
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Verfahren zur Übermittlung von Informationen in einem Kommunikationsnetz
(KN), bei dem über ein Anschlussnetz (AN) Datenströme (ST1,..., ST9) von
mehreren Zugangseinrichtungen (GRAS, IP-Edge) zu einem Teilnehmer (TN1,..., TN9)
übermittelt werden und zumindest ein Teil der Datenströme (ST1,..., ST9)
über zumindest einen Netzknoten (SW1, SW2, SW3, AN1, AN2) des Anschlussnetzes
(AN) in Richtung des Teilnehmers (TN1,..., TN9) übermittelt wird, wobei eine
Steuerung des zumindest einen Teils der Datenströme (ST1,..., ST9) durch den
zumindest einen Netzknoten (SW1, SW2, AN1, AN2, AN3) erfolgt.
Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerung
des zumindest einen Teils der Datenströme (ST1,..., ST9) ein Verkehrsfluss-Management
(TM(1), TM(2), TM(3)) der Datenströme (ST1,..., ST9) umfasst.
Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerung
des zumindest einen Teils der Datenströme (ST1,..., ST9) eine Aufteilung
der im Anschlussnetz (AN) nutzbaren Ressourcen auf die Datenströme (ST1,...,
ST9) umfasst.
Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die im Anschlussnetz
(AN) nutzbaren Ressourcen eine im Anschlussnetz (AN) nutzbare Bandbreite umfassen.
Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass die Steuerung des zumindest einen Teils der Datenströme (ST1,..., ST9)
für jeden Teilnehmer (TN1,..., TN9) durchgeführt wird.
Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass die Steuerung des zumindest einen Teils der Datenströme (ST1,..., ST9)
das Aufteilen von Datenströmen (ST1,..., ST9) und/oder das Zusammenfassen von
Datenströmen (ST1,..., ST9) umfasst.
Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass die Steuerung des zumindest einen Teils der Datenströme (ST1,..., ST9)
abhängig von Eigenschaften der Datenströme (ST1,..., ST9) erfolgt.
Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Eigenschaften
der Datenströme (ST1,..., ST9) eine Art eines Dienstes und/oder eine Priorität
umfassen.
Anordnung zur Übermittlung von Informationen in einem Kommunikationsnetz
(KN), mit Mitteln zum Übermitteln von Datenströmen (ST1,..., ST9) von
mehreren Zugangseinrichtungen (GRAS, IP-Edge) über ein Anschlussnetz (AN) zu
einem Teilnehmer (TN1,..., TN9), derart ausgestaltet, dass zumindest ein Teil der
Datenströme (ST1,..., ST9) über zumindest einen Netzknoten (SW1, SW2,
AN1, AN2, AN3) des Anschlussnetzes (AN) in Richtung des Teilnehmers (TN1,..., TN9)
übermittelt wird, sowie Steuermitteln zum Steuern des zumindest einen Teils
der Datenströme (ST1,..., ST9), wobei die Steuermittel an dem zumindest einen
Netzknoten (SW1, SW2, AN1, AN2, AN3) angeordnet sind.
Anordnung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuermittel
derart ausgestaltet sind, dass die Steuerung des zumindest einen Teils der Datenströme
(ST1, ..., ST9) ein Verkehrsfluss-Management (TM(1), TM(2), TM(3)) der Datenströme
(ST1,..., ST9) umfasst.
Netzknoten für eine Anordnung nach Anspruch 9 oder 10, derart ausgestaltet,
dass zumindest ein Teil der Datenströme (ST1,..., ST9) über den Netzknoten
(SW1, SW2, AN1, AN2, AN3) übermittelt wird und die Steuermittel an dem Netzknoten
(SW1, SW2, AN1, AN2, AN3) angeordnet sind.
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